Apps & Mobile Entwicklung
Huawei FreeClip 2 Open-Ear-Kopfhörer im Test
Kleiner und leichter als der Vorgänger präsentieren sich die FreeClip 2 im Test ebenso überzeugend wie der Vorgänger. Mit optionalen Ohrringen macht Huawei die Kopfhörer auf Wunsch auch zum modischen Accessoire. Die FreeClip 2 sind eine gelungene Weiterentwicklung des Überraschungserfolgs.
Mit den FreeClip (Test) ist Huawei Ende 2023 ein echter Überraschungserfolg gelungen. Die Open-Ear-Kopfhörer werden einfach um das Ohr gelegt (geclippt), halten durch ihren Bügel aber trotzdem zuverlässig, ohne zu stören. Mit den FreeClip 2 bringt Huawei nun den Nachfolger, die Erwartungen sind also hoch. Auch mit dem neuen Modell übernimmt Huawei das vom Vorgänger bekannte C-Bridge-Design, also eine gebogene Verbindung zwischen dem Element vor und dem Element hinter dem Ohr, möchte aber die Passform nochmals verbessert haben. Zudem ist das neue Modell leichter als der Vorgänger und soll in jeder Situation noch sicherer am Ohr halten. Gleichzeitig sollen die FreeClip 2 mehr Modeaccessoire sein als der Vorgänger, denn für das neue Modell wird auch Schmuck angeboten, der sich einfach am Bügel befestigen lässt.
Die Huawei FreeClip 2 sind in den Farben Blau, Weiß und Schwarz ab heute im Huawei Online Store und im Flagshipstore in Berlin sowie im Handel zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 199 Euro erhältlich. Beim Kauf der FreeClip 2 im Online Store oder im Flagshipstore von Huawei erhalten Käufer zum Start bis zum 01.03.2026 einen Rabatt von 20 Euro.
Vergleich FreeClip 2 und FreeClip
Wie erwähnt hat Huawei das Design der FreeClip 2 im Vergleich zum Vorgänger leicht angepasst. Sichtbar ist dies vor allem an dem bohnenförmigen Element hinter dem Ohr, das deutlich schmaler ausfällt als bei der ersten Generation. Auch der überzogene Bügel, die C-Bridge, fühlt sich nun weniger nach Gummi an – und somit angenehmer.
Am generellen und bewährten Aufbau, also einem C mit der Akustikkugel vorne und einem bohnenförmigen Element an der Rückseite, die über eine Brücke aus Formgedächtnislegierung verbunden sind, hat sich nichts geändert.
Das Verbindungsstück ist flexibel und hält die Ohrhörer erneut ohne Druck sicher und äußerst bequem am Ohr. Wer denkt, dass die FreeClip 2 beim Sport sofort herausfallen, der irrt. Denn auch die neue Generation hält fest am Ohr. Auch das neue Modell ist deshalb für viele sportliche Tätigkeiten wie etwa Joggen geradezu prädestiniert, da man die Umgebung trotz Musikwiedergabe weiterhin wahrnehmen kann.
Wie auch der Vorgänger lässt sich das neue Modell stundenlang tragen, ohne dass es unangenehm drückt. Das leichte Tragegefühl in Verbindung mit dem sicheren Sitz ist wieder eine absolute Stärke der Kopfhörer und überrascht all jene, die den Vorgänger nicht kennen, da man es bei dieser Art der Befestigung so gar nicht erwarten würde. Fällt doch mal ein Ohrhörer aus dem Ohr, wird der Nutzer benachrichtigt und der Ohrhörer gibt einen Ton wieder, um ihn schnell wiederzufinden.
Wie bei der ersten Generation können der rechte und linke Ohrhörer beliebig vertauscht werden, da automatisch erkannt wird, welcher an welchem Ohr sitzt. Um die so automatisch vorgenommene Zuordnung von Rechts und Links wieder aufzuheben, müssen die FreeClip 2 ein Mal ins Ladecase gelegt und letzteres geschlossen werden. Bei der nächsten Entnahme wird die Ausrichtung neu ermittelt und festgelegt. Auf Wunsch kann diese Funktion aber in der App auch deaktiviert werden, sodass rechter und linker Ohrhörer immer fest zugeordnet sind.
