Künstliche Intelligenz
Zahlen, bitte! 10957 Tage heise online — ein paar Zahlen zum Jubiläum
30 Jahre heise online: Das sind 10.957 Tage voller neugieriger und kritischer Blicke auf den technischen Fortschritt – immer mit dem Ziel, den Leser journalistisch umfassend und kontinuierlich über die neuesten Entwicklungen zu informieren.
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Im Fokus waren nicht nur die technischen Fakten, sondern auch stets die Folgen für die Gesellschaft durch den technischen Fortschritt. Das ging vom Aufkommen des World Wide Webs über die Entwicklung einer permanenten Online-Gesellschaft durch Smartphones, den daraus resultierenden Anstieg des Datenhungers von Sicherheitsbehörden und Unternehmen bis hin zur zunehmenden Nutzung von KI. In den vergangenen 30 Jahren wirkte sich das alles nachhaltig auf die Gesellschaft aus – und nicht immer im positiven Sinn.

In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblüffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und natürlich der Mathematik vor.
In unserer Zahlen, bitte!-Kolumne haben wir ein paar Zahlen zu den vergangenen drei Dekaden heise online zusammengetragen.
Früher Webserver als Experiment
Dank Mailbox-System waren die Redaktionen bereits seit Ende 1988 per E-Mail erreichbar. Bereits zur CeBIT 1994 schuf die Zeitschrift iX einen experimentellen Webserver: Anfangs war es ein Sparc-Clone mit 40 Megabyte RAM, der von der Redaktion „Opus40“ getauft wurde. Anhand der Zugriffe, die teilweise das Versenden von E-Mails verzögerten, merkten die Macher, dass darin die Zukunft liegen könnte. Im März 1996 wurden etwa 17.000 Hits auf ix.de gemessen, und das, obwohl der Newsticker-Betrieb noch gar nicht angelaufen war. Da war der erste Server bereits Geschichte.
Zur CeBIT 96 erwarb der Verlag die Domain heise.de und startete am 17. April mit heise online neben dem Online-Angebot der verschiedenen Zeitschriften c’t, iX, ELRAD und Gateway der heise-Newsticker. Das Netzmagazin Telepolis kam im Juli 1996 dazu. Wie goldrichtig heise online zu der Zeit lag, merkte die Redaktion, als die „Informationsgesellschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern“ (IVW) im November 1997 für Online-Angebote die erzielten Visits und Page Impressions erstmals auswertete.
Mit 1.292.036 monatlichen Pageviews sprang heise online auf Anhieb auf Platz 3 der dort gemeldeten Websites: Nur Focus Online und das Fußballportal Ran Online verzeichneten mehr Homepage-Zugriffe. In einer Zeit, in der die Telekommunikationsfirmen jede genutzte Online-Minute in Rechnung stellten, und mit 56K-Modems das Surfen zum Geduldsspiel avancierte, war der Erfolg sicher keine Selbstverständlichkeit.
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Führendes IT-Fachportal
Dreißig Jahre später sind es über 44 Millionen Visits: heise online ist für viele bis heute der erste Anlaufpunkt, wenn man sich auf den neuesten IT-Stand bringen will. Fing der Newsticker mit wenigen Meldungen am Tag an, sind es heutzutage bis zu 60 Meldungen täglich aus IT, Technik, Security, Wissenschaft und Gesellschaft.
So vielfältig wie sich das Netz entwickelt hat, sind mittlerweile auch die Angebote auf heise online: Seit 2019 gibts es das Digitalangebot heise+, was neben Artikeln der Redaktionen von c’t, iX, Make, Mac & i und c’t Fotografie zusätzlich eigene Exklusivinhalte bietet. Die werden gern gelesen: Durchschnittlich 17 Minuten täglich nutzen heise+-Lesende das Angebot und heise online. Zum Jubiläum gibt es bis zum 24. April 30 % Rabatt auf das heise+ Lifetime Abo.

(Bild: heise online / Wayback Machine)
Für die kompakte Wissenszusammenfassung werden verschiedene Newsletter von heise online mittlerweile über 1,5 Millionen Mal pro Monat an über 43.000 registrierte Empfänger versendet.
Um auf dem neuesten Stand zu bleiben, muss man nicht nur lesen. Die heise Podcasts wie „Kurz informiert“, „KI-Update“ „Bits & Böses“ und viele weitere erreichen über 3 Millionen Abrufe im Monat. Der seit 2011 existierende YouTube-Account heise & c’t kommt auf fast 180.000 Abonnenten. Der Ableger c’t 3003 peilt sogar 250.000 Abonnenten an. Die Kurzvideos von heise Tipps & Tricks sehen bei TikTok mittlerweile fast 145.000 Follower.
Waren sie vorher in Mailboxen organisiert, kommen unsere Leser seit 1999 direkt unter den Artikeln zu Wort. Kurz vor der Jahrtausendwende startete das heise-Forum. Seitdem begleiten unsere Leser unsere Artikel als wertvolle Tippgeber, sparen nicht mit Lob oder Kritik und Hinweisen und begleiten die Themen.
