Digital Business & Startups
Sind alle erfolgreichen Unternehmer Psychopathen?
Muss man als Gründer ein Arschloch sein, um erfolgreich zu werden? Jason Modemann von Mawave erklärt, warum Angstkultur und Ego langfristig eher Startups schaden.
Warum werden toxische Menschen oft als besonders starke Unternehmer wahrgenommen? Jason Modemann, CEO der Agentur Mawave, erklärt, warum hohe Standards nichts mit Angstkultur zu tun haben, weshalb direkte Kommunikation oft falsch verstanden wird und warum erfolgreiche Führung nicht automatisch bedeutet, menschlich schwierig zu sein.
Wer heute lange genug in der Startup- oder Unternehmens-Bubble unterwegs ist, hört dieselbe Frage immer wieder: Muss man im Business ein Arschloch sein, um erfolgreich zu sein?
Klar, die Frage wirkt erstmal provokant. Aber sie kommt nicht von ungefähr. Denn die Business-Welt – und vor allem auch LinkedIn – feiert Eigenschaften, die im normalen sozialen Leben eher problematisch sind: extreme Selbstüberzeugung, permanente Leistungsorientierung, emotionale Distanz und die Fähigkeit, andere Menschen zu überzeugen.
Viele der bekanntesten Gründer weltweit werden genau dafür glorifiziert. In fast jeder Steve-Jobs-Doku gibt es beispielsweise diesen einen Satz: Mitarbeiter hätten Angst gehabt, ihm im Fahrstuhl zu begegnen. Trotzdem gilt der Apple-Gründer bis heute als Blaupause des genialen Unternehmers.
Meiner Meinung nach ist diese Sicht auf Erfolg nicht nur moralisch, sondern auch strategisch falsch.
Hohe Standards funktionieren nur, wenn Menschen angstfrei arbeiten können
Viele Gründer glauben, dass maximaler Druck automatisch zu maximaler Leistung führt. Kurzfristig stimmt das manchmal vielleicht sogar: Mitarbeitende arbeiten länger und intensiver und Entscheidungen werden schneller getroffen.
Langfristig produzieren ein permanenter Leistungsdruck und zu hohe Standards aber auch Angst. Und Angst ist fast nie ein guter Nährboden für Kreativität, Loyalität oder gute Entscheidungen. Ganz im Gegenteil: Wenn Mitarbeitende Angst haben, scheitert meist auch die Kommunikation. Probleme werden dann spät oder gar nicht angesprochen, Risiken kleingeredet, Fehler vertuscht.
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Natürlich sind hohe Standards wichtig. Aber sie funktionieren nur in einem Umfeld, in dem Menschen Probleme offen ansprechen können, ohne sofort Angst vor Konsequenzen zu haben. Deshalb stelle ich unseren Mitarbeitenden zum Beispiel auch regelmäßig Coffee Chats ein – einfach damit sie wissen, dass sie mit jeder Thematik zu mir kommen können und sich trauen dürfen, Dinge bei mir anzusprechen.
Direktheit verliert ihren Wert, wenn sie respektlos ist
Direkte Kommunikation hat eigentlich einen sehr einfachen Zweck: Sie soll Reibung langfristig reduzieren und Probleme schneller lösbar machen. Führungskräfte, die direkt kommunizieren, lassen ihr Gegenüber wissen, woran sie sind und räumen Missverständnisse aus dem Weg.
Das Problem: Viele verwechseln direkte Kommunikation mit emotionaler Härte. Als müsste Kritik automatisch verletzend sein oder als wäre Respekt ein Zeichen von Schwäche. Doch emotionale Härte macht Gespräche oft unnötig persönlich. Dann geht es plötzlich nicht mehr um die eigentliche Sache, sondern darum, wer sich im Raum durchsetzt, wer dominanter wirkt oder wer das letzte Wort hat.