Kleiner und leichter
Das Gewicht der Ohrhörer hat Huawei von 5,6 auf 5,1 Gramm reduzieren können, das Gewicht des Ladecases von 45,5 auf 37,8 Gramm. Vor allem ist das Ladecase aber auch deutlich kleiner geworden, ohne dabei Funktionen eingebüßt zu haben. Mit 25,00 × 49,60 × 50,00 mm zu ehemals 27,35 × 59,70 × 51,95 mm sind nicht nur die Abmessungen reduziert worden, sondern auch die Form wurde verändert. Sie gleicht nun eher einem Quadrat mit abgerundeten Ecken und Kanten. Anstatt beide Ohrhörer nebeneinander in das Ladecase einzusetzen, werden diese nun hochkant leicht überlappend im Ladecase verstaut, was den Platzbedarf reduziert.
Neue Treiber für mehr Lautstärke
Die FreeClip 2 setzen auf einen neuen Doppelmembran-Treiber mit 10,8 mm Durchmesser in der Kugel. Dies sorgt laut Huawei für eine Erhöhung der Lautstärke um 100 Prozent und eine verstärkte Basswiedergabe, die bei Open-Ear-Kopfhörern bauartbedingt ein Problem ist, da der Bass vor dem Ohr und nicht im Ohr wiedergegeben wird. Durch diese Veränderungen sollen die FreeClip 2 besser klingen als der Vorgänger.
Die FreeClip 2 nutzen zudem einen zusätzlichen NPU-KI-Prozessor, der die zehnfache Rechenleistung bietet. Durch ihn werden Funktionen wie eine adaptive Lautstärkeanpassung und adaptive Sprachverbesserung möglich. Eine adaptive Lautstärkeanpassung sorgt dafür, dass die Lautstärke der Musikwiedergabe den Umgebungsgeräuschen angepasst wird. In lauten Umgebungen wird sie also automatisch erhöht, wird es dann wieder leiser, wird automatisch auch die Lautstärke wieder reduziert. Auch die Geräuschunterdrückung der FreeClip 2 bei Telefonaten soll verbessert worden sein. Zur Geräuschunterdrückung bei Anrufen wird ein System aus drei Mikrofonen und mehrkanaliger Deep-Neural-Network-Algorithmen angewandt. Der NPU-KI-Prozessor ist zudem für das Herausfiltern der Hintergrundgeräusche und das Verstärken der Stimme des Anrufers zuständig.
Gleichzeitig soll auch die Schallabstrahlung beim Telefonieren nach außen reduziert worden sein, sodass die Umgebung weniger von dem Gespräch über die Kopfhörer wahrnimmt. Hierfür nutzt Huawei umgekehrte Schallwellen.
Mit IP57 besser gegen Wasser geschützt
Mit IP57 statt IP54 sind die neuen FreeClip 2 zudem besser gegen Wasser geschützt und können nun formal sogar zeitweilig untergetaucht werden (30 Minuten in bis zu 1 Meter Tiefe). Falls nötig, lassen sich die Ohrhörer somit problemlos reinigen.
Etwas längere Akkulaufzeit
Trotz der kleineren Bauweise gibt Huawei mit 9 beziehungsweise 38 Stunden (mit Ladecase) eine etwas längere Akkulaufzeit als bei den FreeClip an, die offiziell 8 beziehungsweise 36 Stunden (mit Ladecase) durchhalten. Hierfür wurde die Kapazität der Akkus leicht erhöht, die nun bei 60 mAh in den Ohrhörern und 537 mAh im Ladecase liegt. Beim Vorgänger waren es 55 und 510 mAh. Das Ladecase kann wie beim Vorgänger entweder über USB-C oder drahtlos per Wireless Charging geladen werden. 10 Minuten Laden reicht für rund 3 Stunden Musikwiedergabe.
