Connect with us

Künstliche Intelligenz

Ex-Krypto-König Bankman-Fried scheitert mit Berufungsantrag


Der ehemalige Digitalgeld-Unternehmer Sam Bankman-Fried ist mit einem Einspruch gegen seine Verurteilung als Betrüger im ersten Anlauf gescheitert. Drei Richter eines Berufungsgerichts lehnten es ab, das Urteil zu kippen, das zu einer Haftstrafe von 25 Jahren führte. Der 34-jährige Bankman-Fried kann noch eine Prüfung durch das gesamte Gericht beantragen oder vor das Oberste Gericht der USA ziehen.

Weiterlesen nach der Anzeige

FTX, einer der größten Handelsplätze für Kryptogeld wie Bitcoin, war Ende 2022 spektakulär zusammengebrochen. Bankman-Fried wurde auf den Bahamas festgenommen und an die USA ausgeliefert. Er wurde 2024 verurteilt. Derzeit läuft ein Berufungsverfahren.

Während das Geschäft mit Kryptowährungen kompliziert sein kann, wurde Bankman-Fried am Ende klassischer Betrug zur Last gelegt: Veruntreuung von Kundenvermögen. Bankman-Fried stand auch hinter einem Hedgefonds namens Alameda Research, der riskante Geschäfte machte und sich Mittel bei FTX lieh.

Eigentlich hätten dabei Sicherheiten hinterlegt werden müssen. Es gab auch Computersysteme, die dafür sorgen sollten. Doch diese Software machte eine heimliche Ausnahme für Alameda. Dadurch konnte der Hedgefonds bei FTX so tief ins Minus gehen, wie er wollte. Als Alameda-Geschäfte schiefgingen, klaffte in der FTX-Kasse der Anklage zufolge ein Milliarden-Loch. Bankman-Fried behauptet dagegen, FTX habe zwar in einer Liquiditätskrise gesteckt, sei aber grundsätzlich zahlungsfähig gewesen.

Diese Position war auch die Basis für Bankman-Frieds Berufung. Der Richter hatte in dem Verfahren an einem Bezirksgericht den Anwälten verboten, den Geschworenen zu sagen, dass FTX trotz Insolvenz in der Lage gewesen sei, Anlegern das Geld zurückzuzahlen. Das sei ein Fehler gewesen, hieß es in dem Berufungsantrag. Die Richter am Berufungsgericht befanden in ihrer Entscheidung aber, dies sei irrelevant, da der Betrug bereits bei der Überweisung an Alameda passiert sei.

Weiterlesen nach der Anzeige

Bankman-Fried ersuchte auch bereits um eine Begnadigung. Allerdings geht aus den Informationen im System des US-Justizministeriums hervor, dass der 34-Jährige zumindest derzeit erst nach Ablauf seiner 25 Jahre langen Haftstrafe begnadigt werden will. Nach US-Recht kann man dadurch etwa das Wahlrecht wiedererlangen. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Jahres in einem Interview der „New York Times“ gesagt, er habe nicht vor, Bankman-Fried zu begnadigen.

Lesen Sie auch


(nen)



Source link

Künstliche Intelligenz

Keine Auflagen: US-Regierung winkt Übernahme von Warner durch


Die US-Regierung hat die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde – sowohl im TV- oder Streaming-Geschäft als auch in der Filmproduktion. Zugleich laufen noch Wettbewerbsprüfungen in mehreren Bundesstaaten sowie außerhalb der USA, unter anderem in Europa.

Weiterlesen nach der Anzeige

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr schon Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts der Branchengröße verständigt. Doch Paramount ließ nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal ist nun rund 111 Milliarden Dollar schwer.

Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte – wie dies schon in anderen Fällen geschah, wo Medienhäuser von Milliardären übernommen wurden, die dem Präsidenten die Treue halten. Trump hatte mehrfach gesagt, ihm sei besonders wichtig, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt.

Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS fiel nach der Übernahme durch die Ellison-Familie durch wohlwollendere Berichterstattung gegenüber Trumps Regierung auf. In der populären Reportage-Sendung „60 Minutes“ wurden einige Korrespondenten entlassen, die zum Teil politisierten Druck beklagten.

Paramount wird von Larry Ellisons Sohn geführt – dem Filmproduzenten David Ellison. Er will mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist unter den kleineren Playern der Branche. Zu Warner gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie „Harry Potter“ sowie ein starkes Streaming-Geschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO.

