Digital Business & Startups
Zu klein für Hacker? Warum das ein Irrtum ist!
Viele Startups halten Cyberangriffe noch immer für ein Problem der anderen: Konzerne, Behörden, kritische Infrastruktur. Die eigene Firma erscheint zu klein, zu jung, zu irrelevant.
Aus unserer Arbeit mit Early-Stage-Unternehmen sehen wir ein anderes Bild: Gerade junge Companies sind ein besonders attraktives Ziel. Denn Angreifer suchen nicht nur große Namen, sie suchen leichte Ziele. Und davon gibt es im Startup-Ökosystem viele.
Wir sehen regelmäßig, wie Cyberangriffe in der Praxis ablaufen. Die meisten Vorfälle haben dabei wenig mit komplexen technischen Hacks zu tun, sondern mit sehr konkreten, oft überraschend einfachen Angriffsmustern. Auf Basis dieser Erfahrungen haben wir typische Angriffsszenarien ausgewertet und konkrete Gegenmaßnahmen zusammengestellt.
Warum Early-Stage-Startups besonders verwundbar sind
Teams sind klein, Rollen überschneiden sich, Prozesse entstehen oft erst im laufenden Betrieb. Geschwindigkeit ist ein Vorteil im Markt, wird aber schnell zum Risiko, wenn sie auf sensible Freigaben, Zahlungsprozesse oder Account-Zugänge trifft.
Für Startups ist das besonders kritisch, weil sie genau das besitzen, wonach Angreifer suchen. Dazu gehört natürlich Geld, aber eben nicht nur. Junge Unternehmen bündeln häufig wertvolles geistiges Eigentum, sensible Kundendaten, Forschungsstände, Produktpläne und privilegierte Zugänge zu Banken, Dienstleistern, Lieferanten oder Investoren.
Ein einziger Vorfall kann finanzielle Schäden verursachen, die unmittelbar auf die Runway durchschlagen. Der Verlust von proprietärem Know-how kann den Wettbewerbsvorteil nachhaltig schwächen. Werden Kund:innen- oder Partnerdaten kompromittiert, leidet das Vertrauen und damit häufig auch Vertrieb, Fundraising und strategische Beziehungen. Kommen regulatorische Pflichten hinzu, etwa im Umgang mit personenbezogenen Daten, wird aus einem operativen Problem sehr schnell auch ein rechtliches.
Cybersecurity sollte deshalb gerade bei Startups kein Randthema sein. Angriffe sind ein operatives Geschäftsrisiko – und damit am Ende Führungsverantwortung.
Die häufigsten Angriffsmuster bei Startups
Wer bei Cyberrisiken zuerst an komplexe Software-Schwachstellen denkt, denkt oft am eigentlichen Problem vorbei. Die häufigsten Vorfälle sind viel banaler.
1. Phishing: Der Einstiegspunkt für fast alles
Phishing ist nach wie vor der häufigste Ausgangspunkt für Angriffe und durch KI mittlerweile deutlich schwerer zu erkennen. Die meisten erfolgreichen Angriffe beginnen mit einer überzeugend formulierten Nachricht. Eine E-Mail mit Login-Link. Eine Signaturanfrage. Ein angeblich freigegebenes Dokument. Eine Bitte, schnell etwas zu prüfen.
Best Practice:
- verpflichtendes MFA auf allen kritischen Systemen
- Passwort-Manager + keine Wiederverwendung von Credentials
- Default-Skepsis bei E-Mails („Habe ich das erwartet?“)
- Verifikation über einen zweiten Kanal bei Unsicherheit
2. Zahlungsbetrug & Fake-Invoices
Besonders gefährlich sind Angriffe auf Zahlungsprozesse. Typischer Fall: Jemand gibt sich per Mail oder Messenger als Founder, CFO oder externer Finance-Dienstleister aus und drängt auf eine dringende Überweisung. Alternativ werden Bankdaten auf einer Rechnung „aktualisiert“. Solche Angriffe funktionieren, weil sie Druck erzeugen. Es soll schnell gehen, diskret sein, möglichst ohne Rückfrage.
Best Practice:
- Verpflichtende Verifikation außerhalb von E-Mail (Telefon/Video, bekannte Nummern)
- Dual Approval für Zahlungen über definiertem Schwellenwert
- Klare Regel: „Urgent“ ist kein Grund, Prozesse zu umgehen
3. Zugriffsmanagement
Ein unterschätztes Risiko liegt im eigenen Setup. Ehemalige Mitarbeitende, Dienstleister oder Berater:innen haben oft noch Zugriff auf Systeme, die längst hätten entzogen werden müssen. Gleichzeitig sammeln sich in wachsenden Teams schnell zu weitgehende Berechtigungen an.
Best Practice:
- Security-Setup (MFA, Policies) als Teil von Day 1
- sofortige Deaktivierung aller Zugänge beim Offboarding
- konsequentes „Least Privilege“-Prinzip
4. Unsichere Arbeit unterwegs und im Remote-Alltag
Arbeiten aus dem Café, Hotel oder Coworking-Space gehört für viele Teams längst zum Alltag. Aber das schafft auch neue Angriffsflächen. Öffentliche oder geteilte Netzwerke sind riskant, vor allem wenn darüber sensible Vorgänge abgewickelt werden: Zahlungen freigeben, Verträge signieren, Admin-Zugänge nutzen.
Best Practice:
- bevorzugt Mobile Hotspot statt Public WiFi
- VPN als Mindeststandard
- keine sensiblen Aktionen in unsicheren Netzwerken
- Geräte immer verschlüsselt und gesperrt
5. Unkontrollierte Nutzung von GenAI-Tools
Ein neuer, schnell wachsender Risikobereich ist der unkontrollierte Einsatz generativer KI. Mitarbeitende kopieren vertrauliche Informationen, Kundendaten, Vertragsinhalte, Finanzzahlen oder Code in öffentliche Tools, ohne sich über die Folgen im Klaren zu sein.
Best Practice:
- klare AI-Usage-Policy
- keine Nutzung persönlicher Accounts für Business-Daten
- Freigabe nur für geprüfte Tools
- Sensibilisierung im Team
Die Maßnahmen, die mit wenig Aufwand den größten Unterschied machen
Die gute Nachricht: Startups müssen nicht in Enterprise-Bürokratie verfallen, um ihr Risiko massiv zu senken. Schon wenige, konsequent umgesetzte Maßnahmen reduzieren einen Großteil realer Vorfälle.
1. MFA überall erzwingen
Multi-Faktor-Authentifizierung sollte auf allen kritischen Systemen verpflichtend sein: E-Mail, Banking, Cloud-Infrastruktur, CRM, Code-Repositories, Admin-Tools. Ohne Ausnahmen.
Noch besser: Passkeys dort einsetzen, wo sie unterstützt werden. Sie sind deutlich phishing-resistenter als klassische Passwörter plus Einmalcode.
2. Passwortmanager verbindlich einführen
Kein Team sollte im Jahr 2026 noch mit wiederverwendeten oder gemeinsam per Chat geteilten Passwörtern arbeiten. Ein zentral eingeführter Passwortmanager ist eine der simpelsten und wirksamsten Grundlagen überhaupt.
