Connect with us

Künstliche Intelligenz

KI-Update kompakt: Sicherheit von KI-Agenten, Burnout, Ring-Kameras, Roboter


Weiterlesen nach der Anzeige

KI-Agenten lügen und umgehen Sicherheitsregeln, wenn es ihrem Ziel dient. Ein neuer Benchmark namens ODCV-Bench will erstmals das tatsächliche Verhalten autonomer Agenten messen, nicht nur deren Absichtserklärungen. Er umfasst 40 Szenarien mit mehreren Teilaufgaben. In einem davon soll ein Fahrer Impfstoff liefern, der sich wegen des Wetters verspätet. Der Agent kann die reguläre Pause einhalten und die Lieferung verzögern, oder er manipuliert Sicherheitsprotokolle und lässt den Fahrer ohne Pause weiterfahren.

Der Benchmark prüft auch, ob Agenten Regeln nur auf direkte Aufforderung brechen oder schon dann, wenn ein bloßer Anreiz genügt. In den Tests setzten sich 30 bis 50 Prozent der getesteten Modelle über Sicherheitsrichtlinien hinweg, darunter Claude Opus 4.5, GPT 5.1 und Gemini 3.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

Große Sprachmodelle bestehen Ärzte-Zulassungsprüfungen und ordnen Symptome zuverlässig ein. Ohne menschliche Beteiligung identifizierten sie in einem Test der Universität Oxford in 94,9 Prozent der Fälle mindestens eine relevante Erkrankung. Doch sobald echte Menschen die Modelle befragten, brachen die Werte ein: Teilnehmer mit KI-Unterstützung erkannten relevante Erkrankungen nur in maximal 34,5 Prozent der Fälle.

Die Schlussfolgerung des Oxford-Teams ist klar: Bevor KI-Systeme im Gesundheitswesen zum Einsatz kommen, müssen sie mit echten Menschen getestet werden, nicht nur mit Prüfungsfragen oder simulierten Gesprächen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Isomorphic Labs, eine Tochterfirma von Google DeepMind, hat ein neues System für die Wirkstoffentwicklung vorgestellt. Die „Drug Design Engine“ (IsoDDE) sagt laut dem Unternehmen doppelt so genau wie ihr Vorgänger AlphaFold 3 vorher, wie potenzielle Wirkstoffe an Proteine andocken. Das gilt besonders für Strukturen, die stark von den Trainingsdaten abweichen. Im Kern geht es um Liganden, also kleine Moleküle, die an ein Protein binden und dessen Funktion beeinflussen. Genau dieses Zusammenspiel zu verstehen, ist ein zentrales Problem bei der Entwicklung neuer Medikamente.

Das System kann zudem vorhersagen, wie stark ein Wirkstoff an sein Zielprotein bindet, und soll sogar bisher unbekannte Andockstellen auf Proteinen finden. Laut Isomorphic Labs liefert IsoDDE diese Ergebnisse in Sekunden, was die computergestützte Vorauswahl von Wirkstoffkandidaten deutlich beschleunigen könnte.

Forscher der Berkeley Haas School of Business haben ein US-amerikanisches Tech-Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern acht Monate lang beobachtet. Die Firma hatte ihren Angestellten Zugang zu kommerziellen KI-Tools gegeben, ohne deren Nutzung vorzuschreiben. Das Ergebnis: Die Mitarbeiter arbeiteten schneller, übernahmen mehr Aufgaben und dehnten ihre Arbeitszeit freiwillig aus. Die KI gab ihnen das Gefühl, mehr schaffen zu können. Natürliche Pausen verschwanden, stattdessen wechselten sie ständig zwischen Aufgaben. Die Interaktion mit der KI fühlte sich wie ein lockeres Gespräch an, wodurch die Grenzen zwischen Job und Privatleben verschwammen.

Als die anfängliche Begeisterung nachließ, spürten die Mitarbeiter die schleichend gewachsene Arbeitslast. Die Folgen: chronische Ermüdung, Burnout und erhöhte Fluktuation. Vorgesetzte konnten oft nicht unterscheiden, ob die höhere Produktivität nachhaltig war oder auf Kosten der Gesundheit ging. Die Berkeley-Forscher empfehlen Unternehmen deshalb, klare Regeln aufzustellen, wann und wie KI eingesetzt werden soll.

