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5 neue Startups: Pactsheet AI, Dr. Max Health, Qlyros, Agent F, Percol


#Brandneu

Neue Gründerinnen und Gründer machen sich auf den Weg! Wir präsentieren heute folgende Auswahl frischer Startups, die man kennen sollte: Pactsheet AI, Dr. Max Health, Qlyros, Agent F und Percol.

5 neue Startups: Pactsheet AI, Dr. Max Health, Qlyros, Agent F, Percol

Heute präsentiert deutsche-startups.de wieder frische Startups, die in letzter Zeit an den Start gegangen sind oder gerade erst ihren Stealth-Mode verlassen haben. Weitere neue Unternehmen findet ihr in unserem Newsletter  Startup-Radar.

Pactsheet AI
Bei Pactsheet AI aus Potsdam geht es um Verträge und Dokumente. Zum Konzept teilt die Jungfirma rund um Gründer Robert Aubell mit: „Pactsheet AI analysiert und kategorisiert Dokumente. Es fasst Verträge und Dokumente regelbasiert zusammen und erstellt Aufgaben.“

Dr. Max Health
Die Hamburger Firma Dr. Max Health, von Maksym Kitsera und Kateryna Velychko ins Leben gerufen, entwickelt eine Plattform, die Ärztinnen und Ärzten dabei helfen soll, „die Entstehung chronischer Erkrankungen zu verhindern“. Dazu nutzt das Team Blutlabor-Daten und „verwandelt diese in klare, interaktive Visualisierungen, Trends und evidenzbasierte Präventionsempfehlungen“.

Qlyros 
Hinter Qlyros aus Berlin verbirgt sich eine „Revenue-Growth-Intelligence-Plattform für GRC- und AI-Assurance-Anbieter“. Zur Idee teilt die von Magdolin Harmina angeschobene Jungfirma mit: „Qlyros turns compliance readiness signals into revenue intelligence for AI governance, ESG, and supply-chain due-diligence vendors and law firms.“

Agent F
Das junge Startup Agent F aus Berlin und Tallin, von Felix Schläger (zuletzt bei EY-Parthenon tätig), gegründet, positioniert sich als „AI-first ERP for European startups and SMEs“. Auf der Website teilt das Team mit: „The first ERP that adapts to your business and compounds with it.“ 

Percol
Percol aus Haltern am See, von Fabio Zadrozny und Nils Hellenkamp an den Start gebracht, möchte sich als „sichere Enterprise KI-Plattform“ durchsetzen. Das Team verspricht dabei: „Leistungsstarke KI-Modelle mit DE-Datensouveränität, RAG-basiertem Wissensmanagement und Enterprise-Governance.“

Tipp: In unserem Newsletter Startup-Radar berichten wir einmal in der Woche über neue Startups. Alle Startups stellen wir in unserem kostenpflichtigen Newsletter kurz und knapp vor und bringen sie so auf den Radar der Startup-Szene. Jetzt unseren Newsletter Startup-Radar sofort abonnieren!

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3



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Sicheren Job für Instagram gekündigt – 26-Jährige ist jetzt „Fahrradmaus“


Sicheren Job für Instagram gekündigt – 26-Jährige ist jetzt „Fahrradmaus“

Marcel Heinrich entdeckte den Instagram-Account von Paula Enzweiler als sie 15.000 Follower hatte.
Leon Meyer/Fyndafit

„Hi, ich bin Paula und ich laufe im April meinen ersten Halbmarathon und ab heute beginnt mein Training“: Mit diesen Worten lädt Paula Enzweiler im Januar 2024 ein Reel auf Instagram hoch. Darin bindet sie ihre blonden Haare zum Zopf, zieht dicke Handschuhe an und läuft los. Ihr erstes Ziel: fünf Kilometer. Mit dabei: ihr Smartphone. Enzweiler filmt sich während des Runs, kommentiert ihren Lauf, zählt die Kilometer.

