Künstliche Intelligenz
Expertenforderung: OpenDesk sollte für Unis gratis sein
Der deutsche Hochschulsektor steuert im Bereich Office-Software auf eine strategische Sackgasse zu. Davor warnen zumindest führende IT-Experten in einem heise online vorliegenden Brief an Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU): Während der US-Gigant Microsoft seine Office-Suite für Studierende kostenlos anbietet, kostet die staatseigene deutsche Alternative OpenDesk 45 Euro netto pro Nutzer und Jahr.
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Dass eine Open-Source-Lösung teurer ist als das proprietäre Konkurrenzprodukt, liegt vor allem an den Kosten für den sicheren Betrieb und die Wartung in zertifizierten deutschen Rechenzentren. Während Microsoft den Gratis-Zugang als Marketinginstrument zur langfristigen Bindung nutzt, muss die souveräne Lösung ihre Infrastruktur real finanzieren.
Für eine mittelgroße Universität mit 30.000 Studierenden bedeutet dies jährliche Mehrkosten von über 1,6 Millionen Euro, geben die Autoren zu bedenken. Diese finanzielle Hürde mache den politisch gewünschten Wechsel zur digitalen Eigenständigkeit praktisch unmöglich. Die Unterzeichner, zu denen Torsten Prill vom Verband der Hochschulrechenzentren (ZKI) und Vertreter der Gesellschaft für Informatik (GI) gehören, kritisieren diesen Zustand als absurden Wettbewerbsnachteil für eine bundeseigene Entwicklung.
Strategische Abhängigkeit statt digitaler Eigenständigkeit
Dabei steht weit mehr auf dem Spiel als nur das Budget. Die Verfasser befürchten, dass Deutschland die Kontrolle über seine Bildungs- und Forschungsinfrastruktur an nicht souveräne Ökosysteme verliert. Während das vom Zentrum für digitale Souveränität (Zendis) bereitgestellte OpenDesk auf volle Datenhoheit und offene Standards setze, führe der Weg über Microsoft in einen „Cloud-Lock-in“. Selbst bei Speicherung in der EU unterlägen die Daten etwa durch den Cloud Act dem Zugriff von US-Behörden.
Der Appell erhält Brisanz durch den Verweis auf die nationale Sicherheitsstrategie der USA. Die zielt den Experten zufolge darauf ab, monopolistische Positionen für US-Technologien global auszubauen. Gleichzeitig explodierten die Ausgaben des Bundes für Microsoft-Produkte: Sie sind von 274 Millionen Euro im Jahr 2023 auf rund 481,4 Millionen Euro im vorigen Jahr gestiegen.
Die Forderung an das Ministerium lautet daher: Bis Mitte 2026 soll eine Lösung her, die OpenDesk für alle Studierenden kostenfrei verfügbar macht. Nur so könne sich digitale Unabhängigkeit im Bildungsbereich gegen die Marktmacht der US-Konzerne durchsetzen. Es sei an der Zeit, in die Souveränität künftiger Fachkräfte zu investieren, statt lediglich wachsende Abhängigkeiten zu finanzieren.
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(cku)
Künstliche Intelligenz
Last Call: KI in der Cybersecurity trotz Coding-Agenten, LLMs und Deepfakes
Künstliche Intelligenz verändert die Spielregeln der IT-Sicherheit fundamental. Angreifende nutzen KI, um effizienter und zielgerichteter zuzuschlagen. Gleichzeitig stehen den Verteidigenden ebenfalls neue Optionen zur Verfügung, um Angriffe abzuwehren und potenzielle Schwachstellen schnell zu identifizieren. Unser Classroom KI in der Cybersecurity – Angriff und Verteidigung im Zeitalter von LLMs und Deepfakes führt von den technischen Grundlagen über KI-Assistenten bis zu autonomen Agenten, zeigt aber auch die derzeitigen Grenzen der Technologie auf.
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Unser Security-Experte Frank Ully stellt den gesamten Lebenszyklus vertrauenswürdiger KI vor und erläutert die sichere Modellauswahl. Admins und IT-Sicherheitsverantwortliche verstehen, wie sie mit RAG (Retrieval Augmented Generation) und MCP (Model Context Protocol) eine Infrastruktur aufbauen, die den Datenschutz achtet. Statt blind auf Vollautomatisierung zu setzen, erfahren Teilnehmende, wie KI-Assistenten ihre Arbeit unterstützen (Augmentierung). Sie lernen, mit Coding-Agenten bestehende Tools zu verbinden und eigene Sicherheitswerkzeuge zu bauen sowie die eigene Angriffsfläche per OSINT zu verringern und das Patch-Management zu beschleunigen.
