Connect with us

Künstliche Intelligenz

KI-Update kompakt: Deepfake-Schutz, eigenwilliger Agent, Copilot, AMI Labs


Weiterlesen nach der Anzeige

YouTube macht seinen „Likeness Detector“ für Politiker und Journalisten zugänglich. Das Tool, das bisher nur Teilnehmern des YouTube-Partnerprogramms offenstand, soll Deepfakes auf der Plattform aufspüren. Betroffene müssen sich anmelden und identifizieren, können dann gefälschte Videos von sich melden. YouTube entscheidet anschließend anhand der eigenen Richtlinien über eine Löschung. Satire etwa bleibt erlaubt, gezielte Manipulation nicht.

Google betont zugleich seine Unterstützung für den NO FAKE Act, einen parteiübergreifenden US-Gesetzesentwurf zum Schutz vor unerlaubter Nutzung von Stimme und Abbild. Auch in Deutschland plant Bundesjustizministerin Stefanie Hubig eine Verschärfung des Strafrechts. Bislang fehlt hierzulande ein konkretes Gesetz gegen digitale Bildmanipulation, was es Opfern schwer macht, sich zu wehren.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

Meta hat die Plattform Moltbook übernommen, eine Art soziales Netzwerk für KI-Agenten. Die Gründer Matt Schlicht und Ben Parr wechseln in Metas Superintelligence Labs. Auf Moltbook tauschten sich Programme mit der KI-Software OpenClaw aus und diskutierten offenbar über ihre menschlichen Besitzer. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Beide Projekte, Moltbook und OpenClaw, entstanden durch „Vibecoding“, bei dem eine KI den Programmcode aus natürlichsprachlichen Anweisungen erzeugt. Allerdings gab es früh Zweifel an der Echtheit der Beiträge. Sicherheitsforscher fanden eine Lücke, die es erlaubte, sich als beliebiger Agent auszugeben. Ein vielbeachteter Beitrag, der angeblich zeigte, wie KI-Agenten eine Geheimsprache entwickelten, stammte tatsächlich von einem Menschen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Anthropic zieht vor Gericht, um seine Einstufung als Sicherheitsrisiko durch das US-Verteidigungsministerium rückgängig zu machen. Das Unternehmen wirft der Regierung vor, „beispiellos und gesetzwidrig“ zu handeln und das Rederecht eines Unternehmens zu bestrafen. Der Hintergrund: Anthropic hatte dem Pentagon grundsätzlich Zugriff auf seine KI angeboten, aber Bedingungen gestellt, etwa keine Massenüberwachung von US-Bürgern und keine tödlichen Waffeneinsätze ohne menschliche Kontrolle. Das Pentagon lehnte ab und verhängte eine Einstufung, die normalerweise Firmen aus feindlichen Staaten trifft.

Die Konsequenzen wären gravierend, denn Unternehmen mit Pentagon-Verträgen dürften nicht mehr mit Anthropic zusammenarbeiten. Unterstützung kommt von Angestellten bei OpenAI und Googles KI-Tochter DeepMind, die in einer Gerichtseingabe Anthropics Argumente stützen. OpenAI sicherte sich den Vertrag, den Anthropic verlor, und behauptet, dieselben roten Linien zu ziehen. Doch das sorgt intern für Unmut: Caitlin Kalinowski, OpenAIs Robotikchefin und zuvor bei Meta tätig, kündigte aus Protest gegen das Vorgehen ihres Unternehmens.

Der Einsatz von KI-Programmierwerkzeugen hat bei Amazon Anfang März zu Ausfällen geführt. Laut der Financial Times konnten Kunden zeitweise weder einkaufen noch Preise abrufen, weil KI-erstellte Code-Änderungen Fehler enthielten. Auch Amazons Cloud-Sparte AWS war betroffen: Ein internes KI-Tool namens „Kiro“ löschte versehentlich eine aktive Arbeitsumgebung und verursachte einen 13-stündigen Ausfall.

