Apps & Mobile Entwicklung
Anthropic „AI Fluency“: Claude soll künftig Nutzer-Kompetenzen anzeigen

Anthropic soll die Testphase für eine neue Funktion gestartet haben, mit der Anwender ihre eigenen KI-Kompetenzen künftig direkt in den Claude-Einstellungen einsehen können. Ziel sei es, Nutzern allein durch Ändern der Arbeitsweise mit der KI zu helfen, im Laufe der Zeit präzisere und verlässlichere Ergebnisse zu erzielen.
Am Anfang stand die Frage, wie Anwender mit einer künstlichen Intelligenz arbeiten
Im Februar dieses Jahres hatte Anthropic ein Forschungsprojekt gestartet, das der Frage nachgehen sollte, wie souverän Nutzer mit KI-Werkzeugen umgehen und ob mit der rasanten Verbreitung künstlicher Intelligenz zugleich auch die Fähigkeit wächst, diese Werkzeuge sinnvoll, kritisch und effektiv einzusetzen. Dabei sollte unter anderem geklärt werden, ob Anwender die neuen Möglichkeiten lediglich für schnelle Antworten auf kurze Fragen nutzen oder ob sie mit der KI in einen wiederholenden Arbeitsprozess eintreten, Antworten also nicht einfach übernehmen, sondern ihre Anfragen im Laufe der Zeit gezielt verfeinern, um tiefere Erkenntnisse zu einem Thema zu gewinnen.
Ergebnisse müssen nur hübsch verpackt sein
Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Anwender bei der komplexeren Erstellung konkreter Ergebnisse wie Code, Apps, Dokumenten oder interaktiven Werkzeugen zwar deutlich präzisere Anweisungen geben und ihre Ziele genauer formulieren, die von der KI erzeugten Ergebnisse jedoch seltener kritisch hinterfragen. Argumentationen der KI würden dadurch weniger überprüft und fehlender Kontext oder falsche Fakten seltener erkannt. In diesem Zusammenhang prägte Anthropic erstmals den Begriff „AI Fluency“, der ein messbares Muster für die Kompetenz von Nutzern beschreiben soll. Anwender können der Untersuchung nach durchaus kompetenter werden, je stärker sie mit der KI in einen tatsächlichen Arbeitsdialog treten. Gleichzeitig steigt jedoch das Risiko, dass professionell präsentierte Ergebnisse automatisch als glaubwürdiger wahrgenommen und entsprechend weniger kritisch bewertet werden.
Grundlage dieser Aussagen ist die Analyse von 9.830 anonymisierten Claude-Konversationen aus einem siebentägigen Zeitraum im Januar 2026.
Score soll Anwender dazu anregen, Fähigkeiten auszubauen
Um Nutzern eine entsprechende Rückmeldung zu geben, scheint Anthropic laut einem Bericht von TestingCatalog derzeit daran zu arbeiten, die Ergebnisse dieser Untersuchung in ein für Anwender nutzbares Produkt zu überführen. Grundlage dafür bildet ein 4D-AI-Fluency-Framework, das gemeinsam mit den Wissenschaftlern Rick Dakan, Professor für Creative Technologies am Ringling College of Art and Design in Florida und Joseph Feller, Professor für Information Systems and Digital Transformation an der Cork University Business School der University College Cork in Irland, entwickelt wurde und Nutzern künftig einen personalisierten „KI-Kompetenz-Score“ bereitstellen soll. Dieser soll dabei helfen, die eigenen Fähigkeiten im Umgang mit Claude besser einschätzen zu können.
Für die Ermittlung des Scores sollen Aktivitäten eines Nutzers in Chat-, Cowork- und Claude-Code-Sitzungen analysiert und ausgewertet werden. Jede Sitzung wird dabei anhand von elf beobachtbaren Verhaltensindikatoren bewertet. Dazu zählen unter anderem das Setzen von Zielen und die Definition der Vorgehensweise, die Strukturierung von Konversationen sowie Maßnahmen zur Qualitätskontrolle. Diese Aspekte werden von den Wissenschaftlern als die Säulen „Delegation“, „Beschreibung“ und „Urteilsvermögen“ des Frameworks beschrieben. Nach Abschluss der Analyse sollen Nutzer einen strukturierten Bericht erhalten, der direkt über das Einstellungsmenü eingesehen und verwaltet werden kann. Ferner sollen Anwender konkrete Hinweise dazu erhalten, wie und an welchen Stellen sie ihre Nutzung von Claude verbessern können. Vor allem weniger erfahrene Nutzer sollen dadurch ein besseres Verständnis dafür entwickeln, welche Gewohnheiten im Umgang mit Claude sinnvoll sind und welche nicht.
