Digital Business & Startups
So lief es für die Ankerkraut-Gründer als Gastlöwen bei DHDL
Die Ankerkraut-Gründer, Anne und Stefan Lemcke, sind als Gastlöwen zurück: Sie investieren gemeinsam mit Frank Thelen 500.000 Euro in das Startup Supernutural, das eine Nussmus-Maschine entwickelt hat.
2016 standen sie selbst noch vor den Investoren, jetzt sitzen sie auf der anderen Seite: Anne und Stefan Lemcke, die Gründer von Ankerkraut, sind in der aktuellen Folge von „Die Höhle der Löwen“ erneut als Gastlöwen dabei. Für das Ehepaar ist es nicht der erste Auftritt auf den Sesseln der Investoren – schon 2021 waren sie als Gastlöwen eingeladen.
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Vom Gewürzregal in die Löwenstühle
Ihre eigene Geschichte in der Sendung begann vor rund zehn Jahren. Damals pitchten die Lemckes ihr Gewürz-Startup vor den Investoren und machten einen Deal mit Frank Thelen. Heute hat das Unternehmen rund 250 Mitarbeitende und erzielt nach eigenen Angaben etwa 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Inzwischen haben die beiden selbst investiert, laut Stefan Lemcke in rund 30 Startups. Jetzt schauen sie sich also bei „Die Höhle der Löwen“ nach potentiellen Investments um.
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Gastlöwe mit Eisbad-Erfahrung
Entspannt bleibt der Job als Gastlöwe allerdings nicht. Beim Pitch des Startups Pool.Down, das ein System für Kältetherapie in der Badewanne entwickelt hat, testet Anne Lemcke das Produkt direkt selbst und steigt in die Eiswanne: „Let’s do it. Dann mache ich das halt mit meinem Kleid, wenn ihr euch alle nicht traut.“ Damit hatte in der Show tatsächlich niemand gerechnet.
Das Startup fordert 200.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile. Einen Deal bekommt das Startup in der Show allerdings nicht. Die Investoren finden die Idee zwar gut, aber halten sie für noch zu unausgereift. Immerhin bleibt der Beweis, dass man für einen Pitch in der Höhle manchmal nicht nur einen kühlen Kopf bewahren muss, sondern gleich den ganzen Körper.
Nusscreme statt Gewürz
Ein Investment für die Gastlöwen gibt es in der Folge trotzdem – und zwar gemeinsam mit Frank Thelen. Die drei investieren in das Startup Supernutural. Die Gründer Amelie und Timo Sperber präsentieren eine Maschine für zu Hause, mit der sich aus ganzen Nüssen frische Nusscreme herstellen lässt.
Eine größere Version der Maschine ist laut den Gründern bereits im B2B-Bereich im Einsatz, etwa in Hotels oder Unternehmen. In der Show geht es nun um die kleinere Variante für Endverbraucher. Die Sperbers bieten 6,25 Prozent ihrer Firma für 500.000 Euro. Stefan Lemke ist sofort begeistert: „Das ist ja wirklich außerordentlich lecker, das muss man wirklich sagen. Acht Prozent muss es aber mindestens sein.“ Weiter sagt er: „Ich finde das Produkt richtig toll. Ich glaube auch wirklich daran, dass man am Produkt noch was ändern kann, damit der Preis runtergeht.“
Die drei Investoren bieten nach Absprache zusammen 500.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile, woraufhin die Gründer das Angebot annehmen. Damit geht die Folge für die Lemckes mit einem Deal zu Ende, aber diesmal als Teil der Investorenrunde. Auf Nachfrage von Gründerszene haben wir von Thelens Sprecher erfahren, dass der Deal mit Supernutural auch nach der Sendung zustande gekommen ist.
Digital Business & Startups
+++ Talon.One +++ Adyen +++ Quantistry +++ Volocopter +++ Solaris +++ Q.ANT +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ Adyen kauft Talon.One (750 Millionen) +++ Quantistry schlittert in die Insolvenz +++ Ein Jahr nach der Rettung: Volocopter präsentiert neues Luftfahrzeug +++ Solaris bündelt seine Aktivitäten in Deutschland +++ Q.ANT expandiert in die USA +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Freitag, 24. April).