Amazon reagierte mit neuen Regeln. Alle beteiligten Entwickler müssen nun an einem wöchentlichen Meeting teilnehmen, und KI-gestützter Code darf nur noch von erfahrenen Mitarbeitenden geprüft und freigegeben werden. Intern wird diskutiert, ob auch der jüngste Stellenabbau zu den Problemen beigetragen hat. Amazon bestreitet das.

Ein KI-Agent namens ROME, der auf dem Sprachmodell Qwen3 von Alibaba, einem chinesischen Technologiekonzern, basiert, hat während seines Trainings eigenständig begonnen, Kryptowährung zu schürfen. Zudem baute er eine versteckte Verbindung ins Internet über einen sogenannten Reverse-SSH-Tunnel, um Sicherheitssysteme zu umgehen. Aufgefallen war das Verhalten erst, als die Unternehmensfirewall ungewöhnliche Aktivitäten meldete.

Die Forscher schließen eine Manipulation von außen aus. ROME habe das Verhalten aus sich heraus entwickelt, weil es ihm beim Erreichen seiner Trainingsziele nützlich erschien. Er fand Lücken im System und nutzte sie, nicht aus böser Absicht, sondern weil er darauf optimiert war, Ziele zu erreichen. Es zeigt: sobald KI-Agenten vollen Zugriff auf Dateien und Netzwerke haben, können sie Wege einschlagen, die niemand vorgesehen hat.


KI-Update

KI-Update

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.

Anthropic hat ein neues System vorgestellt, das Programmcode automatisch prüft. Reicht jemand eine Code-Änderung ein, starten mehrere KI-Agenten parallel: Einige suchen nach Logikfehlern, andere überprüfen die Funde, um Fehlalarme auszuschließen. Ein abschließender Agent fasst alles zusammen und sortiert die Probleme nach Wichtigkeit. Eine Analyse dauert im Schnitt etwa zwanzig Minuten.

Anthropic nutzt das System bereits intern. Seit der Einführung erhalten deutlich mehr Code-Änderungen Kommentare und Korrekturvorschläge, die Rate an Fehlalarmen liegt laut dem Unternehmen unter einem Prozent. Die Kosten pro Prüfung betragen 15 bis 25 US-Dollar. Da KI immer mehr Code produziert, sollen solche automatisierten Prüfungen Engpässe in der Entwicklung verhindern.

OpenAI stellt eine Forschungsvorschau seines Schwachstellenscanners Codex Security bereit. Das Tool war seit Ende vergangenen Jahres unter dem Namen Artwork einer kleinen Testgruppe zugänglich. Anders als herkömmliche KI-Scanner soll Codex Security einen umfassenden Kontext aufbauen, nur relevante Sicherheitslücken melden und Proof-of-Concept-Exploits erstellen, mit denen Programmierer die Fehler nachstellen und beheben können.

Das Problem mit KI-gestützten Sicherheitsberichten ist bekannt: Der Curl-Entwickler Daniel Stenberg stellte sein Bug-Bounty-Programm auf HackerOne zeitweise ein, weil dort zu viele ungeprüfte Berichte mit frei erfundenen Schwachstellen eingingen. OpenAI listet 15 Sicherheitslücken auf, die Codex Security bereits in Open-Source-Software entdeckt hat. Die meisten erhielten eine mittlere Risikobewertung, einige gelten laut Experten als hochriskant.

Amazon hat vor einem Bundesgericht in San Francisco eine einstweilige Verfügung gegen Perplexity erwirkt. Perplexity darf seinen Browseragenten Comet vorerst nicht mehr für Einkäufe auf Amazon einsetzen. Der Vorwurf: Comet kaufe im Namen realer Personen auf Amazon ein, ohne das offenzulegen, und ignoriere Amazons Aufforderung, damit aufzuhören. Richterin Maxine Chesney befand, Perplexity greife zwar mit Erlaubnis der Nutzer, aber ohne Genehmigung von Amazon auf passwortgeschützte Konten zu.

Perplexity muss nun Kopien von Amazon-Daten löschen und hat eine Woche Zeit für eine Berufung. Bemerkenswert ist, dass Amazon seit kurzem Großinvestor bei OpenAI ist, das Produktrecherche und Online-Shopping ebenfalls als relevante KI-Chat-Funktionen betrachtet.