Sicherer Umgang mit der KI
Anthropic ist davon überzeugt, dass ein solches Bewertungssystem dazu beitragen kann, dass Anwender ihre eigenen Nutzungsgewohnheiten im Umgang mit künstlicher Intelligenz stärker hinterfragen und diese bei negativen Bewertungen gezielt anpassen. Nach einer gewissen Zeit soll dies auch zu verlässlicheren und sichereren Ergebnissen führen.
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Quantencomputer: KI soll im Betrieb aus Fehlern lernen

Qubits reagieren deutlich empfindlicher auf ihre Umgebung als klassische Bits. Schon kleine Störungen können ihren Zustand verändern und damit das Ergebnis einer Berechnung verfälschen. Um das zu verhindern, werden mehrere physikalische Qubits zu einem logischen Qubit zusammengefasst.
Fehler einzelner Bausteine lassen sich so bis zu einem gewissen Grad erkennen und korrigieren. Das allein reicht jedoch nicht, die Steuerung eines Quantenprozessors muss laufend sehr präzise eingestellt werden. Verändern sich Umgebungsbedingungen oder einzelne Parameter, steigt die Fehlerrate. Bislang wird der Rechenvorgang für eine Neukalibrierung in der Regel unterbrochen. Für künftige Quantenalgorithmen, die möglicherweise Tage oder sogar Monate laufen müssen, wäre das ein erhebliches Problem.
Das Team um Google Quantum AI verfolgt deshalb einen neuen Ansatz. Die bei der Quantenfehlerkorrektur ohnehin anfallenden Fehlersignale dienen zusätzlich als Lernsignal für einen KI-Agenten. Dieser basiert auf Reinforcement Learning und passt die Kontrollparameter des Quantenprozessors während der Berechnung fortlaufend an. Mit großen Sprachmodellen wie ChatGPT hat der eingesetzte Agent allerdings nichts zu tun.
Willow wird während des Betriebs nachjustiert
Getestet wurde das Verfahren auf Googles supraleitendem Quantenprozessor Willow. Der KI-Agent verwaltete dabei mehr als 1.000 Kontrollparameter. Um seine Reaktion bewerten zu können, erzeugten die Forscher gezielt Veränderungen im System. Gegen diese künstlich hervorgerufene Drift verbesserte der Ansatz die Stabilität der logischen Fehlerrate zunächst um das 2,4-Fache, zusammen mit einer zusätzlichen Anpassung des Decoders stieg der Faktor auf 3,5.
Auch bei einem bereits gut kalibrierten Prozessor brachte das Reinforcement Learning noch einen Vorteil. Laut der in Nature, eine der weltweit ältesten, renommiertesten und meistzitierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften, veröffentlichten Studie sank die logische Fehlerrate durch die weitere Feinabstimmung um 20 Prozent.
Simulationen deuten zudem darauf hin, dass sich der Ansatz auf größere Systeme übertragen lässt. Die Forscher simulierten Fehlerkorrektur-Codes mit Zehntausenden Kontrollparametern. Die Geschwindigkeit der Optimierung soll dabei nicht von der Größe des Systems abhängig gewesen sein.
Noch kein Durchbruch zum praktischen Quantencomputer
Trotz der Ergebnisse handelt es sich zunächst nur um eine technische Demonstration. Die Versuche konzentrierten sich darauf, einen logischen Quantenzustand über längere Zeit stabil zu halten. Gegenüber dem Science Media Center (SMC) sagt Prof. Dr. Stefan Filipp von der Technischen Universität München, der nächste Schritt bestehe darin, die automatische Neukalibrierung auch bei tatsächlichen Quantenalgorithmen mit mehreren logischen Qubits zu erproben.
