Datenschutz & Sicherheit
Ivanti EPM: Sicherheitslücken ermöglichen SQL-Iinjection und Rechteausweitung
Ivanti warnt vor Sicherheitslücken im Endpoint Manager, einer Verwaltungssoftware für Benutzer und Geräte im Netzwerk. Insgesamt geht es um drei Sicherheitslecks – eines verpasst die Einstufung als „kritisch“ nur haarscharf.
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In einer Sicherheitsmitteilung erörtert Ivanti die Sicherheitslecks. Eine SQL-Injection-Schwachstelle betrifft die Web-Konsole des Ivanti Endpoint Managers. Authentifizierte Angreifer können dadurch aus dem Netz Schadcode einschleusen und ausführen (CVE-2026-8111, CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Falsche Rechtezuweisung im Agenten des Endpoint Managers ermöglicht zudem das Ausweiten der Rechte im System von lokal angemeldeten bösartigen Akteuren (CVE-2026-8110, CVSS 7.8, Risiko „hoch“).
Im Core-Server des Endpoint Managers können angemeldete Angreifer aus dem Netz Zugangsdaten abgreifen, da er eine „exponierte gefährliche Methode“ (exposed dangerous method, CWE-749) aufweist – Zugriffe darauf sind laut Definition nicht zureichend beschränkt (CVE-2026-8109, CVSS 6.5, Risiko „mittel“). Die zugehörige ZDI-Mitteilung weist einen niedrigeren CVSS-Wert aus und zugleich darauf hin, dass der bestehende Authentifizierungsmechanismus umgehbar ist.
Korrigierte Softwareversion
Ivanti gibt an, dass die Software-Version Ivanti EPM 2024 SU6 die Probleme beseitigt. Das Unternehmen erklärt außerdem, dass es keine Kenntnis davon hat, dass die Sicherheitslecks bereits attackiert würden. Daher könne es auch keine Hinweise auf (erfolgreiche) Angriffe (Indicators of Compromise, IOC) liefern. Die Schwachstellen hat demnach die Zero Day Initiative (ZDI) von Trend Micro (inzwischen unter der Marke TrendAI unterwegs) gemeldet. Trotz der Namensähnlichkeit seien die Lücken nicht im Endpoint Manager Mobile (EPMM) zu finden, führt Ivanti weiter aus.
IT-Verantwortliche sollten die Aktualisierung zügig installieren. Schwachstellen in Ivanti-Netzwerk-Verwaltungssoftware sind ein gefundenes Fressen für Cyberkriminelle. Vergangene Woche wurde etwa bekannt, dass Ivanti mit einem Update für EPMM Sicherheitslücken geschlossen hat, die bereits im Internet angegriffen wurden.
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Update stopft 79 Sicherheitslücken in Google Chrome
Google hatte zum Mittwoch das wöchentliche Browserupdate für Chrome veröffentlicht. Inzwischen liefern die Entwickler auch die damit geschlossenen Sicherheitslücken nach: 79 an der Zahl, 14 davon bedeuten ein kritisches Risiko.
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In der Versionsankündigung reißt Google wie immer kurz an, in welcher Komponente die Schwachstellen zu finden sind und welchen Schweregrad sie haben. Weitere Details finden sich dort nicht, jedoch lassen sich die Schwachstellen im Regelfall durch das Anzeigen manipulierter Webseiten missbrauchen. Die kritischen und hochriskanten Lücken ermöglichen im Regelfall das Ausführen von Schadcode, das Ausbrechen aus der Sandbox oder das Abgreifen sensibler und anderweitig missbrauchbarer Informationen.
Alleine acht der kritischen Lecks basieren auf „Use-after-free“, also dem Zugreifen auf Ressourcen, nachdem sie bereits freigegeben wurden, wodurch ihr Inhalt undefiniert ist und oft Codeschmuggel erlaubt. Dazu kommen zwei Integer-Überläufe, ein Heap-basierter Pufferüberlauf, einmal unzureichende Prüfung von nicht vertrauenswürdigen Nutzereingaben, einmal ein Problem mit einem Objekt-Lebenszyklus sowie eine Race Condition ausgerechnet in der Payments-Komponente, die zum automatischen Ausfüllen dient und Google Pay und die darin gespeicherten Kreditkarteninformationen einbindet.
Weitere 37 Lücken stufen Googles Entwickler als Risiko „hoch“ ein, 28 immerhin noch als „mittleres“. Immerhin: Google erwähnt nicht, dass eine davon in freier Wildbahn attackiert würde. Dennoch sollten Nutzer und Nutzerinnen von Chrome und auf dem Chromium-Projekt basierenden Browsern zügig prüfen, ob die Updates inzwischen angewendet wurden.
Aktualisierte Versionen
Google gibt an, dass Chrome 148.0.7778.167 für Android, 148.0.7778.166 für iOS, 148.0.7778.167 für Linux und 148.0.7778.167/168 für macOS und Windows die zahlreichen sicherheitsrelevanten Fehler ausbügeln. Das Update liefert etwa der Versionsdialog aus, der sich durch Öffnen des Browser-Menüs und den weiteren Klick-Pfad über „Hilfe“ zu „Über
Auf Chromium basierende Browser wie Microsofts Edge dürften in Kürze ebenfalls Sicherheitsupdates liefern. Allerdings steht insbesondere für Edge zum Meldungszeitpunkt noch kein entsprechender Hinweis auf Microsofts Auflistung der Sicherheitsupdates.
