Künstliche Intelligenz
„Deutsche kulturelle Prägung“ soll Streaming-Pflicht werden
Streamingplattformen und Sender mit mehr als 10 Millionen Euro Jahresumsatz sollen dazu verpflichtet werden, in „europäische audiovisuelle Werke“ – also Videoinhalte – zu investieren. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen. Acht Prozent der in Deutschland erzielten Werbeumsätze und Abogebühren müssen die Anbieter demnach künftig in EU-Werke investieren. 60 Prozent davon müssten neue Werke sein, 80 Prozent eine „deutsche kulturelle Prägung“ aufweisen und 70 Prozent von „unabhängigen Filmherstellern“ erstellt werden.
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„Wir haben über Parteigrenzen hinweg entschieden, mit dem Filmbooster so viel Geld in die heimische Filmbranche zu geben wie nie zuvor“, sagt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, der die Regelung maßgeblich vorangetrieben hat. Und meint damit nicht zuletzt die deutlich angehobene Filmförderung des Bundes, der künftig fast 550 Millionen Euro jährlich in Filmproduktionen steckt. „Zugleich nehmen wir die Streaminganbieter und Sender deutlich in die Pflicht, geben ihnen über die Öffnungsklausel aber auch Spielraum.“
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Wenn Anbieter mehr als 12 Prozent investieren, sollen sie etwa die Quoten für „deutsche kulturelle Prägung“ nicht mehr erfüllen müssen. Auch andere Verpflichtungen nach dem „Gesetz zur Förderung europäischer audiovisueller Werke durch eine Investitionsverpflichtung“ sollen dann wegfallen. Das betrifft etwa zeitliche Auflagen zu Nutzungsrechten nach dem Urheberrecht: Normalerweise dürfen Anbieter, die ein Quotenwerk in Auftrag gegeben haben, die Rechte nur zeitlich begrenzt exklusiv halten. Anbieter, die über 12 Prozent investieren, können die Rechte auch langfristig behalten.
Ziel des Vorhabens sei es, dass mehr Aufträge nach Deutschland und Europa gehen, sagt Finanzminister Lars Klingbeil (SPD): „Wir wollen, dass europäische Inhalte gestreamt werden. Und wir fördern die Arbeit unabhängiger Produzentinnen und Produzenten.“
Kritik von Streaminganbietern
Die Streamingabgabe war bereits im Koalitionsvertrag angelegt. Dann aber benötigte die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD noch über ein Jahr, bis sie sich nach intensiven Gesprächen mit Film- und Streamingbranche auf einen konkreten Regelungsvorschlag einigen konnte.
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Netflix hatte erst vor zwei Wochen in einer Stellungnahme deutliche Kritik an dem Vorhaben geäußert. Auch andere Anbieter stehen dem Vorhaben ausgesprochen skeptisch gegenüber.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
Apple Pencil: Neues Modell im kommenden Jahr
Spätestens im kommenden Jahr steht ein neues Modell des Apple Pencil an – oder sogar deren mehrere. Das hat der bekannte Bloomberg-Journalist Mark Gurman aus Insider-Kreisen erfahren. Wie er in seinem jüngsten Newsletter vom Sonntag schreibt, sollen die Stifte zusammen mit neuen iPad-Pro-Modellen eingeführt werden, vermutlich in der ersten Jahreshälfte 2027.
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Zuletzt hatte Apple seinen Stylus im Mai 2024 verändert, damals erschien der Apple Pencil Pro. Die Neuerungen im kommenden Jahr betreffen offenbar zwei Varianten des Stifts. Dabei beugt sich Apple womöglich auch dem Druck der Europäischen Kommission, die den Einbau von ersetzbaren Akkus in Elektronikgeräten einfordert.
Zwei Varianten: Low-End und High-End
Bislang gelten Produkte wie der Apple Pencil oder auch Apples AirPods-Stöpsel als Wegwerfprodukte – zumindest wenn man keinen großen Aufwand betreibt. Gurman schätzt, dass die neuen Apple Pencils weniger Klebstoff enthalten und mit einem neuen Batteriesystem kommen. Apple-intern machen zwei Codenamen die Runde: B582 und B632. Dabei handelt es sich um eine neue Low-End-Variante des Apple Pencil mit USB-C-Ladefunktion sowie eine überarbeitete Version des Pencil Pro. Die Stifte werden üblicherweise zusammen mit neuen iPads ausgeliefert.