Weiterlesen nach der Anzeige

Lesen Sie auch


(nie)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Empfangswege gemessen: So kommt die Fußball-WM verzögerungsfrei auf den Schirm


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Nachbarn jubeln bereits, während der Ball am eigenen Bildschirm noch auf dem Elfmeterpunkt liegt – dieses Phänomen kennen viele Streaming-Nutzer. Anlässlich der gestarteten Fußball-WM haben wir nachgemessen, welche Empfangswege sich für die Spiele am besten eignen und von welchen man besser die Finger lässt. Außer natürlich, es sind keine anderen Fußballfans in Rufnähe.

Weiterlesen nach der Anzeige

Wir haben die Latenzen vom Stadion bis zum heimischen Bildschirm beim linearen Fernsehgucken über Satelliten, Kabel und DVB-T im Vergleich zum Datenstrom aus dem Internet ermittelt. Beim IPTV-Streaming haben wir zudem geprüft, welche Apps sich besonders eigenen und mit welcher Streaming-Hardware der Ball am Bildschirm am schnellsten im Tor landet. Außerdem haben wir während des Eröffnungsspiels am Donnerstag erneut gemessen, dabei aber abgesehen von den WM-Kanälen der Telekom keine wesentlichen Änderungen feststellen können.

Weil das Satellitensignal in der Vergangenheit der schnellste Empfangsweg war, haben wir DVB-S2 bei unseren Latenzmessungen als virtuellen Nullpunkt gewählt. Ganz allgemein liegt der Empfang von Kabel-TV im ZDF nahezu gleich auf und in der ARD knapp 1,5 Sekunden dahinter. Eine Ausnahme bildet derzeit Vodafone mit seinem „Jubel-Booster“.


Mehrere Bildschirme zeigen ein Fußballspiel mit Zeitangaben und Spielergebnissen.

Mehrere Bildschirme zeigen ein Fußballspiel mit Zeitangaben und Spielergebnissen.

Der Kabelempfang im Vodafone-Netz (ganz links) liegt im ZDF etwa zwei Sekunden vor dem Sat-Empfang (ganz rechts). Der WM-Kanal von Magenta.tv liegt (zweiter großer Schirm links) liegt um knapp 7 Sekunden hinter DVB-S2.

Kabelnetzbetreiber Vodafone liefert das TV-Signal von ARD und ZDF anlässlich der WM beschleunigt aus. Mit dem „Jubel-Booster“ genannten Kniff schiebt sich der Empfang im Kabelnetz von Vodafone vor das Satellitensignal: In unseren neuerlichen Messungen lag das TV-Signal in der ARD jetzt 1,2 Sekunden vor dem Satelliten, im ZDF erschien es 1,8 Sekunden vor dem Sat-Empfang auf dem Bildschirm. Die reduzierten Latenzen gelten aber nur für Das Erste und ZDF im Vodafone-Kabelnetz, und sie werden nach der WM wieder deaktiviert.

Vodafone nutzt sein Glasfasernetzwerk, um die Studiosignale von Das Erste und ZDF unkomprimiert bis direkt zu letzten Verteilerstufe zu transportieren. Das sonst übliche Pre-Encoding lässt das Unternehmen dabei ebenso aus wie eine der Transcoding-Stufen und encodiert das Studiosignal erst ganz zum Schluss in einem Low-Delay-Modus ins nötige Kabel-TV-Signal. Durch das Eindampfen der Verarbeitungsprozesse und die eigene Glasfaseranbindung konnte Vodafone rund zwei Sekunden einsparen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Das Antennenfernsehen DVB-T2 liegt nur zwei Sekunden hinter dem TV-Empfang per Satellit. Der große Vorteil der für ARD und ZDF kostenlosen HD-Empfangsvariante: Es genügt eine Stummelantenne am großen Smart-TV im Garten oder ein preiswerter DVB-T2-Receiver nebst Antenne am HDMI-Eingang eines Beamers. Ob Sie sich im Empfangsgebiet befinden, können Sie bei Freenet mit dem Empfangscheck für DVB-T2 herausfinden: In Großstädten ist die Chance sehr groß, auf dem platten Land weniger. Die zwei Sekunden Verzögerung gegenüber DVB-S2 kann man gerade aushalten.