Um das zu vermeiden, versuche ich in der Zusammenarbeit vor allem auf zwei Dinge zu achten: Dass meine Kommunikation zwar direkt, aber auch immer lösungsorientiert ist und ich es wirklich gut mit meinem Gegenüber meine. Und dass Fehler offen angesprochen werden können und ich auch meine eigenen eingestehe. Denn genau dadurch entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist am Ende die Grundlage dafür, dass direkte Kommunikation überhaupt funktioniert.
In meinen Augen braucht es viel mehr Empathie als strategische Fähigkeit. Denn wer Menschen lesen kann, kommuniziert besser. Wer Emotionen versteht, führt Teams stabiler. Wer zuhören kann, trifft oft präzisere Entscheidungen. Und wer kein permanentes Ego-Theater veranstaltet, schafft meistens Umfelder, in denen andere überhaupt erst ihr volles Potenzial entfalten.
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Vielleicht ist genau das die Wahrheit hinter dem Mythos vom psychopathischen Unternehmer: Man muss nicht menschlich schwierig sein, um außergewöhnlich erfolgreich zu werden. Manche waren es einfach trotzdem.
Jason Modemann ist Gründer und Geschäftsführer von der Social Media Agentur Mawave Marketing. Mit 27 Jahren führt er 150 Mitarbeiter. Zu Mawaves Kunden zählen unter anderem Red Bull, Nike und Lidl. Zudem ist er Autor des Buches „Always hungry, never greedy.“
Digital Business & Startups
Wir haben unterschätzt, wie komplex öffentliche Infrastruktur ist
Enviotech aus Frankfurt am Main, 2022 von Adrian Rhaese und Linh Pham gegründet, entwickelt „intelligente Nachrüstlösungen für Straßenbeleuchtung“. Konkret geht es darum „bestehende Straßenbeleuchtung intelligent nachzurüsten, anstatt sie kostenintensiv vollständig ersetzen zu müssen“.
Business Angels wie Jürgen Fitschen, Joachim Drees, Alexander Eyhorn und Danilo Jovicic-Albrecht investieren rund 1 Million Euro in die Jungfirma. „Unsere Investor:innen haben verstanden, dass Enviotech nicht nur ein einzelnes Hardwareprodukt ist, sondern langfristig eine Infrastrukturplattform werden kann. Besonders wertvoll war für uns, dass wir Unterstützer gewinnen konnten, die nicht nur Kapital geben, sondern auch Erfahrung, Netzwerk und strategische Perspektive mitbringen“, sagt Gründerin Pham.
Im Interview mit deutsche-startups.de spricht die Enviotech-Macherin einmal ausführlich über den Stand der Dinge in ihrem Unternehmen.
Wie würdest Du Deiner Großmutter Enviotech erklären?
Ich würde sagen: Stell dir vor, eine Stadt muss nachts ihre Straßen beleuchten, aber oft brennen die Lampen mit voller Leistung, obwohl niemand unterwegs ist. Das kostet viel Geld, Energie und stört auch den Schlaf von vielen Bürger:innen. Wir bei Enviotech machen bestehende Straßenlaternen intelligent. Unsere Technologie sorgt dafür, dass Licht nur dann heller wird, wenn es wirklich gebraucht wird, zum Beispiel wenn ein Mensch, ein Fahrrad oder ein Auto vorbeikommt. Gleichzeitig können Städte ihre Beleuchtung digital überwachen und steuern, ohne dafür die komplette Infrastruktur austauschen zu müssen. Kurz gesagt: Wir machen Straßenlaternen schlauer, sparsamer und zukunftsfähiger.
War dies von Anfang an Euer Konzept?