Wie genau Apple austauschbare Batterien umsetzen will, bleibt unklar – insbesondere, wenn der Formfaktor nicht wachsen soll. Der Konzern arbeite intern stark an dem Thema. Die EU-Vorgaben bedeuten, das auch Endkunden an die jeweilige Batterie gelangen müssen, um diese zu ersetzen. Bei Kopfhörern wie dem neuen Sennheiser Momentum 5 heißt das beispielsweise, dass man diese aufschrauben können muss, um die nachbestellbaren Akkus zu tauschen. Bei neuen Pencil-Modellen könnte Apple auf eine Schraubmechanik setzen, doch ob es so kommt, ist noch unklar.
Aktuelles Angebot an Apple-Stiften
Derzeit verkauft Apple insgesamt vier verschiedene Stifte. Das ist zum einen der Pencil Pro für 149 Euro, der Günstig-Pencil mit USB-C (89 Euro) sowie einen Apple Pencil der 1. und der 2. Generation für ebenfalls je 149 Euro. Einen Überblick, welcher Pencil zu welchem Gerät gehört, lesen Sie in einem eigenen Artikel.
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Apple plant im Herbst angeblich erstmals MacBooks mit Touchscreen („MacBook Ultra“) . Ob diese auch Pencil-fähig sein werden, ist bislang noch nicht durchgedrungen. Gurman erwähnt die Funktion in seinem Bericht nicht.
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(bsc)
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c’t-Konferenz Public IT: Wie Behörden ihre digitale Souveränität stärken
Am 28. und 29. Oktober 2026 findet in Hannover erstmals die Public IT statt. Die neue c’t-Konferenz richtet sich an Verantwortliche für IT und Digitalisierung im öffentlichen Sektor. Die Schwerpunkte liegen in diesem Jahr in den Themenbereichen Cloud und Souveränität sowie Automatisierung und KI. Das Konferenzprogramm bietet an zwei Tagen in zwei Tracks über 20 praxisnahe Vorträge, die von der c’t-Redaktion aus über 90 Einreichungen ausgewählt wurden.
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In mehreren Vorträgen berichten Verantwortliche aus dem öffentlichen Sektor von konkreten Projekten im Bereich Digitale Souveränität. So schildern Marcel Severin von der Staatskanzlei Schleswig-Holstein und Volker Everts von Dataport Herausforderungen und gelöste Anforderungen bei der Einführung eines neuen Verzeichnisdienstes in Schleswig-Holstein. Das Land stellt seinen Verzeichnisdienst von Microsoft Active Directory auf eine Open-Source-Lösung um.
openDesk im Praxiseinsatz
Mario Schmid, Regierungsschuldirektor im Kultusministerium Baden-Württemberg, stellt unter dem Titel „Digitale Souveränität im Produktivbetrieb“ die Bildungsplattform SCHULE@BW vor. Zu dieser gehören ein digitaler Arbeitsplatz für Lehrkräfte auf Basis von openDesk sowie die KI-Assistenz F13.
Pamela Krosta-Hartl, Geschäftsführerin des Zentrums für Digitale Souveränität (ZenDiS), stellt in ihrem Vortrag Kriterien vor, mit denen sich kritische Abhängigkeiten der Öffentlichen Verwaltung bewerten und Lösungen für mehr Handlungsfähigkeit identifizieren lassen. In einem weiteren Vortrag berichten Simone Conrad von Govdigital und Frank Beutell von der FITKO vom Aufbau DVC-konformer Cloud-Betriebsplattformen und der Integration von Stackit und Ionos als Infrastrukturlieferanten.
