Digital Business & Startups
KI-Song für den Kanzler: Gründer will Merz mit diesem Lied wachrütteln
Die Startup-Szene ist etwas frustriert von Friedrich Merz. Jetzt ließ ein Drohnen-Gründer sogar einen KI-Song für den Kanzler produzieren.
Das Verhältnis der Startup-Szene zu Friedrich Merz ist eher disharmonisch. Der Kanzler sprach vergangene Woche bei den German Startup Awards in Berlin. Die Reaktionen in der Szene: höflich, aber ernüchtert. Viele Gründer hatten sich nach dem Regierungswechsel schnelle Reformen und mehr wirtschaftlichen Aufbruch erhofft. Stattdessen wächst die Ungeduld.
Florian Seibel, der Gründer des Drohnen-Startups Quantum Systems, greift jetzt zu ungewöhnlicheren Mitteln: zum Taktstock. Er hat sich von der Agentur Stern Stewart einen Song produzieren lassen. Titel: „Imagine a Moonshot“.
Der Stil ist an Soul angelehnt. Musiker standen dafür aber nicht im Studio, sondern es kam KI zum Einsatz. Natürlich.
Den Track hat Seibel extra auf eine Schallplatte pressen lassen und wollte sie dem Kanzler bei den Awards überreichen. Ob das geklappt hat, ist nicht überliefert.
Merz ist Fan von Jazz-Trompeten
Worum es Seibel geht? Was in den Lyrics noch ein bisschen indirekt daherkommt, hat der Gründer auf Linkedin ausbuchstabiert: Es brauche eine klare Vision und schnelle Umsetzung. „Untätigkeit führt in die Katastrophe.“
Es sei „an der Zeit, Herr Merz“, schreibt Seibel. „Wir, die deutsche Wirtschaft, stehen hinter Ihnen. Jetzt liegt es an Ihnen, zu handeln. Es wird nicht einfach sein. Es wird schwer werden. Aber es lohnt sich: Gemeinsam können wir dieses Land wieder auf Kurs bringen.“
Ob die Platte dabei hilft, beim Bundeskanzler Gehör zu finden? Vielleicht hätte man dafür den Jazz-Trompeter Till Brönner ins Boot holen müssen. Den nannte Merz mal seinen Lieblingsstar und persönlichen Freund. Außerdem sei er Fan von Klassik und gehe gerne aufs Wagner-Festival in Bayreuth.
Wenn man sich einen pathetischen Soundtrack für das Drama zwischen Merz und der Gründerszene aussuchen wollte, wäre Wagner vielleicht gar nicht so schlecht.
Digital Business & Startups
Save the date: Cologne Startup Summer Night
#Eventtipp
Jetzt vormerken: Im Juli steigt erneut die Cologne Startup Summer Night. Das sommerliche Networking-Event hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Treffpunkt der regionalen Startup- und Investorenszene entwickelt.

Am 8. Juli findet erneut die Cologne Startup Summer Night statt. Das Event, das von KölnBusiness, Web de Cologne, den Gateway Hochschulen Köln und der Gateway Factory organisiert wird, zählt zu den wichtigsten Networking-Veranstaltungen der rheinischen Gründerszene.
Erwartet werden Gründer:innen, Investor:innen, Unternehmer:innen sowie Vertreter:innen aus Politik, Presse, Verbänden, NGOs und Wirtschaftsförderung. Ziel der Veranstaltung ist es, Akteur:innen aus dem Startup-Ökosystem miteinander zu vernetzen und den Austausch zwischen jungen Unternehmen, Investor:innen und etablierten Firmen zu fördern.
Ein Highlight der Veranstaltung ist erneut das Startup Village. Dort erhalten bis zu zehn Kölner Startups die Möglichkeit, ihre Ideen und Geschäftsmodelle zu präsentieren, neue Kontakte zu knüpfen und ihre Sichtbarkeit in der Szene zu erhöhen. Ergänzt wird das Programm durch eine Investoren-Lounge, in der sich Gründer:innen und Investor:innen in vorab vereinbarten Gesprächen austauschen können.
Die Cologne Startup Summer Night hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Treffpunkt der regionalen Szene entwickelt. Neben Networking stehen dabei vor allem neue Kooperationen, der Austausch über aktuelle Entwicklungen im Startup-Ökosystem sowie die Stärkung Kölns als Startup-Standort im Fokus.
Zur Anmeldung der Cologne Startup Summer Night
Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness
In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedIn, Facebook und Instagram.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Manor Lux
Digital Business & Startups
+++ Aware +++ Marvelous Scito Fund +++ Eterno +++ HealthTech +++ jobvalley +++ Delivery Hero +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ Bluttest-Startup Aware ist insolvent +++ Marvelous Scito Fund: Joachim Herz Stiftung setzt nun auch auf Venture Capital +++ Eterno: HealthTech-Boom geht munter weiter +++ Führungswechsel bei jobvalley +++ Uber möchte Delivery Hero übernehmen +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 27. Mai).
