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Microsoft patcht hochriskante SharePoint-Lücke | heise online


Admins, die Microsoft SharePoint-Server in ihrer Infrastruktur betreiben, sollten prüfen, ob sie die Mai-Updates installiert haben. Microsoft schließt damit eine als hochriskant eingestufte Sicherheitslücke, die Angreifern das Einschleusen und Ausführen von Schadcode ermöglicht.

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In einem CVE-Schwachstelleneintrag warnt Microsoft vor der Sicherheitslücke. Das Problem besteht aufgrund der Deserialisierung nicht vertrauenswürdiger Daten, also deren Entpacken und Verarbeiten oder gar Ausführen. Angreifer, die am SharePoint angemeldet sind, können dadurch über das Netzwerk Code einschmuggeln (CVE-2026-45659, CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Es sind dafür keine erhöhten Rechte nötig. Das Update steht für den SharePoint Server 2016, SharePoint Enterprise Server 2016, SharePoint Server 2019 und die Subscription Edition bereit.

Microsoft führt weiter aus, dass die Schwachstelle aus dem Internet angreifbar ist. Da Angreifer vorab keine detaillierten Kenntnisse über verwundbare Systeme benötigen, um diese erfolgreich anzugreifen, gilt den Entwicklern ein Angriff als wenig komplex. Dennoch schätzen sie, dass der Missbrauch dieser Schwachstelle weniger wahrscheinlich ist. Zudem gibt Microsoft an, dass die Sicherheitslücke bislang noch nicht attackiert wurde.

Die Informationen zu der Schwachstelle hat Microsoft erst in der Nacht zum Mittwoch veröffentlicht. Es handelt sich jedoch nicht um ein Notfallupdate, sondern um einen „vergessenen“ Schwachstellen-Eintrag. Das Update vom Mai-Patchday behandelt die Schwachstelle demnach bereits.

Da SharePoint-Lücken für Cyberkriminelle sehr interessant sind und diese häufiger in freier Wildbahn missbraucht werden, sollten IT-Verantwortliche sicherstellen, dass sie die Aktualisierung angewendet haben. Mitte April hatte Microsoft zum Patchday etwa Updates für SharePoint veröffentlicht, nachdem eine Sicherheitslücke darin bereits angegriffen wurde.


(dmk)



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„Lego Batman“ angespielt: Ein BLOCKbuster, den man nicht unterschätzen sollte


Superhelden sind immer noch ein großes Thema, sei es jetzt im Kino oder auf der heimischen Konsole. Nachdem Marvel zuletzt Spider-Man auf ein Videospiel-Abenteuer geschickt hat, ist diesen Herbst sein weniger zimperlicher Klingen-Kollege „Wolverine“ dran. Währenddessen hält sich der andere Lizenz-Gigant Warner Bros. DC etwas zurück: Auf den großen Live-Service-Flop mit „Suicide Squad: Kill the Justice League“ folgt lediglich ein neues Lego-Spiel mit Batman-Lizenz.

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Ein schwacher Trost für alle Fans, die auf ein „richtiges“ Game warten? Keineswegs. Denn der britische Entwickler Traveller’s Tales präsentiert mit „Lego Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ ein Spiel, das sich nicht auf dem seichten Gameplay der jüngsten Blöckchenspiele ausruht, sondern stattdessen ein überraschendes Best of Batman arrangiert.

Nach einem Kinobesuch macht sich Familie Wayne auf den Heimweg. Als sie eine Gasse als Abkürzung nutzen will, wird sie von einem Gangster überfallen. Die Eltern sterben, nur Sohn Bruce bleibt zurück und schwört seit diesem Tag, seine Heimatstadt Gotham von jeglichem Verbrechen zu beschützen.

So weit, so bekannt ist die legendäre Entstehungsgeschichte des Fledermaus-Rächers, mit der auch „Lego Batman“ beginnt. Das Spiel orientiert sich dabei klar an Tim Burtons Filmversion von 1989 – bis es plötzlich ins Christopher-Nolan-Universum von 2005 springt und zeigt, wie der mittlerweile erwachsene Bruce in den Himalaja reist, um dort in einem Kloster zum Ninja ausgebildet zu werden. Als die Kampfmaschine zurückkehrt, findet sie sich auch schon in der Filmhandlung von „The Batman“ aus dem Jahr 2022 wieder, in der Batman einem mächtigen Mafiaboss das Handwerk legen muss.


