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Einstufung als Lieferkettenrisiko: Anthropic reicht Klage gegen US-Regierung ein


Der KI-Spezialist Anthropic macht seine Ankündigung wahr und reicht Klage gegen das US-Verteidigungsministerium ein. Der Grund: Das Unternehmen hält seine Einstufung als Lieferkettenrisiko für rechtswidrig und ist der Auffassung, dass die Trump-Regierung mit dem Bann ihre Befugnisse überschritten habe.

Lösungsversuche nicht von Erfolg gekrönt

Das Pentagon hatte Anthropic in der vergangenen Woche trotz mehrfacher Lösungsversuche seitens des Unternehmens sanktioniert, was bedeutet, dass dieses künftig nicht mehr mit dem Pentagon sowie dessen Auftragnehmern zusammenarbeiten darf. Damit besitzt die Einstufung eine größere Reichweite, als es auf den ersten Blick scheinen mag: Softwareunternehmen, die Claude in ihre Dienstleistungen integrieren, dürften diese ebenfalls nicht mehr Bundesbehörden anbieten. Dadurch könnte Anthropic zahlreiche weitere Aufträge verlieren. Anthropic-CEO Amodei stellte zwar schnell klar, dass die aktuelle Klassifizierung für die überwiegende Mehrheit der Unternehmenskunden keine Auswirkungen haben soll, dennoch steht durch die verlorengegangenen Aufträge ein Verlust von rund 200 Millionen US-Dollar jährlich im Raum.

Vorausgegangen war eine wochenlange Auseinandersetzung um die Frage, welche und wie viel Kontrolle das US-Militär über die KI-Systeme des Unternehmens erhalten darf. Anthropic vertrat dabei die Position, dass die eigene KI weder für die Massenüberwachung von Amerikanern im Inland noch für vollautonome Waffen zum Einsatz kommen dürfe. Ebenso wolle das Unternehmen Einsatzzwecke ausschließen, bei denen Sicherheit und Zuverlässigkeit nicht gewährleistet werden können. Aktuelle KI-Systeme agieren laut dem Unternehmen in den genannten Bereichen nicht zuverlässig genug und würden damit ein Risiko sowohl für Zivilisten als auch für US-Soldaten darstellen.

Klage bereits in den vergangenen Tagen angedroht

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte Amodei in einem Blog-Beitrag geschrieben, dass er die Maßnahme für rechtlich nicht haltbar halte. Da mit dem Pentagon keine Einigung gefunden werden konnte, bleibe dem Unternehmen keine andere Möglichkeit, als gegen die Einstufung zu klagen.

Am Montag hat Anthropic diesen Schritt vollzogen und die Klage vor einem Bundesgericht für den nördlichen Distrikt von Kalifornien eingereicht). Darin fordert das Unternehmen das Gericht auf, die Einstufung aufzuheben und die Bundesbehörden daran zu hindern, sie durchzusetzen. „Die Verfassung erlaube es der Regierung nicht, ihre enorme Macht einzusetzen, um ein Unternehmen für seine geschützte Meinungsäußerung zu bestrafen“, heißt es in der Klageschrift. Als letztes Mittel wende sich das Unternehmen nun an die Justiz, um seine Rechte geltend zu machen und die rechtswidrige Vergeltungskampagne zu stoppen.

Juristen sagen steinigen Weg voraus

Experten sagen Anthropic dabei einen schweren Kampf voraus. Brett Johnson, Partner der Anwaltskanzlei Snell & Wilmer, ist der Auffassung, dass die Regeln, die es dem Verteidigungsministerium erlauben, ein Technologieunternehmen als Risiko für die Lieferkette einzustufen, kaum Raum für Einsprüche lassen. „Es liegt zu 100 Prozent im Ermessen der Regierung, die Parameter eines Vertrags festzulegen“, so der Jurist. Dean Ball, ein ehemaliger KI-Berater im Weißen Haus unter Trump, der sich gegen Hegseths Vorgehen ausgesprochen hatte, sieht in der Ausgangslage zumindest eine gewisse Chance für das Unternehmen: „Gerichte zögern ziemlich, die Regierung in Bezug auf Fragen der nationalen Sicherheit zu hinterfragen. Die Hürde dafür ist sehr hoch. Aber es ist nicht unmöglich“.

