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Wie lässt man ein Musikmagazin Klang werden? Heartbeat zeigt es! › PAGE online


Der kanadische Verlag Broccoli ist ein Leuchtturm in Sachen Print. Regelmäßig erscheinen dort spannende und aufregend gestaltete Publikationen. Die neueste ist das Musikmagazin Heartbeat, das die Artdirektorin JJ Wright zum Klingen gebracht hat. Und sie verrät auch wie.

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Sobald etwas zu Mainstream ist, scheint Anja Charbonneau, die als Kreativdirektorin der Hipster-Bibel »Kinfolk« begann und heute in ihrem eigenen Verlag beste Print-Erzeugnisse herausbringt, das Interesse zu verlieren.

So geschah es mit ihrem ikonischen Cannabis-Magazin Broccoli, das Kiffen aus weiblicher Perspektive umkreiste. Ihr Verlag ist immer noch nach dem Gemüse benannt, aber nach sieben erfolgreichen Jahren hat sie es 2024 eingestellt. Marihuana war längst keine Subkultur mehr und Charbonneau wollte Platz für neue Projekte schaffen.

Für Magazine wie »Catnip«, das sich auf ganz eigene Weise der Katzenkultur widmet, für »Mushroom People«, für Bücher wie »Snail World« der Artists Aleia Murawski und Sam Copeland, die Schnecken in den unglaublichsten Universen inszenieren, für das Pferdemagazin »Calling All Horse Girls«, »Mildew« das sich Vintage widmet – oder jetzt eben »Heartbeat«.

Wie gewohnt ist auch das ganz nah am Zeitgeist und herrlich unique, widmet es sich Klang und Emotionen. Die Geschichten reichen dabei von Wasserplätschern über die Stille des Waldes zu dem Knistern von Hörgeräten – und Musik.

Auf Papier festgehalten, möchte Artdirektorin Jennifer James (»JJ«) Wright die Geschichten, die jeweils mit einer Mini-Playlist der jeweiligen Autor:innen versehen sind, zum Klingen bringen.

Artdirektorin Jennifer James (»JJ«) Wright

Jedes Magazin-Design eine Welt!

Schon allein diese Mini-Playlists sind eine tolle Idee. Doch wie entfernt man sich so weit wie es geht von Bandfotos und lässt das Magazin selbst Musik werden?

Artdirektorin JJ Wright entwickelt jedes Mal eine Mini-Welt, die sie im Editorial Design dann nach und nach zusammensetzt.

Für »Heartbeat« war die Erzählung, dass die Handlung in dieser Mini-Welt den 1980er Jahren spielt, in denen ein außerirdisches Bewusstsein auf die Erde gekommen ist, um deren Schönheit in Computervisuals und Elektronik übersetzen wollte.

Mit diesen Fantasien im Kopf entwarf JJ Wright erste Konzepte – und wie immer fing sie dabei mit der Typografie an und stöberte in Schriftkatalogen, um das Fundament für ihre Mini-Welt zu legen.

Orchestriertes Design

Zentral in der Gestaltung ist, dass sie, um das Magazin visuell zum Klingen zu bringen, die einzelnen Geschichten wie Orchester-Sätze voneinander abgeteilt hat – und sie jeweils durch verschiedene Texturen, Farben, Schriften und Layout-Raster mit einem anderen Ton versah.

Manchmal erinnert das Design dabei an Risodruck, ist klar, körnig und bold. Dann wieder wird es sehr lebendig, ist collagiert oder übereinander geschichtet oder wird durch verschiedene Schriften bestimmt, die an die Kalligrafie des 17. Jahrhunderts ebenso angelehnt sind wie an Eighties Hip-Hop oder an frühe Computerschriften.

Schon auf dem Cover fällt die Liebe zur Typografie auf: in der Logoschrift mit ihren herrlichen dreieckigen A’s und kugelrunden Punzen der Maxi Round von Dinamo, die sehr retro und gleichzeitig futuristisch wirkt.

Vielfältige Farben – und Töne

Die Farbpalette hingegen ist so vielfältig wie Klänge es sind, und in ihr sind sanfte Pastelltöne ebenso wie Neonfarben zu finden, Erdtöne, ein leuchtendes Retro-Orange – und alles, was dazwischen liegt.

Ganz so Musik mit ihren Zwischentönen – und wie die Musik, die JJ Wright zurzeit hört. Instrumentale Streichermusik, die von dem malischen Kora-Spieler Ballaké Sissoko, das Instrumentalalbum Echolocations des Geigers Andrew Bird zu persischer Santur-Musik reicht.