3. Zahlungsprozesse absichern
Jede Änderung von Bankdaten, jede dringende Zahlungsanweisung und jede größere Überweisung sollte über einen zweiten Kanal verifiziert werden – per Anruf oder Video, an eine bereits bekannte Nummer.
Zusätzlich gilt: Vier-Augen-Prinzip für Zahlungen ab definiertem Schwellenwert.
4. Onboarding und Offboarding sauber aufsetzen
Am ersten Arbeitstag sollten Security-Basics, MFA-Setup und Tool-Zugänge sauber eingerichtet werden. Beim Austritt muss es einen klaren, sofort umzusetzenden Offboarding-Prozess geben: E-Mail, Slack, Cloud, CRM, Code, Admin-Tools, externe Zugänge.
5. Least Privilege statt Sammelzugriff
Mitarbeitende sollten nur auf das zugreifen können, was sie tatsächlich für ihre Rolle brauchen. Rechte sollten regelmäßig überprüft und bei Bedarf entzogen werden.
6. Team-Training leicht, aber verbindlich machen
Security Awareness muss keine trockene Pflichtübung sein. Oft reichen kurze, praxisnahe Sessions mit echten Beispielen aus dem Alltag. Wichtig ist vor allem, dass im Team ein gemeinsamer Reflex entsteht: Lieber einmal zu viel nachfragen als einmal falsch klicken oder überweisen.
7. Einen einfachen Incident-Plan schriftlich festhalten
Wenn etwas passiert, ist nicht der perfekte Plan entscheidend, sondern Klarheit unter Druck. Wer ist im Ernstfall verantwortlich? Wer wird zuerst kontaktiert? Wie wird intern kommuniziert, wenn Mail oder Slack betroffen sind? Wer spricht extern?
Kultur schlägt Technologie
Am Ende entscheidet weniger die eingesetzte Technologie als die Art, wie im Unternehmen mit Unsicherheit umgegangen wird. Die meisten Angriffe zielen gezielt auf menschliche Routinen. Deshalb ist eine Kultur entscheidend, in der Rückfragen selbstverständlich sind, Zweifel offen geäußert werden können und verdächtige Vorfälle sofort gemeldet werden. Nicht Perfektion schützt vor Angriffen, sondern Aufmerksamkeit und schnelle Reaktion.
Cyberrisiken sind Teil der operativen Realität. Für Startups bedeutet das: Die Frage ist nicht mehr, ob ein Angriff passiert, sondern wann.
Wer früh einfache, wirksame Grundlagen schafft, schützt nicht nur Systeme und Daten. Es geht um Kapital, Vertrauen und die Fähigkeit, das Unternehmen ohne vermeidbare Rückschläge weiterzuentwickeln.
Über den Autor
Yair Reem ist Partner bei Extantia Capital, einem Venture-Capital-Fonds, der in technologiegetriebene Unternehmen für eine resiliente und klimafreundliche Zukunft investiert. Zuvor war er Managing Director bei Hasso Plattner Ventures. Mit langjähriger Erfahrung im Aufbau und der Finanzierung von Technologieunternehmen zählt er heute zu den profiliertesten Climate-Tech-Investoren Europas.
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Foto (oben): Shutterstock
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Insel für Tech-Milliardäre: So ist es auf Próspera wirklich
Andreas Macho, Getty Images/JOEL SAGET, John Lamparski, Collage: Gründerszene
Als Lonis Hamaili im zehnten Stockwerk des Duna-Towers aus dem Lift tritt, blickt er auf eine Allee aus Palmen, blaues Meer, bis die Erde sich krümmt, und eine Schranke, die von einem Mann mit Pistole gesichert wird.
Vor der Dachterrasse des Wohn- und Arbeitsturms liegt die Welt geordnet wie eine Muschelkette vor ihm. Die wenigen Gebäude der Privatstadt Próspera reihen sich an einer einzigen Straße auf. Hamaili blickt auf die Schranke, die wie eine höhere Ordnungsmacht auf der Hauptstraße sitzt. Der Zugang sei wichtig, sagt der 28-Jährige. Vielleicht ist die Schranke sogar die wichtigste Infrastruktur dieser Stadt auf der honduranischen Insel Roatán.
Die Gesetze von Honduras gelten nur bis zu der bewachten Schranke. Hinter ihr herrschen die Gesetze von Próspera. Wie diese aussehen, bestimmt der Eigentümer der Stadt: das US-Unternehmen Honduras Próspera Inc. Der gebürtige Schwede und frühere Startup-Gründer Hamaili ist ein Mitarbeiter dieser Aktiengesellschaft. Er ist Vizepräsident für Wachstum dieses seltsamen Ortes.
Hamaili blickt auf das, was das private Unternehmen dem Dschungel an Zivilisation bereits abgetrotzt hat: die Asphaltstraße, ein Restaurant, eine futuristische Kuppel und eine robotergesteuerte Fabrik. Hinter dem Palmenmeer schmiegt sich ein Luxushotel samt Schule ans Meer. Im Café daneben wechselt ein Automat Bitcoin in Dollar. Viel mehr an Infrastruktur gibt es nicht in Próspera. Noch nicht. Hamaili soll das ändern.
„Durch den Dschungel werden wir eine Straße schlagen“, sagt der Schwede. Auf der Wiese davor sollen bald vier Wohntürme die Palmenwipfel überragen. „In den kommenden Jahren wollen wir Tausende Menschen hier ansiedeln.“ Im Blick hat Hamaili Unternehmer, Projektmanager und Digitalnomaden mit ihren Laptops und Ideen. Rund 200 Einwohner und circa 400 Unternehmen gibt es bislang in Próspera. Kapital in Höhe von rund 200 Millionen Dollar hat der Ort laut Hamaili bereits eingeworben. Hamaili und seine Mitstreiter bauen damit nicht nur Gebäude und Infrastruktur. Ihre Aufgabe ist größer. Sie errichten einen Staat.
Peter Thiel und Sam Altman sind am Start
Gefördert werden die neuen Nationengründer dabei von Tech-Milliardären aus den Vereinigten Staaten. Peter Thiel, Mitgründer des Online-Bezahldienstes Paypal, lieferte mit seinem 2009 erschienenen Essay „The Education of a Libertarian“ die theoretische Grundlage für die Bewegung.
„Ich glaube nicht mehr, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind“, heißt es dort. Der von Thiel propagierte Ausweg: die Errichtung von Privatstädten am Meer, im Cyberspace oder im Weltall. Thiel gilt als einer der ersten Investoren von Próspera. Investiert hat auch Sam Altman, Chef des KI-Vorreiters OpenAI. Altman hat auch in das Unternehmen Praxis Geld gesteckt.
Die erträumten Neo-Nationen dienen als Testfelder für eine radikal neue Wirtschaftsordnung. Die Staaten sollen funktionieren wie Unternehmen. Statt einfach in eine Nation hineingeboren zu werden, sollen Bewohner und Ordnungsmacht bewusst einen Vertrag über gegenseitige Rechte und Pflichten schließen.
Vorstellen kann man sich das wie bei einem Handyvertrag: Leistungen werden optional gebucht. Wer Schulausbildung oder Sozialversicherung will, muss eben tiefer in die Tasche greifen. Ob das Ganze eine Demokratie oder doch etwas anderes wird, hängt dabei vom Anbieter ab.
