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Flugtaxis: Erste Testflüge für US-Zertifizierung


Der Traum vom elektrischen Kleinflieger, der massenhaft Personen oder auch Fracht befördert, ist ein Stück näher gerückt – so sieht das Beta Technologies, einer der führenden Hersteller im Bereich der eVTOLs (electric vertical take-off and landing). Bei einem wichtigen Testflug im Rahmen eines Programms der US-Luftfahrtbehörde transportierte das Unternehmen erfolgreich Prototypen künstlicher Organe – doch bis zu einer Zertifizierung und damit einer echten Massentauglichkeit dauert es noch Jahre.

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Doch der Reihe nach. Beta Technologies hat sich der Entwicklung kleiner, rein elektrisch betriebener Luftfahrzeuge verschrieben. Ziel ist es, die Luftfahrt nachhaltiger und massentauglicher zu machen. Konkret arbeitet das 2017 gegründete Unternehmen aktuell an zwei Modelltypen. Dem Senkrechtstarter ALIA VTOL (Vertical Takeoff and Landing) und dem Starrflügler ALIA CTOL (Conventional Takeoff and Landing), der eine Landebahn benötigt. Zu den Kunden gehören Air New Zealand, United Therapeutics, die US Army und diverse andere. Beim Gang an die US-Börse sammelte das Unternehmen eine Milliarde US-Dollar an Kapital ein. Manche fühlen sich beim Beta-Fluggerät vielleicht an den deutschen Flugtaxenhersteller Lilium erinnert, der nach einer zunächst von Bayern mit abgewendeten Insolvenz im vorigen Jahr endgültig bankrott ging. Die Patente wanderten an einen US-Investor.

In Washington ist man von der Idee solcher „Flugtaxen“ und allgemein einem günstigen, massenhaft einsetzbaren Luftfahrzeug äußerst angetan und spricht von Advanced Air Mobility (AAM). Die US-Verkehrsbehörde versteht darunter keine konkrete Form von Luftfahrzeug, aber solche, die „flexible, erschwingliche und leicht zugängliche Flüge für alle Amerikaner“ liefern können. Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befand bereits in einer Studie, dass eVTOLs für den Personentransport kaum Nachhaltigkeitseffekte liefern. Aber in den USA ist eher die Zertifizierung für den Luftverkehr das Hindernis. Aus Betas Ankündigung, ein CTOL schon 2025 von der Federal Aviation Administration (FAA) zertifiziert zu bekommen, wurde nichts. Doch das Unternehmen verfolgt sein Ziel weiter.

Die FAA startet diesen Sommer ein Pilotprogramm für unterschiedliche Anwendungszwecke, das in 26 US-Bundesstaaten stattfinden soll, auch Beta ist hier stark vertreten. Beim eVTOL Integration Pilot Program (eIPP) sollen entsprechende Hersteller Anwendungszwecke wie Flugtaxen, Langstreckenflüge, Fracht- und Versorgungsflüge testen. Zudem sollen Automatisierungspotentiale erprobt werden.

Jetzt fand der erste Testflug des Programms erfolgreich statt, absolviert von einem Beta CTOL-Luftfahrzeug. Der Test lief in Zusammenarbeit mit United Therapeutics (Unither), einem Hersteller für Biotechnologie, der auch an der künstlichen Herstellung menschlicher Organe arbeitet. Würden ebendiese in Serie gehen, bräuchte Unither auch ein Transportmittel, das die Patienten entsprechend schnell beliefern kann. Diese Funktion will Beta übernehmen. Testweise transportierten die Beta-Piloten dafür Prototypen künstlicher Organe von Virginia nach Maryland, etwa 510 Kilometer weit.

