Künstliche Intelligenz
Amazon: Ring-Kameras jetzt mit optionaler Gesichtserkennung
„Familiar Faces“ wird in Deutschland zu „Bekannte Gesichter“: Ein bislang in den USA verfügbares Gesichtserkennungs-Feature für Amazons Ring-Kameras ist jetzt auch in Deutschland verfügbar. Ring-Kameras können so Personen erkennen und den Kamerabesitzer darüber informieren, wer vor der Tür steht.
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Ziel des Features ist es laut Amazon, Nutzern personalisierte Benachrichtigungen zu schicken. Anstatt die Meldung „Person an der Haustür“ auf ein Handy zu schicken, kann Ring künftig etwa von „Oma an der Haustür“ berichten. Nutzer können die Benachrichtigung für jede einzelne Person individuell an- und ausschalten, schreibt Amazon in einer Mitteilung.
„Bekannte Gesichter“ legt für jeden Besucher einen Eintrag an, wenn sich eine Person in Sichtweite der Kamera bewegt und ihr Gesicht erkennbar ist. Nutzer haben dann die Gelegenheit, diese Person zu benennen. Insgesamt können bis zu 50 Profile für Personen angelegt werden. Besucher, die vom Nutzer nicht als bekannte Person abgespeichert werden, werden nach 30 Tagen automatisch wieder entfernt.
Standardmäßig deaktiviert
Die Funktion „Bekannte Gesichter“ ist standardmäßig deaktiviert. Wer das Feature nutzen will, muss es also aktiv einschalten. Amazon weist darauf hin, dass Nutzer vor der Aktivierung eine ausdrückliche Einwilligung von Besuchern einholen müssen. Zudem unterliege die Einwilligung von Kindern besonderen gesetzlichen Auflagen. Wenn eine Person ihre Einwilligung widerruft, müsse sie unverzüglich aus der Datenbank der bekannten Gesichter entfernt werden. Ob die Entfernung aus der Datenbank tatsächlich erfolgt, können Betroffene nicht einfach kontrollieren.
Um das Feature überhaupt nutzen zu können, sind ein Premium-Abonnement bei Ring sowie kompatible Hardware notwendig. „Bekannte Gesichter“ funktioniert auf Kameras und Türklingeln von Ring mit 2K- oder 4K-Auflösung. Auch einige ausgewählte Geräte mit HD-Auflösung werden unterstützt. Einen Überblick gibt Amazon in einem Support-Eintrag. „Bekannte Gesichter“ ist nicht mit der Ende-zu-Ende-Videoverschlüsselung von Ring kompatibel, schreibt Amazon.
„Bekannte Gesichter“ ist eine von mehreren strittigen KI-Funktionen von Ring, die Amazon in den vergangenen Monaten in den USA eingeführt hat. Besonders eine andere Funktion wurde stark kritisiert: „Search Party“ wird von Amazon als KI-gestützte Hilfe bei der Suche nach verloren gegangenen Hunden vermarktet. Dafür können Hundebesitzer und -besitzerinnen ihre Haustiere melden und eine KI-gestützte Suche über alle Ring-Kameras in der Nachbarschaft veranlassen. Läuft das gesuchte Tier durch das Sichtfeld eines dieser Geräte, soll man automatisch darauf hingewiesen werden. Kritiker befürchten, dass dieser Zusammenschluss verschiedener Ring-Kameras dazu genutzt werden könnte, auch Menschen zu verfolgen.
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(dahe)
Künstliche Intelligenz
Zendure Solarflow 2400 AC im Test: AC-Speicher fürs BKW mit 86 % Wirkungsgrad
Modularer AC-Speicher bis 17,28 kWh, mit offener Home-Assistant-Anbindung – aber ohne PV-Eingänge und auf den AB3000X-Akku festgelegt.
Der Zendure Solarflow 2400 AC ist ein AC-gekoppelter Speicher. Er wird also nicht zwischen Solarmodule und Wechselrichter gesetzt, sondern arbeitet auf der Wechselstromseite des Hausnetzes. Damit richtet er sich vor allem an Nutzer, die bereits eine größere PV-Anlage oder ein größeres Balkonkraftwerk respektive mehrere verteilte Mikrowechselrichter-Systeme betreiben und nachträglich einen Speicher ergänzen möchten.
Das Prinzip ist einfach: Ein Smart Meter misst am Netzanschlusspunkt, ob gerade Strom eingespeist oder aus dem Netz bezogen wird. Bei Überschuss lädt der Speicher, bei Netzbezug gibt er Energie ins Hausnetz ab. Die vorhandene PV-Anlage muss dafür nicht umgebaut werden. Module, Wechselrichter und deren Verkabelung bleiben unverändert.
Genau darin liegt der Unterschied zu klassischen Balkonkraftwerk-Speichern. Diese sitzen oft auf der DC-Seite, also zwischen Solarmodulen und Mikrowechselrichter. Sie können Solarstrom speichern, bevor er durch den Wechselrichter läuft. Der Solarflow 2400 AC greift dagegen erst nach dem Wechselrichter ein. Das ist für bestehende Anlagen bequem, kann bei kleinen Balkonkraftwerken aber ein Nachteil sein.
Ist ein Mikrowechselrichter auf 800 Watt begrenzt, kommt auch nur diese Leistung auf der AC-Seite an. Eine darüber hinausgehende Mehrleistung – etwa 2000 Wp durch vier 500-Wp-Module an einem 800-Watt-Mikrowechselrichter – kann der Solarflow 2400 AC nicht nutzen, weil sie bereits am Mikrowechselrichter auf 800 Watt abgeregelt wird. Für diese einfachen 800- bis 2000-Watt-Balkonkraftwerke ist ein DC-gekoppelter Speicher daher oft naheliegender, wie der Zendure Solarflow 800 Plus oder Zendure Solarflow 800 Pro. Für größere PV-Anlagen, mehrere Mikrowechselrichter oder dynamische Stromtarife ist der AC-Ansatz des Solarflow 2400 AC dagegen praktischer.
Bilder: Zendure Solarflow 2400 AC
Die Integration in Home Assistant funktioniert lokal und kommt ohne Cloud aus. Für die Ersteinrichtung des Zendure Solaflow 2400 AC wird allerdings die App benötigt, inklusive einer Registrierung bei Zendure.
Die Integration in Home Assistant funktioniert lokal und kommt ohne Cloud aus. Für die Ersteinrichtung des Zendure Solaflow 2400 AC wird allerdings die App benötigt, inklusive einer Registrierung bei Zendure.
Die Integration in Home Assistant funktioniert lokal und kommt ohne Cloud aus. Für die Ersteinrichtung des Zendure Solaflow 2400 AC wird allerdings die App benötigt, inklusive einer Registrierung bei Zendure.