Bei vielen Beobachtern lassen diese Pläne die Alarmglocken schrillen. Sarah Moser, Professorin am Institut für Geografie an der Universität McGill im kanadischen Montreal, kritisiert etwa, dass die „aggressive Rhetorik“ der Libertären insgesamt Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen säen könnte.
Zudem würden Libertäre in ihrer Ablehnung herkömmlicher Staaten meist übersehen, wie stark sie selbst von deren Infrastruktur und Bildung profitiert haben – und sich nun von diesen Gesellschaften, insbesondere gegenüber Alten und Kranken, entsolidarisieren.
Das Fehlen staatlicher Aufsicht lockt Unternehmen an
Die Befürchtung Mosers und anderer Kritiker: Die Tech-Elite will sich mit solchen Privatstädten Steuerparadiese und Rückzugsorte schaffen, in denen ihr Treiben nicht mehr hinterfragt wird. Auf der anderen Seite zieht es immer mehr Startups, Digitalnomaden und Sinnsucher in solche Privatstädte.
Die geringe Regulierung entfaltet eine Sogwirkung auf Drohnenbauer, Kryptofirmen und Unternehmen aus dem Medizinbereich. Insbesondere Biotech-Unternehmen nutzen die weitgehend autonomen Gebiete bereits, um jenseits staatlicher Aufsicht riskante Technologien voranzutreiben.
Gründerszene hat maßgebliche Akteure der Bewegung im Februar mehrere Tage in Próspera begleitet und zuvor eine Konferenz der libertären Staatengründer in Prag besucht. An beiden Orten hatte Gründerszene uneingeschränkten Zugang. Das Ergebnis ist ein Einblick in eine Parallelwelt, die zunehmend in die echte Welt drängt.
Es ist ein trüber Nachmittag in Próspera. An die Scheiben des Co-Working-Space im ersten Stock des Duna-Towers schlagen Regentropfen. An einem der Stehtische lehnt Richard Lee über seinem Handy und wischt über die Fotogalerie. Ein Foto zeigt seine Hand, blutverschmiert. Auf einem anderen blickt er schmerzverzerrt in die Kamera.
Auf dem Bildschirm erscheinen Aufnahmen früherer Projekte von Lee. Die Ergebnisse davon trägt der US-Amerikaner unter seiner Haut. Er greift sich an den rechten Handrücken und zieht die Haut zusammen. Die Konturen einer Platte schieben sich hervor. Der 47-Jährige stellt das wenige Zentimeter breite Implantat senkrecht unter seiner Haut auf, die spannt wie ein Segeltuch bei Starkwind. „Das ist der Chip einer Kreditkarte. So kann ich direkt mit meiner Hand bezahlen“, sagt Lee.
Sieben solcher Implantate trägt er in seinem Körper. Ein RFID-Chip steckt im Gewebe zwischen Daumen und Zeigefinger. Damit ist eine berührungslose Identifizierung, Lokalisierung und Datenspeicherung von Objekten mittels Radiowellen möglich. Am Ohr sind kabellose Kopfhörer eingelassen. Sein Lieblingsimplantat ist in den Nervenden in der Mittelfingerkuppe operiert worden: ein Magnet. „Damit spüre ich Magnetfelder“, sagt Lee. „Ich nenne es meinen sechsten Sinn.“
Seit gut eineinhalb Jahren wohnt der Amerikaner in Próspera. Was er mit seinem Körper anstellt, wird „Biohacking“ genannt. Eine eingeschworene Gruppe rund um den Globus, verbunden über soziale Medien, nimmt solche Experimente an sich selbst vor. Juristisch geschieht das in einer Grauzone. Ob solche Selbstverletzungen in Próspera legal sind, kann Lee nicht beantworten. Die Frage, die sich hier stellt, ist ohnehin eine andere: Lässt sich damit Geld verdienen?
Der Himmel über Próspera hat sich etwas aufgeklart. Über die Terrasse vor dem Co-Working-Space schlendert Ivan Syrtsov. Mit seiner blonden Mähne sieht er aus wie ein Surfer. Syrtsov geht vorbei an einer weißen Satellitenschüssel und blickt über die Brüstung auf ein Schild, das in der Wiese vor dem Dschungel eingeschlagen ist.
„Darien Village – Coming soon“, steht dort. Auf dem Foto darüber sind vier Türme abgebildet. „In ein paar Tagen beginnen wir mit den Bauarbeiten“, sagt Syrtsov, 26, gebürtig aus der Ukraine, und Manager dieses Projekts. Mehr als fünf Millionen Dollar hat er dafür per Crowdfunding eingesammelt. Im November 2026 sollen die Türme fertiggestellt sein.
In seiner Heimat habe Syrtsov bereits ein größeres Bauprojekt umgesetzt. Danach habe er überlegt, in Portugal zu bauen. Doch er entschied sich für Próspera. „Wenn ich in Europa bauen will, warte ich mindestens vier Jahre auf eine Baugenehmigung. Weißt du, wie lange ich hier gewartet habe?“, fragt Syrtsov und schiebt die Antwort gleich selbst nach: „Genau zwei Wochen. Dann war das Projekt bewilligt.“
Im Co-Working-Space des Duna-Towers befindet sich eine mit Stickern übersäte Tür: „Peace. Love. Bitcoin“, „Inflation is theft“, „SB 535. Montana’s Longevity Law“ oder „Make Death optional“ ist darauf zu lesen. Es sind gängige Slogans der Bewegung.
Die Wand im Büro dahinter ist als ein riesiges Dschungel-Technik-Cyberpunk-Bild ausgestaltet. Winzig nimmt sich darunter der Kopf von Niklas Anzinger aus. Der Mittdreißiger aus Deutschland gehört zu den wichtigsten Einwohnern Prósperas. Denn Anzinger sorgt dafür, dass Investorengelder auf die Insel kommen.
„Vor zwei Jahren habe ich einen Venture-Capital-Fonds aufgesetzt. Der hat 3,2 Millionen Dollar eingesammelt und in 32 Startups investiert“, sagt Anzinger. Der Risikokapitalfonds sei auf Unternehmen aus Branchen spezialisiert, die besonders stark reguliert sind, etwa Biotechnologie, Finanzen, Versicherungen, Krypto oder Drohnen.
Eines dieser Unternehmen wurde durch Netflix einem Millionenpublikum bekannt: Minicircle. Der US-Millionär und Longevity-Guru Bryan Johnson machte im Rahmen der Netflix-Doku bei dem Unternehmen auf der Suche nach Verjüngung eine Gentherapie in Próspera.
Was die von Anzinger geförderten Unternehmen eint, ist ihr Unternehmenssitz in Próspera. Der ist zugleich der Clou des Fonds: Denn in Próspera gibt es keine Pharmaaufsicht, keine Bauaufsicht und keine Aufsicht über den Drohnenflugverkehr. Fragt man Anzinger, ob das nicht riskant sei, winkt er ab und verweist auf die maßgebliche Bedingung aller Projekte in Próspera: Sie müssten eine Versicherung finden, die das Risiko kalkuliert und abdeckt.