Karte zeigt Signalstärke für öffentlich-rechtliche Programme in Deutschland.

Karte zeigt Signalstärke für öffentlich-rechtliche Programme in Deutschland.

Das Antennenfernsehen DVB-T2 wird in großen Ballungsräumen ausgestrahlt, so auch in der Umgebung des heise-Verlags. Auf dem Land benötigt man teilweise eine aktive Antenne – oder hat gar keinen Empfang.

Wer weder einen Anschluss für lineares TV hat, noch im Antennenfernsehen empfangen kann, muss streamen. Hier können erhebliche Verzögerungen entstehen und das ist bei Talkshows, Serien oder Unterhaltungssendungen unerheblich, kann beim Fußballgucken aber richtig nerven.

In unseren Messungen haben sich die Mediatheken-Apps von ARD und ZDF durchweg als die schnellste Möglichkeit herausgestellt; ihr Signal liegt zwei bis sieben Sekunden hinter dem Satelliten-Signal DVB-S2.


Der Einfluss der Empfangshardware ist dabei nicht allzu groß, wir empfehlen aber, halbwegs moderne Geräte mit schnellem Prozessor zu nutzen. So gelangten Streams aus der ARD-Mediathek im Browser am Windows-PC, in der App am Apple TV 4K und mit einem guten Smartphone durchweg schneller auf den Schirm als mit schmaler Hardware wie einem älteren FireTV-Stick. In der ARD waren die Latenzen unabhängig von der verwendeten Hardware meist etwas größer als im ZDF.

Das Gute: ARD und ZDF übertragen im FreeTV sämtliche WM-Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft sowie die Halbfinals und das WM-Finale am 19. Juli und diverse weitere Spiele.

Alle 104 Spiele der Fußball-WM sind zudem auf MagentaTV zu sehen, denn die Telekom hat sich die Übertragungsrechte an der WM gesichert. Sie strahlt die Spiele auch in ihren Fußballkanälen aus. Allerdings dauert es geschlagene 15 Sekunden, bis die TV-Signale im vermeintlichen „Live TV“ der aktuellen MagentaTV-Streamingbox auf dem heimischen Schirm landen.

Die Telekom erklärte auf unsere Anfrage, dass per MagentaTV mehr als 1000 Stunden Live-Fußball, Analysen, Talks und Hintergrundberichte in drei WM-Kanälen bereitstehen. Auf der aktuellen MagentaTV-Hardware (Box One und Stick der 2. Generation) laufen alle Spiele in UHD-Qualität mit Dolby Vision und Dolby Atmos. „Dass es beim Streaming im Vergleich zu anderen Technologien zu Zeitverzögerung kommt, lässt sich leider nicht vermeiden. Durch das Zwischenspeichern von Datenpaketen (Buffering) wird sichergestellt, dass das Bild auch bei kurzen Schwankungen im Internet nicht ruckelt“ sagt die Telekom.

Beim Eröffnungsspiel haben in einem WM-Kanal nachgemessen und da lag das Signal tatsächlich knapp acht Sekunden hinter DVB-S2 und landet damit deutlich schneller auf dem Schirm als mit dem vermeintlichen „Live TV“ der Box One. Dennoch scheinen uns knapp acht Sekunden ganz schön lang – vor allem, wenn man bedenkt, wie viel Geld die Telekom für die Übertragungsrechte ausgegeben hat.


Drei Bildschirme zeigen ein Fußballspiel mit Spielstandanzeige und Uhrzeit.

Drei Bildschirme zeigen ein Fußballspiel mit Spielstandanzeige und Uhrzeit.

Mit der Waipu.tv-Box (oben links) landet das Bild neun Sekunden vor dem LiveTV-Stream in der Waipu-App (unten rechts) auf dem Schirm. Der WM-Kanel der Telekom (oben Mitte) liegt kurz hinter der Waipu.tv-Box, das LiveTV-Signal in der Magenta-App (unten Mitte) ordnet sich zwischen den beiden ein.

Als akzeptable Streaming-Alternative zu den Mediatheken erwies sich in unseren Messungen das „Live-TV“ an der Waipu.tv-Box: Es lag bei ARD und ZDF sechs Sekunden hinter dem Sat-Signal. Der latenzarme Empfang hat bei uns aber nur mit der Box funktioniert und nicht in der Waipu.tv-App etwa am Mobilgerät. Alle anderen TV-Streaminganbieter produzierten in ihrem vermeintlichen Live-TV Verzögerungen zwischen neun und 27 Sekunden – das ist bei Live-Events wie der Fußball-WM inakzeptabel.

