Künstliche Intelligenz
Digitale Forensik: Wie Videoanalysen des Knochenbaus Täter entlarven
Man hat es als Straftäter nicht leicht in einer zunehmend digitalisierten Welt. Da reicht es nicht mehr, vor dem Betreten einer Bank das Halstuch über die Nase zu ziehen. Und ist es nicht schlimm genug, dass man sich schon verrät, wenn man nur sein Handy eingeschaltet lässt? Über Fingerabdrücke, DNA-Proben und Ganganalysen hinaus erweitert die digitale Forensik das Repertoire der gerichtstauglichen Beweise nach digitalen Menschmodellen nun auch um Vergleiche des menschlichen Knochenbaus.
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„Das menschliche Skelett an sich, beziehungsweise der Satz an Maßen und Relationen, die wir daraus ableiten, hat eine Duplikationswahrscheinlicheit von 10-15 bis 10-8“, sagt Dirk Labudde, Leiter der Fachgruppe FoSIL (Forensic Science Investigation Lab) an der Hochschule Mittweida. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit, dass zwei willkürlich gewählte Personen bezüglich ihrer 3D-Skelettmodelle nicht voneinander abweichen, im Mittel bei einem Zehnmilliardstel.
- Egal ob ein Täter sich maskiert, Handschuhe trägt und vielleicht sogar absichtlich humpelt: In der Videoanalyse kann ihn sein Knochenbau verraten.
- Forscher scannen den Tatraum und berechnen verschiedene Kamerawinkel, um 3D-Modelle von Skeletten zu vergleichen.
- KI-Modelle könnten die erforderlichen Eckpunkte künftig einfacher aufnehmen und individuelle Merkmale digitalisieren.
Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, alle verfügbaren Überwachungskameras zu synchronisieren und Verzeichnungen etwa durch oftmals verwendete Fischaugenlinsen herauszurechnen. Erst dann ist es möglich, das virtuelle Skelettmodell eines Beschuldigten in der richtigen Pose mit den individuellen Skelettmaßen des Täters abzugleichen, um Beschuldigte be- oder entlasten zu können. KI-Tools können diese Arbeit unterstützen.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Digitale Forensik: Wie Videoanalysen des Knochenbaus Täter entlarven“.
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Künstliche Intelligenz
„No Palantir in the NHS“: Wachsende Kritik am Einsatz von Palantir in England
Das englische Gesundheitswesen steht zunehmend aufgrund seiner Digitalstrategie mit Palantir in der Kritik. Ein aktueller Bericht der Gesundheitsorganisation Medact warnt vor den Risiken einer wachsenden Abhängigkeit von dem US-Datenanalyse-Unternehmen, das bereits weltweit in sensiblen Bereichen wie der US-Einwanderungsbehörde ICE eingesetzt wird. Da der Vertrag mit dem NHS England Anfang 2027 ausläuft, fordert unter anderem Amnesty International dessen vollständige Kündigung.
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Medact hebt hervor, dass die Federated Data Platform (FDP) potenziell ausgenutzt werden könnte – etwa zur staatlichen Überwachung oder zur Durchsetzung restriktiver Migrationspolitik. Eine künftige Regierung – insbesondere unter Führung der rechtspopulistischen Reform UK, die laut BBC ein britisches ICE-Pendant plant, – könnte Medact zufolge eine Verknüpfung der Software mit anderen Palantir-Produkten ausnutzen. So sieht die Organisation eine Gefahr darin, dass „Daten per Drag & Drop“ ausgetauscht und Gesundheits-, Finanz- und Polizeidaten zusammengeführt werden könnten.
„Wir befürchten, dass eine gegenwärtige oder zukünftige Regierung die in der FDP gespeicherten Daten missbrauchen könnte, indem sie die Interoperabilität von Foundry und dessen Fähigkeit, auf andere Regierungsdatensätze zuzugreifen, ausnutzt“, so Medact. Palantir weist die Vorwürfe gegenüber The Guardian zurück. Es habe keine Intention, die Daten so zu nutzen, wie Medact beschreibt. „Ein solches Vorgehen wäre illegal und würde gegen den Vertrag verstoßen“.
Medact kritisiert auch die kontroversen Aussagen der Palantir-Gründer. Peter Thiel erklärte etwa, er glaube nicht, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar seien. CEO Alex Karp äußerte sich unverblümt darüber, wie er Drohnen gegen Gegner einsetzen wolle – etwa mit „fentanylverseuchtem Urin“ gegen kritische Analysten.
Kritik und Widerstand
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Mehr als 50.000 Bürgerinnen und Bürger fordern mit der Kampagne „No Palantir in the NHS“ ein Ende des Einsatzes der Software und keine weiteren Verträge in anderen Regionen. Der NHS Greater Manchester hat bereits zugesagt, Palantirs Dienste nicht nutzen zu wollen – unter anderem aufgrund von fehlendem Vertrauen. Palantir erhielt bereits 2023 den 330-Millionen-Pfund-Auftrag für die FDP, um Daten vom NHS England zu vernetzen, was Menschenrechtsorganisationen seitdem kritisierten.
