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Elektromobilität: Leichte E-Lkw und elektrische Omnibusse trotzen der Flaute
Der Nutzfahrzeugmarkt mag die meisten wenig interessieren. Und doch bietet er einen Blick in die Zukunft der Elektromobilität, weil seine Kaufentscheidungen unbelastet sind von Halbwissen, Vorurteilen und Emotionen. Bei Nutzanwendern muss sich ein Fahrzeug vorrangig finanziell bewähren, und das unter Umständen auch unter denkbar härtesten Einsatzbedingungen. Die Kriterien, die außer der schlichten Eignung eines Fahrzeugs für den angedachten Job noch bleiben, sind Randbedingungen wie Energiekosten, Ladeinfrastruktur, (steuerliche) Be- und Entlastungen oder Förderung. Gewerblich genutzte Elektromobilität kann somit in gewissen Grenzen als ein Indikator für die Entwicklung auf diesem Gebiet dienen. Was sich im vergangenen Jahr getan hat, zeigen die aktuellen Zahlen des Verbands der europäischen Kraftfahrzeughersteller Acea (European Automobile Manufacturers’ Association) für den europäischen Nutzfahrzeugmarkt 2025.
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Vorreiter Schweiz
Batterieelektrische Nutzfahrzeuge verzeichneten 2025 in Europa einen leichten Aufwärtstrend. Trotz eines leichten Rückgangs bei den Zulassungen konnten Busse kräftig zulegen. In diesem Segment findet inzwischen auch das größte Wachstum batterieelektrischer Autos statt, vor allem in Deutschland. Auf einigen Märkten legen auch Elektro-Lkw deutlich zu, wenn auch in weit geringerem Maßstab. Hier geht laut Acea die Schweiz am stärksten voran. Dass der Fortschritt nicht schneller verläuft, lastet der Industrieverband der Politik an: Der nur langsam steigende Anteil der elektrisch aufladbaren Fahrzeuge liege an „unzureichender Infrastruktur, hohen Energiepreisen, ungünstigen Gesamtbetriebskosten und inkonsequenten politische Rahmenbedingungen“ schreibt der Verband in seiner Pressemitteilung.
Leichter Rückgang insgesamt
Insgesamt 307.460 verkaufte Lkw ließen den Gesamtmarkt europaweit um 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr schrumpfen. Die deutschen Lkw-Zulassungen sanken hingegen von 88.240 auf 77.431 Stück im Jahresvergleich zu 2024, das macht ein Minus von 12,2 Prozent. Den umgekehrten Trend kann man hingegen bei Bussen beobachten, deren Zulassungen stiegen in ganz Europa um 7,5 Prozent auf 38.238 Einheiten, Deutschland legte hier mit 28 Prozent entschieden überdurchschnittlich zu. Der Gesamtanteil des Busgeschäfts liegt allerdings lediglich bei knapp 12,5 Prozent des Lkw-Markts.
Elektrisch angetriebene Busse kamen 2025 auf 23,8 Prozent aller Zulassungen in der EU. Inklusive der in der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) eingebundenen Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz plus Großbritannien sind es laut Acea sogar bereits 25,9 Prozent. Sprich: Jeder vierte neue Bus in Europa fährt elektrisch. Elektro-Lkw legten EU-weit zwischen 2024 und 2025 von 2,3 auf 4,2 Prozent zu, mit EFTA-Ländern und UK kommen sie auf 4,8 Prozent.
Leichte Elektro-Lkw im Aufwind
Der Anstieg der elektrisch aufladbaren (nach BEV und Hybridantrieb schlüsselt Acea an dieser Stelle nicht auf) verteilt sich allerdings sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Gewichtsklassen. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang die Klasse zwischen 3,5 und 16 Tonnen. Sie verkaufte sich laut Acea mit nur 52.972 Neuzulassungen zwar um 9,9 Prozent schlechter, mit einem Plus von 7867 Elektrofahrzeugen ergibt sich indes ein sehr beachtlicher Zuwachs von 87 Prozent. Das bedeutet, dass 2025 schon 14,8 Prozent der Nutzfahrzeuge zwischen 3,5 und 16 Tonnen (teil)elektrisch fuhren. In Deutschland betrug der Anteil mit 3368 Stück bereits 43 Prozent aller EU-weit zugelassenen elektrifizierten Fahrzeuge zwischen 3,5 und 16 Tonnen.
