Künstliche Intelligenz
Ubuntu setzt auf ntpd-rs: Rust für präzise Zeitsynchronisierung
Ubuntu will seine Zeit-Synchronisierung grundlegend umbauen: In kommenden Releases der Linux-Distribution soll ntpd-rs zum Standard für NTP-Dienste werden. Die in Rust geschriebene Implementierung löst langfristig chrony ab und soll perspektivisch auch linuxptp und gpsd ersetzen. Canonical strebt damit einen einheitlichen, speichersicheren Zeitabgleich unter Linux an.
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ntpd-rs implementiert das Network Time Protocol (NTP) vollständig, einschließlich Network Time Security (NTS). Die Trifecta Tech Foundation entwickelt das Projekt im Rahmen von „Project Pendulum“. Es reiht sich in Ubuntus Strategie ein, zentrale Systemwerkzeuge durch Rust-Neuentwicklungen zu ersetzen – nach sudo-rs und den uutils coreutils. Produktiv läuft ntpd-rs bereits bei Let’s Encrypt: Die Zertifizierungsstelle hat den Daemon im Juni 2024 in ihre Produktionsumgebung übernommen.
NTP, NTS und PTP unter einem Dach
Im Zentrum der Umstellung steht die Zusammenführung bislang getrennter Werkzeuge. In vielen Setups laufen heute mehrere Komponenten parallel – etwa chrony für den klassischen NTP-Abgleich und linuxptp für eine hochpräzise Synchronisation per PTP. Künftig soll ntpd-rs beide Aufgaben übernehmen. Dazu integriert die Trifecta Tech Foundation ihre PTP-Implementierung „Statime“ direkt in ntpd-rs. NTP deckt typische Anforderungen im Millisekundenbereich ab, PTP liefert Sub-Mikrosekunden-Genauigkeit für spezialisierte Umgebungen wie Telekommunikationsnetze oder Automotive-Systeme. Ein Rechenzentrum könnte so Standard- und Hochpräzisions-Zeitquellen über ein einziges Tool verwalten, statt zwei getrennte Daemons mit unterschiedlichen Konfigurationsmodellen zu betreiben.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Sicherheit. Rust schließt ganze Klassen von Speicherfehlern wie Buffer Overflows oder Use-after-free bereits zur Kompilierzeit aus. Zusätzlich will Canonical die Isolationsmechanismen von chrony übertragen: AppArmor- und seccomp-Profile sollen ntpd-rs ebenso eng einhegen wie seinen Vorgänger. Speichersicherer Code und restriktive Laufzeitprofile zusammen verkleinern die Angriffsfläche deutlich – besonders bei der Verarbeitung von Netzwerkverkehr.
Von GPS bis gPTP: geplante Erweiterungen
Funktional will die Trifecta Tech Foundation ntpd-rs ebenfalls ausbauen. Geplant sind Multi-Homing für den Betrieb über mehrere Netzwerkschnittstellen, Multi-Threading im Serverbetrieb und die Anbindung externer Zeitquellen wie GPS-Empfänger über gpsd-Sockets. Im PTP-Bereich kommen Profile wie gPTP hinzu, das in deterministischen Netzwerken der Automobilindustrie eingesetzt wird. Experimentell soll ntpd-rs außerdem das Client-Server-PTP-Protokoll (CSPTP, IEEE P1588.1) unterstützen.
Auch die Bedienung soll einfacher werden. Heutige PTP-Setups erfordern oft mehrere Daemons und komplexe Parameterkombinationen. ntpd-rs will das durch eine einheitliche Konfiguration ersetzen. Hinzu kommen Verbesserungen bei Logging und CLI-Werkzeugen.
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Für den Unternehmenseinsatz relevant: ntpd-rs nutzt rustls als TLS-Stack, soll aber optional OpenSSL als Krypto-Backend einbinden können. Das erlaubt den Einsatz in regulierten Umgebungen, die bestimmte Kryptografie-Bibliotheken vorschreiben.
Bewährungsprobe und Roadmap
Vor der breiten Einführung plant Canonical umfangreiche Vergleichstests gegen chrony. Synchronisationsgenauigkeit, CPU- und Speicherverbrauch sowie Langzeitstabilität stehen dabei im Fokus. chrony gilt als ausgereift und ist in vielen produktiven Umgebungen der Maßstab.
Die geplante Einführung laut Canonicals Ankündigung erfolgt stufenweise: In Ubuntu 26.10 landet ntpd-rs zunächst in den Paketquellen zur Erprobung. Ab Ubuntu 27.04 soll es standardmäßig laufen – mit integrierter PTP-Funktion und einem einheitlichen Binary für NTP, NTS und PTP. Die Entwicklungsarbeit finanziert Canonical zwischen Juli 2026 und Januar 2027 über die Trifecta Tech Foundation.
Da Zeit-Synchronisierung eine Schlüsselrolle für TLS-Zertifikatsprüfung und die Konsistenz verteilter Systeme spielt, wiegt die Wahl der zugrunde liegenden Implementierung schwer. Die Konsolidierung mehrerer Dienste in einem Werkzeug könnte Betrieb und Fehlersuche vereinfachen. Vorausgesetzt hierfür ist jedoch, dass ntpd-rs das Stabilitätsniveau der etablierten Konkurrenz erreicht.