#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
#STARTUPTICKER
Talon.One
+++ Mega-Exit in Berlin! Der niederländische Payment-Gigant Adyen übernimmt das Berliner Scaleup Talon.One, das eine Loyalty- und Promotion-Software anbietet. Der Kaufpreis beträgt 750 Millionen Euro. „Talon.One’s co-founders, Christoph Gerber and Sebastian Haas, will reinvest a meaningful portion of their proceeds in newly issued ordinary shares in Adyen, underscoring their long-term commitment to the combined business“, heißt es in einer Pressemitteilung zur Übernahme. Der amerikanische Geldgeber Silversmith Capital Partners, der Late-Stage-Investor Meritech Capital und Altinvestor CRV investierten zuletzt beachtliche 135 Millionen US-Dollar in Talon.One. Zuvor flossen rund 40 Millionen Euro in das Unternehmen. Talon.One, 2015 von Lieferando-Gründer Christoph Gerber und dem RapidApe-Founder Sebastian Haas gegründet, bietet seinen Kundinnen und Kunden die Möglichkeit an, Coupon-Codes, Rabattaktionen, Bündelangebote, Empfehlungs- und Treueprogramme auf einer Plattform zu erstellen und zu tracken und somit das Promotion-Marketing zu optimieren. Für dieses Jahr peilt das Talon.One-Team rund 60 Millionen Annual Recurring Revenue (ARR) an. Rund 300 Mitarbeitende wirken derzeit für Talon.One. Gründer Gerber hielt zuletzt noch 23,6 % an seinem Unternehmen. Sein Mitstreiter Haas war noch mit 12,3 % an Bord. Deutsche Geldgeber waren keine bei Talon.One an Bord. Mehr über Talon.One
Quantistry
+++ Pleite! Das 2018 gegründete Berliner Startup Quantistry, das sich als „Materials Intelligence Platform“ positioniert, ist insolvent. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Philipp Grauer bestellt. Ananda Impact Ventures, Chemovator, ein Ableger von BASF, IBB Ventures und Co. investierten zuletzt 3 Millionen Euro in das Unternehmen. Insgesamt sammelte das Team rund um die Gründer Marcel Quennet, Arturo Robertazzi und Stefan Kupferberg in den vergangenen Jahren rund 4,5 Millionen ein. Zum Konzept der Jungfirma heißt es: „Quantistry transforms the way sustainable materials are designed and discovered through its advanced Saas cloud-native simulation platform powered by Quantum and AI.“ Über die Hintergründe der Insolvenz ist bisher nichts bekannt. Mehr über Quantistry
Volocopter
+++ Lebenszeichen! Das gescheiterte Flugtaxi-Unternehmen Volocopter, das im Frühjahr 2025 vom österreichischen Flugzeughersteller Diamond Aircraft gerettet wurde, gibt ein Lebenszeichen von sich. Das Unternehmen präsentierte gerade „das neu entwickelte Luftfahrzeug VoloXPro – einen elektrisch angetriebenen Ultraleicht-Multicopter“. Rund 160 Mitarbeitende arbeiten derzeit für Volocopter. Zielgruppe des VoloXPro sind unter anderem Flugschulen, Flugsportvereine und Luftsportbegeisterte. Mehr über Volocopter
Solaris
+++ Lesenswert! Das kriselnde Berliner FinTech Solaris plant seine Standorte in Frankreich, Italien und Spanien zu schließen. „Das Berliner Unternehmen will seine Aktivitäten künftig zentraler in Deutschland bündeln. Büros soll es bei Solaris demnach nur noch in Berlin und Frankfurt geben“, berichtet das Handelsblatt. Solaris gehört inzwischen mehrheitlich zum japanischen Unternehmen SBI (80 %). Im März hatte das Team seine Neuausrichtung (Fokus auf KI und Entlassungen) bekannt gegeben. Zuletzt wurde das einstige Unicorn noch mit weniger als 100 Millionen Euro bewertet. (Handelsblatt) Mehr über Solaris
Q.ANT