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Zwar ist das ein wichtiger Meilenstein bei der Entwicklung von AAM. Und in Notfalleinsätzen und um entlegene Regionen einzubinden, könnte urbane Luftmobilität laut ZEW tatsächlich nützlich sein. Allerdings sind Beta und auch alle seine Mitbewerber noch weit von einer allgemeinen FAA-Zertifizierung entfernt. Das verrät eine Unterlage der Behörde: Das eIPP, welches in einer ersten solchen Zertifizierung oder zumindest einem konkreten Anforderungskatalog dafür münden könnte, ist für drei Jahre angesetzt – der Zeitraum läuft aber erst, sobald ein erstes Projekt betriebsfähig wird. Das bedeutet: Wenn Unither und Beta einen Pilotbetrieb aufnehmen können, würde es mindestens ein paar Jahre bis zu einer Zertifizierung dauern – und damit bis ins nächste Jahrzehnt.

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Bericht: Disney denkt über kostenlose Inhalte auf Disney+ nach


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Disney denkt offenbar darüber nach, Teile seines Streaming-Angebots Disney+ kostenlos zugänglich zu machen. Das berichtet Business Insider unter Berufung auf zwei mit den Überlegungen vertraute Personen. Disneys Produkt- und Technikchef Adam Smith soll das Thema am Donnerstag bei einer internen Mitarbeiterversammlung zur Streaming-Sparte angesprochen haben.

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Einen Zeitplan oder Angaben zum Umfang eines möglichen Gratis-Angebots nannte Smith laut Business Insider nicht. Eine mit Disneys Streaming-Strategie vertraute Person beschreibt die Gespräche in dem Bericht als Teil laufender Überlegungen, wie sich Fans besser erreichen lassen. Offiziell bestätigt hat Disney die Pläne bislang nicht.

Wie ein kostenloser Bereich aussehen und finanziert werden soll, geht aus dem Bericht nicht hervor. Aktuell kostet das Bundle aus Disney+ und Hulu in den USA 13 US-Dollar im Monat mit Werbung und 20 US-Dollar ohne Werbeeinblendungen. Umfangreiche Gratis-Angebote sind bei Abodiensten bislang unüblich, betont Business Insider: Apple TV und Paramount+ lassen Nutzer lediglich einzelne Episoden kostenlos anschauen.

Hintergrund der Überlegungen ist der Aufstieg kostenloser Streaming-Angebote. Laut Nielsen-Daten, die Business Insider zitiert, entfielen im April 18,7 Prozent der TV-Nutzungszeit in den USA auf die drei größten Gratis-Streamer – nach 16,8 Prozent im Vorjahr und 12,7 Prozent im April 2024. Vor allem YouTube, aber auch werbefinanzierte Dienste wie Tubi und The Roku Channel profitieren davon, dass die Bezahldienste ihre Preise immer weiter erhöhen. Tubi-Mutterunternehmen Fox will Roku für 22 Milliarden US-Dollar übernehmen und setzt damit voll auf Gratis-Streaming.

Die etablierten Abodienste reagieren auf den Preisdruck bislang vor allem mit günstigeren Werbeabos. Wie gut das funktionieren kann, zeigt Netflix: 250 Millionen Menschen schauen dort inzwischen mit Werbeabo. Ein echter Gratis-Bereich würde Disney+ dagegen von allen großen Abo-Konkurrenten abheben.

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Parallel experimentiert Disney wie andere Hollywood-Unternehmen mit neuen Formaten: In den vergangenen Monaten hat Disney vertikale Kurzclips in seine Streaming-App integriert. Disney-Chef Josh D’Amaro hat Produkt- und Technikinnovationen im Streaming laut Business Insider intern zur Priorität erklärt.

Auch die Konkurrenz will den eigenen Content breiter aufstellen: Netflix will Videos mit einer Länge von 3 bis 20 Minuten von Verlagen wie BuzzFeed Studios, Condé Nast und Hearst in sein Programm aufnehmen.

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(dahe)



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Gebäudemodernisierungsgesetz mit „Bio-Treppe“ passiert Bundesrat


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Das viel diskutierte Gebäudeenergie- alias Heizungsgesetz ist Geschichte. Am Freitag machte nach dem Beschluss im Bundestag auch der Bundesrat im Eilverfahren den Weg für seinen Nachfolger frei. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) passierte die Länderkammer, nachdem ein Antrag auf Anrufung des Vermittlungsausschusses scheiterte. Damit ist das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen. Nach Ausfertigung und Verkündung tritt das Gesetz größtenteils bereits am heutigen Samstag in Kraft.

