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Durchbruch im Treppenhaus: VDE-Leitlinie für Glasfaserausbau in Gebäuden
Deutschland steht beim digitalen Infrastrukturausbau vor einem Problem. Glasfaserleitungen sind zwar mittlerweile bis an rund 24 Millionen Grundstücksgrenzen verlegt. In den Gebäuden selbst herrscht aber oft noch digitale Steinzeit. Nur etwa 13 Millionen Haushalte sind tatsächlich physisch angeschlossen, und lediglich sieben Millionen nutzen die Technologie aktiv.
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Problematische letzte Meile
Dabei entpuppt sich die „letzte Meile“ in der Praxis oft als das schwierigste Stück Wegstrecke. Der Grund für diese Kluft zwischen Potenzial und Realität lag bisher nicht nur am mangelnden Willen der Mieter oder Eigentümer, sondern auch an einem Dickicht aus unklaren Definitionen und technisch überholten Brandschutzvorgaben.
Hier setzt die neue VDE-Leitlinie 0800-730 an, die der Elektrotechnik- und IT-Verband am Montag in Frankfurt präsentiert hat. Sie soll eine kritische Lücke in der deutschen Normungslandschaft schließen und eine technische Grundlage schaffen, die den Glasfaserausbau innerhalb von Gebäuden rechtlich absichert. Für Eigentümer und Mieter günstiger Nebeneffekt: Das Verlegen der optischen Leitungen soll auch deutlich einfacher und billiger werden.
Das Besondere daran ist das Timing: Die VDE-Experten haben eine Lösung erarbeitet, die den Kernanforderungen des EU Gigabit Infrastructure Act (GIA) vorgreift, noch bevor dieser vollständig in deutsches Bundesrecht gegossen wurde. Damit sollen Planer und Handwerker schon heute die nötige Planungssicherheit erhalten, um den Ausbau konsequent voranzutreiben.
Glas ist kein Brandherd
Ein wesentliches Hindernis war bisher die fehlerhafte Einordnung der Glasfaser in der Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Leitungsanlagen (MLAR). In der Vergangenheit wurden Lichtwellenleiter wie herkömmliche elektrische Kupferkabel behandelt und galten damit als Brandgefahr. Diese Annahme ist laut dem VDE technisch schlicht falsch, da Glasfasern Lichtsignale und keinen elektrischen Strom leiten und somit keine Wärme entwickeln oder Kurzschlüsse verursachen können.
Diese falsche Einordnung führte dazu, dass die Installation in notwendigen Fluchtwegen wie Treppenhäusern nur unter sehr strengen Auflagen möglich war. Oft mussten teure und klobige Brandschutzkanäle installiert werden. Das störte nicht nur die Ästhetik in Mehrfamilienhäusern, sondern trieb auch die Kosten pro Anschluss in die Höhe und verlängerte die Bauzeit.
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Die neue Leitlinie räumt mit diesen Missverständnissen auf. In Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arbeitskreis der Deutsche Kommission Elektrotechnik (DKE) haben die Sachverständigen „praxisnahe Lösung“ in die laufende Überarbeitung der MLAR eingespeist. Künftig soll es damit möglich sein, Glasfaserkabel mit entsprechender Gebäudeklassifikation deutlich unkomplizierter zu verlegen – etwa in einfachen Metallkanälen oder sogar als dezente Klebefasern direkt auf der Wand.
Thomas Sentko, Normungsmanager beim VDE, unterstreicht die Bedeutung dieser Vereinfachung: Da die MLAR ein hochkomplexes Regelwerk sei, hätten die Experten die technischen Anforderungen so verständlich aufbereitet, dass sie direkt auf der Baustelle angewendet werden könnten. Über 30 Fachleute aus den Bereichen Netzbetrieb, Planung und Installation haben an dem Standard gefeilt. Das sollte sicherstellen, dass er den realen Bedingungen in deutschen Kellern und Fluren standhält.
Streit über „Recht auf Vollausbau“
Aktuell sorgt die Initiative von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) für ein „Recht auf Vollausbau“ zur besseren Inhaus-Glasfaserversorgung für Unruhe in der Branche. Die Wohnungswirtschaft läuft zusammen mit dem Breitbandverband Anga Sturm gegen diese Überlegung. Grundsätzlich positiv haben sich dazu dagegen der Verband der Anbieter im Digital- und Telekommunikationsmarkt (VATM) und Verbraucherzentralen geäußert.
Der VDE-Anstoß könnte helfen, den Streit zu entschärfen und den Digitalstandort Deutschland voranzubringen. Glasfaser ist nicht nur etwas schneller als das alte Kupfernetz. Sie gilt als Fundament für die nächste Stufe der Digitalisierung. Die optische Übertragung bietet deutlich mehr Bandbreite, minimale Latenzzeiten und ist zudem energieeffizienter als der Betrieb der alten Kupferinfrastruktur.