+++ Expansion in die USA! Das Stuttgarter DeepTech-Unternehmen Q.ANT, das photonische Prozessorlösungen entwickelt, macht sich in den USA breit. „Die Expansion gibt Hyperscalern, Rechenzentren und Innovatoren die Möglichkeit zu eruieren, wie sie mit unseren photonischen Native-Processing-Servern ihren Energieverbrauch senken und gleichzeitig die Rechenleistung steigern können“, berichtet das Team. Das Duquesne Family Office, die Investmentfirma von Stanley F. Druckenmiller, investierte zuletzt in Q.ANT. Cherry Ventures, UVC Partners und Co. punmpten zuvor zudem 62 Millionen Euro in das DeepTech-Unternehmen, 2018 von Michael Förtsch als Spin-off von Trumpf gegründet. Zuletzt gingen wieder vermehrt deutsche Startups auf Expansionskurs. Mehr über Q.ANT
CFO
+++ Die Finanzabteilung wird zum Steuerungszentrum und ist zentral für Wachstum und Resilienz. 2026 wird klar zeigen, in welchen Unternehmen sich dieser Shift vollzieht, wo also Finanzteams gestalten statt zu verwalten. Mehr im Gastbeitrag von Gregory Herbert (Frisbii)
Blinkist
+++ Blinkist ist wieder in Gründerhand. Die Gründer Holger Seim und Tobias Balling halten nun jeweils 50 % an ihrem Unternehmen. „Eine strategische Neuausrichtung hat dazu geführt, dass die Vision, die die Grundlage unseres Exits war, nicht mehr im Fokus steht“, sagt Gründer Seim. Mehr über Blinkist
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ Blinkist-Gründer kaufen ihr Startup zurück (Exit 2023) +++ Spot My Energy übernimmt Messstellenbetrieb von Zählerhelden +++ Goldman Sachs Alternatives investiert 50 Millionen in BLP Digital. Mehr im Deal-Monitor
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3
Digital Business & Startups
500-Millionen-Deal: Das steckt hinter der KI-Fusion von Aleph Alpha und Cohere
Monatelang wurde im Hintergrund verhandelt, jetzt steht der Vertrag. Deutschland und Kanada schließen eine strategische Partnerschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Die beiden wichtigsten KI-Unternehmen der Länder, die Heidelberger Firma Aleph Alpha und das kanadische Cohere, fusionieren. Am Freitag präsentiert Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) die Pläne in Berlin. Gründerszene kennt vorab die wichtigsten Details.
Digital Business & Startups
Ich habe lange versucht, alles allein zu stemmen
#Interview
Gründeralltag – gibt es das überhaupt? „Mit drei Kindern beginnt mein Tag meistens zwischen Brotdosen und Babyflasche“, so Dilan Küçük, Gründerin von NAILD. „Danach: starker Kaffee und ein schneller Blick in die Zahlen“, führt sie weiter aus.

Wie starten ganz normale Gründerinnen und Gründer so in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag? Wie schalten junge Unternehmerinnen und Unternehmer nach der Arbeit mal so richtig ab und was hätten die aufstrebenden Firmenlenker gerne gewusst bevor sie ihr Startup gegründet haben? Wir haben genau diese Sachen abgefragt. Dieses Mal antwortet Dilan Küçük, Gründerin von NAILD. Das 2017 gegründete Startup aus Berlin, das auf Press-on Nails setzt, erwirtschaftet inzwischen einen siebenstelligen Umsatz.
Wie startest Du in einen ganz normalen Startup-Arbeitsalltag?
Mit drei Kindern beginnt mein Tag meistens zwischen Brotdosen und Babyflasche. Danach: starker Kaffee und ein schneller Blick in die Zahlen. Ich brauche einen klaren Überblick über die Performance, erst dann kann ich fokussiert in Meetings oder kreative Themen einsteigen. Mein Mann und ich führen NAILD gemeinsam – also startet unser Tag oft im Team.
Wie schaltest Du nach der Arbeit ab?
