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UX/UI & Webdesign

»Wer Nachwuchs gegen KI aufrechnet, denkt zu kurz« › PAGE online


Julia Peukert, Head of People & Culture bei Mutabor, über sinkende Einstiegschancen in der Kreativbranche und die Frage, wie Ausbildung im KI-Zeitalter aussehen muss.

»Wer Nachwuchs gegen KI aufrechnet, denkt zu kurz« › PAGE onlineIn der Agenturbranche und in den Netzwerken, die ich verfolge, wird gerade eine Frage mit bemerkenswerter Ernsthaftigkeit diskutiert: »Brauchen wir eigentlich noch Junior:innen?« Bei Mutabor stellen wir sie uns nicht, aber ich verstehe, warum andere es tun. Ich halte die Debatte für gefährlich. Nicht weil die Frage falsch ist, sondern weil die Antworten, die ich höre, zu oft in die falsche Richtung zeigen. Wer Nachwuchs als Ressource begreift, die sich gegen KI-Effizienz aufrechnen lassen muss, hat das Modell von Ausbildung und Nachwuchsförderung grundlegend missverstanden. Es ist genau umgekehrt: Wenn wir jetzt aufhören, in Berufseinsteiger:innen zu investieren, optimieren wir uns aus unserer eigenen Zukunft heraus.

Alarmierende Zahlen, fragwürdige Schlussfolgerungen

Der Anteil der Stellenanzeigen für Berufseinsteiger:innen in Deutschland liegt laut Stepstone-Analyse im Gesamtjahr 2025 satte 42 Prozent unter dem Fünfjahres-Durchschnitt. Index Research verzeichnet zwischen 2022 und 2025 einen Rückgang von 30 Prozent bei Young-Professional-Ausschreibungen. Auch wenn das Juniorlevel in den Agenturen noch nicht in diesem Maß betroffen ist – die Diskussion über schwindende Einstiegschancen ist längst auch hier angekommen. Die Argumentation dahinter: KI erledigt Rechercheaufgaben, erste Entwürfe, einfache Texte. Warum sollte man also in Ausbildung und die Anleitung von Junior:innen  investieren? Ich sage: Weil das Juniorlevel nicht dafür da ist, einfache Aufgaben zu erledigen. Es ist dafür da, Menschen zu Profis zu machen. Diese Funktion lässt sich nicht automatisieren.

Was KI nicht kann

Kein Sprachmodell bringt einem Junior bei, wie es sich anfühlt, wenn ein Kundenpitch scheitert und man trotzdem weitermacht. Kein Algorithmus vermittelt die Intuition, die entsteht, wenn man hundert schlechte Ideen produziert hat, bevor eine trägt. Kein LLM bringt dir die Empathie für Kund:innen bei, die Du aufbaust, wenn du bei anstrengenden Projekten gelernt hast, die Zwischentöne zu verstehen. Genau das sind aber die Erfahrungen, die aus einer Berufseinsteigerin irgendwann eine Seniorin machen, die Kunden führt, Teams entwickelt und Marken prägt. Kein Tool der Welt ersetzt einen Reifeprozess, der aus guten Mitarbeiter:innen exzellente Kolleg:innen und Führungskräfte macht. Erfahrung, Haltung und Urteilsvermögen lassen sich nicht künstlich ersetzen. Sie entstehen nicht durch Prompts. Sondern am Ende immer noch nur durch echte Verantwortung, Fehler und Konsequenzen.

»Kein Sprachmodell bringt einem Junior bei, wie es sich anfühlt, wenn ein Kundenpitch scheitert und man trotzdem weitermacht. Kein Algorithmus vermittelt die Intuition, die entsteht, wenn man hundert schlechte Ideen produziert hat, bevor eine trägt.«

Die eigentliche Chance wird gerade noch verschenkt

KI, klug in Lernprozesse integriert, kann Ausbildung tatsächlich beschleunigen und bereichern. Als Sparringspartner, der auf erste Konzepte sofort reagiert und nicht erst beim nächsten Teammeeting. Als Recherchetool, das Orientierung gibt, bevor die erste Seniorin Zeit hat, sich zu kümmern. Als Simulationsraum, in dem man Fehler machen und daraus lernen darf, ohne dass ein echter Kundenjob auf dem Spiel steht. Was wir also brauchen, sind nicht weniger Junioren:innen, sondern eine klarere Vorstellung davon, wie wir KI als Werkzeug für Entwicklung begreifen. Das ist eine Kulturfrage. Und die geht uns alle etwas an.

