Online Marketing & SEO
Die GEO-Strategie scheitert an Organigrammen
Die GEO-Strategie landet im falschen Budget, wird mit falschen Metriken bewertet und scheitert deshalb. Was Unternehmen jetzt strukturell ändern müssen.
Ich erlebe in Unternehmen gerade immer dasselbe Muster. GEO landet beim SEO Team. Das Management fragt nach Rankings. Es gibt keine Rankings. Also passiert nichts. Das gravierende Problem: GEO steckt bei Vielen in der falschen Schublade.
Wer GEO als SEO-Aufgabe behandelt, misst das Falsche
SEO ist ein klarer Performance-Kanal. Sie funktioniert nach einer klaren Logik: Suchabsicht, Keyword, Klick, Engagement und Conversion. Alles ist deterministisch, alles ist messbar. Wer auf Position drei rankt, steht dort mit hoher Wahrscheinlichkeit auch morgen noch. A/B-Tests funktionieren. Dashboards füllen sich.
GEO funktioniert anders. Jede Antwort von ChatGPT, Copilot oder den AI Overviews von Google wird neu generiert. Es gibt keine stabile Position, keinen direkten Klickpfad, keine Kausalität zwischen Optimierungsmaßnahme und messbarem Ergebnis, die sich im SEO Cockpit abbilden lässt. Wer GEO mit SEO-Metriken bewertet, wird immer zu dem Schluss kommen, dass GEO nicht funktioniert. Und dann nichts tun. Das ist der strukturelle Fehler, den ich in fast jedem Unternehmen sehe.
Hinzu kommt ein Trugschluss, der sich hartnäckig hält: Ein gutes Google Ranking ist keine Garantie für Sichtbarkeit in KI-Antworten. Wer auf Position eins rankt, aber Inhalte unvorteilhaft strukturiert hat, wird von ChatGPT oder Copilot trotzdem ignoriert oder schlimmer: als Quelle genutzt, um die Konkurrenz zu empfehlen.
Außerdem: KI-Systeme reagieren träge. Wer Inhalte auf der eigenen Website optimiert, wartet nicht Tage, sondern Monate auf eine Veränderung im Trainingsdatensatz. Das entzieht GEO vollständig der Logik von SEO-Sprints und Quick Wins. Wer trotzdem mit diesem Taktstock dirigiert, wird nach drei Monaten sagen, GEO funktioniere nicht.
Digital Bash GEO Update 2026:
10 Kernfragen beantwortet

GEO ist ein Brand-Kanal: Mit allen Konsequenzen
Wer in einer KI-Antwort auftaucht, bekommt wenige bis keine Klicks. Er wird wahrgenommen. Die Wirkung ist vergleichbar mit Earned Media: keine direkte Conversion, aber ein Kontaktpunkt im Kopf der Person, die gerade Orientierung sucht. Genau die Phase in der Customer Journey, in der Marken normalerweise mit Social, Video, Sponsoring oder PR arbeiten.
GEO gehört also nicht ins Performance-Budget, sondern ins Brand-Budget. Mit Brand KPIs, Brand-Metriken und der Erwartungshaltung, dass Wirkung mit Verzögerung sichtbar wird. Solange das nicht passiert, wird GEO in Unternehmen nie richtig priorisiert. Die Relevanz ist da. Die Budgetzuordnung und die Erfolgsmessung passen strukturell einfach nicht.
Was GEO wirklich verändert: die Phase vor der Suche
SEO holt Menschen ab, die bereits wissen, was sie suchen. Jemand tippt „CRM-Software Vergleich“ und bekommt Ergebnisse. Die Kaufabsicht ist schon da.
GEO beeinflusst die Phase davor. Jemand fragt Copilot: „Wie gehen Unternehmen wie unseres eigentlich mit dem Problem X um?“ Noch kein konkretes Produkt in Sicht, noch keine Anbieter:innenrecherche. Einfach: Orientierung. Wer in dieser Antwort als kompetente Stimme erscheint, hat einen Vertrauensvorsprung, bevor die eigentliche Entscheidung beginnt.