Staatstheorien der Postdemokraten
Doch welche Regeln und Gesetze sollen in diesen Privatstädten herrschen? Darüber ist in der Szene eine Diskussion entbrannt. Geführt wird sie in Foren, Konferenzen und Büchern. Eines der verbreitetsten Bücher zu dem Thema ist „The Network State“ des indisch-amerikanischen Unternehmers Balaji Srinivasan.
Er entwirft das Muster eines postdemokratischen Staates, zu dem sich eine Gemeinschaft im Internet zusammenfindet, die durch die Blockchain-Technologie verwaltet wird und ihren Weg letztlich ins echte Leben finden und als Staat anerkannt werden soll. Srinivasans Konzept ist dabei keine reine Theorie mehr. Die „Network-School“, eine Gemeinschaft aus „Tech-Optimisten“, befindet sich auf einer Insel vor Singapur, der Johor-Singapore Special Economic Zone.
Auch ein Deutscher mischt in den Staatstheorien der Postdemokraten mit. „Freie Privatstädte. Mehr Wettbewerb im wichtigsten Markt der Welt“, heißt das Buch des deutschen Rechtsanwalts Titus Gebel. In der Szene gilt es als Standardwerk. Der Autor entwirft das Konstrukt eines Staates, mit dem Bürger aktiv einen Vertrag schließen. Sämtliche Leistungen sollen dabei optional hinzubuchbar sein.
Wie der Staat ausgestaltet ist, müsse dabei jede Privatstadt für sich festlegen. Das Spektrum reicht von Drogen- und Party-Communities bis zu Zero-Tolerance-Staaten. Welche Angebote sich durchsetzen, solle der Markt regeln. So würde der Bürger durch Zuzug oder Wegzug über die Einnahmen der einzelnen Privatstädte entscheiden.
Hauptfeind der Libertären ist der Sozialstaat. „Der Sozialstaat verdirbt den Menschen, indem er unsoziales Verhalten fördert. Es bestehen massive Anreize, sich unehrlich und unanständig zu verhalten (,krankfeiern‘)“, heißt es in „Freie Privatstädte“.
Damit gerät auch gleich die gesamte Demokratie ins Fadenkreuz der Nationengründer. „Jede Massendemokratie, egal ob direkte oder parlamentarische Demokratie, entwickelt sich zwangsläufig über kurz oder lang zu einem Sozialstaat“, schreibt Gebel. Der finanzielle Ruin von Sozialstaaten wäre laut Gebel daher „nur eine Frage der Zeit“.
„Steuern sind Diebstahl“
Gebel ist auch Veranstalter der jährlich stattfindenden „Free City Conference“. Vergangenen November lud die Veranstaltungsreihe in ein Konferenzzentrum in der Prager Innenstadt. Das Publikum war international. Die Merchandise-Stände im Foyer boten Lehrbücher der Ökonomie, Flaggen mit ominösen Staatswappen und T-Shirts, die für Drogenfreigabe warben. Auf Stickern und Schildern fand sich ein Spruch, der offenbar den kleinsten gemeinsamen Nenner des bunt durchmischten Publikums bildete: „Tax is theft“, Steuern sind Diebstahl.
Gespräche abseits der Bühne liefen mitunter wie folgt: „Deine wievielte Free-City-Konferenz ist das?“, fragte ein Konferenzteilnehmer aus Deutschland eine ebenfalls aus Deutschland stammende Frau, die beim Mittagsbuffet neben ihm Platz genommen hatte.
„Das ist meine erste Konferenz. Ich reise viel herum, weil ich remote arbeite. So bin ich auf diese Free Cities aufmerksam geworden“, sagte sie. „Und was erwartest du von diesen Städten?“, fragte er weiter. „Einerseits ist es gut, wenn man reist und an diesen Orten Kontakte und Infrastruktur findet. Aber ich denke auch, dass unsere Staaten und westlichen Demokratien nicht mehr funktionieren. Vielleicht ist das ein Plan B“, sagte sie.
Der Mann, der in der Immobilienbranche arbeitet, nickte zustimmend. „Weißt du, ich bin seit fünf Jahren auf diesen Konferenzen. Am Anfang waren es reine Utopien. Aber jetzt werden diese Städte wirklich gerade gebaut“, sagte er. Welche Projekte im vergangenen Jahr hinzugekommen sind, erfuhren die beiden unmittelbar nach ihrem Lunch.
Aus allen Ecken der Welt waren die Speaker angereist, um in Präsentationen Fotos von den Baustellen zu zeigen. Kaum einer vergaß auch zu erwähnen, warum sie aus den westlichen Staaten überhaupt fliehen wollen.
„Eine tiefe Reform ist nahezu unmöglich“, stand auf der Folie eines Vortragenden. Der Redner bezog sich damit auf den Zustand westlicher Demokratien. Von den „dunklen Zeiten Europas“ war auf einer anderen Folie zu lesen. Daneben standen die Namen von Staaten, kombiniert mit Ziffern: „United Kingdom, 12.183. Belarus, 6205. Deutschland, 3500.“ Die Legende klärte auf, worum es sich handelte: „Länder mit den meisten Festnahmen wegen Online-Kommentaren.“
Das implizite Versprechen des Vortragenden: In Privatstädten könne jeder posten, was er wolle, Verhetzung hin oder her. Breitseiten gegen Migration und ungeschützte Grenzen fanden sich in zahlreichen Vorträgen. Joe Quirk, Mitglied des Seastading-Instituts, das die Kolonialisierung auf der Meeresoberfläche vorantreiben will, teilte auch gegen Sozialisten und Medien aus.
Grund für Quirks Ärger: Vor Tahiti plante er mit Mitstreitern vor einigen Jahren eine schwimmende Insel. Wegen schlechter Presse und Protesten der Inselbewohner, die keine Big-Tech-Insel vor ihrer Haustür wollten, musste das Vorhaben abgeblasen werden. Andere Projekte konnten die Seastader hingegen umsetzen. Vorübergehend etwa eine Plattform vor Thailand.
Nun ist ein Projekt auf den Philippinen geplant. Die Plattformen sollen dabei weit genug von den Küstenländern entfernt sein, um sich in internationalen Hoheitsgewässern zu befinden. Andererseits sollen sie nah genug an der Küste sein, um leicht Nachschub und Transporte auf die Insel zu ermöglichen. Die Seastader erfreuen sich dabei an prominenter Unterstützung aus dem Silicon Valley. Gründer des gleichnamigen Instituts ist Patri Friedman, früherer Google-Ingenieur und Enkel des berühmten Ökonomen Milton Friedman.
Neuigkeiten von der besetzten Donauinsel
Auch von Projekten zu Land hatten die Sprecher Neuigkeiten nach Prag mitgebracht. Aus Venezuela war Tim Stern, Gründer der Crypto City, angereist und präsentierte Fotos von den Bauarbeiten des 40-Hektar-Projekts auf der venezolanischen Urlauberinsel Isla de Margarita.
Zu sehen waren Bagger, die den Grund planieren und das Areal nach außen abschotten. 1,1 Millionen Quadratmeter Erde sind laut Stern bereits bewegt worden für das Projekt. Im Lauf dieses Jahres soll mit dem Bau der ersten Häuser begonnen werden. 300 Villen, mehrere öffentliche Gebäude und ein Hafen sind geplant. Anziehen soll das Projekt vermögende und kryptoorientierte Geschäftsleute.
