Digital Business & Startups
KI als Stresstest: Was 2026 auf dem M&A-Markt über Erfolg entscheidet
#Gastbeitrag
Nach einer Phase der Anpassung steuert der M&A-Markt auf ein entscheidendes Jahr zu. Hohe Liquidität auf Käuferseite trifft auf ein begrenztes Angebot an überzeugenden Targets. Ein Gastbeitrag von Klaus Wagner und Thorsten Hackspiel (ox8 Corporate Finance).

Politische Unsicherheiten, handelspolitische Spannungen und anhaltende geopolitische Konflikte haben den M&A-Markt 2025 spürbar ausgebremst. Investoren agierten vorsichtiger, Kapital wurde deutlich selektiver eingesetzt und viele Transaktionen aufgeschoben. Zurück blieb ein Markt mit hoher Unsicherheit und einer klaren Verschiebung der Prioritäten. Statt auf schnelle Gelegenheiten setzten Käufer auf Substanz, Belastbarkeit und Zukunftsfähigkeit.
Wir sind überzeugt davon, dass genau dieser Filter nun den Übergang in das Jahr 2026 prägt. Denn während sich der Markt an das neue Umfeld gewöhnt, rücken drei Faktoren in den Vordergrund: Die Widerstandsfähigkeit von Geschäftsmodellen gegenüber technologischen Umbrüchen, allen voran durch Künstliche Intelligenz, eine stärkere regionale Ausrichtung von Small- und Mid-Cap-Deals sowie ein intensiver Wettbewerb um wenige, überzeugend aufgestellte Unternehmen.
KI ist der unangefochtene Prüfstein für Geschäftsmodelle
Eine entscheidende Bewertungsfrage gewinnt branchenübergreifend an Bedeutung: Wie stabil und zukunftsfähig sind Geschäftsmodelle im Umgang mit KI-getriebenen Veränderungen? Künstliche Intelligenz ist längst kein Add-on mehr, sondern ein Stresstest für Unternehmen. Käufer prüfen heute intensiver, wie angreifbar Wertschöpfung, Prozesse und Margen durch Automatisierung und datengetriebene Lösungen sind. Unternehmen mit klarer technologischer Positionierung, eigener Datenbasis und skalierbaren Strukturen gelten als deutlich robuster und stoßen dementsprechend auf höhere Aufmerksamkeit und Bewertungen. Geschäftsmodelle ohne erkennbare Differenzierung geraten dagegen schneller unter Druck.
Viel Kapital, aber wenig überzeugenden Targets: Der Wettbewerb um Qualität nimmt zu
Auf Investorenseite scheint die Ausgangslage für 2026 klar, denn die Liquidität ist hoch und der Anlagedruck steigt. Gleichzeitig ist das Angebot an hochwertigen, widerstandsfähigen Unternehmen begrenzt. In den vergangenen Monaten hat sich dadurch ein spürbarer „Deal-Stau“ aufgebaut: Wir sehen einen Markt, in dem viel Kapital verfügbar ist, während die wirtschaftliche Substanz vieler Unternehmen eher abnimmt. Wenn ein überzeugendes Konzept auf den Markt kommt, ist der Wettbewerb entsprechend intensiv. Investoren greifen also nicht mehr spontan zu. Sie wählen vielmehr gezielt aus und konkurrieren um wenige besonders attraktive Angebote. Wer kein klares Profil oder stabile Erträge vorweisen kann, hat es im Verkaufsprozess entsprechend schwer. Qualität wird damit zum zentralen Preistreiber und zum Engpassfaktor.
Strukturwandel als Chance: Technologie und Healthcare sind 2026 im Vorteil
Technologieunternehmen, B2B-Dienstleister, spezialisierte Nischenanbieter und ausgewählte Healthcare-Segmente stehen dieses Jahr im Fokus von Käufern. Getrieben wird diese Entwicklung weniger von kurzfristigen Trends als davon, dass diese Branchen strukturelle Veränderungen aktiv nutzen und davon profitieren: Digitalisierung und KI verändern Prozesse und Geschäftsmodelle, während Konsolidierung und strategische Zukäufe an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig verstärken der demografische Wandel und anstehende Nachfolgeregelungen den Verkaufsdruck in vielen mittelständischen Unternehmen. Hinzu kommen regulatorische Vorgaben, die den Markt ordnen und damit für klare Gewinner und Verlierer sorgen.