Das sieht man auch in den Zahlen: Insgesamt wurden in den vergangenen 30 Jahren über 46 Millionen Forenbeiträge verfasst. Neben begleitenden Kommentaren zu den Themen wurden unsere Nutzer auch aktiv: Mit der im Jahr 2001 gegründeten „Stop1984“-Initiative setzten sich (nicht nur) Forenuser gegen einen überbordenden Überwachungsstaat ein. Die Initiative wurde 2008 aufgelöst. Regelrechte Partystimmung herrschte im Jahr 2005 im Forum, als heise online vermeldete, dass die EU die Softwarepatentrichtlinie beerdigte. Redakteur Michael Wilde sah sich angesichts der tausenden Beiträge genötigt, die Beteiligten der „Flaggenparade“ zur Mäßigung aufzurufen.
Mit über 11.000 Kommentaren war der Artikel zwar schon rekordverdächtig, die meisten Reaktionen zog aber 2007 die Verurteilung des IT-Anwalts Günter Freiherr von Gravenreuth mit über 14.000 Kommentaren nach sich. Wir haben bis heute eine starke und unverzichtbare Online-Community die in mehreren Tausend Beiträgen am Tag unsere Berichterstattung begleitet.
Und so blicken wir in die Zukunft. Die KI-Revolution ist im vollen Gange, und es ist nicht abzusehen, wo die Reise hingeht – genauso wie es vor dreißig Jahren nicht absehbar war, wie sich die heutige Gegenwart gestalten würde. Eins ist aber gewiss: heise online begleitet die Entwicklung weiterhin kritisch und unabhängig.
(mawi)
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3-in-1: Speicherkartenleser für SDUC, UHS-II und SD Express
Auf dem Computex-Stand der SD Association waren erste SD-Lesegeräte zu sehen, die mehrere aktuelle SD-Standards parallel unterstützen. Sowohl Genesys als auch Realtek zeigten dort integrierte Kartenleser, die sich in der Massenfertigung befinden sollen. Die Plattformen können sowohl schnelle UHS-II-Karten mit beiden Pin-Reihen ansprechen als auch SD-Express-Karten, welche eine zweite Pin-Reihe für die PCIe-Leitung nutzen. Zudem unterstützen sie SD Express 8.0 und können die dritte Pin-Reihe der normal großen SD-Karten ansprechen, welche diese für eine erneute Verdopplung der Geschwindigkeit benötigen.
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Passende Karten nach SD 7.0 (SD) beziehungsweise SD 7.1 (MicroSD) gibt es schon länger auf dem Markt. Adata hat zudem gerade eine SD-Express-Karte mit einem TByte nach dem SD-8.0-Standard in den Handel gebracht. Kartenlesegeräte sind aber selbst für den 7.x-Standard noch selten, Sandisks Pro Reader SD Express ist beispielsweise kaum zu bekommen.

(Bild: Andreas Sebayang)
SDUC wird mitgeliefert
Die neue Generation Kartenleser soll zudem auch SDUC-Karten unterstützen. SDXC-Karten sind laut Spezidfikation auf 2 TByte begrenzt, mit steigenden Die-Kapazitäten wurde eine neue Kapazitätsklasse notwendig: SDUC, mit UC für Ultra Capacity; der Standard reicht bis 128 TByte. Am Stand der SD Association wurden Sandisk-Karten der Ultra- und Extreme-Serie mit bis zu 8 respektive 4 TByte beworben. Diese sollen in Kürze erhältlich sein, hieß es am Stand. Sandisk selbst war nicht auf der Messe und konnte sich auf Nachfrage bisher nicht äußern. Allerdings hatte der ehemalige Produktionspartner Western Digital bereits vor knapp zwei Jahren Karten mit diesen Kapazitäten gezeigt; diese sind nie erschienen.
Das erste massentaugliche Gerät mit SD-Express-Slot war die Nintendo Switch 2, die Anzahl der passenden Karten stieg nach deren Erscheinen sehr schnell an. Selbst Karten mit 1 TByte Kapazität sind leicht zu bekommen.
Gaming-Handhelds und Notebooks
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Asus gab auf Nachfrage an, dass das ROG Xbox Ally X20 einen MicroSD-Express-Slot habe. Der ältere ROG NUC NUC14SRK bietet laut Datenblatt sogar einen 8.0er-Kartenleser. Adata sagte uns auf der Messe, dass dies das einzige Gerät sei, welches die eigenen Karten mit voller Geschwindigkeit auslesen könne. Früheren Angaben zufolge soll jedoch auch Lenovos ThinkPad P16 Gen 3 einen solchen Slot besitzen.
Auch in Notebooks startet SD Express nun langsam durch. Asus‘ ProArt 14 und 16 mit RTX Spark haben einen entsprechenden 7.0-Kartenleser, HP will in seinen Notebooks MicroSD-Karten nach SD Express unterstützen. Auch RTX Spark könnte den Express-Karten einen Schub geben.
(vbr)
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Testsieger: Die beste mobile Klimaanlage – gute Kühlung für unter 300 Euro
Mobile Klimaanlagen schaffen Abhilfe, wenn es im Sommer unerträglich heiß wird. Wir haben Monoblock-Klimageräte von Bosch, Delonghi, Ecoflow & Co. getestet.