Ein Trauma erschafft einen Helden: Bruce Wayne verliert seine Eltern bei einem Überfall und wird dadurch zu Batman. (Bild:

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Das Erste, was „Lego Batman“ ganz meisterhaft gelingt, ist die Fusion aller Batman-Geschichten, als hätte es immer nur diese eine gegeben. Ohne ins Chaotische abzudriften. Ohne wichtige Dinge zu unterschlagen. Während frühere Lego-Spiele ihre Vorlagen Eins zu Eins abgebildet haben, nur eben im Blöckchen-Look, besteht der große Spaß in „Lego Batman“ darin, auf Vertrautes zu treffen und dann doch wieder von Neu-Interpretationen überrascht zu werden. Nichtkenner bekommen dagegen eine spannende Comic-Handlung präsentiert, die kein Vorwissen erfordert, aber eine gewisse Toleranz gegenüber Gummienten und Fledermaus-Kaka.

Denn er ist auch immer mit dabei: Der typische Lego-Humor, der sich seit jeher durch genauso trockene wie charmante Albernheiten, Übertreibungen und Erwartungsbrüche definiert. In den meisten Fällen zündet der Humor, vor allem wenn korrupte Polizisten in Donuts bezahlt werden oder Batman einen Club nur betreten darf, wenn er zuvor ein Dance Battle gewinnt. An anderer Stelle spielen Gangster im Bällebad und benutzen Kinderrutschen, um mal richtig zu entspannen. Nicht jede Stelle braucht Jokes, aber auch nicht jeder Humor muss jeden zum Lachen bringen. Wie gut, dass „Lego Batman“ aus unterschiedlichen Konfetti-Kanonen feuert.

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Aber egal welches Fledermaus-Abenteuer nun erzählt wird, stets findet sich der Spieler in einer Lego-Version bekannter Batman-Schauplätze wieder, die er erkunden, bestaunen und (teilweise) zerstören kann, um Unmengen an Lego-Steinen einzusammeln. Mal muss ein simples Rätsel gelöst und ein anderes Mal eine Schar von Gegnern überwältigt werden. Dieser Spaß ist entweder allein oder im Koop spielbar – der zweite Spieler übernimmt hierfür den immer wechselnden und nicht weniger sympathischen Sidekick, der Batman begleitet. Wiederspielwert erhalten die Levels vor allem durch das Suchen nach versteckten Schätzen und Geheimgängen. Das ist im Grunde das Konzept, das Entwickler Traveller’s Tales seit seinen ersten Lego-Spielen anwendet. Doch mit „Lego Batman“ überwindet er diese Grenzen – abermals durch sein Fusionstalent.

Anstatt nur wild auf die Angriffstaste zu hämmern, kann der Spieler Batman wie einen agilen Wirbelwind durch ganze Gruppen steuern, hier kontern, da austeilen, dort ausweichen und hier einen finalen Hieb landen. Dieses Kampfsystem ist nicht neu, sondern perfekt aus einer anderen Batman-Spielereihe übernommen worden, nämlich der Arkham-Trilogie. Die fesselnde Erfahrung bleibt die Gleiche und jeder neue Kampf lädt dazu ein, den eigenen Flow zu perfektionieren und den Kombo-Zähler höher zu treiben. Über einen Skillbaum werden neue Attacken und Manöver freigeschaltet. Hin und wieder kann Batman die Kämpfe auch meiden und durch die Schatten schleichen. Dann ist es ihm möglich, die Gegner leise auszuschalten, hinterrücks oder von einer erhöhten Position aus. Das lockert das Gameplay nicht nur auf, sondern passt auch perfekt zum maskierten Rächer. Auch hier lässt Arkham grüßen.

Doch die wohl größte Überraschung erwartet den Spieler, wenn er die Ausbildung im Himalaja abgeschlossen hat: Denn Batman schwingt mit seinem Greifhaken nicht nur von Dach zu Dach, sondern darf auch in sein legendäres Batmobil steigen, mit dem er durch die Straßen von Gotham düst. Hier eröffnet „Lego Batman“ seine eigene kleine Open World, so wie man es aus „GTA“ kennt: mit Verkehr und Passanten, mit vielen Schauplätzen zum Erkunden und vielen Kurven zum Driften. Dabei steuert sich das Batmobil so elegant und rasant, dass es fast egal ist, wo es überhaupt hingeht, ob man der Haupthandlung folgt oder sich von den vielen Mini-Aufgaben ablenken lässt.

