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Reduziert & lokal: Jung von Matt SPORT schlägt für Frauentennis einige Asse › PAGE online


In wenigen Tagen geht es los. Dann schlagen am altehrwürdigen Hamburger Rothenbaum die Spielerinnen der MSC Ladies Open auf. Begleitet wird das von einer Kampagne von Jung von Matt SPORTS, die zeigt, dass weniger mehr sein kann.

Reduziert & lokal: Jung von Matt SPORT schlägt für Frauentennis einige Asse › PAGE online

Die Namen sagen nicht allen etwas. Zumindest, wenn man nicht wirklich im Damentennis unterwegs ist. Aber vielleicht kann man irgendwann sagen, dass man Maja Chwalińska, derzeit Nummer 21 der Weltrangliste, in ihren Anfängen auf dem altehrwürdigen Court in Hamburg Rothenbaum hat aufschlagen sehen.

Denn dort beginnen am 19. Juli 2026 die einwöchigen MSC Ladies Open, bei denen auch die Ungarin Panna Udvardy oder die deutschen Spielerinnen Tamara Korpatsch, Tatjana Maria und Noma Noha Akugue aufschlagen.

Mit vergleichsweise niedrigen Eintrittspreisen schon ab 20 Euro und in eher persönlicher Atmosphäre ist der dortige WTA-Tour-Halt ein besonderes Event – auch für diejenigen, die sich bisher noch nicht speziell für Damentennis interessiert haben.

Verbaler Topspin

Vermarktet werden die MSC Ladies Open am Rotherbaum als ein Familien- und Hamburg-Event – und das jetzt mit einer Kampagne von Jung von Matt SPORT, die auf schlagkräftiges Grafikdesign, auf Slogans mit reichlich Topspin und auf das Lokale setzt.

Und die, wie es von Jung von Matt SPORT selbst heißt, eine Aufmerksamkeitsoffensive für das Frauentennis startet, das, wie der Frauenfußball auch, immer mehr Fans gewinnt.

In Hamburg möchten die Kreativen dabei vor allem die Hanseat:innen selbst für das Turnier mit einem Preisgeld von 275.000 Euro gewinnen.

Und das mit Headline-Motiven, die (Digital) Out of Home (DOHH) und auf Social Media bis zum Ende des Turniers ausgespielt werden.

Schön reduziert

In verschiedenen, hanseatisch dezenten Farbtönen, mit schnittigen Perspektiven auf den Court und die dort fliegenden Bälle in leuchtendem Gelb, heißt es »Steife Brise? Erreicht uns bei 180km/h« oder »Hier gibt es sogar Grand Schlemm neben dem Court«.

Schön auch »Schlag deinem Freund ein Break vor« oder »Den Kindern mal zeigen wie man richtig im Sand spielt« – und etwas onkelig »Schanze durchgetindert? Finde hier das perfekte Match«.

Vermarktet von der Matchmaker Sports GmbH, ist die Kampagne im Stadtgebiet und unter anderem auch in der Barclays Arena und am Hamburger Flughafen zu sehen.

 

 

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„Macht einfach SIM“ – wie Umgangssprache Markenkommunikation beeinflusst – Design Tagebuch


Hinweis: der folgende Text wurde zuvor im Zusammenhang mit dem Rebranding bei Lebara als Kommentar veröffentlicht.

Die Behauptung, „Sinn machen“ gebe es im Deutschen nicht, hält sich hartnäckig. Gerade im Hinblick auf Markenkommunikation erscheint die Aussage merkwürdig, schließlich wird Markenkommunikation maßgeblich durch Umgangssprache beeinflusst. Ein Gedankenanstoß.

Sebastian Sick hatte in einem 2003 veröffentlichten Artikel im Zwiebelfisch erklärt, und damit wohl entscheidend zur Verbreitung dieser Behauptung beigetragen, die Redewendung „das macht Sinn“ sei ein Anglizismus und eine Abwandlung des englischen Ausdrucks „that makes sense“. Bis heute konnte diese These nicht belegt werden. Der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg argumentierte seinerzeit, dass es keinen belastbaren historischen Beleg dafür gibt, dass die Wendung als Lehnübersetzung aus dem Englischen entstanden wäre. Auch mithilfe von KI-Sprachmodellen lässt sich keinerlei historischer Beleg finden.