Günstige Bedingungen reichen nicht: Die richtige Vorbereitung ist 2026 entscheidend
Rückenwind kommt dieses Jahr von der Finanzierungsseite: Sinkende Zinsen und eine rückläufige Inflation verbessern die finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Übernahmen. Die Zahlungsbereitschaft auf Käuferseite steigt und Finanzierungen werden wieder planbarer. Doch das allein reicht nicht aus, um Deals einfacher abzuwickeln. Eine günstigere Finanzierung bedeutet aber nicht automatisch eine höhere Bewertung für alle. Sie verschärft vielmehr den Wettbewerb um jene Targets, die strategisch schon überzeugt haben und langfristig in bestehende Wachstumspläne passen. Käufer agieren also weiterhin vorsichtig und politische sowie wirtschaftliche Spannungen prägen das Marktumfeld und begleiten Investitionsentscheidungen. Das Ergebnis ist ein Markt, der 2026 zwar aktiver sein dürfte, zugleich aber deutlich selektiver bleibt. Für Unternehmerinnen und Unternehmer verdichtet sich damit eine klare Botschaft: Der richtige Zeitpunkt für einen Verkauf bemisst sich nicht allein an der aktuellen Performance, sondern an der Visibilität der zukünftigen Entwicklung. 2026 gewinnt im M&A nicht der Verkaufswille, sondern die gründliche und strukturierte Vorbereitung und die bewusste Wahl des richtigen Partners.
Über die Autoren
Klaus Wagner und Thorsten Hackspiel sind Managing Partner und Gründer bei ox8 Corporate Finance, einer Corporate Finance Boutique mit Sitz in Frankfurt. Das Unternehmen begleitet technologie- und wachstumsorientierte Mittelständler in der DACH-Region bei Finanzierungs- und Verkaufsprozessen. Dabei berät ox8 auf der Verkäufer- und Käuferseite (Sell-side und Buy-side) bei Fusionen und Übernahmen (M&A) sowie bei der Kapitalbeschaffung (Growth Capital) für innovative und skalierbare Unternehmen. Das Unternehmen versteht sich als Berater auf Augenhöhe für visionäre Unternehmer, leidenschaftliche Manager sowie strategische Käufer und Finanzinvestoren.
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11 millionenschwere HealthTech-Startups, die derzeit abheben
Alles rund um digitale Gesundheitsthemen (E-Health oder HealthTech) bekommt seit einigen Jahren viel Aufmerksamkeit. HealthTech gehört deswegen auch zu den Segmenten, die sich die viele Investorinnen und Investoren weiter ganz genau ansehen – dies gilt für B2C, aber auch für B2B.
Zu den vielen (jungen und älteren) Health-Startups aus der DACH-Region, die uns in den vergangenen Monaten besonders aufgefallen sind, gehören unter anderem Avelios Medical, Circle Health, Ficus, Remi Health und Wellster HealthTech.
Zudem gab es mit Verkauf des Münchner Health-Startup Kaia Health an Sword Health abermals einen spannenden Exit im Segment (Kaufpreis: 285 Millionen US-Dollar). Kaia Health, 2016 von Konstantin Mehl und Manuel Thurner gegründet, entwickelt digitale Therapien für chronische Erkrankungen (Rückenschmerzen, COPD). In den vergangenen Jahren flossen rund 100 Millionen Euro in Kaia Health.
