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Astronomie: „Galaxientötende Winde“ ließen Galaxien im frühen Kosmos „sterben“


„Galaxientötende Winde“ könnten dafür verantwortlich sein, warum das Weltraumteleskop James Webb im frühen Universum unerwartet viele massive, aber „tote“ Galaxien findet. Das meint zumindest ein internationales Forschungsteam, das genau solch einen Wind entdeckt hat. Gefunden haben sie dessen Spuren bei einer Galaxie, die wir in einem Zustand sehen, den sie eine Milliarde Jahre nach dem Urknall einnimmt. In CRISTAL-02 bilden sich demnach doppelt so schnell Sterne wie in vergleichbaren Galaxien. Sobald sie aber ausbrennen, explodieren sie als Supernovae, welche wiederum jene kräftigen Winde anstoßen, die genau jenes Gas aus der Umgebung räumen, aus dem weitere Sterne entstehen könnten. Die Galaxie könnte deshalb schon in 50 Millionen Jahren sterben, also die Sternentstehung einstellen.

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Der Fund könnte eines der großen Rätsel, das die Beobachtungen des Weltraumteleskops James Webb aufgeworfen haben, viel einfacher erklären, als es andere Vorschläge tun würden, sagt das Forschungsteam. Dabei wurde unter anderem spekuliert, dass die Dunkle Energie im frühen Universum viel stärker war. Das hätte das schnellere Wachsen und Sterben von Galaxien erklären sollen. Die Forschungsgruppe um die Astrophysikerin Rebecca Davies meint jetzt, dass genau die Kollision schnell gewachsener Galaxien miteinander jene explosionsartige Sternentstehungsrate verursacht hat, die gleichzeitig ihr Ende eingeleitet hat. Das schnelle Wachstum der Galaxien hätte den frühen Tod dann bedingt, Änderungen an Naturkonstanten wären zur Erklärung nicht nötig.

Untersucht hat die Gruppe CRISTAL-02 nicht nur mit dem Weltraumteleskop James Webb, sondern auch dem internationalen Radioteleskopverbund ALMA (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array). Dabei haben sie eine riesige Wolke aus kaltem Gas entdeckt, die sich aus der Galaxie heraus erstreckt. Das sei das eindeutige Zeichen dafür, dass die Galaxie immense Mengen an Gas verliert, das für die Sternentstehung verloren geht. Gleichzeitig wären die kollidierenden Galaxien, die CRISTAL-02 bilden, kein Einzelfall: Im frühen Universum würden fast die Hälfte aller massereichen Galaxien mit anderen interagieren. Das „deutet darauf hin, dass es sich hier nicht um eine Ausnahme, sondern ein weitverbreitetes kosmisches Phänomen handelt“, sagt Davies.

Schon mit dem Weltraumteleskop Hubble waren unerwartet früh im Universum voll ausgebildete, aber tote Galaxien gefunden worden, in denen jegliche Sternentstehung aufgehört hat. Seit seiner Inbetriebnahme hat sein Nachfolger ähnliche Gebilde entdeckt, nur noch viel früher. Wie genau sie entstanden und abgestorben sind, ist eines der großen Rätsel, das mit dem Weltraumteleskop James Webb gelöst werden soll. Galaxienweite Winde hätten schon länger unter Verdacht gestanden, erklärt das Forschungsteam jetzt. Eine direkte Beobachtung habe aber bislang gefehlt. Das dürfte sich mit CRISTAL-02 jetzt geändert haben. Vorgestellt wird die Entdeckung und deren Tragweite in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society: Letters.


(mho)



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Glasfaser-Ausbau: Netzbetreiber üben scharfe Kritik an TKG-Entwurf


Netzbetreiber haben den Vorschlag der Bundesregierung für eine Neufassung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen. Die Branche lobt zwar einige gute Ansätze in dem vom Kabinett am Mittwoch vorgelegten Entwurf, sieht aber noch einigen Korrekturbedarf.

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„Wir hätten mehr erwartet“, zieht Thomas Braun vom Breitbandverband Anga ein erstes Fazit. Die Branchenverbände, die gerade noch einen Milliarden-Pakt mit der Bundesregierung für einen flotteren Netzausbau geschlossen haben, zeigen sich enttäuscht und warnen vor neuer Bürokratie und mehr Belastung durch neue Regulierungsauflagen.