Technik: 2400 Watt Lade- und Entladeleistung
Zendure gibt für den Solarflow 2400 AC eine bidirektionale AC-Leistung von bis zu 2400 Watt an. Das ist mehr als bei vielen einfachen Balkonkraftwerk-Speichern und macht sich vor allem bei größeren Überschüssen bemerkbar. Wenn mittags viel PV-Überschuss produziert wird, kann der Speicher schneller laden. Beim Entladen kann er nicht nur die Grundlast, sondern auch größere Verbraucher teilweise abdecken. Zendure bietet den Speicher mit bis zu sechs AB3000X-Akkus an; die Kapazität reicht dadurch von 2,88 bis 17,28 kWh.
Die hohe Leistung sollte man aber nicht mit normalem Plug-and-Play-Betrieb verwechseln. Zendure nennt zwar bis zu 2400 Watt Ausgangsleistung, weist aber zugleich darauf hin, dass dafür eine fachgerechte Installation nötig ist. Die Standard-Ausgangsleistung liegt bei 800 Watt und kann erhöht werden. Für den Betrieb mit 2400 Watt muss das Gerät an einem eigenen Stromkreis ohne weitere Verbraucher und über einen separaten Leitungsschutzschalter abgesichert werden.
In der Praxis heißt das: Wer nur kleine Leistungen zur Grundlastdeckung nutzt, bewegt sich mit 800 Watt im unkritischen Bereich. Wer dauerhaft hohe Leistungen bis 2400 Watt verwenden möchte, sollte Leitung, Steckverbindung, Absicherung und Anmeldung fachgerecht vom Elektriker prüfen und ggf. nachrüsten lassen. Technisch kann das System viel, elektrisch muss die Installation aber dazu passen.
AB3000X: viel Kapazität, aber wenig Flexibilität bei der Akkuwahl
Der Solarflow 2400 AC arbeitet mit der AB3000X-Batterie. Ein Modul bietet 2,88 kWh Kapazität, bis zu sechs Module ergeben 17,28 kWh. Diese basieren auf LiFePO₄-Zellen, sind IP65-geschützt und verfügen über eine Selbstheizfunktion für kalte Umgebungen.
Die Erweiterbarkeit ist eine Stärke des Systems. Mit einem Akku startet man bei 2,88 kWh, später lässt sich die Kapazität stufenweise ausbauen. Das ist flexibler als bei Speichern mit fest eingebautem Akku.
Die Kehrseite: Der Solarflow 2400 AC ist auf die AB3000X festgelegt. Ältere Zendure-Akkus wie AB1000, AB1000S, AB1000X, AB2000, AB2000S und AB2000X lassen sich laut Zendure nicht weiterverwenden. Die ausschließliche Nutzung der spezifischen AB3000X-Akkus ist nicht zwingend ein Nachteil, und andere Hersteller bieten oft auch nur einen passenden Akkutyp bei stapelbaren Systemen wie z. B. dem Marstek Venus D.
Zendure verweist zudem auf SiC-Leistungselektronik in Kombination mit einem 48-Volt-Batteriesystem. Die Idee dahinter: Siliziumkarbid-Halbleiter können effizienter schalten als klassische Siliziumbauteile, und eine höhere Batteriespannung reduziert bei gleicher Leistung die Stromstärke. Dadurch sinken Leitungs- und Wandlungsverluste. Im Alltag entscheidet aber nicht nur die Hardware über den Wirkungsgrad. Wichtig sind auch Ladeleistung, Entladeleistung, Eigenverbrauch, Regelung und Standby-Zeiten.
Installation, App und Smart Meter
Der mechanische Aufbau ist einfach. Bei mehreren Akkus werden die Batterien übereinander gestapelt, die Steuereinheit sitzt darüber. Die Stapelbauweise ist praktisch, erfordert aber eine saubere Montage. Zendure weist in der App ausdrücklich darauf hin, dass der Solarflow 2400 AC und die Batteriemodule exakt ausgerichtet sein müssen. Schon eine schräge oder versetzte Platzierung kann die Kontaktfläche der internen Anschlüsse verringern und damit Leistung sowie Langzeitstabilität beeinträchtigen. Positiv ist, dass die App diesen Punkt nicht versteckt, sondern nach der Montage aktiv abfragt. Nutzer sollten den Hinweis ernst nehmen und die Module zusätzlich mit dem vorgesehenen Haltebügel samt M4-Schrauben sichern. Danach wird das System mit dem beiliegenden Schuko-Kabel mit dem Stromnetz verbunden und in der Zendure-App eingerichtet.
Die Einrichtung in der Zendure-App gelingt unkompliziert. Der Speicher wird eingebunden, mit dem passenden Smart Meter verknüpft und anschließend über das HEMS geregelt. Der Speicher arbeitet nicht nur als einzelnes Gerät, sondern wird in Zendures Energiemanagement eingebunden.
Entscheidend ist der Smart Meter. Ohne Messung am Netzanschlusspunkt weiß ein AC-Speicher nicht, ob gerade Überschuss oder Netzbezug vorliegt. Zendure nennt unter anderem den eigenen D0-Zähler, den 3CT-Zähler und kompatible Messlösungen wie den Shelly Pro 3EM. Erkennt der Smart Meter Einspeisung, aktiviert der Solarflow 2400 AC das Laden; erkennt er Netzbezug, wird entsprechend entladen.
Ein wichtiger Punkt ist die Saldierung. Der Solarflow 2400 AC speist einphasig ein. Moderne Stromzähler verrechnen aber Bezug und Einspeisung über alle drei Phasen. Deshalb kann ein einphasiger Speicher rechnerisch auch den Verbrauch auf den anderen beiden Phasen ausgleichen. Physikalisch fließt der Strom vom Speicher zwar nicht auf allen Phasen gleichzeitig in das Hausnetz, für die Stromabrechnung zählt aber nur der saldierte Wert am Netzanschlusspunkt.
Positiv fällt der Mehrspeicherbetrieb auf. Werden mehrere Solarflow-Speicher über Zendures HEMS gemeinsam eingebunden, arbeiten sie nicht als unabhängige Einzelgeräte gegeneinander, sondern werden zentral koordiniert. Im Test schaukelten sich zwei Speicher an einem Smart-Meter-System dadurch nicht gegenseitig auf, sondern teilten sich die Überschussladung sowie das Entladen passend zum jeweiligen Ladezustand auf. Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen AC-Speichern: Reagieren mehrere Geräte jeweils eigenständig auf denselben Smart-Meter-Wert, werden sie sich in kürzester Zeit gegenseitig zum Laden und Entladen anregen oder ständig nachregeln. Zendure löst dieses Problem im eigenen Ökosystem deutlich sauberer, und man ist nicht auf einen einzigen Speicher begrenzt.
