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Homer neu interpretiert: Christopher Nolans „Die Odyssee“ in der Analyse
Christopher Nolan ist einer der wenigen lebenden Regisseure, die sich den Regeln der Filmbranche widersetzen können und trotzdem, oder gerade deswegen, immer wieder Massen ins Kino locken. Wo andere mit computergenerierter Grafik (CGI) und digitalen Filmkameras Kosten sparen, segelt er auf echten Schiffen aus Holz und nimmt sie mit dem größten und teuersten analogen Kinoformat auf, das es gibt. Wenn ihm die Technik der Kameras nicht genügt, lässt er eben neue bauen.

Ob Blockbuster oder Klassiker: Jenseits der Streaming-Dienste blüht das Geschäft mit hochwertigen Film-Restaurationen, die in 4K auf UHD Blu-rays veröffentlicht werden. Woche für Woche testen wir die interessantesten Discs, decken Hintergründe zur Produktion und inhaltliche Besonderheiten auf und vergleichen die Bild- und Tonqualität der Discs und Streams.
Sein dreizehnter Film „Die Odyssee“, der am 16. Juli in die Kinos kommt, ist sein bisher aufwendigstes Projekt. Dabei musste Nolan, ganz wie seine Hauptfigur Odysseus, zahlreiche Strudel und Klippen umschiffen. Allein die Besetzungsliste rief Kulturkonservative und Identitäre auf die Barrikaden, bevor sie auch nur eine Minute des Films gesehen hatten. Nolan hilft diese Aufmerksamkeit ungemein: Wer im aktuellen Kulturkampf mitreden will, kommt nicht umhin, sich den Film anzuschauen (und diesen Artikel zu lesen).
Wir haben den Film bereits vorab gesehen und können dringende Fragen beantworten: Wie interpretiert Nolan die Odyssee? Welche Aspekte verstärkt er, welche drängt er in den Hintergrund? Welches Vorwissen setzt er voraus? Was bringen die IMAX-Kameras tatsächlich – und in welchen Formaten lässt sich der Film sehen? Wo steht das Werk im Kanon des Regisseurs? Trägt das Ensemble? Und wie modern ist Nolans Lesart? Unsere umfangreiche Analyse lässt sich deshalb zweimal lesen: vor der Vorstellung als spoilerfreier Text über Vorgeschichte, Technik, Inszenierung und Ästhetik, danach als Untersuchung der Figuren, der Abweichungen von Homer und der abschließenden Wendung – auf die Gefahrenstellen weisen wir rechtzeitig hin.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Homer neu interpretiert: Christopher Nolans „Die Odyssee“ in der Analyse“.
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Arbeitsförderung 4.0: Regierung treibt digitales Update für Jobcenter voran
Die Bundesregierung will die Handlungsfähigkeit des Staates stärken und die Verwaltung durch Modernisierung, Entbürokratisierung und Digitalisierung bürgernäher und effizienter machen. Dazu hat sie im „Entlastungskabinett“ am Mittwoch den Entwurf eines Gesetzes zur Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitsförderung beschlossen. Ziel ist eine grundlegende Modernisierung der Arbeitslosenversicherung.
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Das Gesetz soll Bürokratie abbauen, Verfahren beschleunigen und die Bundesagentur für Arbeit (BA) auf den bis 2032 erwarteten altersbedingten Personalrückgang vorbereiten. Dies soll vor allem durch Automatisierung und Digitalisierung gelingen. Nach dem Leitbild Digital First sollen Anträge künftig vorrangig über das Fachportal der BA gestellt werden. Zudem müssten Betroffene für viele Anträge und Mitteilungen bei der BA nichts mehr ausdrucken und per Hand unterschreiben. Künftig soll oft eine einfache E-Mail oder das Ausfüllen eines Online-Formulars reichen.
Der IT-Verband Bitkom begrüßt den Ansatz. Besonders die Vorbereitung von BA und Jobcentern auf die europäische digitale Identität (EUDI-Wallet) sei ein wichtiger Schritt. Anträge und Nachweise könnten einfacher und vollständig digital abgewickelt werden. Analoge Zugänge sollen aber für Bürger bestehen bleiben, die digitale Angebote nicht nutzen können oder wollen.