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Den Verkäufen nach deutlich kleinere Märkte lassen 2025 Deutschland im Wachstum oft weit zurück. So schaffen die Niederlande mit 1147 Stück ein großes Plus von 523 Prozent im Jahresvergleich, Schweden schafft mit 619 Nfz immerhin 407, Italien mit 521 Stück noch 174 Prozent. Frankreich verkaufte im Segment der 3,5- bis 16-Tonner mit E-Antrieb 852 Stück und verbesserte sich zum Vorjahr um 33 Prozent, Dänemark mit 470 um 122. Bemerkenswert hat sich außerhalb der EU das Vereinigte Königreich mit 2562 verkauften Einheiten geschlagen, das waren 56 Prozent über 2024.
Eine Erklärung ist das vorwiegende Einsatzgebiet für solche Fahrzeuge im Verteilverkehr. Dort bieten geringe Tagesfahrleistungen sowie die Einfahrt in emissionsbeschränkte Gebiete und ein hoher Anteil an Lieferstopps bereits sehr gewichtige Argumente, solche Autos einzusetzen. Deutschland bietet mit einer großen Bevölkerung und dichter Besiedlung besonders viele dieser Bedingungen.
Elektrische Schwerlaster bleiben selten
Bei Lkw über 16 Tonnen liegt der Anteil an elektrifizierten Lastwagen bei einen Gesamtanteil von nur zwei Prozent. Das errechnet sich aus ihrer Verkaufszahl von 4991 gegenüber 254.488 Stück am Gesamtmarkt, der 2025 auf einen um 5,4 Prozent geringeren Verkaufsanteil kam. In Deutschland allerdings lag der Anteil schwerer Elektro-Lkw bei 28 Prozent, mit 1398 Stück erreichten diese einen beachtlichen Zuwachs von 38 Prozent. Noch besser schnitten Österreich mit 405 auf 143 Prozent und die Niederlande mit 878 auf 83 Prozent Wachstum gegenüber 2025 ab. Frankreich kommt mit einem moderaten Zuwachs von 28 Prozent auf 861 Einheiten.
Den größten Anteil erreicht das EFTA-Land Schweiz mit 21,3 Prozent, nachdem dort vergangenes Jahr 524 schwere E-Lkw über den Ladentisch gingen, entsprechend 71 Prozent Wachstum. Fast so gut gingen dort übrigens auch die Elektro-Lkw ab 3,5 Tonnen, von denen 942 Stück das Ergebnis um 64 Prozent verbessern konnten. Gefolgt wird der Alpenstaat von den Niederlanden, die mit knapp über 2000 Neuzulassungen 18,2 Prozent erreichten. Norwegen hatte einen Anteil von 16,9 Prozent elektrischer Lkw aller Klassen.
Ausnahmefall Elektrobusse
BEV-Busse waren in Großbritannien mit 2856 Neuzulassungen in Gesamt-Europa am beliebtesten. Das Land erreichte damit 56,3 Prozent Zuwachs, gefolgt von Deutschland mit 1808 neuen Elektrobussen, entsprechend 106,4 Prozent, während Schweden mit 898 Stück und einem Plus von 262,1 sowie Belgien mit 737 Einheiten und einem 233,5-prozentigen Anstieg hier die deutlichsten Zuwächse verzeichneten. Italien schaffte mit 1371 Bussen ein Plus von 16,8 Prozent. Die EU steigerte sich um 38,9 Prozent, inklusive EFTA und UK waren es, vor allem dank der Engländer, 44,8 Prozent.