Regelverhalten: Nulleinspeisung mit kleinem Puffer
Für die Nulleinspeisung ist nicht nur wichtig, dass ein Smart Meter vorhanden ist. Entscheidend ist auch, wie schnell und wie genau der Speicher auf dessen Messwerte reagiert. Zendure bewirbt den D0-Zähler und den 3CT-Zähler mit 1-Watt-Präzision und 3 Sekunden Reaktionszeit. Das klingt nach einer sehr genauen Regelung, bedeutet in der Praxis aber nicht, dass der Stromzähler dauerhaft exakt 0 Watt anzeigt.
Ein AC-gekoppelter Speicher arbeitet immer mit einer gewissen Verzögerung. Das Smart Meter misst den Netzfluss, übermittelt den Wert an das Energiemanagement, und der Speicher passt seine Lade- oder Entladeleistung an. Schaltet sich im Haus ein größerer Verbraucher ein oder aus, braucht das System einen kurzen Moment, bis es nachgeregelt hat.
Hinzu kommt, dass eine zu aggressive Regelung Nachteile hätte. Würde der Speicher bei jeder kleinen Laständerung sofort versuchen, exakt auf 0 Watt zu springen, könnte das System anfangen zu pendeln: Es würde kurz einspeisen, dann nachregeln, anschließend wieder Netzbezug erkennen und erneut gegensteuern. Solche schnellen Wechsel belasten Relais und Leistungselektronik und führen nicht unbedingt zu einem besseren Ergebnis am Zähler, sondern verschleißen die Leistungselektronik unnötig schnell.
Deshalb arbeiten solche Systeme in der Praxis meist mit einem kleinen Sicherheitsbereich. Statt dauerhaft exakt 0 Watt anzustreben, wird ein kleiner Offset zugelassen. Je nach Messgerät, Kommunikationsweg und Algorithmus kann das eine geringe Resteinspeisung oder ein kleiner Netzbezug sein. Erfahrungswerte mit AC-gekoppelten Speichern zeigen häufig Zielbereiche im zweistelligen Wattbereich. Das ist technisch sinnvoll, weil der Speicher dadurch ruhiger arbeitet und nicht wegen jeder kleinen Schwankung nachregelt oder zwischen Laden und Entladen umschalten muss.
Für die Bewertung ist das wichtig: Der Eigenverbrauchsmodus bedeutet bei solchen Systemen nicht automatisch Nulleinspeisung, also dass am Zähler über den ganzen Tag hinweg eine perfekte Nulllinie steht. Entscheidend ist, ob der Speicher größere Überschüsse zuverlässig lädt und Netzbezug im Alltag deutlich reduziert. Kleine Abweichungen von 30 bis 50 Watt sind bei Smart-Meter-geregelten AC-Speichern kein ungewöhnliches Verhalten, sondern eher Teil der Regelstrategie. Bei sehr kleinen Überschüssen unterhalb von rund 50 Watt sollte man ebenfalls nicht erwarten, dass der Speicher diese immer vollständig und sofort einfängt. In diesem Bereich sind Messrauschen, Kommunikationslatenz und Mindestleistung der Leistungselektronik im Verhältnis zur verfügbaren Energie bereits sehr relevant.
In unserem Test hat das Regelverhalten im Zusammenspiel mit dem Zendure D0-Zähler und einem Shelly Pro 3EM zuverlässig und mit kurzer Reaktionszeit funktioniert, ist aber nicht mit einer fest verdrahteten Echtzeitregelung wie bei größeren dreiphasigen Heimspeichern zu verwechseln. Wer im Alltag auf die App oder den Smart-Meter-Verlauf schaut, wird deshalb immer wieder kurze Ausschläge in Richtung Netzbezug oder Einspeisung im Bereich weniger Watt sehen. Problematisch wäre das erst, wenn der Speicher dauerhaft deutlich neben dem Ziel arbeitet oder größere Überschüsse trotz freier Akkukapazität nicht aufnimmt.
App, Zenki und dynamische Stromtarife
Die Zendure-App dient zur Einrichtung, Leistungsbegrenzung und Auswahl der Betriebsmodi. Im Eigenverbrauchsmodus lädt der Speicher bei PV-Überschuss und entlädt bei Netzbezug. Zusätzlich bewirbt Zendure sein Energiemanagement Zenki. Es soll unter anderem Verbrauch, Wetterdaten, Strompreise und Batteriestand berücksichtigen.
Für Haushalte mit dynamischem Stromtarif kann der Solarflow 2400 AC interessant sein. Zendure nennt inzwischen mehr als 840 unterstützte europäische Energieversorger und bietet unter dem Namen „ZenWave“ seit kurzem auch einen eigenen dynamischen Stromtarif an. Der Speicher lädt dann nicht nur mit PV-Überschuss, sondern kann auch gezielt günstigen Netzstrom aufnehmen und später in teureren Stunden wieder abgeben. Wirtschaftlich lohnt sich das aber nur, wenn der Preisunterschied groß genug ist. Bei einem gemessenen AC-Roundtrip von rund 86 % gehen etwa 14 % der geladenen Energie im Zyklus verloren. Diese Wandlungsverluste müssen durch die Preisdifferenz im dynamischen Stromtarif überkompensiert werden. Eine stark verkürzte Amortisation ist dadurch derzeit kaum zu erwarten. Die Ersparnis bewegt sich im Bereich von einigen Cent pro Tag bzw. ein paar Euro über das gesamte Jahr. Bei geringen Preisunterschieden kann die Degradation durch zusätzliche Ladezyklen den Vorteil sogar weitgehend aufzehren. In unserem Alltagstest wurde der Akku per Home Assistant gesteuert oder im HEMS-Eigenverbrauchsmodus und ohne dynamischen Stromtarif oder Zenki betrieben, mit PV-Überschuss geladen und überwiegend im empfohlenen SoC-Fenster von 10 bis 90 % betrieben. Gelegentlich lädt das System dennoch selbstständig auf 100 %. Das ist bei LiFePO₄-Akkus sinnvoll, weil das Balancing vor allem nahe der Vollladung stattfindet.
MQTT, Zen SDK und Home Assistant Integration
Positiv fällt die MQTT-Anbindung auf. Im Home Assistant erscheinen nicht nur Basiswerte wie Akkustand, Lade- und Entladeleistung, Temperaturen, Zellspannungen, Betriebszustand und Restlaufzeit, sondern auch zahlreiche Einstellmöglichkeiten. So lassen sich unter anderem Lade- und Entladegrenzen, Mindest-SoC, Ziel-SoC, Betriebsmodus, Rückspeiseverhalten und Smart-Modus steuern. Die Integration liefert damit eine ungewöhnlich umfangreiche Übersicht über den Speicher und erlaubt deutlich mehr als nur eine einfache Statusanzeige.