Der Kern war von Anfang an derselbe: Wir wollten bestehende öffentliche Infrastruktur intelligenter machen. Angefangen haben wir mit dem Problem der Straßenbeleuchtung, weil es sehr greifbar ist: Städte stehen unter enormem Kostendruck, müssen Energie sparen und gleichzeitig Sicherheit gewährleisten. Was sich seitdem stark weiterentwickelt hat, ist unser Verständnis davon, wie groß die Chance dahinter wirklich ist. Am Anfang ging es vor allem um intelligente Beleuchtung und Energieeinsparung. Heute sehen wir Enviotechviel breiter: Straßenlaternen sind überall in der Stadt vorhanden, haben Strom, Höhe und eine perfekte Position im öffentlichen Raum. Damit können sie zur Grundlage für viele Smart-City-Anwendungen werden. Deshalb entwickeln wir nicht nur Hardware, sondern auch ein offenes Dashboard, über das Städte ihre Infrastruktur überwachen, steuern und perspektivisch weitere Anwendungen integrieren können. Es war also kein klassischer Pivot, sondern eher eine starke Erweiterung der Vision: von smarter Straßenbeleuchtung hin zu einer digitalen Infrastrukturplattform für Städte.
Wie hat sich Enviotech seit der Gründung entwickelt?
Wir haben Enviotech von einer ersten Idee zu einem echten Hardware- und Softwareprodukt entwickelt. Heute arbeiten wir an der Schnittstelle aus Greentech, Smart City und öffentlicher Infrastruktur. Alles fing sehr klassisch in Adrians Garage an. Dort entstanden die ersten Skizzen, Prototypen und Tests, zunächst noch mit viel Improvisation, Eigeninitiative und dem Ziel, ein konkretes Problem im Alltag von Städten zu lösen: Straßenbeleuchtung sollte nicht starr die ganze Nacht durchlaufen, sondern intelligent, bedarfsgerecht und effizient gesteuert werden. Aus diesen ersten Versuchen wurde Schritt für Schritt ein technologischer Ansatz, aus einer Idee ein Produktkonzept und daraus schließlich ein Unternehmen mit klarer Struktur, Partnern und wachsendem Marktinteresse. Seitdem haben wir Enviotech deutlich professionalisiert. Unser Team besteht aktuell aus einem kleinen, sehr fokussierten Kernteam mit Kompetenzen in Produktentwicklung, Software, Hardware, Operations und Business Development. Derzeit sind wir 6 Personen. Zusätzlich arbeiten wir mit technischen Partnern, Sensorik-Partnern und Investoren zusammen, die uns strategisch unterstützen. Bis Ende des Jahres soll das Team auf bis zu 10 Personen wachsen. Damit verschieben wir uns bewusst von der klassischen Gründerphase hin zu einer professionellen Aufbauphase: mit klareren Verantwortlichkeiten, stärkerer Produktentwicklung, ersten Pilotprojekten und einem strukturierten Markteintritt. Zuletzt konnten wir außerdem eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde von rund 1 Million Euro abschließen. Das war für uns ein wichtiger Schritt, weil wir damit die Produktentwicklung, erste Pilotprojekte und den Aufbau unserer Marktpräsenz weiter beschleunigen können. Aus der ersten Garage-Idee ist damit ein wachsendes Startup geworden, das jetzt die nächste Phase angeht: vom Prototypen hin zu skalierbaren Anwendungen in Kommunen und Smart-City Infrastrukturen.
Wie seid Ihr mit Euren Investor:innen in Kontakt gekommen?
Sehr viel lief über Netzwerk, Vertrauen und Überzeugungsarbeit. Gerade im Hardware- und B2G-Bereich reicht es nicht, einfach nur eine schöne Pitch-Präsentation zu haben. Man muss zeigen, dass man ein echtes Problem verstanden hat, dass die Lösung technisch umsetzbar ist und dass es einen realistischen Weg in den Markt gibt. Bei uns war entscheidend, dass wir nicht nur über Smart City gesprochen haben, sondern ein sehr konkretes Einstiegsproblem lösen: Straßenbeleuchtung ist teuer, energieintensiv und in vielen Städten noch kaum digitalisiert. Gleichzeitig gibt es einen klaren wirtschaftlichen Nutzen, weil Kommunen durch adaptive Beleuchtung und Monitoring Kosten sparen können. Unsere Investor:innen haben verstanden, dass Enviotech nicht nur ein einzelnes Hardwareprodukt ist, sondern langfristig eine Infrastrukturplattform werden kann. Besonders wertvoll war für uns, dass wir Unterstützer gewinnen konnten, die nicht nur Kapital geben, sondern auch Erfahrung, Netzwerk und strategische Perspektive mitbringen.
Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Gründung so richtig schief gegangen?
Einiges, gerade bei einem Hardware-Startup lernt man schnell, dass auf dem Papier vieles einfacher aussieht, als es dann in der Umsetzung läuft. Wir haben unterschätzt, wie komplex öffentliche Infrastruktur ist. Eine Straßenlaterne klingt erstmal simpel, aber dahinter stecken Normen, Schnittstellen, Sicherheitsanforderungen, Ausschreibungen, Zuständigkeiten und sehr lange Entscheidungswege. Außerdem dauert Hardwareentwicklung oft länger als geplant. Man testet, verbessert, testet wieder und merkt dann, dass ein Detail, das klein wirkt, im realen Betrieb extrem wichtig ist. Auch im Team und in der Organisation mussten wir lernen. Am Anfang macht man vieles gleichzeitig: Produkt, Fundraising, Vertrieb, Partnerschaften, Strategie. Da ist es leicht, sich zu verzetteln. Wir mussten lernen, stärker zu fokussieren und klarer zu priorisieren. Aber genau diese Fehler waren wichtig. Sie haben uns gezwungen, viel näher an die Realität der Städte, Betreiber und Infrastrukturpartner heranzurücken.
Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht?
Ich glaube, wir haben von Anfang an ein reales Problem gewählt. Energieverschwendung in der öffentlichen Infrastruktur ist kein Nice-to-have-Thema, sondern etwas, das Städte finanziell, ökologisch und operativ wirklich betrifft. Richtig war auch, dass wir nicht versucht haben, bestehende Infrastruktur komplett zu ersetzen. Städte brauchen keine weitere Vision, die erst in zehn Jahren umsetzbar ist. Sie brauchen Lösungen, die auf vorhandenen Systemen aufbauen und schnell Mehrwert schaffen. Unser Retrofit-Ansatz war deshalb eine sehr bewusste Entscheidung. Außerdem haben wir früh verstanden, dass Smart City nicht bei der Technologie beginnt, sondern beim Nutzen. Für Kommunen zählt nicht, ob etwas futuristisch klingt, sondern ob es Kosten senkt, Abläufe verbessert, Sicherheit erhöht und realistisch implementierbar ist. Und wir haben uns ein starkes Netzwerk aus Investor:innen, Partnern und Unterstützern aufgebaut. Das hilft enorm, gerade wenn man in einem Markt unterwegs ist, der Vertrauen und langfristige Beziehungen braucht.
Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Nicht zu lange in der perfekten Theorie bleiben. Man kann sehr viel planen, recherchieren und modellieren, aber am Ende lernt man am meisten, wenn man mit echten Kund:innen spricht, echte Probleme versteht und echte Rückmeldungen bekommt. Gleichzeitig würde ich sagen: Unterschätzt nicht, wie wichtig Ausdauer ist. Gründen sieht von außen oft glamourös aus, aber in der Realität besteht es sehr viel aus Unsicherheit, Rückschlägen und Entscheidungen, bei denen man nie alle Informationen hat. Mein Tipp wäre: Sucht euch ein Problem, das groß genug ist, dass es euch auch an schwierigen Tagen noch motiviert. Und baut nicht für Applaus, sondern für echten Nutzen.
Wo steht Enviotech in einem Jahr?
In einem Jahr wollen wir Enviotech aus der Pilotphase deutlich weiter in Richtung Rollout gebracht haben. Unser Ziel ist, mit ersten Städten und Infrastrukturbetreibern konkrete Referenzprojekte umzusetzen und zu zeigen, dass unsere Lösung im realen Betrieb Energie spart, Kosten reduziert und Städte smarter steuerbar macht. Gleichzeitig wollen wir unser Dashboard und unser Partner-Ökosystem weiter ausbauen. Straßenbeleuchtung ist für uns der Einstieg, aber langfristig geht es darum, bestehende Infrastruktur als Plattform für Smart-City-Anwendungen nutzbar zu machen. Wenn alles gut läuft, steht Enviotech in einem Jahr für eine neue Generation kommunaler Infrastruktur: nicht komplett neu gebaut, sondern intelligent nachgerüstet, digital steuerbar und deutlich effizienter. Genau das ist unser Anspruch.