„Machen“ leitet sich etymologisch von „kneten“ und „zusammenfügen“ ab (Backstube: Brot machen). Der Ursprung liegt im Handwerk. Abstrakta wie Angst, Ärger, Erfahrung, Unterschied, Eindruck, Pause oder Sinn lassen sich nicht kneten und anfassen, und dennoch sind Verbindungen mit dem Verb „machen“ fester Bestandteil des deutschen Sprachsystems.

„Machen“ ist ein extrem produktives Verb, zudem hat es unterschiedliche Bedeutungen (polysem). Und diese Bedeutungsebenen besaß es teilweise auch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts, noch bevor der Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache größer und stärker wurde. Die Bedeutung des Verbs hat sich über Jahrhunderte erheblich erweitert und umfasst längst auch abstrakte Sachverhalte wie Angst, Mut oder Sinn, worauf der Lebara-Claim „Macht SIM“ anspielt.

Um die unterschiedlichen Bedeutungen von „machen“ zu veranschaulichen: Eine andere Person kann höchstens einen Reiz setzen oder eine Situation schaffen, auf die der Betroffene mit Angst reagiert. Jemand anderes kann diesen inneren emotionalen Zustand, der im Gehirn des Betroffen entsteht, allerdings nicht machen. Dennoch ist der Ausdruck „Angst machen“ weit verbreitet. „Machen“ meint hier weniger die vom Handwerklichen abgeleitete ursprüngliche Bedeutung, als vielmehr „herbeiführen“. Mit „Erfahrung machen“ ist hingegen gemeint, dass wir eine Erkenntnis erlangen und Wissen erwerben. Das Prinzip – Abstraktum in Verbindung mit „machen“ – ist dasselbe. Dass ausgerechnet die Redewendung „Sinn machen“ oftmals als kein gutes Deutsch angesehen wird, ist bemerkenswert, wie ich finde.

Ein gewisser Einfluss des Englischen ist auch bei „Sinn machen“ denkbar, doch dass dies ein Anglizismus ist, ist nicht belegt. In jedem Fall ist „Sinn machen“ Teil der deutschen Sprache. Es wäre möglich, so (m)eine Hypothese, dass diese Formulierung, so wie viele andere Wörter und Formulierungen auch, Ausdruck sprachlicher Ökonomie ist.

Innerhalb der Linguistik ist das Ökonomieprinzip gut dokumentiert: Sprecher bevorzugen häufig Formen, die mit geringerem artikulatorischem oder kognitivem Aufwand dieselbe Bedeutung vermitteln. „Macht Sinn“ ist verständlich. Dabei hat es eine Silbe weniger als „ergibt Sinn“ – von Sprachpuristen häufig als eine „richtige“ Formulierung angeführt. Allerdings klingt „ergibt Sinn“ etwas gestelzt und akademisch, was im Kontext Alltagssprache unpassend, ungünstig sein kann. „Machen“ vermittelt bodenständigen Pragmatismus. Diese Faktoren könnten erklären, weshalb „Sinn machen“ (bevorzugt) verwendet wird, im Übrigen nicht nur in der Alltagssprache/Umgangssprache, sondern auch in anderen Sprachkontexten (Nachrichten, Literatur).

Markenkommunikation nutzt gezielt Mittel der Alltagssprache, wie ich kürzlich bereits im Zusammenhang mit dem Et-Zeichen geschrieben hatte. Umgangssprache macht Markenkommunikation nahbarer, authentischer und baut Distanz zur Zielgruppe ab. Besonders auf Social Media kann sie die Identifikation durch das Teilen kultureller Codes stärken. Voraussetzung dafür ist, dass sie ausgewogen und zielgruppengerecht ist.