Und dieser Kanal wächst. Gerade bei TOFU Prompts, also bei Fragen am oberen Ende des Funnels, dominieren nicht die Websites der Anbieter:innen selbst, sondern Drittquellen: Fachmedien, Bewertungsportale, Branchenblogs, Foren. Das belegt etwa die Studie von Seer Interactive, die zeigt, dass bei generativen KI-Antworten rund 45 Prozent der zitierten Quellen aus der Fachpresse stammen. Eigene Website-Inhalte spielen dort oft eine untergeordnete Rolle. Wer ausschließlich auf die eigene Seite optimiert, greift zu kurz. Die Frage, was auf Reddit, in der Fachpresse oder auf Bewertungsplattformen über eine Marke steht, ist keine PR-Frage mehr. Sie ist eine GEO-Frage.
Welche Quellen zitieren AI Overviews, ChatGPT und Co.?
70.000 LLM-Antworten analysiert

Das ist nicht SEO. Das ist Markenarbeit. Und die meisten Unternehmen messen sie genauso wenig wie klassische Markenarbeit, obwohl es bei GEO inzwischen durchaus Metriken gibt.
Die eigene Website ist nicht das Problem – das Drumherum schon
Wenn KI-Systeme eine Marke beschreiben, greifen sie überwiegend auf Drittquellen zurück, nicht auf die Unternehmens-Website. Das Bild, das ChatGPT von einem Unternehmen zeichnet, kommt aus dem, was andere über dieses Unternehmen schreiben: Testberichte, Fachartikel, Interviews, Erwähnungen in Branchenmedien, Einträge in Verzeichnissen, Beiträge auf LinkedIn. Was auf der eigenen Website steht, ist Input. Was Dritte darüber sagen, ist das Ergebnis.
Bei SEO optimiert man die eigene Seite, damit Google sie hoch bewertet. Bei GEO optimiert man den gesamten digitalen Abdruck einer Marke, damit KI-Systeme sie korrekt und vorteilhaft einordnen. Das ist keine technische Aufgabe. Das ist eine Aufgabe für Brand, PR und Content im Zusammenspiel. Eine Konsequenz daraus wird in der Branche gerade als neues Prinzip diskutiert: Gegenseitige Erwähnungen unter Marken sind das neue Tauschgeschäft unter Websites. Wer von niemandem erwähnt wird, wird auch von der KI nicht erwähnt.
Die neue Rolle der SEO: Entitätspflege statt Keyword-Optimierung
Das SEO Team bleibt hochrelevant. Seine Aufgabe verschiebt sich. Die klassischen SEO-Profis, die Keywords clustern und Snippets optimieren, haben bei GEO eine begrenzte Wirkung. Die neue SEO-Aufgabe lautet: sicherstellen, dass eine Marke in KI-Systemen als eindeutige, klar definierte Entität erkannt wird, mit konsistenten Attributen, korrekten Fakten und einer stabilen semantischen Verankerung.
Das beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Wie beschreiben Wikipedia, Wikidata, Branchenverzeichnisse, Bewertungsportale und die LinkedIn-Unternehmensseite die Marke? Stimmen diese Beschreibungen überein? Sind die Kernkompetenzen klar benannt? Inkonsistenz zwischen Quellen ist einer der häufigsten Gründe, warum Marken in KI-Antworten fehlen oder falsch eingeordnet werden.
Ein oft übersehener Faktor dabei: KI-Systeme führen im Hintergrund automatisch erweiterte Suchanfragen aus, sogenannte Fanout Queries. Auch bei einem deutschen Prompt sucht die KI dabei häufig auf Englisch. Wer ausschließlich deutschsprachige Inhalte hat, wird bei diesen Hintergrundsuchen schlicht nicht gefunden. Englischsprachige Fachartikel, Interviews oder Pressetexte sind deshalb kein Luxus, sondern Teil der Entitätspflege.
In der Umsetzung heißt das auch: maschinenlesbare Markenseiten, die einer KI genau das liefern, was sie braucht, um eine Marke zuverlässig einzuordnen – idealerweise ebenso auf Englisch. Kein Marketingtext. Faktenseiten. Strukturiert, neutral, zitierfähig. Den Grokipedia-Case sollte man dabei im Hinterkopf behalten: Als die Seite in Google einbrach, verschwand sie simultan aus ChatGPT-Antworten. Die SEO-Basis ist eine Voraussetzung für GEO, kein Ersatz für GEO-spezifische Arbeit.
