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BBC-Studie enthüllt: Meta und TikTok pushten toxische Inhalte
Warum sehen wir so viel Hass im Feed? Eine BBC-Recherche zeigt, wie Meta und TikTok Inhalte priorisierten, die starke Reaktionen auslösen. Problematischer Content wird nicht nur toleriert, sondern systematisch verstärkt.
Empörung ist kein Nebenprodukt sozialer Netzwerke, sondern ihr Treibstoff. Recherchen der BBC-Dokumentation Inside the Rage Machine aus dem März 202 basieren auf Interviews mit mehr als einem Dutzend Whistleblowern und Insidern. Sie zeigen, wie Meta und TikTok problematische Inhalte in Teilen zugelassen und teils aktiv gefördert haben sollen, um Engagement zu steigern. Gemeint sind nicht nur klar illegale Inhalte, sondern vor allem sogenannter Borderline Content, also Beiträge, die legal sein können, aber nachweislich problematisch wirken, etwa Frauenfeindlichkeit, Verschwörungserzählungen, Hassrede oder gewaltvolle Inhalte.
Dass genau solche Inhalte besonders gut funktionieren, ist seit Jahren empirisch belegt. Eine MIT-Studie von 2018 zeigt, dass sich emotional aufgeladene Inhalte deutlich schneller und weiter verbreiten als sachliche Informationen. Inhalte mit Falschmeldungen hatten eine 70 Prozent höhere Sharing-Wahrscheinlichkeit vorzuweisen
Damit wird klar, warum Emotionen wie Wut, Überraschung oder Schock im Zentrum vieler Feeds stehen. Sie sind keine Nebeneffekte, sondern zentrale Signale für Interaktion. Generative KI verstärkt diese Dynamik zusätzlich, weil sich täuschend echte und potenziell irreführende Inhalte heute schneller und in größerem Umfang produzieren lassen.
Diese problematische Logik ist eng mit dem Geschäftsmodell der Plattformen verknüpft. Je länger Nutzer:innen bleiben, desto mehr Werbung lässt sich ausspielen. Die Erkenntnisse aus der BBC-Dokumentation zeigen kein Einzelproblem, sondern ein System, das problematische Inhalte absichtlich verstärkt.
TikTok is back:
Back to normal?
„Was Empörung auslöst, wird verstärkt“ – so funktionieren TikTok, Instagram und Facebook
Dass viele Nutzer:innen täglich Hass, Desinformation und problematische Inhalte sehen, ist kein Zufall. Was im Feed landet, folgt den von Plattformen wie Instagram und TikTok bewusst gesetzten Mustern – geprägt von wirtschaftlichen Interessen, nicht vom Schutz der Nutzer:innen. Die BBC-Recherche liefert dazu konkrete Einblicke.
Meta pusht, was triggert
Ein ehemaliger Meta-Ingenieur, den die BBC in der Dokumentation anonymisiert als „Tim“ führt, sagte, dass Teams gezielt mehr Borderline Content zugelassen haben. Gemeint sind Inhalte, die nicht illegal sind, aber problematisch wirken, etwa frauenfeindliche Beiträge oder Verschwörungserzählungen. Die Entscheidung sei laut seiner Darstellung ökonomisch geprägt gewesen. Wettbewerbsdruck durch TikTok sowie der Druck auf den Aktienkurs hätten die strategische Ausrichtung maßgeblich beeinflusst. Auf Management-Ebene sei die Logik entsprechend formuliert worden: Wer im Wettbewerb mit TikTok zurückliegt, riskiert auch wirtschaftliche Einbußen. Wachstum habe damit oberste Priorität gehabt. Parallel dazu liefen interne Tests mit teils hunderten Millionen Nutzer:innen, häufig ohne deren Wissen, um zu analysieren, welche Inhalte besonders stark performen und wie sich Feeds entsprechend optimieren lassen.