Wer schon einmal in einer Dachwohnung gelebt hat, weiß: An heißen Sommertagen reicht selbst morgendliches Stoßlüften mit anschließendem Verschließen der Fenster oft nicht aus, um die Hitze dauerhaft fernzuhalten. Doch nicht nur unter dem Dach – auch in unteren Etagen steigen die Temperaturen in den Sommermonaten spürbar an, nicht selten sind Temperaturen bis knapp unter 40 Grad Celsius zu verzeichnen.
Um die Raumtemperatur sowohl gefühlt als auch messbar zu senken, gibt es viele Möglichkeiten. Eine effektive und einfach nutzbare Lösung bieten moderne Monoblock-Klimageräte. Sie verbessern das Raumklima schnell und ohne großen Aufwand.
Auch wenn sie bei Weitem nicht so teuer sind wie eine zentrale, fest verbaute Klimaanlage, muss man für die meisten Modelle dann doch etwas Geld in die Hand nehmen. Günstigere Alternativen sind in diesem Fall Verdunstungskühler (Ratgeber), die jedoch selbst mit ein paar Einschränkungen daherkommen.
Welche ist die beste mobile Klimaanlage für zu Hause?
In der folgenden Bestenliste zeigen wir die aus unserer Sicht acht besten mobilen Klimaanlagen, die wir im Vorfeld ausführlich getestet haben. Bei der Bewertung haben wir besonderen Wert auf die Kühlleistung, aber auch auf das Preis-Leistungs-Verhältnis, den Energieverbrauch und die Lautstärke gelegt.
Unser Testsieger ist die AEG Comfort 6000 für 495 Euro. Sie liefert das beste Gesamtpaket mit einer guten Kühlleistung, hochwertiger Verarbeitung und App-Steuerung. Zusätzlich ist sie kompatibel mit Home Assistant.
Die Ecoflow Wave 3 für 725 Euro ist unser Technologiesieger. Durch den kompakten Formfaktor ist sie ideal für Camping-Ausflüge und gut geeignet für den Transport. Sie bietet zudem optional einen Akku für den kabellosen Betrieb. Dazu kommen Kühl- und Heizfunktion, die für wohltemperierte Zelte und Camper sorgt.
Unser Preis-Leistungs-Sieger ist die Trotec PAC 2015 E, die mit ihrer kompakten Größe für 230 Euro nicht nur verhältnismäßig günstig ist, sondern zudem auch eine gute Kühlleistung erbringt.
Manche Geräte sind zu Beginn der Saison 2026 nicht mehr in der von uns ursprünglich getesteten Version verfügbar. Allerdings gibt es in diesen Fällen Modelle des Herstellers, die in Bezug auf die Leistung und verwendete Technik identisch sind. Diese haben wir verlinkt und weisen in den betreffenden Einzeltests explizit darauf hin. Diese Bestenliste wird zudem über den Sommer hinweg um weitere getestete Modelle ergänzt.
Technische Daten
Was sind Monoblock-Klimageräte?
Monoblock-Klimageräte gehören zu den beliebtesten Möglichkeiten, eine Klimaanlage nachzurüsten. Inzwischen gibt es sogar schon Modelle mit Akku für den mobilen Einsatz, wie die von uns getestete Ecoflow Wave 3. Monoblock bedeutet, dass sich alle zur Kühlung benötigten Komponenten in einer Einheit befinden. Dadurch sind die Geräte im Vergleich zu fest verbauten Split-Klimaanlagen mobil und ohne großen Aufwand in unterschiedlichen Räumen einsetzbar.
Sie sind vergleichsweise kompakt und arbeiten mit einem Schlauch, der die warme Luft ableitet. Dieser hängt üblicherweise aus einem Fenster. Die dadurch entstehenden offenen Stellen sollte der Käufer mit Stoff oder flexiblem Kunststoff abdichten. Diese Abdichtung funktioniert allerdings in den seltensten Fällen perfekt, häufig dringt dennoch warme Luft von außen in den zu kühlenden Raum ein. Kommt eine Monoblock-Klimaanlage ohne Fensterabdichtung, ist diese ab etwa 10 Euro separat erhältlich.
Dadurch ist die Effizienz einer Monoblock-Klimaanlage nicht optimal. Zudem können sie, je nach Modell, Lautstärken von über 60 dB erreichen, was vorrangig dann stört, wenn man in dem zu kühlenden Raum schlafen möchte. Einen Schlafmodus bieten die meisten mobilen Klimageräte, dieser ist unserer Erfahrung nach aber immer noch viel zu laut. Der sich vom Schlafmodus unterscheidende Silent-Mode, den viele Klimageräte ebenfalls mitbringen, eignet sich häufig für den Einsatz im Homeoffice oder Büro. Er reduziert die Leistung und daher auch die Lautstärke, wodurch zumindest beim Arbeiten tagsüber eine Balance zwischen trotzdem noch passabler Kühlung und akzeptabler Lautstärke geschaffen wird.
Eine Regulierungsmöglichkeit über die mitgelieferte Fernbedienung bieten fast alle von ihnen. Je nach Anbieter gibt es auch eine App zur Steuerung und die Möglichkeit, das Klimagerät in das Smart Home einzubinden. Außerdem entfeuchten sie entweder automatisch oder per separatem Entfeuchtungsmodus den Raum. Man sollte daher beim Einsatz der Geräte auch immer die Luftfeuchte und die Auswirkung auf die Gesundheit im Blick haben. Unsere Bestenliste Top 10: Der beste Luftgütesensor im Test – CO₂, Schadstoffe & Schimmel im Blick berät in dieser Hinsicht.