Beim GEO Workshop vom Digital Bash kannst du am 13. August noch mehr Praxistipps zur GEO erhalten – getestet von Expert:innen.
Drei Metriken, die GEO messbar machen, ohne SEO-Logik
Das häufigste Gegenargument lautet, GEO sei nicht messbar. Das stimmt nicht, aber es braucht andere Instrumente.
- Citation Rate: Definiert ein Set von 15 bis 20 Prompts, die eure Wunschkund:innen bei ChatGPT, Copilot oder Gemini eingeben würden. Fragt diese regelmäßig ab und dokumentiert, ob und wie eure Marke erwähnt wird. Tools wie Otterly.AI, Peec AI oder Rankscale automatisieren das. Jüngst haben auch die Bing Webmaster Tools eine AI-Performance-Analyse gelauncht.
- Share of Voice in KI-Antworten: Wie oft erscheint eure Marke im Verhältnis zum Wettbewerb bei denselben Prompts? Das ist keine absolute Zahl, sondern ein relativer Wert. Er zeigt Trends und erlaubt Benchmarks.
- AI-referred Traffic in GA4: Mit einem Regex-Filter im Session-Report lässt sich der Traffic aus ChatGPT, Copilot, Claude, Gemini und anderen Quellen segmentieren. Dieser Anteil wächst. Wer ihn heute schon misst, hat in 18 Monaten eine Zeitreihe. Wer heute nicht anfängt, hat dann keinen Vergleichswert.
Dazu kommt eine vierte Metrik, die ich für unterschätzt halte: Sentiment und Genauigkeit. Wird die Marke mit den Attributen assoziiert, mit denen sie assoziiert werden will? Werden USPs korrekt wiedergegeben? Werden falsche Aussagen gemacht? Wer in KI-Antworten zitiert wird, aber falsch dargestellt wird, hat ein Problem, das schlimmer ist als Unsichtbarkeit.
Was das für Agenturen und interne Teams bedeutet
Wer Kund:innen rund um GEO berät, muss drei Gespräche führen, die unbequem sind.
- Erstens: In welchem Budget sitzt GEO? Wenn die Antwort „SEO“ ist, muss man das korrigieren, bevor man anfängt. GEO mit SEO-Budget und SEO-Erfolgserwartungen aufzusetzen, produziert Frustration auf beiden Seiten. Smarte Marken verschieben gerade Budget in Richtung PR und Earned Media, weil das die Quellen sind, aus denen KI-Systeme zitieren. PR ist kein Trend, sondern Infrastruktur.
- Zweitens: Wer ist verantwortlich? Wenn die Antwort „das SEO-Team“ ist, fehlen vermutlich die Schnittstellen zu Brand und PR, die für GEO gebraucht werden. GEO braucht keine neue Abteilung. Sie braucht eine Schnittstellenkompetenz, die in den meisten Unternehmen noch nicht existiert.
- Drittens: Was wird gemessen? Wenn die Antwort „Rankings und Traffic“ ist, wird GEO nach drei Monaten als gescheitert gelten, obwohl die Arbeit vielleicht wirkt, nur eben anders. Marketing-Teams müssen aufhören, SEO ausschließlich für Klicks zu finanzieren. Die relevante Währung in AI-first Search ist Brand Authority, nicht Klickrate.
Wer diese drei Fragen vor dem Start nicht klärt, erklärt sie danach.
Und dann: Agentic AI
Es gibt noch einen Grund, die Budgetfrage jetzt zu klären. Gartner prognostiziert, dass bis 2028 rund 90 Prozent aller B2B-Transaktionen durch AI Agents vorbereitet oder vermittelt werden. Das sind autonome Systeme, die im Auftrag von Einkäufer:innen recherchieren, vergleichen und Shortlists erstellen. Diese Agents ziehen ihre Informationen aus denselben Datenräumen, in denen GEO heute verhandelt wird.
Wer dann als Marke keine klare, konsistente digitale Identität hat, fällt aus automatisierten Entscheidungsprozessen heraus. Still und ohne Benachrichtigung. Das ist kein SEO-Problem. Das ist ein Markenproblem. Und es fängt damit an, GEO an den richtigen Ort im Unternehmen zu setzen.