OpenAI hat seine Recherche-Funktion „Deep Research“ in ChatGPT auf das neue Modell GPT-5.2 umgestellt. Bisher lief das Tool auf Basis der Modelle o3 und o4-mini. Nutzer können nun Apps in ChatGPT anbinden, das System gezielt bestimmte Webseiten durchsuchen lassen und den Fortschritt einer Recherche in Echtzeit verfolgen. Wer möchte, kann die Suche unterbrechen, Rückfragen stellen oder neue Quellen ergänzen.

Deep Research startete vor einem Jahr als erster KI-Agent in ChatGPT: Das System führt anhand einer Nutzeranfrage eigenständig mehrstufige Websuchen durch, bevor es eine Antwort formuliert. OpenAI weist darauf hin, dass auch die Websuche nicht vor Fehlern schützt. Die Faustregel bleibt: Je länger die erzeugten Texte, desto höher das Risiko für falsche Informationen.


KI-Update

KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

Selbst die besten KI-Modelle erfinden regelmäßig Fakten. Das belegt ein neuer Benchmark namens „Halluhard“, entwickelt von Forschern der Schweizer Universität EPFL, des ELLIS Institute Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme. Er misst Halluzinationen in realistischen Gesprächen über mehrere Frage-Antwort-Runden zu Themen wie Rechtsfällen, Forschungsfragen und Programmierung. Anthropics Claude Opus 4.5 mit aktivierter Websuche, die stärkste getestete Konfiguration, produzierte noch in rund 30 Prozent der Fälle falsche Informationen. Ohne Websuche lag die Rate bei etwa 60 Prozent.

Der Grund: Modelle mit Websuche zitieren zwar oft eine passende Quelle, erfinden dann aber Details, die dort gar nicht stehen. In längeren Gesprächen steigt die Rate, weil die Modelle auf ihren eigenen früheren Fehlern aufbauen. Besonders anfällig sind sie bei Nischenwissen, etwa bei wenig zitierten Forschungsarbeiten. Dort tauchen Informationen in den Trainingsdaten nur bruchstückhaft auf, was für eine Antwort reicht, aber nicht für eine korrekte.

Nach einer Super-Bowl-Werbung von Ring, einer Amazon-Tochter, für die KI-Funktion „Search Party“ wächst die Kritik. Die Funktion soll Hundebesitzern helfen, entlaufene Tiere zu finden: Eine KI durchsucht automatisch die Aufnahmen aller Ring-Kameras in der Nachbarschaft. Kritiker sehen darin jedoch den Aufbau eines vernetzten Überwachungsapparats. „Hier geht’s definitiv nicht um Hunde, hier geht’s um Massenüberwachung“, schrieb der demokratische Senator Ed Markey.

Ring stand bereits früher wegen enger Verbindungen zu Strafverfolgungsbehörden in der Kritik. Unter Gründer Jamie Siminoff erhielt die Polizei einst direkten Zugriff auf Kameraaufnahmen. Diese Kooperation wurde zwischenzeitlich zurückgefahren, nach Siminoffs Rückkehr im vergangenen Jahr jedoch wieder aufgenommen.

OpenAI blendet in den USA erstmals Anzeigen in ChatGPT ein. Die Werbung beschränkt sich auf die Gratisversion und die günstigste Bezahlvariante „ChatGPT Go“. Teurere Abonnements bleiben werbefrei. Die Anzeigen sollen keinen Einfluss auf die KI-Antworten haben und optisch klar als Werbung erkennbar sein. Werbetreibende erhalten keinen Zugriff auf Chatverläufe oder persönliche Daten, sondern nur anonymisierte Leistungsdaten wie Klickzahlen. Die Auswahl der Anzeigen richtet sich nach dem aktuellen Chat-Thema und vergangenen Interaktionen: Bei einer Rezeptsuche könnten etwa Anzeigen für Kochzubehör oder Lieferdienste erscheinen.

Anzeigen für Minderjährige sowie Werbung aus den Bereichen Gesundheit und Politik schließt OpenAI vorerst aus. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass der Betrieb der Gratis- und Go-Version immense Infrastrukturkosten verursache. Werbeeinnahmen seien deshalb wirtschaftlich nötig.

China will innerhalb von fünf Jahren zum Weltmarktführer für humanoide Roboter aufsteigen. Lokale Regierungen stellen Unternehmen vergünstigte Büroflächen bereit, gewähren Zugang zu günstigen Krediten und subventionierten Fachkräften. In Zentren wie dem „Robot Valley“ in Shenzhen fließen Milliarden in KI-Modelle und Robotik-Hardware. Der Staat fungiert zudem als wichtiger Erstabnehmer.