ComputerBase hat die Akkulaufzeit wie üblich bei mittlerer Lautstärke unter Verwendung von AAC und einem bunten Musikmix selbst getestet. Die Huawei FreeClip halten so 9:22 Stunden durch, also etwas länger als von Huawei beworben.
Bluetooth 5.3 mit L2HC, AAC und SBC
Die FreeClip setzen auf Bluetooth 5.3, als Audiocodecs werden neben SBC auch AAC und L2HC unterstützt, wobei L2HC bei Nutzung mit einem Huawei-Gerät eingesetzt wird.
Auch Bluetooth-Multipoint zur gleichzeitigen Verbindung mit zwei Endgeräten und dem nahtlosen Wechsel wird unterstützt. Auf diese Weise kann beispielsweise mit den Ohrhörern ein Telefonat am Smartphone beantwortet werden, während gerade eine Serie auf dem Tablet geguckt wird.
Die FreeClip 2 als Modeaccessoire mit Schmuck
Nachdem Huawei in China schon bei der ersten Generation speziellen Schmuck für die FreeClip angeboten hatte, den man an die C-Bridge der Ohrhörer klippen kann, kommt diese Möglichkeit mit den FreeClip 2 offiziell auch nach Deutschland.
Huawei kooperiert hierfür mit der französischen Marke Les Néréides und wird ab heute ein Set anbieten, bei dem man beim Kauf der FreeClip 2 ein Paar Les Néréides-Ohrringe, die an den Kopfhörern befestigt werden können, kostenlos dazu erhält. Es sollen viele verschiedene Ohrringe von dezent bis auffällig, klein, groß, kurz und lang angeboten werden.
Weitere Details zu den einzelnen Modellen liegen ComputerBase vorab noch nicht vor, doch Huawei hat für den Test Vorabanfertigungen von einem Paar mitgeliefert, damit ComputerBase sich selbst einen Eindruck verschaffen kann. Die Ohrringe werden einfach über einen passgenauen Verschluss an der C-Bridge befestigt, Position, Ausrichtung und theoretisch die Anzahl der Ohrringe je FreeClip 2 können Träger selbst wählen.
Eine durchaus einzigartige und für viele jüngere Damen wahrscheinlich interessante Option, die FreeClip 2 zu individualisieren. Als zusätzliche Option, die man nutzen kann, in jedem Fall ein willkommenes Angebot und ein Versuch von Huawei, die Kopfhörer aus der Tech-Ecke mehr in den Bereich der Modeaccessoires zu bringen.
Erweiterte Bedienung mit Wischen
Auch die Steuerung hat Huawei mit dem Nachfolger leicht überarbeitet. Sie erfolgt grundsätzlich wie beim Vorgänger über Tippgesten, wobei es keine Rolle spielt, ob man die vordere Kugel, die hintere Bohne oder das Verbindungsstück antippt. Die Erschütterung löst die Funktion aus, was im Alltag gut funktioniert.
Neue Wischgeste für die Lautstärke
Neu ist, dass man nun die Lautstärke über eine Wischgeste auf dem bohnenförmigen Element hinter dem Ohr anpassen kann. Streicht man nach oben, erhöht dies die Lautstärke, wischt man nach unten, reduziert sie sich. Im Alltag erweist es sich am einfachsten, wenn man das Element mit Daumen und Mittelfinger festhält und mit dem Zeigefinger wischt. Die Steuerung über die Wischgeste erfolgt dann schnell und zuverlässig.
Ein doppeltes Tippen startet oder pausiert die Wiedergabe oder nimmt einen Anruf an beziehungsweise beendet ihn. Ein dreifaches Tippen springt einen Track vor. Die Steuerung kann in der AI-Life-App angepasst werden und lässt sich für beide Ohrhörer auch unterschiedlich belegen. So lässt sich auf zweifaches Tippen beispielsweise auch das Aktivieren des Sprachassistenten legen. Auch die Steuerung von Anrufen über Kopfbewegungen wird unterstützt.