Für Nutzer, die ihren Speicher nicht nur in der Hersteller-App beobachten möchten, ist das ein echter Pluspunkt. Gerade im Zusammenspiel mit weiteren Sensoren, Smart Metern oder Automationen lässt sich der Solarflow 2400 AC dadurch in ein eigenes Energiemanagement einbinden.
Technisch muss man dabei mehrere Ebenen unterscheiden. Im einfachsten Fall läuft der Solarflow 2400 AC vollständig über die Zendure-App und das herstellereigene HEMS. Die App koppelt den Speicher mit einem Smart Meter, etwa Zendure Smart Meter 3CT, D0-Zähler oder Shelly Pro 3EM, und Zendures eigene Logik setzt daraus je nach Betriebsmodi die passende Lade- und Entladeleistung. Für reine App-Nutzer ist das bequem, weil der Speicher ohne eigene Automatisierungen arbeitet.
Für Home Assistant gibt es die Zendure-HA-Integration als Custom Component, die per HACS installiert wird und nicht offiziell in Home Assistant integriert ist. Für die Erstanmeldung des Geräts ist weiterhin ein Zendure-Konto erforderlich; die laufende Kommunikation läuft jedoch bei aktiviertem lokalen MQTT-Broker im eigenen Netzwerk. Die Integration bindet die Geräte als Entitäten ein und stellt je nach Modell Werte wie SoC, Batterieleistung, AC-Leistung, Lade- und Entladegrenzen, Temperaturen, Betriebszustände und Energiezähler bereit. Bei neueren Geräten kommt zunehmend das Zen SDK als technischer Unterbau hinzu. Zendure beschreibt Zen SDK als lokale Steuerungsmethode mit Echtzeitstatus, Event-Streams, Remote-Funktionen, offenen APIs und der Integration von Drittanbieter-MQTT-Clients einschließlich Home Assistant. Je nach Gerät und bereitgestellten Entitäten lassen sich Ladeleistung, Entladeleistung, SoC-Grenzen oder Betriebsmodi setzen. Damit kann Home Assistant selbst zum Regler werden. Ein typisches Szenario ist die lokale Nulleinspeisung: Home Assistant liest den aktuellen Netzfluss etwa über einen Shelly Pro 3EM und setzt daraus laufend das passende Lade- oder Entladelimit des Speichers.
Beim Solarflow 2400 AC und weiteren neueren Solarflow-Geräten ist außerdem ein lokaler MQTT-Broker möglich. Dabei wird in der Zendure-App bei jedem Gerät der MQTT-Broker im lokalen Netzwerk eingetragen, typischerweise Mosquitto in Home Assistant, ioBroker, openHAB oder Node-RED. Danach sendet das Gerät seine Daten lokal an MQTT und kann darüber auch Steuerbefehle empfangen. Die Zendure-App bleibt für Ersteinrichtung, Firmware-Updates, Gerätemanagement und Grundkonfiguration relevant, muss aber nicht zwingend dauerhaft die eigentliche Regelung übernehmen.
Wichtig: HEMS und Home Assistant sollten nicht gleichzeitig dieselben Stellgrößen regeln. Wenn Zendures HEMS den Speicher anhand des Smart Meters steuert, sollte Home Assistant nicht parallel dauerhaft Werte wie inputLimit oder outputLimit überschreiben. Zwei unabhängige Regelungen können sonst gegeneinander arbeiten.
Für versierte Smart-Home-Nutzer sind diese Steuerungsmöglichkeiten ein klarer Pluspunkt. Der Solarflow 2400 AC ist dadurch zwar nicht vollständig cloudfrei und auch nicht komplett unabhängig von der Zendure-App, aber deutlich flexibler nutzbar als die Speichersysteme vieler anderer Hersteller. Wer es einfach haben möchte, nutzt die Zendure-App und HEMS. Wer tiefer einsteigen möchte, bekommt mit MQTT, Zen SDK und der Home Assistant Integration eine Plattform, die nicht nur Monitoring, sondern eine Steuerung nach individuellen Wünschen ermöglicht.
Notstrom: nützlich, aber keine Hausnotstromanlage
Der Solarflow 2400 AC besitzt eine Off-Grid-Steckdose. Darüber lassen sich bei Stromausfall einzelne Verbraucher direkt versorgen. Zendure nennt 2400 Watt Off-Grid-Leistung und 3600 Watt Spitzenleistung für bis zu 10 Sekunden. Für Kühlschrank, Gefriertruhe, Ladegeräte oder kleinere Haushaltsgeräte ist das ein praktischer Zusatz. Eine vollwertige Hausnotstromlösung ersetzt die Steckdose aber nicht. Bei Stromausfall wird nur versorgt, was direkt an der Off-Grid-Steckdose hängt. Die angegebene USV-Umschaltzeit liegt je nach Quelle zwischen 10 und 20 Millisekunden, was in unserem Test für empfindliche IT-Geräte wie ein Synology NAS, einen Switch und einen TP-Link-Router problemlos ausgereicht hat.
Messaufbau mit drei Smart Plugs
Für die Kapazitäts- und Wirkungsgradmessung wurden drei Smart Plugs gleichzeitig eingesetzt: ein Shelly Plug S Gen3, eine Zigbee-Smart-Steckdose und ein Tasmota-Refoss-P11. Ausgewertet wurde jeweils die Differenz der Energiezähler vor und nach dem Test.
Gemessen wurden drei Szenarien. Zuerst wurde die AB3000X von 100 auf 5 % mit rund 1000 Watt entladen. Danach wurde sie von 5 auf 100 % mit rund 2000 Watt geladen. Anschließend folgte eine zweite Entladung von 100 auf 5 % mit rund 200 Watt. Diese niedrige Last entspricht eher dem typischen Nachtbetrieb, wenn ein Speicher über viele Stunden die Grundlast deckt.
Nutzbare Kapazität: AB3000X schöpft das Ladefenster gut aus
Die AB3000X hat 2,88 kWh Nennkapazität. Da der Test bei 5 % Restkapazität endete, standen rechnerisch 95 % zur Verfügung. Das entspricht 2,736 kWh.