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Die Bundesregierung verspricht sich davon mehr Akzeptanz und Flexibilität für Eigentümer. Energieverbände begrüßen die schnelle Verabschiedung, doch die Reform bleibt politisch und fachlich umkämpft.

Kern der Initiative ist die Abkehr von bisherigen Vorgaben. Die seit 2023 geltende Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, entfällt ebenso wie pauschale Betriebsverbote. Eigentümer erhalten die freie Wahl zwischen Wärmepumpen, Hybridlösungen, Biomasse-, Gas- oder Ölheizungen. Die Klimaziele sollen künftig vor allem über den Brennstoffmarkt erreicht werden. Ob dieses Konzept funktioniert, soll erst 2030 eine Evaluation zeigen.

Ein wichtiges neues Instrument ist die sogenannte Bio-Treppe. Wer ab 2029 eine Gas- oder Ölheizung nutzt, muss schrittweise steigende Anteile klimafreundlicher Brennstoffe einsetzen: zehn Prozent ab 2029, 15 ab 2030, 30 ab 2035 und 60 Prozent ab 2040. Bis 2045 soll die Quote auf 100 Prozent steigen und den Weiterbetrieb fossiler Heizungen rechnerisch klimaneutral machen.

Dieser von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vorangetriebene Ansatz hat wenig Freunde. Die Denkfabrik Agora Energiewende spricht von einem klima- und energiepolitischen Eigentor. Das Gesetz erschwere die Planbarkeit für Haushalte, Kommunen und Unternehmen, gefährde die Klimaziele und verlängere die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern: Erneuerbare Systeme wie Wärmepumpen arbeiteten sofort weitgehend klimaneutral, was für Gas- und Ölkessel nicht gelte. Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit grüner Gase seien zudem ungewiss, was insbesondere Mieter belasten könnte.

Laut einer Fraunhofer-Studie für das Umweltinstitut München führt die Treppe ins Nichts. Die Beimischung von teurem und knappem Biogas könne das Auslaufmodell Gasheizung nicht retten, sondern sorge für zusätzliche finanzielle Belastungen.

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Neu geregelt wird auch die Kostensplittung in Mietverhältnissen. Beim Einbau neuer Gasheizungen ab 2028 werden Netzentgelte und CO2-Kosten je zur Hälfte zwischen Mietern und Vermietern geteilt. Ab 2029 gilt dies auch für die Ausgaben für biogene Brennstoffe, allerdings nur bis zur dritten Stufe der Bio-Treppe. Für kleinere Vermieter mit bis zu sechs Wohnungen in nicht angespannten Wohnungsmärkten gelten Härtefallregelungen.

Der Branchenverband BDEW bewertet den schnellen Abschluss des Verfahrens positiv, sieht aber erheblichen Nachbesserungsbedarf. Er drängt auf eine praxistaugliche Umsetzung der Bio-Treppe, klare Nachhaltigkeitsstandards sowie verlässliche Förderbedingungen. Nötig sei ferner eine realistische Biomasse- und Biomethanstrategie, um Versorgungssicherheit und Investitionssicherheit zu gewährleisten.

Grüne und Umweltverbände werfen der Bundesregierung vor, den Klimaschutz im Gebäudesektor deutlich zu schwächen. Sie monieren vor allem, dass fossile Heizungen langfristig möglich bleiben und die Bio-Treppe bis 2040 nur einen Anteil von 60 Prozent erneuerbarer Energien vorsieht. Zugleich sei unklar, ob ausreichend grüne Gase überhaupt verfügbar sein werden.

Juristischer Widerstand zeichnet sich ab. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat eine Verfassungsbeschwerde angekündigt. Sie wirft dem Gesetzgeber vor, fossile Gasinfrastrukturen künstlich zu verlängern und damit den Klimazielen zu widersprechen.