Eine Kletterpassage, eine Verfolgungsjagd, ein Verhör, ein Bosskampf, eine neue Mechanik und dann wieder eine Sequenz, die zum Schmunzeln einlädt. Ist der eine Schurke besiegt, taucht schon der nächste auf. Die Bat-Höhle dekorieren. Mit dem Batmobil dutzende Wagen durch die Gegend kicken. Und für ein Riddler-Rätsel ist immer noch Zeit. Bevor überhaupt Langeweile aufkommen kann, hat „Lego Batman“ bereits die nächste Überraschung unter dem Cape hervorgeholt. Während die liebevoll gestalteten und detailreichen Lego-Schauplätze bei all der durchgepeitschten Action sogar etwas untergehen.

Es sind eben nicht nur Steine: Entwickler Traveller’s Tale nutzt die Chance, alle Welt mit ihrer neuen Formel zu überraschen und poliert dabei das gesamte Batman-Repertoire auf, von der Story bis zum Gameplay. Zwei Dinge sind zu bemängeln: In früheren Spielen gibt es mehr Charaktere zum Sammeln und Spielen, da bleibt „Lego Batman“ mit unter zehn Figürchen schon sehr sparsam. Gleichzeitig ist das Spiel zwar für eine Eltern-Kind-Konstellation oder eine Casual-Couch-Coop-Session perfekt ausbalanciert, für den erfahrenen Singleplayer aber viel zu einfach – selbst auf dem höchsten von drei Schwierigkeitsgraden. Wer weder für den Lego-Charme noch für den Batman-Fanservice gekommen ist, ist hier falsch. Alle anderen sollten sich schon mal in die Fledermaus-Kluft werfen.

„Lego Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters“ erschien am 22. Mai für Windows, PS5, Xbox Series und Nintendo Switch 2. Es kostet 69,99 Euro. USK ab 12 Jahren.


(dahe)



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Smart-Home-Aktoren von Wago im Test: Mit 16 Ampere und Matter


Mit gleich acht Produkten, die ab Ende Mai 2026 bei den ersten Händlern im Sortiment sind, meldet sich Wago im Smart-Home-Geschäft an. Allen gemein ist der Smart-Home-Standard Matter. Jeden Aktor gibt es sowohl mit WLAN als auch mit dem Funkprotokoll Thread, das bei 2,4 GHz arbeitet und von Smart-Home-Basisstationen wie Ikea Dirigera oder dem Apple Homepod gesprochen wird. Die Produkte sind für Smart-Home-Beitreiber gedacht, die bereits eine Matter-Basis mit oder ohne Thread haben oder eine solche anschaffen wollen. Wago baut keine eigene Basis.

Insgesamt gibt es Aktoren für vier Anwendungsfälle, alle in derselben Bauform mit den Maßen 46 × 46 × 22 Millimeter: einen Rollladenaktor mit zwei geschalteten Kanälen (für auf und ab) und zwei Tastereingängen, einen Aktor mit zwei Relais für je 6 Ampere (1,3 kW bei 230 Volt) und zwei Schaltereingängen; außerdem einen Einkanaldimmer sowie einen Aktor mit einem 16-Ampere-Relais und einem Eingang. Zum Test haben wir die 16-Ampere-Aktoren mit Thread und WLAN ins Labor geholt.

Die Verbindungsklemmen mit den organgefarbenen Klemmhebeln haben Wago bekannt gemacht, daher dürfen sie auch bei Wagos Smart-Home-Produkten nicht fehlen. Durch sie geht die Installation schnell von der Hand, denn einerseits entfällt das Schrauben, andererseits nehmen sie auch feindrähtige Leitungen (Litze) ohne Aderendhülse sicher auf. Von diesem Komfort profitiert der Elektriker, der die Aktoren normgerecht hinter Lichtschalter oder Steckdose verbaut – fluchen wird er womöglich über die Abmessung des Gehäuses oder über die fehlende Tiefe der Unterputzdose. „Das Produkt passt in eine Unterputzdose“, steht zwar im Datenblatt, doch das dürfte im Altbau hin und wieder Wunschdenken bleiben. Wagos Konkurrenz, allen voran Shelly, baut Einkanal-Aktoren deutlich kompakter – der Shelly 1 ist nur 16 Millimeter hoch.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Smart-Home-Aktoren von Wago im Test: Mit 16 Ampere und Matter“.
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„Lex SpaceX“? Nasdaq ändert Indexregeln für Musks Börsengang