Rückblickend ist dieses Video nicht nur der Startschuss für ihr Halbmarathon-Training, sondern auch für einen neuen Karrierepfad: als Creatorin. Heute ist Enzweiler 26 Jahre alt und hat mehr als 570.000 Follower auf Instagram. Auf Tiktok folgen ihr mehr als 118.000 Menschen (Stand: März 2026). „Hi, ich bin Paula“ ist zu ihrem Signature-Satz geworden. Darüber hinaus ist sie Gründerin der Marke Fahrradmaus – und sie arbeitet an einer Sport-App namens Enduco.

Einer von den ersten 15.000 Followern

Mit dem Laufen angefangen hat Enzweiler, weil ihr Fitnessstudio 2024 wegen Umbauarbeiten geschlossen hatte, sagt sie. Außerdem habe sie mal Leichtathletik gemacht, 400-Meter-Hürden-Lauf, aber das sei schon lange her. Videos von ihrem Training hochgeladen habe sie, um Freunde und Familie über ihren Fortschritt auf dem Laufenden zu halten – wortwörtlich. Zu dem Zeitpunkt hatte Enzweiler aber auch schon knapp 4.000 Follower, wie sie sagt. Nicht wenig für einen privaten Account, auf dem sie eigentlich nur Urlaubsfotos und erste Sportvideos teilte.

Mein Business ist, Leute zum Sport zu motivieren.

Für ihren ersten Halbmarathon trainierte Enzweiler dann mit einem 12-Wochen-Programm aus dem Internet. Fast jeden Tag machte sie davon ein Reel. Aus den 4.000 Followern seien in nur wenigen Wochen 15.000 geworden. Unter diesen 15.000 Followern war auch Marcel Heinrich. Er ist Gründer der Creator- und Athlete-Agentur Fyndafit und heute der Manager von Enzweiler. „Ich hab Paula auf Instagram gesehen, fand die Videos catchy und hatte sofort das Gefühl, dass da viel Potenzial ist“, sagt er.

Vor dem Halbmarathon 2024 trafen sich Paula Enzweile und Marcel Heinrich mit Kai Pflaume.

Vor dem Halbmarathon 2024 trafen sich Paula Enzweile und Marcel Heinrich mit Kai Pflaume.
Leon Meyer/Fyndafit

Was Heinrich damit meint: Enzweiler nimmt ihre Videos als One-Take auf. Sie spricht aus, was ihr in dem Moment durch den Kopf geht. Die Videos wirken nicht gestellt, sondern nahbar. Enzweiler beschönigt ihr Training nicht. Anstrengung? Zeigt sie. Spaß? Ebenso. Verschiedene Szenen verbindet Enzweiler mit schnellen Schnitten. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, ans Ziel zu kommen. Egal wie. Einfach anfangen. Einfach machen. Einfach loslaufen.

Von Vodafone zur Vollzeit-Creatorin

Diese Authentizität war es, die Heinrich damals dazu brachte, Enzweiler eine Nachricht zu schreiben. Da arbeitete sie noch Vollzeit als Projektmanagerin bei Vodafone. „Als ich die Nachricht von Marcel gelesen habe, wusste ich nicht, was ein Manager von mir will”, sagt Enzweiler. „Das fand ich irgendwie merkwürdig, aber die Nachricht war sehr motivierend und nett und dann habe ich mir angehört, was er zu sagen hat.“

Wie die Nachricht geschrieben war? „Persönlich“, sagt Heinrich. Von Ur-Berliner zur Ur-Berlinerin. Kein Standard-Text à la „Du passt so gut ins Team“, erzählt er.

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Was Heinrich zu sagen hatte? „Marcel hat im ersten Call mehr an mich geglaubt als ich selbst“, sagt Enzweiler. „Er meinte, ich könne in ein paar Monaten kündigen und davon leben. Sollte das nicht der Fall sein, dann könnte ich bei Fyndafit arbeiten und erhalte exakt das gleiche Gehalt, um mich Vollzeit auf das Creator-Dasein zu konzentrieren und durchstarten zu können.“ Jobangebot statt Versprechungen zu Followerzahlen. Das sei für Enzweiler ausschlaggebend gewesen.