Von einer Donauinsel zwischen Kroatien und Serbien war gleich eine ganze Delegation samt ihrem Präsidenten nach Prag gereist. Liberland nennen die Besetzer den schmalen Flecken im Fluss. Nach ihrer Ansicht gehört das Land weder Serbien noch Kroatien – und damit eben ihnen. Staatsbürgerschaften und Flaggen von Liberland gab es im Foyer zu kaufen. Flyer warben für eine Longevity-Veranstaltung auf der Insel.
So anarchisch wie die Leute von Liberland gaben sich auf der Konferenz nur die wenigsten Staatsgründer. Statt auf Konfrontation mit etablierten Staaten setzt das Gros von ihnen auf Verhandlungen und Verträge. Vor allem in Mittel- und Südamerika scheint diese Strategie aufzugehen. Arme Länder wie Honduras oder Venezuela sind offenbar bereit, gegen Abgaben kleine Landflächen herauszurücken – und gleichzeitig einen Teil ihrer Souveränität abzutreten.
Doch auch mitten in Deutschland gibt es offenbar Absetzbewegungen vom Territorialstaat. In der sächsischen Stadt Döbeln verfolgt die „Bürgergenossenschaft Mittelsachsen“ das Ziel, dass Unternehmen staatliche Aufgaben übernehmen. So soll etwa die Energieversorgung, der Schulbetrieb und auch Schiedsgerichte auf private Füße gestellt werden. Anklang findet das Projekt laut „Zeit“-Recherche auch bei AfD-Politikern.
Von Próspera war der Stabschef der Stadt, Trey Goff, angereist und warb in Prag für die Dschungelstadt. Besonders anziehend soll dabei das Steuermodell wirken. „Zehn Prozent pauschale Einkommenssteuer“, „2,5 Prozent Einzelhandelsumsatzsteuer“ und „ein Prozent Grundwertsteuer“ versprach seine Präsentation. „Beschleunigtes Wachstum und zunehmende Marktdurchdringung“ stand auf einer anderen Folie.
Egal ob bei der Einwohnerzahl, den Steuern oder den ankommenden Flug- und Schiffsgästen: Die Kurven der Diagramme zeigten allesamt steil nach oben. Wer Goff zuhörte, konnte leicht zu dem Schluss kommen, dass sich in Próspera alle Versprechen der Libertären erfüllt haben. Doch ist das wirklich so?
„Infrastruktur einer Insel“
Nacht liegt über dem Duna-Tower in Próspera. Das Licht im Co-Working-Space ist gedimmt. Die Cyberpunk-Motive an den Wänden strahlen phosphoreszierend. Richard Lee, Ivan Syrtsov und ein Dutzend anderer Bewohner und Besucher der Stadt essen Fischsalat und trinken Limo aus Plastikbechern. Auf den Tischen liegen Sticker zum Mitnehmen aus; die Motive „Make Death optional“ und „SB 535“ sind omnipräsent. Es ist ein Get-together, um den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen.
Bauplaner Syrtsov berichtet von den Problemen, die ihn gerade plagen. Der Regen, der seit Tagen nicht aufhören will, setzt seinen Plänen zu. „Wahrscheinlich werden wir den Baustart ein paar Tage verschieben müssen“, sagt er. Laut der Projekt-Website hätte der Baustart bereits im Dezember 2025 erfolgen sollen.
Dabei ist es nicht nur das Wetter, das die Projekte in Próspera schwierig macht. „Wir haben hier die Infrastruktur einer Insel“, fasst es ein anderer Teilnehmer der Party zusammen. Zu spüren bekommen sie das etwa bei der Stromversorgung. Weil es auf der ganzen Insel nur ein Gaskraftwerk gibt, kommt es immer wieder zu Schwankungen der Versorgung.
Teuer und unsicher ist auch die wichtigste Infrastruktur der Staatsgründer: die Internetverbindung. Syrtsov rechnet vor, wie viel teurer das Megabit in Próspera ist als in anderen Teilen der Welt, in denen er sich früher aufgehalten hat. Und dann stürzt die Verbindung auch schon mal zusammen. Deshalb haben sie auf der Terrasse die weiße Schüssel installiert. Es ist der Starlink-Router zum Internetangebot des US-Multiunternehmers Elon Musk.
Auch Richard Lee hat gerade zu kämpfen. Die Kreditkarte in seinem Handrücken bereitet Probleme. „Sie ist abgelaufen.“ Von außen ließe sich die Karte dieses Herstellers auch nicht neu bespielen. „Zumindest einmal muss ich die Hand aufschneiden, um die Kreditkarte zu wechseln“, sagt der Bodyhacker.
Das Geschäft mit den Implantaten dürfte wohl nicht so bald massentauglich werden. Doch Lee späht bereits auf ein anderes Geschäftsfeld. Es verspricht hohe Gewinne, allerdings auch noch höhere Risiken: Gentherapien. Im Co-Working-Space kommt die Rede an diesem Abend immer wieder darauf.
„Make Death optional“
Bei diesem Verfahren wird genetisches Material in Zellen eingeschleust. Damit können Krankheiten geheilt werden, indem defekte Gene ersetzt oder ausgeschaltet werden. Die Risiken des Verfahrens sind enorm. Abwehrreaktionen des Körpers, Versagen der Leber – all das kann binnen kurzem zum Tod führen. Erlaubt ist der Einsatz deshalb in der Regel nur bei unheilbaren und lebensbedrohlichen Krankheiten.
In Próspera arbeiten gleich mehrere Start-ups an solchen Gentherapien. Getestet werden sie dabei nicht an lebensbedrohlich kranken Menschen, sondern an kerngesunden. Angeheizt durch den Trend zu Longevity, also der Lebensverlängerung durch technische Maßnahmen, experimentieren sie hier an Gentherapien, die Muskeln oder Haare wachsen lassen. Da Muskelabbau im Alter als Grund für den körperlichen Verfall gilt, soll dem Tod so ein Schnippchen geschlagen werden. Daher das Motto „Make Death optional“. Der Tod soll in Próspera zu einer bloßen Option reduziert werden.
Damit dieses Manöver gelingt, muss man dem Tod jedoch zuerst ins Auge sehen. Teilnehmer solcher Gentherapien müssen sich mit einer möglichen Todesfolge einverstanden erklären. Gegen solche Absicherungen und eine Zahlung von rund 25.000 Dollar kann man sich in einer zu Próspera gehörenden Klinik das lebensverlängernde – oder verkürzende – Serum spritzen lassen.
Das Angebot trifft auf Nachfrage. Wohlhabende und experimentierfreudige Medizintouristen nehmen an solchen Programmen in Próspera teil, auch wenn die Unternehmen keine genauen Zahlen verraten. Erst im Februar begann wieder eine Testreihe.
Außerhalb der Privatstadt wären solche Experimente undenkbar. Kein anderes Land auf der Welt erlaubt solche Gentherapien an gesunden Menschen. Kritiker sind von den Versuchen entsetzt. Erst unlängst warf ein Artikel in der „MIT Technological Review“ einem Biotech-Start-up in Próspera vor, unwissenschaftlich und verantwortungslos zu arbeiten, was das Unternehmen zurückweist.
