Künstliche Intelligenz
Dell AI Factory 2.0: Neue Server mit Nvidia B300 und eigenes Dateisystem
Auf seiner Hausmesse hat Dell neue und erweiterte Integrationen mit Nvidia, Intel, Google, Cohere, Hugging Face, Palantir und ServiceNow vorgestellt. Hinzu kamen Erweiterungen der Dell AI Data Platform, das Dell Data Lakehouse und das neue parallele Dateisystem Project Lightning. Damit soll die KI näher an die Unternehmensdaten gebracht werden. Laut Michael Dell planen 85 Prozent der Firmen, generative KI-Workloads innerhalb der nächsten 24 Monate on-premises auszuführen.
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Mehr On-Prem-Modelle und Partnerstacks
Zentraler Baustein bleibt die Dell AI Factory mit Nvidia. Dell hat dazu Version 2.0 angekündigt. Sie kombiniert neue KI-Server, Netzwerk, Storage, Kühlung, Managed Services und Softwarekomponenten für Training, Inferenz und agentische KI. Dazu gehören unter anderem die PowerEdge-Systeme XE9780L und XE9785L mit jeweils acht Nvidia-B300-Beschleunigern sowie Support für Nvidia RTX Pro 6000. Daneben erweitert Dell die AI Factory um Intel-Gaudi-3-Beschleuniger und den PowerEdge XE9680. Dell positioniert die Plattform als validierte Komplettlösung mit PowerEdge-Servern, PowerScale-Storage, PowerSwitch-Netzwerk, Services und einem Open-Source-Softwarestack, beispielsweise PyTorch, Kubernetes, Grafana und Prometheus.
Auch bei Modellen und Agentenplattformen baut Dell das Angebot aus. Gemeinsam mit Google Cloud sollen Gemini-Modelle on-premises bereitgestellt werden. Die Lösung steht exklusiv für Dell-Kunden zur Verfügung und soll mehr Kontrolle über Daten und Infrastruktur ermöglichen. Mit Cohere bringt Dell außerdem die Agentenplattform Cohere North auf die eigene Infrastruktur. North soll sich mit Dell-Storage und allen Datenquellen verbinden lassen.
Als validierte On-Prem-Lösungen nennt Dell unter anderem Hugging Face, Palantir, Reflection, ServiceNow und SpaceXAI. Hinzu kommen validierte KI-Lösungen mit Mistral, Fogsphere, Ipsotek, UneeQ Digital Humans und Poolside, die über den Katalog der Dell Automation Platform bereitgestellt werden können. Damit deckt Dell ein breites Spektrum ab: Modelle, Agentenplattformen, Entwicklungswerkzeuge, Workflow-Automation, Computer Vision und verschiedene Formen des Datenzugriffs.
On-Prem-Modelle allein lösen das zentrale Problem allerdings nicht: Agenten, RAG-Anwendungen und domänenspezifische Modelle benötigen Zugriff auf bereinigte, auffindbare und schnell verfügbare Daten. Diese liegen häufig verteilt in File- und Object-Stores, Datenbanken, ERP- und CRM-Systemen oder an Edge-Standorten. Hier setzt Dell mit der erweiterten AI Data Platform an. Sie soll Datenquellen erschließen, Datenflüsse beschleunigen und Unternehmensdaten für KI-Anwendungen besser nutzbar machen. In der Keynote beschrieb Dell-COO Jeff Clarke die Plattform als neues Element der AI Factory. Sie soll helfen, Daten für KI-Workflows vorzubereiten, zu organisieren, zu verarbeiten und zu schützen.
Lakehouse, PowerScale und ObjectScale
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Ein Baustein der AI Data Platform ist das Dell Data Lakehouse. Es kombiniert die Skalierbarkeit und Kosteneffizienz eines Data Lake mit der Struktur und Zuverlässigkeit eines Data Warehouse. Eine föderierte Query Engine soll Daten über verschiedene Umgebungen hinweg auffindbar, analysierbar und verarbeitbar machen. Zudem soll sie helfen, die Orchestrierung für Agenten zu automatisieren.
Als Storage-Grundlage nennt Dell PowerScale und ObjectScale. PowerScale ist für File- und Object-Storage für unstrukturierte Daten und KI-Analysen zuständig, ObjectScale S3-kompatible Object-Workloads. Dell hatte bereits kurz vor der Veranstaltung angekündigt, PowerFlex in Dell Exascale Storage einzubinden. Damit deckt die Architektur Blockzugriffe über PowerFlex, File-Workloads über PowerScale und Lightning sowie Object-Storage über ObjectScale ab.
Für KI-Anwendungen ist diese Trennung relevant, weil Trainings-, Inferenz- und RAG-Workloads häufig andere Datenpfade benötigen als klassische Unternehmensanwendungen. Während ERP- und Datenbankdaten oft blockbasiert verarbeitet werden, dominieren bei vielen KI-Workloads unstrukturierte Daten, File- und Object-Zugriffe, Vektorindizes, Metadaten und Kontextinformationen.