(mack)
Künstliche Intelligenz
c’t-Webinar: Einstieg in Jira ohne Frust
Jira gilt als mächtig und genau das bringt viele Nutzer ins Straucheln. Unübersichtliche Masken, zu viele Optionen und unklare Workflows sorgen gerade am Anfang für Frust. Statt effizient zu arbeiten, vergeuden Teams Zeit mit Konfiguration und Improvisation: Sie legen Tickets doppelt an, verlieren den Überblick über Zuständigkeiten, während zufällige Dashboards kaum brauchbare Informationen liefern.
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Das c’t‑Webinar setzt genau hier an. Referent Przemyslaw Wesolka zeigt, wie Sie Jira strukturiert und sinnvoll einsetzen, ohne sich in Details zu verlieren.
Strukturen schaffen, statt Chaos verwalten
Sie lernen, wie Sie Projekte strukturiert anlegen, sinnvolle Tickettypen definieren und Workflows so gestalten, dass sie Ihre tatsächlichen Abläufe widerspiegeln. Der Fokus liegt dabei nicht auf möglichst vielen Funktionen, sondern auf einem klaren, wartbaren Setup. Auch wiederkehrende Prozesse wie Supportanfragen oder Freigaben lassen sich mit Jira effizient abbilden. Das Webinar zeigt, wie Automatisierungen helfen, manuelle Arbeit zu reduzieren und Fehlerquellen zu vermeiden.
Viele neue Nutzer kennen das Problem, dass Jira Daten sammelt, aber auf den ersten Blick wenig Übersicht bietet. Der Referent erklärt, wie Sie mit Filtern und Dashboards genau die Informationen sichtbar machen, die Ihr Team wirklich braucht.
Hintergründe verstehen, Abläufe anpassen
Das dreistündige Webinar richtet sich an Fachkräfte, die Jira professionell im Unternehmen einsetzen und ihre Teams effizient organisieren möchten. Zur Teilnahme genügt ein aktueller Webbrowser. Sollten Sie Fragen haben, können Sie diese in einem Chat stellen. Sie werden im Laufe des Webinars aufgegriffen und beantwortet. Im Anschluss steht eine Aufzeichnung zur Verfügung.
Die Veranstaltung findet am 15. April 2026 von 14 bis 17 Uhr statt und kostet 95,00 Euro. Weitere Informationen und Details zur Anmeldung finden Sie auf der Seite zum c’t-Webinar.
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(abr)
Künstliche Intelligenz
Kommende Gemini-App für macOS soll angeblich Bildschirminhalte analysieren
Gemini kommt offenbar als App auf den Mac: Google hat einem Bericht zufolge eine erste macOS-Version des Chatbots an einen breiteren Kreis an Betatestern verteilt. Eine offizielle Ankündigung steht bislang noch aus. Gemini ist auf Desktop-Betriebssystemen aktuell nur per Browser respektive als Web-App verfügbar, bleibt damit funktional stark begrenzt und hinkt hier den Konkurrenten ChatGPT und Claude deutlich hinterher.
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Gemini kann „sehen, was Du siehst“
Die macOS-App von Gemini offeriere die aus der Mobilversion bekannten Funktionen. Tester sollen unter anderem die KI-Generierung von Bildern, Videos und Musik ausprobieren sowie Tabellenerstellung und Informationsanalyse prüfen, berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die Beta-Version biete bislang nur solche Basisfunktionen.
Zugleich scheint aber eine tiefere Integration in Apples Desktop-Betriebssystem geplant: Im Code der App gibt es den Angaben zufolge bereits einen Hinweis auf die Funktion „Desktop Intelligence“: Diese soll es Gemini ermöglichen, Bildschirminhalte zu analysieren und damit Daten und Inhalte aus anderen Apps einzulesen. Die Aktivierung erlaubt der Gemini-App, „zu sehen, was Du siehst (etwa den Bildschirmkontext)“, zitiert Bloomberg aus dem Hinweis im Code.
ChatGPT und Claude bieten tiefe Desktop-Integration
Die native macOS-Version von ChatGPT erlaubt bereits, mit bestimmten anderen Apps zusammenzuarbeiten, darunter Apple Notizen, Terminal und Xcode. Codex und Claude Code sind außerdem in der Lage, lokale Dateien einzulesen sowie Shell-Kommandos auszuführen – und damit auch direkt mit bestimmten Daten des Nutzers zu arbeiten sowie den Mac in begrenztem Umfang zu steuern.
Apple hat eine neue Version von Siri in Aussicht gestellt, die den Kontext und persönliche Daten des Nutzers berücksichtigen soll sowie Aktionen über Apps hinweg ausführen kann. Der Hersteller konnte diese KI-Funktionen mit eigenen KI-Modellen bislang nicht umsetzen. Ein Deal mit Google erlaubt Apple nun, Gemini als Basis für künftige KI-Funktionen in seinen Betriebssystemen einzusetzen.
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(lbe)
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