Interne Dokumente, die unter anderem vom ehemaligen Meta Researcher Matt Motyl stammen, zeigen, wie kalkuliert diese Strategie ist. Das Problem war intern bekannt. Ein Dokument, das der BBC vorliegt, hält fest, dass die durch die Algorithmen geschaffenen finanziellen Anreize nicht mit der eigenen Mission übereinstimmen. Inhalte, die Empörung auslösen, werden systematisch bevorzugt – selbst dann, wenn sie dem Wohl der Nutzer:innen schaden. In internen Analysen wird zudem beschrieben, dass Algorithmen besonders stark auf Inhalte reagieren, die Empörung hervorrufen. Inhalte, die emotional aufladen, bleiben sichtbar und werden weiter ausgespielt.
Wie deutlich sich das in der Praxis zeigt, wird beim Blick auf Instagram Reels klar. Interne Daten weisen darauf hin, dass Kommentare dort signifikant häufiger problematische Inhalte enthalten als im klassischen Feed: 75 Prozent mehr Mobbing und Belästigung, 19 Prozent mehr Hassrede sowie sieben Prozent mehr Gewalt und Aufstachelung.
Gleichzeitig wurde massiv in Wachstum investiert. Brandon Silverman, Mitgründer des von Meta übernommenen Analyse-Tools CrowdTangle und früher selbst in strategische Diskussionen eingebunden, berichtete, dass rund 700 zusätzliche Stellen in den Ausbau von Reels flossen, während Sicherheits-Teams deutlich weniger Ressourcen erhielten.
Kritiker:innen sehen in diesen Entwicklungen auch eine politisch geprägte Kurskorrektur im Kontext von Donald Trumps zweiter Amtszeit im Weißen Haus. Inhalte werden weniger streng moderiert, während politische und wirtschaftliche Interessen stärker berücksichtigt werden. Sie sprechen von einem strategischen Entgegenkommen gegenüber politischen Akteur:innen, um regulatorischen Druck zu reduzieren.
TikTok setzt andere Prioritäten als behauptet
Bei TikTok ergibt sich aus der BBC-Recherche ein ähnlich problematisches Bild. Eine Person aus dem Trust-and-Safety Team, die die BBC als „Nick“ anonymisiert, sagte, dass interne Systeme Fälle nicht primär nach Risiko priorisieren. Demnach seien politische Fälle teils höher eingestuft worden als Meldungen zu Cybermobbing oder sexueller Ausbeutung von Minderjährigen. Der Grund dafür sei aus Sicht des Whistleblowers nicht der Schutz der Nutzer:innen gewesen, sondern der Versuch, eine „strong relationship“ zu politischen Entscheidungsträger:innen aufrechtzuerhalten und Regulierungen oder Verbote zu vermeiden.
Dazu passt die technische Perspektive von Ruofan Ding, der von 2020 bis 2024 als Machine-Learning-Ingenieur an TikToks Empfehlungssystem gearbeitet hat. Er beschreibt die Empfehlungslogik als eine Art Black Box. Für Entwickler:innen seien Inhalte in erster Linie Datenpunkte. Die Verantwortung für problematische Inhalte liege bei separaten Safety Teams, während das System selbst auf Interaktion optimiert werde. Genau das macht die Dynamik so brisant. Inhalte, die aufregen, werden sichtbarer. Inhalte, die schaden, verschwinden nicht automatisch.
Wie real die Folgen sein können, zeigt auch ein Fall aus der Recherche. Ein junger Nutzer names Calum, heute 19 Jahre alt, berichtete, dass er durch den Algorithmus ab dem Alter von 14 Jahren radikalisiert worden sei. Ihm seien Inhalte ausgespielt worden, die seine Wut verstärkten und rassistische sowie frauenfeindliche Ansichten förderten. Gleichzeitig warnen britische Anti-Terror-Spezialist:innen laut BBC vor einer zunehmenden Normalisierung antisemitischer, rassistischer, gewaltvoller und rechtsextremer Inhalte auf Plattformen.