Die beste Möglichkeit für Anthropic liegt laut Johnson darin, zu beweisen, dass das Unternehmen gezielt ausgewählt wurde. Dafür spricht auch, dass Konkurrent OpenAI kurz nach der Einstufung Anthropics als Lieferkettenrisiko durch Verteidigungsminister Pete Hegseth einen neuen Vertrag mit dem Pentagon abgeschlossen hatte – der genau jene Vorkehrungen enthalten soll, die sich Anthropic gegenüber dem Pentagon sichern wollte. Nachdem die Kritik an OpenAI diesbezüglich immer lauter wurde, erklärte CEO Sam Altman, dass sein Unternehmen die Maßnahmen gegen Anthropic ablehne und nicht wisse, warum sein Konkurrent nicht denselben Vertrag mit der Regierung abschließen konnte.

Nicht so schnell ersetzbar

Verschiedenen Medienberichten zufolge ist Anthropic derzeit das einzige Unternehmen, das KI-Chatbots und Analyse-Tools für die sensibelsten Anwendungsfälle des Militärs bereitstellen kann. Wann OpenAI in der Lage sein wird, Claude und andere KI-Systeme von Anthropic in Militär-Software zu ersetzen, ist nicht bekannt. Verteidigungsminister Hegseth gab an, dass die Auslaufphase der Anthropic-Dienste bis zu sechs Monate dauern könnte.

Experten sprechen sich für Anthropic aus

Unterstützung erhält das Unternehmen auch aus anderer Richtung: Ein Zusammenschluss von Technologieverbänden, darunter TechNet, Business Software Alliance und die Software Information Industry Association, forderte die Trump-Regierung in der vergangenen Woche in einem Brief auf, die Einstufung zu überdenken. Die Verbände sind dabei nicht irgendwer, sondern vertreten große Technologieunternehmen wie Apple, Google, IBM, Microsoft, Meta, Nvidia, Oracle und Salesforce. Nach Ansicht der Koalition könnte die Herausstellung eines amerikanischen Unternehmens als Gegner statt als Gewinn eine abschreckende Wirkung auf die Innovation in den USA haben.

Ein weiterer Zusammenschluss aus hochrangigen Technologen und ehemaligen nationalen Sicherheitsberatern wandte sich mit einem ähnlichen Schreiben an die Mitglieder des Senatsausschusses für Streitkräfte. Darin warnten sie, dass „die Anwendung dieser Befugnis gegen ein amerikanisches Unternehmen eine erhebliche Abweichung von ihrem beabsichtigten Zweck darstellt“. Zudem forderten sie den Kongress auf, klarere Richtlinien für den Einsatz von KI zur Überwachung im Inland und für autonome tödliche Waffensysteme festzulegen.



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Halo: Campaign Evolved: Ab Sommer zieht der Master Chief in neue Missionen


Halo: Campaign Evolved: Ab Sommer zieht der Master Chief in neue Missionen

Bild: Xbox Game Studios

Halo hat einen Termin. Das Remake des allerersten Serienteils für die allererste Xbox kommt im Sommer auf den PC und Konsolen – auch die von Sony. Der Umfang des Originals wird um drei neue Missionen ergänzt, die vor der eigentlichen Haupthandlung spielen. Worum es geht, zeigt Microsoft erstmals.

Der „New Missions Trailer“ vermittelt einen Eindruck von den drei neuen Missionen, die den Master Chief und Sgt. Johnson bei einem Einsatz hinter feindlichen Linien zeigen. Ein Jahr vor den Ereignissen in Halo entern beide ein Forschungsschiff der Covenant mit dem Ziel, dort Daten zu stehlen. Dort treffen sie auf neue Varianten bekannter Gegner, während ihnen im Kampf Waffen aus anderen Halo-Teilen zur Verfügung stehen. Zugleich gewährt der Trailer einen Blick auf die nun zeitgemäße Grafik auf Basis der Unreal Engine 5.

