Künstliche Intelligenz
Chip-Lithografie: High-NA EUV erstmals im Produktiveinsatz
ASML und Intel melden einen Meilenstein bei der Einführung neuer Lithografie-Systeme mit extrem-ultravioletter Belichtungstechnik bei hoher numerischer Apertur (High-NA EUV). Dabei kommen größere Optiken zum Einsatz, um mehr Licht einzufangen und so die Auflösung für die Chipstrukturen von 13,5 auf 9 Nanometer zu verbessern.
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Diese Werte sind nicht mit den Namen moderner Fertigungsprozesse zu verwechseln: 2 Nanometer & Co. sind Marketing-Bezeichnungen. Die tatsächlichen Strukturbreiten sind deutlich gröber.
Panther Lake mit neuem Lithografie-System
Intels Chipfertigungstochter Intel Foundry verwendet jetzt erstmals ein High-NA-EUV-System im Produktiveinsatz: Der Hersteller nutzt ein Twinscan Exe:5200B, um damit bestimmte Lagen bei einem Teil der Core-Ultra-300-Prozessoren (Panther Lake) zu belichten. Dazu hat Intel den eigenen modernsten Fertigungsprozess 18A mit High-NA EUV neu qualifiziert. Bei welchen Modellen genau die neue Technik zum Einsatz kommt, verraten die beiden Partner nicht.
Das Lithografie-System befindet sich in Intels US-Halbleiterwerk in Hillsboro, Oregon. Dabei handelt es sich vornehmlich um einen Forschungsstandort, der nur einen kleinen Teil der Gesamtproduktion übernimmt.

Intel Foundry freut sich über den ersten Einsatz von High-NA EUV.
(Bild: ASML)
ASML macht in der eigenen Mitteilung daher klar, dass die „Dual-Qualifizierung“ der Forschung dient. Der Einsatz „liefert ASML und Intel Foundry wertvolle Daten, um die Systemkonfiguration, die Betriebszeit und die Umsetzung in der Fertigung weiter zu optimieren“, heißt es. „Dies ebnet den Weg für eine breitere Einführung, bei der das volle Potenzial der Technologie ausgeschöpft wird.“
Die meisten Compute-Dies für Panther Lake produziert Intel weiterhin mit bisherigen EUV-Systemen (Low-NA EUV). Die feinsten Strukturen benötigen so mehrere Belichtungsdurchgänge, während mit High-NA EUV nur noch einer notwendig ist. Mit der kommenden Fertigungsgeneration 14A will Intel stärker auf High-NA EUV umschwenken. Ab 2027 soll 14A startklar sein.
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TSMC bewusst langsamer
Intel bereitet den Wechsel damit schneller vor als der Weltmarktführer TSMC. Letzterer zögert aus Kostengründen den Wechsel hinaus. Zum einen kosten High-NA-EUV-Systeme mit rund 350 Millionen Euro pro Stück doppelt so viel wie bisherige Low-NA-Typen. Zum anderen ist der Betrieb teurer.
TSMCs Senior Vice President Kevin Zhang zeigt sich in Gesprächen immer wieder überrascht, was seine Teams mit Mehrfachbelichtungen aus Low-NA EUV noch herausholen können. Aktuell plant TSMC bis zum Fertigungsprozess A12 im Jahr 2029 ohne High-NA EUV.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Delivery Hero bestätigt fortgeschrittene Übernahmeverhandlungen mit Uber
Die Übernahmepläne des US-Taxidiensts Uber für den deutschen Lieferdienst Delivery Hero werden konkret. Die Verhandlungen sind laut dem Berliner Unternehmen bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.
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In einer Nachricht an die Investoren bestätigte Delivery Hero, „in fortgeschrittenen Verhandlungen“ mit Uber über eine mögliche Übernahme zu sein. Über einen Angebotspreis wollte sich Delivery Hero nicht äußern.
Wieviel bietet Uber?
Uber wollte zunächst 33 Euro pro Aktie bieten, ein Angebot, das den Investoren wahrscheinlich zu niedrig gewesen wäre. Dann seien 40 Euro pro Aktie erwogen worden, berichtet die US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Quellen mit Insiderwissen. Allerdings könnten sich die Details des Angebots nach Angaben der Informanten noch ändern.
Nach Veröffentlichung der Nachricht über ein mögliches Übernahmeangebot stieg der Wert der Aktie um 6,9 Prozent. Bei Börsenschluss war sie 39,10 Euro wert, was einem Unternehmenswert von 11,9 Milliarden Euro entspricht.