Auch grundlegende Hardwareprobleme verschwinden durch die KI-Unterstützung nicht. Quantenfehlerkorrektur funktioniert nur, wenn die physikalischen Qubits bereits eine ausreichend geringe Fehlerrate erreichen. Zudem kann der Agent langsame Veränderungen ausgleichen, bei plötzlich auftretenden Störungen aber an Grenzen stoßen.
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Führende Mitarbeiterin bei OpenAI: Fidji Simo tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück

Die bisherige Leiterin der Produkt- und Geschäftsbereiche Fidji Simo tritt aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Posten bei OpenAI zurück. Mit ihr verliert das Unternehmen eine seiner wichtigsten Führungskräfte in der Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang. Künftig will Simo OpenAI nur noch als Beraterin unterstützen.
Krankheit bereits seit April öffentlich
Bereits im April dieses Jahres hatte Fidji Simo die Belegschaft darüber informiert, sich aus gesundheitlichen Gründen für mehrere Wochen aus dem aktiven Geschäft zurückzuziehen. Gleichzeitig machte sie ihre Erkrankung am Posturalen Orthostatischen Tachykardiesyndrom (POTS) öffentlich. Dabei handelt es sich um eine chronische Fehlfunktion des autonomen Nervensystems, die durch einen ungewöhnlich starken Anstieg der Herzfrequenz beim Aufrichten oder Stehen gekennzeichnet ist. Die Erkrankung gilt zwar nicht als lebensbedrohlich und beeinflusst auch die Lebenserwartung nicht, geht jedoch mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität einher, da der Körper die Durchblutung gegen die Schwerkraft nicht mehr ausreichend regulieren kann.
Nach eigenen Angaben hat sich ihr Gesundheitszustand während der medizinischen Auszeit jedoch weiter verschlechtert, sodass ihre Genesung deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen werde als zunächst erwartet. Aus diesem Grund werde sie ihre Vollzeitfunktion bei OpenAI endgültig aufgeben und nicht mehr in ihre bisherige Position zurückkehren. Dem Unternehmen wolle sie allerdings weiterhin in einer beratenden Rolle zur Seite stehen.
In wenigen Monaten bereits Zahlreiches bewegt
Vor ihrem Wechsel zu OpenAI war Simo Vorstandsvorsitzende des Lieferdienstes Instacart und führte das Unternehmen 2023 erfolgreich an die Börse. Zuvor war sie mehr als zehn Jahre für Meta tätig und verantwortete dort unter anderem die Facebook-App. 2024 trat sie zunächst dem Verwaltungsrat von OpenAI bei, bevor sie im Mai 2025 auf Wunsch von CEO Sam Altman die Leitung der Produkt- und Geschäftsbereiche übernahm und damit zur zweitwichtigsten Führungskraft des Unternehmens aufstieg. Sie entlastete Altman bei zahlreichen operativen Aufgaben und verantwortete unter anderem die Bereiche Finanzen und Vertrieb.
Während ihrer vergleichsweise kurzen Zeit bei OpenAI stieß Simo mehrere wichtige Initiativen an. So war sie maßgeblich an der Einführung von Werbeanzeigen innerhalb von ChatGPT sowie neuer Funktionen wie der KI-gestützten Gesundheitsberatung beteiligt. Zudem leitete sie die Entwicklung einer auf Programmierung ausgerichteten KI-Plattform für Unternehmen. Gleichzeitig zeichnete Simo aber auch für die Einstellung der KI-Videoplattform Sora verantwortlich.
Mit ihrem Weggang entsteht bei OpenAI eine bedeutende Lücke in der Führungsebene. Branchenbeobachter gingen zudem davon aus, dass Simo nach einem möglichen Börsengang eine noch wichtigere Rolle innerhalb des Unternehmens übernehmen werde.
Position soll zunächst nicht neu besetzt werden
Nach Simos Ausscheiden sollen ihre bisherigen Aufgaben auf mehrere Führungskräfte verteilt werden. Präsident Greg Brockman soll einen wesentlichen Teil ihrer Zuständigkeiten übernehmen. Finanzchefin Sarah Friar und Strategiechef Jason Kwon erhalten ebenfalls zusätzliche Verantwortungsbereiche. Vertriebschefin Denise Dresser wird künftig direkt an Brockman berichten.