Die Frage ist nicht, ob, sondern wie Nachwuchs ausgebildet wird. KI verändert zwar das Lernfeld, macht es aber nicht überflüssig. Wir sind also gefordert, Ausbildungsmodelle und Berufseinstieg aktiv neu zu denken, statt den Rückzug aus der Nachwuchsförderung zu rationalisieren.

Der blinde Fleck in der Debatte

Wer glaubt, das alles betreffe vor allem die Berufseinsteiger:innen, irrt. KI verändert die Arbeit auf jedem Level gleichzeitig und mit der gleichen Konsequenz. Ein Creative Director, der heute nicht aktiv mit KI-Tools arbeitet, verliert nicht nur den technologischen Anschluss. Er verliert auch die Fähigkeit, seine Junior:innen sinnvoll zu fördern und einzuschätzen. Lebenslanges Lernen ist kein HR-Buzzword. Es ist mehr denn je die Grundbedingung, unter Agenturen wie Mutabor in Zukunft exzellente Arbeit liefern können. Und die Lernkultur, die das möglich macht, entsteht nicht von selbst. Sie muss 
aktiv gestaltet und gefördert werden. Denn sie ist und bleibt unsere wichtigste Investition in die Zukunft.

Dieser Beitrag erschien erstmals in der Printausgabe PAGE 02.2026.



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Sensible Männerthemen, von Pentagram kraftvoll in Szene gesetzt › PAGE online


Pentagram-Partner Matt Willey, gefeiert für seine umwerfend kraftvollen Designs, hat das Healthcare-Unternehmen Rugiet mit einem neuen Erscheinungsbild versehen, das Gesundheitsthemen, über die Männer nicht so gerne reden, mit jeder Menge Selbstbewusstsein begegnet.

Sensible Männerthemen, von Pentagram kraftvoll in Szene gesetzt › PAGE online

Bereits seit 2019 bietet Rugiet aus Austin, Texas, Telemedizin mit personalisierten Produkten an – und das speziell für Erektionsstörungen, für die Testosterontherapie und Schlafoptimierung, gegen Gewichtsprobleme, Haarausfall und für Longevity.

In den letzten Jahren ist nicht nur der Markt, sondern auch das Healthcare-Unternehmen gewachsen und um die eigene Identity zu schärfen und sich vom Marktumfeld abzugrenzen, setzte Rugiet auf Matt Willey.

Auf den Pentagram-Partner, der nicht nur für sein Editorial Design für Publikationen wie The New York Times Magazine gefeiert wird, dessen Art Director er mehrere Jahre lang war, sondern auch für sein typografisches Können und für seinen mitreißenden und prägnanten Stil.

Ob für sein Magazin Inque, die Titelsequenzen der Serie Killing Eve, für Briefmarken zum 75. Geburtstag der United Nations, für eine Sonderedition des Fahrradherstellers Stelbel – oder jetzt für Rugiet.

Steil nach oben

Direkt und bold ist das neue Wortlogo von Rugiet. Es ist ein Statement, das voller Selbstbewusstsein steckt und bei dem die Buchstaben vertikal angeordnet sind.

Als Signet ist es auf den Buchstaben R reduziert, der mit einem Pfeil, der gerade nach oben geht, kombiniert wird.

Es nimmt die vertikale Ausrichtung des Wortlogos auf – und steht gleichzeitig für ein »the only way is up« und für Entwicklung und Fortschritt.

Und ist, wie die gesamte Vertikalität des neuen Auftritts, auch eine augenzwinkernde Anspielung auf die Potenzmittel Rugiet Ready, auf die das Unternehmen unter anderem spezialisiert ist.

Selbstbewusster Auftritt

Die Hausschrift »Rugiet Tall«, die das neue Erscheinungsbild bestimmt und ebenfalls speziell auf eine vertikale Ausrichtung angelegt ist, entstand gemeinsam mit Commercial Type.

Die Website, die für die meisten der Kunden von Rugiet die erste Anlaufstelle für die Online-Konsultationen ist, wurde von dem Alright Studio umgesetzt.

Sanfte Farbtöne, die oft im Zusammenhang mit Gesundheitsthemen angewandt werden, sucht man hier vergeblich. Auch hält sich Rugiet nicht mit dezenten oder dunklen Farbtönen zurück.

Ganz im Gegenteil. Die neue Visual Identity leuchtet in »Rugiet Orange«, kombiniert mit Schwarz und mit Weiß.

Das alles sorgt nicht nur für einen einprägsamen Auftritt, sondern durch das selbstbewusste Auftreten auch dafür, dass Schwellen, die bei sensiblen Männerthemen besonders hoch sind, abgebaut werden.

