Künstliche Intelligenz
Bislang bester Hinweis: Stern ist ohne Supernova in Schwarzes Loch kollabiert
Schon vor Jahren hat ein Weltraumteleskop offenbar den direkten Kollaps eines Sterns in ein Schwarzes Loch beobachtet, entdeckt wurde das aber erst jetzt. Das hat die Columbia University aus New York publik gemacht. Geschehen ist das demnach in der Andromedagalaxie, einem Nachbarn unserer Milchstraße. Vorher wurde solch ein Vorgang zwar möglicherweise schon einmal beobachtet, aber in einer zehnmal so großen Entfernung und 100-mal lichtschwächer, schreibt die Forschungsgruppe. Deshalb handle es sich um die mit Abstand beste Beobachtung eines solchen Ereignisses. Gleichzeitig sei der Stern aber so massereich gewesen, dass er nach bisherigem Verständnis in einer Supernova hätte enden müssen. Warum das nicht geschehen ist, ist unklar.
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Jahrelang übersehen
Gefunden wurde der verschwindende Stern in Daten des Weltraumteleskops Neowise der NASA. Das hat aufgezeichnet, wie das Objekt mit der Bezeichnung M31-2014-DS1 im Jahr 2014 im infraroten Spektrum langsam heller geworden ist, schreibt die Forschungsgruppe. Zwischen 2017 und 2022 ist er dann vergleichsweise abrupt immer dunkler geworden, bis er sich überhaupt nicht mehr nachweisen ließ. Das sei als gescheiterte Supernova zu interpretieren, bei der der Stern direkt in ein Schwarzes Loch kollabiert sei, meinen die Forscherinnen und Forscher. Weil der Stern am Ende nur noch etwa die fünffache Masse unserer Sonne hatte und damit eigentlich zu klein für diesen Prozess sein sollte, unterstreiche das, dass wir den noch nicht ausreichend verstehen.
Während es leicht sei, helle Supernova-Explosionen zu entdecken, sei es bemerkenswert schwierig, Sterne auszumachen, die einfach verschwinden, erklärt Forschungsleiter Kishalay De. Trotzdem findet er es schockierend, dass ein derart massereicher Stern „im Prinzip verschwinden und dann ohne Explosion sterben kann, ohne dass jemand das für fünf Jahre mitbekommen hat“. Das habe Einfluss auf unser Verständnis davon, wie Sterne enden. Der Fund zeige, dass das still und leise geschehen könne, ohne dass jemand das mitbekommt. Selbst wenn es vergleichsweise nahe geschieht. Die Forschungsgruppe hat ihre Arbeit im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Bemannte NASA-Mondmission: Bilderbuchstart für Artemis-2
Mit Artemis-2 ist die erste bemannte Mission zum Mond seit mehr als 50 gestartet. Mittwochabend (Ortszeit in Florida) hat die riesige Mondrakete SLS mit der Raumkapsel Orion vom Kennedy Space Center in Florida abgehoben. An Bord fliegen Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch von der NASA sowie der Kanadier Jeremy Hansen. Für das Space Launch System ist es überhaupt erst der zweite Start und der erste mit Menschen. Bei Artemis-2 handelt es sich um einen Testflug, mit dem die Rückkehr von Menschen auf den Mond vorbereitet werden soll. Wenn jetzt alles nach Plan läuft, werden die drei Raumfahrer und die Raumfahrerin in den kommenden Tagen um den Mond fliegen. Dabei werden sie sich weiter von der Erde entfernen als je ein Mensch zuvor.
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Nach mehreren Problemen, die die ersten Startversuche in diesem Jahr verhindert haben, hat vor dem geglückten Start jetzt alles nach Plan funktioniert. Begonnen hat der Countdown 50 Stunden vor dem Start, richtig spannend wurde es dann am Mittwoch. Die Betankung der riesigen Mondrakete lief dieses Mal vollkommen problemlos, im Anschluss konnte sich die Crew auf den Weg zu ihrer Raumkapsel machen. Dort angekommen, wurden sie auf ihren Sitzplätzen festgeschnallt. Danach wurde die Kapsel verschlossen, bevor sich die Bodencrew entfernen konnte. Derweil haben mehrere kleinere Probleme für Nervosität gesorgt und schließlich wurde der Countdown bei 10 Minuten für einige finale Angelegenheiten kurz angehalten. Um 00:34 MESZ ist die Rakete gestartet. Lesen Sie den Ablauf im Liveticker nach.
Der Liveticker wird während der Mission weiter befüllt
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Mit Artemis-2 will die NASA jetzt die Rückkehr der Menschheit zum Mond einleiten. Auf ihrem zehntägigen Flug soll die Crew zuerst die Erde umrunden und dort die Technik ihrer Raumkapsel überprüfen. Danach werden sie in Richtung des Monds beschleunigen. Für den Flug dorthin sind danach vier Tage veranschlagt. Wenn alles klappt, sollen im kommenden Jahr Artemis-3 als Mission ohne Mondlandung starten, bevor dann 2028 Menschen auf dem Mond eintreffen sollen. Bei der ersten Mission des ambitionierten Artemis-Programms ist im Herbst 2022 eine unbemannte Kapsel um den Mond geflogen.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Digital-Health-Podcast: UKE-Ausgründung entwickelt KI-Sprachmodell für Kliniken
Am Universitätsklinikum Hamburg‑Eppendorf (UKE) entsteht eine neue Generation medizinischer KI-Werkzeuge. Die 2024 gegründete gemeinnützige Tochter Innovative Digitale Medizin (IDM gGmbH) entwickelt eigene Sprach‑ und Textmodelle, die den Klinikalltag entlasten und gleichzeitig sensible Gesundheitsdaten im europäischen Raum halten sollen.
