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UX/UI & Webdesign

Die Pictoplasma 2026 startet und jeder kann dabei sein! › PAGE online


Am 7. Mai ist es so weit. Die 22. Pictoplasma beginnt! Mit Speakern wie Christoph Niemann, Form Play oder Saydan Celik, Head of Design bei Jung von Matt – und jetzt auch mit einem Livestream für alle, die in diesem Jahr nicht vor Ort sein können.

Die Pictoplasma 2026 startet und jeder kann dabei sein! › PAGE online
©Jack Sachs

Wir betonen es unermüdlich, denn wir können einfach nicht anders: die Pictoplasma. International Conference and Festival of Character Creativity ist unsere Lieblingskonferenz.

Jedes Jahr aufs Neue steckt sie voller Überraschungen und Inspiration. Und das mit ihrem dreitägigen Konferenzprogramm mit seinen internationalen Speakern, mit Größen, Nachwuchs und Entdeckungen aus den unterschiedlichsten kreativen Bereichen.

Aus der Animation und Illustration, dem Grafikdesign und Game Development, der 3D-Art oder aus der Creative Direction, Kunst und Bildhauerei.

Sie alle führen auf der Bühne des ehemaligen Krematoriums Silent Green im Berliner Wedding durch ihre Arbeit, stehen für alle Fragen offen – und davon werden jedes Mal jede Menge interessante gestellt.

Christoph Niemann: Sunday Sketch. Camera ©Colette

Tief eintauchen

Wer einmal Star-Illustrator Christoph Niemann sprechen gehört hat, weiß, was für eine überbordende Freude das ist, da seine Talks genau die gleichen Twists wie seine Illustrationen haben. Er gehört zu den über 20 Speakern, ganz so wie das britische Illustrations- und Animations-Duo Form Play, das Ikea, Google oder Sephora mit seinen mitreißenden Characters versieht, der 3D-Artist Jack Sachs (Abb. ganz oben), der mit seinen unermüdlichen Experimenten eine ganz eigene, aufregende Sprache entwickelt hat.

Spannend, was die mexikanische »Indie Feminist«-Künstlerin Ilse Valfré  von ihrer Arbeit erzählen wird, die Französin Marylou Faure, die für Netflix, Apple oder Nike illustriert, oder der Brasilianer Jun Ioneda (Abb. oben), der in leuchtenden Farben Science-Fiction, Queerness und japanische Einflüsse zusammenfließen lässt. Die preisgekrönte Illustratorin und Cartoonistin Gemma Correll wird ein Update ihres Werks geben, und Saydan Celik, Head of Design bei Jung von Matt, über seine Arbeit reden.

@Helga Stentzel

Worldwide live dabei sein

Das Line-up der Pictoplasma ist auch in diesem Jahr ist lang und illuster. Und wenn man schon nicht vor Ort sein kann, um die ganz besondere Atmosphäre zu genießen, das Networking, die Nachmittage auf der Wiese und die zahlreichen Come-together, so kann man jetzt der ausverkauften Konferenz per Livestream folgen.

Alle drei Tage lang und mit über 20 Speakern. Denn: »Wenn du nicht zur Pictoplasma kommen kannst, kommt die Pictoplasma zu dir!«, wie es heißt.

Für unter 10 Euro und in einer Online-Live-Übertragung aller Konferenzvorträge samt des kompletten Animationsprogramms.

Am Donnerstag, dem 7. Mai 2026 geht es los – täglich von 12:45 – ca. 20:30 Uhr (MESZ). In Echtzeit und mit einem anschließenden 24-Stunden-VoD-Angebot, um allen Zeitzonen gerecht zu werden.

Was man dafür braucht, ist eine PictoPRO-Mitgliedschaft, die für nur 5,75 Euro bzw. 8 Euro monatlich erhältlich ist und jederzeit verlängerbar oder kündbar ist.

Alles Weitere dazu hier.

©Jun Ioneda

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UX/UI & Webdesign

»Orchestrierung ist keine Software-, sondern eine Macht-Frage« › PAGE online


Mario Wimmer, General Manager bei Plan.Net, über den Kontrollverlust der Marke im MarTech-Dschungel und warum die Antwort keine externe Plattform sein kann.

»Orchestrierung ist keine Software-, sondern eine Macht-Frage« › PAGE online
Mario Wimmer, General Manager bei Plan.Net Bild: Plan.Net

Viele Marken haben in den letzten Jahren massiv in Technologie investiert: in CMS, DXP, Headless- und Microservice-Architekturen, KI-Tools. Das Ergebnis ist paradox. Mehr Kanäle, weniger Konsistenz. Für Mario Wimmer, General Manager bei Plan.Net, steht dabei die Frage im Vordergrund, welche Probleme Marken auf kreativer, organisatorischer und technischer Ebene eigentlich lösen müssen. Ein Gespräch über Plattformabhängigkeit, Markenidentität und die Renaissance der eigenen Website.