Im Co-Working-Space von Próspera reden sie offen über das Für und Wider der Gentherapien. „Ja, man kann sterben von diesen Gentherapien“, sagt ein Seriengründer aus den USA, der in Próspera mittlerweile im Biotech-Sektor aktiv ist und anonym bleiben will. Dem Alarmismus von außen begegnet er mit Ruhe.
„Niemand hier wird gezwungen, dieses Risiko einzugehen“, sagt er. Jeder Versuchsteilnehmer mache das freiwillig und in vollem Bewusstsein der Risiken. In Deutschland sei es ja schließlich auch jedem freigestellt, zu rauchen.
„Rauchen wird einen wahrscheinlich töten. Die Gentherapie könnte das auch. Aber wenn sie funktioniert, verlängert sie das Leben“, sagt der Gründer. „Warum sollte man erwachsenen Menschen verbieten, dieses Risiko einzugehen, wenn sie es eingehen wollen?“, fragt er.
Um die riskanten Inselexperimente für einen Massenmarkt tauglich zu machen, könnte ein jüngst im US-Bundesstaat Montana erlassenes Gesetz helfen: die Senate Bill 535 (SB 535). Das Gesetz erlaubt den Einwohnern des Bundesstaates legalen Zugang zu Medikamenten, die bislang nicht marktreif sind.
Einzige Voraussetzung: Sie müssen eine Phase-1-Studie durchlaufen haben. Das sind jene Studien, die nur an wenigen Personen durchgeführt werden und ausschließen sollen, dass das Mittel toxisch ist – also genau die Art von Experimenten, wie sie in Próspera stattfinden. Durch SB 535 könnten Biotechs wesentlich leichter – wenngleich mit mehr Risiken für Patienten – Innovationen lancieren und die Pharmabranche „disrupten“.
Widerstand gegen Próspera
Doch so innovativ sie sich in Próspera geben – der Widerstand gegen die Versuche aus dem Dschungel wächst. Wachstumsmanager Lonis Hamaili hat seinen Posten am Dach verlassen und sitzt am Wohnzimmertisch im achten Stock des Duna-Towers. Trotz der Fortschritte in Próspera kämpft er mit einem Problem, über das er keine Kontrolle hat: Dem Widerwillen weiter Teile der honduranischen Politik gegen die Privatstadt.
„Die Zeit bis zu den vergangenen Wahlen hat uns sehr gehemmt“, sagt Hamaili. Besonders die Kommunisten hätten dem libertären Projekt ihm zufolge gern den Stecker gezogen. Tatsächlich sind auch andere Parteien kritisch gegenüber der Privatstadt eingestellt. 2022 annullierte der honduranische Kongress das Gesetz zur Einrichtung der Zede-Sonderwirtschaftszonen. Próspera gilt seitdem als illegal.
Die Betreiber zogen daraufhin vor das Schiedsgericht der Weltbank in Washington, wo sie Schadenersatzsprüche in Milliardenhöhe anmeldeten. Entschieden ist die Sache noch nicht. Rückenwind hat das Projekt Próspera durch die Präsidentschaftswahl in Honduras im vergangenen November bekommen. Der Sieger, der rechtsgerichtete Nasry Asfura, gilt als Unterstützer der Privatstadt.
Hamaili hofft, dass nun wieder mehr Investitionen in die Privatstadt fließen und der Staat im Staate gedeiht. Próspera soll weiter wachsen. Noch in diesem Jahr sollen mehr Firmen kommen, mehr Gentherapien getestet und mehr Gebäude gebaut werden. Auch Richard Lee will Fortschritte machen. Bereits in ein paar Monaten will er seine selbst entwickelte Gentherapie für Muskelwachstum im Selbstversuch testen.
Über die Risiken ist er sich bewusst. „Ich habe eine Heidenangst vor den Versuchen“, sagt er. Warum er sich dann dieser Tortur unterziehen will? „Die Neugier ist einfach größer.“ Auch Ivan Syrtsov tüftelt weiter an seinem Bauprojekt. Ende März kommt noch eine Mitteilung von Syrtsov. Er schickt ein Foto von den Bauarbeiten. Sie haben mittlerweile begonnen.
Die Zukunft der Insel sehen jedoch nicht alle so positiv. Wissenschaftlerin Moser betont, dass Próspera nach honduranischem Recht mittlerweile unrechtmäßig sei. Sie beurteilt das Projekt als eine „im Grunde koloniale Initiative, die im Kontext extremer Korruption und politischer Übergriffe unter der vorherigen honduranischen Präsidentschaft entstand“.
Ungewisse Zukunft der Privatstädte
Es sei „als kurzfristiges Gewinnstreben von Menschen“ konzipiert worden, „die keinerlei Bindung zu Honduras haben oder dort verwurzelt sind“. Zudem betont die Forscherin, dass Próspera lediglich einen 50-Jahres-Vertrag habe, von dem nur noch knapp 38 Jahre verblieben. Eine „langfristige Überlebenschance“ würde das praktisch ausschließen.
Wie ungewiss die Zukunft von Privatstädten wie Próspera ist, zeigen auch andere Projekte. So veranschaulicht das von Netflix verfilmte Beispiel der Roseninsel des Ingenieurs Giorgio Rosa, mit welcher Vehemenz etablierte Staaten staatlichen Parallelkonstruktionen begegnen: Die italienische Marine hat die Insel letztlich versenkt.
Auch auf Liberland gibt es immer wieder Spannungen mit der koreatischen Polizei. Das Seastading-Projekt vor Thailand wurde bereits 2019 von der örtlichen Marine geräumt. Den beiden geflüchteten Erbauern, Chad Elwartowski und dessen Partnerin Supranee Thepdet, hätte im Fall einer Ergreifung sogar die Todesstrafe gedroht.
Doch mittlerweile scheint Elwartowski einen Ort im Meer gefunden zu haben, wo er es mit seinem schwimmenden Mini-Staat erneut probieren will: an der Küste vor Próspera.
Dieser Artikel wurde für das Wirtschaftskompetenzzentrum von WELT und „Business Insider Deutschland“ erstellt.
Andreas Macho ist WELT-Wirtschaftsreporter.
Digital Business & Startups
Pitchdeck in fünf Minuten mit KI machen: Welche Fehler ihr dabei vermeiden solltet
Die Versuchung ist groß: Business-Plan hochladen, „Mach mir ein Investoren-Pitchdeck“ tippen, nach ein paar Sekunden auf zehn ordentliche Folien schauen. Headlines sitzen, Farben stimmen, sogar die Bilder wirken durchdacht. Fünf Minuten, fertig. Genau hier fängt das Problem an.
Was vor zwei Jahren noch ein Wochenende Powerpoint-Bastelei war, ist heute ein Knopfdruck. Tools wie Gamma sind den ersten Schritt gegangen, Claude Design geht jetzt deutlich weiter, weil es zum ersten Mal richtig konsequent Designsysteme anwendet, statt einfach nur generisch hübsche Folien zu produzieren. Eigene Farben, eigene Schriften, eigenes Logo, ein konsistenter visueller Rhythmus über dutzende Folien hinweg. Das ging vor sechs Monaten so noch nicht.