Technologieoffene Automatisierung
Im Track zu den Themen Automatisierung und KI erklärt Dr. Lina Harispuru, Programmmanagerin Prozessautomatisierung bei der Stadt Nürnberg, „warum Automatisierung technologieoffen sein muss“ und beleuchtet anhand konkreter Beispiele, wie unterschiedliche Technologien – insbesondere RPA, Job-Batch-Verarbeitung und KI – miteinander kombiniert werden können. In weiteren Vorträgen geht es um die konkreten Erfahrungen größerer und kleinerer Behörden etwa mit generativer KI und Low-Code-Tools.
Die Keynote am ersten Konferenztag hält Stefan Latuski, CIO der Bundesagentur für Arbeit. Er zeigt, wie Cloud, Automatisierung und KI in der konkreten Umsetzung bei Deutschlands größter ziviler Behörde zusammenwirken. Am zweiten Tag gibt Dr. Alexander Georgiadis, CIO des Landes Niedersachsen, einen Einblick, wie Niedersachsen den Spagat zwischen steigendem Digitalisierungsdruck und höheren Anforderungen an Souveränität und Cybersicherheit meistern will.
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Frühbucher-Tickets jetzt erhältlich
Tickets für die Public IT sind ab sofort über die Webseite der Konferenz erhältlich. Beschäftigte aus Behörden, öffentlichen Einrichtungen und öffentlichen Unternehmen zahlen bei der Buchung bis Ende August 249 Euro (zzgl. 19% MwSt.). Der Frühbucher-Preis für Teilnehmer aus der Wirtschaft liegt bei 749 Euro (zzgl. 19% MwSt.). Das Programm ist ebenfalls auf der Webseite der Public IT veröffentlicht.
(cwo)
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Games Done Quick: Speedrunning-Marathon spendet 2,4 Millionen US-Dollar
Fast 2,5 Millionen für den guten Zweck: Der Speedrunning-Marathon Summer Games Done Quick (SGDQ) hat 2.408.701 US-Dollar für die Organisation Ärzte ohne Grenzen eingespielt, teilten die Veranstalter mit. Das einwöchige Charity-Event fand vom 5. bis 12. Juli im Hilton Minneapolis Downtown statt.
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Vor Ort verfolgten rund 2500 Menschen die Speedruns. Zehntausende weitere Zuschauer schalteten sich über die Streaming-Kanäle von Games Done Quick auf Twitch und YouTube zu. Den Endstand vermeldete Games Done Quick am Sonntag in einer Ankündigung auf X, nachdem in der Schlussphase der Marathon-Woche noch einmal mehrere große Spendenanreize eingelöst worden waren. Der offizielle Spendenzähler von Games Done Quick zeigt inzwischen einen leicht höheren Stand. Auch nach der Schlussansage gehen dort weiterhin Spenden ein.
Nächster Halt: Gamescom
Games Done Quick, kurz GDQ, veranstaltet solche Spendenmarathons seit 2010 und hat nach eigenen Angaben inzwischen über 60 Millionen US-Dollar für wohltätige Zwecke gesammelt. Im Zentrum steht das Speedrunning, bei dem Teilnehmer Videospiele unter teils selbst auferlegten Regeln so schnell wie möglich durchspielen. Spieler, die daran teilnehmen, kennen jedes Detail eines Spiels, nutzen Exploits und Glitches, müssen sich teils stundenlang auf präzise Eingaben konzentrieren. Bei den Games-Done-Quick-Veranstaltungen steht außerdem der Austausch innerhalb der Community im Mittelpunkt.
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Erst im Januar hatte die Schwesterveranstaltung Awesome Games Done Quick (AGDQ) mit 2.443.414 US-Dollar für die Prevent Cancer Foundation einen ähnlich hohen Betrag erzielt. SGDQ 2026 liegt damit in etwa auf dem Niveau der beiden vorangegangenen Marathons.
Nach der Sommerausgabe steht für Games Done Quick der nächste große Auftritt bereits fest: Erstmals kommt das Event zur Gamescom 2026, wo die Speedruns vom 28. bis 30. August live auf dem Kölner Messegelände zu sehen sein sollen. Die dort gesammelten Spenden gehen an die Initiative „Gaming for Democracy“.
Das komplette Programm von Summer Games Done Quick 2026 lässt sich im Archiv der Games-Done-Quick-Kanal auf YouTube nachschauen.
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(dahe)
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