„Die TKG-Novelle hat in einer höchst sensiblen Marktphase die Chance geboten, die Rahmenbedingungen neu auszutarieren“, sagt Valentina Daiber, Präsidentin des Verbands der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt (VATM). „Diese Chance wurde nicht genutzt.“

Dabei stoßen in der Branche insbesondere die Vorschläge der Bundesregierung für die Zugangsregulierung zu Glasfasernetzen am und im Haus auf Kritik.

Betreiber neuer Glasfasernetze sollen laut dem

Entwurf

ihren Wettbewerbern einen Netzzugang gewähren, wenn diese die angeschlossenen Kunden erreichen wollen. Sie müssen mit Interessenten darüber verhandeln. Kommt keine Einigung zustande, kann die Bundesnetzagentur eingreifen und die Rahmenbedingungen für den Netzzugang festlegen.

Bei DSL ist das Alltag: Die Telekom gewährt ihren Wettbewerbern einen staatlich regulierten Zugang zu ihrer Infrastruktur. Über die Bedingungen dafür wird in regelmäßigen Abständen gestritten, aber im Grunde hat die Branche das System so akzeptiert.

Mit dem neuen TKG soll das nun auch für die Betreiber von Glasfasernetzen gelten. Bisher war die rechtliche Voraussetzung für eine Regulierung, dass das betroffene Unternehmen eine besondere Marktmacht hat. Bei DSL, das nur über die Kupferdoppelader des Telefonanschlusses zum Kunden kommt, gilt das landesweit für die Telekom.

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Mit dem neuen TKG soll dieses Regime auf die Glasfasernetze ausgedehnt werden – mit einem entscheidenden Unterschied: „Die Regelung gilt symmetrisch, d.h. für alle Unternehmen unabhängig von beträchtlicher Marktmacht.“ Das bedeutet, dass Glasfasernetze unabhängig von ihrer Größe oder der Marktmacht des jeweiligen Betreibers der Regulierung unterworfen werden sollen.

Die betroffenen Netzbetreiber lehnen das rundheraus ab. „Die Bundesregierung setzt mit der geplanten zusätzlichen Regulierung ein völlig falsches Signal zulasten der Wettbewerber der Telekom“, warnt Sven Knapp vom Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko). „Das ohnehin schwierige Investitionsumfeld würde sich damit weiter verschlechtern.“

Das Argument: Eine Zugangsverpflichtung macht die Kalkulation des Ausbaus für den Netzbetreiber noch schwieriger. „Das trifft genau die ausbauenden Unternehmen, die das Land modernisieren“, sagt Anga-Präsident Braun. „Es bremst dringend nötige Investitionen aus.“

Dabei funktioniere Open Access, die gemeinsame Nutzung auf Verhandlungsbasis, in der Praxis gut, sagen die Verbände. Knapp spricht von einem Boom: „Wöchentlich werden neue Kooperationen geschlossen, die die Anbieter- und Produktauswahl für Verbraucherinnen und Verbraucher erhöhen. In dieser Phase mit staatlichen Instrumenten in den Markt einzugreifen, wäre fatal.“

Mit dem TKG soll überdies das umstrittene „Vollausbaurecht“ eingeführt werden. Netzbetreiber, die einen Haushalt im Gebäude erschließen, sollen das Recht bekommen, auch die anderen Haushalte oder Geschäftsräume anzuschließen. Im Gegenzug müssen sie Wettbewerbern bei Bedarf einen Zugang zu Anschlüssen gewähren.

Während dieses Prinzip nicht grundsätzlich umstritten ist, stoßen sich die Netzbetreiber an der Ausgestaltung des Gesetzes. Die Regeln für den Zugang zu hausinternen Netzen gehen aus Sicht des VATM „zu weit“: Der TKG-Entwurf drohe, „aus einem gezielten Zugangsinstrument nun ein enges Regelwerk zu machen, das noch schärfer ausfällt“.

Die Verbände Anga und VATM warnen zudem vor der Gefahr, dass das Vollausbaurecht marktmächtige Unternehmen zum „Handtuchwerfen“ ermuntern könnte: Das spiele vor allem der Deutschen Telekom in die Karten. Der Gesetzgeber müsse Investitionen im Haus schützen, betont Anga-Präsident Braun. „Wer zuerst investiert, darf nicht durch Regulierung bestraft werden.“

Überwiegend wohlwollend nehmen die Branchenvertreter die von der Bundesregierung geplanten Rahmenbedingungen für den Übergang von Kupfer- zu Glasfasernetzen zur Kenntnis. Hier soll die Bundesnetzagentur künftig eine stärkere Rolle spielen und dafür Sorge tragen, dass für alle Marktteilnehmer die gleichen Bedingungen gelten.

