Digital Business & Startups
Eine Trennung war für beide Seiten die bessere Option
#Interview
Blinkist (Exit 2023) ist wieder in Gründerhand. Die Gründer Holger Seim und Tobias Balling halten nun jeweils 50 % an ihrem Unternehmen. „Eine strategische Neuausrichtung hat dazu geführt, dass die Vision, die die Grundlage unseres Exits war, nicht mehr im Fokus steht“, sagt Gründer Seim.

Das Berliner Medien-Grownup Blinkist, das 2023 vom australischen Lern-Unternehmen Go1 komplett übernommen wurde, ist wieder in Gründerhand. Die beiden Gründer Holger Seim und Tobias Balling halten nun jeweils 50 % an ihrem Unternehmen (gegründet 2012).
Blinkist liefert seinen Nutzerinnen und Nutzern Kernaussagen aus Sachbüchern – in Wort und Ton. Im Geschäftsjahr 2023/24 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von rund 53 Millionen Euro (Vorjahr: 28 Millionen). Beim Exit wurde das Grownup mit rund 200 Millionen bewertet.
Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Blinkist-Gründer Holger Seim über die Gründe für den unerwarteten Rückkauf.
Knapp drei Jahre nach dem Exit ist Blinkist wieder in Gründerhand. Wie kam es dazu?
Eine strategische Neuausrichtung hat dazu geführt, dass die gemeinsame Vision, die die Grundlage unseres Exits war, nicht mehr im Fokus steht. Ein Teil der Wahrheit ist sicherlich auch, dass beide Seiten unterschätzt haben, wie viel Komplexität es mit sich bringt, ein Unternehmen über drei Zeitzonen hinweg – Australien, Europa und USA – zu führen und dabei schnell und agil zu bleiben. Aus diesen Gründen war eine „Trennung“ für beide Seiten die bessere Option.
Was waren die wichtigsten Gründe für den Rückkauf?
Mein Mitgründer Tobias und ich sehen in unserem Produkt, aber vor allem auch in der Marke Blinkist, noch viel Potential für die Zukunft. KI ist gleichzeitig eine Bedrohung und eine große Chance für Unternehmen wie unseres. Wir möchten dieses Potential heben und ein neues, aufregendes Kapitel mit Blinkist schreiben.
Wie lange hat der Rückkaufprozess gedauert?
Das ging recht schnell. Wir haben Ende letzten Jahres das erste Mal über die Möglichkeit gesprochen, und konnten den Rückkauf im April abschließen.
War der Verkauf im Nachhinein gesehen ein Fehler?
Nein, das würde ich so nicht sagen. Mit dem Wissen, das beide Seiten in 2023 hatten, war es die richtige Entscheidung. Die Beweggründe für Kauf bzw. Verkauf und die gemeinsame Vision für eine Kombination unserer Unternehmen waren schlüssig. Mit etwas mehr Glück und Geschick hätte es auch eine große Erfolgsgeschichte werden können. Nun ist es leider anders gekommen, aber ich bin froh, dass wir eine gute Lösung für beide Seiten gefunden haben und im Guten wieder auseinandergehen.
Wie geht es nun weiter?
Unser B2C-Geschäft läuft weiterhin sehr gut und stabil – die Abgesänge auf Blinkist aufgrund von KI kamen definitiv zu früh. Wir sehen großes Wachstumspotential im Weiterbildungsbereich für Unternehmen. Dort gibt es einen großen Need, aber wenig überzeugende Lösungen. Wir haben mit Blinkist Business schon heute eine Lösung, mit der Unternehmen effektiv Soft Skills schulen können durch eine Kombination aus Inhalten und digitalen Team Sessions. Wir haben viele zufriedene Unternehmenskunden und werden dieses Geschäftsfeld weiter ausbauen. Darüber hinaus haben wir viele Ideen – es wird nicht langweilig.
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Foto (oben): Blinkist
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Diese Chefposten könnte KI bald ersetzen