PAGE: Viele Marken haben ihren digitalen Stack in den letzten Jahren massiv ausgebaut. Trotzdem klagen sie über inkonsistente Markenerlebnisse. Wie passt das zusammen?

Mario Wimmer: Das ist kein Zufall. Das ist strukturell. Die Marken folgen mit dem Aufbau neuer Teams und Tools einer Explosion in der Anzahl und Form von Kanälen. Das ist richtig, aber schafft neue Probleme: Koordination und Konsistenz über Kanäle, die sich mit jedem neuen Kanal immer weiter zuspitzen. Der ebenso richtige Push für datengetriebene Arbeit und Effizienz tut hier sein Übriges. Der Markenkern, das große Ganze, End-2-End, gerät aus dem Fokus. Ein hochoptimierter und -performanter Stack pusht brüchige und inkonsistente Markenerlebnisse. Das Rauschen wird verstärkt, die Experience verschwimmt.

»Noch nie war es so einfach eine Marke zu pushen oder durch Mangel an Kuration, Koordination und Konsistenz zu zerstören.«

Hinzu kommt, dass Marken zunehmend auf fremden Plattformen, Markplätzen und sozialen Netzwerken agieren. Diese erschweren durch Formatvorgaben, Reichweiteschranken und Auswertungsmonopole das Ringen der Teams um Koordination und Konsistenz. Der sichere Hafen für Marken und Leuchtturm für Nutzer:innen in dieser stürmischen See: Die eigene Plattform, App und Webseite. Der einzige digitale Raum, den eine Marke vollständig kontrolliert. Wenn dort keine klare Markenführung stattfindet, wird die Konsistenz auf allen anderen Kanälen nahezu unmöglich.

Jetzt kommt KI dazu. Macht das das Problem größer?

Exponentiell. AI kann heute in Sekunden tausende Content-Varianten erzeugen. Das ist produktionstechnisch beeindruckend. Aber wie in vorangehenden Content-Explosionen geht es verstärkt nicht mehr um Produktion, sondern Kuration, Moderation und Orchestrierung. Wird das übersehen, verliert die Marke ihre Stimme. Alles sieht gleich aus und klingt gleich.

Der kreative Differenzierungsraum schrumpft, gerade weil die Produktionskapazität explodiert. Wer nicht aufpasst, geht unter im generativen Rauschen des über AI anschwellenden Mainstreams. AI ist Katalysator und Multiplikator. Noch nie war es so einfach eine Marke zu pushen oder durch Mangel an Kuration, Koordination und Konsistenz zu zerstören.

Gleichzeitig verändert AI die Logik digitaler Sichtbarkeit. Früher mussten Marken vor allem von Menschen gefunden werden. Heute müssen auch KI-Systeme Inhalte verstehen, einordnen und weiterempfehlen können. Auch hier braucht es kuratierte, koordinierte, konsistente eigene Quellen.

Die Antwort der Technologieanbieter lautet meist: »Kauf unsere Plattform, dann hast du Kontrolle.« Was ist daran falsch?

Die drei K – Kuration, Koordination, Konsistenz – sind kein rein technisches Problem. Es ist genauso und zuerst ein organisatorisches. Ein weiteres Tool zu kaufen oder Team zu gründen, löst das Problem nicht, es fügt dem Stack stattdessen ein neues Element hinzu. Was Marken brauchen, ist die Fähigkeit, über alle Systeme und Abteilungen hinweg zu orchestrieren.

Grafische Darstellung unterschiedlicher Kommunikations- und Netzwerkstrukturen mit Emoji-Figuren und verbundenen Punkten auf grauem Hintergrund. Links oben zeigt ein einfaches „1 TO 1“-Modell zwei direkt verbundene Personen. Darunter veranschaulicht ein „MANY TO MANY“-Netzwerk mehrere miteinander verbundene Personen mit unterschiedlichen Emotionen. Rechts wird ein deutlich komplexeres „MANY TOO MANY“-Netzwerk dargestellt: zahlreiche Verbindungen, überforderte und verwirrte Emojis sowie Symbole wie Explosion, Feuer, Maus, Tastatur, Pflaster und Augen verdeutlichen Informationsüberlastung, Stress und steigende Komplexität in digitalen Kommunikationssystemen. Die Illustration kontrastiert einfache, überschaubare Interaktion mit zunehmend chaotischen Netzwerken.Bild: Plan.Net

Wer hier auf alles auf die KI-Blackbox setzt, macht sich nicht nur abhängig, sondern entmachtet sich. KI ist Werkzeug einer durchdachten Marken- und (!) Organisationsarchitektur, nicht ihr Ersatz. Generische AI als Heilsbringer verwäscht die Marke zum Datenbrei und erstickt die Organisation im Rauschen. Es gilt stattdessen Grundsätzliches zu klären: Was ist der Markenkern? Was sind die Erlebnisse? Was sind die Leitplanken? Und wie werden diese über Governance, Organisation und Plattformen zur Basis für Kommunikation für AI und darüber hinaus?