Wählt man für rechts und links unterschiedliche Funktionen, wird dies auch automatisch umgeschaltet, wenn man die Ohrhörer im anderen Ohr trägt als bei der Einrichtung. Gleich welchen Ohrhörer man rechts einsetzt, ihm werden dann immer die für rechts festgelegten Funktionen zugewiesen und die Steuerung wird automatisch passend umgestellt.
Trageerkennung nun mit Infrarot
Auch eine Trageerkennung bieten die FreeClip 2 wieder, die in der App auf Wunsch deaktiviert werden kann. Sie sorgt dafür, dass die Wiedergabe pausiert wird, wenn ein Ohrhörer abgelegt wird. Sie setzt automatisch wieder ein, wenn der Ohrhörer wieder angelegt wird. Huawei verwendet für die Trageerkennung anders als beim Vorgänger nun kleine Infrarotsensoren an der hinteren bohnenförmigen Einheit. Das führt dazu, dass die Erkennung schneller funktioniert als beim Vorgänger.
Die Huawei FreeClip 2 können problemlos auch einzeln genutzt werden.
Konfiguration und Updates über AI-Life-App
Abseits der Option zur Anpassung der Steuerung, die Huawei erfreulicherweise mit dem neuen Modell erweitert hat, kann über die AI-Life-App von Huawei der Klang via Equalizer angepasst werden, wobei man hier einerseits aus den vier EQ-Effekten „Standard“, „Erhöhen“, „Höhenverstärkung“ und „Stimmen“ wählen kann, andererseits aber auch eigene Profile anhand eines 10-Band-Equalizers erstellen kann. Das war beim Vorgänger zum Start noch nicht möglich.
In den Einstellungen kann wie bereits erwähnt die Trageerkennung deaktiviert, die automatische Erkennung der Trageseite der Ohrhörer konfiguriert, die Kopfsteuerung aktiviert und ein Modus für eine niedrigere Audiolatenz aktiviert werden.
Die Funktion der adaptiven Lautstärkeregelung ist noch als experimentelle Funktion in den Einstellungen markiert, kann aber bereits problemlos genutzt werden.
Über die Option „Gerät finden“ kann man wahlweise auf dem linken oder rechten Ohrhörer einen Ton wiedergeben, um ihn zu orten, sofern er noch in der Nähe und verbunden ist.
Auch Firmware-Updates können über die App aufgespielt werden. Im Test kommt HarmonyOS 5.1.0.158 zum Einsatz.
Keine Einschränkungen ohne Huawei-Smartphone
Huawei verzichtet auch beim neuen Modell darauf, wichtige Funktionen an den Besitz eines Huawei-Smartphones zu koppeln. Einzig für das einfachere Koppeln im Stil von Google Fast Pair oder Microsoft Swift Pair ist jedoch ein Huawei-Smartphone mit EMUI notwendig, damit beim Öffnen des Ladecases die Kopfhörer zum Verbinden auf dem Smartphone eingeblendet werden.
Klang der Huawei FreeClip 2
Am grundsätzlichen Problem, dass Open-Ear-Kopfhörer den Klang nicht genauso kraftvoll wiedergeben können wie In-Ear-Kopfhörer, können auch die FreeClip 2 nichts ändern. Vor allem der Bass ist weniger druckvoll und differenziert. Das ändert aber nichts daran, dass es erneut überrascht, wie druckvoll Titel wie Bad Guy von Billie Eilish dann doch wiedergegeben werden können.
Im Vergleich zu den ersten FreeClip von Huawei fällt auf, dass die FreeClip 2 die Frequenzen besser trennen und so einzelne Instrumente feiner herauszuhören sind als bei den FreeClip. Auch beim Tiefbass gibt es – entgegen der Darstellung des Frequenzverlaufs im nächsten Abschnitt – durchaus Verbesserungen, denn der Tiefbass in St Jude von Florence + The Machine geht bei leiser Lautstärke später verloren als bei den FreeClip und ist vorher auch deutlicher wahrzunehmen.