Insgesamt empfehlen wir deshalb, beim Streamen mit möglichst geringen Latenzen die Mediatheken-Apps von ARD und ZDF zu nutzen. Wer möglichst viele Hintergrundinfos und Analysen sucht, wird mit den Magenta-WM-Kanälen gut bedient. Man braucht dafür aber ein MagentaTV-Abo und muss im Livestream bis zu vier Sekunden mehr Latenz gegenüber den Mediatheken in Kauf nehmen. Im LiveTV an der Waipu.tv-Box waren es akzeptable sechs Sekunden.

Wer lineares Fernsehen empfangen kann, liegt per Kabel, Satellit und DVB-T2 um einige Sekunden vor allen Streamingdiensten und gewinnt als Vodafone-Kabelkunde sogar noch ein bis zwei Sekunden gegenüber dem Sat-Empfang.

Übrigens hängt auch das Sat-Signal gegenüber dem Live-Erlebnis im Stadion hinterher: Es dauert circa sieben Sekunden aus den WM-Stätten in den USA, Kanada und Mexiko, bis es in unseren Wohnzimmern ankommt. Wer diese Zeit nicht abwarten will, muss das Radio einschalten. Aber Achtung: Sie könnten damit schnell zum Stimmungskiller werden …

Verzögerungen beim TV-Empfang 2026   
  ARD   ZDF   
[Messwerte in Sekunden] <– besser  <– besser   
DVB-Empfang (lineares TV)   
Satellit HD 1   
Kabel HD 2  1,4 3  0,1 4   
DVB-T2 HD    
MagentaTV Box   
ARD / ZDF Mediathek   2.5   
MagentaTV App (Live TV)  15  15   
MagentaTV WM-Kanal     
Zattoo App  11  12   
Waipu.tv Box    
ARD / ZDF Mediathek   2.5   
Waipu.tv App (Live TV)    
Waipu.tv Stick 4K   
ARD / ZDF Mediathek   5.8   
Waipu.tv App  26  23   
Amazon Fire TV Stick    
ARD / ZDF Mediathek   5.5   
MagentaTV   22  22   
Waipu.tv App  23.5  22   
Zattoo App  16  16.5   
Joyn App  31.5  27   
Apple TV 4K   
ARD / ZDF Mediathek  2.5   
MagentaTV   28  27   
Waipu.tv App  21  22   
Zattoo App  15  12   
Joyn App  32  26   
Windows-PC   
ARD / ZDF im Browser  3.5   
ARD / ZDF Mediathek  –  3.5   
MagentaTV im Browser  22  21   
Waipu.tv App  12.5  14   
Zattoo App  11   
Joyn App  39  41   
Android-Mobilgerät   
ARD / ZDF Mediathek   
MagentaTV  21.5  15   
Waipu.tv App  24  23   
Zattoo App  9.5  10   
Joyn App  27  26   
       
alle Angaben in Sekunden und bezogen auf Satelliten-Empfang    
1 Der Empfang per Satellit liegt ca. 7 Sekunden hinter der Echtzeit im Stadion       
2 gemessen im Kabelnetz von Vodafone (ehem. Kabel Deutschland) ohne Booster       
3 mit WM-Booster 1,2 s vor Sat   
4 mit WM-Booster 1,8 s vor Sat   


(uk)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

KI-Bearbeitung bei Apple und Warnlicht für Brillen – Fotonews der Woche 24/2026


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die WWDC 2026 brachte für Fotografen durchaus Interessantes: Apple stattet seine Fotos-App mit drei neuen KI-gestützten Bearbeitungswerkzeugen aus. Mit Details zu den konkreten Funktionen hält sich das Unternehmen zwar noch bedeckt, aber die Integration in OS 27 und „Apple Intelligence“ verspricht zumindest, dass die Bearbeitung direkt auf dem Gerät stattfindet – ein Pluspunkt für Datenschutz-Bewusste. Ob die Tools allerdings mehr können als die bereits etablierten KI-Funktionen der Konkurrenz, wird sich erst im Herbst zeigen, wenn OS 27 ausgerollt wird.