Beim Entladen mit rund 1000 Watt wurden folgende Werte gemessen:
| Shelly Plug S Gen3 | 2,72 kWh |
| Zigbee-Smart-Steckdose | 2,65 kWh |
| Tasmota-Refoss-P11 | 2,69 kWh |
| Mittelwert | 2,69 kWh |
Der Mittelwert von 2,69 kWh entspricht 93,4 % der nominellen Akkukapazität. Bezogen auf das genutzte Fenster von 100 bis 5 % sind es 98,3 % des rechnerisch verfügbaren Bereichs. Die drei Messgeräte lagen nah genug beieinander, um die Ergebnisse als plausibel zu bewerten.
Beim Entladen mit rund 200 Watt fiel die nutzbare Energie kaum geringer aus:
| Shelly Plug S Gen3 | 2,70 kWh |
| Zigbee-Smart-Steckdose | 2,60 kWh |
| Tasmota-Refoss-P11 | 2,64 kWh |
| Mittelwert | 2,65 kWh |
Der Unterschied zum 1000-Watt-Test beträgt im Mittel nur 0,04 kWh. Damit verliert der Akku bei niedriger Entladeleistung kaum nutzbare Kapazität. Für die Praxis ist das wichtig, weil viele Haushalte ihren Speicher nachts nicht mit hoher Leistung, sondern über viele Stunden mit kleiner Last entladen.
Laden und Roundtrip-Wirkungsgrad
Für das Laden von 5 auf 100 % mit rund 2000 Watt wurden im Mittel 3,08 kWh benötigt:
| Shelly Plug S Gen3 | 3,10 kWh |
| Zigbee-Smart-Steckdose | 3,05 kWh |
| Tasmota-Refoss-P11 | 3,10 kWh |
| Mittelwert | 3,08 kWh |
Aus Lade- und Entladewerten ergibt sich der AC-zu-AC-Wirkungsgrad. Beim Zyklus mit 1000-Watt-Entladung liegt er bei 87,3 %. Beim praxisnahen Zyklus mit 200-Watt-Entladung sind es 86,0 %.
| 2000 W Laden, 1000 W Entladen | 3,08 kWh | 2,69 kWh | 87,3 % |
| 2000 W Laden, 200 W Entladen | 3,08 kWh | 2,65 kWh | 86,0 % |
Bei einem AC-Speicher wird Wechselstrom beim Laden in Gleichstrom gewandelt und beim Entladen wieder zurück in Wechselstrom. Dabei entstehen Verluste. Dazu kommt der Eigenverbrauch für die Steuerelektronik sowie die WLAN-Kommunikation. Zendure bewirbt bis zu 93 % Roundtrip-Effizienz, gemessen bei internen Tests im Zendure-Labor. Dieser Wert wurde in unseren Tests nicht erreicht. Für solch einen Wert müsste die Effizienz jeder einzelnen Wandlungsrichtung im Wechselrichter von AC auf DC oder DC auf AC bei mindestens 96,44 % liegen, bei einem Batteriesystem noch höher, da auch die Speicherung der Energie in die Zellen nicht zu 100 % verlustfrei stattfindet. Die Herstellerangabe von bis zu 93 % dürfte eher einen idealisierten Laborwert oder einen Teilwirkungsgrad beschreiben. Für den vollständigen AC-zu-AC-Zyklus inklusive Batterie, Eigenverbrauch und realem Teillastbetrieb sind die gemessenen 86 bis 87 % deutlich realistischer. Ein Roundtrip-Wirkungsgrad von 86 bis 87 % ist für einen AC-gekoppelten Speicher der höchste Wert, den wir in unserem bisherigen AC-Speicher-Testfeld gemessen haben.
Wichtig ist die Trennung zwischen Kapazität und Wirkungsgrad. Die Batterie gibt fast das gesamte genutzte Ladefenster ab und behält eine gewisse Sicherheitsreserve als Schutz gegen Tiefenentladung. Die Verluste entstehen vor allem im kompletten Zyklus aus Laden, Speichern und Entladen. Für Wirtschaftlichkeitsrechnungen sollte man daher nicht mit der Herstellerangabe kalkulieren, sondern mit einem Praxiswert um 86 %. Dieser Praxiswert ist im Vergleich zu anderen getesteten AC-Speichern positiv einzuordnen.
Alltagstest mit PV-Überschuss
Zusätzlich zum festen Lade-/Entladezyklus lief der Speicher mehrere Tage im normalen Alltagsbetrieb zwischen 5 % und 100 % SoC. Der PV-Überschuss schwankte je nach Uhrzeit und Bewölkung zwischen 0 und 1600 Watt. Nachts haben wir den Speicher mit 200 Watt entladen, bis die untere Grenze erreicht war.
In diesem Szenario wurden über mehrere Tage hinweg 12,2 kWh geladen und 10,5 kWh wieder abgegeben. Daraus ergibt sich ein Praxiswirkungsgrad von 86,1 %. Das passt sehr gut zu den Werten aus den Lade- und Entladezyklen mit fester Lade- und Entladeleistung im vorherigen Test und bestätigt, dass der Speicher auch im Realbetrieb mit schwankendem PV-Überschuss ähnlich effizient arbeitet wie im Testzyklus mit fest definierter 2000-Watt-Ladeleistung.
Einordnung gegenüber anderen AC-Speichern
Der Solarflow 2400 AC konkurriert mit diversen AC-gekoppelten Nachrüstlösungen, etwa der Hoymiles MS-A2, der Anker Solix Solarbank 2 AC, dem Marstek Venus E und dem Marstek Venus D. Der gemeinsame Vorteil dieser Speicher liegt darin, dass bestehende PV-Anlagen nicht umgebaut werden müssen. Der Speicher hängt auf der Wechselstromseite und orientiert sich am saldierten Netzanschlusspunkt. Der Solarflow 2400 AC punktet vor allem mit hoher AC-Leistung, modularer Erweiterbarkeit, guter App-Einrichtung und der zentralen HEMS-Steuerung. Ein AB3000X-Akku startet bei 2,88 kWh, mit sechs Akkus sind bis zu 17,28 kWh möglich. Das ist flexibel, bindet Käufer aber vollständig an diesen Akkutyp.
Besonders beim Betrieb mehrerer Zendure-Speicher zeigt sich ein Unterschied zu vielen Konkurrenzsystemen. Mehrere Speicher an einem Smart Meter sind regelungstechnisch anspruchsvoll. Wenn jedes Gerät unabhängig vom anderen versucht, den Netzanschlusspunkt auf null zu regeln, werden sich die Speicher gegenseitig negativ beeinflussen. Einer lädt, der andere erkennt dadurch Netzbezug oder Einspeisung und regelt dagegen. Zendure vermeidet dieses Problem im eigenen HEMS, indem mehrere Speicher gemeinsam koordiniert werden. Für größere Setups mit mehreren Zendure-Speichern ist das ein echter Vorteil.