Die eigene Plattform, App und Webseite sind die perfekte Basis für Marken, sich wieder zu erfinden. Nicht immer Greenfield, nicht immer Hype, aber 100 % unter der Kontrolle der Unternehmen. Sie und nur sie entscheiden hier über Inhalte, Daten, Experience und Geschäftsmodelle. Das gibt ihnen den Freiraum, genau hier die notwendige Integrationsleistung für Teams und Tools zu vollbringen, um ihre Marke auch in einem größeren Kontext neuer KI-Plattformen klar und relevant zu kommunizieren.

»Eine starke Website schafft einen verbindlichen Markenkern, von dem aus sich alle anderen Erlebnisse ableiten lassen.«

Für Kreative und Designer klingt das nach Überforderung – sie sollen neben Technik auch noch Organisations-Design beherrschen? Wo bleibt da der Raum für das Kreative?

Eigentlich ist es sogar eine Befreiung. Digitalisierung, Automatisierung und KI sind Multiplikatoren kreativer Arbeit. Der kreative Kernanspruch – Marken, Botschaften und Erlebnisse zu gestalten – wird immer wichtiger. Die Relevanz technischer Nebenschauplätze dagegen sinkt, wenn organisatorische und technische Hausaufgaben gemacht werden. Dann produzieren Systeme aus einer kreativen Source of Truth dank Automatisierung und AI konsistente und koordinierte Erlebnisse. Und Kreative kuratieren das Besondere.

Eine starke Website schafft einen verbindlichen Markenkern, von dem aus sich alle anderen Erlebnisse ableiten lassen – egal ob App, Social Media, Commerce-Plattform oder KI-Agent. Eine Marke, die weiß, wer sie ist und deren Systeme das konsequent abbilden, gibt dem Kreativ-Team den Spielraum zurück. Brand Sovereignty ist am Ende eine Voraussetzung für gutes Design. Kein IT-Thema, sondern eine Führungsfrage. Und die eigene Website ist ihr wichtigstes digitales Fundament.

Über Marco Wimmer:
Mario Wimmer ist General Manager Delivery & Consulting bei Plan.Net. In seiner Arbeit bewegt er sich an der Schnittstelle von Strategie, Technologie und Organisation und begleitet Unternehmen dabei, komplexe digitale Herausforderungen erfolgreich zu meistern.



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»Durch Vibe Coding mit KI-Tools verändert sich die Rolle von Entwickler:innen in Unternehmen grundlegend« › PAGE online


Was als Experiment mit KI-gestützter Entwicklung begann, ist bei diesem Team längst Alltag: Vibe Coding beschleunigt nicht nur die Softwareentwicklung, sondern verschiebt den Fokus von klassischem Programmieren hin zu Architektur, Bewertung und Mensch-KI-Kollaboration.

»Durch Vibe Coding mit KI-Tools verändert sich die Rolle von Entwickler:innen in Unternehmen grundlegend« › PAGE onlineBild: Thomas ReinermannAnja Bornmann-Reske ist Head of IT Services bei einem IT- und Softwareunternehmen und beschäftigt sich täglich mit der Frage, wie sich moderne Entwicklungsteams zwischen steigender Komplexität, Effizienzdruck und neuen KI-Tools neu organisieren können. In diesem Interview mit PAGE geht es um Vibe Coding und die Frage, wie KI-gestützte Entwicklung den Arbeitsalltag von IT-Teams verändert. Dabei werden die Aspekte Effizienz, neue Verantwortung und die Zukunft des Programmierens im Dialog mit KI beleuchtet.

PAGE: Vibe Coding ist ein Begriff, den viele mit Hobby-Entwickler:innen oder No-Code-Tools verbinden. Wie kam es dazu und war das ein bewusster Entschluss oder hat es sich einfach eingeschlichen?

Anja Bornmann-Reske: Bei uns war das tatsächlich ein sehr konkreter Trigger: Salesforce hat in einem Release KI-gestützte Entwicklungsfunktionen bereitgestellt. Unsere Entwickler:innen haben es aus Interesse und Neugier relativ schnell ausprobiert und festgestellt, dass es ihnen im Alltag echten Mehrwert bringt. Vor allem überzeugt hat sie die Geschwindigkeit, mit der erste Lösungsansätze entstehen.

Ab dem Punkt war es dann kein Zufall mehr, sondern eine bewusste Entscheidung. Wir haben gesehen, dass das Potenzial enorm ist, gerade unter unseren Rahmenbedingungen mit steigenden Anforderungen bei gleichzeitig begrenzten Ressourcen, und haben Vibe Coding gezielt in unseren Arbeitsablauf integriert.

Wann habt ihr gemerkt, dass das kein Experiment mehr ist?