Lightning File System für GPU-Workloads
Mit Project Lightning kündigte Dell ein neues paralleles Dateisystem für KI- und HPC-Workloads an. Es ist für hohen Durchsatz, niedrige Latenz und parallele Zugriffe vieler GPU-Knoten ausgelegt. Dell nennt als Einsatzfelder unter anderem Training, Inferenz, Checkpointing, Key-Value-Caching und Metadatenanalysen. Pro Node verspricht Dell 97 GByte/s Random-Read-Durchsatz und 97 Prozent Bandbreiteneffizienz. Die Architektur nutzt RDMA-Netzwerke und unterstützt Nvidia GPUDirect Storage. Damit soll Lightning einen 67 Prozent schnelleren Datenzugriff und einen doppelt so hohen Durchsatz gegenüber dem Wettbewerb erreichen.
Zusätzlich arbeitet Dell mit Nvidia an einer hochskalierbaren Caching-Lösung für beschleunigte Inferenz. Sie integriert sich mit Nvidias NIXL-Bibliothek und zielt auf agentische Workloads sowie Reasoning-Modelle mit langen Denk- und Kontextphasen. Dell nennt dafür bis zu 100-mal mehr Tokens pro Sekunde und 80 Prozent geringere Latenz.
Eine On-Prem-Plattform für die ganze KI
Dell entwickelt seine AI Factory von einer reinen GPU- und Infrastrukturplattform zu einer umfassenden Umgebung für Enterprise-KI. Die Partnerstacks liefern Modelle, Agenten und Integrationen; die AI Data Platform organisiert und beschleunigt den Zugriff auf Unternehmensdaten. Das passt zum On-Prem-Trend: KI soll dort laufen, wo Daten, Latenzanforderungen, Zugriffsrechte und Governance-Vorgaben liegen.
Doch ob das in heterogenen Umgebungen funktioniert, hängt weniger vom Modellkatalog als von Datenqualität, Governance, Zugriffsrechten und den tatsächlichen Datenpfaden ab. Dell liefert dafür zwar mehr Bausteine, die eigentliche Arbeit bleibt jedoch die gleiche: Unternehmen müssen wissen, welche Daten sie haben, wie relevant sie im Einzelfall sind und ob sie für KI überhaupt brauchbar sind.
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(fo)
Künstliche Intelligenz
Keine Alterskontrolle für Linux | heise online
Die geplanten Gesetze in Kalifornien und Colorado zur Altersprüfung in Betriebssystemen werden wohl nicht für Open-Source-Betriebssysteme gelten. In beiden Staaten wurden nach erheblichem Widerstand aus der Community Änderungen veranlasst, die freie Betriebssysteme explizit von den neuen Gesetzen ausnehmen. Die Gesetze sehen vor, dass Betriebssysteme beim Anlegen eines Benutzerkontos die Altersgruppe des Nutzers abfragen müssen, um es Apps und Webseiten auf Anfrage mitzuteilen.
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Die kalifornische Abgeordnete Buffy Wicks, aus deren Feder der „Digital Age Assurance Act“ stammt, hat im Februar Assembly Bill 1856 auf den Weg gebracht. Dieser Entwurf soll den Gesetzestext an entscheidenden Stellen verändern, noch bevor er 2027 wirksam wird. Nun steht AB 1856 vor der dritten Lesung in der kalifornischen Staatsversammlung und muss danach noch den Senat passieren, es wird ein positives Ergebnis erwartet. Neben kleineren Änderungen ist der entscheidende Satz die Definition eines „Operating System Providers“: Wer Software unter einer Lizenz vertreibt, die Endnutzern das Kopieren, Verändern und Weitergeben erlaubt, fällt jetzt explizit nicht mehr darunter. Damit sind die meisten Linux-Distributionen vom Gesetz effektiv nicht betroffen. Linux-basierte Systeme mit proprietären Komponenten, wie SteamOS oder typische Android-Versionen, fallen aber voraussichtlich nicht unter diese Ausnahme.
Auch zweiter Gesetzentwurf angepasst
Der entsprechende Gesetzesentwurf in Colorado, Senate Bill 26-051, war noch nicht verabschiedet, bevor sich Widerstand regte: Carl Richell, CEO von System76, suchte medienwirksam das Gespräch mit Senator Matt Ball, einem der Hauptinitiatoren des Entwurfs. Im April wurde hier eine quasi identische Ausnahmeregelung erwirkt; wer Software unter einer freien Lizenz vertreibt, gilt nicht als „Operating System Provider“. Das Gesetz wurde einschließlich dieser Regel angenommen und tritt jetzt erst im Juli 2028 in Kraft.