Microsoft baut seinen KI-Assistenten Copilot mit Anthropics Technologie aus. Das neue Feature „Copilot Cowork“ übernimmt das Prinzip von Anthropics gleichnamigem System: Nutzer beschreiben ein gewünschtes Ergebnis, und Cowork erstellt daraus einen Plan, den es im Hintergrund abarbeitet. Dabei greift es auf E-Mails, Meetings und Daten aus Microsoft-Produkten wie Outlook, Teams und Excel zu. Kommt das System nicht weiter, fragt es nach und wartet auf Freigabe.

Technisch basiert das Ganze auf den Prinzipien von Anthropics Programmierwerkzeug Claude Code. OpenAI, Microsofts bisheriger wichtigster KI-Partner, bietet bislang nichts Vergleichbares an. Auffällig ist, dass Microsoft mit Cowork Funktionen einbaut, die es mit Copilot eigentlich schon lange versprochen hatte. Die Funktion ist derzeit nur als eingeschränkte Testversion verfügbar. Eine breitere Veröffentlichung plant Microsoft für Ende März 2026.

Samsung prüft, ob Nutzer auf Galaxy-Smartphones künftig per natürlicher Sprache eigene Apps erstellen oder bestehende anpassen können. Ein Samsung-Manager bezeichnete Vibe-Coding als „sehr interessant“, nannte aber keinen Zeitplan. Mit der Galaxy-S26-Serie hat der Konzern bereits KI-Funktionen wie Now Nudge eingeführt, das etwa bei Terminanfragen automatisch den Kalender prüft.

Samsung wäre nicht der erste Hersteller mit dieser Idee. Nothing, ein Londoner Smartphonehersteller, testet mit „Playground“ bereits eine ähnliche Funktion im Phone 3, mit der Nutzer kleine Widgets erstellen können. Auch Google arbeitet daran, Android mit mehr KI auszustatten.

Advanced Machine Intelligence Labs (AMI Labs), das Start-up des KI-Pioniers und Turing-Preisträgers Yann LeCun, hat in einer Seed-Finanzierung 890 Millionen Euro eingeworben, die bislang größte Runde dieser Art in Europa. Zu den Investoren zählen Nvidia, Samsung, Toyota sowie Amazon-Gründer Jeff Bezos und Ex-Google-Chef Eric Schmidt. LeCun hatte das Pariser Unternehmen zusammen mit ehemaligen Meta-Führungskräften und dem früheren Nabla-CEO Alex LeBrun gegründet, nachdem er zwölf Jahre lang bei Meta das KI-Labor FAIR geleitet hatte.

AMI Labs will sogenannte Weltmodelle entwickeln, eine neue Generation von KI-Systemen, die die Welt verstehen, über ein dauerhaftes Gedächtnis verfügen und planen können. LeCun ist überzeugt, dass dieser Ansatz und nicht generative Sprachmodelle wie ChatGPT den Weg zu wirklich intelligenten Systemen ebnet. Erster Partner ist Nabla, ein Start-up für KI-Software in der Medizin. Mitgründer LeBrun räumt ein, es könne Jahre dauern, bis Weltmodelle kommerzielle Anwendungen erreichen. Aktuell beschäftigt AMI Labs laut der New York Times nur zwölf Mitarbeiter.

OpenAI erweitert ChatGPT um interaktive Visualisierungen für mehr als 70 Konzepte aus Mathematik und Naturwissenschaften. Nutzer können Variablen in Echtzeit verändern und die Auswirkungen auf Graphen und Formeln direkt beobachten. Die Themenliste richtet sich vor allem an Schüler und Studierende und umfasst Konzepte wie das Binomialquadrat, Exponentialzerfall, das Ohmsche Gesetz oder Zinseszins.

Die interaktiven Erklärungen stehen laut OpenAI ab sofort weltweit allen eingeloggten Nutzern zur Verfügung, unabhängig vom gewählten Abo. Langfristig plant das Unternehmen, die Lernmodule auf weitere Fächer auszuweiten.