Neben der neuen Grafik bietet Campaign Evolved einen lokalen Splitscreen-Modus für zwei Spieler sowie einen kooperativen Online-Modus für vier Spieler, für den die Kampagne angepasst wurde. Das Ziel des Remakes ist es dabei, das Feeling des Klassikers zu bewahren, es aber in einem nach modernen Standards runden Spiel zu vermitteln. Campaign Evolved soll sich also so spielen, wie man es in Erinnerung hat, nicht wie es sich tatsächlich spielt.

Animationen und Vertonungen wurden dazu überarbeitet, die Kampagne geschliffen, damit sie sich flüssiger spielt, Wegfindung und Navigation verbessert. An vielen Stellen sollen Missionen angepasst und mit mehr Umgebungskontext versehen werden, um die Story präsent zu halten. Darüber hinaus können Spieler nun alle Waffen aufheben, Fahrzeuge stehlen, Herausforderungen zuschalten – und optional sprinten. Das ging in den ersten Halo-Teilen noch nicht.

Halo CE: Vorbesteller-Boni
Halo CE: Vorbesteller-Boni (Bild: Xbox Game Studios)
Halo CE: Inhalte der Premium Edition
Halo CE: Inhalte der Premium Edition (Bild: Xbox Game Studios)
Halo CE: Inhalte der Collectors Edition
Halo CE: Inhalte der Collectors Edition (Bild: Xbox Game Studios)

Plattformen, Termin und Editionen

Los geht es auf der Xbox, dem PC und der PlayStation 5 am 23. Juli für Käufer der Premium Edition für rund 80 Euro. Sie enthält zusätzliche Skins sowie die „Story & Art Collection“ in digitaler Form sowie ein digitales Spielhandbuch im Stil der Anleitung des ersten Halo. Darüber hinaus kann über HaloWaypoint eine Sammlerausgabe für 200 Euro bestellt werden, die eine rund 30 Zentimeter hohe Statue des Master Chief und einen LED-Chip von Cortana enthält. Käufer der 60 Euro teuren Standardversion müssen sich bis zum 28. Juli gedulden.



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Metro 2039: Neuer Gameplay-Trailer und ein genauerer Termin


Metro 2039: Neuer Gameplay-Trailer und ein genauerer Termin

Bild: 4A Games

Deep Silver zeigt nun einen neuen Gameplay-Trailer für Metro 2039 und konkretisiert den Termin: Die Fortsetzung der Shooter-Serie soll im Februar 2027 erscheinen. Damit geht auch dieser Publisher GTA 6 aus dem Weg.

Mitte April hatten 4A Games und Deep Silver Metro 2039 als echte Fortsetzung der postapokalyptischen Shooter-Serie angekündigt, die auf den Romanen von Dmitri Alexejewitsch Gluchowsk basiert. Der „Reveal“-Trailer zeigte bereits etwas Gameplay und kündigte das Spiel zugleich für „diesen Winter“ an.

Jetzt wird es konkreter: „Wir sind stolz darüber, euch wissen zu lassen, dass ihr das Spiel im Februar 2027 in euren Händen halten werdet“, heißt es in der Mitteilung.

Dass es eher das Ende des Winters wird, könnte eine strategische Entscheidung sein. Deep Silver könnte damit (wie so viele andere auch) dem Blockbuster GTA 6 aus dem Weg gehen wollen, der am 19. November 2026 erscheint.

Allerdings flüchten auch andere in den Februar des kommenden Jahres: Mit Tomb Raider: Legacy of Atlantis und Fable Reboot sind dies keineswegs Kleinkaliber.