Der Punkt war erreicht, als sich das Verhalten im Team verändert hat. Sobald Entwickler:innen bei neuen Anforderungen nicht mehr zuerst selbst »von Null« anfangen, sondern ganz selbstverständlich mit der KI in die Lösungsfindung gehen, verändert sich der Arbeitsmodus fundamental. Spätestens als wir gemerkt haben, dass wir Change Requests schneller einschätzen und priorisieren können, war klar: Das ist kein Experiment mehr, sondern produktiver Alltag.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag mit Vibe Coding aus?

Der Ablauf ist weniger klassisch iterativ, sondern eher agil mit sehr schnellen, direkten Feedbackschleifen zwischen Entwickler:in und KI.

Ein typischer Tag sieht so aus:

  1. Der/die Entwickler:in versteht die fachliche Anforderung und formuliert den Lösungsansatz.
  2. Die KI liefert daraufhin sehr schnell konkrete Vorschläge, Code oder Varianten.
  3. Der/die Entwickler:in bewertet diese direkt im Kontext unserer Systeme (CRM, Customer Service, ERP, ECM) und gibt gezielt Feedback oder präzisiert die Anforderungen.
  4. Die KI reagiert darauf, und es entsteht ein enger Austausch, fast wie ein technischer Dialog.

Diese Kollaboration ermöglicht es uns, in kürzester Zeit zu belastbaren Lösungsansätzen zu kommen. Der größte Mehrwert liegt dabei für uns nicht nur in der Umsetzung, sondern vor allem darin, sehr früh einschätzen zu können, wie komplex ein Change Request ist und ob sich die Umsetzung wirtschaftlich lohnt.

Wie weit geht Vibe Coding – wird Code einfach übernommen?

Nein, Code wird bei uns nicht blind übernommen. Die Arbeitsweise hat sich jedoch verändert, da Entwickler:innen nicht mehr jede einzelne Zeile im Detail prüfen, sondern stärker die Gesamtlösung bewerten. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob der vorgeschlagene Code zur Gesamtarchitektur passt, ob er wartbar und gut integrierbar ist und ob mögliche Risiken, etwa in Bezug auf Sicherheit oder Performance, berücksichtigt sind. Dadurch verschiebt sich der Fokus zunehmend vom reinen Schreiben von Code hin zum Verstehen und kritischen Bewerten von Lösungen.

Wo zieht ihr die Grenze?

Die Grenze ziehen wir immer dort, wo Risiken und Kritikalität besonders hoch sind. Das betrifft insbesondere sicherheitsrelevante Bereiche wie Berechtigungs- und Authentifizierungslogiken, aber auch die Kernarchitektur und das grundlegende Systemdesign. 

Ebenso gilt das für geschäftskritische Integrationen zwischen zentralen Systemen. In diesen Fällen bleibt die Verantwortung vollständig bei dem/der Entwickler:in, während die KI lediglich unterstützend eingesetzt wird und keine direkte Umsetzung übernimmt.

Wie stellt ihr Qualität, Sicherheit und Wartbarkeit sicher?

Qualität, Sicherheit und Wartbarkeit stellen wir bewusst über klassische und bewährte Mechanismen sicher. Dazu gehören verpflichtende Code Reviews, die unabhängig davon stattfinden, ob der Code von Menschen oder KI erstellt wurde, sowie klare Architekturprinzipien, an denen jede Lösung gemessen wird. 

Zusätzlich setzen wir auf automatisierte und manuelle Tests, um Risiken frühzeitig zu erkennen, sowie auf eine strukturierte Dokumentation, die heute eine noch wichtigere Rolle spielt als früher. Insgesamt entsteht Qualität dabei weniger durch manuelles Programmieren, sondern stärker durch konsequente Bewertung und Kontrolle der Ergebnisse.

Wer trägt die Verantwortung bei Fehlern?

Ganz klar: der Mensch. Wir behandeln KI wie jedes andere Werkzeug und die Verantwortung liegt immer bei dem/der Entwickler:in, der den Code prüft, freigibt und produktiv setzt. Das ist für uns auch ein zentraler Punkt in Richtung Governance: Verantwortung ist nicht delegierbar.

Verändert Vibe Coding die Anforderungen an Entwickler:innen?

Ja, deutlich. Wir suchen weniger reine »Coder:innen« und mehr:

  • Menschen mit starkem Architekturverständnis.
  • Menschen, die Lösungen bewerten können.
  • Menschen, die fachliche Anforderungen gut in technische Lösungen übersetzen.

Prompting ist am Ende nichts anderes als präzise Spezifikation und genau diese Fähigkeit wird immer wichtiger.

Verlernen Entwickler:innen das Handwerk vom Programmieren?

Ich sehe die Gefahr, aber ich würde sie anders einordnen.

Für uns ist klar: Vibe Coding funktioniert nicht ohne tiefes Know-how. Es reicht nicht, ein paar Grundlagen zu verstehen. Unsere Entwickler:innen müssen die Systeme, Architekturen und Zusammenhänge wirklich durchdringen.