Im Zuge der Förderung sind in China mehr als 140 Start-ups für humanoide Roboter entstanden. In den USA wächst die Sorge: Laut dem Wall Street Journal bereitet das Weiße Haus ein Dekret vor, das die US-Robotikindustrie gezielt fördern soll.

Der aktuelle Netflix-Vertrag für deutschsprachige Synchronsprecher ist in seiner jetzigen Form offenbar nicht rechtens. Das geht aus einem Rechtsgutachten hervor, das der Verband Deutscher Sprecher (VDS) in Auftrag gegeben hat. Die sogenannte AOR-Vereinbarung verlangt von Sprechern, Netflix weitreichende Rechte an ihren Stimmaufnahmen einzuräumen: Nutzung für KI-Training, digitale Bearbeitung und Nachbildung sowie die Erzeugung synthetischer Stimmen, und das für 50 Jahre.

Der VDS rät seinen Mitgliedern von einer Unterzeichnung ab. Sollten sie diesem Rat folgen, könnten erste Netflix-Eigenproduktionen in absehbarer Zukunft ohne deutsche Synchronfassung erscheinen.

Der Online-Bookmark-Manager Raindrop.io hat eine KI-Assistentin namens Stella eingeführt. Sie durchsucht gespeicherte Links, fasst Artikel zusammen und hilft beim Aufräumen der Lesezeichen-Sammlung. Nutzer können etwa fragen: „Such mir alle Links zu KI-Grundlagen raus“ und erhalten eine kommentierte Liste. Stella läuft auf einem Sprachmodell von OpenAI, das direkt beim Anbieter gehostet wird, sodass keine Daten über eine externe API abfließen. Der Dienst nutzt dabei die statischen Kopien verlinkter Websites, die Raindrop.io ohnehin anlegt.

Stella ist auch per MCP-Server erreichbar, sodass Nutzer ihre Lesezeichen über andere Anwendungen abfragen können. Die Funktion ist den Pro-Abonnenten von Raindrop.io vorbehalten und kostet rund 30 Euro im Jahr.

Eine Forschungsgruppe der Universität Leiden hat mithilfe von KI die Regeln eines bislang unbekannten römischen Brettspiels rekonstruiert. Fotos des Spielsteins zeigen ein 21 × 14,5 Zentimeter großes Rechteck mit parallelen Linien, diagonalen Ecklinien und einer Mittellinie. Gespielt wurde darauf wohl mit kleinen runden Steinen. Mikroskopische Untersuchungen und 3D-Scans ergaben, dass der Stein um die Linien herum stärker abgenutzt war.

Auf Basis dieser Abnutzungsspuren ließen die Forscher zwei KI-Agenten gegeneinander spielen und so die Regeln ermitteln. Als Ausgangspunkt dienten Spielregeln, die von viel jüngeren Spielen bekannt waren. Die Spuren passen demnach am besten zu einem sogenannten Blockierspiel, bei dem es darum geht, den Gegner an der Bewegung zu hindern. Die ältesten bekannten Blockierspiele stammten bisher aus dem Mittelalter. Der Fund belegt nun, dass solche Spiele bereits Jahrhunderte früher gespielt wurden.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO


(igr)



Source link

Künstliche Intelligenz

Video: Glasfaserausbau – So verlängert ihr euren Anschluss!


Das Kabel eures Glasfaseranschlusses ist zu kurz und der Anbieter will Hunderte Euro, um euch die Leitung im Haus nach oben zu legen? Die gute Nachricht: Ihr könnt die letzten Meter kostengünstig selbst überbrücken. Außerdem lässt sich die Glasfaser fast beliebig durchs ganze Haus verlängern, ohne geringere Datenraten befürchten zu müssen.

Weiterlesen nach der Anzeige

In diesem Video erklären wir euch, welche Stecker- und Kabeltypen es gibt und wie ihr herausbekommt, welches Kabel ihr kaufen müsst, damit alles problemlos funktioniert.