#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
#STARTUPTICKER
Aware
+++ Pleite! Das millionenschweres Berliner Bluttest-Startup Aware ist insolvent. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Philipp Grauer bestellt. Das Startup, 2021 von den EyeEm-Gründern Florian Meissner und Ramzi Rizk sowie Ferdinand Schmidt-Thomé gegründet, setzt auf Bluttests – samt App zur Auswertung von Gesundheitsdaten und Abo-Modell. In den vergangenen Jahren eröffnete das Unternehmen zahlreiche Standorte für Blutentnahmen in ganz Deutschland und expandierte sogar nach Amsterdam und Wien. Auf der Website sind derzeit über 40 Standorte verzeichnet. Zu den Investoren von Aware gehören unter anderem Lakestar, Cherry Ventures und June Fund. Zuletzt flossen 15 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. „Das Problem: Lakestar hat sein Investmentgeschäft im Herbst eingestellt und der June Fund ist auch nicht mehr aktiv“, fasst die WirtschaftsWoche die Misere gekonnt zusammen. Zuletzt wurde Aware von Ferdinand Schmidt-Thomé geführt. Gründer Meissner verließ das Startup im vergangenen Oktober. Gründer Rizk stieg bereits zwei Jahre nach dem Start aus. Rund um Bluttests gab es in den vergangenen Jahren einen ziemlichen Hype. Auch Gorillas-Gründer Kagan Sümer arbeitete einst mit Mirror bzw. Sugar an einem Bluttest- und Longevity-Konzept. Dann aber ging Sugar als eine Art Fitness-Community an den Start. Inzwischen ist das Startup offline. (WiWo) Mehr über aware
Marvelous
+++ Millionen für DeepTech-Innovationen! Der Berliner DeepTech-Investor Marvelous, 2023 gestartet, legt gemeinsam mit der Joachim Herz Stiftung den Marvelous Scito Fund auf. Der neue Fonds investiert „in technologieorientierte Ausgründungen und Startups in frühen Entwicklungsphasen“. Zu den thematischen Schwerpunkten gehören dabei Advanced Materials, Waste Valorization und Robotics. Die Joachim Herz Stiftung investiert 20 Millionen Euro in den neu aufgelegten Fonds, der auch in „ausgewählte DeepTech-Fonds“ (Fund of Funds) investiert. „Mit der Erweiterung um Venture Capital entwickelt die Joachim Herz Stiftung ihre Vermögensanlage gezielt weiter und investiert in Vorhaben, in denen neben einer attraktiven Renditeerwartung auch wirkungsorientierte Aspekte berücksichtigt werden, die eng mit Innovation und Transfer aus der Spitzenforschung verknüpft sind“, teilt die Joachim Herz Stiftung mit. Das Marvelous-Team rund um Chris Heyer, Philipp Buddemeier und Lian Michelson investiert ansonsten mit dem Frühphasenfonds Marvelous Ventures weiter direkt in junge DeepTech-Startups. Mit Marvelous Catalyst wiederum vernetzt der Investor „wissenschaftliche Einrichtungen und Startups gezielt mit Industriepartnern“. Mehr über Marvelous
Eterno
+++ Der HealthTech-Boom geht munter weiter! Das Berliner HealthTech Eterno, 2020 von Maximilian Waldmann, Frederic Haitz, Timo Rodi und Rohit Dantas gegründet, konnte gerade den milliardenschweren norwegischen Investor Verdane für sich gewinnen. Verdane investiert wohl mehr als 100 Millionen US-Dollar in Eterno – siehe auch Handelsblatt. Eterno betreibt „eigene, voll digitalisierte Praxisstandorte in Hamburg, Frankfurt und Berlin, die als moderne Primärversorgungszentren konzipiert sind“. In den vergangenen Jahren flossen bereits rund 40 Millionen in das Unternehmen – insbesondere von „Versicherungen und Krankenkassen, Family-Offices und Privatinvestoren wie Fußball-Weltmeister Mario Götze“. Das frische Kapital soll nun die Skalierung „der KI-nativen Plattform für die ambulante Versorgung beschleunigen“. Derzeit wirken über 100 Mitarbeitende für Eterno, das mit seiner Software vor allem Compugroup und Medatixx herausfordert. Neben Verdane entdeckte unlängst auch SAP das Health-Segment für sich. Der deutsche Softwaregigant investierte zuletzt gemeinsam mit Fresenius in Avelios Medical. Fresenius und SAP hatten bereits vor einigen Monaten bekannt gegeben, dass sie gemeinsam die digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland beschleunigen möchten. Mehr über Eterno
jobvalley