Videotelefonie und das Ende der Briefkasten-Pflicht
Der Entwurf, der noch Bundestag und Bundesrat passieren muss, erleichtert ferner die Erreichbarkeit und persönliche Termine. Bislang mussten sich Arbeitslose an jedem Werktag physisch an ihrer Briefanschrift aufhalten, um Post der Arbeitsagentur empfangen zu können. Diese Pflicht soll entfallen und an eine mobile, digitalisierte Arbeitswelt angepasst werden. Arbeitsagenturen können Meldetermine und Beratungsgespräche künftig regelmäßig per Videotelefonie durchführen.
Die bisherige Eingliederungsvereinbarung wird durch einen Kooperationsplan ersetzt. Dieser soll gemeinsam von BA und Arbeitsuchenden entwickelt werden und den Weg zurück in den Arbeitsmarkt festlegen. Erst bei Nichteinhaltung kann die Behörde verbindliche Vorgaben per Verwaltungsakt erlassen.
Neu eingeführt wird eine „Job-to-Job-Erprobung“. Beschäftigte in Firmen, die von einer Krise oder dem Strukturwandel betroffen sind, können vier, in Ausnahmefällen bis zu sechs Wochen einen neuen Arbeitgeber testen. Das bisherige Arbeitsverhältnis ruht, das Gehalt zahlt weiterhin der bisherige Arbeitgeber. So sollen Eignung und Qualifizierungsbedarf geprüft werden, ohne Arbeitslosigkeit zu riskieren.
Automatisierung und spürbare Entlastung
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Auch beim Kurzarbeitergeld wird digitalisiert: Ab Januar 2028 müssen Arbeitgeber Anträge ausschließlich elektronisch einreichen. Die Daten sollen direkt aus der Lohnabrechnungssoftware an die BA übermittelt werden können. Bis Ende 2027 gilt eine Übergangsfrist.
Zudem will die Regierung die Bestellung von Betriebsärzten und Sicherheitsfachkräften von der Schrift- auf die Textform umstellen, um Bürokratie abzubauen. Vorgesehen ist auch ein Sofortprogramm zum Bürokratierückbau im Arbeitsschutz mit einer jährlichen Entlastung von 135 Millionen Euro. Für Betriebe unter 50 Beschäftigten entfällt die Pflicht zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten ganz, was bundesweit rund 123.000 dieser Posten einsparen und starre Vorgaben bedarfsgerecht modernisieren soll.
Digitalisierungsminister Karsten Wildberger (CDU) bezeichnete das Vorhaben als wichtigen Schritt für einen modernen Sozialstaat. Steuerfinanzierte Leistungen würden einfacher und digital zugänglich. Vermittlungen könnten künftig auch per E-Mail erfolgen, wodurch persönliche Besuche im Jobcenter seltener nötig würden. Die Wirtschaft soll jährlich um rund elf Millionen Euro Bürokratiekosten entlastet werden. Bürger könnten insgesamt 942.000 Stunden Zeit sparen. Für die Umsetzung investiert die BA dem Entwurf nach einmalig rund acht Millionen Euro in ihre IT. Sie rechnet ab 2029 mit jährlichen Effizienzgewinnen in ähnlicher Höhe.
(wpl)
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Identitätsdienst-Anbieter Verimi stellt Betrieb zum Jahresende ein
Der Berliner Identitätsdienst Verimi zieht sich bis Ende 2026 aus dem Markt zurück. Das teilte das Unternehmen mit. „Die Gesellschafter der Verimi GmbH haben beschlossen, den Geschäftsbetrieb des Unternehmens zum Ende des Jahres 2026 einzustellen“, heißt es von Verimi, das eigenen Angaben zufolge profitabel gearbeitet hat: „Verimi beschäftigt aktuell rund 80 Mitarbeitende am Standort Berlin, erreichte im Jahr 2024 die Gewinnschwelle und operiert seither profitabel“. Ausschlaggebend seien veränderte strategische Rahmenbedingungen.