Hersteller geben bei Klimageräten immer auch eine Kühlleistung in kW und/oder in BTU/h an. Die Abkürzung BTU steht dabei für „British Thermal Unit“, eine Maßeinheit für Wärmeenergie. Im Zusammenhang mit Klimaanlagen gibt sie an, wie viel Wärme das Gerät pro Stunde aus einem Raum entfernen kann. Je höher dieser Wert ist, desto stärker ist auch die Kühlleistung des Klimageräts. Zudem geben Hersteller auch immer eine vorgesehene maximale Raumgröße für die mobilen Klimaanlagen an, bei der diese optimal arbeiten. Das bedeutet logischerweise nicht, dass man ein Klimagerät deswegen nicht auch in größeren Räumen einsetzen kann.
Was sind Split-Klimaanlagen?
Wer eine Lösung zur dauerhaften und effizienten Raumkühlung sucht, für den führt kein Weg an einer Split-Klimaanlage vorbei. Die Geräte sind, wie ihr Name bereits andeutet, zweigeteilt. Der Kompressor hängt üblicherweise an der Außenwand und leitet Luft über einen Schlauch mit Kühlmittel an das Steuerungsmodul im Gebäudeinneren, welches die kühle Luft verteilt.
Durch diese klare Trennung kommt es zu keinem ungewollten Luftaustausch, was sie deutlich effizienter macht als Monoblock-Klimageräte. Außerdem sind sie leiser, schließlich sitzt der laute Kompressor an der Außenwand. Je nach Hersteller und Modell lassen sich Split-Systeme auch um weitere Einheiten erweitern, wodurch dann das ganze Haus oder die ganze Wohnung über ein System kühlt.
Im Vergleich zu den mobilen Monoblock-Klimaanlagen schlagen hier primär die zusätzlichen Kosten der Installation zu Buche. Denn diese ist in vielen Fällen aufwendig und darf gemäß EU-Verordnung 517/2014 (PDF) nur durch einen zertifizierten Fachbetrieb vorgenommen werden. Zudem sollte man bedenken, dass eine Split-Klimaanlage einen Wanddurchbruch benötigt, was einer baulichen Veränderung entspricht und für Besitzer einer Eigentumswohnung in einer Wohnanlage in der Regel durch die Eigentümergemeinschaft genehmigt werden muss.
Mobile Split-Klimaanlagen
Mobile Split-Klimaanlagen wollen die Flexibilität einer Monoblock- mit der Laufruhe einer Split-Klimaanlage vereinen. Dafür bieten sie äquivalent zur klassischen Split-Klimaanlage einen Kompressor, der zum Wärmetausch über einen Schlauch mit Kühlmittel mit der Steuereinheit verbunden ist. Allerdings muss kein Techniker die Elemente an der Wand befestigen, sie stehen schlicht auf dem Boden oder werden per selbst installierbarer Halterung außen am Fenster angebracht.
Der Kompressor befindet sich dann zum Beispiel auf dem Balkon, die Steuereinheit im Wohnzimmer. Die Abdichtungsproblematik gibt es hier jedoch genauso wie bei den Monoblock-Klimaanlagen, dafür ist die Geräuschentwicklung deutlich geringer als bei den lauten Monoblock-Geräten.
Kältemittel
Ein angenehmes Raumklima sollte möglichst umweltschonend erfolgen. Schädlich fürs Klima sind etwa Klimaanlagen, die noch mit älteren, teilfluorierten Kältemitteln wie R134A, R407A oder R410A befüllt werden. Das sind aber nicht mehr viele. Viele Klimaanlagen verwenden das Kältemittel R32, welches bereits klimafreundlicher ist als R410A und gleichzeitig auch hocheffizient ist. Das umweltfreundliche Propan, das auch als R290 bezeichnet wird, findet bei den von uns getesteten mobilen Klimaanlagen Verwendung und ist immer mehr im Kommen. Ab 2032 sind Wärmepumpen und ab 2035 auch Klimaanlagen mit teilfluorierten Kältemitteln in der EU verboten.
Alternative: Verdunstungskühler
Geht ein Stoff vom flüssigen in den gasförmigen Zustand über, ohne den Siedepunkt zu erreichen, entsteht ein kühlender Effekt. Dies nennt man Verdunstung. Es gibt einige Ventilatoren, die sich diesen Effekt zunutze machen, um Räume, aber auch Außenbereiche zu kühlen. Vereinfacht gesagt, erhöhen sie den Flüssigkeitsanteil in der Luft. Verdunstungskühler haben also den gegenteiligen Effekt von Monoblock- und Split-Klimaanlagen, welche die Luft austrocknen. Dafür sind sie deutlich günstiger und verbrauchen deutlich weniger Energie.
