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»A New Dawn« › PAGE online


Nur selten läuft ein Animationsfilm im Wettbewerb der Berlinale. Aber dieses Jahr war es wieder so weit: In dem Anime-Kunststück »A New Dawn«, das in einer Feuerwerksfabrik spielt, treffen alte Traditionen auf neue Herausforderungen – und auf einen umwerfenden Mix verschiedener Techniken.

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© 2025 A NEW DAWN Film Partners

Animationsfilme sind eine Rarität im Wettbewerb großer Filmfestivals. Und das ist auch bei der Berlinale nicht anders. Immer wieder aber gibt es dort Überraschungen.

Legendär ist, wie 2002 »Spirited Away« (»Chihiros Reise ins Zauberland«) von Studio Ghibli den Goldenen Bären der Berlinale gewann, 2023 dann lief das mitreißenden Abenteuer Suzume im Wettbewerb – und jetzt stellte Yoshitoshi Shinomiya mit »A New Dawn« dort sein Debüt vor.

Er ist ein bekannter Animator, der unter anderem an dem Welterfolg »Your Name« mitgearbeitet hat – und er ist Künstler, ausgebildet in traditioneller japanischer Malerei.

Und das sieht man den aufregenden und wunderschönen Bildern seines ersten Films an, bei dem er nicht nur Regie führte, sondern auch das Drehbuch schrieb. Und darin die Geschichte des jungen Keitaro erzählt, der in der alten Feuerwerksfabrik seiner Familie lebt.

Nach einem schweren Unfall ist sein Vater verschwunden und jetzt soll das Familienunternehmen, das in einem wunderbar verträumten Haus an einem Hang liegt, einer Straße weichen. Doch das soll nicht geschehen, bevor Keitaro gemeinsam mit seinem Bruder und einer alten Kindheitsfreundin, das Shuhari zündet, ein mythisches Feuerwerk, das dein Schicksal verändern kann.

Alles ist in Bewegung

Shinomiya taucht dabei ein in die große japanische Feuerwerkstradition und erzählte auf der Pressekonferenz, was für eine große Bedeutung diese in seiner Heimat haben und wie traurig er war, als er erfuhr, dass in einigen europäischen Ländern verboten seien.

Im August gedenken die Japaner:innen beim mehrtägigen Obon-Fest, das von spektakulären Feuerwerken begleitet wird, den Seelen der Menschen, die nicht mehr bei einem sind, trösten sie – und sich. Und sie gedenken auch dem Ende des Zweiten Weltkriegs durch die Kapitulation Japans gedacht und verleihen mit den Feuerwerken der Hoffnung auf eine friedliche Zukunft Ausdruck.

Das alles steckt auch in »A New Dawn«, der gleichzeitig von der Bedrohung der Natur erzählt, der Überalterung und dem Verschwinden kleiner Gemeinden. Das ist manchmal alles viel, aber wird in umwerfenden Bildern erzählt, in denen man sich ganz verlieren kann.

Wie aufgeschichtet liegen die verschiedenen Ebenen übereinander und auf ihnen tanzt das Sonnenlicht, führen die Schatten ein Eigenleben und wiegen Pflanzen sich im Wind. Alles ist Bewegung, leuchtet und schwingt.

Filmplakat des Animationsfilm »A New Dawn« mit den Gesichtern von zwei Personen übereinander, die in verschiedene Richtungen schauen und Licht und Farbe auf ihren Gesichtern tanzen

Traditionshandwerk und 3D

Auffällig ist, in was für einfachen Linien die Personen vor den so detailreichen Hintergründen gezeichnet sind. Das leitet sich aus der traditionellen japanischen Malerei ab, in der Shinomiya ausgebildet ist. Und in der der Mensch nur als alle Hülle gilt und die Natur, die ihn ausmacht, im Hintergrund in all ihrer Schönheit dargestellt wird.

Aus der traditionellen Malerei abgeleitet sind auch die verschiedenen Techniken, mit denen der Film arbeitet. Werden dort die unterschiedlichsten Pigmente benutzt, die aus Pflanzen, Sand, Stein oder Tierischem bestehen, hat Shinomiya das in einen Mix aus 2D und 3D, aus Stopp-Motion, viel Handgezeichnetem und viel Handarbeit übertragen. Gleichzeitig haben sie viel analog experimentiert und beispielsweise schwarze Löcher in Papier geschnitten und hindurch gefilmt.

Es schwinge viel Nostalgie für altes Handwerk in »A New Dawn« mit, sagt Shinomiya. Als die Zeit knapp wurde und sie noch so viele Hintergründe brauchten haben sie kurz überlegt, mit KI zu arbeiten. Aber ganz angesehen davon, dass die Qualität davon noch nicht ausreichend sei, hätte er es aus Respekt vor dem großen internationalen Team von Animator:innen, die mit so viel Herzblut an »A New Dawn« gearbeitet haben, abgelehnt.