Mit Unverständnis reagiert die Branche auf die Entscheidung, die ursprünglich geplante Regelung zur schnelleren Stromanbindung von Mobilfunkstandorten wieder zu streichen. „In der Praxis dauert die Stromanbindung derzeit bis zu eineinhalb Jahre“, sagt Bitkom-Chef Bernhard Rohleder. „Mobilfunkstandorte brauchen deshalb eine vorrangige und schnellere Anbindung an das Stromnetz.“

Der Entwurf der Bundesregierung muss nun noch im Parlament beraten werden. Die Branchenvertreter fordern weitere Änderungen des Gesetzes: „Statt Turbo für den Netzausbau droht das Gesetz zur Glasfaser-Bremse zu werden – und das zu einem Zeitpunkt, der entscheidend für den weiteren Ausbau ist“, bilanziert Sven Knapp, Chef des Breko-Hauptstadtbüros. „Wir appellieren deshalb an Bundestag und Bundesrat, den Entwurf an entscheidenden Stellen zu ändern.“


(vbr)



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YouTube Premium wird in Deutschland teurer – teils erheblich


Das werbefreie Abonnement YouTube Premium wird teurer. Google erhöht die Abopreise sowohl im Einzel- als auch im Familienabo. Auch Studentinnen und Studenten sowie Abonnenten des Premium-Lite-Tarifs müssen künftig mehr zahlen. Es ist die erste Preiserhöhung von YouTube in Deutschland seit 2023.

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Für das Einzelabo von YouTube Premium verlangt Google künftig 14,99 statt bisher 12,99 Euro – ein Aufpreis von 2 Euro. Zahlt man das Abo für 12 Monate auf einen Schlag, kostet es 149,99 Euro statt 180 Euro bei monatlicher Zahlung.

Erheblich mehr schlägt der Konzern auf das Familienabo drauf, das sich mit bis zu fünf weiteren Familienmitgliedern ab 13 Jahren teilen lässt: Anstelle der 23,99 Euro kostet es fortan 27,99 Euro im Monat – 4 Euro mehr. Das vergünstigte Studentenabo, das bisher für 7,49 Euro im Monat gebucht werden konnte, kostet nun 8,99 Euro pro Monat – 1,50 Euro mehr.


Screenshot der neuen YouTube Preise

Screenshot der neuen YouTube Preise

YouTube Premium wird in Deutschland teurer.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Das im vergangenen Jahr in Deutschland eingeführte Abo Premium Lite wird ebenfalls teurer. Anstelle der bisher abgerufenen 5,99 Euro pro Monat fallen nun 7,99 Euro monatlich an. Mit dem Lite-Abo werden Abonnenten „bei den meisten Videos“ keine Werbeunterbrechungen angezeigt, zudem lassen sich seit Anfang dieses Jahres „die meisten“ YouTube-Videos herunterladen und „die meisten Videos“ auf Smartphones und Tablets im Hintergrund abspielen.

Die neuen Abopreise, die bereits auf der Plattform einsehbar sind, betreffen offenbar nicht nur Neukunden. Laut einem Beitrag von Stadt Bremerhaven erhalten Bestandskunden derzeit Mails von YouTube, mit denen über die Preisanpassungen informiert wird. Laut YouTube werden bestehende Mitglieder mindestens 30 Tage vor einer Preiserhöhung benachrichtigt; der neue Preis wird erst im ersten Abrechnungszeitraum fällig, der mindestens 30 Tage nach der Ankündigung liegt. Die Preiserhöhungen für Deutschland deuteten sich bereits im April an. Damals drehte Google in den USA an der Preisschraube für YouTube-Abos.

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(afl)



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Wetterradar soll Schutz der Zugvögel vor Windrädern verbessern


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This article is also available in
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Ein Schweizer Forschungsteam will unter Einbezug eines Wetterradarsystems den Vogelschlag durch Windräder verringern. Es hat simuliert, wie sich mithilfe von Wetterradardaten die Zahl der getöteten Vögel verringern lässt, indem Windräder abgeschaltet werden, wenn Vogelschwärme sich ihnen nähern.

