Datenschutz & Sicherheit
Adidas bezieht Stellung zu möglichem Datenleck bei externem Dienstleister
Angeblich gibt die kriminelle Online-Bande Lapsus$ in einem Untergrundforum an, einen Datensatz von Adidas im Extranet des Unternehmens kopiert zu haben. Der soll 815.000 Zeilen umfassen.
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Laut dem Eintrag im Untergrundforum von der eigentlich nicht mehr eigenständig auftretenden Gruppierung Lapsus$, die zuletzt im Konglomerat „ShinyHunterLapsus“ auftrat, enthält die Datenbank Vornamen, Nachnamen, E-Mail, Passwort, Geburtstag und „eine Menge technische Daten“. Zudem deuten die Täter weitere entfleuchte Daten größeren Umfangs an: „Something bigger is coming, just wait. You will like it.“ schreiben sie dort. Auf Deutsch: „Etwas Größeres kommt, wartet ab. Ihr werdet es mögen“. Der Eintrag der Cyberkriminellen datiert auf den 16. Februar 2026. Mehr Details gibt es bislang nicht.
Auf Anfrage von heise online erklärte Adidas: „Wir wurden auf einen möglichen Datenschutzvorfall bei einem unabhängigen Lizenznehmer und Vertriebspartner für Kampfsportprodukte aufmerksam gemacht. Es handelt sich dabei um ein unabhängiges Unternehmen mit eigenen IT-Systemen. Wir haben keinerlei Hinweise darauf, dass die IT-Infrastruktur von adidas, unsere eigenen E-Commerce-Plattformen oder unsere Kundendaten von diesem Vorfall betroffen sind.“
Weitergehende Informationen bislang nicht verfügbar
Den Namen des betroffenen Vertriebspartners nennt Adidas hingegen nicht. Ebenso lässt der Hersteller im Dunkeln, welche Daten und in welchem Umfang sie potenziell betroffen sind, da der Lizenznehmer darauf Zugriff hat.
Sollten tatsächlich die von der angeblichen Lapsus$-Gruppe entwendeten Daten Namen und E-Mails sowie den Kontext „Adidas“ umfassen, können Angreifer damit gezielteres Phishing starten. Bei vermeintlichen Nachrichten von Adidas sollten Empfänger daher besondere Vorsicht walten lassen.
Es handelt sich nicht um den ersten IT-Sicherheitsvorfall, der im Kontext des Sportartikelherstellers Adidas bekannt wird. Bereits im Mai vergangenen Jahres haben Kriminelle Daten von Adidas-Kunden abgegriffen. Der Umfang war auch damals unklar. Die Daten bestanden damals „im Wesentlichen aus Kontaktinformationen, die zu Kunden gehören, die unseren Kundendienst in der Vergangenheit kontaktiert haben“, erklärte das Unternehmen dort. Auch da kam es offenbar zum unbefugten Datenzugriff bei einem „beauftragten Kundendienstanbieter“.
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(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Anonymisierendes Linux: Notfallupdate Tails 7.6.1 schließt Lücken im Browser
Die anonymisierende Linux-Distribution Tails ist in Version 7.6.1 erschienen. Die Maintainer bezeichnen die Fassung als Notfall-Release, um wichtige Sicherheitslücken im Tor-Browser zu stopfen.
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Das erklären die Entwickler in der Versionsankündigung von Tails 7.6.1. Der Tor-Browser ist darin auf Version 15.0.9 aktualisiert und schließt damit Sicherheitslücken, die die Browser-Basis Firefox ESR 140.9.1 behandelt. Die Programmierer merken dazu an, dass ihnen noch kein Missbrauch der Schwachstellen in der Praxis bekannt ist.
Weitere Software-Komponenten haben die Tails-Maintainer im gleichen Atemzug ebenfalls auf neuere Stände gebracht. Der Tor-Client kommt in Version 0.4.9.6 mit, Thunderbird in Fassung 140.9.0. Außerdem haben sie Firmware-Pakete aktualisiert, was die Unterstützung neuerer Hardware verbessert, etwa Grafikkarten, WLAN-Dongles und so weiter.
Tails: Aktualisierte Images
Aktualisierte Abbilder gibt es zum Verfrachten auf USB-Sticks sowie als ISO zum Brennen auf DVDs oder zur Nutzung in virtuellen Maschinen. Wer Tails 7.0 oder neuer nutzt, kann über die automatische Upgrade-Funktion auf 7.6.1 aktualisieren.
Tails ist dazu gedacht, auf startbare USB-Sticks gebannt zu werden. Damit lassen sich beliebige Rechner starten, auf denen Tails eine sichere Umgebung bildet. Die ermöglicht durch Nutzung des Tor-Netzes anonymes Bewegen im Internet. So lassen sich etwa Zensurmaßnahmen oder auf Rechner installierte Spyware wie Keylogger umgehen.
Ende März erschien die Hauptversion Tails 7.6. Sie brachte als größere Änderung den Wechsel auf einen einfacheren Passwort-Manager „Secrets“, der den bis dahin verwendeten KeePassXC ersetzt. Außerdem haben die Tails-Entwickler darin die Verbindungsmöglichkeiten verbessert. Die Tor-Bridges, die in Umgebungen nötig sind, in denen Zensoren den regulären Zugang zum Tor-Netzwerk blockieren, lassen sich seitdem basierend auf der geografischen Region auswählen – automatisch.
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(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Google Chrome 147: Update stopft 60 Sicherheitslücken, davon zwei kritische
Wer das Sicherheitsupdate für Google Chrome aus der Nacht zum Mittwoch noch nicht installiert hat, sollte das nun nachholen. Es stopft insgesamt 60 Sicherheitslücken. Davon gelten zwei sogar als kritisch. Immerhin wird bislang wohl noch keine davon im Internet angegriffen.
