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Künstliche Intelligenz

Delivery Hero: Übernahmepoker treibt Aktie weiter nach oben


Ubers Vorstand soll am Samstag über eine weitere Erhöhung des Übernahmeangebots für Delivery Hero beraten haben. Zuvor hatte der Konzern einem der größten Aktionäre des Berliner Lieferdiensts 38 Euro je Aktie angeboten, bliebt damit jedoch erfolglos, berichtet die Financial Times. Das Angebot hätte Delivery Hero mit rund 11,5 Milliarden Euro bewertet.

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Mehrere Aktionäre strebten für den gesamten Konzern einen Preis von mehr als 40 Euro je Aktie an, hieß es weiter. Das entspräche einem Aufschlag von 19 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Es war bereits Ubers zweiter Vorstoß. Delivery Hero hat am Samstag bestätigt, dass Uber den Aktionären vergangene Woche ein unverbindliches Übernahmeangebot über 33 Euro je Aktie unterbreitet hat. Der Stellungnahme ging ein früherer Bericht der Financial Times voraus. Demnach flog Uber-Chef Dara Khosrowshahi vergangene Woche eigens nach Oslo, um für das Angebot zu werben, blitzte jedoch ab.

Delivery Heros Vorstand prüfe einen vollständigen Verkauf oder Transaktionen, bei denen das Nahost- und das Südkorea-Geschäft abgespalten werden könnten, sagen Quellen. Der Übernahmepoker trieb die Delivery-Hero-Aktie am Montag zeitweise auf rund 37,9 Euro und damit auf den höchsten Stand seit Ende November 2024. Sie hat damit den elften Börsentag in Folge zugelegt, in Summe um mehr als 80 Prozent.

Neben Uber hat auch DoorDash in den vergangenen Tagen mit mehreren Delivery-Hero-Aktionären über den Erwerb ihrer Anteile gesprochen, berichtet die Zeitung. Der Konkurrent sei vor allem am Nahostgeschäft interessiert, habe aber auch eine Übernahme des gesamten Konzerns geprüft. Offen sei, zu welchem Preis und zu welchen Bedingungen ein Eigentümerwechsel zustande kommen könnte. Beide Interessenten könnten sich noch zurückziehen.

Uber hat vor einer Woche offengelegt, dass der Konzern seine Beteiligung an Delivery Hero von rund sieben auf knapp 20 Prozent erhöht hat und über Optionen Zugriff auf weitere 5,6 Prozent hält. Damit ist Uber inzwischen der größte Anteilseigner, vor dem niederländischen Tech-Investor Prosus mit 16,8 Prozent und Aspex Management mit etwa 15 Prozent. Damals hieß es offiziell, Uber plane derzeit keine Übernahme und wolle die Kontrollschwelle von 30 Prozent der Stimmrechte nicht überschreiten. Schon die bestehende Beteiligung verschafft Uber jedoch eine starke Position und könnte für andere Bieter zum Hindernis werden.

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Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist in Deutschland operativ aber nicht mehr aktiv. International zählt der Konzern mit Marken wie Talabat, Foodpanda und Glovo zu den größten Lieferplattformen der Welt. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essens- und Lieferdienst, auch in vielen deutschen Städten. Ein möglicher Deal wäre Teil einer größeren Konsolidierung im Liefermarkt, in dem DoorDash mit Deliveroo und Prosus mit Just Eat Takeaway zuletzt milliardenschwere Übernahmen angestoßen haben.


(tobe)



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Künstliche Intelligenz

Dienstag: Papst thematisiert KI, Trump stoppt wichtige KI-Verordnung


Am verlängerten Pfingstwochenende dreht sich vieles um Künstliche Intelligenz (KI). Den Papst treibt das Thema schon länger um. In seiner ersten Enzyklika, eine Art päpstlicher Regierungserklärung, fordert Leo XIV. nun strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit KI. US-Präsident Donald Trump dagegen vertagt bis auf Weiteres eine neue Verordnung, die der US-Regierung die Prüfung neuer KI-Modelle vor deren Veröffentlichung ermöglicht hätte. Trump begründete seinen Schritt mit einem Verweis auf China. Und die Kryptowährungsplattform Tether wird in Georgien zusammen mit der dortigen Regierung einen offiziellen Stablecoin einführen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Die erste Enzyklika des vor gut einem Jahr ins Amt gekommenen Papstes Leo XIV. ist mit Spannung erwartet worden. Das jetzt erschienene 100 Seiten lange „Rundschreiben“ – so die wörtliche Bedeutung – mit dem Titel „Magnifica Humanitas“ (Großartige Menschheit) gilt vielen Gläubigen als eine Art Regierungserklärung für Leos Pontifikat. In der Enzyklika, die den Untertitel „Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ trägt, betont der Papst, dass KI vielfach eine „wertvolle Hilfe“ sein könne, warnt jedoch zugleich vor deren Risiken und fordert strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Erste Enzyklika von Papst Leo XIV. thematisiert Künstliche Intelligenz