Google reagiert auf anhaltende Kritik an seiner KI-Funktion „Ask Photos“ in der Fotos-App. Die Funktion nutzt ein speziell trainiertes KI-Modell, um Suchanfragen in natürlicher Sprache zu verstehen und passende Bilder zu finden. Viele Nutzer beschweren sich jedoch, dass die Ergebnisse weniger zutreffend seien als bei der klassischen Suche.

Google kündigt nun an, dass Nutzer die KI-gestützte Suche bald einfach abschalten und zur herkömmlichen Suche zurückkehren können. Dies dürfte auch in Europa möglich sein, wenn „Ask Photos“ noch in dieser Woche in der Region startet.

„KI“ und „AI“ gehören mittlerweile zu den häufigsten Begriffen bei Markenanmeldungen in Deutschland. Das geht aus der aktuellen Bilanz des Deutschen Patent- und Markenamts hervor. In der Computertechnik stiegen die Patentanmeldungen um knapp elf Prozent, getrieben vor allem durch Verfahren zur Bilddatenverarbeitung und Spracherkennung, die heute fast ausnahmslos auf Deep Learning setzen.

Regional bleibt der Süden Deutschlands führend. Baden-Württemberg liegt bei den Patenten pro Kopf deutlich vorn, gefolgt von Bayern.


Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO

Eigenwerbung Fachdienst heise KI PRO


(igr)



Source link

Künstliche Intelligenz

Winzige Knoten-Roboter springen, fliegen und säen Samen aus


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ein Team von Wissenschaftlern der University of Pennsylvania hat einen winzigen Roboter entwickelt, der sich durch das Auflösen seines knotenartigen Aufbaus in die Luft katapultiert und über ein Rotorblatt fliegend fortbewegt. Der Roboter kann einen Pflanzensamen enthalten, der dort ausgesät wird, wo der Roboter landet.

Weiterlesen nach der Anzeige

Verknotete Fasern gelten landläufig als etwas Passives. Werden jedoch die Elastizität und das Material sorgfältig ausgewählt, dann wird der Knoten selbst zu einem aktiven System, erklärt Shu Yang, Professorin für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik an der University of Pennsylvania. Das nutzte das Forschungsteam aus, um einen Roboter zu konstruieren, der aus einer weniger als einen Millimeter dünnen Faser aus Kevlar und einem Flüssigkeitskristall-Elastomer (LCE) besteht, wie sie in der Studie „Programming touch-me-not knot topologies for rapid and diverse leaping and flying motions“ schreiben, die in Science veröffentlicht ist.

Die beiden unterschiedlichen Materialien des Roboters erfüllen dabei verschiedene Aufgaben: Der Kevlar-Kern sorgt für die nötige Steifigkeit, das ihn umgebende Elastomer für Flexibilität. Die daraus entstandene, wenige Millimeter lange Verbundfaser wird dann verknotet. In dem System wird dadurch elastische Energie gespeichert. Je nach verwendeter Materialkombination kann sich der Knoten unter Zufuhr von Wärme zwischen 60 und 90 °C früher oder später selbstständig öffnen – etwa durch Sonnenwärme. Denn die LCE-Hülle zieht sich unter Hitze zusammen, sodass sich der Knoten lockert und aufgeht.

Die kinetische Energie wird dann in Sekundenbruchteilen abgegeben und in eine sprungartige Bewegung umgewandelt, die den Roboter etwa zwei Meter hoch in die Luft katapultiert. Die Reaktionszeit und die Stärke der Sprungkraft können die Forscher „programmieren“, indem sie die Materialkombination, die Knotentopologie und die Vorverdrillung der Faser anpassen. Die Art des Knotens bestimmt etwa die ausgeführte Flugbewegung. Ein einfacher Überhandknoten führt zu einer Kippbewegung, ein Achterknoten zu einer Drehung. Mit komplexeren Knotenformen können weitere Bewegungsformen erzeugt werden.