Zäsur fürs Agentic Web?
WebMCP soll Websites zur API für KI Agents machen

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Asia Calling: KI als bequemster Kündigungsgrund der Welt? Nicht in China!
Wird KI zum Jobkiller?
Dürfen Unternehmen Mitarbeitende entlassen, nur weil deren Jobs durch KI übernommen werden? Ein chinesisches Gericht hat diese Frage jetzt mit „nein“ beantwortet. Wie das Urteil begründet wird und was es auch über China hinaus bedeutet, erklärt Agenturmanager Daniel Menges in seiner Kolumne „Asia Calling“.
Es gibt Nachrichten, die man zweimal lesen muss – nicht weil sie schwer zu verstehen sind, sondern weil sie so ungewohnt klingen. Ende April entschied
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Online Marketing & SEO
Warum der Podcast Boom anhält
Spotify startet Gruppen-Chats und schüttet Rekordsumme an die Musikbranche aus

Sind Podcasts das Medium der Stunde?
Podcasts haben inzwischen eine eigene Kategorie bei den Golden Globe Awards – für Saruul war das „wirklich ein ganz großer Moment“. Ein Format, das lange als Nischenmedium galt, steht heute neben Film und TV auf einer der größten Bühnen der Unterhaltungsindustrie. Für sie ist diese Auszeichnung ein Beweis dafür, „wie einflussreich, relevant und unglaublich beliebt Podcasts mittlerweile sind“, weshalb sie Podcasts derzeit als das „Medium der Stunde“ bezeichnet.
Ein Grund dafür liegt im Charakter des Formats. Podcasts schaffen Raum für längere Gespräche, Kontext und eine vertiefte Auseinandersetzung mit Themen – etwas, das in der digitalen Öffentlichkeit zunehmend selten geworden ist. Podcasts sind ein Gegenmodell: Ein Format, das nicht nur informiert, sondern auch Zeit für Einordnung und Verständnis lässt. Wie viel Raum dieses Medium für Tiefe lässt, zeigt ein Blick auf das Upload-Limit für Episoden bei Spotify, das bei satten 13 Stunden liegt. Ausgereizt hat diese Grenze der Podcast Alles gesagt? von Christoph Amend und Jochen Wegner. In ihrem Interview-Format sprechen die beiden mit außergewöhnlichen Persönlichkeiten – und zwar so lange, bis ihr Gegenüber selbst entscheidet, dass „alles gesagt“ ist.
Im Gespräch erzählt Saruul auch, welche besondere Rolle Deutschland im Podcast-Ökosystem spielt. Mit Fest & Flauschig von Jan Böhmermann und Olli Schulz kam einer der ersten exklusiven Spotify Podcasts überhaupt aus Deutschland. Heute gehört der deutsche Markt zu den größten weltweit nach konsumierten Stunden und hat die Entwicklung des Mediums früh geprägt. Deutschland ist eben eine Hörbuch- und Hörspielnation. Viele sind hier mit Kassetten, Radiosendungen und gesprochenen Geschichten aufgewachsen – Podcasts knüpfen genau an diese Hörkultur an und sind wahrscheinlich auch deshalb besonders beliebt.
Video wächst – Audio bleibt der Kern
Auch Podcasting entwickelt sich parallel zu den Veränderungen der Digitalindustrie weiter. Ein Trend, der die Branche in den vergangenen Jahren besonders geprägt hat, ist Video. Immer mehr Shows schalten die Kamera an, Video-Podcasts wachsen stark und eröffnen neue Möglichkeiten für Distribution und Discoverability. Clips lassen sich leichter über Social Media verbreiten und erreichen dort häufig zusätzliche Zielgruppen. Auch für Marketer eröffnet die visuelle Ebene neue Möglichkeiten, etwa durch Product Placements, gebrandete Segmente oder sichtbar integrierte Host Reads.