Bemerkenswert: Hybridbusse sind EU-weit deutlich auf dem absteigenden Ast. Das Minus von 25 Prozent auf den aktuellen Marktanteil von 6,9 Prozent ist durch eine schwache Konjunktur nicht erklärbar. Es dürfte eher daran liegen, dass die Elektrischen bei Kosten und Leistungsfähigkeit und die Kommunen bei der Ladeinfrastruktur aufgeholt haben. Letztere dürften der Haupttreiber der Entwicklung sein, weil sie durch Vorschriften zum Immissionsschutz in geschlossenen Siedlungsgebieten gehalten sind, den Personennahverkehr entsprechend umzustellen. Das lässt sich trotz hoher Anfangsinvestitionen am einfachsten durch den Wechsel bei der Fahrenergie bewerkstelligen.
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(fpi)
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E-SUV DS N°7 vorgestellt: Bekannte Technik, feine Verpackung
Auch der riesige Stellantis-Konzern hat versucht, im Segment der besonders hohen Margen einen Fuß in die Tür zu bekommen. 2014 wurde dafür die Marke DS gegründet, der ganze große Durchbruch blieb bislang allerdings aus. Einen weiteren Anlauf mit bekanntem Konzept unternimmt DS mit dem SUV N°7. Die technische Basis ist von anderen Stellantis-Modellen bekannt, die bereits im Verkauf sind. DS erhebt dennoch einen höheren Anspruch.
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Warmer Luftstrom
Der Nachfolger des DS7 wächst auf 4,66 m, der Radstand auf 2,79 m. Damit hat er ungefähr die Abmessungen eines Skoda Enyaq oder Opel Grandland. DS rühmt sich einer deutlich verbesserten Rundumsicht durch vergrößerte Fenster. Gegen Aufpreis gibt es ein großes Glasdach, das sich allerdings, anders als im Vorgänger, nicht mehr öffnen lässt. Mit einigen Details will sich die selbst ernannte Nobelmarke von den anderen Konzernmarken absetzen: Wer mag, kann sich einen warmen Luftstrom in den Nacken schicken lassen. Der Innenspiegel liefert entweder das gewohnte Bild oder die Aufnahmen einer Kamera in der Heckscheibe. In einem Hyundai Ioniq 5 fand ich das in einem Test nicht besonders überzeugend, sieht man einmal davon ab, dass die Funktion eines Innenspiegels so auch bei dachhoher Beladung erhalten bleibt.
Das Matrix-Licht soll bis zu 540 m weit reichen und Verkehrsschilder weniger grell anstrahlen als noch im Vorgänger. Unverändert scannt eine Kamera die Straße vor dem Auto und konditioniert die Dämpfer auf Unebenheiten entsprechend vor. Hoffen darf der Fahrer auch auf eine leistungsfähigere Verkehrsschildererkennung, zumal diese im N°7 vorausschauend arbeiten kann. In zahlreichen Stellantis-Modellen war die Erkennungsrate bislang nicht überzeugend. ChatGPT soll die Kommunikation über Sprachbefehle erheblich verbessern. Nicht neu, aber ungewöhnlich ist die Idee einer Nachtsichtkamera: Mithilfe eines Infrarotsensors sollen Lebewesen bis zu einer Entfernung von 300 m erkannt werden. Auf nächtlichen Landstraßen könnte das einen erheblichen Sicherheitsgewinn darstellen.

DS
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Vier Antriebe zum Start
Wie andere Konzernmodelle auf dieser Basis wird auch der N°7 mit einem Hybrid und verschiedenen batterieelektrischen Antrieben angeboten. Einstiegsmodell wird der bekannte Hybrid, der auf einen 1,2-Liter-Dreizylinder zurückgreift. Die Systemleistung liegt bei 107 kW, der Verbrauch im WLTP bei 5,4 Litern. Mit der kleinen Pufferbatterie wird eine Lastpunktverschiebung möglich, der Verbrenner also häufiger als gewöhnlich nahe seines besten Wirkungsgrades betrieben. Wir hatten diesen Antrieb in einem Opel Grandland Hybrid (Test) im vergangenen Jahr in der Redaktion. Sein größter Vorteil dort war der gegenüber den E-Versionen geringere Preis. Im N°7 soll ein stärkerer Hybridantrieb noch folgen, vermutlich dann als Plug-in-Hybrid mit rund 20 kWh Energiegehalt in der Traktionsbatterie.