+++ Abgang und Neustart mit internem Know-How! jobvalley-Geschäftsführer Clemens Weitz, der das Unternehmen seit 2022 führte, tritt aus „persönlichen Gründen“ ab! Nachfolger wird der langjährige Mitarbeiter Andreas Langhorst. „Langhorst, der bereits seit 2015 in verschiedenen leitenden Funktionen für jobvalley tätig ist, vereinte zuletzt als Chief Revenue Officer die Bereiche Vertrieb, Marketing und Talent Operations unter seiner Verantwortung“, teilt das Unternehmen mit. Weitz führte jobvalley durch schwierigen Zeiten samt Stellenabbau und „Zentralisierung zuvor regional geprägter Strukturen“. Das Kölner Grownup, das „Studierenden, Berufseinsteigern und jungen Fachkräften“ hilft, Jobs zu finden, beschäftigt derzeit 300 Mitarbeitende. 2024 erwirtschaftete das Gownup einen Umsatz in Höhe von 79,5 Millionen Euro (Vorjahr: 86,5 Millionen). Der Jahresfehlbetrag lag bei 5,3 Millionen (Vorjahr: 3,7 Millionen). In den vergangenen Jahren flossen rund 40 Millionen in jobvalley. HV Capital hält derzeit 31,3 % am Unternehmen. Mehr über jobvalley
Delivery Hero
+++ Lesenswert! Die milliardenschwere Essenslieferschlacht geht immer weiter. Nun ist der US-Fahrdienstleister Uber sogar an einer Komplettübernahme des Berliner Essenslieferdienstes Delivery Hero (schon lange nicht mehr in Deutschland aktiv) interessiert. „Das im MDax notierte Unternehmen bestätigte ein Interesse durch den US-Konzern, der bereits ein Fünftel der Anteile hält und Zugriff auf weitere Aktien hat“, berichtet das Manager Magazin. Das einstige Startup kommt somit kaum noch zur Ruhe! Erst kürzlich hatte Delivery Hero-Macher Niklas seinen Rückzug verkündet – nach 15 Jahren an der Spitze. (Manager Magazin) Mehr über Delivery Hero
JustPlay
+++ Der Berliner Games-Hit JustPlay, der gerade für 202 Millionen verkauft wurde, peilt in diesem Jahr 300 Millionen Umsatz an. Und das Team denkt noch viel weiter! „Wir sind ein ambitioniertes Team: 500 Millionen Ende 2027 sind erreichbar“, sagt Gründer Carl Livie. Mehr über JustPlay
Startup-Radar
+++ Neue Gründerinnen und Gründer machen sich auf den Weg! Wir präsentieren heute folgende Auswahl frischer Startups, die man kennen sollte: Pactsheet AI, Dr. Max Health, Qlyros, Agent F und Percol. Mehr im Startup-Radar
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
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Foto (oben): KI
Digital Business & Startups
Ex-Atomstandort Biblis wird zum Fusions-Labor: Startup holt 240 Millionen
Focused Energy will in Deutschland das weltweit erste Laserfusionskraftwerk bauen – und wird das wohl wertvollste Fusionsunternehmen Europas.
Deutschlands nächster Energie-Gigant? Das Darmstädter Fusions-Startup Focused Energy hat 240 Millionen US-Dollar eingesammelt – und damit nach eigenen Angaben die größte Series-A-Finanzierung der globalen Fusionsbranche abgeschlossen. Hinter dem Deal stehen unter anderem RWE, SPRIND und internationale Investoren aus Europa, Asien und der Golfregion. Das erst 2021 gegründete Unternehmen steigt damit zum wertvollsten Fusionsunternehmen Europas auf.
Focused Energy entwickelt Technologien für sogenannte Laserfusion. Das ist ein Ansatz der Kernfusion, bei dem mithilfe extrem starker Laser Energie erzeugt werden soll. Das Unternehmen wurde aus dem Umfeld der TU Darmstadt heraus gegründet und plant, bis Mitte der 2030er Jahre das weltweit erste Laserfusionskraftwerk im hessischen Biblis zu bauen.
An die globale Spitze
„Die Fusionsenergie tritt damit in Deutschland und Europa in eine neue Ära ein“, sagt CEO und Mitgründer Thomas Forner. „Die erfolgreiche Finanzierungsrunde bestätigt unseren wissenschaftlich fundierten Laserfusionsansatz, der Focused Energy in nur vier Jahren vom Startup zum weltweit führenden Laserfusionsunternehmen gemacht hat.“
Das frische Kapital soll fast vollständig in den Ausbau des Standorts Biblis fließen. Dort will Focused Energy auf dem ehemaligen Gelände des RWE-Kernkraftwerks seine Anlagen entwickeln. Der Energiekonzern steigt nicht nur als Investor ein, sondern bringt auch Infrastruktur und Genehmigungsexpertise mit. „Deutschland ist gut positioniert, global eine Spitzenrolle in der Kernfusion einzunehmen“, sagt RWE-Chef Markus Krebber.
Nach Angaben des Unternehmens beschäftigt Focused Energy inzwischen mehr als 160 Wissenschaftler und Ingenieure aus über 20 Nationen. Neben Darmstadt betreibt das Startup Standorte in Berlin, Austin und San Francisco.
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