11 aufstrebende HealthTech-Startups
Avelios Medical
Der deutsche Softwaregigant SAP investierte zuletzt eine ungenannte Summe in Avelios Medical. Das Münchner HealthTech, 2020 von Nicolas Jakob, Sebastian Krammer und Christian Albrecht gegründet, positioniert sich als Krankenhausinformationssystem. Dabei geht es darum, „klinische Prozesse zu optimieren, den Dokumentationsaufwand zu reduzieren und Patientendaten intelligent zu vernetzen – von der Aufnahme bis zur Abrechnung“. Sequoia Capital, Revent und High-Tech Gründerfonds (HTGF) investierten zuvor bereits 30 Millionen Euro in das Unternehmen. Mehr über Avelios Medical
Circle Health
Das Berliner HealthTech Circle Health, 2023 von Peter Malmqvist und Jannik Tiedemann gegründet, möchte sich als „Praxis für Funktionelle Medizin & Prävention“ etablieren. Der Berliner Investor Atlantic, CRB Health Tech (Madrid), Calm/Storm Ventures (Wien) und Kfund (Madrid) investierten zuletzt 9 Millionen Euro (Eigen- und Fremdkapital) in die Jungfirma. Mehr über Circle Health
Ficus
Das HealthTech Ficus aus Berlin, 2024 vom Caspar Health-Gründer Benjamin Pochhammer und Mario Elstner gegründet, hat vor, sich als „KI-Plattform für die Rehabilitation“ zu etablieren. Die Software des Startups, das aus Venture Studio von Merantix hervorgegangen ist, „automatisiert zentrale Prozesse, reduziert administrativen Aufwand und schafft mehr Zeit für die Patient:innenversorgung“, teilt das Team mit. Der Berliner Frühphaseninvestor Redstone, Merantix Capital und Business Angels investierten zuletzt 3 Millionen Euro in die Jungfirma. Mehr über Ficus
Gardia
Das HealthTech Gardia (früher als caera bekannt) aus Soest, bereits 2019 von Marlon Besuch und Michael Hummels als caera gegründet, entwickelt ein mobiles Notrufsystem, „das speziell auf die Bedürfnisse von Senioren zugeschnitten ist“. Der niederländische Investor Peak, amberra, butterfly & elephant, der Accelerator von GS1 Germany, sowie Altinvestoren wie BonVenture, Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures) und Beurer investierten zuletzt 8,5 Millionen Euro in das Unternehmen. Mehr über Gardia
hellomed
Das Berliner HealthTech hellomed, 2022 von Enrico Bernardo, Felix Morawski und Tim Bogdan gegründet, entwickelt mit hellomedOS eine Softwarelösung zur „qualitätsgesicherten Medikationsversorgung“ in der ambulanten und stationären Pflege. Das Ziel dabei, ist insbesondere die „Entlastung von Pflegekräften“. Der Schweizer Investor EquityPitcher Ventures, der Berliner Geldgeber IBB Ventures und zwei.7 sowie Business Angels investierten zuletzt 6 Millionen Euro in das Unternehmen. Mehr über hellomed
Mirantus Health
Beim Berliner HealthTech Mirantus Health, 2022 von Dominik Pederzani und Claus Gruber gegründet, dreht sich alles um Augengesundheit. „Wir helfen Optikern dabei, Augen-Checks durchzuführen und die Ergebnisse professionell auszuwerten“, sagt Gründer Pederzani. Revent, Redstone, Entrepreneur First, Noaber, Arve Capital sowie die Telemedizin-Pioniere Kai Eberhardt (Oviva) und Katharina Jünger (TeleClinic) investierten zuletzt 5,5 Millionen Euro in das Unternehmen.
nyra health
Das Wiener E-Health-Startup nyra health sammelte zuletzt weitere 20 Millionen Euro ein – unter anderem von Armira Growth, Wellington Partners und Crane Venture Partners. Die Jungfirma setzt auf KI-gestützte Therapielösungen für Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen. Zum Unternehmen gehören die Therapiesoftware myReha und das klinische Managementsystem nyra insights. Mehr über HealthTech
Oviva
Das HealthTech-Unternehmen Oviva aus Zürich, 2014 von Kai Eberhardt, Manuel Baumann und Mark Jenkins gegründet, setzt auf „erstattungsfähige digitaler Gesundheitsversorgung“. Schwerpunkt sind dabei derzeit Erkrankungen wie Adipositas und Bluthochdruck. Kinnevik, Planet First Partners, A.P. Moller Holding, Lunate und Co. investierten zuletzt 200 Millionen Euro (Primary- und Secondary-Investment) in das Unternehmen. Insgesamt flossen zuvor bereits rund 115 Millionen in das HealthTech. Mehr zu Oviva
Recare