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Wir rechnen auch im N°7 fest damit, dass die drei batterieelektrischen Antriebe im Alltag angenehmer zu fahren sein werden. Aus Kostengründen hat sich Stellantis entschieden, den primären Antrieb über die Vorderräder abzuwickeln. Schon das Basismodell leistet 169 kW und erreicht 190 km/h. Die Traktionsbatterie hat hier einen Energiegehalt von 73,7 kWh. Im WLTP soll das für 543 km genügen.

DS
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Kleine Batterie ohne Vorkonditionierung?
In den beiden anderen Versionen stehen 180 (Frontantrieb) und 257 kW (Allradler) bereit. Dank einer Batterie mit 97,2 kWh soll die WLTP-Reichweite bei 740 bzw. 679 km (Allrad-Modell) liegen. Offenbar nur für die große Batterie ist eine Vorkonditionierung der Zellen vorgesehen, die dann manuell oder automatisiert über den Routenplaner erfolgen kann. Sollte es tatsächlich so sein, dass die kleine Batterie auch in diesem Auto von Stellantis das nicht bekommt, sollten sich Interessenten eines klarmachen: Die anfängliche Ladeleistung liegt dann schon bei herbstlichen Temperaturen unter Umständen nur bei einem mittleren, zweistelligen Bereich.

DS
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Ladeleistung im Schnitt
Für die große Batterie wird versprochen, das Fenster zwischen 20 und 80 Prozent Ladestand innerhalb von 27 Minuten schließen zu können. 160 kW sollen es in der Spitze sein, wobei DS verspricht, zwischen 20 und 55 Prozent Ladestand sollen es fast durchweg konstant 160 kW Ladeleistung sein. Stimmt das, müsste die Ladeleistung ab diesem Punkt allerdings massiv einbrechen. Denn übersetzt heißt das, rund 58 kWh werden in 27 Minuten im Schnitt mit knapp 130 kW nachgeladen. Das ist im Konkurrenzumfeld nicht allzu üppig, doch eine prognostizierte Gegenrechnung verdeutlicht, dass auch der DS N°7 durchaus für die Langstrecke taugt.
Wer mit voller Batterie seine Reise antritt, dürfte im ersten Abschnitt realistisch durchaus etwas mehr als 400 km auf der Autobahn schaffen, bevor ein Ladestand von 10 Prozent unterschritten wird. Dann sind nach etwas mehr als einer halben Stunde an der Ladesäule 80 Prozent wieder erreicht und Strom für weitere gut 300 km nachgeladen. Mit reichlich Puffer und Reserven können also 700 km auf der Autobahn locker angegangen werden, sofern man rund eine halbe Stunde Pause zwischendurch akzeptiert. Das mag kein Diesel-Niveau haben, klingt nun aber auch nicht nach dem Ende der automobilen Freiheit.

(Bild: DS)
Preis: ab etwa 40.000 Euro
Vorbestellt werden kann der N°7 ab Mai, die Auslieferungen sollen im Herbst beginnen. Gemäß des Anspruchs, ein Premiumfahrzeug anzubieten, rechnen wir mit Preisen, die deutlich über denen für den Grandland liegen. Das hieße: Für den Hybrid wären vermutlich ab 40.000 Euro einzuplanen, für die Basisversion des Elektroautos knapp 50.000 Euro. Genaueres dazu dürfte spätestens im April folgen.
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(mfz)
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Apple erfindet sich Neo | Mac & i-Podcast
Wenig hat 2026 für so viel Aufregung in der IT-Welt gesorgt wie das MacBook Neo. Dabei ist es gar kein futuristisch anmutendes Gerät mit großen Visionen, sondern ein simples Klapp-Notebook. Und doch scheint auf dem PC-Markt seitdem vieles anders: Zum ersten Mal wildert ein neues MacBook im Preissegment knapp unter 700 Euro und die großen Konkurrenten wirken denkbar schlecht vorbereitet – zumal alle genau jetzt von einer massiven Speicherkrise überrollt werden.