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„Viele Menschen lehnen Windturbinen ab, weil sie glauben, dass diese eine enorme Menge an Vögeln töten“, sagte Projektleiterin Silke Bauer. „Ich möchte nachhaltige Energieproduktion und Vogelschutz vereinbaren und aufzeigen, dass es Strategien gibt, um die Zahl gefährdeter Vögel zu reduzieren.“

Bauers Team von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) will das Wetterradarsystem nutzen, um den Vogeltod durch Windräder zu verhindern. Die Stationen sind über ganz Europa verteilt und erfassen Niederschläge und Wolken. Die Messungen erfolgen im Abstand von etwa 15 Minuten. Das Wetterradar erkennt aber nicht nur Wolken und Regen, sondern auch Vogelschwärme und kann deren Bewegungen über einen größeren Bereich verfolgen.

Das Team wertete für seine Studie, die in der Fachzeitschrift Nature Sustainability erschienen ist, Wetterradar-Daten aus Deutschland, Frankreich und den Benelux-Ländern aus dem Jahr 2018 aus. Zu dem Zeitpunkt waren dort rund 42.000 Windturbinen installiert. Das Team versuchte, anhand der Daten von 37 Wetterradaren und aufwendigen statistischen Analysen das Risiko für die Vogelwelt abzuschätzen. Demnach waren pro Windrad fast 800 Vögel gefährdet.

Dann modellierte das Team verschiedene Szenarien zum Abschalten der Windkraftanlagen, mit denen entweder 50 oder 90 Prozent der potenziellen Kollisionen vermieden werden sollten. Im ersten Szenario erfolgte die Abschaltung während des stärksten Vogelzugs. Im zweiten wurden die Anlagen dann gestoppt, wenn die Vogeldichte in ihrer Umgebung einen bestimmten Schwellenwert überschritt.

Szenario drei schließlich setzte die Gefährdung der Vögel und die Stromerzeugung in Beziehung: Abgeschaltet wurde dann, wenn die Zahl möglicher Kollisionen pro erzeugbarer Kilowattstunde Strom über einen gesetzten Grenzwert stieg.

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Für die Betreiber der Windkraftanlagen sind die ersten beiden Szenarien nicht sehr attraktiv, weil sie ihren Ertrag verringern: Je nach Zielsetzung beim Vogelschutz sinkt die Stromproduktion um 2 bis 20 Prozent. Besser sieht das im dritten Szenario aus: Hier liegen die Verluste nur bei 1,2 bis 7,6 Prozent Strom. „Überraschend effiziente Kompromisse sind möglich, bei denen nur wenig Energieproduktion verloren geht“, resümiert Bauer. Im nächsten Schritt will sie ihre Berechnungen auf ganz Europa sowie auf längere Zeiträume ausweiten.

Windräder liefern günstigen und sauberen Strom, doch für Vögel können sie zur Todesfalle werden. Auf dem Festland der USA sterben nach Schätzungen pro Jahr 140.000 bis 330.000 Vögel durch Windräder. Vergleichbare Zahlen für Europa gibt es laut WSL nicht.

Allerdings sind Windkraftanlagen vergleichsweise ungefährlich für Vögel. Weit mehr sterben durch Sendetürme, Autos und Freileitungen. Die größte Gefahr geht jedoch von Gebäuden und Katzen aus: Bis zu einer Milliarde Vögel sterben in den USA im Jahr durch Gebäude, vor allem durch die Kollision mit Glasflächen. Katzen fallen jährlich 365 Millionen bis 1 Milliarde Vögel zum Opfer.

Vereinzelt spüren lokale Radarsysteme Vogelschwärme auf und schalten die Windräder, etwa am Gotthardpass in der Schweiz. Diesen Vogelzugkorridor durchqueren im Jahr rund 1,7 Millionen Zugvögel. Das Wetterradar liefert aber Daten in höherer räumlicher und zeitlicher Auflösung.

Der Vogelzug ist ein wichtiger Teil der biologischen Vielfalt. Er findet zweimal im Jahr statt, ist also auf einen engen Zeitraum begrenzt. In diesem gibt es relativ kurze Spitzen an Vogelbewegungen. Entsprechend wären auch die Einschränkungen für die Produktion von Windstrom begrenzt.


(wpl)



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