Alternative: Ventilatoren
Das einfachste und günstigste Mittel gegenüber hohen Temperaturen sind Ventilatoren. Auch wenn diese die Raumluft nicht abkühlen, hilft in einigen Fällen bereits ein kühler Luftzug. Denn wem heiß ist, dessen Haut gibt Schweiß ab. Durch einen Luftzug verdunstet dieser schneller und kühlt die Haut. Dies ist die einfachste und günstigste Möglichkeit, die gefühlte Temperatur zu senken und moderate Hitzewellen zu entschärfen.
Auf Dauer ist es jedoch nicht empfehlenswert, einen Ventilator direkt auf Gesicht und Hals zu richten. Dadurch kann sich die Gefahr einer Erkältung oder ähnlicher Krankheiten erhöhen. Allerdings hilft es häufig bereits, einen Ventilator an das geöffnete Fenster zu stellen. Wichtig ist dabei, dass der Ventilator die Luft nach außen bläst. So entsteht ein Luftstrom, der kühlere Luft aus dem Gebäudeinneren in das Zimmer trägt.
Klimageräte fürs Smart Home
Leider lassen sich die wenigsten Ventilatoren, Verdunstungskühler und Klimageräte über eine Smart-Home-Zentrale steuern. Es gibt aber auch Ausnahmen: Manche Geräte sind Teil der Smart-Home-Plattform Tuya (Test) und können mit den Apps Elesion, Smart Life und Tuya gesteuert werden. So kann man auf Basis externer Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren die Geräte optimal steuern und auch aus der Ferne verwalten. Für Home Assistant gibt es eine offizielle Integration. Aber auch die Einbindung von Midea-Geräten klappt unter Home Assistant. Eine Integration über ESP Home ist ebenfalls möglich.
Wer Ventilatoren oder Klimageräte ohne App-Steuerung im Einsatz hat, kann versuchen, diese mit einer smarten Steckdose ins Smart-Home-System einzubinden. Das gelingt aber nicht mit jedem Modell, da Geräte nicht automatisch starten, sobald Strom auf der Steckdose aktiviert wird.
Alternativ gibt es von einigen Herstellern Nachrüst-Kits, die über ein Infrarot-Gateway die Fernbedienung der Klimageräte und Ventilatoren anlernen und damit fernsteuern können. Einige davon, wie die Tado smarte Klimaanlagen-Steuerung, lassen sich auch in Smart-Home-Systeme wie Home Assistant, Homey und Hornbach einbinden.
Fazit
Wer im Hochsommer nicht ins Schwitzen geraten will, kommt langfristig um eine Klimaanlage nicht herum. Split-Klimageräte, die fest verbaut sind und idealerweise zentral die gesamte Wohnung oder das Haus kühlen, sind das Nonplusultra. Aufgrund der hohen Kosten für den Einbau sind sie jedoch weiterhin eine Luxusanschaffung.
Mobile Monoblock-Klimaanlagen hingegen bieten den unkompliziertesten Einstieg. Sie sind einfach installiert und können nach dem Plug-and-play-Prinzip direkt nach dem Auspacken loslegen – eine Isolierlösung für das Fenster vorausgesetzt. In unserer Bestenliste befinden sich daher mobile Klimaanlagen aus verschiedenen Preisbereichen, um das Spektrum an Funktionsumfang, Leistung und Qualität bestmöglich abzudecken.
Testsieger ist die AEG Comfort 6000, die uns mit ihrem Gesamtpaket an Kühlleistung, Verarbeitung und Funktionsumfang überzeugt. Unser Technologiesieger ist hingegen die Ecoflow Wave 3, die dank eines optionalen Akkus und des kompakten Designs besonders für Camping-Ausflüge geeignet ist und Zelt oder Camper sowohl kühlen als auch heizen kann. Die Trotec PAC 2015 E erkämpft sich aufgrund ihres Preises in Verbindung mit einer dennoch guten Kühlung den Titel Preis-Leistungs-Sieger.
Weitere Produkte und Themen für den Sommer zeigen wir in diesen Artikeln:
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„Gothic 1 Remake“ im Test: So war das damals, Kinder
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Mit Remakes ist das immer so eine Sache. Ein beliebtes Werk aus einer anderen Zeit soll modernisiert und für das Hier und Jetzt aufbereitet werden. Doch wie weit geht man dabei, um Fans der ersten Stunde nicht zu verprellen und dennoch genug Anreize für ein neues Publikum zu schaffen? Diese Fragen haben schon viele große Studios versucht zu beantworten. Capcom etwa hat mit seinen „Resident Evil“-Neuauflagen genau ins Schwarze getroffen, Blizzard hingegen hat mit der „Reforged“-Edition von „Warcraft 3“ so ziemlich niemanden abgeholt.
Und jetzt steht da ein kleines Studio aus Spanien und will einen deutschen Rollenspielklassiker wiederbeleben, der von seinen Fans beinahe kultisch verehrt wird und eigentlich nie so wirklich tot war. Alkimia Interactive hat sich mit „Gothic 1 Remake“ einen Knochenjob ausgesucht und hat ihn bewältigt – zumindest für eine spezielle Gruppe an Spielern. Denn so ganz ist „Gothic“ noch nicht im Jahr 2026 angekommen.