Man müsse das Handwerk und die Traditionen schützen, genauso wie die Kultur und die Landschaft, das sei ihm ein großes Anliegen. Früher sei sein Studio von Wiesen umgeben gewesen, heute von Solarpaneelen, denn nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima setzte Japan vermehrt auf erneuerbare Energien. Und wenn die Sonne auf die Paneele scheine, dann sehen sie manchmal aus wie das Meer.

Wann »A New Dawn« in die deutschen Kinos kommt, ist noch nicht bekannt. Wir halten Sie auf dem Laufenden.



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Wie feiert man am besten sein Agentur-Jubiläum? So wie die Typonauten! › PAGE online


Vor 25 Jahren gründeten Ingo Krepinsky und Stefan Krömer ihre Designagentur Die Typonauten – in einer Zeit des Umbruchs, ganz so wie heute. Von ihren Projekten, Fonts und Erfahrungen erzählt »Oberflächlich mit Tiefgang« – und führt gleichzeitig durch die Geschichte der Markenkommunikation.

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B-Movie Retro / B-Movie Splatter: Font von Die Typonaten

Wie feiert man sein Jubiläum? Gemeinsam, mit Wegbegleiter:innen, Kolleg:innen, mit Auftraggebenden vielleicht und mit Freund:innen und Familie.

Oder gleich mit der gesamten Design-Community. Ganz so, wie die Bremer Designagentur Die Typonauten es gemacht hat.

Und das in einer Publikation, 300 Seiten stark, die durch die gesamte Agenturgeschichte führt.

Und die Projekte vorstellt, die vom Redesign der Bremer Fernwärme, dem Branding für den Verein Historische Fahrräder e.V. und dem Erscheinungsbild der Literaturwoche Bremen führen. Zu eigenen Schriften wie der Dimitri, der B-Movie Retro oder Oklahoma Pro, zu zahlreichen Preisen, Toprankings – und zu Unveröffentlichtem.

25 Jahre Designgeschichte

Die Idee zu dem Buch entstand »beim Kramen im Planschrank«, wie es von den Typonauten-Gründern Ingo Krepinsky und Stefan Krömer heißt. »Wir merkten, dass man doch viel vergisst – was bei einigen Dingen auch nicht wirklich schlimm ist«, so Krömer.

Und so reizte es sie, »eine Auswahl der guten und wichtigen Sachen zu treffen und diese sorgfältig zusammenzustellen«.

»Oberflächlich mit Tiefgang« haben sie ihren über 300 Seiten starken Rückblick genannt, der immer auch ihren Humor beweist – und auch die Geschichte des Kommunikationsdesigns selbst nachzeichnet. Und dabei auch den letzten großen Umbruch in der Designbranche zeigt, um 2000 herum, als QuarkXPress das dominierende Layoutprogramm war, wie die Typonauten sich erinnern und der Apple-Rechner der Standard.

Als das Digitale immer mehr Raum einnahm und Montagen, Repros und klassische Satzbetriebe ersetzte, Webdesign aufkam und Gestaltende erstmals auf den gesamten Produktionsprozess Einfluss nahmen.

Das war ein großer Transformationsprozess und das Berufsfeld veränderte sich, ganz so wie aktuell durch KI. Dem würde sie jetzt deshalb »vielleicht mit etwas mehr Gelassenheit als früher« begegnen, heißt es.

Leidenschaft für Typografie

Auch die eigene Entwicklung der Designagentur lässt sich anhand der Projekte verfolgen: von Buch- und anderen Printprojekten über die Gestaltung von Websites hin zu umfänglichen Kommunikationsprojekten und dem heutigen Schwerpunkt Energie- und Versorgungswirtschaft. Und auch dort ist die Transformation abzulesen. Und das vom Corporate Design über kampagnenstarke Markenkommunikation bis hin zu qualitätsgesichertem Dokumentenmanagement, wie Krepinsky sagt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Leidenschaft für Typografie, die schon in dem Agenturnamen zu finden ist und auch in dem Buch. Und das mit zahlreichen selbst gestalteten Schriften, die heute von ihnen auf dem Markt sind.

Was für eine Freude und eine Herausforderung Kommunikationsdesign ist, zieht sich durch das gesamte Buch, was es kann, was für eine Kraft es hat und welche Entwicklung es in den letzten 25 Jahren nahm.

Das legt auch ein umfangreiches Interview in dem Buch dar, das Antje Dohmann, Typofachfrau der PAGE, führte.

Und das alles ist natürlich besonders gestaltet: Leuchtend Gelb und mit einem Halbleinen-Hardcover, vierfacher Heißfolienprägung und Bohrung, mit Sonderfarben, auf ungestrichenem Feinpapier (Icon Classic smooth matt white 120 g; Design Offset naturweiß 160 g; säurefrei, alterungsbeständig), mit Fadenheftung, Kapitalband und dreiseitigem Farbschnitt.

Oberflächlich mit Tiefgang: Ingo Krepinsky, Stefan Krömer (die Typonauten GmbH), 304 Seiten, über 900 Abbildungen; Deutsch; 1. Auflage: limitiert und handnummeriert (300 Exemplare), 105 Euro, ISBN 978-3-00-085447-7
Erhältlich direkt bei Die Typonauten.