Weiterlesen nach der Anzeige


Das Titelbild der Ausgabe 03 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Das Titelbild der Ausgabe 03 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

(Bild: 

heise

)

Deutlich brisanter ist, was bei Meta passiert: Nachdem das Unternehmen vehement bestritten hat, Gesichtserkennungstechnologie in seine Ray-Ban Smart Glasses zu integrieren, entdeckten Entwickler einen entsprechenden Code in der App. Kurz darauf verschwand dieser Code jedoch still und leise, ohne offizielle Erklärung. Das riecht nicht nur nach schlechtem Gewissen, sondern wirft auch die Frage auf, was Meta eigentlich mit den Aufnahmen seiner Brillenträger vorhat.

Die ganze Aktion erinnert an einen Einbrecher, der beim Verlassen des Tatorts noch schnell die Fingerabdrücke wegwischt. Nur, dass hier Millionen von Nutzern potenziell betroffen sind. Meta behauptet weiterhin, keine Gesichtserkennung zu nutzen – aber warum dann der Code? Und warum die heimliche Löschung? Vertrauen aufzubauen geht definitiv anders.

c’t Fotografie Zoom In abonnieren

Ihr Newsletter mit exklusiven Foto-Tipps, spannenden News, Profi-Einblicken und Inspirationen – jeden Samstag neu.

E-Mail-Adresse

Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Apropos Vertrauen: In den USA haben Abgeordnete einen Gesetzentwurf eingebracht, der Smart Glasses mit Aufnahmefunktion zu einer deutlich sichtbaren Warnleuchte verpflichten würde. Der „Smart Glasses Recording Act“ soll verhindern, dass Menschen heimlich gefilmt werden – ein Problem, das mit der zunehmenden Verbreitung von Kamerabrillen immer drängender wird.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die vorgeschlagene Regelung ist eigentlich selbstverständlich: Wer aufnimmt, muss das kenntlich machen. Genau wie bei Metas aktuellen Ray-Ban-Modellen, die bereits eine kleine LED haben – die allerdings so dezent ist, dass man sie leicht übersehen kann. Der Gesetzentwurf würde Standards setzen, wie hell und wie groß diese Anzeige sein muss. Dass so etwas überhaupt gesetzlich geregelt werden muss, zeigt, wie wenig die Hersteller von sich aus an Privatsphäre denken.

Smart Glasses stehen an einem Scheideweg: Entweder die Hersteller nehmen Datenschutz ernst und bauen wirklich transparente Geräte, oder die Gesetzgeber werden es ihnen aufzwingen. Letzteres scheint gerade wahrscheinlicher. Die Technologie selbst ist faszinierend – eine Kamera, die sieht, was man sieht, ohne dass man ein Smartphone zücken muss. Aber dieser Komfort darf nicht auf Kosten der Privatsphäre anderer gehen.

Interessant ist auch die Parallele zu den frühen Tagen der Smartphone-Fotografie: Damals gab es ähnliche Bedenken, heute ist es normal, dass Handys überall Fotos machen können. Der Unterschied? Bei Smartphones ist es hingegen offensichtlich, wenn jemand fotografiert, bei einer Brille eben nicht.

Zurück zu Apple: Die neuen KI-Tools in der Fotos-App sind Teil einer größeren Strategie. Mit „Apple Intelligence“ positioniert sich das Unternehmen als datenschutzfreundliche Alternative zu Google und Meta. Ob das mehr als Marketing ist, wird die Praxis zeigen. Immerhin: On-Device-Verarbeitung ist ein echter Vorteil gegenüber Cloud-basierten Lösungen.

Die drei neuen Bearbeitungswerkzeuge reihen sich ein in einen Trend, der die Fotografie gerade grundlegend verändert: KI wird vom Gimmick zum Standard-Feature. Ob das gut oder schlecht ist, hängt davon ab, wie transparent die Hersteller damit umgehen – und wie viel Kontrolle sie den Nutzern noch lassen.

Während in den USA über Hightech-Regulierung diskutiert wird, zeigt ein Vorfall aus England, dass auch analoge Foto-Regeln ganz gehörig danebengehen können. English Heritage, die Organisation, die in England historische Stätten verwaltet, hat sich eine kleine PR-Panne geleistet: Ein Hobbyfotograf wollte im Carlisle Castle ein paar Aufnahmen machen – vermutlich die üblichen Touristenfotos mit etwas mehr Ambition. Doch statt eines freundlichen „Viel Spaß beim Knipsen“ wurde er darauf hingewiesen, dass er eine kommerzielle Genehmigung benötige. Kostenpunkt: hundert Pfund.