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In Episode 117 besprechen Malte Kirchner und Leo Becker, an welchen Stellen Apple beim Neo gerade nicht gespart hat und was den MacBook-Neuling attraktiv macht – für Umsteiger wie altgediente Mac-Nutzer. Wir sprechen über ungläubige Reaktionen ebenso wie über Reparierbarkeit und Apples großen Komponenten-Baukasten, aus dem sich neue Produkte zusammenwürfeln lassen. Uns beschäftigt außerdem, was das Neo für Apples andere Produktreihen bedeutet, besonders das iPad. Zudem fragen wir uns, ob Apple mit dem Neo plötzlich wieder eine spielerische Seite wiederentdeckt hat – und das einen großen Umbruch andeutet.
Apple-Themen – immer ausführlich
Der Apple-Podcast von Mac & i erscheint mit dem Moderatoren-Duo Malte Kirchner und Leo Becker im Zweiwochenrhythmus und lässt sich per RSS-Feed (Audio) mit jeder Podcast-App der Wahl abonnieren – von Apple Podcasts über Overcast bis Pocket Casts.
Zum Anhören findet man ihn auch in Apples Podcast-Verzeichnis (Audio) und bei Spotify. Wir freuen uns über Feedback, Kritik und Fragen an podcast@mac-and-i.de.
(lbe)
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E-Scooter Ausom L1 im Test: großer Akku, gute Federung & Blinker für 499 Euro
Der Ausom L1 zeigt im Test viel Offroad-Tauglichkeit fürs Geld: Vollfederung, 749-Wh-Akku, Blinker und Straßenzulassung. Doch ein Punkt trübt den positiven Gesamteindruck.
Vollfederung, Riesenakku, Blinker und Straßenzulassung für unter 500 Euro? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Doch der Ausom L1 will genau das liefern. Der robuste Offroad-E-Scooter kombiniert einen 749 Wh großen Akku mit einem 930-W-Motor, einstellbarer Federung an beiden Rädern und StVO-konformen Blinkern. Hier ist dank Allgemeiner Betriebserlaubnis (ABE) alles legal.
Damit wildert der Ausom L1 im Revier etablierter Offroad-Modelle. Der Joyor Y8-S (Testbericht) kostet ähnlich wenig und bringt sogar mit 1248 Wh einen fast doppelt so großen Akku mit. Wer mehr investieren kann, greift zum Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht) – geniale Federung, perfekte Verarbeitung und 2000 W Spitzenleistung sprechen für unseren Testsieger.
Aktuell kostet der Ausom L1 bei Amazon 499 Euro. Ob er trotz des günstigen Preises mit der Konkurrenz mithalten kann, zeigt unser Test.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Aufbau des Ausom L1 dauert rund 15 Minuten – etwas länger als bei den meisten Konkurrenten. Nach der Fixierung der Lenkerstange müssen Lenker, Display und Frontlicht separat angeschraubt werden. Im Karton liegen neben dem E-Scooter ein Netzteil, drei NFC-Karten, Montagehandschuhe und eine Bedienungsanleitung. Anschließend muss man den Reifendruck und die Bremsen prüfen. Wir empfehlen das Tragen eines Helms.
Optisch macht der Ausom L1 mehr her, als sein günstiger Preis vermuten lässt. Der massive Stahlrahmen in Grau mit gelb-orangen Akzenten wirkt erwachsen und robust. Das breite Trittbrett (51 × 19 cm) bietet ausreichend Standfläche. Am Heck schützt eine leicht erhöhte Ablage das Schutzblech und dient gleichzeitig als Stütze für den hinteren Fuß. 15 cm Bodenfreiheit sorgen dafür, dass auch höhere Bordsteinkanten oder Wurzeln kein Problem darstellen. Die großen Schutzbleche aus Kunststoff sitzen fest und halten Spritzwasser zuverlässig ab.
Die Verarbeitung überrascht für diese Preisklasse. Saubere Schweißnähte, ein steifes Lenkrohr, ein verwindungsarmer Rahmen – Billig-Plastikteile oder störende Spaltmaße sucht man vergeblich. Der E-Scooter sieht schlicht teurer aus, als er ist. Mit IP54-Zertifizierung trotzt er Spritzwasser aus beliebigem Winkel.