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Foto (oben): Enviotech
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+++ Focuses Energy +++ REPS +++ allO +++ +++ Planted +++ Code Gaia +++ Carbonfact +++ Vaayu +++ Aware +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker-Wochenrückblick +++ Focuses Energy +++ REPS +++ allO +++ Pacifico Biolabs +++ welevel +++ Planted +++ Code Gaia +++ Carbonfact +++ Vaayu +++ neoteq ventures +++ Marvelous +++ EKK & Co. +++ The Vibe VC +++ Aware +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker-Wochenrückblick liefern wir einen schnellen Überblick darüber, was in der deutschsprachigen Startup-Szene zuletzt wirklich wichtig war!
#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
#StartupTicker – Was zuletzt wirklich wichtig war!
STARTUP-RADAR
Brandneu
+++ In den vergangenen Tagen haben wir folgende Startups vorgestellt: Pactsheet AI, Dr. Max Health, Qlyros, Agent F, Percol, Repentium, Enviotech, Damalo, Hot Boys Cry, VinciFi, Smash, SCIORA, OrbiFarm, RoboService und Edufyer. Mehr im Startup-Radar
Newsletter
+++ Im Startup-Radar-Newsletter, unserem kostenpflichtigen Newsletter, berichten wir über diese Startups: Justima, baba.gg, LeadScraper, Nifty IP, DACL Technologies, allseven, curly, Aretea Group, Rewired, Reo, GreenGLOBAL, Assetfy, manugy, DATFID und Lexi. 30 Tage kostenlos testen
INVESTMENTS
Focused Energy
+++ Der Energiekonzern RWE, die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND), European Innovation Council, BMH Beteiligungs-Management Hessen, Futury Capital und Altinvestor Prime Movers Lab (USA) investieren 240 Millionen US-Dollar in Focused Energy. Mehr über Focused Energy
REPS
+++ Nicht genannte Investoren investieren 23,6 Millionen US-Dollar in REPS. Mehr über REPS
allO
+++ Der New Yorker Investor Zigg Capital, LifeX Ventures, Aperture, Wecken & Cie., 20VC und Keen Venture Partners sowie Business Angels wie Angels in the round include Fabian Siegel, Mark Ransford, Ludwig Fuchs investieren 14 Millionen US-Dollar in allO. Mehr über allO
Pacifico Biolabs
+++ Der amerikanische Food- und BioTech-Investor Stray Dog Capital, TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, Sprout & About Ventures, Simon Capital, FoodLabs und Co. investieren 7 Millionen Euro in Pacifico Biolabs. Mehr über Pacifico Biolabs
welevel
+++ Der amerikanische Gaming-Investor Transcend, Burda Principal Investments (BurdaGP), Altinvestor Bitkraft Ventures und Co. investieren im Rahmen einer Series A Investmentrunde eine ungenannte Summe, vermutlich aber eine höhere Millionensumme in welevel. Mehr über welevel
MERGERS & ACQUISITIONS
Planted – Code Gaia
+++ Die beiden ESG-Softwareanbieter Planted und Code Gaia fusionieren. Mehr über Planted
Carbonfact – Vaayu
+++ Das Pariser Sustainability-Unternehmen Carbonfact übernimmt das 2020 gegründete Berliner ClimateTech Vaayu, eine CO2-Tracking-Plattform an, die sich speziell an Einzelhändler richtet. Mehr über Vaayu
VENTURE CAPITAL
neoteq ventures
+++ Der 2020 gestartete Kölner Frühphasen-Investor neoteq ventures verkündet das First Closing seines zweiten Fonds. Im Topf sind inzwischen über 25 Millionen Euro (Zielgröße: 50 Millionen). Mehr über neoteq ventures
Marvelous
+++ Der Berliner DeepTech-Investor Marvelous, 2023 gestartet, legt gemeinsam mit der Joachim Herz Stiftung den Marvelous Scito Fund auf. Mehr über Marvelous
EKK & Co.