In die entgegengesetzte Richtung bewegt sich allerdings US-Präsident Donald Trump. Nachdem das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic von einer Veröffentlichung seines KI-Modell Claude Mythos Abstand genommen hatte, weil es dieses als zu gefährlich einstufte, um es der Allgemeinheit zugänglich zu machen, kamen in der US-Regierung Überlegungen auf, eine KI-Verordnung zu erlassen. Diese sollte es US-Bundesbehörden ermöglichen, neue KI-Modelle vor ihrer Veröffentlichung auf mögliche Cybersicherheitsrisiken unter die Lupe zu nehmen. Doch nun legte Trump die Unterzeichnung der neuen Verordnung vorerst auf Eis. Er glaube, die neue Verordnung könne der weltweiten Spitzenposition der USA in der KI-Entwicklung in die Quere kommen, begründete Trump den plötzlichen Kursschwenk in letzter Minute und verwies auf den Vorsprung vor China auf dem Gebiet. Trump stoppt wichtige Verordnung für KI-Modelle

Die US-Kryptowährungsplattform Tether emittiert mit dem USD₮ den weltweit größten Stablecoin. Nach eigenen Angaben hat dieser an den US-Dollar gekoppelte Kryptotoken heute eine Marktkapitalisierung von fast 190 Milliarden US-Dollar und sein tägliches Handelsvolumen übertrifft regelmäßig Zahlungsnetzwerke wie Visa und Mastercard. Gesichert ist der USD₮ durch Bargeld, Schuldverschreibungen, Unternehmensanleihen und andere Vermögenswerte in US-Dollar. Zuletzt war Tether auf großer Gold-Einkaufstour und sorgte damit für einiges Aufsehen. Nun wartet das Unternehmen mit einem ungewöhnlichen Projekt auf: Zusammen mit der Regierung Georgiens wird Tether einen offiziellen, an die Landeswährung Lari gekoppelten Stablecoin lancieren. Tether: Offizieller Stablecoin in Georgien vor der Einführung

Bereits im Jahr 2014 startete Facebook eine eigenständige Gruppen-App, stellte diese aber nur drei Jahre wieder ein. Jetzt unternimmt der Facebook-Mutterkonzern Meta einen zweiten Anlauf – dieses Mal mit deutlich mehr KI. Ohne großes Aufsehen wurde eine neue App für iOS veröffentlicht, die Facebook-Gruppen in den Mittelpunkt stellt. Die Anwendung namens „Forum“ richtet sich an Nutzer, die tiefere Diskussionen und Frage-Antwort-Formate suchen. Das Konzept erinnert stark an Reddit – inklusive KI und Pseudonymen. Meta testet Reddit-Konkurrenz: Neue App „Forum“ für Facebook-Gruppen

Der Sportwagenhersteller Porsche steckt in der Krise. Der Stuttgarter Autobauer kämpft mit rückläufigen Geschäften in China und Nordamerika, schwachen Verkäufen von Elektroautos sowie hohen Produktionskosten. Die Gewinnmarge des Konzerns schrumpfte im vergangenen Jahr auf einen mageren Prozentpunkt – verglichen mit 18 Prozent vor drei Jahren. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres verzeichnete Porsche deutliche Rückgänge bei Umsatz, Absatz und Gewinn. Werke wie Zuffenhausen oder Leipzig haben Überkapazitäten. Die Gemengelage zwingt zum Kurswechsel. Management, Strategie und Belegschaft – alles steht zur Disposition. Porsche-Chef Leiters plant umfassenden Konzernumbau

Auch noch wichtig:

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  • Als Brücke zwischen Telefonie und Internet eingeführt, steht E.164 Number Mapping (ENUM) nun vor einer ungewissen Zukunft. Deutsche und niederländische Betreiber wehren sich gegen das Vorgehen. Streit über Zukunft von ENUM-Telefon-Domains
  • Die IT-Branche zeigt ein robusteres Einstellungsverhalten, doch HR-Trends verschieben sich. Mitarbeiterbindung verliert an Fokus. IT-Branche: HR-Trends verschieben sich


(akn)



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Samsung: Abstimmung über Boni von Hunderttausenden Euro pro Mitarbeiter


Über eine Jahresprämie von umgerechnet mehreren Hunderttausend Euro pro Kopf stimmen die Mitglieder der Samsung-Gewerkschaft nach einem abgewendeten Generalstreik ab. Die Abstimmung über eine vom Management vorgestellte Einigung solle noch bis zum 27. Mai andauern, meldete Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap.