Social-Media-Verbote für Jugendliche: Die falsche Stellschraube?
Die aktuellen Enthüllungen dürften die Debatte über Social-Media-Verbote für Minderjährige weiter anheizen. Was lange als zu drastisch galt, wird inzwischen konkret umgesetzt. Australien hat im Dezember 2025 als erstes Land weltweit ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt. Indonesien führt seit März 2026 schrittweise ein Verbot für unter 16-Jährige ein, Malaysia plant ähnliche Regelungen. In Europa ziehen mehrere Länder nach. Spanien arbeitet an einem Verbot für unter 16-Jährige, Frankreich hat Anfang 2026 ein Gesetz für ein Verbot unter 15 Jahren verabschiedet, das noch final bestätigt werden muss. Dänemark, Griechenland und weitere Länder prüfen vergleichbare Altersgrenzen. Auch in Deutschland gewinnt die Debatte an Schärfe. Eine repräsentative YouGov-Erhebung aus dem Jahr 2025 zeigt, dass eine Mehrheit strengere Regulierungen für die Social-Media-Nutzung von Minderjährigen befürwortet.
Genau an diesem Punkt wird die Debatte allerdings komplizierter. Unter jungen Nutzer:innen wächst der Eindruck, dass sie die Folgen eines Systems ausbaden sollen, das von den Plattformen selbst gestaltet wurde. Zumal nicht nur Minderjährige betroffen sind. Auch Erwachsene zeigen Muster wie Kontrollverlust, Abhängigkeit oder exzessive Nutzung. Kritiker:innen argumentieren deshalb, dass Verbote zwar Symptome adressieren, die eigentliche Plattformlogik aber kaum verändern. Einige Mechanismen, die Empörung belohnen, Borderline Content verstärken und toxische Inhalte algorithmisch sichtbar machen, bleiben bestehen. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht nur, ob Jugendliche Social Media nutzen sollten. Sie lautet auch, warum Plattformen immer noch so gebaut sind, dass Wut, Schock und Empörung als besonders wertvolle Signale gelten.
Mehrheit der Deutschen ist dafür:
Kommt jetzt das Social-Media-Verbot für Millionen Jugendliche in der EU?
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Besorgniserregende Zahlen: Fast die Hälfte der Social-Media-Profis hat Erfahrungen mit Burnout
Viele Social-Media-Experten berichten von mentaler Erschöpfung, Verlust von Motivation und Kreativität und sogar Burnout.
Ständige Erreichbarkeit, Überstunden und häufig alleinige Verantwortung: Die Arbeit im Social-Media-Management wird oft unterschätzt, ist aber mit erheblichem Druck verbunden. Eine Studie von Metricool liefert konkrete Zahlen.
Für die erste Ausgabe ihrer Wellbeing-Studie hat Metricool fast 1.000 Social-Media-Profis zu ihrem Arbeitsalltag und den damit verbundenen Belast
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Google deutet auf Werbung in Gemini hin
Nick Fox, Googles SVP für Knowledge and Information, verweist eindeutig auf die Möglichkeit der Werbeintegration in Gemini. Lange hatte Google diese Entwicklung dementiert, doch die Zeichen waren da.
Werbung in KI-Umgebungen wird zum Alltag. ChatGPT hat in den USA medienwirksam Ads eingeführt – und bereits erste User verärgert. Während die Konkurrenz von Perplexity und Claude Werbefreiheit für die User verspricht, geht Google den entgegengesetzten Weg. In den AI Overviews und im AI Mode wird bereits seit einiger Zeit fleißig Werbung integriert. Zuletzt gab es zum Beispiel personalisierte Direct Offers sowie brandneue Shopping Ads im AI Mode als Option für Advertiser. Dass sich das Werbeinventar auch auf andere Bereiche wie die Gemini App ausweiten könnte, schien für viele Branchenbeobachter:innen nur eine Frage der Zeit zu sein. Doch Google dementierte das bis zuletzt. Jetzt sagt ein ranghoher Googler, dass Ads in Gemini nicht ausgeschlossen werden und sogar ein logischer nächster Schritt sind. Das hatte sich bereits abgezeichnet.