Die gute Nachricht: Foliendesign ist als Engpass weg. Die unbequeme Folge: Wenn die Verpackung trivial wird, wird die Auswahl woanders entschieden.
Was Investoren wirklich filtern
Pitchdecks haben ein paar Generationen Inflation hinter sich. Sie wurden schicker, dann animiert, dann kamen Storytelling-Workshops und Pitchdeck-Coaches. Investoren haben das alles mitgemacht und sind dabei nicht naiver geworden. Sie wissen, dass eine perfekt gebaute Folie nichts darüber aussagt, ob ein Geschäftsmodell trägt.
Was sie filtern, ist die Substanz dahinter: Wie scharf ist die Problemanalyse? Wie glaubwürdig ist der Founder-Market-Fit? Funktioniert das „Why now“ wirklich hier und heute oder klingt es nur wie alle anderen Decks gerade? Ist die Marktgröße ehrlich hergeleitet oder sind es Wikipedia-Zahlen plus Optimismus-Aufschlag? Diese Arbeit hat Powerpoint nie geleistet, aber Claude Design wird sie auch nicht leisten.
Anders gesagt: Wenn vorher 20 Prozent der Pitchdecks visuell überzeugend waren, sind es jetzt 80 Prozent. Damit verschiebt sich die Auswahl noch stärker auf andere Kriterien. Deshalb sollten Gründer auf keinen Fall weniger Zeit in ihr Pitchdeck investieren, nur weil das Design schneller geht. Sie sollten die investierte Zeit einfach besser nutzen.
Die Vorarbeit macht den Unterschied
Vor ein paar Wochen habe ich für meinen eigenen Pre-Seed-Prozess genau das gemacht, was am Anfang dieses Texts steht: Business-Plan rein, Pitchdeck-Auftrag formuliert, Ergebnis angeschaut. Optisch ordentlich. Inhaltlich falsch.
Das Deck verkaufte exakt das, was im Business-Plan stand. Das Problem: Der Plan war über ein Jahr alt. Inzwischen hatte sich das Geschäftsmodell verändert, ein Co-Founder war dazugekommen, und der eigentliche Investoren-Pitch war längst nicht mehr für die ursprüngliche Holding gedacht, sondern für eine Ausgründung. All das wusste die KI nicht und hat es entsprechend auch nicht im Deck berücksichtigt. Sie konnte es auch nicht wissen, weil ich es ihr nicht gesagt hatte.
Die Analogie, die mich seitdem nicht loslässt, kommt aus der Küche. Profiköche nennen das, was vor dem Kochen passiert, Mise en Place: alles vorbereitet, geschnitten, abgewogen, griffbereit. Wer das gemacht hat, steht fünfzehn Minuten am Herd und hat ein gutes Essen. Wer es nicht gemacht hat, steht eine Stunde am Herd und hat am Ende trotzdem maximal Spaghetti mit Tomatensoße.
Bei Pitchdecks ist es genauso. Die fünf Minuten am Ende sind eine schöne Zeitersparnis. Aber über das Ergebnis entscheidet, was vorher passiert.
Inhalt und Design gehören in zwei Werkzeuge
Das ist der eigentliche Punkt, den Claude Design sichtbar macht: Inhaltsentwicklung und Foliendesign sind zwei verschiedene Arbeitsschritte, und sie sollten in zwei verschiedenen Werkzeugen passieren.
Powerpoint hat beides in einem Tool gemacht, allerdings schlecht. Wir haben Folien gebaut, während wir noch nachgedacht haben, was draufstehen soll. Das war so produktiv wie eine Strategie zu schreiben und gleichzeitig die Schriftart auszuwählen.
Mein Vorgehen seit ein paar Monaten
Schritt 1: Inhaltsentwicklung im Dialog mit Claude
Ohne Folien, ohne Design, nur Sparring. Einfach: Welches Problem genau, für wen? Was ist die belastbare „Why now“-These? Wo ist die Marktgröße wirklich Bottom-up und wo nur Wikipedia mit Zinsen? Welche drei Stellen im Geschäftsmodell halten dem ersten kritischen Investor:innen-Blick nicht stand? Diese Phase dauert zwei bis vier Stunden, Minimum. Das Ergebnis ist dafür dann aber auch kein Powerpoint, sondern ein strukturierter Inhalts-Brief.
Schritt 2: Designumsetzung in Claude Design
Brief hochladen, Farbpalette und Logo definieren, zehn Folien generieren lassen, in zwei oder drei Iterationen feinschleifen. Das sind die berühmten fünf Minuten. Obwohl: Oft eher zwanzig, wenn man ehrlich ist.
Was ich dabei gelernt habe: Der erste Schritt lässt sich kaum verkürzen, der zweite sehr wohl. Wer beide Schritte vermischt, fühlt sich produktiv – ist es aber nicht.
Skills: erfahrungsbasiertes Sparring konservieren
Ein Tipp, den viele übersehen: Bei Claude (und ähnlich bei ChatGPT mit Custom GPTs) lassen sich sogenannte Skills anlegen, kleine, sorgfältig kuratierte Vorlagen für wiederkehrende Denkaufgaben.
Ich habe einen Pitch-Deck-Prep-Skill gebaut, der die Best Practices der bekannten Frameworks von Sequoia, YC und Airbnb zusammenfasst, einen strukturierten Interview-Prozess mit dem Gründungsteam durchführt und am Ende einen Master Prompt für Claude Design ausspuckt. Beim ersten Pitch dauert so etwas. Beim zweiten und dritten zahlt es ein.
Der Skill stellt mir die Fragen, die ich mir vor einem Jahr selbst nicht gestellt hätte. Er fragt nach der Investor:innen-Persona, bevor ich Folien schreibe. Er fordert eine Bottom-up-SAM-Berechnung. Er akzeptiert kein „Why now“, das im Kern „weil KI gerade hot ist“ bedeutet.
In dem Sinne ist ein Skill kein Shortcut, sondern Qualitätskontrolle mit Gedächtnis. Was du einmal mühsam herausgearbeitet hast, ist beim nächsten Pitch wieder abrufbar.
Vier Stellen, an denen die KI gerne falsch abbiegt
Aus meinem letzten Pre-Seed-Prozess die vier Punkte, an denen ich mehrfach nachsteuern musste:
Veraltete Quellen: Die KI greift dankbar auf alles zu, was du hochlädst. Wenn der Business-Plan ein Jahr alt ist, baut sie ein Deck, das ein Jahr alt ist. Was sich seitdem an Team, Modell oder Markt verändert hat, weiß sie nur, wenn du es ihr sagst.
Top-down-Marktgrößen: Standardmäßig kommt sowas wie Statista-Zahlen zum globalen KI-Markt zum Einsatz. Investoren haben das hundertmal gelesen und überfliegen es. Bottom-up ist seltener und mühsamer, dafür überzeugend. Die KI muss explizit dorthin gezwungen werden.
Geglättete Sprache: Pitchdeck-Sprache neigt zu Floskeln: revolutionär, nahtlos, bahnbrechend. Die KI produziert das gerne, weil ihr Trainingsmaterial voll davon ist. Eine Negativliste verbotener Wörter im Prompt hilft, konkrete Zahlen helfen mehr.