Auch bei der Smart-Home-Integration positioniert sich Zendure offener als die meisten anderen Hersteller, die sich stärker an Standard-Nutzern oder der eigenen App orientieren. Zendure bietet mit App, HEMS, MQTT, Zen SDK, Home Assistant Integration und aktiver Community eine Mischung aus Einfachheit und Offenheit. Diese Offenheit ist nicht vollständig cloudfrei, die lokale Integration des Solarflow 2400 AC spielt im aktuellen Speicherumfeld aber im vorderen Feld mit.
Für kleine 800-Watt-Balkonkraftwerke ist ein DC-gekoppelter Speicher wie der Solarflow 800 Plus oder Pro oft naheliegender, weil er Solarstrom vor dem Wechselrichter speichert und eine zusätzliche AC-DC-Wandlung überspringt. Für vorhandene Dach-PV, mehrere Mikrowechselrichter oder dynamische Stromtarife ist ein AC-Speicher wie der Solarflow 2400 AC dagegen praktischer. Er ist unabhängig von den vorhandenen (Mikro-)Wechselrichtern, kann auch mit Netzstrom laden und lässt sich bei Bedarf mit weiteren Batterien erweitern.
Preis
Die Preise für Zendure Solarflow 2400 AC starten bei 768 Euro. Bei diesem Preis sind die Steuereinheit und ein Akku vom Typ AB3000X mit 2,88 kWh enthalten. Insgesamt kann eine Steuereinheit bis zu 6 Akkus verwalten, mit einer Kapazität von 17,28 kWh. Je nach Konfiguration liegt der Preis pro kWh zwischen 192 Euro (14,4 kWh) und 267 Euro (2,88 kWh). Damit liegt das System im unteren Drittel des Segments. Der AC-Speicher Hoymiles Hi Battery kostet 286 Euro pro kWh, der Marstek Venus E ist mit rund 200 Euro pro kWh ähnlich günstig wie die Zendure-Lösung, arbeitet aber mit einem deutlich niedrigeren Wirkungsgrad von rund 80 %.
Fazit
Der Zendure Solarflow 2400 AC ist ein leistungsstarker AC-Speicher für Haushalte, die eine bestehende PV-Anlage AC-seitig nachrüsten möchten. Für einfache 800- bis 2000-Watt-Balkonkraftwerke ist er weniger passend, weil er keine direkte Anschlussmöglichkeit für Solarmodule besitzt. Wer direkt Panels anschließen möchte, für den könnte der Zendure Solarflow 2400 Pro interessant sein.
Im Test überzeugen die AB3000X-Batterie und der Wechselrichter mit 86 % AC-zu-AC-Wirkungsgrad. Aus 2,88 kWh Nennkapazität wurden bei Entladung bis 5 % je nach Last 2,65 bis 2,69 kWh nutzbar abgegeben. Auch bei nur 200 Watt Entladeleistung bleibt die verfügbare Kapazität nahezu gleich. Für die nächtliche Grundlastdeckung ist das ein gutes Ergebnis. Im vollständigen Lade-/Entladezyklus und im Alltagstest erreicht das System 86 bis 87 %. Damit bleibt der Solarflow 2400 AC zwar unter der Herstellerangabe von bis zu 93 %, liefert aber den höchsten bislang von uns gemessenen AC-zu-AC-Wirkungsgrad in einem AC-gekoppelten Speicher. Für ein System mit doppelter Wandlung ist das ein gutes Ergebnis.
Ebenfalls positiv sind die einfache Einrichtung in der Zendure-App, die Einbindung von Smart Meter und HEMS sowie der sauber koordinierte Betrieb mehrerer Zendure-Speicher. In unserem Test haben wir den Solarflow 2400 AC mit einem Solarflow 800 Plus zusammen betrieben, und beide Speicher arbeiteten nicht als konkurrierende Einzelgeräte gegeneinander, sondern wurden zentral gesteuert, ohne sich gegenseitig negativ zu beeinflussen. Das ist bei mehreren Speichern an einem Smart Meter Grundvoraussetzung für einen sauberen parallelen Betrieb.
Die Smart-Home-Anbindung ist für fortgeschrittene Nutzer ein weiterer Pluspunkt. Über die Zendure-HA-Integration, Zen SDK und lokales MQTT lässt sich der Speicher nicht nur überwachen, sondern auch aktiv in eigene Smart-Home-Regelstrategien einbinden. Die Integration ist eine Custom Component und benötigt für die Erstanmeldung des Geräts ein Zendure-Konto; bei aktiviertem lokalem MQTT-Broker läuft die laufende Kommunikation jedoch im eigenen Netzwerk. Damit können Nutzer den Solarflow 2400 AC wahlweise komfortabel über App und HEMS betreiben oder deutlich stärker lokal automatisieren. Wichtig ist nur, dass die Geräte aus der HEMS-Steuerung genommen werden, sonst würden HEMS und Home Assistant immer abwechselnd neue Lade- oder Entladelimits setzen und sich gegenseitig überschreiben.
Die Stärken des Solarflow 2400 AC liegen in seiner hohen Leistung, der modularen Kapazität, dem höchsten bislang von uns gemessenen Roundtrip-Wirkungsgrad in einem AC-Speicher auch bei geringer Grundlast und der umfangreichen MQTT-/Home-Assistant-Einbindung. Als Nachteile sehen wir das Fehlen von PV-Eingängen, die Beschränkung auf AB3000X-Akkus und die Tatsache, dass die volle Leistung eine passende Elektroinstallation erfordert. Wer eine größere PV-Anlage oder einen dynamischen Stromtarif nutzt und Home Assistant oder andere Smart-Home-Systeme mit MQTT betreibt, bekommt einen der derzeit leistungsfähigsten AC-Speicher mit offener Smart-Home-Anbindung und großem Ausbaupotenzial.
Künstliche Intelligenz
KI-Update: Anti-Tech, Anthropic, KI in Frankreich, KI-generierter Spielfilm
US-Behörden nehmen Technikkritiker ins Visier
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Sicherheitsbehörden in den USA, darunter Heimatschutzministerium und FBI, beobachten Bürger, die sich kritisch zu Technik äußern. Das geht aus internen Dokumenten hervor, die dem Magazin WIRED vorliegen. Die neue Bedrohungskategorie heißt „Anti-Tech-Extremism“. Die Definition ist weit: Neben tatsächlichen Extremisten wie Ziz LaSota, mutmaßlicher Anführer einer KI-feindlichen Sekte, gelten auch Demonstrationen gegen Elon Musk oder Gemeindeversammlungen über geplante Rechenzentren als „potenziell extremistisch“.