Mit der neuen Leitlinie setzt der VDE eine Strategie fort, die er bereits 2019 mit ersten Qualitätsstandards für Glasfaser begründete. Damals schuf der Verband mit der Richtlinie 0800-720 erstmals verbindliche Kriterien für die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit der Installationen.
(vbr)
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#TGIQF: Das Quiz rund um Zufallserfindungen
Die Welt wäre nicht die gleiche, wenn nicht manch einem Menschen mit Forscherdrang ein Missgeschick passiert wäre. Viele der bahnbrechendsten Erfindungen, die heute selbstverständlich sind, wären wohl nie entdeckt worden, wenn der eigentliche Zweck eines Versuchs misslungen wäre, aber ein ganz anderes Ergebnis dabei herauskam. Andere Erfindungen resultierten zudem aus völlig zufälligen Entdeckungen.
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Der Fachbegriff dafür nennt sich Serendipität, wenn man zufällig eine bahnbrechend positive Entdeckung macht, die so nicht vorgesehen war.

„Thank God It’s Quiz Friday!“ Jeden Freitag gibts ein neues Quiz aus den Themenbereichen IT, Technik, Entertainment oder Nerd-Wissen:
In unserem Freitagsquiz wollen wir Ihnen zehn Entdeckungen näher bringen, die Sie vielleicht sogar erraten. Und wenn nicht, dann haben Sie wieder Ihr Klugscheißerwissen für die nächste Party aufgeladen. Doch Obacht: Es kann durchaus wieder ein bisschen nerdiger ausfallen.
Was entdeckte denn ein Chemiker, als er schusseligerweise ein Laborglas fallen ließ? Das wollen wir von Ihnen wissen in unserem kleinen Nerdquiz zum Wochenende und um Erfinder per Zufall …
Als heiseshow-Gast stellte diesmal der Quizmaster himself der Moderatorin Anna Bicker und Malte Kirchner drei gepfefferte Fragen vorab. Die Antworten kamen nicht immer mit Schwuppdizität, dennoch gab es einen Gewinner.
Sie können in Ruhe in 10 Fragen maximal 100 Punkte erreichen. Die Punktzahl kann gern im Forum mit anderen Mitspielern verglichen werden. Halten Sie sich dabei aber bitte mit Spoilern zurück, um anderen Teilnehmern nicht die Freude am Quiz zu verhageln. Lob und Kritik sind wie immer gern gelesen.
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(mawi)
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Prozessormangel soll in den nächsten Monaten akut werden
PC- und Notebook-Käufern droht weiteres Ungemach. Auf die anhaltende Speicherkrise folgt womöglich ein Mangel an Prozessoren, berichtet die Nachrichtenagentur Nikkei Asia. Sowohl AMD als auch Intel konzentrieren sich offenbar auf Serverprozessoren, unter anderem für KI-Rechenzentren. Schon Mitte Februar teilte der Marktbeobachter Mercury Research mit, dass Intel Produktionslinien von Notebook- und Desktop-Prozessoren auf Servermodelle umstellt. Bei AMD ist der Fokus auf Server offensichtlich: Aus der nächsten CPU-Generation mit Zen-6-Architektur zeigte der Hersteller bislang nur Epyc-Modelle.
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Asiatische Medien berichteten bereits kürzlich über 10-prozentige Preiserhöhungen bei Intel-Prozessoren. AMD in den nächsten Wochen mitmachen; die Rede ist von zehn bis 15 Prozent. Intel bestreitet die Preisanpassungen gar nicht erst. Gegenüber Nikkei bestätigt ein Sprecher, Intel habe „Kunden über geplante Preisanpassungen bei ausgewählten Produkten informiert, die die anhaltende Nachfrage, gestiegenen Kosten für Komponenten und Materialien sowie die sich wandelnde Marktdynamik widerspiegeln“. Auch Intels globaler Lieferketten-Chef Dave Guzzi gab kürzlich in einem Interview gegenüber CRN zu, dass Prozessorknappheit „auf breiter Front“ besteht.
Verfügbarkeitsprobleme
Steigende Kosten sollen für PC- und Notebook-Hersteller allerdings gar nicht das größte Problem darstellen. Besonders problematisch wird die allgemeine Verfügbarkeit im Frühling und Sommer. Die Lieferzeiten an die Hersteller sollen bereits von einer bis zwei Wochen auf acht bis 12 Wochen gestiegen sein. In Ausnahmefällen sollen sie schon bei einem halben Jahr liegen.
Insbesondere margenschwache Einstiegs- und Mittelklasse-Prozessoren könnten in den nächsten Monaten knapp werden. AMD und Intel fokussieren sich im Endkundengeschäft offenbar auf High-End-CPUs. AMD kündigte jüngst das Desktop-Topmodell Ryzen 9 9950X3D2 für Ende April an, nannte aber noch keinen Preis – ein schlechtes Zeichen. Immerhin: Intel frischte kürzlich seine Desktop-Mittelklasse mit besonders gutem Preis-Leistungs-Verhältnis auf.