Ehrlich gesagt gar nicht immer. Das Gründerinnen-Leben hört im Kopf selten um 18 Uhr auf. Aber ich versuche, bewusste Übergänge zu schaffen, zum Beispiel durch Kochen, Spazieren mit den Kids oder ein Matcha-Date mit mir selbst. Inzwischen weiß ich: Selfcare ist kein Luxus, sondern notwendig, wenn du langfristig brennen willst, ohne auszubrennen.
Was über das Gründer:innen-Dasein hättest Du gerne vor der Gründung gewusst?
Wie einsam es manchmal ist, wenn man niemanden hat, der wirklich versteht, was gerade in deinem Kopf los ist. Deswegen habe ich früh angefangen, mir einen Female Founder Circle aufzubauen. Ohne Austausch, Ehrlichkeit und gegenseitigen Support wäre ich heute nicht da, wo ich bin.
Was waren die größten Hürden, die Du auf dem Weg zur Gründung überwinden musstest?
Ich hatte keine Vorbilder, die aussahen wie ich. Keine Business-Eltern, kein Kapital, keinen „klassischen“ Weg. Ich musste mir alles selbst beibringen und oft doppelt so laut sein, um gehört zu werden. Aber genau deshalb ist NAILD heute eine Marke, die andere ermutigt, sich selbst zu vertrauen.
Was waren die größten Fehler, die Du bisher gemacht hast – und was hast Du aus diesen gelernt?
Ich habe lange versucht, alles allein zu stemmen – aus Angst, die Kontrolle zu verlieren. Dabei habe ich gelernt: Vertrauen ins Team und klare Prozesse sind keine Schwäche, sondern der Schlüssel zu Wachstum. Und: Nicht jede Agentur ist die richtige. Gute Briefings sind Gold wert.
Wie findet man die passenden Mitarbeiter:innen für sein Startup?
Nicht durch CVs, sondern durch Haltung. Wir schauen, ob Menschen unsere Werte teilen, mitdenken und mitwachsen wollen. Wir sind ein kleines Team, da zählt jede Stimme. Wer bei uns arbeitet, muss nicht perfekt sein, aber bereit, Verantwortung zu übernehmen und sich einzubringen.
Welchen Tipp hast Du für andere Gründer:innen?
Zeig dich. Deine Geschichte, deine Vision, deine Haltung. Personal Branding ist kein Buzzword – es ist dein USP und deine größte Chance auf einen nachhaltigen Wachstumstreiber. Und: Hab keine Angst vor deiner eigenen Stimme. Sichtbarkeit schafft Vertrauen: bei Kund:innen, bei Partner:innen und im Team.
Ohne welches externes Tool würde Dein Startup quasi nicht mehr existieren?
Shopify. Unsere gesamte E-Commerce-Infrastruktur läuft über die Plattform. Aber genauso wichtig: WhatsApp. Wir sind ein kleines Team, das super schnell reagieren muss und unsere wöchentliche Kommunikation mit Agenturen läuft größtenteils asynchron über kurze Voice-Memos.
Wie sorgt Ihr bei Eurem Team für gute Stimmung?
Wertschätzung ist der Anfang von allem. Wir feiern kleine Erfolge, sprechen offen über Herausforderungen und lassen Flexibilität zu, wo es möglich ist. Mein Mann und ich arbeiten eng mit dem Team – und wir wissen, wie wichtig es ist, gesehen zu werden, nicht nur als Arbeitskraft.
Was war Dein bisher wildestes Startup-Erlebnis?
Unser erstes Pop-Up-Event in Berlin. Innerhalb von zehn Tagen haben wir alles selbst organisiert – inklusive Matcha-Bar, DJ, Fotowand und hunderten Besucher:innen. Es war chaotisch, emotional und komplett überwältigend. Und genau das hat mir gezeigt: Female Energy ist eine unterschätzte Kraft.
Tipp: Wie sieht ein Startup-Arbeitsalltag aus? Noch mehr Interviews gibt es in unserem Themenschwerpunkt Gründeralltag.
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Naild
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