Plant Google Ads in Gemini?
Mehr Werbung in KI-Diensten

„User mögen Ads“ – Google denkt an Werbung in Gemini
Schon Ende 2025 gab es konkrete Hinweise darauf, dass Google die Werbeintegration im KI-Kontext über den AI Mode und AI Overviews hinaus denkt. Zu jener Zeit war Googles Robby Stein beim Silicon Valley Girl Podcast von und mit Marina Mogilko zu Gast. Dort sprach er bereits über die Weiterentwicklung von Werbeoptionen aus der KI-Suche:
I think that it’s an opportunity for in the future to be even more helpful for you, particularly in advertising context. And so we started some experiences within AI Mode and Google AI experiences. But we’ve been really focused on building great consumer products first and foremost. But I think users are starting to see some ads experiments there, too.
Auf die Frage, ob man bezahlen könnte, damit die KI das eigene Unternehmen hervorhebt, gab Stein an, dass es keine Barrieren dafür geben sollte, wie User Inhalte finden. Das mag ein Satz mit viel Interpretationsspielraum im Rahmen von neuen Werbelösungen sein. Doch der Hinweis auf Gemini Ads wurde auch andernorts abgebildet. Im Dezember 2025 berichtete Trishla Ostwal für Adweek darüber, dass Google Werbekund:innen in Calls über Werbemöglichkeiten in Gemini im Jahr 2026 informiert habe. Die Informationen stammten von einem anonym gebliebenen Buyer. Kurz darauf dementierte Google jedoch Pläne für Ads bei Gemini. Google DeepMind CEO Demis Hassabis beteuerte Anfang 2026 in Davos gegenüber Alex Heath vom Sources Newsletter, dass es keine Werbepläne für Google Gemini gebe. Doch jetzt gibt es neue, offizielle Einblicke, die Trishla Ostwals Scoop zu bestätigen scheinen.
Fox added “It’s an odd thing to say, but our research shows that users actually like ads within the context of Search. Over time, we’ll figure out what makes sense in the Gemini app.”
— Trishla Ostwal (@trishlaostwal) March 16, 2026
Im Gespräch mit WIRED hat Googles SVP für Knowledge and Information, Nick Fox, die Werbeintegration bei Gemini nicht mehr ausgeschlossen.
Er gab an, dass man die Learnings aus den AI Mode Ads durchaus für Werbung in Gemini einsetzen könnte.
I would expect that the learnings that we get from ads in AI Mode would likely carry over to what we might want to do in the Gemini app down the road.
Außerdem betonte Fox, dass User die Ads in der Suche sogar mögen würden:
It’s an odd thing to say, but our research shows that users actually like ads within the context of Search. Over time, we’ll figure out what makes sense in the Gemini app.
Werbung in Googles Gemini App scheint nun, da es dieses offizielle Zugeständnis gibt, tatsächlich nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Wann wir mit einem Roll-out rechnen können, ist weiterhin unklar. 2026 dürfte aber als Startjahr realistisch sein. Immerhin könnte Google sich mit einem breiteren Werbeangebot als bei der Konkurrenz in Bezug auf die relevanten Inventare weitere Wettbewerbsvorteile sichern, gerade gegenüber OpenAI. Dabei ist und bleibt der Faktor Werbung für Google-Mutter Alphabet ein Kernbaustein des Geschäfts. Im vierten Quartal 2025 lag der Werbeumsatz bereits bei über 82 Milliarden US-Dollar. Das waren fast zehn Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum. Ende 2026 könnte die Zahl deutlich höher ausfallen, auch dank Ads im AI Mode und womöglich schon bei Gemini.
Google bringt neues Shopping-Werbeformat für den AI Mode

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