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852 Milliarden US-Dollar: Höhenflug von Anthropic stellt OpenAI-Bewertung infrage
OpenAI gerät durch Anthropic nicht nur technisch, sondern auch finanziell unter Druck. Während der Konkurrent zuletzt mit neuen Funktionen regelmäßig vorlegte, verlagerte OpenAI den Fokus verstärkt auf Vereinbarungen und das Stoppen laufender Projekte. Inzwischen wächst unter Investoren die Skepsis gegenüber der hohen Bewertung.
Wenn OpenAI anfängt zu laufen, ist Anthropic schon da
Dies geht aus einem Bericht der Financial Times hervor. Zuletzt sorgte Anthropic mit seinem neuen Spitzenmodell Claud Mythos für Aufsehen, dessen Leistungsfähigkeit insbesondere beim Aufspüren und Ausnutzen von Sicherheitslücken bislang als unerreicht gilt. Erst rund eine Woche später stellte OpenAI mit ChatGPT 5.4 Cyber ein eigenes KI-Modell mit vergleichbaren Funktionen vor, das ebenfalls mit strikten Zugriffsbeschränkungen versehen wurde.
Da Anthropic in mehreren Bereichen die Führungsrolle einnimmt, während OpenAI sich nach Meinung einiger Experten zunehmend verzettele, wächst der Unmut unter Investoren. Zwar zielt die stärkere Ausrichtung auf den Unternehmensmarkt darauf ab, sich direkter mit Anthropic zu messen und zugleich den Verbrauchermarkt zu verteidigen, dennoch sehen einige Investoren die Gefahr, dass diese Strategie sowohl Anthropic als auch Google zusätzlichen Auftrieb verleiht und OpenAIs Position als Marktführer gefährden könnte.
Investoren werden zunehmend nervös
Für nicht wenige Investoren entstehen dadurch zu viele parallele Baustellen, weshalb OpenAI inzwischen als ein „zutiefst unkonzentriertes Unternehmen“ bezeichnet wird. In diesem Zusammenhang wird hinterfragt, warum der Konzern seinen Fokus auf Unternehmenskunden und Code legt, obwohl mit ChatGPT ein Produkt mit rund einer Milliarde Nutzern existiert, das jährlich um 50 bis 100 Prozent wächst.
Offenbar wurde OpenAI vom rasanten Aufstieg Anthropics überrascht. Zunächst war angenommen worden, dass die Einstufung durch das Pentagon als Lieferkettenrisiko dem Unternehmen in den USA erheblich schaden würde. Diese Einschätzung bestätigte sich jedoch nicht: Durch das Festhalten an eigenen Positionen und die Weigerung, Massenüberwachung im Inland sowie die Steuerung autonomer Waffensysteme technisch zu ermöglichen, gewann Anthropic zahlreiche neue Nutzer hinzu. Die mobile App von Claude stieg im App Store von Apple an die Spitze der kostenlosen Anwendungen, während sich OpenAI nach der Übernahme des entsprechenden Vertrags hingegen nicht nur mit interner Kritik konfrontiert sah. Als Folge trat nur kurze Zeit später eine Führungskraft aus der Robotik-Abteilung zurück, während zahlreiche Nutzer ChatGPT verließen und es zu einer hohen Zahl an Deinstallationen kam.
Konkurrenz holt auch finanziell auf
Auch finanziell setzt Anthropic zum Überholen an: Der Run-Rate-Umsatz, eine Kennzahl zur Hochrechnung des aktuellen Umsatzes auf ein Gesamtjahr, lag Ende 2025 noch bei rund 9 Milliarden US-Dollar und könnte im laufenden Jahr auf 30 Milliarden US-Dollar steigen. Der von OpenAI im Februar dieses Jahres annualisierte Umsatz soll hingegen bei etwa 25 Milliarden US-Dollar liegen. Zwar erschweren unterschiedliche Bilanzierungsmethoden einen direkten Vergleich, dennoch nimmt die Nervosität unter Investoren zu. Dies dürfte auch Denise Dresser, Chief Revenue Officer bei OpenAI, zu einer internen Mitteilung veranlasst haben, in der sie Anthropic vorwirft, seinen Umsatz „um rund 8 Milliarden US-Dollar“ überbewertet zu haben, indem das Unternehmen „die Umsatzanteile mit Amazon und Google hochgerechnet“ habe. Gleichzeitig räumte sie ein, dass Anthropics „Fokus auf der Programmierung ihnen einen frühen Vorsprung“ im Wettbewerb um Unternehmenskunden verschafft habe, betonte jedoch, dass der Markt OpenAI gehöre.