Eine Rückkehr in bekannte Gefilde
„Gothic“ spielt zwar in einer klassischen Fantasywelt mit Orks, Goblins und Magie, tanzte aber mit seiner Prämisse schon immer etwas aus der Reihe. Statt Spielern ein edles High-Fantasy-Bad anzurichten, warf sie Piranha Bytes wortwörtlich einen rauen und ungemütlichen Wasserfall hinunter, in dem sie selbst schwimmen lernen mussten. Wer die Handlung noch nicht kennt, hier eine kurze Rückblende: Um den Krieg gegen die Orks zu finanzieren, bestraft ein König jeden noch so kleinen Fehltritt mit einem dauerhaften Aufenthalt in seinem Gefangenenlager, das zufällig in den tiefen Erzminen des Landes errichtet ist. Damit auch ja keine Zwangsarbeitskraft verloren geht, sollen die besten Magier des Landes eine magische Barriere um das Gebiet errichten, die jeden Fliehenden sofort brutzelt.

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Ein Zwischenfall sorgt allerdings dafür, dass auch sämtliche Magier unter der gigantischen Kuppel festsitzen und die Gefangenen nach einer Revolte die Kontrolle über die Erzvorkommen übernehmen. Die neu entstandene Kolonie zwingt den König zu einem Handelsabkommen und spaltet sich schon bald in drei Lager: Das Alte Lager handelt weiterhin mit Erz, das Neue Lager plant einen Ausbruch und das Sektenlager raucht das Sumpfkraut weg und betet eine Entität namens „Schläfer“ an. Mitten in diesem Kuddelmuddel landet unser namenloser Held, der als unfreiwilliger Bote durch die magische Barriere in die Kolonie gestoßen wird.
An der grundlegenden Handlung ändert sich auch im Remake kaum etwas. Alkimia Interactive hat aber mit erweiterten und teilweise neuen Quests ordentlich an der Spielzeitschraube gedreht, ohne dabei Leerlauf zu erzeugen. Ein kleines Beispiel aus dem Alten Lager: Um Fingers von unseren Fähigkeiten zu überzeugen, mussten wir dieses Mal noch zusätzlich auf Raubzug für ihn gehen. Die neue Etappe bringt uns dem überarbeiteten Schlösserknacken näher, das in der Tat etwas Übung benötigt. Generell profitiert das Remake in seiner Spielführung aber schon sehr von der Vorlage. Schon im ersten Kapitel fällt die gut durchdachte und zielführende Queststruktur auf. Es gibt kaum überflüssige Aufgaben, die wie Füllmaterial wirken. Stattdessen zahlt jeder Quest-Abschluss auf das übergeordnete Konto ein. Eine Seltenheit in aktuellen Open-World-Abenteuern. Was aber jedem bewusst sein muss, der sich für dieses Spiel interessiert: Sogar „Elden Ring“ hätte im Vergleich zum „Gothic 1 Remake“ einen Preis für Zugänglichkeit verdient.
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Hier gibt es nichts geschenkt
Es gibt keinen Kompass, keine Minimap, keine Questmarker und auch sonst kaum Hilfe vom Spiel. Jeder Schritt muss sich mühevoll selbst erarbeitet werden. Zwar fallen die Notizen im Quest-Tagebuch etwas umfangreicher aus als im Original und zeigen auf Wunsch auch Zwischenziele an. Es schadet jedoch nicht, immer aufmerksam zuzuhören und einen eigenen Notizblock parat zu haben, um wichtige Hinweise aus Gesprächen zu notieren. Zugegeben, das selbstständige Erkunden und Erleben einer offenen Spielwelt hat seinen Charme, und Spiele wie „Hell is Us“ haben bewiesen, dass es auch ohne ständige Einblendungen geht. Aber dazu braucht es eine clevere Levelarchitektur, dezente, aber lesbare Hinweise in der Spielwelt sowie eine stabile Umgebung, die dem Spieler das Gefühl vermittelt, stets selbst die Kontrolle zu haben. Diese Kombination ist im „Gothic Remake“ allerdings selten gegeben, wodurch es zu Situationen kommt, die den Spielfluss massiv stören und Frust aufbauen.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
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Gothic 1 Remake | Xardas Trailer | Deutsche Version
Etwa wenn unser Held einem NPC durch einen dichten Wald folgen muss, die beiden aber durch einen zufälligen Wolfsangriff ungewollt voneinander getrennt werden und besagter NPC danach irgendwo halb von Gestrüpp verdeckt gefunden werden will. Oder wenn sich Wege auf der Karte nicht hundertprozentig mit der tatsächlichen Umgebung decken. Gerade die Orientierung ist häufig unnötig schwer, da jeder Blick auf die Map tödlich enden kann, wenn wieder aus dem Nichts ein aggressiver Nacktmull auftaucht und den desorientierten Wanderer mit einem Hauch von einem Hieb ins Jenseits befördert. Das kostet unnötig Zeit und wäre durch eine optional zuschaltbare Orientierungshilfe schnell gelöst. Ein Großteil der Spielzeit generiert sich zudem durch weite – und über lange Strecken hinweg übermäßig gefährliche – Wege. Zwar ist der Held mittlerweile des Sprintens mächtig und kann mit viel Hingabe einen Scavenger zum Reittier umerziehen, Geduld bleibt aber dennoch der wichtigste Skill in diesem Spiel.