Der zu glatte Team-Slide: Hier wird gerne aufgetragen. Die KI weiß nicht, dass dein Co-Founder die Größenordnung „150 FTE bei Volkswagen“ zurückhaltender formuliert hätte. Was öffentlich kommuniziert wird, gehört vor Versand abgestimmt, nicht erst beim Pitch.
Wo die gewonnene Zeit hingehört
Wer in einer Stunde ein Deck rauspusten kann, kann auch in fünf Stunden ein deutlich besseres produzieren. Das ist keine Aufforderung, mehr Zeit am Ergebnis zu verbringen, sondern mit der gewonnenen Zeit ehrlich zu sein und sie stattdessen in die Punkte zu investieren, bei denen Investoren wirklich nachfragen werden.
Bei mir waren das die zwei, drei Folien, an denen ich vorher schon ahnte, dass es klemmen würde. Founder-Market-Fit. Why now. Die Lücke zwischen Vision und nächstem realistischen Quartal. Diese Antworten sitzen entweder oder eben nicht. Das Deck darum herum ist jetzt der einfache Teil.
Claude Design baut die Folien. Das nimmt es einem super ab. Aber es nimmt einem nicht ab, was wirklich zählt. Wer das versteht, gewinnt mit den neuen Tools. Wer es nicht versteht, hat in Zukunft schicker designte Pitchdecks, die genauso wenig finanziert werden wie vorher. Deshalb: Nutzt die Zeit, die ihr euch für das Design spart – und steckt sie in das Geschäftsmodell.
Digital Business & Startups
eleQtron sammelt 57 Millionen ein – Deel kauft Sastrify
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ eleQtron sammelt 57 Millionen ein +++ Mosaic SoC bekommt 3,8 Millionen +++ vGreens streicht 2 Millionen ein +++ profitize erhält 1,7 Millionen +++ TV-Moderator Ralph Caspers investiert in TukToro +++ Deel kauft Sastrify +++

Im #DealMonitor für den 5. Mai werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland
INVESTMENTS
eleQtron
+++ Schwarz Digits, EIC Fund, Ankaa Ventures, das Laser-Ausrüstungsunternehmen Precitec, NRW.Bank, IFB Hamburg und Altinvestor Earlybird investieren 57 Millionen Euro in eleQtron. Das Unternehmen, 2020 von Christof Wunderlich, Jan Leisse und Michael Johanning als Spin-Off des Lehrstuhls für Quantenoptik der Universität Siegen gegründet, „entwickelt, produziert, betreibt und vermarktet Rechenzeit auf Ionenfallenbasierten Quantencomputern“. Bis Ende 2023 sammelte das Unternehmen bereits rund 6,5 Millionen ein. Das frische Kapital soll „in den Aufbau skalierbarer Produktionskapazitäten, den Ausbau eines Cloud-basierten Zugangs zu den Systemen sowie in die Weiterentwicklung der Hardwareplattform fließen“. Earlybird hielt vor der aktuellen Investmentrunde knapp 17 % an eleQtron. Das Unternehmen beschäftigt derzeit über 100 Mitarbeitende. Mehr über eleQtron
Mosaic SoC
+++ Der Schweizer Geldgeber Founderful und Venture Kick investieren 3,8 Millionen US-Dollar in Mosaic SoC – siehe auch Forbes. Das Startup aus Zürich, 2024 von Moritz Scherer und Alfio Di Mauro gegründet, entwickelt Perception-Chips, „die Geräten helfen, ihre Umgebung in Echtzeit zu sehen und zu verstehen – bei minimalem Energieverbrauch“. Zur Investmentrunde schreibt das Team auf Linkedin: „We’re just getting started. The era of spatially aware devices is here — and we’re building the layer that makes it possible.“ Mehr über Mosaic SoC
vGreens
+++ Das Obst- und Gemüse-Unternehmen Frutania, der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr, Christ Capital, die Investmentgesellschaft der Christ Group, und der Dortmunder Investor VORNvc investieren 2 Millionen Euro in vGreens. Das Startup aus Essen, 2022 von Claas Ahrens, Maximilian Hartmann, Stefan Hey und Caspar Krampe gegründet, digitalisiert mit Hilfe von Sensorik und Künstlicher Intelligenz den Obst- und Gemüseanbau. „Ziel ist es, die weltweite Obst- und Gemüseproduktion im geschlossenen Anbau plan- und steuerbar zu machen“, teilt das Team mit. Mehr über vGreens
profitize
+++ Alpine Fund (Redstone & Euregio+), aws Gründungsfonds und Business Angels investieren 1,4 Millionen Euro in profitize. Das Startup aus Bozen (Südtirol), 2024 von Simon Falkensteiner, Michael Gorfer und Mark Nardi gegründet, entwickelt eine KI-gestützte Finanzplanungs- und Analyseplattform für die Hotellerie. Die Plattform wird bereits von „rund 150 Hotels und Gastronomiebetrieben in Europa genutzt“. Das frische Kapital soll unter anderem in die Europaexpansion fließen. Mehr über profitize
TukToro
+++ TV-Moderator Ralph Caspers („Die Sendung mit der Maus“, „Wissen macht Ah!“ investiert eine ungenannte Summe in TukToro bzw. die Betreiberfirma a2zebra. Das Berliner EdTech-Startup, 2022 von Elisha Benner, Andreas Häring, Patrick Goehl, Martin Klemann und Justyna Zubrycka gegründet, setzt auf „interaktives und haptisches Mathe-Lernspielzeug für Kinder“. Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures), Simon Capital, das Family Office der Familie Schadeberg, IBB Ventures, Angel Invest, das Falk Family Office (Just Spices-Gründer Florian Falk) sowie die Toniebox-Gründer Patric Faßbender und Marcus Stahl investierten zuletzt rund 2,5 Millionen Euro in das Startup. Mehr über TukToro
MERGERS & ACQUISITIONS
Deel – Sastrify
+++ Das amerikanische HR-Unternehmen Deel übernimmt das Kölner Scaleup Sastrify, das Unternehmen beim Kauf und der Verwaltung von Softwarelösungen unterstützt. „We’re bringing their entire team’s expertise into Deel, pairing their knowledge with more resources and reach to build a full-stack solution for customers. This matters because software has become one of the fastest-growing and least-understood costs for modern companies. And with the explosion of AI tools, this cost is on track to double“, teilt Deel zur Übernahme mit. Sastrify, 2020 von den evopark-Gründern Maximilian Messing und Sven Lackinger gegründet, sammelte in den vergangenen Jahren rund 50 Millionen US-Dollar ein – unter anderem von Endeit Capital, Simon Capital, HV Capital, FirstMark Capital und TriplePoint Capital. HV Capital hielt zuletzt rund 15 % an Sastrify. FirstMark Capital war mit 13 % an Bord, Endeit mit 8 % und Superangel Tim Schumacher mit 6 %. Der Kaufpreis ist bisher nicht bekannt. Deel setzt bei seiner Wachstumsstrategie seit einiger Zeit auf Übernahmen. Hierzulande übernahm das Team bereits Münchner Startup Zavvy und das Berliner Startup Zeitgold. Mehr über Sastrify
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Foto (oben): azrael74
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