Mit 28 kg ist der Ausom L1 allerdings ein echtes Schwergewicht. Selbst der schwere Doppelmotor-Bolide Iscooter IX7 Pro (Testbericht) wiegt mit 30 kg nur wenig mehr. Wer den Ausom L1 regelmäßig in den dritten Stock ohne Aufzug schleppen muss, sollte vorher seinen Bizeps trainieren.
Der Klappmechanismus ist unnötig kompliziert. Statt eines einfachen Schnellverschlusshebels muss zunächst eine große Kunststoffschraube gelöst werden – das dauert etwa zehn Sekunden. Auch das Einhaken der Lenkstange am hinteren Trittbrett gelingt nicht intuitiv: Die Lenkstange muss erst auf die richtige Höhe gebracht werden, bevor der Haken greift. Das hätte man deutlich einfacher lösen können. Zusammengeklappt misst der E-Scooter etwa 125 × 69 × 56 cm. Für den täglichen Transport im ÖPNV oder häufiges Treppensteigen ist er damit weniger geeignet.
Lenker & Display
Der Lenker ist mit 69 cm erfreulich breit und vermittelt gute Kontrolle. Seine Höhe lässt sich zwischen 113 und 133 cm verstellen – damit eignet sich der E-Scooter für Fahrer von 150 bis 200 cm Körpergröße. Die ergonomisch geformten Griffe liegen angenehm in der Hand.
Etwas gewöhnungsbedürftig: Der Gashebel wird nicht mit dem Daumen, sondern mit dem Zeigefinger bedient. Er geht etwas straff. Bei längeren Fahrten kann das zu Ermüdung oder gar Schmerzen im Finger führen.
Das 4,5-Zoll-LC-Display ist eines der größten, die wir bisher an einem E-Scooter gesehen haben. Es zeigt Geschwindigkeit, Fahrmodus, Akkustand, Distanz und verschiedene Untermenüs übersichtlich an. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt es gut ablesbar.
Die integrierten Blinker an den Lenkerenden sind erfreulich hell. Ein Wippschalter auf der linken Seite aktiviert sie. Ein akustisches Signal gibt es nicht und der Blinker schaltet sich nicht automatisch ab – hier muss der Fahrer aufpassen.
Das Voll-LED-Lichtsystem überzeugt. Der im Abstrahlwinkel verstellbare Frontscheinwerfer leuchtet hell und hat einen seitlichen Lichtaustritt, der die Sichtbarkeit bei Nachtfahrten verbessert. Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf. Einen Dämmerungssensor gibt es nicht, das Licht wird über einen separaten Schalter aktiviert.
Besonders ist das Sicherheitskonzept. Vor jeder Fahrt muss ein Passwort eingegeben (Standard: 0000) oder eine der drei beiliegenden NFC-Karten ans Display gehalten werden. Über ein verstecktes Untermenü – Plus- und Minus-Taste gleichzeitig gedrückt halten – lassen sich unter Position P23 neue Passwörter und unter P18 neue NFC-Karten binden. Sogar das eigene Smartphone funktioniert mit einer entsprechenden NFC-App als Schlüssel. Coole Option, aber alles andere als selbsterklärend. Ohne Bedienungsanleitung steht man hier auf dem Schlauch.
Eine eigene App gibt es leider nicht. Schade, denn sie hätte die Passwort- und NFC-Verwaltung deutlich komfortabler gemacht.
Fahren
Auf dem Ausom L1 stehen – das fühlt sich erst mal gut an. Das breite Trittbrett bietet viel Platz, die erhöhte Ablage am Heck gibt dem hinteren Fuß Halt. Dank des höhenverstellbaren Lenkers und der ergonomischen Griffe finden Fahrer unterschiedlicher Statur eine bequeme Position. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl: Eco (ca. 10 km/h), Sport (ca. 15 km/h) und Race (ca. 20–22 km/h). Die Umschaltung erfolgt über die Plus- und Minus-Tasten an der rechten Seite des Lenkers.
Die Vollfederung mit einstellbaren Federn an Vorder- und Hinterrad ist das Herzstück des E-Scooters. Sie schluckt Schlaglöcher, Kopfsteinpflaster, Schotter und kleine Wurzeln hervorragend. Auf Feldwegen fühlt sich der Ausom L1 richtig wohl – hier spielt er seine Stärken voll aus. Die 10-Zoll-Tubeless-Offroad-Reifen bieten guten Grip auf Asphalt und leichten Waldwegen.