Beim heutigen Stand sehe ich es so, dass die Herausforderung sich verschiebt:

  • Die KI liefert Vorschläge, aber die Qualität dieser Vorschläge muss fundiert bewertet werden.
  • Fehler, Sicherheitslücken oder schlechte Architektur erkennt man nur mit Erfahrung und Tiefe.
  • Entscheidungen werden komplexer, nicht einfacher.

Wer nur oberflächliches Wissen hat, läuft Gefahr, scheinbar funktionierenden, aber langfristig problematischen Code zu akzeptieren. Deshalb ist meine Sicht: Vibe Coding ersetzt kein tiefes Engineering, es macht es sogar noch wichtiger.

Die Rolle verändert sich von »Umsetzer:in« hin zum »verantwortliche Architekt:in und Prüfer:in«. Und dafür braucht es mehr Erfahrung, nicht weniger.

Was würdest du jemandem sagen, der heute klassisch programmieren lernt?

Unbedingt dranbleiben, aber: Lerne Programmieren und lerne gleichzeitig, mit KI zu arbeiten. Wer beides kombiniert, hat einen klaren Vorteil, denn er oder sie versteht Probleme wirklich und kann gleichzeitig sehr schnell Lösungen entwickeln und einschätzen.

Was wird in drei Jahren wirklich wichtig gewesen sein?

Ich glaube, drei Dinge werden sich klar herauskristallisieren:

  1. Geschwindigkeit wird zum Standard, denn der Unterschied liegt nicht mehr darin, wie schnell man entwickeln kann.
  2. Bewertung wird zur Kernkompetenz und gute Entwickler:innen erkennt man daran, welche Lösungen sie bewusst hinterfragen oder ablehnen.
  3. Die Kollaboration mit KI wird zum entscheidenden Skill, denn der Unterschied wird nicht mehr nur im technischen Know-how liegen, sondern darin, wie effektiv jemand mit KI arbeitet.

Gerade dieser dritte Punkt wird oft unterschätzt, denn Vibe Coding ist keine Einbahnstraße, sondern ein echter Dialog zwischen Mensch und KI. Dabei geht es darum, Anforderungen präzise zu formulieren, Ergebnisse gemeinsam mit der KI weiterzuentwickeln und durch kontinuierliches Feedback die Lösung Schritt für Schritt zu schärfen. 

Wer diese Art der Zusammenarbeit beherrscht, kann die Möglichkeiten von KI deutlich besser ausschöpfen, während diejenigen, die das nicht schaffen, trotz guter Tools vergleichsweise ineffizient bleiben. Für uns als IT bedeutet das, dass der nachhaltige Wettbewerbsvorteil nicht in der Technologie selbst liegt, sondern in der Fähigkeit, sinnvoll mit ihr zu kollaborieren und daraus die richtigen Lösungen abzuleiten. Genau diese Entwicklung wird sich rückblickend als die eigentlich entscheidende Veränderung herausstellen.



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Das Start-up ItsNotAI hat ein »Nicht-KI-Siegel« entwickelt, um das Vertrauen in digitale Bilder wiederherzustellen. › PAGE online


Das Zürcher Start-up ItsNotAI entwickelt ein Label, das nicht KI-Inhalte markiert, sondern menschliche Kreativität sichtbar macht. Im Gespräch erklärt einer der Gründer:innen, Thomas Tang, warum Authentizität im Zeitalter generativer Bilder zur knappen Ressource wird und wie ein »Bio-Siegel für digitale Kunst« Vertrauen in visuelle Inhalte zurückbringen soll.

Futuristische Science-Fiction-Illustration einer weiten, fremdartigen Landschaft. Zwischen monumentalen, verwitterten Bauwerken und dichten Wolkenformationen schweben mehrere leuchtende Himmelskörper. Im Vordergrund stehen eine Person in einem orangefarbenen Raumanzug und ein roboterähnliches Gerät auf einer offenen Ebene und blicken auf die Szenerie. Kabelartige Strukturen verbinden Teile der Architektur, während Lichtreflexe und atmosphärische Nebelschwaden die Szene prägen. Die digitale Illustration vermittelt Entdeckung, Abenteuer und die Erkundung einer unbekannten Welt. Unten rechts befindet sich das Logo von ItsNotAI mit QR-Code.In einer Welt, in der die Grenzen zwischen menschlicher Kreativität und Gestaltung und algorithmischer Generierung zunehmend verschwimmen, wird Authentizität zur neuen Währung. Das Zürcher Start-up ItsNotAI hat sich dieser Herausforderung angenommen. Anstatt lediglich KI-Inhalte zu markieren, setzt das Team auf einen »Trust Layer«, der menschliche Kreativität sichtbar macht. Ob in der Fotografie, im Fotojournalismus oder bei digitalen Kunstwettbewerben wie dem GGAC – ihre hybride Detektionstechnologie, die Vision Transformer mit menschlicher Expertise kombiniert, soll das Vertrauen in digitale Bilder wiederherstellen. Im Gespräch mit PAGE erläutert einer der Gründer:innen, Thomas Tang, warum »menschlich gemacht« in Zukunft ein Luxusgut sein könnte und warum ihr Label das Potenzial hat, zum Bio-Siegel der digitalen Kunstwelt zu werden.