Was war passiert? Offenbar hatte das Personal vor Ort die internen Regelungen etwas zu eifrig interpretiert. English Heritage hat durchaus nachvollziehbare Regeln für kommerzielle Film- und Fotoproduktionen. Wenn ein Team mit Beleuchtung, Assistenten und Catering anrückt, um einen Werbespot zu drehen, dann soll dafür natürlich gezahlt werden. Aber ein einzelner Fotograf mit seiner Kamera? Der fällt definitiv nicht in diese Kategorie.

Nach Beschwerden ruderte English Heritage schnell zurück. Man gab den Fehler zu und stellte klar: Hobbyfotografen sind willkommen, solange sie nicht den Betrieb stören oder kommerzielle Shootings durchführen. Die überarbeiteten Richtlinien auf der Website betonen nun deutlicher, dass zwischen privatem Fotografieren und professionellen Produktionen unterschieden wird.

Interessant wird es natürlich bei der Frage: Was ist eigentlich „kommerziell“? Wenn jemand seine Urlaubsfotos auf Instagram postet und damit theoretisch Geld verdienen könnte – zählt das schon? Oder erst, wenn ein Auftrag dahintersteht? English Heritage definiert kommerzielle Nutzung als geplante, professionelle Produktionen, bei denen das Foto oder Video später verkauft oder für Werbezwecke verwendet wird. Ein Influencer mit Stativ in jeder Ecke könnte also in eine Grauzone geraten.

Die Organisation betont allerdings, dass man pragmatisch bleiben wolle. Niemand soll seinen Personalausweis vorzeigen oder eine eidesstattliche Erklärung abgeben müssen, dass die Bilder nur für die private Fotosammlung bestimmt sind. Solange keine Requisiten aufgebaut, keine Models instruiert und keine Drohnen gestartet werden, dürfte man auf der sicheren Seite sein.

Der Vorfall zeigt exemplarisch, wie schnell gut gemeinte Regelungen in Überregulierung umschlagen können. Viele Museen, Schlösser und historische Stätten weltweit kämpfen mit ähnlichen Abgrenzungsproblemen. Einerseits wollen sie ihre Locations vor Kommerzialisierung schützen und an professionellen Nutzungen mitverdienen. Andererseits sind Besucher mit Kameras heute die Norm und oft die beste kostenlose Werbung. Immerhin: English Heritage hat schnell reagiert und transparent kommuniziert – in Zeiten, in denen Social Media jeden Fauxpas binnen Stunden zum viralen Desaster machen kann, ist das recht bemerkenswert.

Wer sich für die rechtlichen und ethischen Fragen rund um Kamera-Technologie interessiert, sollte die Entwicklung des „Smart Glasses Recording Act“ verfolgen. Auch wenn er zunächst nur in den USA diskutiert wird, könnten ähnliche Regelungen bald auch in Europa kommen. Die DSGVO lässt grüßen – und die ist bei heimlichen Aufnahmen noch viel strenger als amerikanische Gesetze.

Und für alle, die demnächst historische Stätten in England besuchen wollen: Keine Sorge, die Kamera darf mit. Solange Sie nicht mit Lichtanlage, Maskenbildner und Regieassistent anrücken, wird niemand nach Ihrer Gewerbeanmeldung fragen. Sollte doch einmal jemand übereifrig sein, hilft vermutlich ein freundlicher Hinweis auf den jüngsten Vorfall.

Die Themen der Woche zeigen zwei Seiten derselben Medaille: Auf der einen Seite drängen neue Technologien wie Smart Glasses und KI-Bildbearbeitung in einem Tempo nach vorn, dem Gesetzgeber kaum hinterherkommen. Auf der anderen Seite verheddern sich altehrwürdige Institutionen in Regelwerken, die mit der Fotorealität von heute nichts mehr zu tun haben. Die Frage ist nicht mehr, ob wir Kameras überall haben werden, sondern wie wir damit umgehen. Die Industrie braucht klare Grenzen – und die Verwaltung ein bisschen mehr gesunden Menschenverstand. Beides wäre schon viel wert.

Lesen Sie auch


(tho)



Source link

Weiterlesen

Beliebt