Uber hält hat bereits eine Beteiligung von 24,99 Prozent an Delivery Hero. Hinzu kommen Derivate, durch die die Gesamtbeteiligung knapp 37 Prozent beträgt.
Delivery Hero ist ein deutsches Unternehmen, aber hierzulande als Lieferdienst nicht mehr aktiv. Mit Marken wie Talabat, Foodpanda und Glovo zählt das Unternehmen international zu den größten Lieferplattformen.
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(wpl)
Künstliche Intelligenz
Energieversorger enercity öffnet Kundenverwaltung für ChatGPT
Selbstbedienung mittels ChatGPT bietet der Energieversorger enercity (vormals Stadtwerke Hannover AG) seiner Kundschaft an. Sie kann über den Chatbot Zählerstände übermitteln und ihre Verträge verwalten. Ein Testbetrieb läuft bereits.
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Anders als viele bisherige KI-gestützte Kunden-Serviceanwendungen hat der Energieversorger hierfür keine eigene KI gebaut, sondern sich gemeinsam mit seiner Digitaltochter LYNQTECH für einen anderen Weg entschieden: Enercity programmierte eine Model-Context-Protocol-Schnittstelle. Das ist eine gängige Technik, um großen Sprachmodellen (Large Language Models, LLM) Zugriff auf Anwendungen, Webseiten oder Daten zu geben. Über diese Schnittstellen können die Kunden des Energieversorgers ab sofort in OpenAIs ChatGPT auch Daten zu ihren Verträgen bei dem Dienstleister abfragen und zum Beispiel Zählerstände melden.
In der Testphase ist für die GPT-Nutzung die Anmeldung via E-Mail beim Kundenservice nötig – danach sollen Kunden das entsprechende Plug-in in ChatGPT installieren und nach einer einmaligen Anmeldung in der KI-App ihre Kundendaten abfragen können.
Der Energieversorger sieht als mögliche Zielgruppen Early Adopters sowie Menschen, denen eine App eine zu große Hürde ist, die mit LLMs aber vertraut sind. In ihrem privaten Umfeld gäbe es viele solche Leute, erzählten die Entwickler in einem Telefonat mit heise online.
Komfort vs Datenschutz und Korrektheit
Technisch funktioniert das Ganze so, dass das die KI nach einer Verknüpfung des eigenen GPT-Kontos mit dem enercity-Konto über den MCP-Server Daten zu den eigenen Verträgen bei den enercity-Servern abfragen kann. Laut eigener Aussage hat der Energieversorger versucht, möglichst wenig Daten freizugeben. Adresse und volle Namen der Kunden sollen zum Beispiel nicht übertragen werden. Daten, die man aktiv in ChatGPT nachfragt oder hochlädt, laufen aber natürlich einmal über OpenAIs Server und können dort verarbeitet werden. Und aus Energie-Nutzungsgewohnheiten lässt sich einiges über Lebenssituation und Einstellung einer Person ableiten. Wer ein kostenpflichtiges OpenAI-Konto hat, kann zumindest das KI-Training mit seinen Daten abstellen.
Das Risiko, dass ChatGPT bei der Antwort an den Kunden halluziniert, haben die Entwickler laut eigener Aussage zu minimieren versucht. Ganz ausschließen lässt es sich nicht, dass ChatGPT in seiner Antwort Zählerstände, Verträge oder Ähnliches erfindet oder falsch wiedergibt.
Perspektive für andere Sprachmodelle
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Perspektivisch soll diese Funktion auch für andere Sprachmodelle zur Verfügung stehen, so der Energieversorger. Die MCP-Schnittstelle ist prinzipiell von allen LLMs nutzbar. Kürzlich hat Apple einen MCP-Server direkt in Safari integriert; das zeigt, wie breit sich das Protokoll durchsetzt.
Wie das Angebot von Kunden angenommen wird, möchte enercity in einigen Wochen auswerten. Momentan sei nicht geplant, herkömmliche Kontaktmöglichkeiten für Kunden zugunsten ChatGPTs abzuschalten, sagen die Entwickler.
(rie)
Künstliche Intelligenz
Arbeitsförderung 4.0: Regierung treibt digitales Update für Jobcenter voran
Die Bundesregierung will die Handlungsfähigkeit des Staates stärken und die Verwaltung durch Modernisierung, Entbürokratisierung und Digitalisierung bürgernäher und effizienter machen. Dazu hat sie im „Entlastungskabinett“ am Mittwoch den Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitsförderung beschlossen. Ziel ist eine grundlegende Modernisierung der Arbeitslosenversicherung.