Agora Energiewende warnt auch vor Investitionshemmnissen für Stadtwerke sowie Nachteilen für die deutsche Heizungsbranche. Der Thinktank stellt auch die Vereinbarkeit mit der europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) infrage. Es fehlten die vorgesehenen zentralen Beratungsstellen (One-Stop-Shops) für Eigentümer. Ohne diese Unterstützung drohe die Sanierungsrate hinter den Erfordernissen zurückzubleiben.

Auch der BDEW verlangt eine enge Verzahnung des Gesetzes mit der kommunalen Wärmeplanung und der Gasnetztransformation. Die größere Wahlfreiheit dürfe nicht dazu führen, dass lokal parallele und teure Infrastrukturen entstünden. Die Regierung schwört insgesamt auf „Technologieoffenheit“. Doch Gegner sehen im GModG einen Rückschritt, der zentrale Fragen zu Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Infrastruktur offenlässt.


(nie)



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Testsieger: Die beste Laser-Graviermaschine im Test: ab 99 € okay, ab 650 € top


Graviert, schneidet & druckt: Klasse-1-Laser-Engraver xTool M2 überzeugt im Test

Der xTool M2 kombiniert einen Diodenlaser und CMYK-Farbdruck in einem geschlossenen Klasse-1-Gehäuse – eine ungewöhnliche Mischung.

VORTEILE

  • Kombination aus Lasergravur, Laserschnitt und Farbdruck
  • geschlossenes Klasse-1-Gehäuse, kein Schutzbrillen-Zwang
  • Doppelkamerasystem für präzise Positionierung & tolle Software
  • werkzeugloser Modulwechsel und automatische Patronen-Versiegelung

NACHTEILE

  • Farbpatrone noch teuer
  • kein echter Not-Aus-Schalter

Der xTool M2 kombiniert einen Diodenlaser und CMYK-Farbdruck in einem geschlossenen Klasse-1-Gehäuse – eine ungewöhnliche Mischung.

Neben 3D-Druckern (Bestenliste) sind auch Laser-Gravur-Geräte im Privatbereich angekommen. Die meisten günstigen Produkte setzen dabei noch immer auf offene Konstruktionen mit einem reinen Laser-Modul, deren Betrieb nicht ungefährlich ist. Der xTool M2 geht einen anderen Weg: Er kombiniert einen 10- oder 20-W-Diodenlaser mit einem CMYK-Tintenstrahldruckkopf und steckt das Ganze in ein vollständig geschlossenes Gehäuse.

Damit will der Hersteller eine neue Zielgruppe ansprechen. Schulen, Bildungseinrichtungen und Einsteiger profitieren vom Klasse-1-Sicherheitsstandard, der den Betrieb ohne Auflagen erlaubt. Bastler und Kleinunternehmer wiederum erhalten ein Werkzeug, mit dem sie Motive zunächst farbig drucken und anschließend ohne erneutes Ausrichten gravieren oder ausschneiden können.

Nun muss der xTool M2 mit Rotationseinheit zeigen, ob das 3-in-1-Konzept im Alltag überzeugt.

Endlich sicher: Laser-Klasse 1

Der xTool M2 ist offiziell ein Gerät der Laser-Klasse 1 und somit auch für Privatanwender ohne Laser-Schulung nutzbar. Die meisten Laser-Graviergeräte haben die Laserklasse 4, welche nur für professionelle Anwender gedacht ist, da diese strengen Schutzmaßnahmen unterliegen.

Beim M2 schützt das komplett geschlossene Gehäuse mit der transparenten Haube aus Laser-Sicherheits-Glas. Die magnetischen Sensoren registrieren, wenn der Deckel geöffnet wird und der Laser pausiert unverzüglich seine Arbeit. Die von xTool bekannte Flammenerkennung sorgt für zusätzliche Sicherheit – beim Lasern muss man das Werkstück trotzdem immer im Auge behalten.