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Daten verlassen die Klinik nicht

Nils Schweingruber ist Neurologe und Gründer der IDM gGmbH.
(Bild: Anna Laura Gundler / heise medien)
In unserem Podcast erklärt IDM‑Geschäftsführer Dr. Nils Schweingruper, wie das UKE seit 2009 durchgehend mit elektronischen Patientenakten arbeitet – inzwischen mit rund sieben Millionen dokumentierten Fällen. Diese Daten bilden die Grundlage für KI‑Modelle, die speziell für den deutschsprachigen Gesundheitssektor trainiert werden. Alle Patientendaten werden dabei ausschließlich datenschutzgerecht und anonymisiert verwendet und verlassen nicht die Kliniken.
Die Eigenentwicklung Argo ist dabei ein großes Sprachmodell, das Ärztinnen und Ärzte beim Schreiben von Arztbriefen unterstützt. Das System kann aus der Patientenakte automatisch eine Epikrise generieren – also die medizinische Zusammenfassung eines stationären Aufenthalts. Perspektivisch soll Argo die gesamte Arztbriefschreibung übernehmen und langfristig sogar helfen, die klassische Dokumentationsform grundsätzlich zu ersetzen.
Mit Orpheus hat IDM außerdem eine KI‑gestützte Spracherkennung für den Klinikalltag entwickelt. Das System ist seit Anfang 2025 am UKE im Einsatz und steht dort allen rund 15.000 Mitarbeitenden zur Verfügung. Anders als viele kommerzielle Lösungen lässt sich Orpheus auch lokal im eigenen Rechenzentrum betreiben, sodass keine sensiblen Sprach‑ und Patientendaten in internationale Cloud‑Dienste abfließen. Inzwischen läuft die Software laut IDM bereits an mehreren Universitätskliniken sowie in Dutzenden weiteren Krankenhäusern und Praxen.
Langfristig sollen Spracherkennung, KI‑Textsysteme und strukturierte Datenplattformen zusammenarbeiten – etwa indem Gespräche automatisch transkribiert, medizinisch strukturiert und für Dokumentation oder Analyse aufbereitet werden.
Welche Rolle offene Standards, europäische Datensouveränität sowie Open‑Source‑Komponenten dabei spielen sollen und warum Kliniken nach Schweingrubers Meinung künftig ohne KI kaum noch arbeitsfähig sein werden, hören Sie ausführlich im Podcast.
(mack)
Künstliche Intelligenz
Virgin Galactic kündigt neues Raumfahrzeug und weitere Raumflüge an
Virgin Galactic ist zurück im Geschäft: Das US-Raumfahrtunternehmen hat angekündigt, seine touristischen Flüge ins All wieder aufzunehmen. Allerdings verlangt das Unternehmen deutlich höhere Preise als früher.
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Das Unternehmen habe das SpaceShip, das erste Raumschiff der neuen Delta-Klasse, fast fertiggestellt, sagte Virgin-Galactic-Chef Michael Colglazier bei der Vorstellung der Zahlen für das vierte Quartal sowie für das gesamte vergangene Jahr: „Die Montage sollte in den nächsten ein, zwei Wochen abgeschlossen sein, und wir gehen davon aus, dass wir im April mit den Bodentests anfangen. Damit sind wir im Plan für unseren ersten Flug ins All im vierten Quartal 2026.“
Gleichzeitig hat das Unternehmen eine begrenzte Zahl von Tickets für weitere Raumflüge bereitgestellt. Allerdings verlangt Virgin Galactic einen deutlich höheren Preis: 750.000 US-Dollar kostet der Ausflug ins All. Bisher waren es 600.000 US-Dollar. Insgesamt 50 weitere Raumflüge bietet das US-Raumfahrtunternehmen an. Der Börsenkurs machte daraufhin einen Sprung; aktuell befindet sich der Kurs wieder auf Vorwochenniveau.
Bisher nur fünf kommerzielle Flüge
Nach vielen Verzögerungen startete Virgin Galactic Mitte 2023 mit seinen kommerziellen, Suborbital-Raumflügen. Von einem regulären Angebot konnte jedoch nicht die Rede sein: Gerade mal fünf Flüge wurden durchgeführt, der letzte Anfang 2024. Dann war schon wieder Schluss, aus finanziellen Gründen. Zum Jahresabschluss 2024 teilte das Unternehmen mit, dass rund 650 Kunden auf ihren Flug ins All warten.
Künftig sollen zwei Raumfahrzeuge zur Verfügung stehen: Ein zweites SpaceShip soll im kommenden Winter fertig werden, sagte Colglazier. Die Bodentests für das erste Modell sollen im Juli abgeschlossen sein. Dann wird das SpaceShip zum Spaceport America im US-Bundesstaat New Mexico gebracht, von wo aus es ins All startet.
Die ersten Gleittests sind für das dritte Quartal geplant. Anschließend sollen zwei Testflüge mit Triebwerk stattfinden, einer mit zwei Piloten und einer Nutzlast für die US-Raumfahrtbehörde NASA sowie einer mit zwei Piloten und sechs Virgin-Galactic-Beschäftigten an Bord. Gleichzeitig sollen weitere Piloten ausgebildet werden, um künftig mehr Flüge durchführen zu können.
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Das SpaceShip wird von einem Trägerflugzeug mit der Bezeichnung Eve bis in etwa 15,5 Kilometer Höhe gebracht und dort ausgeklinkt. Dann startet das Raumschiff seinen Raketenmotor und steigt weiter auf. Anschließend gleitet das Spaceship ohne Antrieb zurück zur Erde. Der ganze Ausflug ins All vom Start bis zur Landung dauert etwas mehr als eine Stunde.
(wpl)
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