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Das Gesetz soll Bürokratie abbauen, Verfahren beschleunigen und die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf den bis 2032 erwarteten altersbedingten Personalrückgang vorbereiten. Dies soll vor allem durch Automatisierung und Digitalisierung gelingen. Nach dem Leitbild Digital First sollen Anträge künftig vorrangig über das Fachportal der BA gestellt werden. Zudem müssten Betroffene für viele Anträge und Mitteilungen bei der BA nichts mehr ausdrucken und per Hand unterschreiben. Künftig soll oft eine einfache E-Mail oder das Ausfüllen eines Online-Formulars reichen.
Der IT-Verband Bitkom begrüßt den Ansatz. Besonders die Vorbereitung von BA und Jobcentern auf die europäische digitale Identität (EUDI-Wallet) sei ein wichtiger Schritt. Anträge und Nachweise könnten einfacher und vollständig digital abgewickelt werden. Analoge Zugänge sollen aber für Bürger bestehen bleiben, die digitale Angebote nicht nutzen können oder wollen.
Videotelefonie und das Ende der Briefkasten-Pflicht
Der Entwurf, der noch Bundestag und Bundesrat passieren muss, erleichtert ferner die Erreichbarkeit und persönliche Termine. Bislang mussten sich Arbeitslose an jedem Werktag physisch an ihrer Briefanschrift aufhalten, um Post der Arbeitsagentur empfangen zu können. Diese Pflicht soll entfallen und an eine mobile, digitalisierte Arbeitswelt angepasst werden. Arbeitsagenturen können Meldetermine und Beratungsgespräche künftig regelmäßig per Videotelefonie durchführen.
Die bisherige Eingliederungsvereinbarung wird durch einen Kooperationsplan ersetzt. Dieser soll gemeinsam von BA und Arbeitsuchenden entwickelt werden und den Weg zurück in den Arbeitsmarkt festlegen. Erst bei Nichteinhaltung kann die Behörde verbindliche Vorgaben per Verwaltungsakt erlassen.
Neu eingeführt wird eine „Job-to-Job-Erprobung“. Beschäftigte in Firmen, die von einer Krise oder dem Strukturwandel betroffen sind, können vier, in Ausnahmefällen bis zu sechs Wochen einen neuen Arbeitgeber testen. Das bisherige Arbeitsverhältnis ruht, das Gehalt zahlt weiterhin der bisherige Arbeitgeber. So sollen Eignung und Qualifizierungsbedarf geprüft werden, ohne Arbeitslosigkeit zu riskieren.
Automatisierung und spürbare Entlastung
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Auch beim Kurzarbeitergeld wird digitalisiert: Ab Januar 2028 müssen Arbeitgeber Anträge ausschließlich elektronisch einreichen. Die Daten sollen direkt aus der Lohnabrechnungssoftware an die BA übermittelt werden können. Bis Ende 2027 gilt eine Übergangsfrist.
Zudem will die Regierung die Bestellung von Betriebsärzten und Sicherheitsfachkräften von der Schrift- auf die Textform umstellen, um Bürokratie abzubauen. Vorgesehen ist auch ein Sofortprogramm zum Bürokratierückbau im Arbeitsschutz mit einer jährlichen Entlastung von 135 Millionen Euro. Für Betriebe unter 50 Beschäftigten entfällt die Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten ganz, was bundesweit rund 123.000 dieser Posten einsparen und starre Vorgaben bedarfsgerecht modernisieren soll.
Digitalisierungsminister Karsten Wildberger (CDU) bezeichnete das Vorhaben als wichtigen Schritt für einen modernen Sozialstaat. Steuerfinanzierte Leistungen würden einfacher und digital zugänglich. Vermittlungen könnten künftig auch per E-Mail erfolgen, wodurch persönliche Besuche im Jobcenter seltener nötig würden. Die Wirtschaft soll jährlich um rund elf Millionen Euro Bürokratiekosten entlastet werden. Bürger könnten insgesamt 942.000 Stunden Zeit sparen. Für die Umsetzung investiert die BA dem Entwurf nach einmalig rund acht Millionen Euro in ihre IT. Sie rechnet ab 2029 mit jährlichen Effizienzgewinnen in ähnlicher Höhe.
(wpl)
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