Abseits dieser Unterschiede ist der Klang der FreeClip 2 mit dem der FreeClip zu vergleichen, was durchaus positiv ist, denn schon die erste Generation wusste mit ihrem Klang unter Berücksichtigung des offenen Aufbaus zu überraschen.
Die FreeClip 2 erfüllen somit bei Weitem nicht die höchsten audiophilen Ansprüche, aber wenn man unterwegs, beim Sport, auf dem Fahrrad oder irgendwo anders, wo man die Umgebung weiterhin wahrnehmen können möchte, auf Musik nicht verzichten möchte, sind die FreeClip 2 auch klanglich für genau diesen Zweck überzeugend und eine der, wenn nicht die, angenehmste Wahl. Wer sich hingegen abends ins stille Kämmerlein setzt, nur um Musik zu hören, sollte andere Lösungen vorziehen.
Analyse des Frequenzverlaufs
Auch bei den kabellosen In-Ear-Kopfhörern führt ComputerBase Messungen zum Frequenzverlauf durch. Hierfür wird auf das miniDSP Headphone & Earphone Audio Response System (H.E.A.R.S.) in Verbindung mit der Software REW zurückgegriffen. Hierbei handelt es sich nicht um eine IEEE-standardisierte Messstation. Sie liefert jedoch gute Vergleichswerte, die insbesondere eine Vergleichbarkeit der betrachteten Kopfhörer untereinander ermöglicht. Die Mikrofone im rechten und linken Ohr des miniDSP H.E.A.R.S. sind kalibriert. Da das miniDSP H.E.A.R.S. kein Innenohr modelliert, sondern über einen geraden Gehörgang verfügt, sind die Messungen allein kein ausreichendes Kriterium, um den Klang abschließend zu beurteilen, sondern können nur als Ergänzungen zu den Schilderungen gesehen werden. Auch Klarheit und Dynamik lassen sich nicht bewerten.
Der Schalldruck ist bei allen Kopfhörern bei 300 Hz auf circa 84 dB kalibriert – nicht alle In-Ears lassen sich hier auf genau 84 dB einstellen, sodass eine Abweichung von 1 dB nach oben und unten in Kauf genommen werden muss. Alle Messungen werden nach Herstellervorgaben von 20 Hz bis 20 kHz mehrfach und mit unterschiedlichen Ohrhörerpositionen durchgeführt, um diese Einflüsse zu berücksichtigen und einen schlechten Sitz zu erkennen. Bei In-Ears zeigt sich dieser schnell in starken Ausreißern, einem unsauberen Frequenzverlauf oder völlig fehlendem Bass bei schlechter Abdichtung. Die Ergebnisse sind aus fünf Messungen je Seite bei bestem festgestellten Sitz gemittelt und geglättet. Eine gerade Linie bei 84 dB entspräche messtechnisch einer neutralen Präsentation der Frequenzen, die in der Realität aber nie erreicht wird.
Die Frequenzanalyse der Huawei FreeClip 2 zeigt ein dem subjektiven Empfinden entgegenstehendes Bild, denn die FreeClip 2 weisen hier weniger Tiefbass auf als die FreeClip. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass der Testaufbau im Grunde nicht für diese Art von Kopfhörern gedacht ist und die Messungen der FreeClip 2 somit nicht unbedingt aussagekräftig und vergleichbar sind.
Gute Sprachqualität
Bei der Telefonie filtern die FreeClip 2 enorm gut die Hintergrundgeräusche heraus, was aber auch dafür sorgt, dass der Sprecher nicht mehr ganz präsent klingt, sondern als wäre er etwas zu weit von den Mikrofonen weg. Klangcharakteristik der Stimme und Verständlichkeit sind gut und weniger nasal als beim Vorgänger. Teurere Konkurrenten liefern hier jedoch teils bessere Ergebnisse ab.
Latenz der Huawei FreeClip 2
Mit den beiden Standard-Audiocodecs SBC und AAC ergibt sich bei den FreeClip 2 die übliche Latenz, also Versatz zwischen Bild und Ton, von 160-180 ms, wenn durch die App keine Synchronisation des Signals vorgenommen wird.