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Was deutsche Unternehmen falsch machen
„Europe plays not to lose“: Mawave-CEO Jason Modemann war in Singapur. Warum er nun das Mindset deutscher Unternehmer kritisiert.
In Unternehmen in Asien geht es um Wachstum, Tempo und Ambition. In Europa oft nur noch darum, den Status Quo beizubehalten. Jason Modemann, CEO und Gründer der Agentur Mawave, über einen Satz in Singapur, der ihn und sein Team besonders geprägt hat.
Diese Woche hat mich Meta nach Singapur ins Office eingeladen. Dort habe ich mit verschiedenen Unternehmen, Gründern und Entscheidern gesprochen. Aus den Gesprächen hat sich vor allem eine Zahl bei mir eingebrannt: Während die Wachstumsprognose in Südasien bei rund sechs Prozent plus liegt, sind es in Deutschland lediglich null bis maximal ein Prozent. Ein enormer Unterschied!
„Europe plays not to lose“
Natürlich hat mich interessiert, woran das liegen könnte. Daher habe ich den CEO einer größeren Marke nach seiner Einschätzung gefragt. Und er hat einen Satz gesagt, der mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht: „We play to win. Europe plays not to lose.“
Ich glaube, in dieser Aussage steckt ziemlich viel drin. Denn wenn man sich das Mindset im Vergleich anschaut, fällt ein Unterschied sofort auf: In Asien geht es darum, nach vorne zu kommen, schneller zu wachsen, größer zu werden, Dinge aufzubauen. In Europa geht es oft darum, das zu halten, was da ist: Wir wollen Marktanteile sichern, Risiken minimieren, bloß nichts verlieren.
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Das Problem: Aus dieser Haltung entsteht selten etwas wirklich Großes. Wann kam zuletzt ein Produkt aus Deutschland, das international wirklich relevant wurde? Wann haben wir zuletzt etwas gebaut, das global Maßstäbe setzt?
Ich sehe das auch ganz konkret in unserer Branche: In der Agenturwelt läuft in Europa extrem viel über London – ein Markt, der nicht mal mehr Teil der EU ist. Wir schaffen es nicht, vergleichbare Hubs in Deutschland oder Europa aufzubauen.
Aus der Komfortzone raus
Ich glaube, da fehlt den deutschen Unternehmen gerade ein Stück Hunger. Oder der Mut, sich aus der Komfortzone herauszubewegen und auf Wachstum, Innovation und neue Märkte zu setzen.
Für mich war das ein ziemlicher Reality Check. Deshalb versuche ich, das asiatische Mindset auch in unserer Company zu verankern – bei dem Team das schon da ist, genauso wie bei neuen Einstellungen.
Ehrgeiz nach mehr
Ich will keine Leute, die einfach nur eine Rolle ausfüllen, die den Job genau so machen wie ihr Vorgänger und versuchen, nichts falsch zu machen. Ich will Leute, die Dinge voranbringen und die Lust haben, etwas zu verändern. Ein Team, das hungrig nach mehr ist und nicht nur darauf achtet, nichts zu verlieren – sondern darauf, etwas zu gewinnen.
Am Ende ist es wahrscheinlich genau diese Frage, die sich alle Unternehmer stellen sollten: Spielst du, um nicht zu verlieren? Oder spielst du, um zu gewinnen?
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Jason Modemann ist Gründer und Geschäftsführer von der Social Media Agentur Mawave Marketing. Mit 27 Jahren führt er rund 150 Mitarbeiter. Zu Mawaves Kunden zählen unter anderem Red Bull, Nike und Lidl. Zudem ist er Autor des Buches „Always hungry, never greedy.“
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Blinkist-Gründer kaufen ihr Startup zurück
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+++ #DealMonitor +++ Blinkist-Gründer kaufen ihr Startup zurück (Exit 2023) +++ Spot My Energy übernimmt Messstellenbetrieb von Zählerhelden +++ Goldman Sachs Alternatives investiert 50 Millionen in BLP Digital +++

Im #DealMonitor für den 23. April werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

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+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland
MERGERS & ACQUISITIONS
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+++ Die Blinkist-Gründer Holger Seim und Tobias Balling kaufen ihr Unternehmen vom australischen Lern-Unternehmen Go1 (Exit 2023) zurück. „Eine strategische Neuausrichtung hat dazu geführt, dass die gemeinsame Vision, die die Grundlage unseres Exits war, nicht mehr im Fokus steht. Ein Teil der Wahrheit ist sicherlich auch, dass beide Seiten unterschätzt haben, wie viel Komplexität es mit sich bringt, ein Unternehmen über drei Zeitzonen hinweg zu führen und dabei schnell und agil zu bleiben. Aus diesen Gründen war eine ‚Trennung‘ für beide Seiten die bessere Option“, sagt Seim zum Rückkauf. Blinkist, 2012 gegründet, liefert seinen Nutzerinnen und Nutzern Kernaussagen aus Sachbüchern – in Wort und Ton. Im Geschäftsjahr 2023/24 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von rund 53 Millionen Euro (Vorjahr: 28 Millionen). Mehr über Blinkist
Spot My Energy – Zählerhelden
+++ Das Kölner Smart Meter-Startup Spot My Energy übernimmt den Messstellenbetrieb von Zählerhelden (Dornstadt). „Mit der Übernahme von rund 3.000 Smart Metern baut Spot My Energy seine Marktposition im deutschen Messstellenmarkt weiter aus. Gleichzeitig konzentrieren sich die Gesellschafter künftig wieder stärker auf ihre jeweiligen Kerngeschäfte“, heißt es in einer Presseaussendung. Mehr über Spot My Energy
INVESTMENTS
BLP Digital
+++ Goldman Sachs Alternatives (Growth Equity) investiert im Rahmen einer „secondary transaction“ 50 Millionen US-Dollar in BLP Digital. Das Unternehmen aus Zürich, 2019 von Tim Beck, Sven Beck, Sabrina Schenardi und Thore Harmuth gegründet, entwickelt „KI-basierte Technologien, die Organisationen dabei unterstützen, ERP-Prozesse effizienter, transparenter und zuverlässiger zu gestalten“. Derzeit setzen „mehr als 450 Unternehmenskunden in über 40 Ländern auf BLP Digital“. Mehr über BLP Digital
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