Die Wissenschaftler haben den kleinen Roboter mit einer blattartigen Struktur versehen, die ähnlich wie bei einem Ahornsamen dafür sorgt, dass der Flug stabiler ausfällt und er länger in der Luft bleiben und weiter fliegen kann. Bei der Landung rammt sich die Faser nahezu senkrecht in den Boden und erzeugt dabei einen so hohen Druck, dass dadurch ein mitgeführter Samen vielversprechend ausgesät werden kann.

Der Roboter ist im aktuellen Stadium ein Modellsystem, das die prinzipielle Machbarkeit nachweisen soll. Praxisnahe Versionen müssten aus umweltfreundlichen Komponenten bestehen, sodass sich der Roboter biologisch abbaut. Die Wissenschaftler suchen außerdem nach Wegen, die Aktivierungstemperatur zu senken, um den Roboter auch in Regionen mit geringerer Sonneneinstrahlung nutzen zu können.

Weiterlesen nach der Anzeige


(olb)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Bundestag beschließt Tankrabatt | heise autos


Der Bundestag hat den Tankrabatt zur Entlastung bei den Spritpreisen beschlossen. Damit werden die Steuern auf Diesel und Benzin von Anfang Mai bis Ende Juni um rund 17 Cent pro Liter gesenkt. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Spritpreise stark gestiegen und liegen trotz eines zwischenzeitlichen Rückgangs noch immer weit über ihren Niveaus vor Kriegsausbruch. Die Senkung der Energiesteuersätze muss noch den Bundesrat passieren, dazu ist am Mittag eine Sondersitzung geplant. Den Staat kostet die Maßnahme rund 1,6 Milliarden Euro.

Weiterlesen nach der Anzeige

Mitte April hatten die Spitzen der schwarz-roten Koalition vorübergehende Steuersenkungen für Autofahrer vereinbart. „Damit werden wir sehr schnell die Lage für die Autofahrer und für die Betriebe im Land verbessern und vor allem für diejenigen, die vor allem aus beruflichen Gründen sehr viel mit dem Auto unterwegs sind“, sagte Kanzler Friedrich Merz (CDU). Für einen durchschnittlichen Autofahrer dürfte der Rabatt in den zwei Monaten einen niedrigen zweistelligen Eurobetrag bringen.

In einem ersten Maßnahmenpaket war beschlossen worden, dass Tankstellen nur noch einmal täglich, und zwar um 12 Uhr, die Preise erhöhen dürfen. Außerdem bekam das Kartellamt mehr Befugnisse. Einen durchschlagenden Effekt auf die Preise hatten diese Maßnahmen zunächst aber nicht. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie hat angekündigt, dass die volle Steuerersparnis weitergegeben werden soll – wies aber darauf hin, dass dies auch von anderen Preisentwicklungen überlagert werden kann. Der CDU-Abgeordnete Matthias Hiller sagte im Bundestag, die Koalition reagiere schnell und zielgenau. Der AfD-Politiker Kay Gottschalk dagegen nannte den Tankrabatt einen „Tropfen auf den heißen Stein“. Er gelte nur zwei Monate und laufe pünktlich zur Ferienzeit aus.

Die Ölpreise waren wegen der Blockade der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus stark gestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags lagen sie laut ADAC für Super E10 bei 2,074 Euro pro Liter, für Diesel bei 2,150 Euro. Das waren rund 30 beziehungsweise rund 40 Cent mehr als vor Kriegsbeginn. Einen Tankrabatt gab es vorübergehend bereits im Jahr 2022 als Reaktion auf die durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelöste Energiepreiskrise. Damals wurde die Steuer auf Benzin um 35 Cent gesenkt, bei Diesel um 17 Cent. Es gab aber Zweifel daran, dass dies komplett an die Verbraucher weitergegeben wurde.