(fo)
Künstliche Intelligenz
Mini-Barebone Asus NUC 16 Pro mit 16 Kernen und Wi-Fi 7 im Test
Performant, kompakt und halbwegs aufrüstbar – dieser Formel folgt die Mini-PC-Familie NUC schon lange. Traditionell enthalten die Barebone-Rechner Notebooktechnik, der Nutzer baut noch RAM und eine SSD ein. Die andere Konstante war bislang die quadratische Grundfläche. Der NUC 16 Pro bleibt der bisherigen Linie nur zur Hälfte treu und variiert das Format: Er misst nicht mehr wie die meisten seiner Vorfahren etwa 11 × 11 Zentimeter, sondern ist rechteckig (14,4 × 11,7 Zentimeter).
Ins rechteckige Gehäuse steckt Asus ein hochmodernes Innenleben, dessen (Viel-)Kernkomponente die Mobil-CPU Intel Core Ultra 7 356H ist, ein 16-Kern-Prozessor der Panther-Lake-Generation. Er enthält eine frische NPU (Neural Processing Unit), die dem NUC bei KI-Anwendungen Schub liefern soll. Mit Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, 2,5-Gbit-Ethernet und Thunderbolt 4 hat er zu einem Preis von etwa 660 Euro auch abseits der CPU viel zu bieten.
Problem für interessierte Käufer: Bis vor Kurzem unterlag der neue NUC ebenso wie einige andere Produkte einem Verkaufsstopp, weil sich Asus mit Nokia in einem Lizenzstreit zur Nutzung des H.265-Codecs alias HEVC befand. Es ist unklar, wie es um die Lagerbestände des kleinen Rechners bei deutschen Händlern bestellt ist. Zur Not kann man sich im EU-Ausland auf die Jagd machen. Ob sich der NUC-Kauf oder -Import lohnt, klärt der Test.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Mini-Barebone Asus NUC 16 Pro mit 16 Kernen und Wi-Fi 7 im Test“.
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Künstliche Intelligenz
Nach „Destiny 2“-Aus: Massenentlassung beim Studio Bungie
Sony streicht beim Entwicklerstudio Bungie eine erhebliche Zahl an Stellen und trennt sich dabei vom Großteil des „Destiny“-Teams. Das teilte Sony-Manager Hermen Hulst am Donnerstag in einer Mail an die Belegschaft mit.
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Betroffen sind neben dem „Destiny“-Team auch einzelne Mitarbeiter des „Marathon“-Teams sowie Beschäftigte bei Sony Interactive Entertainment, die Bungie zuarbeiten. Laut einer WARN-Meldung beim Arbeitsmarktamt des US-Bundesstaates Washington fallen am Bungie-Standort in Bellevue 292 Stellen weg, wie aus Hulsts auf dem SIE-Blog veröffentlichter Mail hervorgeht. Die WARN-Meldung deckt nur den Bellevue-Standort ab und schließt die ebenfalls betroffenen SIE-Beschäftigten nicht ein.
Hinter den Erwartungen
Bungie selbst spricht in einem Post auf X von einer Reduzierung der Belegschaft. Das Studio räumte dabei ungewöhnlich offen eigene Versäumnisse ein. „Als die Verantwortlichen von Bungie, in Vergangenheit und Gegenwart, erkennen wir an, dass ‚Destiny 2‘ in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist“, schreibt das Studio.
Nach dem letzten Content-Update für „Destiny 2“ und mit den künftigen Projekten noch in einer frühen Phase könne man nicht in der bisherigen Größe weiterarbeiten, hieß es weiter. Mehr zur Zukunft des Studios will Bungie zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.
Kein neues Projekt
Die Entlassungen folgen auf das Ende von „Destiny 2“: Der Online-Shooter erhielt am 9. Juni mit „Monument of Triumph“ sein letztes großes Update, das die seit 2017 laufende Geschichte abschließt. Bloomberg-Journalist Jason Schreier hatte die Stellenstreichungen bereits im Mai vorhergesagt. Schon rund um das angekündigte Ende von „Destiny 2“ berichtete Schreier, dass das „Destiny“-Team nach dem Update kein neues Projekt habe, auf das es wechseln könne. Der Studiobetrieb sei für Sony ausgesprochen teuer, weil dort viele langjährige Angestellte in hohen Gehaltsstufen arbeiteten.
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Auch einen unmittelbaren Nachfolger soll es nicht geben. „Destiny 3“ stehe laut Schreier nicht in Planung, entsprechende Projektvorschläge aus dem Team habe Sony bislang nicht genehmigt. Für Sony ist Bungie zu einem verlustreichen Investment geworden. Das Unternehmen hatte das Studio 2022 für 3,6 Milliarden US-Dollar gekauft, um seine Live-Service-Sparte zu stärken. Im Geschäftsjahr bis Ende März 2026 verbuchte Sony eine Wertberichtigung von 765 Millionen US-Dollar auf Bungie, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.