Die wachsende Aufmerksamkeit für Anthropic könnte aber noch Gründe haben: Die hohe Bewertung von OpenAI erschwert Investoren zunehmend den Einstieg, da für die nächste Finanzierungsrunde von einer IPO-Bewertung von 1,2 Billionen US-Dollar ausgegangen wird. Anthropic wird hingegen aktuell mit „nur“ 380 Milliarden US-Dollar bewertet, was Beteiligungen erleichtert. Die jüngsten Erfolge des Unternehmens verstärken die Attraktivität zusätzlich, während bei OpenAI die Sorge wächst, es könne „im Niemandsland“ zurückbleiben. Laut dem Bericht werden die häufigen strategischen Kurswechsel von vielen Investoren als Zeichen fehlender Orientierung gewertet. Jai Das, Präsident der Investmentfirma Sapphire Ventures, bezeichnete OpenAI zuletzt als „das Netscape der KI“ und zog damit einen Vergleich zu dem einst dominierenden Internetunternehmen, das lange Zeit den Browser-Markt beherrschte und das später von Microsoft überholt und schließlich von AOL übernommen wurde.
Hohe Abbruchrate bei Projekten
Auch die zunehmende Verzettelung in schwer nachvollziehbare Entscheidungen sorgt für Kritik. So soll OpenAI-CEO Sam Altman Ende des vergangenen Jahres einen „Code Red“ ausgerufen und die Belegschaft angewiesen haben, sich stärker auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, nicht zuletzt zur Kostensenkung. Gleichzeitig sollten Nebenprojekte gestoppt werden. Nur zwei Wochen später gab das Unternehmen laut einem Investor jedoch „einige hundert Millionen Dollar“ für den Kauf der Tech-Talkshow TBPN aus. Eine Führungskraft erklärte dies damit, dass es sich nicht um ein Nebenprojekt handele, da keine Rechenressourcen gebunden würden. Für viele Investoren bleibt dieser Schritt dennoch unverständlich. Ähnlich kritisch wird die Einstellung des Videogenerators „Sora“ gesehen, die dazu führte, dass Disney eine geplante Investition von einer Milliarde US-Dollar zurückzog. Zudem hat Microsoft rechtliche Schritte angekündigt, falls die neue 50-Milliarden-Dollar-Partnerschaft von OpenAI mit Amazon gegen bestehende Exklusivvereinbarungen im Cloud-Bereich verstoßen sollte.
Ebenso kommt das vor zwei Jahren mit hohen Erwartungen gestartete „Project Stargate“ nur schleppend voran. Ziel des Projekts ist der weltweite Aufbau und Ausbau von Rechenzentren gemeinsam mit Partnern, um Kapazitäten für eigene KI-Modelle zu schaffen. Im Juli 2025 wurde jedoch bekannt, dass das ursprünglich auf 500 Milliarden US-Dollar angesetzte Budget auf etwa 100 Milliarden US-Dollar reduziert wurde. Zuletzt wurden zudem Stimmen laut, wonach das Projekt „Stargate UK“, ein Infrastrukturvorhaben in Zusammenarbeit mit Nvidia zur Unterstützung Großbritanniens beim Ausbau eigener Rechenkapazitäten, ebenfalls pausiert werde. Als Gründe wurden hierfür neben regulatorischen Hürden insbesondere die hohen Energiekosten angeführt.
Zudem wurde der bereits Ende des vergangenen Jahres angekündigte Erwachsenen-Modus für ChatGPT erneut und nun auf unbestimmte Zeit verschoben.
Expansion und Forderung nach Blick auf das Kerngeschäft
Gleichzeitig verfolgt OpenAI weiterhin ambitionierte Expansionspläne und will die Belegschaft bis Jahresende auf rund 8.000 Mitarbeiter ausbauen, was nahezu einer Verdopplung entspricht. Parallel dazu soll der Anteil des Unternehmensgeschäfts am Gesamtumsatz von derzeit rund 40 Prozent auf 50 Prozent steigen.