Die integrierte Rauchabsaugung des M2 befördert Rauchgase über den mitgelieferten Schlauch aus dem Gehäuse und im Idealfall direkt aus dem Fenster. Gerade beim Schneiden ist die Rauchentwicklung aber nicht zu unterschätzen. Deswegen empfehlen wir neben einer vernünftigen Belüftung noch einen zusätzlichen Luftfilter – die Investition lohnt sich bei häufiger Nutzung auf jeden Fall!

Auch bei einem Klasse-1-Laser sollte man nie ohne Vorwissen mit einem so leistungsstarken Laser arbeiten. Es geht dabei nicht allein um den Schutz des Augenlichts, sondern auch um die Vermeidung von unbeabsichtigten Bränden und von giftigen bis ätzenden Gasen, die beispielsweise beim Bearbeiten von einigen Kunststoffen entstehen. Wer sich einen Laser in die heimische Werkstatt stellt, sollte immer mit Bedacht arbeiten: Ein Laser, auch der mit Klasse-1-Zertifizierung, ist kein Spielzeug!

Design & Aufbau

Der M2 wirkt schon beim Auspacken eher wie ein fertiges Werkzeug als ein klassischer Bausatz. Letztlich entfernen wir lediglich die Transportsicherungen und entnehmen das darin eingebettete Zubehör – fertig. Das Gerät misst 610 × 569 × 180 mm und wiegt rund 12,3 kg. Das geschlossene Gehäuse mit filterndem Deckel ist als Laser-Sicherheitsklasse 1 vom TÜV Süd zertifiziert. Im Normalbetrieb ist daher keine Schutzbrille nötig – ein klarer Pluspunkt gegenüber den meisten offenen Diodenlasern oder auch dem xTool F2 (Testbericht).

Das Herzstück ist wahlweise ein blauer Diodenlaser mit 10 oder 20 W Ausgangsleistung sowie das CMYK-Tintenstrahlmodul für den Farbdruck. Optional erhältlich ist zukünftig auch ein 3-W-Infrarotlaser für Metallgravuren. Der werkzeuglose Wechsel zwischen den Aufsätzen funktioniert auf Anhieb schnell und unkompliziert. Zuerst das USB-Kabel am Modul abstecken, dann das Modul mit etwas Kraft abziehen, das andere Modul grob ausrichten und in die magnetische Halterung einschnappen lassen, Kabel anstecken und fertig.

Lasermodul und Druckkopf werden bequem magnetisch befestigt.

Die Arbeitsfläche misst im Laser-Modus 426 × 320 mm (10/20 W) oder 412 × 310 mm beim Infrarotlaser. Im Druckmodus stehen 300 × 294 mm zur Verfügung. Die maximale Geschwindigkeit liegt laut Hersteller bei 600 mm/s, die Bewegungsgenauigkeit bei 0,01 mm. Für die einfache Platzierung von Grafiken sorgt das Doppelkamerasystem: Eine 5-MP-Panoramakamera im Deckel erfasst im ersten Schritt die gesamte Arbeitsfläche, eine 2-MP-Nahbereichskamera am Arbeitskopf liefert dann präzise Ergebnisse für eine ganz exakte Positionierung. Die kamerabasierte Positioniergenauigkeit liegt laut Datenblatt bei bis zu 0,2 mm – was in der Praxis durchaus hinkommt.

Ebenfalls an Bord: Autofokus, ein integrierter Air Assist, WLAN, USB-Anschluss und eine automatische Versiegelung der Druckpatrone. Mitgelieferte Magnethalter fixieren das Werkstück auf der Metallgrundplatte. Einen echten Not-Aus-Schalter sucht man dagegen vergeblich.

Insgesamt ist die Arbeitshöhe leider doch recht eingeschränkt. Größere Objekte, wie Weinkisten oder Ähnliches, muss man vor dem Bearbeiten zerlegen – wenn möglich.

Inbetriebnahme & erste Schritte

Das Gerät ist weitgehend vormontiert und so schon nach wenigen Handgriffen und dem Entfernen der Transportsicherungen einsatzbereit. Nach Anschluss von Strom und Abluftschlauch übernimmt die Software die komplette Kalibrierung automatisch und führt den Nutzer schrittweise durch den Prozess. Bereits nach kurzer Zeit startet das erste kleine Projekt, ein komplexes Schnittmuster in Holz. Das Ergebnis erfüllt zwar keinen echten Zweck, die Schnittleistung aber überzeugt. Die Kanten gelingen sauber und ohne auszubrennen.