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Der Kompromiss beinhaltet eine durchschnittliche Lohnerhöhung von 6,2 Prozent sowie die Ausschüttung von 10,5 Prozent des Unternehmensgewinns an die Belegschaft. Laut Prognosen könnten die diesjährigen Boni für die Mitarbeiter der Halbleiterabteilung bis zu 600 Millionen Won betragen (rund 340.000 Euro). Eine Zustimmung der Gewerkschaft gilt als wahrscheinlich.

Zuvor hatten beim weltweit größten Produzenten von Speicherchips rund 48.000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter einen 18-tägigen Generalstreik angedroht. Hintergrund war ein Konflikt um die Höhe von Bonuszahlungen an die Belegschaft, nachdem der südkoreanische Elektronikriese im Zuge eines Booms rund um Künstliche Intelligenz Rekordgewinne erzielt hat. Allein der Betriebsgewinn für das erste Jahresquartal beträgt 57,2 Billionen Won (umgerechnet knapp 33 Milliarden Euro) – in etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums.

Die südkoreanische Zentralbank schätzte in einem internen Bericht, dass der angedrohte Generalstreik bei Samsung das Wirtschaftswachstum des Landes für dieses Jahr um 0,5 Prozentpunkte hätte bremsen können. Separat äußerte auch die US-amerikanische Handelskammer in Südkorea eine Warnung, in der es hieß, der Streik könne globale Lieferketten unterbrechen und Südkoreas Ruf als verlässlichen Technologie- und Produktionsstandort beschädigen.


(afl)



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Iraner sollen wieder das Internet nutzen dürfen


Die iranische Netzsperre soll am Dienstag aufgehoben werden – in welchem Umfang, ist abzuwarten. Seit 28. Februar oder 88 Tagen ist der Iran offline, aufgrund eines Befehls des Nationalen Sicherheitsrates des Landes. Dieser begründete die digitale Totalzensur damals mit laufenden IT-Angriffen, die parallel zu den militärischen Angriffen der USA und Israels auf den Iran erfolgten.

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Mindestens ebenso wichtig dürfte für das Gremium Informationskontrolle gewesen sein: Die Menschen im Iran konnten sich ohne Internet kaum unabhängig informieren, umgekehrt drangen nur bedingt Informationen über die Zustände im Land nach draußen. Am Montag hat Präsident Massud Peseschkian angeordnet, die Internetsperre aufzuheben. Doch könnte dies zu einem neuen Instrument der Kontrolle ausarten, unter dem Begriff „Internet Pro”.

Laut dem Nachrichtensender Iran International stützt sich der Präsident bei dem Öffnungsbefehl auf eine Empfehlung des iranischen Onlinerates (Supreme Council of Cyberspace). Der vom saudischen Königshaus finanzierte Nachrichtensender gibt an, dass sich die iranischen Machthaber uneinig seien über die Aufhebung der Netzsperre.

Zunächst habe die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Anordnung des Präsidenten angemeldet. Da der Nationale Sicherheitsrat die Sperre verfügt habe, könne auch nur dieses Gremium sie wieder aufheben. Stunden später habe Fars die Kritik allerdings relativiert und den Schritt als „notwendig” und „früher oder später” sowieso folgend bezeichnet.

Auch der Onlinerat sei laut einem Bericht der Tageszeitung Faraz geteilter Meinung gewesen. Drei der zwölf Abstimmenden seien demnach für die Fortführung der Internetsperre eingetreten. Besonders der Chef des staatlichen Rundfunks und der vom Präsidenten eingesetzte Sekretär des Onlinerates hätten sich für die digitale Totalzensur stark gemacht, doch sei eben Präsident Peseschkian für die Aufhebung der Sperre.

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Iran International berichtet über Pläne einer Klassen-basierten Zensur unter der Bezeichnung „Internet Pro”. Internetzugang könnte damit als Privileg regimetreuen Bürgern vorbehalten bleiben. Geplant seien unterschiedliche Zugangspakete, je nach Person, deren Beruf und behördlicher Zustimmung.

Beispielsweise könnten Ärzte Zugang zu Youtube, wohl zwecks Fortbildung, nicht aber zu Instagram erhalten. Geschäftsleute hätten dann vielleicht Zugriff auf Instagram, wohl zu Werbezwecken, sonst aber auf nichts.

Umgehung der Restriktionen mittels Starlink oder virtueller privater Netze (VPN) sei nicht ausgeschlossen, aber, weil verboten, lebensgefährlich und teuer. Die Preise hätten sich seit Kriegsbeginn vervielfacht. Nicht zuletzt könnten sich auch die staatsnahen Netzbetreiber mit „Internet Pro” eine goldene Nase verdienen. Schließlich sind viele Geräte, auch medizinische, heutzutage auf Internetzugang angewiesen, sodass deren Nutzern hohe Preise für passenden Internetzugang abgepresst werden könnten.


(ds)



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