Die Abschreibung verteilte sich auf zwei Quartale. Rund 200 Millionen US-Dollar entfielen auf die schwache Entwicklung von „Destiny 2“, weitere 565 Millionen US-Dollar fielen im Quartal des „Marathon“-Starts an. Sony warnte zugleich, dass im laufenden Geschäftsjahr weitere Abschreibungen folgen könnten.
Der Online-Shooter „Marathon“ war erst im März für PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S zum Preis von 40 Euro erschienen. Erste Tests von „Marathon“ fielen durchwachsen aus, und kommerziell blieb der Shooter hinter den Erwartungen zurück. Hulst bezeichnete „Marathon“ dennoch als wichtigen Teil des Portfolios und kündigte an, das Team weiter zu unterstützen.
Dritte Entlassungsrunde
Die entlassenen Mitarbeiter sollen Unterstützung beim Übergang erhalten, zudem will Sony prüfen, ob sich für sie Stellen an anderer Stelle im Unternehmen oder bei weiteren Studios finden. Für Bungie ist es bereits die dritte Entlassungsrunde seit der Übernahme durch Sony. Im Oktober 2023 verlor das Studio rund 100 Stellen, im Juli 2024 folgten 220 weitere, hinzu kam der Wechsel von etwa 155 Mitarbeitern zu Sony Interactive Entertainment. Insgesamt hat Bungie seit der Akquisition damit über 600 Stellen gestrichen.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
iX-Workshop: Mehr Tempo beim Coding – mit KI-Assistenten effizient programmieren
KI-Modelle erzeugen auf Grundlage natürlicher Sprache eigenständig Programmcode und beschleunigen so die Softwareentwicklung. Auch bei der Fehlersuche und Code-Analyse unterstützen KI-Assistenten und sind inzwischen fester Bestandteil zahlreicher Entwicklungsumgebungen. Sie interagieren mit externen Tools und bieten zunehmend eine agentische Arbeitsweise, die über bloßes Autocomplete hinausgeht.
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Im Workshop Produktiver programmieren mit KI-Assistenz: GitHub Copilot & Alternativen erhalten Sie einen Einblick in gängige KI-Programmierassistenten. Am Beispiel von GitHub Copilot trainieren Sie unter Anleitung des Trainers selbstständig den Umgang mit derartigen Tools und üben gezielte Prompting-Techniken, um Code-Vorschläge und -Änderungen effektiv zu steuern und zu verbessern.
Danach überführen Sie mit Spec-Driven Development kurze Markdown-Spezifikationen in fertigen Programmcode und planen mehrstufige Aufgaben mit Agentic Coding. Zudem grenzen Sie beide Arbeitsweisen von Vibe Coding ab. Abschließend erfahren Sie, wie das Model Context Protocol externe Tools an die KI-Assistenten anbindet und sich mit Retrieval Augmented Generation eigene Daten integrieren lassen.
Praxis pur: KI-Assistenten im Live-Coding testen
An zwei Tagen Live-Coding lernen Sie, wie Sie GitHub Copilot produktiv einsetzen können – vom ersten Setup bis hin zur produktiven Arbeit. Mit KI-Assistenz entwickeln Sie Schritt für Schritt eine lauffähige Anwendung. Der Workshop bietet zudem einen Einblick in die Architektur, Funktionen und Preismodelle von Alternativen wie Cursor, Claude Code, OpenAI Codex oder Kilocode. Somit erhalten Sie das Know-how, um zu entscheiden, welcher KI-Assistent zu den Anforderungen Ihrer Projekte passt.
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Juli 28.07. – 29.07.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 30. Jun. 2026 |
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November 02.11. – 03.11.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 05. Okt. 2026 |
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Dezember 15.12. – 16.12.2026 |
Online-Workshop, 09:00 – 17:00 Uhr 10 % Frühbucher-Rabatt bis zum 17. Nov. 2026 |
Von Erfahrungen aus der Praxis lernen
Sie profitieren von der direkten Anleitung durch Ihren Trainer Rainer Stropek. Als Experte für Softwareentwicklung, Softwarearchitektur und Cloud Computing bringt er langjährige Erfahrung aus der Entwicklung realer Anwendungen mit. Gemeinsam mit seinem Team hat er unter anderem die SaaS-Zeiterfassung „time cockpit“ entwickelt und setzt sich intensiv mit dem produktiven Einsatz moderner Entwicklungstools auseinander. Im Workshop zeigt er, wie sich KI-Assistenten sinnvoll in bestehende Entwicklungsprozesse integrieren lassen und wo ihre Stärken und Grenzen in der Praxis liegen.
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Für wen ist dieser Workshop geeignet?
Dieser praxisnahe Workshop ist auf Softwareentwickler zugeschnitten, die KI-Assistenten ausprobieren oder den Funktionsumfang bereits genutzter Tools noch stärker ausreizen möchten. Ebenso eignet er sich für technische Führungskräfte, die den Einsatz von KI-gestützter Softwareentwicklung bewerten und fundierte Entscheidungen für ihre Teams treffen wollen.

(ilk)
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