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Verimi, das in der Vergangenheit wegen Sicherheitsproblemen in der Kritik war, begründet das Einstellen des Geschäftsbetriebs unter anderem mit der novellierten eIDAS-Verordnung, mit der die europäische EUDI-Wallet eingeführt wird. Die Umsetzung der EUDI-Wallet für Deutschland erfolgt unter Leitung der staatlichen Agentur für Sprunginnovationen (Sprind). Als einen weiteren Grund nennt Verimi neue regulatorische Vorgaben wie die europäische Geldwäscheverordnung (AMLR). Die Gesellschafter hätten vor diesem Hintergrund die Erfolgsaussichten des Unternehmens im Markt für digitale Identitäten neu bewertet.
Verimi war 2018 als Gemeinschaftsunternehmen mehrerer deutscher Konzerne gestartet und gehörte zu den ersten Anbietern einer digitalen Identitäts-Wallet in Deutschland. Nutzer konnten dort Identitätsdaten, etwa aus dem Personalausweis, hinterlegen und sich damit bei Banken, Versicherungen oder Mobilitätsanbietern online identifizieren. Im Laufe der Jahre baute das Unternehmen sein Angebot um Identifizierungsverfahren, digitale Signaturen und Identitätslösungen für Geschäftskunden aus.
Eine wichtige Rolle spielte Verimi auch im Gesundheitswesen. Gemeinsam mit T-Systems entwickelte das Unternehmen die GesundheitsID für mehrere gesetzliche Krankenkassen. 2024 erhielt das Konsortium auch den Zuschlag der AOK. Zuvor hatte das Unternehmen einen Auftrag der Barmer gewonnen. Verimi kündigt an, alle Leistungen bis Ende 2026 unverändert fortzuführen.
„Diese Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht“, erklärte Aufsichtsratschef Stefan Imme. Angesichts der neuen strategischen Rahmenbedingungen sei sie jedoch der richtige Schritt. Zugleich würdigte er die Arbeit des Teams, das Verimi in den vergangenen acht Jahren zu einem Pionier für digitale Identitäten in Deutschland gemacht habe.
(mack)
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Mazda MX-5: Mehr Dynamik, weniger Hubraum
Mit der Modellpflege für den Mazda MX-5 für 2027 bekommt der meistverkaufte Roadster der Welt ein leichtes Leistungsplus für den 1,5-Liter-Motor und optional ein dynamischeres Fahrwerk. Den Zwei-Liter-Vierzylinder nimmt Mazda wegen des Flottenverbrauchs aus dem europäischen Programm.
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Der verbleibende Vierzylinder leistet künftig 100 statt bisher 97 kW, sein Drehmoment steigt von 152 auf 155 Nm. Der kombinierte Verbrauch sinkt im WLTP leicht auf 6,1 Liter pro 100 Kilometer bei einem CO₂-Ausstoß von 139 g/km (CO₂-Klasse E). Zur großen Erleichterung der Fangemeinde wird ihm auch künftig kein effizienzsteigernder Turbolader beim Atmen helfen. Mazda spricht lediglich von „überarbeiteten Antriebsstrangkomponenten“, die den Verbrauch hinter dem Motor mit verbessertem Wirkungsgrad und optimierter Akustik senken helfen sollen. An der traditionellen Standardkonfiguration mit längs eingebautem Antrieb ändert Mazda aus guten Gründen nichts. Es bleibt auch beim handgeschalteten Sechsganggetriebe.

Runduhren mit Zeigern unter einem Blendschutz. Ergonomischer kann man auch 2027 keine Instrumente bauen. Nur billiger: mit Bildschirmen.
(Bild: Mazda)
Sondermodell Yakudo
Neuerungen im Fahrwerk bekommt der MX-5 in seiner damit nun sportlicher positionierten Ausstattungslinie Homura. Diese erhält ab Modelljahr 2027 serienmäßig ein Bilstein-Sportfahrwerk, eine Domstrebe an der Vorderachse zur Verbesserung der Karosseriesteifigkeit sowie 16-Zoll-Leichtmetallfelgen von RAYS. Die Sportbremsanlage aus dem Hause Brembo und die Integralsitze von Recaro bleiben.