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Die Release-Ankündigung hat Google erst in der Nacht zum Donnerstag mit Inhalt gefüllt. Die haben es jedoch in sich: Insgesamt 60 Sicherheitslücken schließt die neue Version. Darunter sind zwei in der Machine-Learning-Komponente WebML: ein Heap-basierter Pufferüberlauf erlaubt Angreifern, mit manipulierten HTML-Seiten Schadcode einzuschleusen und auszuführen (CVE-2026-5858, kein CVSS-Wert, Risiko laut Google „kritisch“). Außerdem lässt sich ein Integer-Überlauf in WebML ebenso missbrauchen (CVE-2026-5859, kein CVSS-Wert, Risiko laut Google „kritisch“). Den Entdeckern zahlt Google je Lücke 43.000 US-Dollar Belohnung als Bug-Bounty.
14 weitere Schwachstellen ordnen Googles Entwickler als hohes Risiko ein, 20 als mittleren Bedrohungsgrad und 24 als niedrige Risikostufe.
Aktualisierte Software-Versionen
Die aktuellen Versionsnummern der abgesicherten Chrome-Browser lauten 147.0.7727.49 für Android, 147.0.7727.55 für Linux und 147.0.7727.55/56 für macOS und Windows. Ob die aktualisierte Fassung bereits läuft, verrät der Versionsdialog des Webbrowsers. Der öffnet sich nach Klick auf das Browser-Menü, das sich hinter dem Symbol mit den drei aufeinandergestapelten Punkten verbirgt, und dort dann weiter unter „Hilfe“ – „Über Google Chrome“. Ist der Browser veraltet, startet das den Update-Prozess.
Unter Linux ist dafür in der Regel die Softwareverwaltung der eingesetzten Distribution verantwortlich. In den App-Store der Smartphones sollte ebenfalls eine Aktualisierung vorliegen – die verzögert sich je nach Handy-Modell jedoch oft auch um Tage. Da die Sicherheitslücken in der Chromium-Basis vorliegen, dürften sie auch darauf basierende Webbrowser wie Microsofts Edge betreffen. Nutzer und Nutzerinnen dieser Alternativen sollten ebenfalls nach Aktualisierungen Ausschau halten.
Zuletzt hatte Google am Monatsanfang ein dringendes Update für Chrome veröffentlicht. Auf eine der 21 dort geschlossenen Sicherheitslücken erfolgten da bereits Angriffe im Internet.
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(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
WhatsApp führt Usernamen ein: Messenger-Nutzung ohne Telefonnummer
Drei Jahre hat WhatsApp die Funktion in Betatests erprobt, jetzt wurde offenbar damit begonnen, die Nutzung von Usernamen für erste Nutzer einzuführen. Dies berichtet das Blog WABetaInfo, das regelmäßig über Veränderungen in dem beliebten Messenger berichtet. Angeblich steht die Funktion aktuell nur sehr wenigen Nutzern zur Verfügung und soll langsam in den Apps für Android und iOS ausgerollt werden.
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Mit der Alternative eines Nutzernamens erfüllt WhatsApp einen oft gehörten Wunsch. Durch seine Verwendung müssen Nutzer anderen nicht mehr ihre Mobilfunknummer kundtun, die bislang verwendet wurde, um User im Netzwerk zu finden oder ihnen Nachrichten zu schreiben. Der quelloffene Messenger Signal bietet eine solche Funktion bereits seit dem Frühjahr 2024 allen seinen Nutzern an. Meta hingegen hat sich sehr viel Zeit gelassen.
Blick in die Profileinstellungen lohnt sich
Ob man zum erlesenen Kreis derer gehört, die bereits einen Username einstellen können, ist in den Profileinstellungen ersichtlich. Taucht dort ein neues Feld für den Nutzernamen auf, kann dieses direkt angetippt werden, um diesen festzulegen. Wer nichts angezeigt bekommt, muss sich noch in Geduld üben. Meta selbst hat sich bislang nicht zum Rollout geäußert. Bereits im Oktober 2025 tauchte eine Funktion zur Reservierung von Nutzernamen in Betaversionen auf.
Laut WABetaInfo können nur Nutzernamen neu ausgewählt werden, die noch nicht in den anderen Meta-Netzwerken Facebook und Instagram existieren. Es ist allerdings möglich, den gleichen Nutzernamen zu wählen, wenn man diesen schon in den anderen beiden Netzwerken besitzt. Hierfür sei aber über ein Account Center ein Nachweis nötig. Erst dann sei die Übernahme auf WhatsApp möglich. Die Verwendung eines übergreifenden Nutzernamens ist allerdings mit dem Risiko verknüpft, dass andere etwa auf Grundlage des Instagram-Kontonamens auch auf den WhatsApp-Nutzernamen eines Users schließen können.
Code gegen Spam und Stalking
Wer sich Kontaktanfragen über den Usernamen vom Leib halten möchte, kann einen Code einstellen. Nur wer Nutzernamen und Code kennt, kann dann einen Erstkontakt herstellen. Dies soll gegen Spam und Stalking helfen.
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WhatsApp-Nutzernamen dürfen laut WABetaInfo drei bis 35 Zeichen lang sein und nur aus Kleinbuchstaben, Ziffern, Punkten und Unterstrichen bestehen. Die Anmutung einer Domain oder das Präfix „www.“ sind untersagt. Außerdem muss ein Nutzername mindestens einen Buchstaben enthalten.
(mki)
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