Allerdings – und das ist der größte Kritikpunkt am E-Scooter – fühlt sich das Fahren ungewöhnlich schwammig an. Präzise Lenkmanöver gelingen nur mit Mühe. Das liegt vermutlich an der weichen Federung. Dieses Problem kennen wir auch vom Trittbrett Fritz (Testbericht), dort ist es aber weniger ausgeprägt. Andere vollgefederte Modelle wie der Segway Ninebot Max G3 D oder der Navee S65D bekommen das deutlich besser hin. Wer ein knackiges, direktes Fahrgefühl erwartet, wird enttäuscht.
Der Heck-Nabenmotor mit 500 W Nennleistung (48-V-System) und bis zu 930 W Spitzenleistung zieht kräftig aus dem Stand an. 29 Nm Drehmoment sorgen dafür, dass auch leichte Steigungen souverän gemeistert werden. Im Race-Modus schöpft der Motor den gesetzlichen Rahmen mit 20 bis 22 km/h gut aus.
Das Bremssystem mit E-ABS und mechanischen Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad packt satt zu. Der Bremsweg ist kurz, die Dosierung gelingt feinfühlig. Auch bei Vollbremsungen bleibt der E-Scooter kontrollierbar.
Akku
Der Lithium-Ionen-Akku hat eine Kapazität von 749 Wh (48 V / 15,6 Ah) und ist fest eingebaut. Laut Hersteller soll eine Reichweite von bis zu 70 km möglich sein – unter Idealbedingungen.
Im Praxistest mit einem 85 kg schweren Fahrer, Race-Modus, flacher Strecke und 15 °C Außentemperatur kommen wir auf 35 bis 45 km. Ein solider Wert, der für die meisten Pendelstrecken und Freizeitausflüge ausreicht. Die reale Reichweite hängt wie immer von Fahrergewicht, Temperatur, Streckenprofil und Fahrstil ab.
Die Ladezeit von 9 bis 10 Stunden mit dem mitgelieferten 54,6 V / 1,5-A-Ladegerät ist eine echte Geduldsprobe. Über Nacht laden – andere Optionen gibt es kaum.
Preis
Der Ausom L1 kostet aktuell 499 Euro bei Amazon. Für einen vollgefederten Offroad-E-Scooter mit 749 Wh Akku, Blinkern und Straßenzulassung ist das ein ausgesprochen fairer Preis. In dieser Ausstattungskombination gibt es aktuell kaum Konkurrenz zu diesem Kurs.
Fazit
Der Ausom L1 liefert für vergleichsweise wenig Geld eine beeindruckende Ausstattung. Der große 749-Wh-Akku sorgt für ordentliche Reichweite, die Vollfederung schluckt Feldwege und Schlaglöcher zuverlässig, die Blinker erhöhen die Sicherheit im Straßenverkehr. Auch schwerere Fahrer zieht der kräftige Motor souverän durch die Gegend. Die Bremsen packen verlässlich zu. Und die Verarbeitung überrascht positiv für diese Preisklasse – saubere Schweißnähte, steifer Rahmen, keine Billig-Anmutung.
Doch es gibt Schattenseiten. Das schwammige Fahrgefühl ist der größte Kritikpunkt. Andere vollgefederte E-Scooter fahren sich deutlich präziser. Der umständliche Klappmechanismus nervt, das Gewicht von 28 kg macht den Transport zur Kraftübung, und die Ladezeit von 9 bis 10 Stunden erfordert Geduld. Auch der straffe Zeigefinger-Gashebel ist ein Minuspunkt.
Wer einen günstigen Offroad-E-Scooter mit großem Akku und Straßenzulassung sucht und über das schwammige Fahrgefühl hinwegsehen kann, bekommt hier viel E-Scooter fürs Geld. Für den Preis gibt es schlicht keinen besser ausgestatteten Offroad-Roller mit ABE – man muss nur damit leben, dass er sich eher wie ein gemütlicher Feldweg-Cruiser als ein präzises Fahrinstrument anfühlt.
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