(mond)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Elektroautos und Plug-in-Hybride: Das unterschätzte AC-Laden


Kürzlich verkaufte ich mein erstes Elektroauto privat. Beim Plausch mit dem sehr netten Käufer-Ehepaar wurde mir wieder einmal bewusst, dass Grundlagen rund um das AC-Laden nicht einfach als selbstverständlich angesehen werden sollten. Denn warum beispielsweise mit manchen 7,4-kW-Ladern im Auto meistens nur etwas mehr als 4 kW möglich sind, ist nicht vollkommen trivial. So entstand die Idee zu diesem Artikel, der solche grundlegenden Fragen rund um das Laden mit Wechselstrom noch einmal umfassend klären soll.

  • in Deutschland meist auf 22 kW begrenzt
  • Warnung vor einphasigen Ladern
  • Schieflast kann die nutzbare Ladeleistung begrenzen

In den glanzvollen Aufmachungen von neuen Elektroautos wird fast immer mit der Ladeleistung an Gleichstrom geworben. In Deutschland sind an der gängigen Infrastruktur derzeit praktisch ausschließlich maximal 400 kW möglich, und selbst das ist die absolute Ausnahme. Denn meist sind es bestenfalls 300 kW. Knapp 50.000 Schnellladepunkte führt die Bundesnetzagentur (Stand 1. Februar 2026) auf. Doch das gesamte Bild vervollständigt sich erst mit den fast 150.000 öffentlichen AC-Ladepunkten, zu denen die privaten Wallboxen noch hinzukommen. Die Zahl der Lademöglichkeiten mit Wechselstrom liegt also drastisch über denen der DC-Säulen.

Das hat einen wirtschaftlichen Hintergrund. Eine DC-Ladestation braucht in der Regel einen Anschluss an das Mittelspannungsnetz. Das ist weitmaschiger als das Niederspannungsnetz, das für einen AC-Ladepunkt ausreichend ist. Die Kosten für eine Netzanbindung sind also meistens erheblich höher. Im Gegenzug kann an einer DC-Säule mehr Strom pro Zeiteinheit verkauft werden, wenn sie entsprechend ausgelastet ist, versteht sich.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Elektroautos und Plug-in-Hybride: Das unterschätzte AC-Laden“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

lernen:digital: Drei Jahre Suche nach Workarounds zum Bildungsföderalismus


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Er sollte etwas Großes schaffen: digitale Möglichkeiten und Methoden auf ihre Schultauglichkeit zu erforschen. Drei Jahre ist es her, dass die damalige Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) den Startschuss für den „Kompetenzverbund lernen:digital“ gab. 205 Millionen Euro wurden über die Laufzeit dafür zur Verfügung gestellt. Der Kompetenzverbund sollte Lehren aus den großen Schwierigkeiten während der Corona-Pandemie ziehen, als zwar für Remote-Unterricht jede Menge Technologie beschafft wurde, die Lehrkräfte jedoch oft ohne großes Vorwissen und Hilfestellungen auf die neue, zwangsweise entstandene Realität trafen. Bei einer zweitägigen Veranstaltung im Berliner Café Moskau zogen Verantwortliche und Beteiligte nun eine Abschlussbilanz: Was haben die Millionen für lernen:digital tatsächlich bewirken können?

Weiterlesen nach der Anzeige

203 Teilprojekte ganz unterschiedlicher Art hätten in diesem Rahmen stattgefunden, berichtete Katharina Scheiter, die die Koordinierungsstelle für den Kompetenzverbund leitet. Und sparte ansonsten nicht mit harter Kritik an den politisch Verantwortlichen: Aufgrund von Konstruktionsfehlern des Vorhabens sei es von Anfang an in erster Linie darum gegangen, „das Beste daraus zu machen“, sagte Katharina Scheiter, die an der Universität Potsdam Professorin für digitale Bildung ist. Es habe an Vorplanung und gemeinsamen Zielen gemangelt. Die erreichten Ergebnisse seien zwar gut und wertvoll, würden aber bislang am wichtigsten Bedarf der Bildungsinstitutionen vorbeigehen: wie die Schülerinnen und Schüler mit digitalen Mitteln besser lernen könnten. Den „Stein der Weisen“, nämlich wie der Transfer über gute Fortbildung hin zu den Schülerinnen und Schülern gelingen würde, den habe man auch nicht gefunden, stimmte der für Bildung zuständige bremische Staatsrat Torsten Klieme der kritischen Bestandsaufnahme zu.