+++ Die Stuttgarter Beteiligungsgesellschaft EKK & Co. verkündet das First Closing ihres dritten Fonds (EKK & Co. III Early Growth). Im Topf sind derzeit 15,1 Millionen Euro (Zielvolumen: 75 Millionen). Mehr über EKK & Co.
The Vibe VC
+++ Mit The Vibe VC geht in Zürich ein Micro-VC für vibe-coded-Startups an den Start. Mehr über The Vibe VC
OFFLINE
Aware
+++ Das millionenschweres Berliner Bluttest-Startup Aware ist insolvent. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Philipp Grauer bestellt. Das Startup, 2021 von den EyeEm-Gründern Florian Meissner und Ramzi Rizk sowie Ferdinand Schmidt-Thomé gegründet, setzt auf Bluttests – samt App zur Auswertung von Gesundheitsdaten und Abo-Modell. Mehr über aware
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Shutterstock
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Lieblingsdino & Bratkartoffeln: Das weirdeste Gründer-Interview der Woche
Gründer werden viel nach Zahlen, Pitches und manchmal nach Misserfolgen gefragt. Nach dem Persönlichen oder Philosophischen nicht so oft. Deshalb fragt Gründerszene im neuen Format „None Of Your Business“ all das, was sonst nicht in Wirtschaftsinterviews vorkommt. Und vielleicht auch sonst in keinen Interviews.
Diesmal ist Philipp Grassinger, CEO und Co-Founder von Cleverly zu Gast. Das Startup ist auf Nachhilfe mit psychologischem Coaching-Unterbau spezialisiert. Wir treffen uns auf der Gründerszene-Dachterrasse in Berlin.
Die naiven Fragen
Gründerszene: Wie geht’s?
Grassinger: Deepe Frage, dafür dass man sie so häufig stellt. Ich schaue heute anders auf diese Frage. Früher habe ich meistens einfach „gut“ gesagt. Heute würde ich sagen: In einigen Bereichen sehr gut, fühle mich gesund, bin dankbar für Freunde und Familie. Ich spüre aber auch Stress im Beruf. Und eine Unsicherheit in der Welt.
Was ist das Geheimnis deines Erfolgs?
Das Glas ist immer halb voll, nicht halb leer. Aufgeben gibt es nicht. Man muss kreativ werden. Und sich nicht scheuen, um Hilfe zu bitten.
Was ist dein Lieblingsdino?
Der mit dem ganz langen Hals. Fällt mir nur der Name nicht ein.
Wenn du eine Kartoffel wärst, wie willst du zubereitet werden?
(Denkt nach) Als Bratkartoffel mit Frühlingszwiebeln. Kross angebraten mit Butter und Speck. Gnocchi wären auch eine Alternative.
Die nachdenklichen Fragen
Wovon warst du mal vollkommen überzeugt – jetzt aber nicht mehr?
Dass Motorradfahren unbequem ist und ich das nie brauchen könnte. Ich fand es so richtig uncool. Mittlerweile fahre ich sehr gerne. Eine alte Yamaha SR500. Spitzname Madonna. 1990 gebaut.
Was würdest du tun, wenn du ab morgen nichts mehr mit Startups zu tun hättest?
Schreiner vielleicht, mehr mit den Händen arbeiten.
Warum?
Hast du mal Rollrasen verlegt? Du hast erst nur einen Acker, und am Abend siehst du diesen perfekten Rasen und weißt genau, was du gemacht hast. In meinem Job schreibt man viele Mails und spricht mit vielen Leuten. Was habe ich heute geschafft? Das ist nicht immer so klar zu sagen.
Was sollten andere über dich wissen, was sie meistens nicht wissen?
Ich kann schlecht schwimmen, ich kann nicht mal kraulen.
Was wolltest du schon immer lernen – und warum hast du’s (noch) nicht getan?