Ausklang schließlich bestimmt »On The Pulse«, der die verschiedensten kleinen Infos bereitstellt und dabei jedes Raster hinter sich lässt, sich ganz den Inhalten hingibt und, um nicht ganz in Free Jazz zu versinken, von einer definierten Farbpalette strukturiert wird.

Erhältlich ist »Heartbeat« wie auch andere Publikationen des Verlags aus Portland, Oregon, in sehr ausgewählten Buchhandlugen und auch anderen Läden – oder man kann das Magazin direkt bei Broccoli bestellen. Es hat 208 Seiten und kostet 24,95 Dollar.

 



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Behind the Set › PAGE online


Brücken bauen im Bewegtbild: »Behind the Set« bringt Studierende und Fachleute zusammen, stärkt den praxisnahen Wissenstransfer und begegnet den strukturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Ein neues Format, das für die Community leben soll und von ihr getragen wird.

Behind the Set › PAGE online
Grafik © CreatiF Center

»Behind the Set« möchte Wissen kommunizieren und kollaborative Arbeitsweisen in der hiesigen Filmproduktion fördern. Die Kooperation läuft zwischen dem bundesweiten Berufsverband Assistant Directors Union (ADU) und dem CreatiF Center der HFF München.

Das CreatiF Center ist seit der Gründung 2023 als zentraler Hub für den Transfer zwischen Kunst, Wissenschaft und Medientechnologie bekannt und arbeitet eng mit Partner:innen aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, was neue Wege in die Märkte öffnen kann. Ein Punkt, der in den verschiedenen Designdisziplinen ebenfalls immer wieder diskutiert wird.

Ständiger Wandel am Set

Ein solcher Austausch über Grenzen hinweg ist dringend nötig, denn Deutschland gerät als Produktionsstandort immer stärker unter Druck. Auch im Bewegtbild wird für viele Stakeholder die Luft dünner beziehungsweise für manche vielfältiger – ähnlich wie in Agenturen und Unternehmen. Genau wie beim Design ist auch die fragmentierte Branchenstruktur der Filmbranche ein ewig leidiges Thema. Und wo viel Bewegung herrscht, braucht es mindestens genauso viel Austausch.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische Abläufe, sondern um einen fundamentalen technologischen Wandel am Set. Der Einzug von Virtual Production – dem Drehen vor gigantischen LED-Wänden – und KI-gestützten Tools wirft die traditionelle Arbeitsteilung komplett über den Haufen.

Wo früher visuelle Effekte erst Monate nach dem Dreh in der Postproduktion entstanden, müssen Teams heute digitale Kulissen und Workflows schon vorab perfekt koordinieren. Das erfordert ein völlig neues, abteilungsübergreifendes Verständnis von Produktionsmanagement.

Werkzeugkasten für die Bewegtbildbranche

Das neue Format richtet sich sowohl an den Nachwuchs als auch an die Profis: Es betrifft zum Beispiel Regieassistenz-Teams, angehende Filmstudierende, Tech-Interessierte oder Bildgestalter:innen. Aber genauso betroffen sind die fertig ausgebildeten Fachleute, weil viele hinter den rasanten technologischen Entwicklungen alleine nicht hinterherkommen können. Es braucht mehr Vermittlungsangebote und Infopools.

In der Planung ist daher eine Formatmischung aus virtuellen Austauschformaten, Veranstaltungen, Fachbeiträgen und Einblicken aus der Praxis. Lena Fischer, Projektleitung des Integrativen Produktionsmanagements im CreatiF Center, nennt dies einen Werkzeugkasten und kommentiert:

»Wir wollen ein Format bauen, das für die Community ist und auch von der Community mitgetragen wird.«

Weil das Format als Transferprojekt gefördert ist, wird es kostenlos angeboten. Das Kick-off-Event findet am 8. Juni statt.

Mehr Informationen gibt es auf der Website.

 

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Witzig & musikalisch: Schottland feiert WM-Teilnahme auf eigene Art! › PAGE online


Nach 28 Jahren ist Schottland wieder bei einer Fußball-WM dabei. Und die traditionsreiche Limo Irn-Bru feiert das mit einem Musik-Spot mit vielen Stars – und einem erfrischenden Blick darauf, was die Fußball-Fans in den USA erwartet: von irren Ticketpreisen und riesigen Hot Dogs bis zur Security.