„Ich habe im ersten Call auch nicht direkt versucht, den Deal zu closen“, sagt Heinrich. „Das finde ich in dem Business auch unangebracht.“

Wer jeden Monat 20 verschiedene Rabatt-Codes hat, ist nach anderthalb Jahren in der Branche verbrannt.

Der Plan ging auf: Enzweiler arbeitete noch eine Woche in Teilzeit – und kündigte dann ihren Job bei Vodafone, um Vollzeit als Creatorin zu arbeiten. Und das, obwohl sie eigentlich immer dachte, sie würde mal in einem Unternehmen Karriere machen. „Ich wollte eigentlich immer eine Corporate-Maus sein”, sagt Enzweiler.

Stattdessen: Videos, in denen sich Enzweiler immer wieder neuen Herausforderungen stellt – 400 Meter eine Skischanze hoch, 24 Kilometer durchs Wattenmeer, Training mit Olympioniken und dazwischen Radrennen, Marathon-Läufe, Teilnahmen am Triathlon und ein bisschen Privates, etwa Videos über ihre Verlobung oder wie sie die Wohnung von einem ihrer Brüder einrichtete. Auf neue Ideen zu kommen, sei für Enzweiler kein Problem. „Mir wird schnell langweilig“, sagt sie. „Deswegen fällt es mir superleicht, immer neue Challenges zu finden und es einfach zu machen.“

Von einer Strategie hinter Enzweilers Social-Erfolg will Heinrich nicht sprechen. Aber natürlich setzt er auf eine bestimmte Herangehensweise. Zum Beispiel auf Live-Events in Form von Community-Runs. Beim ersten Run seien 50 Leute gekommen, mittlerweile seien es 500 bis 1000 Menschen, die kommen. Straßen müssten dafür gesperrt, die Organisation müsse gemeinsam mit dem Ordnungsamt durchgeführt werden, sagt Heinrich.

Ein weiteres Prinzip, das Heinrich und Enzweiler in ihrem Creator-Business verfolgen: wenige, ausgewählte Werbepartner – die aber langfristig. Und auch hier gelte: Enzweiler macht ihr Ding. Sie liest keine Werbeskripte vor und die Videos sind ein One-Take, sagt Heinrich. „Wer jeden Monat 20 verschiedene Rabatt-Codes hat, ist nach anderthalb Jahren in der Branche verbrannt.“ Die Langfristigkeit habe neben dem Faktor Image, noch einen weiteren Vorteil: finanzielle Planungssicherheit für Enzweiler.

Doch nicht nur ihr Content ist abwechslungsreich, sondern auch die anderen Standbeine, die sich Enzweiler mit aufbaut. „Mein Business ist, Leute zum Sport zu motivieren“, sagt sie. Dafür hat sie sich neben dem Dasein als Creatorin zwei weitere Säulen aufgebaut:

„Fahrradmaus“ statt „Corporate-Maus“

Die erste ist die Modemarke „Fahrradmaus“. Während des Trainings für den Halbmarathon hat Enzweiler angefangen, durch Radsport ihre Ausdauer zu trainieren und dabei die Gelenke zu schonen, wie sie sagt. „Deswegen habe ich in einem Video mal gesagt: ‚Hi, ich bin Paula und möchte eine Fahrradmaus werden‘. Ich habe über das Wort gar nicht nachgedacht.“

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Das Wort wurde aber zum Trend, sagt Enzweiler. „Es gab Menschen, die damit Merch rausgebracht haben.“ Enzweiler und Heinrich ließen deswegen das Wort „Fahrradmaus“ als Marke schützen, um daraus selbst eine Modemarke zu machen. Im Onlineshop findet man Fahrradsocken, T-Shirts und Trinkflaschen. Hierfür arbeitet sie mit einem Supplier zusammen. Mit der Marke will Enzweiler vor allem auch zeigen, dass der Radrennsport für alle ist, sagt sie. Die Rennrad-Bubble sei sehr judgy – vor allem Anfängern gegenüber.