Mühsames Fortschrittssystem
Generell ist dieses neue „Gothic“ noch immer ein sehr mühsames Spiel, dessen einzelne Spielmechaniken lange Zeit keine Freude machen. Erst nach unzähligen Stunden des Grinds und der extrem teuren Entwicklung der eigenen Fähigkeiten wird es weniger frustrierend. Wir empfehlen deshalb jedem Spieler mit geringer Frustrationstoleranz für den ersten Durchlauf den einfachsten oder individuellen Schwierigkeitsgrad. Letzterer lässt gezielte Anpassungen in Kampf, Ressourcen und Progression zu. Eine nachträgliche Änderung ist nicht möglich.
Das Skillsystem scheint auf den ersten Blick einfach gehalten und fußt auf dem Gewinn von Erfahrungspunkten durch gewonnene Kämpfe und abgeschlossene Quests. Mit jedem Stufenaufstieg gibt es auch ein paar Lernpunkte obendrauf, die wiederum bei Lehrmeistern zusammen mit der Währung Erz gegen Unterricht eingetauscht werden und bestimmte Fähigkeiten weiterentwickeln.
Wie eng die jeweiligen Systeme allerdings ineinander verbandelt sind, zeigt folgendes Beispiel: Das aufwendige Minispiel zum Schlösserknacken ist zu Beginn sehr frustrierend. Erst, wenn ein Lehrer gefunden, überzeugt und bezahlt werden kann, nimmt die Komplexität mit jeder Erfahrungsstufe ab. Um die hohen Preise für Lehrer bezahlen zu können, sind neben Lernpunkten auch große Mengen an Erz erforderlich. Raubzüge durch die Spielwelt sind also essenziell, um aus Diebesgut Geld zu machen. Märsche außerhalb der Lager gleichen allerdings einem Spießrutenlauf, bei dem es nahezu unmöglich ist, sich nicht zu verlaufen oder in einem Stück ans Ziel zu kommen. Ohne Verbesserungen im Kampf gehört Sterben im Minutentakt zur Spielerfahrung. Ohne Verbesserungen im Schlösserknacken wird selbiges zum abendfüllenden Event. Ohne Erz und Erfahrungspunkte ist die gesamte Spielerfahrung ein Trauerspiel. Wann und wie viel in welche Fähigkeit investiert wird, ist also stets ein Drahtseilakt. Erleichtere ich mir erst das Schlösserknacken oder erst den Weg zum Diebesgut? Eines davon bleibt in jedem Fall mühsam.
Kämpfe aus einer längst vergangenen Zeit
Die Progression ist zwar anstrengend, kann aber durch geschicktes Taktieren und stetiges Anpassen der eigenen Vorgehensweise zu einer belohnenden Erfahrung werden. Anders sieht es bei den Kämpfen aus. Der Weg durch die Kolonie ist, wie bereits angesprochen, beschwerlich und gefährlich. Jeder noch so kleine Goblin kann den Helden lange Zeit mit nur einem Treffer töten. Ein hoher Schwierigkeitsgrad in allen Ehren, aber dazu braucht es ein funktionierendes Kampfsystem, und genau das ist die größte Schwäche des Spiels. Nahkämpfe sind in „Gothic Remake“ unglaublich träge, ungenau und frustrierend. Die Angriffe und Rhythmen der Bestien sind schwer lesbar, ihre Hitboxen wirken willkürlich und eigene Aktionen fühlen sich oft zeitversetzt an. Dazu kommt ein Ausweichmanöver, dem man auch nach zig Stunden nicht vertrauen kann. Gepaart mit einer massiven Verletzlichkeit der eigenen Spielfigur, sind Konfrontationen einfach nur frustrierend und gipfeln im ersten Drittel in einem der nervigsten Bosskämpfe der jüngeren Spielgeschichte.
Erst nach vielen, vielen Stunden sorgen Aufwertungen oder ein Wechsel der Spezialisierung für erträgliche Kampfsequenzen. Warum Alkimia Interactive kein zeitgemäßes Speichersystem mit vernünftigen Checkpunkten implementiert hat, bleibt ein Rätsel. Es gibt zwar Autosaves, die speichern aber nur, wenn der Mond günstig steht und die Grashalme im Minental die ideale Länge haben. Der Rest liegt in der Hand des Spielers. Wer also nicht im Sekundentakt auf den Quicksave-Button hämmert, muss mit regelmäßigem Fortschrittsverlust rechnen. Es gibt einen Grund, warum dieses System nicht bis ins Jahr 2026 überlebt hat, und absolut keinen, es wieder zurückzuholen.
Eine Welt zum Staunen
Wer über diese Schwächen hinwegsehen oder gar etwas Positives daraus ziehen kann, darf sich allerdings auf eine einzigartig schöne Spielwelt freuen. Zwar spielt „Gothic 1 Remake“ nicht in der ersten Grafikliga, versteht es aber wie kaum ein anderes Open-World-Spiel, Atmosphäre aufzubauen. Das Minental wimmelt nur so vor Leben und bietet etliche Gründe, um ins Schwärmen zu verfallen. In den tiefen Höhlen wuseln Käfer, Spinnen und Nager. Vögel, Wildtiere und Bestien tummeln sich in den Wäldern, und das dynamische Wetter hüllt die dichte Vegetation mit ihren matschigen Wegen, Trampelpfaden und sprudelnden Gewässern in ein heiteres Spiel von Licht und Schatten.