SpaceX, zu dem inzwischen auch der Satelliteninternet-Dienst Starlink, die KI-Firma xAI und die Social-Media-Plattform X gehören, plant für den 12. Juni 2026 den nach aktuellem Stand größten Börsengang der Geschichte – und benötigt das Kapital dringend: Das Unternehmen rutschte im Jahr 2025 von 791 Millionen US-Dollar Gewinn in einen Verlust in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar, im ersten Quartal 2026 kamen weitere 4,3 Milliarden hinzu. Profitabel ist nur Starlink, während die Kosten für die Starship-Entwicklung und die Eingliederung von xAI und X das Unternehmen tief in die roten Zahlen treiben. 75 Milliarden US-Dollar frisches Kapital soll der Börsengang bei einer angestrebten Bewertung von bis zu 2 Billionen US-Dollar bringen – so viel wie bei keinem Unternehmen je zuvor.

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Damit SpaceX dabei möglichst schnell in den wichtigsten Leitindex einziehen kann, hat die Nasdaq – wie andere Indizes auch – ihre Indexregeln geändert. Das Ergebnis: ETF-Sparpläne, Pensionsfonds und künftig womöglich auch die deutsche Aktienrente kaufen SpaceX automatisch.




Volker Zota leitet heise online als Chefredakteur. Als promovierter Physiker hat er naturgemäß einen Blick für Details: Ihn reizen komplexe Zusammenhänge, fundierte Analysen und neue Erkenntnisse.

Die Nasdaq begründet die Änderung offiziell damit, dass Unternehmen heute länger privat blieben und bei größerer Marktkapitalisierung sowie mit komplexeren Aktienstrukturen an die Börse gingen. Die neuen Indexregeln seien nach einer Konsultation aller Marktteilnehmer erfolgt und stellten eine „maßvolle Reaktion auf strukturelle Verschiebungen in den öffentlichen Märkten“ dar.

Reuters veröffentlichte bereits im März unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen eine weniger diplomatische Begründung: SpaceX soll frühzeitig signalisiert haben, dass die schnelle Indexaufnahme eine zentrale Bedingung für die Börsenwahl sei.

Die Technologiebörse Nasdaq und die konkurrierende New York Stock Exchange (NYSE) buhlten beide um das Listing. Nasdaq änderte seine Index-Regeln, SpaceX entschied sich für sie. Für den Börsenbetreiber ist das ein knallhartes Geschäftsmodell. Er gewinnt das Listing, kassiert die Handelsgebühren – und garantiert SpaceX durch die Indexmechanik eine Welle erzwungener Käufer. Diese schlägt allerdings nicht direkt beim IPO am 12. Juni zu, sondern nach Ablauf von 15 Handelstagen – in diesem Jahr also ab dem 7. Juli.

Das Konsultationsdokument vom Februar 2026 beschreibt den Fast-Entry-Pfad im Detail: Ein neu gelistetes Unternehmen, das nach Marktkapitalisierung unter den Top-40-Bestandteilen des Nasdaq-100 rangiert, wird nach insgesamt 15 Handelstagen aufgenommen – befreit von bisherigen Seasoning- und Liquiditätsanforderungen. Die Kommentarfrist endete am 27. Februar, die Regel trat am 1. Mai in Kraft. Timing und Struktur passen exakt.

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Die Nasdaq ist nicht nur eine Börse, an der Technologieaktien gehandelt werden. Sie betreibt auch den Nasdaq-100, einen der meistgenutzten Aktienindizes der Welt, der die 100 größten dort notierten Nicht-Finanzunternehmen umfasst – von Apple über Microsoft bis Nvidia.

Dieser Index ist unter anderem die Grundlage für Tausende von ETFs (Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Indexfonds), in die Millionen Privatanleger weltweit monatlich einzahlen. Ein ETF kauft dabei automatisch alle Aktien, die im Index enthalten sind – in genau der Gewichtung, die der Index vorgibt. Kein Fondsmanager entscheidet, ob eine Aktie gut oder schlecht ist. Der Index entscheidet. Wer also einen Nasdaq-100-ETF im Sparplan hat, besitzt automatisch einen kleinen Anteil an allen 100 Unternehmen im Index – und künftig womöglich auch an SpaceX.