Für Saruul bedeutet das jedoch nicht, dass Audio die zentrale Rolle verliert. Podcasts müssten weiterhin audio-first gedacht werden, erklärt sie im Gespräch:
Video ersetzt Audio nicht. Podcasts müssen audio-first bleiben. Aber es gibt Formate, bei denen die Videoebene eine zusätzliche Dimension schafft, die sehr wertvoll sein kann. Gerade jüngere Hörer:innen wollen Video-Podcasts sehen und bleiben oft länger dran.
Video könne deshalb ein wichtiges strategisches Add-on sein – vor allem für Interview- oder Gesprächsformate. Gleichzeitig zeigen andere erfolgreiche Podcasts, dass auch reine Audioformate weiterhin funktionieren. Entscheidend bleibe immer, ob Video wirklich zum Inhalt und zum Format passt.
Spotifys Content-Offensive:
Eine halbe Million Video-Podcasts, Rekordzahlen und ein Netflix Boost

Vom Podcast zur Marke
Podcasts werden immer häufiger nicht mehr als Endprodukt gedacht, sondern als Ausgangspunkt für größere Markenwelten. Live Shows, Community Events, Produkte oder ganze Content-Universen entstehen rund um erfolgreiche Formate. Für Saruul ist das eine der spannendsten Entwicklungen im Podcast-Markt. Der Podcast selbst werde dabei zum Startpunkt eines größeren Ökosystems:
Es gibt immer mehr Creator:innen, die ihren Podcast nicht als Endziel sehen, sondern als Startpunkt einer Marke. Daraus entstehen Arena-Touren, Produkte, Communities oder sogar Retreats. Der Podcast ist dann das Zentrum, von dem alles andere ausgeht.
Tommy Schmidt etwa hat rund um seinen Podcast Gemischtes Hack, den er gemeinsam mit Felix Lobrecht hostet, mit Hack – Das Kartenspiel ein Spiel auf den Markt gebracht, das laut Saruul eines der erfolgreichsten Kartenspiele Europas ist. Mit seinem anderen Podcast Copa TS hat er außerdem eine eigene Trikot- und Fußballmarke aufgebaut. Der Podcast wird damit zunehmend zum Ausgangspunkt größerer Markenwelten und zu einem der wichtigsten Formate für langfristige Community-Bindung.
Mehr Frauen am Mikrofon, aber noch keine Parität
Krause-Jentsch betont im Gespräch auch, wie wichtig Diversität im Podcast-Markt ist. Gerade in den vergangenen Jahren hätten sich mehr weibliche Stimmen etabliert, etwa Solo-Podcasts oder Formate mit starken persönlichen Perspektiven. Als Beispiele nennt sie etwa Shows von Salwa Houmsi, Mirella, Sophie Passmann oder Valentina Vapaux, die mit eigenen Formaten große Communities aufbauen.
Ich freue mich total, dass wir gerade auch mehr Frauen sehen, die eigene Podcasts starten und große Shows aufbauen. Da passiert gerade wirklich viel Spannendes,
erklärt sie. Der Trend lässt sich auch bei der Rezeption beobachten. Weltweit holen Frauen im Podcast-Kosmos deutlich auf. Der Podcast 2025 Report von Seven.One Audio aus dem Jahr 2025 beschreibt insbesondere junge Frauen unter 30 Jahren als eine der wichtigsten Wachstumsgruppen im deutschen Podcast-Markt. Demnach entfällt inzwischen mehr als die Hälfte der gesamten Podcast-Nutzungszeit in Deutschland auf weibliche Hörerinnen. Ein ähnliches Bild zeigt sich international. Daten aus der US-Studie The Infinite Dial 2025 von Edison Research zeigen, dass 48 Prozent der Podcast-Hörer:innen in den Vereinigten Staaten Frauen sind, während Männer rund 51 Prozent ausmachen. Damit nähert sich die Nutzung einem nahezu ausgeglichenen Verhältnis an.
Auf der Produktionsseite verläuft diese Entwicklung langsamer. Eine Analyse der University of Southern California aus dem Jahr 2023 über die Hosts der populärsten Podcasts weltweit zeigt, dass nur rund 36 Prozent der Hosts in den Top-Podcasts weiblich sind. 2026 könnte das ändern und ein Jahr werden, in dem endlich mehr weibliche Stimmen den Podcast-Markt prägen.