Neu im Programm ist das Sondermodell Yakudo, ein Name, der auf „dynamische Bewegung und Vitalität“ hinweisen soll. Es basiert auf der Homura-Ausstattung, ist aber ausschließlich als Softtop erhältlich. Äußerlich setzt es sich durch ein hellgraues Stoffverdeck, silbern lackierte Bremssättel und silberne Exterieur-Akzente ab. Innen erkennt man die Version an Alcantara-Applikationen, beleuchteten Fußmatten und Yakudo-Badges. Als neue Außenfarbe bietet Mazda „Zinc Green“ an, die laut Hersteller eine industriell inspirierte Anmutung mit eleganter Metalloptik verbinden soll.

Neue Farbe Zinkgrün
(Bild: Mazda)
Purismus bleibt trotz Assistenz
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Ab Modelljahr 2027 gehört der Fahreraufmerksamkeits-Assistent Driver Attention Alert (DAA) zum Serienumfang aller Varianten. Das System überwacht das Fahrverhalten anhand von Lenkbewegungen und warnt bei Anzeichen von Müdigkeit oder Unaufmerksamkeit. Mazda betont, der Assistent warne lediglich optisch und akustisch, greife jedoch nicht in die Fahrdynamik ein. Für Puristen, die jede elektronische Intervention kritisch sehen, dürfte das noch verkraftbar sein.
Mazda folgt damit dem Regulierungsdruck durch die EU-Vorschriften zur Fahrzeugsicherheit, ohne den analogen Charakter des Roadsters grundsätzlich zu verändern. Es bleibt weiterhin beim Grundkonzept aus Leichtbauweise mit rund 1,1 Tonnen in Grundausstattung und manuellem Getriebe. Die präzise und feinfühlige Lenkung ermöglicht der nicht grundlos seit rund 120 Jahren bewährte Standardantrieb, der Lenkung und Traktion sauber trennt. Mazda nennt das Gefühl, dass Fahrer und Fahrzeug als Einheit agieren, „Jinba Ittai“.

Dem MX-5 wird der große Motor nicht fehlen.
(Bild: Mazda)
Verbrenner-Roadster in der Spätphase
Mit 139 g/km CO₂ ist der Roadster zwar kein Effizienzwunder, liegt aber weit unter den Werten großer Sportwagen. Mazda kann das Nischenmodell im Flottenverbrauch durch elektrifizierte Volumenmodelle wie den MX-30 kompensieren. Offiziell äußert sich Mazda nicht dazu, ob der aktuelle MX-5 der letzte seiner Art sein könnte. Branchenbeobachter sehen das Modelljahr 2027 allerdings als typisches End-of-Cycle-Update vor einem möglichen Generationswechsel. Ob dieser dann einen Hybrid- oder Elektroantrieb bringen wird, bleibt offen.
Der MX-5 gehört zu den letzten Vertretern der klassischen, leichten und bezahlbaren Roadster mit Verbrennungsmotor. Er zeigt, was wahrer Luxus ist, indem er beweist, dass die größte Fahrfreude weder mit überbordender Leistung noch mit enormen Hubräumen und auch nicht mit Fahrdynamikregelungen zu bekommen ist. Ironischerweise ist er selbst ein Epigone dieses vor Jahrzehnten schon einmal untergegangenen Segments, das er seit seiner Premiere 1989 auf der Chicago Auto Show über mehrere Generationen erfolgreich wiederbeleben konnte: Weltweit hat Mazda über 1,2 Millionen Exemplare verkauft, davon 404.000 in Europa. 2016 wurde er zum „World Car of the Year“ gekürt.
Der Produktionsbeginn des Modelljahrs 2027 ist für Oktober 2026 geplant. In Deutschland beginnen die Preise bei 34.190 Euro für den Roadster und 36.990 Euro für die RF-Version mit elektrisch versenkbarem Hardtop.
Mehr über die japanische Traditionsmarke
(fpi)
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