Zugleich hat Nasdaq die bisherige Mindest-Streubesitzanforderung von zehn Prozent abgeschafft. Streubesitz (Free Float) bezeichnet den Anteil einer Aktie, der tatsächlich frei handelbar ist – also nicht von Gründern, Insidern oder strategischen Investoren dauerhaft gehalten wird. Laut der offiziellen Nasdaq-FAQ zur Methodikänderung erhalten Unternehmen mit niedrigem Free Float nun ein zunächst reduziertes, dann schrittweise wachsendes Indexgewicht. Wenn Nasdaq-100-Tracking-Produkte kollektiv 600 Milliarden US-Dollar an Vermögen halten, erzeugt allein die Indexaufnahme eine mechanische Nachfrage von rund 6 Milliarden US-Dollar – ausgelöst nicht durch eine Anlageentscheidung, sondern durch eine Regeländerung.

Diese Nachfrage trifft allerdings nicht sofort zum Börsenstart ein. Während aktive Anleger ab dem 12. Juni frei handeln und womöglich auf den Index-Effekt spekulieren können, müssen die passiven Indexfonds bis zum Ablauf der 15-Handelstage-Frist warten, bevor sie Anfang Juli mechanisch Milliarden in den Markt pumpen.

Hinzu kommt: Laut S-1-Prospekt hat SpaceX die übliche starre Lock-up-Periode – in der Insider ihre Aktien nach dem Börsengang nicht verkaufen dürfen – durch ein gestaffeltes System ersetzt, das den Streubesitz deutlich schneller wachsen lässt als bei einem klassischen Börsengang. Das begünstigt eine raschere und höhere Gewichtung im Nasdaq-100 – und bedeutet: Insider könnten verkaufen, während die Aktie durch Käufe der Indexfonds hochgetrieben wird.

Für die größten US-Pensionsfonds ist die Kombination aus Fast Entry und SpaceXs Governance-Struktur besonders brisant – denn sie werden durch die Indexmechanik zu Aktionären eines Unternehmens, dessen Regeln sie öffentlich ablehnen. Der New York State Common Retirement Fund, die fünf New Yorker Stadtpensionsfonds und CalPERS (der größte öffentliche Pensionsfonds der USA für Staatsbedienstete Kaliforniens) verwalten zusammen mehr als eine Billion US-Dollar – gehalten für Millionen aktiver und pensionierter Staatsbediensteter, Lehrer, Feuerwehrleute, Polizisten und Krankenschwestern.

In einem offiziellen Brief an SpaceX haben CalPERS-Chefin Marcie Frost, New Yorker Staatscontroller Thomas DiNapoli und New Yorker Stadtcontroller Mark Levine gewarnt: SpaceXs geplante Unternehmensstruktur sei die „managementfreundlichste Governance-Struktur, die je an den US-Märkten in diesem Ausmaß eingeführt wurde“. Konkret kritisieren sie laut der offiziellen Pressemitteilung des NYC Comptrollers die geplanten „ewigen Super-Voting-Aktien“ sowie eine CEO-Abberufungsklausel, die die Zustimmung des CEOs zu seiner eigenen Entlassung voraussetzt.

SpaceX plant eine Dual-Class-Aktienstruktur: Normale Aktionäre erhalten Class-A-Aktien mit je einer Stimme. Musk und eine kleine Gruppe von Insidern halten Class-B-Aktien, die jeweils zehn Stimmen tragen. Das ist die komplexere Aktienstruktur, von der die Nasdaq spricht. Unterschiedliche Stimmrechte sind im US-Tech-Sektor nicht ungewöhnlich, auch Alphabet, Meta oder Snap nutzen Dual-Class-Strukturen. Im Fall SpaceX gehen sie jedoch in Kombination mit weiteren Klauseln deutlich über das Übliche hinaus. Das Ergebnis laut S-1-Prospekt: Musk hält rund 42 Prozent des Eigenkapitals, kontrolliert aber rund 85,1 Prozent (pre-IPO; post-IPO projiziert auf ~79 Prozent) aller Stimmrechte. Wer SpaceX-Aktien kauft, kauft damit praktisch eine Beteiligung ohne echten Einfluss – wie eine Analyse zu SpaceXs Stimmrechtsstruktur zeigt.