Die Software leitet den Nutzer durch das erste Projekt mit dem xTool M2 – das Ergebnis ist zwar unnütz, aber ein Beweis für die Fähigkeiten des Lasers.

Die Verarbeitung des Gehäuses überzeugt durchgehend, die Mechanik läuft sauber und die Komponenten machen einen durchdachten Eindruck.

Vor jedem Vorgang positioniert man das Werkstück auf der Metallgrundplatte. xTool liefert mehrere kleine Magnethalter mit, die Holzplatten, Karton oder Acryl grundsätzlich zuverlässig halten. Bei dünnem Karton, Filz oder sehr leichten Materialien behelfen wir uns mit einfachem Kreppband.

Die Kombination aus Kamera und Software gefällt im Test besonders gut. Nach dem Einlegen des Materials liefert die Kamera ein Bild der Arbeitsfläche, auf dem das Motiv direkt am Bildschirm platziert wird. Für kleine Motive und eine millimetergenaue Platzierung kommt dann die zweite Kamera ins Spiel. Die Nahbereichskamera arbeitet spürbar präziser als die Übersichtskamera und dank der sehr hohen Genauigkeit spart das viel Zeit und reduziert Fehlgravuren oder falsch platzierte Schnitte deutlich.

Eine funktionierende Abluft im M2 gehört zur Grundausstattung. Im Test funktionierte die Abluft aus dem Fenster zwar einigermaßen ordentlich, mit einem zusätzlichen Luftfilter muss man sich aber deutlich weniger Gedanken machen. Wer den Laser täglich oder über mehrere Stunden betreibt, sollte unbedingt über eine professionelle Luftfilteranlage wie den xTool Safety Pro AP2 oder eine fest installierte Abluftführung nachdenken. Ersterer ist mit einem Preis von rund 909 Euro zwar sehr teuer, in der Praxis lohnt sich die Investition in unseren Augen trotzdem.

Software

xTool Studio richtet sich klar an Einsteiger. Die Software führt Schritt für Schritt durch die Arbeitsabläufe und bietet eine große Auswahl an Materialprofilen. Dadurch gelingt der Einstieg deutlich einfacher als bei vielen Konkurrenzprodukten. Unterstützt werden Windows und macOS sowie die Dateiformate SVG, DXF, JPG, JPEG, PNG und BMP. Die Verbindung erfolgt wahlweise per USB oder WLAN.

Dieses Konzept bringt jedoch auch Einschränkungen mit sich. Erfahrene Anwender werden die fehlende Unterstützung der beliebten Lasersoftware LightBurn kritisch sehen, die Umgewöhnung gelingt aber schnell.

Die WLAN-Funktion arbeitet im Test zuverlässig. Nach der ersten Einrichtung lässt sich der M2 bequem kabellos nutzen, für große Datenmengen wird trotzdem die USB-Verbindung empfohlen. Ergänzt wird die Software durch die Plattform xTool Atom, eine Online-Bibliothek mit Projektideen, Vorlagen und Designressourcen. Dort finden sich fertige Motive, Geschenkideen und Anleitungen, die sich direkt übernehmen oder als Ausgangspunkt für eigene Entwürfe nutzen lassen. Ergänzend bietet die Software eine KI-gestützte Generierung von Motiven.

Materialien: Holz, Leder, Metall & mehr

Im Laserbetrieb verhält sich der M2 wie ein moderner Diodenlaser. Holz, Karton, Kork, Lederimitat und viele weitere Materialien lassen sich sauber gravieren. Mit dem optionalen 3-W-Infrarotlaser sind zudem Gravuren auf Edelstahl, Aluminium und beschichteten Metallen möglich. Insgesamt verarbeitet das System Holz, Acryl, Leder, Papier, MDF, Karton, Filz, Gummi, Glas, Kunststoff, Kork und Keramik.