Das Unternehmen Recare, bereits 2017 von Maximilian Greschke in Berlin gegründet, unterstützt medizinische Einrichtungen mit Hilfe von KI „dabei, administrative Aufgaben zu automatisieren und Arbeitsabläufe über verschiedene Systeme hinweg zu steuern“. Der Versicherungs- und Risikomanagementanbieter DNV, CIBC Innovation Banking und weitere Investoren investierten zuletzt 37 Millionen Euro (einschließlich einer Option von 7 Millionen) in das Unternehmen. Mehr über Recare
Remi Health
Das Berliner HealthTech Remi Health, 2021 von Marvin Abert, Anthony Bielenstein, André Lange und Philipp Henneberg gegründet, möchte sich als „Diagnostics-as-a-Service platform“ etablieren. Zur Idee schreibt das Team: „Operating across multiple European markets, Remi Health partners with leading laboratories and combines decentralised collection, lab connectivity, regulatory compliance, medical oversight, and digital patient experiences into one scalable solution.“ IBB Ventures, Catalpa Ventures, MSD Global Health Innovation Fund und Business Angels investierten zuletzt 3 Millionen in Remi. Insgesamt sammelte das Unternehmen nun bereits 5 Millionen ein. Mehr über Remi Health
Wellster HealthTech
Der britische Growth Debt-Geldgeber Claret Capital investierte zuletzt erneut in Wellster HealthTech. „Insgesamt wurde die bestehende Finanzierungslinie mit Claret Capital Partners auf 10 Millionen Euro erweitert“, teilte das Unternehmen dazu mit. Wellster aus München, 2018 von Manuel Nothelfer und Nico Hribernik gegründet, möchte Onliner:innen „Zugang zu wirksamen medizinischen Behandlungen“ geben. Konkret geht es dabei um Alltagsgesundheit und Themen wie Intimgesundheit und Haarausfall. Zum Unternehmen gehören Marken wie easytest, GoEasy, GoLighter, mySummer, mySpring und Spring. Claret Capital und Mangrove Capital investierten zuvor bereits 20 Millionen US-Dollar in Wellster Healthtech. Das profitable Unternehmen erwirtschaftete 2025 nach eigenen Angaben einen Umsatz in Höhe von 50 Millionen Euro. Mehr über Wellster Healthtech
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Julian Draxler über seine Gründung und Produkttests mit Messi
Draxler und Mostafa gründeten 2021 Haarwald. Nach Jahren der Entwicklung und Tests mit Fußballprofis wie Messi und Neymar ist das Produkt nun im Handel.
Julian Draxler sitzt in Katar, sein Co-Gründer Mustafa Mostafa in Essen, als Gründerszene mit ihnen spricht. Draxler spielt aktuell als Profifußballer beim katarischen Verein Al-Ahli SC und ist für das Gespräch von zu Hause zugeschaltet. Mostafa arbeitet seit 2012 als selbstständiger Friseur in Essen und führt parallel sein eigenes Geschäft. Gemeinsam gründeten sie 2021 Haarwald, eine Haarpflege- und Stylingmarke.
Obwohl Draxler im Gespräch mit kurzem Haarschnitt zu sehen ist, sagt er, dass er das Produkt selbst regelmäßig nutze, auch wenn es gerade nicht nach aufwendigem Styling aussehe.
Vom Friseurtermin zur Gründung
Dabei kennen sich die beiden Gründer laut eigener Aussage schon länger. Draxler sei 2017 Stammkunde bei Mostafa gewesen, hätte sich dort regelmäßig die Haare schneiden lassen. Dabei sei der Fußballer oft mit verschwitzten und nassen Haaren vom Training gekommen. Mostafa hätte dann zu Draxler aus Spaß gemeint: „Ich weiß nicht, wie du deine Haare immer machst, aber du siehst immer aus wie der letzte Idiot.“ Draxler daraufhin: „Wenn du alles besser weißt, dann mach es doch mal selber.“ Was anfangs locker daher gesagt war, entwickelte sich dann zur gemeinsamen Geschäftsidee.
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Wie die beiden das Produkt dann entwickelt hätten? Sie kommen zwar aus verschiedenen Welten, würden sich aber laut Mostafa gut ergänzen. Mostafa sei dabei der „Macher“: Kreativ, impulsiv, und immer mit dem Produkt in der Hand. Dieses hätte er über sein Friseur- und Produzentennetzwerk entwickeln und testen lassen, sagt er.
Draxler hingegen hätte ihn bei seinem großen Elan manchmal etwas bremsen müssen, meinen die beiden. Als Fußballprofi denke er strategisch – und teste ihr Produkt am liebsten unter Extrembedingungen wie Schweiß, Regen und Kamera-Aufmerksamkeit. Mostafa hätte ihm dann immer die überarbeiteten Produkte mit in den Friseurladen gebracht, auch mit Feedback und Unterstützung aus seinem Salon-Netzwerk. „Jedes Feedback hilft, egal ob gut oder schlecht“, betont Mostafa und ergänzt: „Wir haben dann einfach gemacht, es war viel try and error.“
Werbung mit Neymar, Messi und Co.