In der AI-Life-App kann jedoch ein Modus für eine niedrige Audiolatenz aktiviert werden, der unabhängig vom Endgerät genutzt werden kann, also sowohl unter Android als auch iOS problemlos funktioniert. Mit diesem liegt die Latenz im Test zwischen 80 und 120 ms, ist also etwas besser als beim Vorgänger.
Grundsätzlich ist die Latenz beim reinen Musikhören unbedeutend und nur bei der Videowiedergabe oder dem Spielen von Relevanz.
Fazit
Die Huawei FreeClip 2 sind ein gelungener Nachfolger des Überraschungshits, der FreeClip. Kleiner, leichter, längere Akkulaufzeit und etwas besserer Klang sind ein stimmiges Angebot, das zwar keinen Besitzer der ersten Generation zum Kauf bewegen muss, aber die FreeClip 2 zu einer der besten, wenn nicht der besten Optionen macht, wenn man auf der Suche nach Open-Ear-Kopfhörern ist, die sich sehr angenehm tragen, auch beim Sport nicht abfallen und einen für ihren Einsatzzweck guten Klang bieten. Für ihren Einsatzzweck sind auch die FreeClip 2, wie es auch die FreeClip schon waren, eine hervorragende Wahl.
Auch die Steuerung hat Huawei mit dem neuen Modell erweitert, einerseits um eine Lautstärkesteuerung über das bohnenförmige Element hinterm Ohr, andererseits durch mehr Optionen bei der Belegung in der App.
Den Preis hat Huawei im Vergleich zum Vorgänger nicht erhöht. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt weiterhin 199 Euro – zum Start gibt es 20 Euro Rabatt. Günstig ist das sicher nicht, aber wer nach genau solchen Kopfhörern für den Sport sucht, wird den Kauf nicht bereuen.
- Hervorragendes Tragegefühl
- Offenen Design
- Sehr gut für Sport geeignet
- Sehr gute Akkulaufzeit
- Automatischer Rechts-Links-Wechsel
- Gute Sprachqualität
- Guter Klang
- Schnellladen
- Sehr gute Verarbeitung
- Auto-Play und Auto-Pause
- Wireless Charging
- IP57
- Erfüllt keine audiophilen Ansprüche
- Bauartbedingt schlechterer Klang als reine In-Ears
ComputerBase hat die FreeClip 2 leihweise von Huawei unter NDA zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungstermin.
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Wie gut ist Pokémon Pokopia?: Süße Sammeltiere sind so gut wie Resident Evil

Gaming hat die Hit-Wochen ausgerufen. Auf das hervorragende Resident Evil: Requiem (Test) folgt Pokémon Pokopia in einem ganz anderen Genre am entgegengesetzten Pol, aber laut Testberichten mit gleicher Qualität.
Resident Evil ist gruselig und zum Weglaufen, Pokémon kuschelig und zum Dableiben. Pokopia, sagen Tests, ist ein hervorragendes „Cozy Game“, das einfach nur nett ist. Spielerisch hat es aber ebenso einiges zu bieten. Eurogamer beschreibt das Konzept so: Das Spiel kombiniere Animal Crossing mit Minecraft und mache ein Gestaltwandler-Pokémon zur Hauptfigur. Dergestalt machen sich Spieler daran, eine von Menschen verlassene Welt wiederherzustellen.
Mechaniken sind laut der Seite etwas seichter gehalten als in den Vorbildern, aber vielfältig. Die Habitat-Mechanik rückt dabei fast jeder Test in den Mittelpunkt: Wer ein Pokémon und dessen Fähigkeiten oder Unterstützung haben möchte, muss ihm Lebensraum schaffen und es möglichst weit zufriedenstellen. Das schaltet zugleich neue Gegenstände frei, die wiederum den Aktionsradius in der Spielwelt vergrößern. Mechaniken werden zunehmend komplexer, Abhängigkeiten größer. Dadurch findet der VGC nach 100 Spielstunden immer noch Neues, die Kampagne selbst dauert etwa die Hälfte dieser Zeit. Kämpfe gibt es allerdings nicht – die Pokémon siedeln friedlich.