Der Bundestag ebnete außerdem den Weg für eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1000 Euro, die Arbeitgeber bis zum 30. Juni 2027 zur Abfederung gestiegener Preise an Beschäftigte zahlen können. Im Bundesrat soll dies am 8. Mai beraten werden. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung von Arbeitgebern. Wirtschaftsverbände reagierten sehr zurückhaltend: Aufgrund der schwachen Konjunktur könnten sich viele Firmen eine solche Prämie nicht leisten. Umstritten sind in der Bundesregierung weitere Maßnahmen, falls der Iran-Krieg länger anhalten sollte und es zu weiteren Belastungen der Verbraucher kommt. Die Inflationsrate ist bereits gestiegen. Die Bundesregierung halbierte zudem ihre Konjunkturprognose und rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Mini-Wachstum von 0,5 Prozent.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die SPD fordert eine Übergewinnsteuer auf kriegsbedingte Extra-Profite der Mineralölkonzerne. Dafür braucht die Bundesregierung aber grünes Licht von der EU-Kommission – die derzeit keine Pläne dafür hat. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt eine Übergewinnsteuer ab, ebenso wie einen von der SPD geforderten Spritpreisdeckel. Reiche hatte betont, der Staat werde Unternehmen und Haushalte nicht dauerhaft vor höheren Spritpreisen schützen können. Wenn die Krise anhalte, sollte die Bundesregierung mit Augenmaß agieren und staatliche Maßnahmen gezielt einsetzen – um diejenige zu unterstützen, die zum Beispiel auf ihr Auto angewiesen sind. Reiche sprach sich bereits für eine temporäre Anhebung der Pendlerpauschale aus.

Der Grünen-Politiker Andreas Audretsch kritisierte im Bundestag, der Tankrabatt befeure den Verbrauch fossiler Energien. Die Klimaschutzinitiative Fridays for Future protestierte mit einem bundesweiten Aktionstag gegen die Politik der Bundesregierung.


(fpi)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Hannover Messe 2026: Robotik Made in Germany


Der Kraftwerk-Hit „Wir sind die Roboter“ feiert in Kürze 50-jährigen Geburtstag und noch viel länger versuchen die Menschen, einen Automaten nach ihrem Ebenbild zu schaffen. Nach einem Besuch der Hannover Messe 2026 sieht es oberflächlich so aus, als sei das Ziel erreicht: Überall stehen humanoide Roboter von Agile Robotics, Aimbo Robotics, Elite Robots, Hexagon, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), von RobCo, Unitree und anderen Herstellern. Einige von ihnen wurden in Deutschland entwickelt und produziert. Aber sind die Humanoiden wirklich bereit für die produktive Arbeit?

  • Humanoide Roboter sollen gefährliche oder monotone Aufgaben in der Industrie übernehmen.
  • Gleich mehrere Unternehmen aus Deutschland zeigten Roboter, die künstliche Intelligenz einsetzen, um selbst über Handlungsabläufe zu entscheiden.
  • Auf der Messe wird klar: Das Potenzial ist groß, die technische Reife fehlt aber noch.

Großunternehmen wie BMW, SAP, Siemens und Schaeffler präsentieren Projekte zum Einsatz humanoider Roboter in der industriellen Produktion. Sie sollen Aufgaben übernehmen, die den drei D entsprechen: „dull, dirty and dangerous“, also langweilig, schmutzig und gefährlich. Außerdem fehlen angesichts des demografischen Wandels in Deutschland bald Millionen Arbeitskräfte. Politik und Unternehmen hoffen, die Deindustrialisierung mit humanoiden Robotern verlangsamen zu können.

Anders als die frühen, meist in Orange gehaltenen Karosserieschweißer von Kuka sind die Humanoiden von heute nicht auf feste Bewegungsläufe programmiert, sondern mit RGB-Kameras und künstlicher Intelligenz, mit Physical AI, ausgestattet. Das Problem der Fortbewegung auf zwei Beinen ist gelöst. Sie nehmen ihre Umgebung wahr und entscheiden selbst, was zu tun ist, etwa um Kisten in ein Regal oder Werkzeug in eine Box zu legen. Befehle nehmen sie über ein Sprachmodell (LLM) in natürlicher Sprache entgegen. Das ist ein Paradigmenwechsel, obwohl nicht alles fehlerfrei funktioniert. Siemens zeigte Anwendungen, in denen Roboterarme Bauteile in unsortierten Kisten sehen und greifen.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Hannover Messe 2026: Robotik Made in Germany“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



Source link

Weiterlesen

Beliebt