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Vow, so kann das Magazin einer Druckerei auch aussehen! › PAGE online


Vieles an der Schweizer Vögeli Druckerei ist bemerkenswert: Sie war die erste mit Cradle to Cradle Gold Zertifizierung – und dazu gibt sie das Vow Magazin heraus, das jedes Mal neu erfunden wird. Diesmal herrlich bold und mitreißend vom Studio Thom Pfister.

Vow, so kann das Magazin einer Druckerei auch aussehen! › PAGE online

Es war eine dieser Aufgaben, die ihnen besonders viel Spaß gemacht haben, heißt es vom Studio Thom Pfister aus Bern.

Die Gestaltung von Vow, dem Kundenmagazin der Schweizer Druckerei Vögeli, einem Familienunternehmen aus Langnau im Emmental, das in vierter Generation geführt wird – und ein ganz besonderes Augenmerk auf Umweltschutz hat. Und dabei sogar die erste Druckerei mit einer Cradle to Cradle Gold Zertifizierung ist.

Einmal jährlich erscheint Vow und zeigt, was für eine Wirkmacht Gedrucktes hat. Wie es Inhalte darstellen und Visuals präsentieren kann und mit Haptik arbeiten.

Gleichzeitig stellt die Druckerei darin auch ihre Kund:innen vor und zeigt, was für sie entstanden ist.

Zwei Fotos nebeneinander: links mädchen auf Couch von hinten mit Magazin in der Hand und aufgeschlagener Doppelseite mit Illustrationen von Scheren und Haar, rechts Magazinseite mit illustrierter Hand in Teufelspose in Waschbecken

Magazin mit Bestand

Alles das ist natürlich auf Papier gedruckt, in verschiedenen Formaten, mit unterschiedlichen Papieren, Veredelungen und Bindungen, weil das natürlich das Handwerk ist, das Vögeli beherrscht.

Aber es soll auch inhaltlich nachhaltig sein, mit Geschichten, die langlebig sind und mit Bildern, die Bestand haben. Damit es weitergereicht werden kann oder auch im Café oder im Zug liegengelassen, damit der nächste es lesen und anschauen kann.

Gleichzeitig ist Vow für Vögeli ein Experimentierfeld für neue Ideen  – und davon brachte das Studio Thom Pfister viele ein, wie man sehen kann.

Mädchen, Kopf sieht man nicht, hält Magazin mit stilisiert illustrierten Augen in Grün vors Gesicht

Leuchtend und großflächig

Entstanden ist die aktuelle Ausgabe in enger Zusammenarbeit zwischen den Kreativen und der Druckerei.

»Früher war digital die Innovation und analog der Standard. Heute ist digital der Standard – und analog ein Statement«, heißt es von Renato Vögeli aus der Geschäftsleitung.

Das Studio Thom Pfister hat das zum Anlass für eine Gestaltung genommen, die so farbenfroh wie bold ist.

Und hat die eigene Arbeit dabei als Dialog zwischen Gestaltung und Drucktechnik verstanden.

Es ist umwerfend, wie kräftig die Farben sind, und wie sie großflächige Illustrationen zum Leuchten bringen und immer wieder sieht man Gesichter, stilisiert und abstrahiert.

Doppelseite aus den Vow Magazin: links illustrierter Männerkopf mit gelben Haaren und scharfen Zähnen, recht Frauengesicht mot gelbem Schleier und leicht geöffneten Lippen

Sehen – und spüren

Manchmal reichen nur ein paar kräftige Striche, dann wieder wirken die Umrisse eines Gesichts wie dreidimensional. Und das Cover zeigt, auf rauem, matten Papier, ein Gesicht, das zwischen einem Ei und einem Vogelkopf changiert und durch die Zacken, aus denen die Umrisse bestehen, wie in Bewegung scheint.

Seitenfüllende illustrierte Augen leuchten grün und Fotografien begleiten Texte und inszenieren die Drucksachen und Packagings, die für Kund:innen entstanden sind, arrangieren sie auf Hanteln oder paaren sie mit geheimnisvollen Szenerien.

Dass gute Drucksachen immer das Ergebnis von Erfahrung, von technischer Präzision und dem Gespür für Material, Farbe und Wirkung sind, wie die Kreativen sagen, zeigen sie auf vielfältige Weise.

Dabei geht es nicht darum, Geschichten zu erzählen, sondern zu sehen. Genau hinzuschauen und sich überraschen zu lassen, zum Nachdenken angeregt und zu spüren, wie es vom Studio Thom Pfister heißt.

Auf der Website der Vögeli Druckerei kann Vow bestellt werden.