Das Ergebnis von Exploration, die stets Dinge zum Entdecken bereithält, und dem Wiederbeleben der Ödnis entspannt, Writing und Soundtrack werden ebenso wie die technische Umsetzung gelobt.
Dabei nimmt das Spiel während der Story zunächst recht deutlich an die Hand, was unter anderem GameStar und GameInformer als möglichen Störpunkt benennen, der VGC bemängelt zudem den Grind im (freien) Endgame, der die Seite jedoch nicht an einer Traumwertung hindert. Kritik wird ansonsten nicht groß geübt. Das Spiel gefällt.
Fazit: Top
Die beste „entspannende Simulation die ich seit Jahren gespielt habe“, bilanziert der GameInformer deshalb, für 4Players entpuppt sich Pokémon Pokopia gar als „das bessere Animal Crossing“ (4Players). Differenzen in den Wertungen speisen sich demnach vorrangig daraus, wie sehr das Genre selbst Anklang findet. Mit einem Metacritic-Schnitt von 88 Punkten mausert sich Pokopia aber unabhängig davon zu einem der besten Spiele des Jahres.
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Google und Back Market: ChromeOS Flex statt Elektroschrott für Notebooks

Back Market und Google nutzen den MWC in Barcelona, um eine Debatte über die Lebensdauer von Hardware anzustoßen. Dazu starten die Unternehmen ein Pilotprogramm, mit dem kompatible, bereits vorhandene Notebooks ein neues Leben mit ChromeOS erhalten sollen.
ChromeOS auf alten Notebooks per USB-Stick
Mithilfe von ChromeOS-Flex-USB-Sticks sollen ältere Windows- und Mac-Geräte zu cloudbasierten Geräten werden. Über den USB-Stick lässt sich ChromeOS Flex installieren. Das Pilotprogramm richtet sich zunächst an Händler und Kunden auf der Plattform sowie an Schulen und kleine Unternehmen. Back Market ist ein Marktplatz für professionell erneuerte Elektrogeräte. Ziel der Kooperation ist es, dass kompatible ältere Notebooks mit ChromeOS Flex noch mehrere Jahre lang genutzt werden können, während sie sonst häufig ein Fall für den Elektroschrott wären. Denn die Hardware ist häufig für alltägliche Aufgaben wie Surfen, Streaming, Dokumentenerstellung und webbasiertes Arbeiten nicht das Problem, sondern die inzwischen nicht mehr erhältlichen Software-Updates oder Upgrades etwa in Form von Windows 11. Mit dem webbasierten Ansatz von ChromeOS Flex lässt sich diese Problematik insofern umgehen, da Updates und Sicherheit von der Cloud abhängen, nicht vom Gerät selbst. Auf diese Weise kann auch alte Hardware länger eine geschützte Umgebung bieten.
Zunächst als Pilotprojekt ausgelegt
Im Rahmen dieser Zusammenarbeit bietet Back Market Händlern, Kunden, Schulen und kleinen Unternehmen USB-Keys mit ChromeOS Flex an. Mit diesen lässt sich das cloudbasierte Betriebssystem von Google auf den Geräten nutzen. In der Pilotphase soll die Aktion zunächst in begrenztem Umfang starten, um zu lernen, wie der Zugang barrierefreier gestalten werden kann.
Mit dem Ende von Windows 10 stehen Millionen funktionsfähige Notebooks vor dem Aus, da sie kein Upgrade auf Windows 11 erhalten. Gleichzeitig werden immer mehr Aufgaben auch am Notebook in der Cloud durchgeführt.
Laut UN-Angaben (UNITAR) fielen 2022 weltweit über 62 Millionen Tonnen Elektroschrott an. Ein Volumen, das fünfmal schneller wächst als die Recycling-Kapazitäten.
Google und Back Market nutzen das „Slow Tech Uprising“-Event parallel zum Mobile World Congress in Barcelona, um ihre Kooperation bekannt zu geben. Im Fokus des Events steht die Frage, wie der Einsatz von KI den Wert von Hardware neu definiert. Dabei geht es auch um die Frage: Wie lange sollte ein Gerät im Zeitalter der Cloud eigentlich halten?