Der kalifornische „Digital Age Assurance Act“ wurde 2025 als Assembly Bill 1043 aus der Taufe gehoben und sorgte für rege Diskussionen in der Open-Source-Gemeinschaft. Große Projekte wie Systemd und elementary OS hatten sich schon auf die notwendigen technischen Änderungen vorbereitet, während Projekte wie GrapheneOS und Ageless Linux sich gegen die Maßnahmen stemmten. Kritiker befürchten eine zukünftige Ausweitung der Gesetze, die es statt der Selbst-Angabe des Alters zum Beispiel vorsieht, sich einer staatlichen Stelle gegenüber ausweisen zu müssen. Die nun erarbeiteten Ausnahmeregelungen seien eine Blaupause für Open-Source-Entwickler, um gegen ähnliche Gesetzesvorschläge in anderen US-Staaten zu kämpfen, erklärte Richell. New York steht bereits mit einem noch strengeren Entwurf in den Startlöchern und sogar auf Bundesebene könnte der „Parents Decide Act“ bald für neue Diskussionen sorgen.
(dmk)
Künstliche Intelligenz
Gmail: Entwickler lösen Probleme mit Microsoft-Exchange-Online-Konten
Vor rund zwei Wochen wurde bekannt, dass es Probleme beim Verarbeiten von E-Mails auf Microsoft-Exchange-Online-Konten mit Gmail gibt. Seit Anfang Mai haben sich Benutzerbeschwerden gehäuft, es gab erneut Probleme mit dem Exchange-ActiveSync-Protokoll.
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Die Problemberichte gingen in die Richtung, dass das Login in den Microsoft-365-Exchange-Online-Zugang nicht mehr gelingt. Eine Fehlermeldung deutete in die Richtung, die Konto-Informationen zu prüfen oder eine moderne Authentifizierung zu nutzen. Ein Sprecher von Google hat auf die Anfrage von heise online nun reagiert und mitgeteilt, dass das Problem jetzt gelöst ist.
Gmail-Problem im Zeitverlauf
Demnach hat Google das aktuelle Problem Ende vergangener Woche korrigieren können. Ein Beitrag im Google Workspace Status Dashboard erörtert die Details. Die Störung begann demzufolge am Mittwoch, den 6. Mai 2026. Ab dem 16. Mai haben Googles IT-Spezialisten das Problem untersucht. Am Montag vergangener Woche haben sie als Tipp für Betroffene die Nutzung der Microsoft-Web-App vorgeschlagen, um auf den Exchange-Online-Posteingang zuzugreifen. Laut Eintrag vom Dienstag vergangener Woche haben die Programmierer den Fehler dann eingrenzen und eine neue Version der Gmail-Android-App erstellen können, die einen Fix enthält, der die Blockade der Betroffenen löst. Nutzerinnen und Nutzer, die bereits die neue App-Version erhalten haben, könnten sich wieder anmelden und die Konten erfolgreich synchronisieren.
Am Freitag vor dem Wochenende ergänzt Google dann, dass die App-Version 2026.05.11 von Gmail im Google Play Store veröffentlicht wird. Sie enthält die vorgenannte Fehlerkorrektur. Umgerechnet am Freitag um 00:00 Uhr nachts in unserer Zeitzone, hat Google dann das Problem als gelöst markiert.
Die eigentliche Ursache für das aufgetretene Problem, dass sich Nutzerinnen und Nutzer nicht mit Gmail in ihre Microsoft-Exchange-Online-Konten anmelden konnten, nennt Google jedoch nicht. Die Vermutung einiger Betroffener, dass Microsofts Erzwingen des Exchange-ActiveSync-Protokolls in Version 16.1 seit dem 1. März 2026 Auslöser war, bestätigt Google nicht.
(dmk)
Künstliche Intelligenz
Roundcube-Webmail-Instanzen mit Schadcode attackierbar | heise online
Die Open-Source-Webmailsoftware Roundcube Webmail ist verwundbar und Angreifer können an insgesamt acht Schwachstellen ansetzen. Im schlimmsten Fall kann Schadcode Systeme kompromittieren. Sicherheitsupdates stehen zum Download.
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Verschiedene Gefahren
In einem Beitrag versichern die Entwickler, die Lücken in Roundcube Webmail 1.6.16 und 1.7.1 geschlossen zu haben. Vier der Schwachstellen sind mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft (CVE-2026-48842, CVE-2026-48843, CVE-2026-48848, CVE-2026-48844).
Installieren Admins die Sicherheitspatches nicht, können Angreifer unter anderem im Zuge von SQL-Injection- und Stored-XSS-Attacken Schadcode auf Computer schieben und ausführen. Bislang gibt es keine Hinweise, dass Angreifer die Lücken bereits ausnutzen.
Zuletzt haben die Entwickler im März dieses Jahres Sicherheitsupdate für die Webmailsoftware veröffentlicht.
(des)
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