Eine App von Null an zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, würde zu lange dauern.

Langfristig würde Paula aus der Marke „Fahrradmaus“ gerne ein Familienunternehmen machen, das von ihrem Verlobten Dorian geleitet wird. Ihren Vater könne sich Enzweiler im Backoffice vorstellen, sagt sie. Dafür brauche die Marke aber auch mehr Produkte. „Wenn wir produzieren, sind wir sofort out of stock“, sagt Enzweiler. „Wir können noch nicht einschätzen, wie viele Leute die Produkte wirklich wollen. Ich will, dass wir in Zukunft mindestens acht Produkte im Shop haben, die immer verfügbar sind.” Lager und Logistik sollen mal so aufgestellt sein, dass die Ware in drei bis vier Tagen bei den Kunden ankommt. Laut Enzweiler sei „Fahrradmaus“ aber schon jetzt profitabel.

Trainingspläne mit Enduco

Mit dem Merch von „Fahrradmaus“ will Enzweiler, dass die Community sich untereinander erkennt. Denn die steht im Fokus. So hat sich auch die andere Säule von Enzweiler ergeben: die Sport-App Enduco. „Ich wurde immer wieder nach Trainingsplänen gefragt“, sagt Enzweiler. „Aber eine App von Null an zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, würde zu lange dauern.“

Also suchte Heinrich nach Sport-Apps, die technologisch gut sind, aber noch nicht ihren Product-Market-Fit hatten, sagt er. So ist er auf das Startup Enduco gestoßen, mit dem sie jetzt zusammenarbeiten. „Die Basis stand. Wir haben die App dann nach unseren Vorstellungen weiterentwickelt“, sagt Enzweiler. Im Juli 2025 gab es einen Relaunch der App mit Enzweiler als Kooperationspartnerin und einer weiteren Sport-Creatorin, Maren Schiller, die ebenfalls bei Fyndafit unter Vertrag ist. Mittels KI werden die Trainingspläne in der App von Enduco individuell angepasst.

Und auch für Enduco hat Enzweiler Ziele: „Wenn ich es schaffe, dass bis Juni insgesamt 10.000 Leute sich dazu entschieden haben, einen Halbmarathon zu laufen und dafür mit Enduco zu trainieren, das wäre geil.“

Zwei Awards in einem Jahr

Auch wenn das Motto von Enzweiler „einfach machen“ ist, sei ein entscheidender Faktor für Erfolg „dranbleiben“, sagt sie – und sich eine Nische suchen. 2025 bekam Enzweiler gleich zwei Awards für ihre Arbeit als Content-Creatorin. Im September setzte sie Forbes auf die Liste der Top-Creator als„Rising Star“ und im November 2025 gewann sie den Tiktok-Award in der Kategorie „Sports Creator of the Year“.

Das alles durch ein Lauf-Video, das anfing mit den Worten „Hi, ich bin Paula“. Mittlerweile steht in der Bio von Enzweiler auf Instagram übrigens: „Ich bin Paula und ich BIN eine Triathletin, CEO of Fahrradmaus.“

Paula Enzweiler und Marcel Heinrich bei den Tiktok-Awards 2025, mit dem Preis in der Kategorie „Sports Creator of the Year“.“

Paula Enzweiler und Marcel Heinrich bei den Tiktok-Awards 2025, mit dem Preis in der Kategorie „Sports Creator of the Year“.“
Leon Meyer/Fyndafit

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Deutschlands Unicorns suchen weniger Mitarbeiter – außer in diesem Bereich


Deutschlands Unicorns suchen weniger Mitarbeiter – außer in diesem Bereich

Einmal im Monat fasst Gründerszene den Jobmarkt der deutschen Einhörner zusammen.
Generative Illustration: Dominik Schmitt/Gründerszene

Die deutschen Unicorns wachsen – und suchen Personal. Wer stellt ein, welche Spezialisierungen sind besonders gefragt? Gemeinsam mit den Arbeitsmarktexperten von Indeed zeigt Gründerszene euch einmal im Monat, wo eure Chancen auf einen Job bei den Einhörnern besonders gut stehen und wo nicht. Im Mai unter der Lupe: Unsicherheiten im Arbeitsmarkt, Effizienzmaßnahmen und kurzfristigen Anpassungen – und wo es trotzdem Lichtblicke gibt.