Intel und AMD hätten der Produktion von Server-CPUs Vorrang eingeräumt, sagte ein Manager eines PC-Herstellers gegenüber Nikkei. Dadurch sei das Angebot für PCs zurückgegangen. Die verfügbaren Stückzahlen lägen weit unter dem Volumen des Quartals. „Was uns Sorgen bereitet, ist, dass wir selbst bei höheren Preisen nicht mehr bekommen können. Der Mangel an CPUs wird von Tag zu Tag gravierender, nicht weniger als die Situation bei den Speicherchips.“
Preise steigen teils schon
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In den vergangenen Wochen und teils Monaten sind einige Prozessoren bereits teurer geworden. Das zeigt sich insbesondere bei AMDs älteren Ryzen-5000-Modellen für die AM4-Plattform, die bisher noch als Einstiegsklasse herhielten. Der lange besonders günstige Ryzen 5 5600 (ab 111,75 €) kostete zwischenzeitig unter 80 Euro und ist seitdem um etwa 40 Prozent gestiegen.
Für Qualcomm ist die aktuelle Situation eine Chance. Notebook-Hersteller wollen den Snapdragon-Prozessoren mit ARM-Architektur offenbar vermehrt eine Chance geben, wenn die Firma besser liefern kann als AMD und Intel.
(mma)
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Microsoft-Alternative: Nextcloud und Ionos entwickeln quelloffenes „Euro-Office“
Nextcloud, Ionos und weitere Partner entwickeln unter dem Projektnamen „Euro-Office“ eine quelloffene Office-Suite als Alternative zum marktbeherrschenden Microsoft Office. Die Software soll im Sommer in einer ersten stabilen Version erscheinen. Das kündigten Ionos und Nextcloud am Freitag gemeinsam in Berlin an. „Das Produkt ist für den gesamten Markt gedacht, vom Kleinunternehmen bis zum Public Sector“, sagte Ionos-CEO Achim Weiß.
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Die beiden Partner fangen nicht bei Null an, sondern haben die als Open-Source-Code verfügbaren Bestandteile von OnlyOffice geforkt und wollen darauf aufbauen. Im Sommer soll die Software dann die bisherige Office-Komponente Collabora in Nextcloud und dem Ionos Nextcloud Workspace ersetzen. Eine „technische Vorschau“ ist bereits bei GitHub verfügbar.
OnlyOffice-Code auf Hintertüren geprüft
Die Entscheidung für den Only-Office-Fork begründen Nextcloud und Ionos mit der moderneren Architektur und Codebasis im Vergleich zu LibreOffice und dessen Browservariante Collabora. „Libre Office ist 35 Jahre alt und nicht mehr das innovativste und flüssigste“, sagte Nextcloud-Chef Frank Karlitschek. „Das merkt man auch im Browser.“ Man werde aber weiter mit Collabora zusammenarbeiten und eventuell Collabora-Komponenten in Euro-Office übernehmen.
OnlyOffice hat Wurzeln in Russland. Ein Sicherheitsrisiko für Euro-Office ergebe sich daraus nicht, betonten Ionos und Nextcloud. Die Partner hätten den Open-Source-Code geprüft. Komponenten, die nicht quelloffen verfügbar waren, haben sie laut eigenen Aussagen neu gebaut. „Für unsere Version können wir die Hand ins Feuer legen“, sagte Karlitschek. Weiß betonte: „Jeder kann es selbst prüfen.“
Konkurrenz zu openDesk
Vom Open-Source-Paket openDesk des bundeseigenen ZenDiS wollen sich Ionos und Nextcloud unter anderem durch eine stärkere Integration der einzelnen Anwendungen und durch KI-Funktionen abheben. Nextclouds federführende Entwicklung soll die tiefere Integration gewährleisten. „Nextcloud hat den Hut auf“, sagte Weiß. Beide Partner wollen nach eigenen Angaben „jeweils eine zweistellige Anzahl von Entwicklern“ für die Weiterentwicklung von Euro Office einstellen.
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Das ZenDiS könne Euro-Office aber auch problemlos als Office-Komponente von openDesk verwenden, sagte Karlitschek. In openDesk stecken aktuell Nextcloud als Dateiaustauschplattform und Collabora Online als Office-Komponente. Ebenso könnten auch andere Anbieter das quelloffene Euro-Office betreiben.
Neben Ionos und Nextcloud unterstützen weitere Partner wie XWiki, Soverin, OpenProject und die EuroStack-Initiative das Euro-Office-Projekt. Sie ermuntern laut Pressemitteilung „öffentliche Stellen, Community-Mitwirkende und zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für offene Standards, digitale Rechte und souveräne digitale Infrastruktur einsetzen“, zur gemeinsamen Weiterentwicklung der Software.
(cwo)
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