Grafische Darstellung der Funktionsweise eines Diffusionsmodells. Von links nach rechts zeigen vier Bildfelder den Übergang von zufälligem, buntem Bildrauschen zu einem klar erkennbaren Foto einer sitzenden Katze. Ein Pfeil oberhalb der Bilder verläuft von „Rauschen“ zu „Bild“ und verdeutlicht den schrittweisen Prozess der Bildgenerierung durch Denoising. Unter der Abbildung erläutert ein Text, dass Diffusionsmodelle aus Rauschen Bilder erzeugen und dass KI-Detektoren anhand von Rauschanomalien künstlich generierte Bilder erkennen können.
Durch den Fokus auf die verschiedenen Bildschichten kann erkannt werden, ob es sich um KI-generierte Inhalte oder von Menschen erstellte Bilder handelt.

Erinnert ihr euch an den Moment, in dem euch klar wurde: »Wir müssen ItsNotAI gründen«? Was genau ist da passiert?

Unser Team hat ursprünglich einen technischen Hintergrund. Wir haben bemerkt, dass man in sozialen Medien oft nicht mehr echte Aufnahmen von KI-generierten unterscheiden kann und dass dies, da sich die Modelle immer weiter verbessern, in Zukunft mit dem menschlichen Auge gar nicht mehr erkennbar sein wird. Daraufhin haben wir uns mit dem Thema der Erkennung von KI-Bildern befasst, wobei uns die Technologie dahinter sofort begeistert hat. Dieses Problem betrifft aber nicht nur die sozialen Medien, sondern kann in vielen verschiedenen Sektoren massive Schäden anrichten, von Versicherungsbetrug bis hin zu Deepfakes. Durch Gespräche mit lokalen Künstlern haben wir dann von der speziellen Herausforderung gehört, die KI für originelle Fotografie und Illustration darstellt. Deshalb haben wir uns entschieden, einen Service im Format eines Labels für Künstler anzubieten, das authentische, KI-freie Werke klar kennzeichnen soll.

Warum habt ihr euch bewusst dafür entschieden, nicht KI-Inhalte zu markieren, sondern menschliche Arbeit sichtbar zu machen?

Die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte funktioniert derzeit unzuverlässig, da sie stark auf Selbstverantwortung basiert. Einige KI-Generatoren nutzen zwar Wasserzeichen, um den Ursprung aus künstlicher Intelligenz zu markieren, aber inzwischen gibt es auch Tools, die genau diese Wasserzeichen aus KI-generierten Bildern wieder entfernen. Wenn bald schätzungsweise mehr als die Hälfte der neuen Inhalte im Internet KI-generiert sind, scheint es für uns sinnvoller, jene Inhalte zu markieren, die nicht KI-generiert sind, da dies in Zukunft wahrscheinlich eher die Ausnahme, als die Regel sein wird. Auch aus ökonomischer Sicht kann es Sinn ergeben, die wertvollere Minderheit hervorzuheben. Auf Bildplattformen, wo mittlerweile immer mehr KI-Inhalte erscheinen, kann ein solches Label Künstlern helfen, sich abzuheben. Gleichzeitig werden unsere Detektionsmodelle auch von Plattformen genutzt, um KI-Content zu erkennen.

Nehmt uns einmal mit durch einen echten Fall: Jemand reicht ein Bild ein, was passiert dann Schritt für Schritt bei euch im Hintergrund?

Das Bild wird völlig unabhängig von seinen Metadaten durch unsere Modelle untersucht. Wir nutzen Ensemble-Modelle, die Convolutional Neural Networks (CNN) und Vision Transformer kombinieren: Das CNN sucht nach Anomalien wie unnatürlichem Bildrauschen, Texturen oder Fehlern im Frequenzbereich, die typisch für KI-Generatoren sind. Der Vision Transformer zerlegt das Bild hingegen in Kacheln (Patches) und analysiert mittels Attention-Mechanismen die globalen Zusammenhänge, ob weit voneinander entfernte Bildelemente, wie Schattenwurf oder Proportionen logisch zusammenpassen. Es gibt mittlerweile mehrere private sowie Open Source Modelle für KI-Erkennung. Der Aufwand besteht darin, diese Modelle laufend zu trainieren und ihre Genauigkeit zu evaluieren. 