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Kein Gehalt, viel Druck – trotzdem sagte sie Nein zu 100.000 Euro


Nadina Ruedl lebte ein Jahr lang von ihren Ersparnissen. Unabhängigkeit war der vegan lebenden Gründerin wichtiger als der Kontostand.

Kein Gehalt, viel Druck – trotzdem sagte sie Nein zu 100.000 Euro

Wasser und Brot: Die Gründerin von Die Pflanzerei lebte von ihren Ersparnissen.
Nadina Ruedl

„Das Thema ist ehrlich gesagt nicht leicht“, sagt Nadina Ruedl. Und meint damit das Einkommen in der Frühphase ihrer Gründung. Damals zahlte sich die Österreicherin kein Gehalt aus. Sie lebte von nur 1000 bis 1500 Euro im Monat. Und die kamen von ihrem Sparkonto.

Warum ihr das Reden über Geld schwerfiel? „Weil man dabei schon ziemlich gezwungen wird, ehrlich auf sich selbst zu schauen und auch auf die Seiten, über die man normalerweise nicht so offen redet“, erzählt sie Gründerszene.

Unternehmenswert und Selbstwert

Gerade für eine Geschäfstführerin fühle sich vermeintliches „Versagen“ extrem persönlich an. „Vor allem, wenn man, so wie ich, bootstrappt, komplett all in geht, den veganen Lebensstil selbst lebt und wirklich davon überzeugt ist, damit einen Unterschied machen zu können.“ Je näher das eigene Pitchdeck an persönlichen Überzeugungen ist, desto stärker können Rückschläge den Selbstwert angreifen.

Ruedl verkauft mit „Die Pflanzerei“ vegane Würstel und Ripperl. Über den eigenen Shop, aber auch das Onlineportal der österreichischen Supermarktkette Billa. Auf den Tisch kommen die Kreationen zum Beispiel im 1664 gegründeten Zillertaler Hotel „Neue Post“.

Das liest sich gut. Aber Ruedl warnt vor dem einseitigen Erfolgs-Narrativ. Von außen sehe das Startupleben oft nach Wachstum, Fundingrunden und „läuft eh super“ aus. „Was man weniger sieht, sind die schlaflosen Nächte und dieses ständige Gefühl, funktionieren zu müssen, egal wie es einem gerade wirklich geht.“

100.000-Euro-Karotte vor der Nase

Ohne die Sicherheit eines festen Jobs muss man schon an die Mission glauben. Und mal Nein sagen können, auch wenn es wehtut. „Ich hatte zu Beginn auch ein Investorenangebot über 100.000 Euro am Tisch, da war das Startup gerade einmal 20 Tage alt“, sagt Ruedl. Sie entschied sich dagegen. Und für die Unabhängigkeit. Zwar hätte das Geld ihr Konto entlastet. Aber „Die Pflanzerei“ wäre nicht mehr allein ihr Unternehmen gewesen.

„Rundherum halten dich viele einfach für komplett verrückt, teilweise sogar Familie oder Freundinnen von früher am Land“, erinnert sich die Gründerin. Das mache das Thema Gehalt extrem sichtbar. „Weil man dann nicht nur mit finanzieller Unsicherheit kämpft, sondern oft auch mit diesem dauernden Gefühl, sich erklären zu müssen. Warum man so lebt, warum man so arbeitet und warum man an etwas glaubt, das keinen finanziellen Output bringt.“





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