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tyyp – Nachhaltige Notizbücher aus Deutschland – Design Tagebuch


In Zeiten digitaler Flüchtigkeit erlebt das Notizbuch, als Ausdruck analoger Rückbesinnung, seit einigen Jahren eine stille Renaissance. In Berlin-Köpenick fertigt die Manufaktur tyyp nachhaltige Notizbücher und Schreibwaren. Die regional in höchster handwerklicher Qualität produzierten Notizbücher sind ein beständiger, langlebiger Begleiter, mit denen Kreativschaffende, seien Designer, Grafiker, Autoren oder Architekten, ihre Ideen festhalten und zu Papier bringen können. Für dt-Leser stehen drei Notizbücher nach Wahl bereit.

tyyp – nachhaltige Notizbücher, Quelle: typp

Hinter dem Label tyyp steht Kommunikationsdesigner Christoph Andrews, dessen Abschlussarbeit „Typographie als Objekt“ den Ausgangspunkt für die Unternehmensgründung bildete – und zugleich den gestalterischen Kern bis heute definiert.

tyyp-Notizbücher werden in Handarbeit in der eigenen Berliner Manufaktur gefertigt, häufig in kleinen Auflagen und mit modular aufgebauten Materialien. Dieses System ermöglicht Flexibilität, reduziert Ressourcenverbrauch und bleibt dennoch wirtschaftlich tragfähig – ein Ansatz, der im Spannungsfeld zwischen Designanspruch und Nachhaltigkeit konsequent wirkt.

„Ich liebe es, wenn Design nicht nur ‘gut aussieht’, sondern sich in der Hand richtig anfühlt – und im Alltag funktioniert.“

– Christoph Andrews –

Zum Produktsortiment gehören neben Notizbüchern, Jahreskalender, Notizblöcke sowie Sonderanfertigungen personalisierter Notizbücher, Präsentations- und Dokumentenmappen. Hinsichtlich der verwendeten Materialien verfolgt tyyp eine klare Linie: Recyclingpapiere, FSC- oder Blauer-Engel-zertifizierte Komponenten sowie langlebige Konstruktionen sollen die Nutzungsdauer erhöhen. Die Gestaltung folgt dabei einem bewusst zeitlosen Ansatz – minimalistisch, typografisch geprägt, funktional. Die Objekte treten nicht laut auf, sondern setzen auf Reduktion und Beständigkeit.

tyyp Logo, Quelle: tyypGestaltung, Produktion und Vertrieb werden bei tyyp als zusammenhängendes System verstanden. Dass Kunden von Unternehmen wie BMW oder öffentlichen Institutionen bis hin zu Privatnutzern reichen, zeigt, dass dieser leise, reduzierte Ansatz auch im Markt funktioniert.

tyyp ist ein gutes Beispiel für eine Generation kleiner Designmanufakturen, die nicht auf maximale Skalierung setzen, sondern auf Qualität, Transparenz und Haltung – und damit dem Notizbuch eine neue, zeitgemäße Relevanz verleihen.

tyyp – nachhaltige Notizbücher aus Deutschland, Quelle: tyyp

Verlosung

dt-Leser können jeweils eines von drei Notizbüchern gewinnen – Größe/Format und Farbe nach Wahl. Wer bis zum 18. April 20:00 Uhr einen Kommentar hinterlässt, nimmt an der Verlosung teil. (Hinweis: Mehrfachkommentieren unter Verwendung unterschiedlicher Mail-Adressen zieht den Ausschluss von der Verlosung nach sich!).

Alle dt-Leser können an der Verlosung teilnehmen. dt-Mitglieder, die an dieser Stelle einen Kommentar hinterlassen, haben eine dreimal höhere Gewinnchance.



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»I don’t think in terms of layouts, more in big gestures« › PAGE online


No one thinks as freely as Irma Boom when it comes to book design. She transforms books into objects and sometimes even encourages readers to tear the pages into pieces. No wonder she is celebrated as the world’s best book designer.

»I don’t think in terms of layouts, more in big gestures« › PAGE online
Irma Boom

Already her first book was a sensation. When Irma Boom was still learning the craft, she was commissioned to design the official annual Dutch postage stamp books. Even back then, she didn’t care in the slightest about the rules of book design, and instead went her very own way. And she still does. Sometimes she puts the entire contents of a book on its cover, then roughens the paper to feel like fabric. Boom – which means tree in Dutch – works worldwide and also exhibits internationally, designs for the most exciting artists, and turns extraordinary projects into publications.

This fall, »Susie« will be published, a unique declaration of love from singer and artist Nick Cave to his wife. While Irma Boom keeps jumping to her feet to fetch a book from the shelf in her Amsterdam office, we talk about the relationship between books and bodies, about ideas that seem to appear out of nowhere—and why she was almost thrown out of the Vatican libraries.

PAGE: You were always interested in conceptual art. What fascinates you so much about it?

Irma Boom: I think, basically the imagination. For me, there is so much more to see in abstract art than in figurative art. Instead of seeing what is shown to me, abstraction gets my brain working.



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