Unterschiede zwischen ChromeOS Flex und ChromeOS
ChromeOS und ChromeOS Flex haben die gleiche zugrunde liegende Technologie und die gleichen Verwaltungstools. ChromeOS-Geräte enthalten jedoch einen Google-Sicherheitschip, über den geprüft wird, ob Hardware und Betriebssystem vertrauenswürdig sind. Da ChromeOS-Flex-Geräte keinen Google-Sicherheitschip enthalten, ist der verifizierte Bootvorgang von ChromeOS auf diesen Geräten nicht verfügbar. Zudem kann das BIOS und die UEFI-Firmware auf ChromeOS-Flex-Geräten nicht automatisch aktualisiert werden. Da ChromeOS-Flex-Geräte nicht zwingend ein Trusted Platform Module (TPM) besitzen, kann es zudem unter Umständen nicht über einen Verschlüsselungsschlüssel auf Hardwareebene geschützt werden.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Back Market unter NDA erhalten. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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3,1 Sterne
ChromeOS Flex ist Googles kostenloses Chromebook-Betriebssystem für PCs und Macs.
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Highguard eingestellt: F2P-Flop ist nach fünf Wochen Geschichte

Der „Raid-Shooter“ Highguard wird schon nach fünf Wochen wieder eingestellt. Überraschen kann das nicht mehr, das endgültige Ende für das bloß noch dahinsiechende Spiel war trotz vordergründiger Normalität ohnehin nur noch eine Frage der Zeit.
Wo die Reise für Highguard fast schon unvermeidlich enden wird, war im Prinzip schon vor zwei Wochen klar. Stark gesunkene, nicht mehr nachhaltige Spielerzahlen waren das eine Indiz, eine große Entlassungswelle beim Studio das andere – selbst die Entwickler beziehungsweise deren Geldgeber – Gerüchten zufolge Tencent – schienen keine große Hoffnung mehr auf einen selbst moderaten Erfolg zu haben.
Dass die Webseite zeitweilig nicht erreichbar war, kam dazu, laut Entwicklern habe sie keine Priorität gehabt. Auch das lässt sich im Kontext extrem knapper Ressourcen lesen. Nach außen gab sich Wildlight Entertainment allerdings zuversichtlich und kündigte neue Spielmodi und Inhalte an. Auch das konnte jedoch keine Trendwende herbeiführen.
Nach fünf Wochen ist Schluss
Auf X und Steam kündigen die Entwickler deshalb nun das Aus für Highguard zum 12. März an. Der Shooter hat damit immerhin fünfmal so lange wie Sonys Concord überlebt. Ob Käufe rückerstattet werden, ist unklar. Man habe es nicht geschafft, genug Spieler anzuziehen um Highguard langfristig betreiben zu können, wird nüchtern das Offenkundige festgehalten. Dennoch soll am heutigen Tag noch einmal ein Patch mit einer weiteren Spielfigur, einer Waffe, Skill-Trees und weiterer Progression veröffentlicht werden. Wie es mit dem Studio weitergeht, ist unklar, aufgrund der Entlassungen sieht die Zukunft auch dort nicht besonders rosig aus.
Gründe für das schnelle Scheitern sind unter anderem unklare Kommunikation der Entwickler und die ungeschickte Einführung als „Shadow Drop“, anstatt dem Spiel in einer Early-Access-Phase den letzten Schliff zu geben und eine Community aufzubauen, die einen festen Spielerstamm stellt und Neulinge an die Hand nimmt. So fand sich der Titel in einem hart umkämpften Marktsegment Konkurrenten gegenüber, die seit Jahren fein austariert wurden. Wie es auch anders geht, zeigt Valve seit Monaten mit dem „nicht existierenden“ Shooter-MOBA Deadlock.
Die Redaktion dankt ComputerBase-Leser „Syrato“ für den Hinweis zu dieser Meldung!
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