Markenclaims wie „Ich liebe es“ (McDonald’s), „Ich bin doch nicht blöd“ (Mediamarkt) oder „Mach mal Pause!“(Nestle/KitKat) greifen auf sprachliche Formulierungen zurück, die entweder bereits Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs waren oder sich aus alltäglichen sprachlichen Mustern ableiten ließen. Auf diese Weise wird eine bereits verständliche sprachliche Form mit einer neuen, markenspezifischen Bedeutung besetzt.

Dass der Markenclaim von Lebara – „Macht einfach SIM“ – an Alltagssprache andockt, macht absolut Sinn!



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Wie wird Online-Werbung wahrgenommen? › PAGE online


User wünschen sich informative und gut gestaltete Online-Werbung. Diese Studie gibt Aufschluss, was sonst noch gut ankommt und welche Formate beliebt sind.

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Tagtäglich scrollen und klicken sich User durchs Netz. Man springt von Website zu Website, wechselt häufig das Endgerät und bewegt sich ständig auf den verschiedensten Portalen. Bei dieser Masse an Input geht eine Online-Werbung schnell mal unter. Und solche, die unattraktiv oder gar nicht gestaltet sind, empfindet man als lästig oder nimmt sie gar nicht erst wahr.

Eine Studie des Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e. V. hat sich mit der Wahrnehmung von Online-Werbung auseinandergesetzt und dazu 3.000 Nutzer:innen befragt.

Werber:innen und Werbeagenturen können aus den Ergebnissen Hinweise für ihre nächsten Kampagnenkonzeptionen herauslesen.

Gute Gestaltung zählt

Die Kern-Erkenntnis: Die Gestaltung von Online-Werbung spielt eine sehr zentrale Rolle! Das zeigen die Ergebnisse eindeutig, denn mehr als drei Viertel wünschen sich informative Werbeinhalte, 69 Prozent ziehen kreativ gut gestaltete Werbung vor und nahezu zwei Drittel möchten gerne emotionale Werbung sehen.

Obendrein spannend ist, dass 62 Prozent der 16-29-Jährigen angaben, dass sie »Marken, die in hochwertige Kampagnen investieren, mehr vertrauen«.

Bei den Formaten sind heute offenbar über alle Altersgruppen hinweg große Designs beliebt, aber dafür wenige Displays. 72 Prozent der Nutzer:innen sprachen sich dafür aus, dass sie Websites mit wenigen großen Display-Formaten vorziehen.

Und wie sieht es mit der Interaktion aus? Hierzu wurde herausgearbeitet, dass 59 Prozent Werbung ohne interaktive Elemente besser finden. Mit ansteigendem Alter nimmt diese Einstellung zu, wohingegen die Gruppe der 16-29-Jährigen mit knapp der Hälfte der Befragten Banner mit Interaktion gut finden.

3 Hinweise für Werbetreibende

Hochwertig gestaltete und informative Werbung lohnt sich und bleibt bei den Usern eher im Gedächtnis hängen. Außerdem können Werbungen, die beeindrucken, das Markenvertrauen fördern – vor allem bei jungen Zielgruppen.

Geht es um personalisierte Werbung, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Die Aufmerksamkeit kann gesteigert werden, aber ein erkennbarer Mehrwert muss sichtbar sein. Ältere Zielgruppen mögen Personalisierungen übrigens weniger gerne als junge Zielgruppen.

Das Umfeld muss passen und vertrauenswürdig sein. Auch wichtig ist die Relevanz, um glaubwürdig zu wirken. Das hilft dabei, dass die User der Werbebotschaft mehr Vertrauen schenken.

In der Studie kann man sich obendrein eine Übersicht der gängigsten sogenannten Hight Impact Formate anschauen.

Dazu interessant: Wie die Gen Z Werbung konsumiert

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Wie Schrift Design wird – und einen taumeln lässt › PAGE online


Im Kindl Berlin läuft eine besondere Schau, die von dem Schwindel erzählt, den die aktuelle Weltlage auslöst – und davon, wie Design, Kunst und Typografie Möglichkeiten bieten, sich gegen diese Dizziness zu stemmen.