Hinzu kommt, dass laut dem Brief der Pensionsfonds Aktionäre durch Pflichtschiedsverfahren (Mandatory Arbitration) daran gehindert sind, Sammelklagen vor Bundesgerichten einzureichen – weder als Kleinanleger noch als große Institutionen wie CalPERS. Das bedeutet, wer als Anleger Schaden nimmt, kann sich kaum gerichtlich wehren.

Für die gesetzliche Rente, klassische Lebensversicherungen und garantiebasierte Rentenprodukte ohne Fondskomponente gilt: Sie sind nicht betroffen.

Für alle anderen hängt es davon ab, was im Sparvertrag steckt. Wer einen Nasdaq-100-ETF bespart, wird somit automatisch SpaceX-Aktionär: als direkter ETF-Sparplan bei Trade Republic, Scalable oder der Hausbank, als fondsgebundene Rentenversicherung mit Nasdaq-Komponente, als Rürup-Rente mit freier ETF-Wahl oder als betriebliche Altersvorsorge mit ETF-Baustein.

Wer stattdessen einen MSCI World oder S&P 500 ETF bespart, ist indirekt betroffen: SpaceX würde dort ebenfalls aufgenommen – mit kleinerem, aber wachsendem Gewicht. Am wenigsten exponiert sind Riester-Fondssparpläne, weil die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestgarantien die Aktienquote stark begrenzen – und viele Anbieter solche Pläne für Neukunden ohnehin eingestellt haben.

Für indexbasierte Produkte auf den Nasdaq-100 gilt eine besondere Mechanik: Laut der oben genannten Nasdaq-Methodik könnten die ersten Auswirkungen bereits bei der planmäßigen Indexrekonstitution im Juni 2026 sichtbar werden – Anlageprodukte, die diesen Index abbilden, würden diese US-Marktmechanik direkt importieren.

Die Fast-Entry-Regel ist keine Einmalaktion. Die Nasdaq selbst betont, dass die Änderungen eine Reaktion auf strukturelle Verschiebungen in den öffentlichen Märkten seien und branchenübergreifend gelten. Laut Reuters bereiten sich auch OpenAI und Anthropic auf Börsengänge vor, die strukturell dieselben Fast-Entry-Kriterien erfüllen würden. Die Fast-Entry-Regel könnte zur Blaupause werden, über die künftig auch andere teils unprofitable Tech-Giganten schnell in die großen Indizes gehievt werden – mit denselben Zwangskauf-Mechanismen für passive Anleger.

Die Frage, wer die Regeln einer Finanzinfrastruktur schreibt, die bis in Altersvorsorgeprodukte hineinwirkt, ist letztlich eine politische. Von Seiten der Nasdaq heißt es, dass die Methodikupdates einem formellen öffentlichen Konsultationsprozess folgten und internationalen Standards für Finanzbenchmarks entsprächen. Kritiker betonen allerdings, ein Konsultationsprozess unter Marktteilnehmern sei kein demokratisches Mandat.

Die sich beklagenden Pensionsfonds sehen in SpaceXs Konstruktion ein Muster: Vergütung außerhalb üblicher Kontrollen, Verlagerung in Bundesstaaten mit schwachen Aktionärsrechten, ein Gründer, der sich strukturell gegen Abberufung absichert. Für institutionelle Investoren sei das ein Risiko, das eingepreist werden müsse.

Nun mag man sich fragen, warum dem keine regulatorischen Schranken entgegenstehen. Tatsächlich macht die Politik selbst mit: SEC-Chef Paul Atkins argumentiert, zu viele Regeln schreckten Unternehmen vom Börsengang ab – Unternehmen sollen optional wählen können, die Quartalspflichtberichte durch halbjährliche Berichte zu ersetzen, das Ziel sei, Amerika wieder attraktiv für Investitionen zu machen. Gegenstimmen gibt es, diese blieben jedoch bisher weitgehend ungehört: Die Gewerkschaft American Federation of Teachers hat in einem Brief an die SEC gefordert, den SpaceX-IPO genau zu prüfen – „kein gewöhnliches Angebot“, dessen Größe, Governance und Listing-Mechanismus zahlreiche Warnzeichen für den Anlegerschutz aufwerfen würden.

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(vza)



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