Hinzu kommt, dass die Behörden private Firmen mit der Überwachung beauftragen. Diese durchsuchen soziale Medien nach technikkritischen Äußerungen und greifen auf Standort- und Nutzungsdaten zurück, die auf Datenhandelsbörsen frei verkäuflich sind. Ob auch Nicht-Amerikaner betroffen sind, bleibt offen.
Anthropic wird wertvollstes KI-Start-up der Welt
Anthropic ist nach einer neuen Finanzierungsrunde 965 Milliarden Dollar wert und überholt damit OpenAI. Zu den Geldgebern zählen Amazon sowie die Chiphersteller Samsung, Micron und SK Hynix. Das Kapital soll in Sicherheitsforschung und zusätzliche Rechenkapazitäten fließen. Die Nachfrage nach dem Chatbot Claude wächst stark, zuletzt musste Anthropic die Nutzung sogar drosseln.
Vor allem im Geschäft mit Unternehmen wächst Anthropic kräftig, etwa mit Werkzeugen wie Claude Code. Berichten zufolge bereitet das Unternehmen einen Börsengang noch in diesem Jahr vor.
Anthropic verspricht ehrlicheres Claude Opus 4.8
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Anthropic hat Claude Opus 4.8 veröffentlicht. Das Modell ersetzt das im April erschienene Opus 4.7, der Preis bleibt unverändert. Im Mittelpunkt steht laut Hersteller die Ehrlichkeit. Opus 4.8 soll seltener unbelegte Behauptungen aufstellen und häufiger zugeben, wenn Informationen fehlen. Auch in selbst geschriebenem Code soll das Modell eigene Fehler offen benennen.
Das hauseigene Alignment-Team bescheinigt dem Modell zudem Fortschritte beim prosozialen Verhalten. Anthropic kündigt außerdem an, die leistungsstärkere Mythos-Klasse bald breiter verfügbar zu machen. Bisher hat nur ein enger Kreis Zugang.
KI-Code führt vermehrt zu Produktionsausfällen
Eine Umfrage des Softwareanbieters CloudBees unter 200 Tech-Führungskräften zeigt, dass KI-generierter Code oft Funktionsfehler, Sicherheitslücken und Leistungseinbußen verursacht. Rund die Hälfte des Codes enthält bekannte Sicherheitsrisiken. Auch Logikfehler, Tippfehler und Compliance-Verstöße gegen Datenschutz oder Lizenzbedingungen treten auf.
Ein zentrales Problem ist die Qualitätskontrolle. Viele Testteams kommen mit dem Prüfen nicht mehr hinterher. Auch Amazon, GitClear und das Fraunhofer-Institut berichten von sinkender Codequalität.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Finanzämter sollen KI mit echten Steuerdaten trainieren
Die Bundesregierung will KI flächendeckend in deutschen Finanzämtern einsetzen. Das geht aus dem Referentenentwurf zum Jahressteuergesetz 2026 hervor. Sensible Finanzdaten sollen künftig zum Training staatlicher Algorithmen genutzt werden. Bisher verbietet der Zweckbindungsgrundsatz der DSGVO ein solches Vorgehen.
Deshalb soll Paragraf 29c der Abgabenordnung angepasst werden. Als Schutz sollen die Trainingsdaten spätestens ein Jahr nach Abschluss der Entwicklung gelöscht werden. Ob das juristisch Bestand hat, ist offen.
SoftBank investiert bis zu 75 Milliarden Euro in französische Rechenzentren
SoftBank, ein japanischer Technologiekonzern, baut in Frankreich KI-Rechenzentren mit einer Kapazität von fünf Gigawatt. Es ist die größte KI-Infrastruktur-Investition des Konzerns in Europa, angekündigt beim Choose-France-Gipfel von Präsident Emmanuel Macron. In der ersten Phase sollen bis 2031 Rechenzentren mit 3,1 Gigawatt Leistung in der Region Hauts-de-France entstehen, für 45 Milliarden Euro. Mit dem französischen Konzern Schneider Electric soll in Dünkirchen ein Produktionscluster für Rechenzentrumskomponenten entstehen.
Auch außerhalb Europas treibt SoftBank Projekte voran, etwa Stargate UAE in Abu Dhabi mit dem Konzern G42 und ein eigenes Foundation Model in Japan. Das britische Stargate-Projekt mit OpenAI soll dagegen pausieren.
USA verschärfen Chip-Exportregeln nach China
Die US-Regierung untersagt den Verkauf leistungsfähiger Halbleiter an Firmen mit Hauptsitz in China oder Macao. Für entsprechende Exporte ist künftig eine Lizenz nötig. Bisher konnten chinesische Unternehmen die Chips über Tochtergesellschaften in anderen Ländern beziehen. Branchenschätzungen zufolge sollen so hunderttausende Halbleiter in die Volksrepublik geflossen sein.
Die US-Regierung verfolgt damit einen widersprüchlichen Kurs. Einerseits will sie China den Zugang zu Spitzentechnik erschweren, andererseits soll die heimische Chip-Industrie weiter am lukrativen Geschäft verdienen. Nvidia hatte zuletzt versucht, im chinesischen Markt wieder Fuß zu fassen.
Meta arbeitet an KI-Anhänger
Laut einem Bericht von “The Information” entwickelt Meta ein neues KI-Wearable, einen Anhänger zum Tragen um den Hals, möglicherweise mit Kamera. Im vergangenen Jahr hatte Meta das Start-up Limitless übernommen, das einen Anhänger entwickelt hatte, der Gespräche in Echtzeit aufzeichnet und transkribiert.
Parallel arbeitet Meta an mehreren KI-Brillen. Geld verdienen will der Konzern vor allem mit angebundenen Diensten und Abos für Meta AI. Der Druck ist groß, denn die Hardware-Sparte Reality Labs schreibt jedes Jahr Milliardenverluste.
CNN verklagt Perplexity wegen Urheberrechtsverletzung
Der US-Nachrichtensender CNN hat Perplexity wegen Urheberrechtsverletzung verklagt, einen Anbieter KI-gestützter Suche. Der Vorwurf: Perplexity habe mehr als 17.000 Artikel, Videos und Bilder unerlaubt für eigene Chatbot-Antworten genutzt und technische Sperren gegen Webcrawler umgangen. Perplexity weist die Vorwürfe zurück und verweist darauf, dass sich Fakten nicht urheberrechtlich schützen ließen.
Verhandlungen über eine Lizenzvereinbarung waren im vergangenen Jahr gescheitert. Mit anderen Medien wie TIME, Le Monde oder Der Spiegel hat Perplexity bereits Verträge geschlossen. Auch die New York Times, News Corp und die Chicago Tribune klagen gegen das Unternehmen.