Infografik zur KI-Bilderkennung mit einem Vision-Transformer-Modell. Links steht das Foto einer Katze als Eingabebild. Im ersten Schritt wird das Bild in viele kleine Bildausschnitte (Patches) zerlegt und mit Positionsinformationen versehen. Im zweiten Schritt analysieren mehrere Transformer-Ebenen die Beziehungen zwischen den Bildausschnitten mithilfe von Self-Attention-Mechanismen, um globale Muster und mögliche Artefakte zu erkennen. Im dritten Schritt klassifiziert ein neuronales Netzwerk das Bild als „AI“ oder „REAL“. Die Grafik visualisiert den technischen Ablauf der automatisierten Unterscheidung zwischen KI-generierten und echten Bildern.
Mithilfe dieser Schritte kann das System erkennen, ob es sich um KI-generierte Inhalte oder von Menschen erschaffene Bilder handelt.

Gab es schon einen Fall, bei dem eure Systeme uneindeutig waren und ihr wirklich diskutieren musstet, ob ein Bild »menschlich« ist oder nicht? Wie entscheidet man sowas?

Unser Modell liefert eine Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 1. Durch unser Fine-Tuning ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein nicht-KI generiertes Bild fälschlicherweise als KI eingestuft wird. In uneindeutigen Fällen behalten wir eine Human-in-the-Loop Komponente: hierbei überprüft ein Experte das Bild manuell auf verbliebene Auffälligkeiten und trifft die finale Entscheidung. Es kann jedoch vorkommen, dass ein KI-Bild nicht sofort erkannt wird, etwa dann, wenn das spezifische KI-Modell, welches das Bild generiert hat, unserem Modell noch nicht bekannt ist. Es kann dann notwendig sein, das Modell teilweise neu zu trainieren. 

Ihr habt mit einem Fotografen gearbeitet und große Mengen seiner Bilder analysiert, wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Der Fotograf verfügte über eine große Sammlung von Bildern, darunter fotojournalistische Arbeiten und historische, politische Aufnahmen. Er wollte sein Werk durch ein Label eindeutig als »nicht-KI« kennzeichnen lassen. Unser ItsNotAI-Label stützt sich auf unsere Detektionsmodelle und dient somit als Bestätigung, dass die Bilder rein menschlichen Ursprungs sind.

Was war das Ziel dieses Projekts? Ging es eher um Schutz, Archivierung oder auch um Sichtbarkeit?

Das Hauptziel war es, unsere Technologie zu testen und ihre erfolgreiche Anwendung zu demonstrieren. Außerdem war es für uns eine sehr gute Gelegenheit, eventuelle Schwachstellen unserer Software ausfindig zu machen und Probleme zu beheben. Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass es an der UX Einiges zu tun gibt, aber die grundlegende Technologie funktioniert gut.

Was habt ihr durch das Labeln dieser vielen Bilder gelernt? Über Fotografie, aber auch über KI? 

Allen voran haben wir gelernt, dass die Zielgruppe eine solche Software und die Transparenz, die wir damit schaffen möchten, sehr wertschätzt. Wir haben beim Labeln auch gemerkt, wie schwer es für den durchschnittlichen Betrachter mittlerweile ist, KI-generierte Bilder als solche zu erkennen. Die KI simuliert Fotografie auf den ersten Blick so makellos, dass sie mit bloßem Auge kaum noch von echten Bildern zu unterscheiden sind. Hier ist eine Analyse durch unsere Software eine deutlich genauere Methode. Aktuell arbeiten wir daran, das Tool in der Verwendung noch intuitiver zu gestalten.

Wie hat der Fotograf selbst auf eure Ergebnisse reagiert? Eher erleichtert, überrascht oder auch kritisch?

Er war vor allem neugierig, diese neue Technologie auszuprobieren und sehr erleichtert, dass sich nun langsam Lösungen etablieren, die mit der rasanten technischen Entwicklung Schritt halten können.

»Unser Detektionsmodell wird eingesetzt, um sicherzustellen, dass in den reinen Human-Art-Kategorien des Wettbewerbs tatsächlich keine KI verwendet wird.«

Lässt sich euer Modell ohne das Label einsetzen?

Ja, absolut. Auf der Visuals Conference in Hamburg haben wir erstmals unser Modell auch als Programmierschnittstelle (API) angeboten. Beispielsweise arbeiten wir zurzeit zusammen mit einem führenden digitalen Kunstwettwettbewerb in Asien, dem GGAC. Unser Detektionsmodell wird eingesetzt, um sicherzustellen, dass in den reinen Human-Art-Kategorien des Wettbewerbs tatsächlich keine KI verwendet wird. Das ist deutlich genauer und effizienter als eine manuelle Überprüfung. Es freut uns sehr zu sehen, dass unsere Technologie weltweit auf Nachfrage stößt.

Was ist die überraschendste Erkenntnis, die ihr seit der Gründung hattet?

Als Team mit technischem Hintergrund war der intensive Austausch mit der Kreativbranche für uns eine besonders wertvolle Erfahrung. Die überraschendste Erkenntnis war dabei die Vielfalt an Zukunftsperspektiven, die große Offenheit gegenüber neuen Tools sowie der ehrliche und offene Austausch innerhalb der Community. Das hat uns sehr geholfen, unsere Software nicht nur aus einer reinen Ingenieursperspektive zu entwickeln, sondern sie exakt an den Bedürfnissen der Branche auszurichten.