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In der vergangenen Woche hatten Googles Programmierer sogar noch mehr Sicherheitslücken behandelt, insgesamt 127 Stück. Da waren allerdings lediglich drei als kritisches Risiko eingestuft.
Siehe auch:
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
VMware Fusion: Angreifer können sich root-Rechte verschaffen
Nutzen Angreifer eine Schwachstelle in VMware Fusion erfolgreich aus, können sie sich unter bestimmten Bedingungen Root-Nutzerrechte verschaffen. Nun haben die Entwickler die Lücke geschlossen.
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Attacke mit weitreichenden Folgen
Mit VMware Fusion erstellt man unter macOS virtuelle Maschinen. Angreifer können an einer Race-Condition-Schwachstelle (TOCTOU, Time-of-Check to Time-of-Use) ansetzen [–] in einer Binärdatei mit SETUID. In so einem Fall passen Angreifer eine bestimmte Zeitspanne zwischen der Prüfung und Nutzung einer Ressource ab, um die Ressource zu manipulieren und so Schindluder zu treiben.
In diesem Fall können sie sich auf einem nicht näher ausgeführten Weg root-Rechte verschaffen und im Anschluss mit hoher Wahrscheinlichkeit die volle Kontrolle erlangen (CVE-2026-41702 „hoch“). Als Voraussetzung für eine Attacke müssen Angreifer aber bereits authentifiziert sein.
Davon ist die Ausgabe 25H2 von VMware Fusion bedroht. Die Entwickler versichern, die Version 26H1 repariert zu haben. Bislang gibt es keine Berichte über Attacken.
(des)
Datenschutz & Sicherheit
Auslegungssache 159: „Signal-Hack“ und Europol-Schatten-IT
In Episode 159 des c’t-Datenschutz-Podcasts vertreten Sylvester Tremmel aus der c’t-Redaktion und der freie Journalist Falk Steiner Joerg Heidrich an der Seite von Holger Bleich. Zum Auftakt berichtet Steiner aus Berlin von der Vorstellung des Tätigkeitsberichts der Bundesdatenschutzbeauftragten – und davon, wie wenige Journalistinnen und Journalisten zu diesem Termin erschienen sind; für ihn ein bedenkliches Signal in Zeiten, in denen Vorhaben wie Vorratsdatenspeicherung oder Gesichtserkennung beim BKA auf der politischen Agenda stünden, der Datenschutz aber kaum noch Beachtung finde.
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Beim Bußgeld der Woche geht es um eine spanische Fondsgesellschaft, die einen mit Microsoft Teams aufgezeichneten internen Call später als offizielles Protokoll an externe Investoren weitergegeben hatte. Die spanische Datenschutzbehörde AEPD wertete die pauschale Einwilligung zur Aufzeichnung der Teilnehmenden als unzureichend und verhängte 3000 Euro Bußgeld (Begründung in spanischer Sprache). Die Diskutanten loben die Praxis der spanischen Behörde, auch kleinere Fälle konsequent zu verfolgen und damit Klarheit über die Auslegung der DSGVO zu schaffen.
Ungelöstes Grundproblem
Breiten Raum nimmt der sogenannte Signal-„Hack“ ein, bei dem hochrangige Politikerinnen und Politiker, darunter Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Ziel einer Phishing-Kampagne wurden. Tremmel stellt klar, dass es sich nicht um einen technischen Angriff auf den Messenger handelte: Die mutmaßlich aus Russland gesteuerten Angreifer gaben sich als Signal-Support aus und brachten ihre Opfer dazu, ihre PIN preiszugeben oder ein fremdes Gerät zu verknüpfen.
Steiner schildert anschaulich, wie schwierig sichere Kommunikation in der politischen Realität ist, wo eine einzelne Person wie die Bundestagspräsidentin in zahlreichen Rollen unterwegs ist und über verschiedenste IT-Umgebungen hinweg kommunizieren muss. Die nun empfohlene Nutzung der Messenger-Plattform Wire löse das Grundproblem nicht, solange offene Messenger nötig blieben.
Zuguterletzt stellt Tremmel eine Recherche von Correctiv, Computer Weekly und Solomon zum sogenannten „Pressure Cooker“ bei Europol vor. In diesem Datensystem soll die EU-Polizeibehörde über Jahre hinweg mehr als zwei Petabyte an Daten angehäuft haben – ohne saubere Rechtsgrundlage, ohne funktionierendes Rechtemanagement und am europäischen Datenschutzbeauftragten vorbei. Steiner ordnet ein, warum gerade jetzt, da die EU-Kommission Europol mit mehr Personal und Befugnissen ausstatten will, ein genauer Blick auf diese Praxis besonders wichtig ist.
Episode 159:
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Hier geht es zu allen bisherigen Folgen:
(hob)
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