Entscheidung ist Simo schwer gefallen
In einer Mitteilung an die Belegschaft beschreibt Simo ihre Entscheidung als eine der schwierigsten ihrer Laufbahn. Letztlich habe ihr Gesundheitszustand ihr jedoch keine andere Wahl gelassen. In einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X erklärte sie zudem, viele Menschen hätten ihre Auszeit als mutige Entscheidung bezeichnet. Tatsächlich habe sie diesen Schritt nach eigener Aussage jedoch viel zu lange hinausgezögert und ihre Gesundheit nicht früh genug an erste Stelle gesetzt.
Rückzug erfolgt für OpenAI zu einem ungünstigen Zeitpunkt
Der Rückzug von Fidji Simo markiert den jüngsten Wechsel auf der Führungsebene von OpenAI und kommt für das Unternehmen zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der KI-Spezialist befindet sich nicht nur in einer wichtigen Wachstumsphase, sondern bereitet sich zugleich auf einen möglichen Börsengang vor. Gleichzeitig versucht OpenAI, seine Position im Geschäftskundensegment gegenüber dem Konkurrenten Anthropic weiter auszubauen.
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MSI MEG Maestro 900R: Mainboard, Lüfter und GPU neigen sich im Gehäuse

Das Maestro 900R ist ein großes Flaggschiff-Gehäuse mit ungewöhnlichen Features. Unter anderem kann es das Mainboard in vier Positionen drehen. Geschicktes Design sorgt dafür, dass das Show-Gehäuse von MSI zu schweben scheint.
Beim Maestro 900R denkt MSI die Schaukasten-Funktion schon beim Layout und nicht erst bei der Verkleidung eines Tower-Chassis mit. Das Mainboard setzt der Hersteller auf eine rotierbare Halterung zentriert in die Mitte des Gehäuses, das von drei Seiten mit Glas versehen wird. Ein Blickfang soll das Modell so werden.
Die Halterung der Hauptplatine kann zudem entnommen werden. Komponenten lassen sich dadurch außerhalb des Gehäuses montieren oder testen. Nicht alle Designelemente haben eine Funktion: Ein 75-Grad-Winkel für Zierblenden soll „kalte Rationalität“ aufbrechen, verspricht der Hersteller, und mit „Eleganz“ versehen. Sichtbarer ist jedoch der Sockel, der den 33 Kilogramm schweren Tower visuell schweben lässt.
Die Kühlung passt sich diesem Konzept an. Luft wird durch drei 160-mm-Lüfter mit invertierten Rotorblättern am Boden des Towers eingeblasen. Sie können entweder leicht angewinkelt parallel zu den Linien des Gehäuses oder parallel zum Boden montiert werden. Weitere Lüfter passen unter den Deckel sowie links und rechts neben das Mainboard. Dort besteht die Möglichkeit, maximal 420-mm-Radiatoren zu verbauen. Alternativ findet dort ein Display Raum. Die zugehörigen Halterungen können ebenfalls bis zu 90 Grad angewinkelt werden.
Darüber hinaus fasst das Maestro 900R eine große Anzahl Festplatten. Diese hebt MSI aber künstlich in die Höhe. Gemäß des Handbuchs sollen sie hinter dem Mainboard oder als Alternative zu Lüftern an den seitlichen Halterungen eingebaut werden. Das dürfte für viele Nutzer eine unrealistische Option sein.
Anwinkeln lässt sich darüber hinaus die Grafikkarte. Ihre Neigung kann bei vertikaler Montage in 10-Grad-Schritten gewählt werden. Das dazu nötige PCIe-5.0-Riserkabel gehört zum Lieferumfang. Größeneinschränkungen macht MSI vor allem theoretisch, entsprechende Angaben sind im Handbuch hinterlegt.
Preis und Verfügbarkeit
Wann und zu welchem Kurs das Gehäuse in den Handel kommt, ist unklar. Angesichts der umfangreichen und ungewöhnlichen Features wird sich das Modell wahrscheinlich in der Klasse zwischen 300 und 500 Euro ansiedeln.
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