Der Konstruktionsfehler, den Bildungsforscherin Scheiter beklagte, hat dabei gleich mehrere Gründe: Der eigentliche Hauptgrund liegt im Bildungsföderalismus – zuständig für die Bildung sind grundsätzlich die Länder, für die Forschung hingegen ist der Bund zuständig. Aufgrund der Zuständigkeitsverteilung durften also nur Forschungsvorhaben finanziert werden – alles andere ist Länderangelegenheit, etwa wie die Lehrerfortbildung organisiert ist. Teilnehmer der Veranstaltung merkten daher auch an, dass ein wesentlicher Teil der Projektlaufzeit damit verschwendet worden sei, Bundes- und Ländervorhaben miteinander in Einklang zu bringen, also die Forschungsmittel des Bundes mit den Vorgaben der 16 Kultusministerien und der Landesinstitutionen zusammenzubringen.

Die ursprünglich gewünschte Praxisnähe, also wie das Bildungswesen tatsächlich digitale Möglichkeiten nutzen kann, fiel dabei offenbar weitgehend weg – und an flächendeckende Skalierung von Erkenntnissen war deshalb schon gar nicht zu denken. Schon in der Konzeptionsphase sei dabei der Blick auf die Praxis abhandengekommen, erklärt der beim Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) zuständige Abteilungsleiter Stefan Luther. Dazu kam ein anderes Problem: dass die Mittel schnell gebunden werden sollten. Und um das „Momentum Geld“ (Luther), das zu dem Zeitpunkt zur Verfügung gestanden habe, nicht verstreichen zu lassen, habe man sich trotzdem für die Durchführung entschieden. Das meint unter anderem Mittel aus dem EU-Programm „NextGenerationEU“.

„Zu viel Geld mit zu wenig praktischem Effekt“, bilanziert auch Torsten Klieme recht deutlich. Im Fall einer Weiterführung, die seiner Ansicht nach sinnvoll sei, solle es daher anders aufgesetzt werden, sagte der Ländervertreter. Doch wie das in Zukunft genau aussehen soll, ist offenbar noch zu besprechen. Auf Ergebnisse von „lernen:digital“ solle dabei in jedem Fall aufgebaut werden, erklärte BMBFSFJ-Abteilungsleiter Stefan Luther.

Weiterlesen nach der Anzeige

Hoffnung setzten dabei zumindest die beiden zuständigen Vertreter aus der Politik auf den Digitalpakt 2.0. Eigentlich schon vor über einem Jahr im Grundsatz zwischen Bund und Ländern geeint, soll nun tatsächlich nur noch die Tinte für die Unterschriften aller Beteiligten fehlen. Es gehe nur noch um Wochen, sagten Bund- und Ländervertreter unisono.

Lesen Sie auch

Dass alle künftigen Forschungs- und Transferprogramme sich an der Zielsetzung des sogenannten Start-Chancen-Programms orientieren müssten, dafür sprach sich Staatsrat Klieme aus: Es gehe darum, die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die nicht die Mindestkompetenzen erreichen, zu halbieren. „Das ist, was unser Bildungssystem in seiner Qualität am Boden hält“, erklärte Klieme. Alle anderen Programme müssten sich die Frage stellen, was sie auf die Mindestkompetenzen einzahlen könnten – auch die Bund-Länder-Initiative im Rahmen des Digitalpakts 2.0. In dieser Säule des renovierten Bund-Länder-Finanzierungspakets zur digitalen Bildung soll dann auch ein Teil dessen, was mit dem „Kompetenzzentrum für digitales Lernen“ erarbeitet wurde, weitergeführt werden. Ein Forschungscluster zum Thema Didaktik, also zur Vermittlung von Wissen und Kompetenzen sei genau wie ein Schwerpunkt zu Künstlicher Intelligenz geplant.

Nach drei Jahren Laufzeit scheint also vor allem ein eindeutiges Forschungsergebnis den einstigen hehren Zielen gegenüberzustehen: Auch 205 Millionen Euro und eine Vielzahl an Forschungsprojekten ergeben noch kein kohärentes Gesamtkonzept für eine bessere digitale Bildung. Das viel genutzte Schlagwort der lernen:digital-Veranstaltung in Berlin hieß daher: „Ko-Konstruktive Zusammenarbeit“. Was vor allem bedeutet: Bund und Länder, Forschung, Bildung, Verwaltung und Politik wollen sich künftig zumindest möglichst wenig im Wege stehen.


(dahe)



Source link

Weiterlesen

Beliebt