Wie Schrift Design wird – und einen taumeln lässt › PAGE online

»Dizziness«, Schwindel, Taumel heißt eine Ausstellung im Kindl Berlin, die sich mit dem Ausnahmezustand beschäftigt, in dem sich nicht nur die Welt, sondern auch wir selbst uns seit einigen Jahren befinden.

Pandemie, Kriege, Rechtsruck und bedrohte Demokratien, eine instabile Wirtschaftslage, die Auswirkungen von KI – als das hat dazu geführt, dass der Begriff der Polykrisen sich mittlerweile ebenso in unserem Alltag festgesetzt hat wie die Verunsicherung in uns selbst.

Uns ist »dizzy«, wir taumeln, und um dem etwas dagegenzusetzen, fehlt uns das richtige Vokabular, so die These der Schau, und fehlen uns Möglichkeiten, uns zu verbinden.

Um dem entgegenzuwirken, bieten Fotografien, Videos, Zeichnungen, Malerei, Lichtkunst und Sound neue Ideen – und auch  Typografie.

Schrift, die dizzy macht

Schrift und Typografie stammen von Open2type, dem Stuttgarter Typographic Research Lab von Stefanie Schwarz und Dirk Wachowiak. Und es ist eine Freude, ihre Arbeit in der Ausstellung zu erleben.

Zu Beginn stand für sie die Frage, ob Typografie überhaupt schwindlig machen kann. Ob bestimmte Schriften ein Gefühl von Dizziness, von Verwirrung und Desorientierung hervorrufen können.

Vielleicht indem die Schriften den Lesefluss manipulieren? Gedreht, versetzt, gezerrt oder skaliert werden? Indem sie sich auflösen? Oder wegdriften? Und das ohne ihre Funktion immer ganz aufzugeben und noch zu einem gewissen Grad lesbar zu sein.

Die Kommunikationsdesigner:innen und Typograf:innen haben dazu ausgiebig experimentiert – und sich schließlich für das Prinzip des Grundlinienversatzes entschieden.

Abheben!

Bei dem Grundlinienversatz, für den Open2type sich entschieden hat, heben sich Glyphen verschiedener Schriftschnitte in unterschiedlichen Höhen von der Grundlinie ab.

15 verschiedene Taumelzustände sind so entstanden. Buchstaben schlängeln sich wie auf Wellenlinien entlang, sie stoben auseinander und wirbeln durcheinander und verteilen sich wie ein Bild über weiße Flächen.

Die Schrift, die Open2type dafür verwendet hat, hat es aus ihrer Schriftfamilie Referenz Grotesk abgeleitet. So ist die Referenz Grotesk Groundless entstanden mit der das Studio ergründet hat, bis zu welchem Grad Schrift noch lesbar ist.

Dass dies erstaunlich lange möglich ist, war das Ergebnis.  Und auch, dass die Buchstaben trotz ihres Eigenlebens noch bestimmten Zeilen zuzuordnen sind.

Zwischen Design und Kunst

Kein Wunder also, dass die Kurator:innen der Ausstellung bei einem solchen Konzept bei Open2type anfragten, ob das Studio sich auch vorstellen könnte, seine Aufgabe zu erweitern und die Schrift wie einen roten Faden durch die gesamte Ausstellung laufen zu lassen.

Es konnte – und so erfüllt die Schrift nicht nur klassische Funktionen vom einführenden Wandtext bis zum Hand-out, sondern wird mit Zitaten verschiedener Autor:innen Teil des künstlerischen Dialogs.

Und das in einer Spannbreite, die von leicht lesbar bis hin zu nicht lesbar reicht, von Schrift bis hin zum Bild und das alles durch die verschiedenen Taumelzustände hindurch.

Das sollte man gesehen haben. Und bis zum 26. Juli 2026 ist das im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin möglich.



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