Doppelseite aus dem Magazin Vow: links Text eines Artikels, rechts türkisfarbene Hanten mit Nusspackung Hirnpower darauf abgestellt Doppelseite aus dem Magazin Vow: links auf knallgelbem Hintergrund und in schwarzer Schrift ein Magazinartikel, rechts violettfarbener Hintergrund mit gestapelten Heften in Schwarz und Weiß Geteiltes Foto: Links Hocker mit Stapel des Vow Magazins darauf, rechts Mädchen, das sich Magazin mit Illustration von großer blauer Hand, die Teufelszeichen macht, vors Gesicht hält Mädchen, die Seite aus Vow Magazin mit illustriertem Gesicht in Hellblau und Rot vor ihr eigenes Gesicht hält. Drumherum ihre langen Haare  Doppelseite aus den Vow Magazin: links Kopf in stilisiertem Vow Schriftzug in Weiß und Braun, der wie Farbe über Kopf rinnt, rechts Vow Schriftzug in knallrot auf Weiß Mädchen liegt mit Vow Magazin auf Couch, stilisiertes Männerstrich-Gesicht in Orange und mit gelber Nase, vor ihrem eigenen Gesicht

 



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Neuer Bildgenerator Muse Image von Meta sorgt für Diskussion › PAGE online


Das Tool liefert hochwertigen Bild-Output, aber was ist mit Kennzeichnung, Bildrechten, Transparenz und Datenschutz? Diese Punkte wurden in jedem Fall erstmal nicht beachtet.

Neuer Bildgenerator Muse Image von Meta sorgt für Diskussion › PAGE online
Brain icons created by Freepik – Flaticon

Um die Plattform Meta war es hinsichtlich Bild-AI in den letzten Monaten eher ruhig geworden. Andere Anbieter preschten mit neuesten Bildgeneratoren vor. Dazu zählen Midjourney für ästhetisch hochwertige Bilder sowie ChatGPT/DALL-E, letzteres ist aufgrund der einfachen Bedienung sehr beliebt. Ebenso von Kreativen viel genutzte Tools sind Stable Diffusion und Adobe Firefly. Jetzt hat Meta nachgelegt und einen neuen Bildgenerator gelauncht: Muse Image kommt aus den Meta Superintelligence Labs. Und es gab umgehend eine Debatte zum Thema Datenschutz und Kennzeichnungspflicht.

Was kann Muse Image?

Die neue Funktion ist direkt in WhatsApp, Instagram und auf meta.ai integriert. Man kann dem Tool mehrere Referenzbilder gleichzeitig übergeben. Und der Generator ist dazu in der Lage, Personen bestimmte Objekte und Hintergründe aus verschiedenen Bildern zu extrahieren und in einer neuen Komposition zusammenzufügen. Das macht das Prototyping von Bildserien oder Moodboards sehr präzise.

Außerdem: Anstatt nur ein Bild neu zu generieren, lassen sich Bildbereiche markieren (Scribble/Markup) und feine Änderungen vornehmen. Eine weitere Sache sind Schriften und Texte, denn angeblich lassen sich hiermit fehlerfreie, lesbare Texte in Grafiken, Flyer etc. einbauen – ohne den sogenannten Buchstabensalat, den KI manchmal ausspuckt.

Bislang ist Muse Image kostenfrei in der Meta App nutzbar, aber es gibt ein großes Manko.

Viele User stoßen sich daran, dass Meta an dieser Stelle fleißig öffentliche Fotos von Instagram-Profilen als Grundlage für neue KI-Bilder nutzt, ohne dass man dem zugestimmt hat. In Sachen Urheberrecht und Datenschutz ein No-go.

Das Datenschutz-Problem und wie man die Funktion ausstellt

Muse Image verfügt also über die Funktion, mit der Nutzer:innen öffentliche Instagram-Bilder als Referenz in Prompts ziehen können. Aber wenn man als Creator, Kreative:r oder normaler User nicht möchte, dass Fremde die eigenen öffentlichen Bilder mit KI remixen, kann man diese Funktion in den Instagram-Privatsphäre-Einstellungen explizit per Opt-out deaktivieren. Allerdings ist dies so voreingestellt, dass man aktiv das Opt-out geben muss.

Berechtigterweise wird darüber gerade viel diskutiert. Viele kritisieren das Vorgehen auf Social Media, weil Transparenz hier nicht berücksichtigt wurde.

Es stellt sich zudem die Frage der Kennzeichnung. Denn sobald der Bild-Output immer hochwertiger wird, kann kaum jemand mehr den Unterschied zwischen KI-generiert und Originalen erkennen. Und bei wem dann die Bildrechte liegen, ist dann irgendwann auch nicht mehr nachvollziehbar.

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