Witzig & musikalisch: Schottland feiert WM-Teilnahme auf eigene Art! › PAGE online

Irn-Bru, die leuchtende orange schottische Limo mit einem Geschmack nach Zitrusfrüchten, ist nicht irgendein Getränk. Es wird das »andere Nationalgetränk« des Landes genannt. Neben dem berühmten Whiskey natürlich. Und ist erfolgreicher als Colca-Cola dort.

Das »Iron-Brew«, wie es ursprünglich hieß, ist also eine Instanz in Sachen schottischer Nationalität. Und so feiert die Marke die erste Teilnahme der schottischen Nationalmannschaft bei einer Fußball-Weltmeisterschaft seit 1998 mit durchschlagendem Erfolg.

Dafür hat es den ikonischen Brand-Jingle »Made in Scotland from Girders« in einen musikalischen Werbespot verwandelt, bei dem ein schottisches Who-is-Who auftritt: Von Franz Ferdinands Frontmann Alex Kapranos über Fußballheld John McGinn und einem wunderbaren Chor bis hin zu Susan Boyle, die hoch oben auf der ikonischen Forth Rail Bridge schmettert. Schade allerdings um die schlechten Fake-Bilder in diesem Part.

So lustig wie musikalisch

Umso schöner ist der neckische Humor, den die Agentur Lucky Generals gemeinsam mit dem Regie-Duo Grandmas aus Manchester auf den Weg brachte.

Und der so manche absurde Realität herauskitzelt – von den Ticketpreisen bis zu den häufig so überdimensionalen Portionen in US-Restaurants, Naturkatastrophen und der Security bei der Ankunft.

Auch wenn die Andeutung eher subtil bleibt und sich auf eine geschmuggelte Dose Irn-Bru bezieht, ist die Anspielung auf die Einreisepolitik der Regierung naheliegend.

Wie der Slogan wurde auch die Plattform »Made in Scotland From Girders« wiederbelebt und feiert die Resilienz schottischer Fans.

Zusätzlich zu dem Musikspot, der im Mittelpunkt der Kampagne steht und jetzt im Fernsehen, auf Social Media und in digitalen Kanälen läuft, gibt es eine Plakatkampagne, Spotify- und Vinyl-Veröffentlichungen und Behind-the-Scenes-Inhalte.

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Plakat der Kieler Woche 2026 – Design Tagebuch


In gut zwei Wochen beginnt die größte Segelregatta der Welt, die Kieler Woche (20. bis 28. Juni 2026). Das Plakat zur diesjährigen Kieler Woche sei „freundlich, locker und mit einer besonderen Leichtigkeit“, so der Veranstalter.

Im Rahmen des traditionellen Designwettbewerbs zur diesjährigen Kieler Woche hatte sich im vergangenen Jahr der Grafikdesigner Erik Brandt aus Minneapolis mit seinem Entwurf gegen 14 weitere Vorschläge durchgesetzt. Die Jury ist der Auffassung: „Das Design vereint die beiden zentralen Facetten der Kieler Woche – Sport und Freizeit – in einem modernen, vielseitigen Auftritt.“

Kieler Woche Plakat 2026, Quelle: Landeshauptstadt Kiel

Auszug des Jury-Statements

„Die dynamische Komposition und die sommerliche Farbgebung vermitteln Offenheit und Lebensfreude. Im Zentrum steht die Wendetonne, die als starkes Symbol den Segelsport mit der offenen, festlichen Atmosphäre des Volksfests verbindet. […] Die rhythmische Spiegelung des Textes schafft eine visuelle Kontinuität, die spielerisch über das Format hinausgeht. Durch die Wiederholung entsteht ein starkes Symbol für die lange Tradition der Kieler Woche, ihre beständige Wiederkehr – und die Gewissheit, dass sie auch in Zukunft immer wieder neu erlebbar sein wird“, heißt es in der Beurteilung der Jury.

Das Plakat der Kieler Woche wird seit 1959 in einem jährlich stattfindenden Designwettbewerb ermittelt, zudem Designer aus dem In- und Ausland eingeladen werden. Das Siegermotiv kommt während der Segel- und Festwoche auf Plakaten und Flaggen zum Einsatz und schmückt darüber hinaus zahlreiche Medien und Anwendungen wie Kaffeebecher, Schlüsselbänder und andere Werbeartikel.

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