Der neue Gameplay-Trailer

Der erste vollwertige Gameplay-Trailer zu Metro 2039 trägt den Titel „Hunter“. Damit ist der neue Bösewicht gemeint, der im Spiel auch als „Führer“ bezeichnet wird. Fans der Reihe dürfte Hunter ein Begriff sein, denn bei diesem handelt es sich um den allerersten Ranger des Sparta-Ordens. Dieser wird im neuen Teil zum skrupellosen Faschisten gemacht.

Der Trailer gibt auch einen Ausblick auf die Vielfalt der Schauplätze, einige neue Gegenstände und Waffen sowie auf neue Möglichkeiten, die Umgebung zu erkunden oder sich diese zunutze zu machen.



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Ascend 950DT: Huaweis AI-Chip mit eigenem HBM kommt bereits im August


Huaweis erster AI-Beschleuniger mit HBM3(e?)-Äquivalent könnte bereits im August dieses Jahres das Licht der Welt erblicken: der Ascend 950DT. Ursprünglich für das vierte Quartal geplant, könnten erste Kunden in China eventuell schon etwas früher darauf zurückgreifen. Details bleiben aber vage.

Da nur chinesische Medien von den Informationen rund um Huaweis Veranstaltung am 5. Juni in Shanghai berichten und Huaweis eigener Pressroom* erst heute einen nur sehr oberflächlichen Überblick liefert, ist die Informationslage vergleichsweise dünn.

Einig sind sich die Medien wie Guancha.cn und später Mydrivers als bekanntere Plattform dennoch darin: Huaweis neuer AI-Beschleuniger Ascend 950DT erscheint bereits im August.

Huawei Ascend 950 in zweierlei Ausführung

Vom Ascend 950, der auf dem altbekannten Ascend 910 in seinen diversen Varianten folgt, wird es dieses Jahr zwei Varianten geben. Die wichtigste Neuheit ist neben der Unterstützung für das FP8-Datenformat die Nutzung von HBM-Speicher, der nicht von Samsung zugekauft wird, sondern laut Huawei proprietär entwickelt wurde.

Die vorliegenden Daten lassen weiterhin nur bedingt Rückschlüsse zu: Der Ascend 950PR wird nur auf 128 GByte mit einer Bandbreite von 1,6 TByte/s setzen, was eher wenig ist und der HBM2(e)-Liga entspricht. Der Ascend 950DT erhöht sowohl bei der Kapazität auf 144 GByte und noch mehr bei der Bandbreite auf 4 TByte/s, hier könnte es sich dann um das Huawei-Pendant zu HBM3(e?) handeln.

Auf den Ascend 950DT setzt Huawei durchaus große Stücke, soll er doch viele größere Systeme antreiben. Die SuperPoDs werden bei Huawei so auch zu einem SuperCluster zusammengepackt. Darin sind in der neuen Generation 64 Atlas 950 SuperPoDs mit letztlich insgesamt 524.288 Chips verbaut.

Atlas 950 SuperPoD
Atlas 950 SuperPoD (Bild: IThome)
Atlas 950 SuperPoD
Atlas 950 SuperPoD (Bild: IThome)
Atlas 950 SuperCluster
Atlas 950 SuperCluster (Bild: IThome)

Angeblicher Aufbau abgelichtet

Mitte der letzten Woche sind mutmaßlich authentische Fotos des möglichen Chips in sozialen Medien aufgetaucht. Der Fokus dabei richtet sich insbesondere auf Huaweis genutzte HiZQ-2.0-Lösung als eine Art Custom-HBM, die mit nur vier Chips zu je 36 GB für in Summe 144 GByte sorgen können soll. Diese Chips an den beiden Seiten wiederum scheinen aber ein Art Dual-Die-Design zu sein. Große I/O-Dies wiederum flankieren die Compute-Chips in der Mitte von oben und unten. Das gesamte Chip-Design des angeblichen Huawei Ascend 950DT sieht letztlich extrem interessant aus, da hier auch noch Interposer und andere Dinge im Spiel sein dürften.

Angeblicher Huawei Ascend 950DT
Angeblicher Huawei Ascend 950DT (Bild: Zhihu)

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