Hat sich euer eigener Blick auf Kreativität durch eure Arbeit verändert?

Ja, wir hatten unter anderem auch die Möglichkeit, mit KI-Künstlern über deren Verständnis von Kreativität zu sprechen. Wir schätzen jede Form von Kreativität und verstehen uns in erster Linie als neutrales Tool, das für Transparenz im Kreativitätsspektrum sorgt.

Ihr sprecht von einem »Trust Layer«, wo wird Vertrauen im digitalen Bild heute am dringendsten gebraucht?

Vertrauen – und vor allem ein Tool zur Unterscheidung von KI und nicht-KI – wird überall dort dringend gebraucht, wo man mit bloßem Auge nicht mehr erkennen kann, was echt ist, man aber gezielt authentische Inhalte sucht. Nicht nur auf Kunstplattformen, sondern auch bei Stockbild-Anbietern sieht man, dass KI-Bilder und echte Fotografien zunehmend vermischt werden und immer schwerer zu unterscheiden sind. Dieses Bedürfnis nach Transparenz ist zentral für alle, die echte Bilder suchen, da authentische Werke weiterhin eine besondere Wertschätzung genießen. 

Screenshot zweier digitaler Herkunftszertifikate von „ItsNotAI“ mit dem Titel „Certificate of Human Creation“. Das linke Zertifikat dokumentiert eine Illustration von Tieren in historischen Kostümen und weist Informationen wie Zertifikatsnummer, Urhebername, Bildgröße und Werktyp aus. Das rechte Zertifikat zeigt ein digitales Stadtlandschaftsbild im Cyberpunk-Stil mit denselben Metadatenfeldern. Beide Zertifikate enthalten einen QR-Code und dienen als Nachweis, dass die gezeigten Werke von Menschen geschaffen wurden. Die Darstellung verdeutlicht einen Ansatz zur Kennzeichnung und Verifizierung menschlicher Kreativarbeit im digitalen Raum.
Alle Bilder, die von Menschen geschaffen wurden, erhalten ein „Certificate of Human Creation” und einen Tag. “CGI Art” heißt in diesem Fall, dass es am Computer modelliert wurde (z.B. mit Blender).

Seht ihr eure Arbeit eher im Kunstkontext oder auch im Journalismus und bei Desinformation?

Unsere Technologie ist sehr breit anwendbar und in manchen Branchen schlicht essenziell: für Presseagenturen ist es beispielsweise unerlässlich geworden, echte von KI-generierten Bildern unterscheiden zu können. Unsere Technologie ist sehr breit anwendbar. Der Kunstkontext war für uns anfangs wie ein »Trainingslager«, um durch die immense Vielfalt an Bild- und Kreativformen die Grenzen unserer Detektionsgenauigkeit auszutesten. Zudem ist dies eine Zielgruppe, die sehr offen für Innovationen ist. Unser Modell wird heute bereits von Bildanbietern und Plattformen genutzt, um KI-Inhalte in großen Archiven zu identifizieren. Beim Label selbst sehen wir noch eine etwas langsamere Adaption – teils wegen des Integrationsaufwands, teils, weil sich das Vertrauen in ein solches Gütesiegel erst organisch aufbauen muss. 

Wie sieht für euch eine Zukunft aus, in der KI und menschliche Kreativität koexistieren? 

Wir schätzen jede Form der Kreativität und glauben, dass eine Koexistenz der natürliche Weg sein wird. Wir sehen uns dabei schlicht als das notwendige Werkzeug, um traditionell geschaffene Werke unterscheidbar zu machen. 

Was müsste passieren, damit sich euer Label wirklich durchsetzt? Könnte so ein Label irgendwann so selbstverständlich werden wie ein Bio-Siegel?

Wir sind aktuell in Gesprächen, unser Label direkt in Kunstplattformen zu integrieren. Wenn das gelingt, könnte es sehr bald ein weit verbreitetes, kleines Siegel werden, das für viele digitale Werke zum Standard gehört, ähnlich wie das Bio-Siegel im Supermarkt. 

Glaubt ihr, dass »menschlich gemacht« in Zukunft tatsächlich zu einer Art Luxus wird?

Ja. KI-Content zu produzieren ist in vielen Fällen günstiger, deutlich schneller und kann bestimmte künstlerische Prozesse komplett ersetzen. Traditionell menschlich hergestellte Kunst wird definitiv seltener und ohne technische Hilfe immer schwieriger als solche zu identifizieren sein. Doch in einer Welt KI-generierter Inhalte ist die echte, menschliche Kreativität unersetzlich. Sie ist der wichtigste Wettbewerbsvorteil von Künstlern, denn es ist genau diese Originalität, die das Publikum tiefgehend wertschätzt und für die es auch in Zukunft bezahlen möchte. Genau hier setzen wir an.



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