Für viele Investoren gewinnt daher die Forderung an Gewicht, OpenAI müsse sich wieder stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren: „Als Unternehmen kann man nicht an 30 verschiedenen Fronten konkurrieren“, zitiert der Bericht einen als einflussreich beschriebenen Investor.
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ROG NUC 16 Edition 20: Mini-PC mit Intel, RTX 5090 und 128 GB CSODIMM-6400

Das Sondermodell ROG NUC 16 Edition 20 zum ROG-Jubiläum in diesem Jahr setzt das bekannte Motto um: Klotzen statt kleckern! Und so packt das Unternehmen Asus in den Mini-PC bekannter Bauart alles, was man heutzutage auf so kleinem Raum doch unterbringen kann, gekrönt von einer RTX 5090 Laptop GPU mit 175 Watt.
Einen ROG NUC 16 gibt es eigentlich schon, die Top-Ausstattung endet bisher bei einer RTX 5080 mit 16 GByte VRAM. Die in der Sonderedition verbaute RTX 5090 bringt stets 24 GByte GDDR7 mit, mit 175 Watt läuft sie zudem „unlimitiert“.
Ebenfalls nahezu unlimitiert fällt der Speicherausbau aus. 128 GByte in Form von nur zwei Modulen zu verbauen, ist schon eine anspruchsvolle Aufgabe für sich, soll es dann auch noch CSODIMM nach DDR5-6400-Standard sein, wird es extrem übersichtlich. Als Prozessor verbaut Asus dafür nur das aktuell schnellste mobile Produkt von Intel, den Core Ultra 9 290HX Plus mit einer TDP von bis zu 75 Watt.
Die Explosionsdarstellung des ROG NUC 16 auf der Messe offenbart etwas mehr, wie es im Inneren aussieht – das ist bei der Sonderedition im Großen und Ganzen ähnlich. Verbaut sind insgesamt drei Lüfter, zwei kümmern sich primär um CPU und GPU, ein weiterer sorgt dafür, dass RAM und SSD keinen Hitzetod an der Oberseite sterben. Apropos SSD: Zwei davon finden im Mini-PC ihren Platz, eine davon gern als modernste PCIe-Gen5-Lösung.
Zur weiteren Ausstattung aller ROG-NUC-16-Modelle inklusive der Sonderedition zählt Killer-WiFi von Intel, LAN ironischerweise als 2,5-Gbit/s-Lösung von Realtek. Weiterhin gibt es Thunderbolt 4 und einige USB-Anschlüsse diverser Leistungsstufen, dazu je zweimal DisplayPort und HDMI. Für die Antriebskraft sorgt ein 380-Watt-Netzteil, das extern angeschlossen ist.
Einen Preis nennt Asus noch nicht, auch keinen exakten Termin. Als Orientierung könnte der ROG NUC 15 mit Core Ultra 7 275HX und RTX 5080 dienen, der ab 2.849 Euro verfügbar ist. Da die Sonderedition nun mehr bietet – inklusive 64 GByte RAM – wird der Preis wohl deutlich darüber rangieren.
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Intel Crescent Island: Xe3P-Architektur und 480 GB Speicher bei 350 W luftgekühlt

Intel bringt zur Computex 2026 auch den KI-Beschleuniger Crescent Island mit. Partner dürfen die Karte nun mit dreifachem RAM bestücken, Intels eigene PCIe-Karte wird nur mit 160 GByte in den Markt gehen. Die erweiterte Flexibilität soll den Partnern zusätzliche Möglichkeiten bieten.
Flucht nach vorn von Intel zur Computex 2026. Zwar ist Crescent Island als eigener KI-Beschleuniger noch eine ganze Weile nicht verfügbar, aber schließlich muss das Unternehmen dennoch im Gespräch bleiben. Und so hat Intel einige kleine neue Informationen mit dabei, die auch zuletzt aufgetauchte Gerüchte bestätigen. Denn diese hatten irgendwie doch alle Recht.
Viel Speicher hilft viel
Dabei ging es nämlich primär um die Frage, wie es um den Speicherausbau des KI-Beschleunigers bestellt ist. Intel bestätigt dabei sowohl die bereits zuvor genannten 160 GByte für die Karte, die mit einem Intel-Branding versehen ist. Partnern steht es aber frei, den Speicher aufzurüsten. Und so sind durch diese dann auch Karten geplant, die bis zu 480 GByte LPDDR5X nutzen.