Draxler habe dabei aber auch das Feedback seiner prominenten Teamkollegen genutzt. Er habe die Produkte großzügig in der Kabine bei seinem damaligen Fußballclub Paris St. Germain verteilt. So kam es, dass Fußballgrößen wie Messi, Neymar und Sergio Ramos das Haarprodukt testen und nutzen durften. Was diese dazu gemeint hätten? „Sie haben es gefeiert und genutzt, der Stock in der Kabine war ziemlich schnell leer“, meint Julian Draxler im Gespräch mit Gründerszene.
Und da er laut eigener Aussage nicht der unbeliebteste in der Kabine gewesen sei, hätten ein paar Spieler sich dann sogar zu spontanen Werbefotos mit dem Produkt bereit erklärt. Draxler habe diese dann Mostafa geschickt, und so die erste Werbekampagne für ihre Marke gestartet. „Das hat uns sicherlich am Anfang auch geholfen, ein bisschen Bekanntheit zu generieren“, sagt Draxler im Gespräch.
Für einen Serverausfall hätte aber jemand anderes gesorgt: Elias Nerlich. Der bekannte deutsche Streamer hat neben anderen Creatorn auch bereits für das Produkt geworben und mit seiner Werbung kurzzeitig die Server lahmgelegt. Draxler: „Darauf waren wir in der Form nicht vorbereitet und es war schon spannend zu sehen, welche Power dahintersteckt. Die Kombi macht es am Ende vermutlich.“
Jahre des Bastelns, bis alles passte
Von der Idee 2017 bis zum finalen Produkt dauerte es viele Proben und rund vier Jahre, bis beide wirklich zufrieden waren. Dabei machten sie laut eigenen Aussagen Tausende Tests, Mostafa sei bei fünf deutschen Fabriken mit der Produktion gescheitert – es sei nicht möglich gewesen, eine ausreichende Qualität zu erreichen. Sie feilten an Geruch, Textur und Halt – mit dem Anspruch, ein Produkt zu entwickeln, das im Alltag genauso funktioniert wie unter Extrembedingungen im Profisport.
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Die Zielgruppe ist dabei bewusst breit gedacht: vom ganz normalen Alltag bis hin zu sportlichen Belastungen. „Wie hält das? Riecht das richtig?“, habe Mostafa Draxler immer wieder gefragt. Irgendwann hätten beide dann kein Verbesserungspotenzial mehr gesehen.
Drogerie-Kampf und große Träume
Nachdem die Online-Verkäufe gut angelaufen seien, hätten die großen Drogerieketten zunächst gezögert. Verpackung und Formel hätten aus ihrer Sicht nicht gepasst. Inzwischen aber stehe Haarwald deutschlandweit in den Regalen aller großen Drogerien. Mostafa sagt: „90 Prozent der Leute kaufen unser Produkt wieder, wenn sie’s testen. Wir liefern echte Friseurqualität für die Drogerie-Märkte.“
Auch bei der Produktentwicklung sei das Startup konsequent vorgegangen. In der Gründungsphase hätten sie so günstig wie möglich produziert, weil die Kosten in der Pandemie stark gestiegen seien. Später seien Verpackung, Haptik und Formeln verbessert worden, unter anderem mit veganen und dermatologisch getesteten Produkten. Das sei bei den kleinen Bestellmengen zwar rund dreimal teurer gewesen und habe auf die Marge gedrückt, sei aber aus dem eigenen Umsatz finanziert worden. Draxler betont dabei: „Es ist alles bootstrapped!“
Für die Erstbestückung in den Drogerien erwarte Haarwald nun Umsätze im hohen sechsstelligen Bereich. Mit guten Abverkäufen wolle das Unternehmen Marktanteile sichern und möglichst schnell in den siebenstelligen Umsatz kommen.
Wie es sei, mit einem Fußballprofi zusammen zu gründen, fragen wir Mostafa noch. „Gut, wir haben voneinander gelernt“, sagt er. Die Freundschaft bilde dabei die Basis der Zusammenarbeit. Draxler sei durch das gemeinsame Projekt offener geworden, während Mostafa vor allem Geduld gelernt habe, meint er. Es sei aber etwas nervig, dass Draxler durch Training und Reisen oft schwer erreichbar sei. Dieser kontert trocken: „Unternehmer sein ist anstrengender als Fußballprofi. Meetings im Office sind für mich herausfordernder als das Training auf dem Platz.“
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