Italienisch. Und Programmieren.
Die kulturellen Fragen
Welches Buch hat dich am meisten geprägt – und warum?
Die Biografie von Rafael Nadal. Weil ich es bemerkenswert fand, was der Typ für eine Leidensfähigkeit hat. Der wurde von seinem Onkel extrem kleingehalten. Toni Nadal, der war auch sein Trainer. Rafael hat mit 12 Jahren die U14-Meisterschaft gewonnen. Alles war geschmückt zum Feiern. Aber Onkel Toni hat das abgenommen und gesagt: Du hast noch nicht Wimbledon gewonnen. Vorher mochte ich Nadal nicht. War Federer-Fan. Jetzt mag ich beide.
Was hast du zuletzt gelesen?
Aktuell lese ich Midnight Library von Matt Haig. Geht um eine Bibliothek mit abertausenden Büchern, die deine alternativen Lebenswege enthalten.
Welcher Horrorfilm hat dich lange traumatisiert?
Ich schaue keine Horrorfilme. Gibt mir gar nichts.
Welchen Restaurant-Tipp gibst du jemandem, der zum ersten Mal in Berlin ist?
Otto in der Oderberger Straße. Österreichisch-Deutsch. Sehr regionale Zutaten.
Überschätztester Spot in Berlin?
Potsdamer Platz.
Unterschätztester Spot?
Arkonaplatz. Besonders der Food Market ist toll.
Dein Trick um abzuschalten?
Kochen. Und Sport, mit Freunden.
Wie viele Tage Urlaub im Jahr würdest du machen, wenn du es dir aussuchen könntest?
30.
Die literarischen Fragen
Dostojewski: Haben außergewöhnliche Menschen das Recht, Regeln zu brechen?
Nein. (Pause.) Oder warte. Muss nochmal überlegen. Ich habe da direkt an Trump und Co. gedacht, die natürlich nicht einfach alles dürfen. Ich finde es aber in Ordnung, dass man schon mit unter 16 mal ein Bier getrunken hat. Das hast aber nichts damit zu tun, ob man ein außergewöhnlicher Mensch ist.
Austen: Muss man Erwartungen enttäuschen, um glücklich zu werden?
Nein. Kommt aber ganz auf die Erwartungen an. Man sollte nicht mit so vielen Erwartungen durchs Leben gehen. Weil man Glück nicht verfolgen sollte, sondern im Moment erleben. Genügsamkeit ist ein gutes Stichwort.
Camus: Ist Arbeit nur ein Weg, um zu vergessen, wie absurd alles ist?
Nein. Ich glaube, dass Arbeit eine wichtige Komponente ist um sich gebraucht zu fühlen.
Rand: Ist Egoismus gut für alle?
Bis zu einem gewissen Grad.
Kafka: Ist Macht gruselig?
In den falschen Händen schon.
Kafka II: Du wachst morgens auf und bist in einen Käfer verwandelt. Was machst du?
Sofort losfliegen. Und an Orte gelangen, wo ich noch nie war.
Vervollständigen, bitte
Wenn ich unendlich Geld hätte…
…würde ich mir erstmal etwas Zeit kaufen. Um Dinge zu vertiefen, auf die ich schon lange Lust hatte. Ich würde aber auch meinem engsten familiären Umfeld eine sorgenfreie Zukunft bieten.
… und jetzt etwas ohne Weltretten oder Business…
Weltreise. Mit dem Van. Und eine Dachterrassenwohnung.
Entweder Oder
Zelt oder Grand Hotel?
Zelt. So Kann man sich die besten Spots aussuchen. Zuletzt war ich in den Bergen bei Valencia.
Nachtzug oder Flug?
Nachtzug. Die werden auch noch besser werden. Nox zum Beispiel.
Kaffee oder Tee?
Kaffee. Hauptsache aus Italien. Ich bin kein Fan von den sauren Röstungen. Ich will dunkle Schokolade.
Heißt es die Nutella oder das Nutella?
Das.
Nutella ohne oder mit Butter?
Auf jeden Fall mit.
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