KI-Suchagenten verlassen sich aufs Gedächtnis
KI-Suchagenten recherchieren oft gar nicht wirklich im Internet, sondern bestätigen mit dem Web vor allem Antworten, die sie bereits intern gespeichert haben. Das zeigt eine Studie des Harbin Institute of Technology und der chinesischen Plattform Xiaohongshu. Ohne Internetzugang lösten manche Modelle bis zu 62 Prozent der Aufgaben des Benchmarks BrowseComp aus dem Gedächtnis. Filterten die Forschenden die zur Lösung passenden Webseiten heraus, schnitten alle Modelle sogar schlechter ab als ohne Suche.
Auf dem neuen Benchmark LiveBrowseComp mit aktuellen Fragen jenseits des Trainingswissens fielen alle Modelle deutlich ab. Etablierte Tests messen also oft eher das Vorwissen der Modelle als ihre Recherchefähigkeit.
Assistententraining macht Sprachmodelle weniger menschlich
Eine internationale Studie zeigt: Das Training, das rohe Sprachmodelle in hilfreiche Chatbots verwandelt, schwächt zugleich ihre Fähigkeit, menschliches Verhalten nachzubilden. Grundlage ist der Datensatz Psych-201 mit Transkripten aus Verhaltensexperimenten von rund 208.000 Teilnehmenden. Die Forschenden verglichen Basismodelle aus den Familien Qwen3, Llama3 und OLMo 3 mit ihren nachtrainierten Varianten.
Die einfachen Basismodelle sagen menschliches Verhalten besser voraus als ihre weitertrainierten Nachfolger. Besonders deutlich ist der Effekt bei Modellen, die auf logisches Schlussfolgern getrimmt sind. Auch der Trick, einer KI per Prompt eine Rolle zuzuweisen, half kaum.
Erster KI-generierter Spielfilm beim Tribeca-Festival
Beim Tribeca-Festival in New York läuft im Juni erstmals ein komplett KI-generierter Spielfilm. „Dreams of Violets“ erzählt eine fiktive Geschichte vor dem Hintergrund der iranischen Proteste und ihrer blutigen Niederschlagung Anfang des Jahres. Im Iran selbst kann niemand einen solchen Film drehen, das Internet war damals gesperrt.
Zwei iranische Brüder erstellten den Film abends nach der Arbeit, mit selbst gebauten Werkzeugen und bekannten KI-Modellen. Die Produktion habe nur 2000 Dollar gekostet, Arbeitszeit nicht eingerechnet. Rund um den Iran-Konflikt sind KI-generierte Inhalte längst ein Problem, etwa die Propaganda der Islamischen Republik mit Lego-artigen Figuren der Konfliktparteien.

(mali)
Künstliche Intelligenz
Informationsfreiheit: Mehrheit verlangt mehr Transparenz von Behörden
Zwanzig Jahre nach dem Inkrafttreten des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) auf Bundesebene fordert eine Bevölkerungsmehrheit in Deutschland mehr Transparenz von staatlichen Stellen. Das geht aus der ersten bundesweiten Repräsentativbefragung zur Informationsfreiheit hervor, die die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI), Louisa Specht-Riemenschneider, am Montag veröffentlicht hat. Demnach erwarten 96 Prozent der 2500 Befragten ein transparentes Behördenhandeln. Der Studie zufolge erleben jedoch 60 Prozent die Verwaltungsarbeit als kaum oder gar nicht nachvollziehbar.
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Obwohl das Gesetz Bürgern den Zugang zu amtlichen Dokumenten ohne besondere Begründung ermöglicht, fällt die tatsächliche Nutzung bislang verhalten aus. Laut der vom Meinungsforschungsinstitut INFO durchgeführten Studie haben erst rund zehn Prozent der Befragten eine entsprechende Anfrage gestellt. Die meisten dieser Anträge seien jedoch erfolgreich verlaufen: 54 Prozent der Antragsteller hätten vollständigen Zugang zu den gewünschten Informationen erhalten, bei weiteren 28 Prozent hätten die Behörden zumindest teilweise Einsicht gewährt. Nur fünf Prozent der eingereichten Anfragen seien von den Ämtern klar abgewiesen worden.
Transparenz gegen Desinformation
„In Zeiten gezielter Desinformation ist Transparenz das wirksamste Gegenmittel“, erklärte Specht-Riemenschneider. Um die Informationsrechte weiter zu stärken, leitet die BfDI aus den Befragungsergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen ab. Eine zentrale Forderung richtet sich an die Verwaltungen, Dokumente mit öffentlichem Interesse verstärkt proaktiv zu veröffentlichen, wofür sich 83 Prozent der Umfrageteilnehmer aussprechen. Zudem müssten Behörden die Zugangswege für Auskunftssuchende deutlich einfacher gestalten. Auch fordert die BfDI wirksame Durchsetzungsbefugnisse für die Aufsichtsstellen, um den Auskunftsanspruch im Konfliktfall einfacher geltend machen zu können.
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Die BfDI warnte zudem deutlich davor, Auskunftsrechte unter dem Vorwand der inneren oder nationalen Sicherheit pauschal auszuhebeln. Zwar erlaube das Gesetz bereits berechtigte Ausnahmen, etwa für die polizeiliche Gefahrenabwehr oder zum Schutz von Geheimdiensten, aber flächendeckende Geheimhaltung entziehe staatliches Handeln der Kontrolle. Das schüre laut der Studie Misstrauen und spiele antidemokratischen Gruppen in die Hände.
Debatte um Auskunftsrechte
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Die Debatte um die genaue Ausgestaltung und Reichweite der Informationsfreiheit begleitet Politik und Zivilgesellschaft bereits seit den ersten entsprechenden Landesgesetzen Ende der 1990er Jahre. Auch die amtierende BfDI Specht-Riemenschneider mahnt regelmäßig an, das IFG als Kontrollwerkzeug bekannter und wirksamer zu machen. Das neue Format „BfDI-Datenbarometer“ soll diese Diskussion künftig mit regelmäßigen, evidenzbasierten Auswertungen unterstützen.
In jüngerer Vergangenheit stand das Recht auf Informationsfreiheit immer wieder zur Disposition. Protest aus der Zivilgesellschaft hatte während der Koalitionsverhandlungen der schwarz-roten Bundesregierung vor einem Jahr dafür gesorgt, dass die Koalition von Abschaffungsplänen absah. Auf Ebene der Bundesländer hingegen schreiten derweil Pläne voran, verschiedene Bereiche von Informationspflichten auszunehmen. Niedersachsen und Bayern sind bisher die einzigen Länder gänzlich ohne Informationsfreiheitsgesetz.
(egia)
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