Wer entscheidet, welche Podcasts wir entdecken? So wirkt KI auf Audio ein
Neben Video prägt auch Künstliche Intelligenz zunehmend die Entwicklung der Podcast-Branche. Personalisierte Empfehlungen, Machine-Learning-Modelle und algorithmische Systeme entscheiden immer häufiger darüber, welche Inhalte Nutzer:innen überhaupt entdecken. Bei Spotify sind solche Systeme allerdings kein neues Phänomen. Personalisierte Empfehlungen gehören dort seit Jahren zum Kern der Plattform. Startseiten, individuelle Vorschläge oder kuratierte Playlists basieren auf Datenanalysen und Machine Learning, erklärte Saruul im Interview.
Machine Learning hilft uns, Inhalte besser zu empfehlen und Menschen genau die Podcasts zu zeigen, die zu ihnen passen,
betont sie. Im September 2025 führte Spotify etwa Smart Filters ein. Die Funktion erlaubt es Nutzer:innen, ihre Bibliothek nach Stimmung, Aktivität oder Genre zu sortieren und Inhalte schneller zu finden. Im Dezember 2025 testete Spotify außerdem erstmals ein Feature, mit dem Nutzer:innen Playlists per KI-Prompt erstellen können. Und eine im Juli getestete Sprach-KI soll Wünsche erkennen, im Dialog reagieren und dir genau die Songs oder Podcasts liefern, die perfekt zu deinem Moment passen. Nutzer:innen können dem DJ per Sprachbefehl sagen, welche Musik sie hören möchten, etwa nach Genre, Stimmung oder Aktivität. Seit Oktober 2025 können Nutzer:innen Spotify außerdem direkt in ChatGPT nutzen, um Musik- und Podcast-Empfehlungen über Gespräche zu bekommen.
Eine neue Ära des Hörens:
Spotify Playlists per Prompt erstellen

Für Saruul bleibt bei allen Vorteilen jedoch entscheidend:
KI kann unterstützen, aber Glaubwürdigkeit entsteht immer noch durch menschliche Stimmen.
Gerade im journalistischen Kontext seien laut ihr die Einordnung, Analyse und Verantwortung weiterhin zentrale Aufgaben von Menschen.
Auch auf Produktionsseite nutzen viele Podcaster KI inzwischen als Werkzeug. Recherche, Transkription oder Schnitt lassen sich heute deutlich schneller erledigen. Tools wie Descript, Adobe Podcast oder Podcastle können Audio automatisch transkribieren, Hintergrundgeräusche entfernen oder Folgen direkt aus Textskripten produzieren. Andere Anwendungen wie Castmagic erstellen aus einer Episode automatisch Show Notes, Kapitelmarken oder Social Media Posts.
Entscheidend bleibt jedoch, dass die Idee, Perspektive und kreative Handschrift weiterhin von Menschen kommen. KI übernimmt somit viele technische Schritte, die inhaltliche Stimme bleibt jedoch weiterhin menschlich.
„Just do it“: Warum Podcasts keine Perfektion brauchen
Der Rat, den Saruul neuen Podcast-Projekten gibt, ist überraschend einfach: anfangen. Denn laut ihr sei Podcasting ein Format, das Fehler verzeiht und nicht von Hochglanzproduktion lebt. Entscheidend seien nicht perfekte Setups oder Studioqualität, sondern Haltung, Perspektive und eine eigene Tonalität. Sie meint sogar: Wenn dir deine erste Folge nicht ein peinlich ist, hast du vermutlich zu lange gewartet, sie zu veröffentlichen.
Es lohnt sich also womöglich, den Cringe Mountain zu erklimmen, um erfolgreich zu sein – auch im Podcasting. Neben Authentizität rückt bei Spotify zunehmend auch der soziale Aspekt des Hörens in den Fokus. Nutzer:innen können inzwischen sehen, was Freund:innen gerade hören, gemeinsame Sessions über Jam-Anfragen starten oder sich über eine integrierte Messaging-Funktion direkt über Musik und Podcasts austauschen.
Danke an Saruul Krause-Jentsch für das inspirierende Gespräch.
Spotify führt Messaging ein
– das musst du wissen!

Dieser Beitrag erschien erstmals am 9. März 2026.
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