KI als weiteres Werkzeug
In weiteren Sessions lernen Teilnehmende LLM-Systeme gegen Prompt Injections zu härten und wirksame Leitplanken zu ihrem Schutz (Guardrails) zu errichten. Um deren Wirksamkeit zu testen, kommen Red-Teaming-Werkzeuge zum Einsatz, um die Systeme einem Stresstest zu unterziehen. Frameworks zur Risikobewertung runden diesen Abschnitt schließlich ab.
Das oberste Ziel unseres Classroom stellt die Augmentierung der Verteidigenden dar: KI soll zukünftig die Fleißarbeit übernehmen, damit sich Admins und IT-Sicherheitsverantwortliche auf die komplexen Bedrohungen konzentrieren können. Die Verantwortung für die Security liegt somit weiterhin beim Menschen, KI-Systeme stellen lediglich ein weiteres Werkzeug dar, mit dem sie ihre IT-Systeme absichern. Die Termine sind:
- 16.04.26: KI-Security Grundlagen – Large Language Models und Transformer-Architektur verstehen
- 21.04.26: OWASP Top 10 für LLM – Sprachmodelle und KI-Agenten sicher implementieren
- 28.04.26: LLM-Ökosystem sicher aufbauen – mehr Produktivität und vertrauenswürdige Infrastruktur
- 05.05.26: Generative KI im Cybercrime – Wie Hacker künstliche Intelligenz für Malware und Social Engineering nutzen
- 12.05.26: Generative künstliche Intelligenz für Verteidiger und das Purple Team

Bereits ab dem zweiten Classroom oder einem Classroom und drei Videokursen rechnet sich unser Professional Pass mit Zugriff auf den gesamten heise academy Campus!
Praxis- und Expertenwissen – live und für später
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Die Sessions haben eine Laufzeit von jeweils vier Stunden und finden von 9 bis 13 Uhr statt. Alle Teilnehmenden können sich nicht nur auf viel Praxis und Interaktion freuen, sondern haben auch die Möglichkeit, das Gelernte mit allen Aufzeichnungen und Materialien im Nachgang zu wiederholen und zu vertiefen. Fragen werden direkt im Live-Chat beantwortet und Teilnehmer können sich ebenfalls untereinander zum Thema austauschen. Der nachträgliche Zugang zu den Videos und Übungsmaterialien ist inklusive.
Weitere Informationen und Tickets finden Interessierte auf der Website des Classrooms.
E-Mail-Adresse
Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.
(cbo)
Künstliche Intelligenz
Niedersachsen: Neue Erdgaslagerstätten gesucht | heise online
Niedersachsen verstärkt die Suche nach neuen Erdgaslagerstätten. Zum 1. April teilt das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) der Vermilion Energy Germany mit Sitz in Hannover insgesamt drei Felder zur Suche von Kohlenwasserstoffen zu gewerblichen Zwecken zu. Die drei Gebiete Celle I, Uelzen II und Unterweser I haben eine Gesamtfläche von knapp 2.895 Quadratkilometern, wie das LBEG mitteilte.
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Die Erlaubnisse Celle I und Uelzen II sind auf drei Jahre bis zum 31. März 2029 befristet und liegen zwischen Uelzen und Schwarmstedt. Das Erlaubnisfeld Unterweser I ist auf zwei Jahre bis zum 31. März 2028 befristet und erstreckt sich östlich um Bremen herum. Das LBEG ist die zuständige Bergbehörde für Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen.
Schwierige geopolitische Situation
Gerade angesichts der aktuellen geopolitischen Lage sei es sinnvoll, dass die Suche nach neuen Erdgaslagerstätten wieder verstärkt werde, erklärte LBEG-Präsident Carsten Mühlenmeier. „Dies entspricht der Strategie der Bundesregierung, die sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt hat, die Förderung heimischer Rohstoffe zu stärken.“ Die ausschließlich konventionelle Erdgasförderung in Niedersachsen verlaufe unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und decke nach wie vor etwa fünf Prozent des Erdgasbedarfes der Bundesrepublik.