Letztlich passt auch das besser zu den ganzen Aussagen, die Intel in einem Pressebriefing in der letzten Woche dann auch gebetsmühlenartig wiederholen musste: LPDDR ist kein Flaschenhals für diese Lösung, eine sehr große Kapazität biete zudem auch Vorteile. Und da über viele Speicherkanäle auch die Bandbreite stimme, dazu der Energieverbrauch nicht explodiere, und das Ganze auch noch – zumindest relativ gesehen – weniger kostet als HBM, sei es ein gut ausbalanciertes Produkt, erklärte Intel auf wiederholte Nachfragen zum Thema LPDDR.
Gleichzeitig stellte Intel aber auch klar: Es ist kein Gegenspieler zu Nvidia. Auch wenn es einige Medien gern behaupten.
Der Fokus auf einen hohen Speicherausbau und das große Feld KI-Inference und Hardware-Support von FP4/MXFP4 bis FP64 könnten dem Produkt durchaus zum Erfolg verhelfen. Das liegt primär aber auch daran, dass der Markt leergekauft wird, nahezu egal, was dort angeboten wird. Mit einer PCIe-Karte, die bei 350 Watt luftgekühlt wird, gibt es aber auch Optionen in Umgebungen, in die größere Beschleuniger gar nicht mehr passen. Es bleibt aber abzuwarten, ob Intels Vorstellungen hier am Ende aufgehen werden.
ComputerBase hat Informationen zu diesem Artikel von Intel vor dem eigentlichen Messestart unter NDA erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers oder eine Verpflichtung zur Berichterstattung bestand nicht. Die einzige Vorgabe aus dem NDA war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt.
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AMD Ryzen AI (Pro) 400 verspätet: Im Desktop muss man nun doch bis zum Q3 warten

Irgendwie war es doch schon abzusehen, nun ist es endlich auch durch AMD direkt offiziell verspätet und verschoben: Ryzen AI (Pro) 400 im Desktop kommt erst ab Q3. Die bereits Anfang März vorgestellten Prozessoren sollten eigentlich nämlich längst verfügbar sein, nun wird die Computex 2026 genutzt, um sie nochmal zu launchen.
Während die Ryzen-AI-400-Prozessoren im Notebook bereits seit einiger Zeit verfügbar sind, ist der Start im Desktop bisher ausgefallen. Aber es schreit in dem aktuellen Marktumfeld auch keiner danach, Desktop-PCs auszustatten, in denen die Speicherpreise im anvisierten Marktumfeld des Einsteigerbereichs doch fast alles diktieren. Dass AMD also in den letzten Wochen nicht nach vorn geprescht ist, um die Produkte hier unters Volk zu bringen, ist letztlich nachvollziehbar.
Aber wenn ein Produkt fertig ist, dann muss es auch raus – das sind AMDs eigene Worte von vor einigen Jahren. Denn etwas immer weiter zu verschieben macht es kaum besser – und im PC-Bereich ist es das zuletzt auch nicht geworden. Im Gegenteil, Speicher ist nun auch für größere OEMs und ODMs teure Mangelware, entsprechende PCs werden dadurch ebenfalls teurer. Und so wurde am Ende einmal mehr auch AMDs Marketing davon überrascht, während sie auf der einen Folie noch vom zweiten Quartal spricht, ist es auf der anderen dann doch das dritte Quartal geworden. Das ist letztlich einfach realistischer.
Im Gepäck hat AMD zur erneuten Ankündigung nun aber noch einmal eine Positionierung der Prozessoren. Im Fokus steht dabei das 65-Watt-Umfeld kleiner Desktop-PCs, also Systeme, wie sie in OEM-PCs für das Geschäftsumfeld häufig angeboten werden. Hier soll laut AMD-Aussagen ein Intel Core Ultra die schlechtere Figur abgeben.
Neben den Pro-Modellen wird AMD auch Ableger davon für das ganz reguläre DIY-Geschäft anbieten. Diese Modelle unterscheiden sich von den Pro-Modellen in den grundlegenden Spezifikationen aber nicht, wie AMD bereits vor drei Monaten gezeigt hat. Preise für die APUs gibt es aber auch heute noch nicht.
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