Nachts ist es stockdunkel und ohne brennende Fackel sieht man die Hand vor Augen nicht. Geht die Sonne auf, bahnt sie sich langsam ihren Weg durch das Geäst und vertreibt dichte Nebelbänke von den Wiesen. Und bricht ein Unwetter aus, peitscht der Wind den Regen über die Felder, dass man sich am liebsten einen Unterschlupf suchen möchte. Manchmal gehen das Design der Spielwelt und die Wettereffekte sogar etwas zu nahtlos ineinander über und es wird schwierig, interaktive Objekte auszumachen. Beim Wandern durch die Wälder stechen etwa nützliche Heilkräuter kaum aus der restlichen Vegetation heraus und werden schnell übersehen. Brennende Fackeln widerstehen hingegen auch dem stärksten Regenschauer.
Das alte „Gothic“ wird heute noch für seine reaktive Welt gelobt. Diesen Ansatz versucht auch das Remake zu erfüllen, wenngleich das in Zeiten von „Kingdom Come: Deliverance II“ nicht mehr ganz so sehr beeindruckt wie vor 25 Jahren. NPCs folgen ihrem eigenen Tagesablauf, gehen zur Arbeit in die Minen, treffen sich abends am Lagerfeuer, trainieren in der Arena, lauschen Vorträgen und legen sich nachts ins Bett. Wer sich unerlaubt in einer Hütte umsieht, verstimmt Bewohner und muss mit Konsequenzen rechnen. Auch andere Aktionen haben langfristige Auswirkungen. Wer etwa während einer Nebenquest einen Novizen im Sumpflager verprügelt, wird auch Stunden später noch von jedem zweiten Sektenmitglied dafür gerügt. Diese Kommentare können auf Dauer auch etwas nervig werden, vor allem, wenn sie zu unpassenden Momenten vom gleichen NPC kommen, der eigentlich gerade mit uns über ein folgenschweres Story-Ereignis spricht.
Die Charaktermodelle sehen größtenteils gut aus, es fehlt ihnen nur häufig an Mimik und Gestik. Dennoch sind es die meisten Dialoge wert, erlebt zu werden, denn die deutsche Synchronisation ist wirklich hervorragend. Die Stimme jeder noch so kleinen Nebenfigur steckt voller Leben und Charakter, was die oft steifen Modelle etwas aufwiegt. Lediglich der emotionslose Held schwankt in seiner Form und sorgt für den ein oder anderen unfreiwillig komischen Moment. Mal hört es sich an, als hätte der Sprecher keinerlei Kontext für seine Zeilen bekommen, nur um kurz darauf einen perfekt getimten, trockenen One-Liner herauszuhauen. Besonders lobenswert ist die musikalische Audiountermalung. Alkimia Interactive hat den Original-Soundtrack von Kai Rosenkranz etwas angepasst und mit Variationen sowie komplett neuen Stücken erweitert. Diese passen sich fließend neuen Situationen an und unterstützen die Wirkung in bedrohlichen, mysteriösen oder spannenden Momenten enorm.
Fazit: Auch 2026 kein Spiel für die breite Masse
„Gothic“ ist unbestritten eines der wichtigsten und einflussreichsten Action-Rollenspiele aller Zeiten. Doch die Spielelandschaft hat sich massiv verändert, seit Piranha Bytes damals Open-World-Pionierarbeit geleistet hat. Heute konkurriert ein neu aufgelegtes „Gothic“ mit ganz anderen Kalibern, die deutlich zugänglicher sind, die Lebenszeit der Menschen mehr wertschätzen und dadurch ein breiteres Publikum erschließen. Sich dieser Realität zu verschließen, nur um ein Spielgefühl zu bewahren, das nostalgisch verklärt ist und heute nicht ganz zu Unrecht kaum noch existiert, könnte Alkimia Interactive den wohlverdienten Erfolg kosten. Etwas mehr optional zuschaltbare Hilfe hätte niemandem wehgetan, gerade weil nicht alle Spielmechaniken rund und verlässlich sind. Dennoch wird diese Neuauflage ihre Fürsprecher finden. Spieler mit hoher Frustrationstoleranz und Bezug zum Original werden in „Gothic 1 Remake“ eine einzigartige Spielerfahrung erleben, die den Geist der Vorlage bewahrt und die mittlerweile deutlich in die Jahre gekommene Grafik einer gelungenen Frischzellenkur unterzogen hat. Solch zeitlose Wellen wie das Original wird es jedoch nicht schlagen können.
„Gothic 1 Remake“ erscheint am 5. Juni 2026 für Microsoft Windows (via Steam, GOG oder THQ Nordic), Playstation 5 und Xbox Series X/S zum Preis von 50 Euro für PC und 60 Euro auf Konsolen. Der Konsolenfassung liegt „Gothic Classic“ bei, PC-Spieler erhalten lediglich den digitalen Soundtrack. Das Spiel ist auch als physische Version erhältlich. Wir haben für den Test die PC-Fassung ohne technische Probleme gespielt. Die USK-Freigabe liegt bei 16 Jahren.
(joe)
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