„Es wird in der gesellschaftlichen Debatte gerne vergessen, dass immer noch rund die Hälfte aller Haushalte mit Erdgas heizt“, sagte Mühlenmeier. Als Brückentechnologie bis zur Umsetzung der Energiewende sei Erdgas unverzichtbar. Und mithilfe heimischer Förderung könne die Abhängigkeit von Importen wie LNG-Gas verringert werden, die zudem eine deutlich schlechtere Klimabilanz aufwiesen.
Die Vermilion Energy hat demnächst das grundsätzliche Recht, nach Erdgas zu suchen – zuvor müssen bergrechtliche Betriebspläne zugelassen werden, für die unter anderem ein gesondertes Beteiligungsverfahren nötig ist. Die letzte Erlaubnis zur Suche von Kohlenwasserstoffen hatte das LBEG nach eigenen Angaben vor mehr als drei Jahren zugeteilt.
(olb)
Künstliche Intelligenz
Finanzierungsrunde: Chip-Start-up Rebellions sammelt 400 Millionen US-Dollar ein
Der südkoreanische KI-Chip-Hersteller Rebellions hat in seiner jüngsten Finanzierungsrunde 400 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das gab das Unternehmen am Montag bekannt. Die Finanzierungsrunde wurde von dem südkoreanischen Finanzdienstleister Mirae Asset Financial Group und dem südkoreanischen Staatsfonds Korea National Growth Fund angeführt.
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Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat allein der Korea National Growth Fund rund 165 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt. Es sei die erste Direktinvestition der Regierung in Seoul im Rahmen ihrer „K-Nvidia“-Initiative. Diese zielt darauf ab, global wettbewerbsfähige Chip-Unternehmen zu fördern, da sich angesichts des KI-Booms der Wettbewerb in diesem vom US-Chipkonzern Nvidia dominierten Sektor verschärft.
Die Finanzierungsrunde von Rebellions unterstreiche das wachsende Interesse von Investoren an Unternehmen, die Alternativen zu den marktdominierenden KI-Chipherstellern entwickeln, so Reuters. Zumal die Nachfrage nach kosteneffizienten KI-Systemen weltweit steigt. Nach der jüngsten Finanzierungsrunde wird Rebellions mit 2,34 Milliarden US-Dollar bewertet.
Rebellions mit Expansionsplänen
Erst kürzlich kündigte das südkoreanische Start-up Pläne an, seine Präsenz nicht nur in Asien, sondern auch im Nahen Osten und in den Vereinigten Staaten auszubauen. Das Hauptaugenmerk von Rebellions liegt dabei auf dem Ausbau seiner Rebel100-Plattform und auf der Vorbereitung des für dieses Jahr geplanten Börsengangs.
Rebellions wurde im Jahr 2020 gegründet. Das Unternehmen entwickelt und designt KI-Chips, deren Fertigung jedoch ausgelagert wird. Die Chips von Rebellions sind für KI-Inferenz ausgelegt, d. h. für die Rechenleistung, die KI-Modelle benötigen, um auf Nutzeranfragen zu reagieren. Das KI-Chip-Start-up erklärte gegenüber Reuters, die Nachfrage nach effizienter KI-Infrastruktur steige rapide bei Cloud-Anbietern, Telekommunikationsbetreibern und staatlich geförderten Initiativen, insbesondere in den USA. Die in der jüngsten Finanzierungsrunde eingenommenen Millionen will das Unternehmen zur Beschleunigung seiner Chip-Entwicklung und zur Produktion neuer Chips verwenden. Wie das Tech-Portal TechCrunch berichtet, kündigte Rebellions die Vorstellung zweier neuer Produkte an: der KI-Infrastrukturplattformen RebelRack und RebelPOD.
Ziel des Unternehmens sei es, „den Erfolg in Korea auf die globalen Märkte zu übertragen, um KI-Souveränität und großangelegte Inferenz aufzubauen“, sagte Marshall Choy, Chief Business Officer von Rebellions, am Montag in einem Interview mit Reuters. „Bei den Chips von Rebellions steht im Mittelpunkt, die beste Leistung bei möglichst geringem Energieverbrauch zu erzielen.“ Choy erklärte das damit, dass sich in der KI-Entwicklung der Schwerpunkt von den großen Sprachmodellen (LLMs) wie OpenAIs ChatGPT hin zu der dahinterstehenden Infrastruktur verlagert habe.
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(akn)
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