Die 10-W-Version schneidet Lindenholz bis 8 mm in einem Durchgang, schwarzes Acryl bis 3 mm. Die 20-W-Variante schafft 10 mm Lindenholz oder 8 mm gefärbtes Acryl. Durchsichtiges Acryl läßt sich mit dem Diodenlaser technisch bedingt nicht vernünftig bearbeiten, dafür sind Co2-Laser wie der xTool P2 geeignet. Für gelegentliche Arbeiten reicht die Leistung des 10-W-Lasers vollkommen aus. Wer regelmäßig dickere Holzplatten bearbeitet, sollte die 20-W-Version wählen.

xTool M2 – 3 mm dickes Holz schneiden ist mit 10 W problemlos möglich.

Positiv fällt der integrierte Air Assist auf. Dadurch entstehen weniger Schmauchspuren, die Schnittkanten wirken sauberer und eine externe Luftpumpe entfällt. Eine Honeycomb-Unterlage fehlt allerdings im Lieferumfang. Aufgrund der begrenzten Bauhöhe lassen sich Standard-Wabengitter auch nur eingeschränkt nachrüsten. Beim Schneiden von Sperrholz zeigen sich dadurch teils stärkere Schmauchspuren auf der Unterseite als bei vergleichbaren Systemen mit Wabengitter. Beim reinen Gravieren spielt das kaum eine Rolle.

Wer Kunststoffe gravieren oder schneiden möchte, sollte sich vorher über die Materialeigenschaften informieren. Bei vielen Kunststoffen entstehen beim Lasern krankheitserregende Stoffe, die keinesfalls in die Lunge gelangen dürfen.

Farbig drucken

Der Farbdruck unterscheidet den M2 von praktisch allen anderen Geräten dieser Klasse. Im Test bedruckten wir Holz, Karton und Bügelfolie für Textilien. Besonders interessant ist die Möglichkeit, Motive direkt auf Holz aufzubringen und anschließend ohne erneutes Ausrichten zu gravieren oder auszuschneiden.

Die Druckqualität ist insgesamt gut. Farben werden sauber dargestellt, Schriften bleiben klar lesbar. Wunder sollte man jedoch nicht erwarten. Der M2 ersetzt weder einen hochwertigen Fotodrucker noch einen professionellen UV-Drucker. Auf unbehandeltem Holz wirken Farben etwas weicher und weniger kontrastreich als auf Papier. Auf beschichtetem Holz hält die Farbe nicht besonders gut und wird recht blass. Die Ausdrucke auf Bügelfolie für Textilien und auf Stickerfolie für Tintenstrahldrucker gelingen hingegen sehr gut – hier bekommt man schön knallige Farben. Für Schilder, Dekorationen, Modellbauprojekte oder personalisierte Geschenke ist die Qualität vollkommen ausreichend.

xTool M2 – der Druck auf Transferfolie für Textilien funktioniert prima.

Wichtig: Der Druckkopf funktioniert nur auf flachem Material, da er sich sehr knapp über der Arbeitsfläche bewegt. Beim Laser ist der Abstand zur Arbeitsfläche deutlich größer, so dass leichte Unebenheiten kein Problem darstellen.

Sehr durchdacht ist die automatische Versiegelung der Druckpatrone. Vor jedem Druckvorgang fährt der Druckkopf zur linken Seite des Arbeitsraums und legt dort seine magnetisch gehaltene Schutzkappe in einer kleinen Aufnahmegabel ab. Nach Abschluss kehrt er zu dieser Position zurück und verschließt die Patrone erneut. Im Alltag läuft dieser Vorgang vollkommen automatisch ab und reduziert das Problem eingetrockneter Düsen erheblich – laut Hersteller. Im extrem warmen und trockenen Testzeitraum von knapp drei Wochen hatten wir trotz seltener Benutzung keinerlei Probleme. Wie sich der Sachverhalt nach mehreren Monaten darstellt, können wir aktuell nicht beurteilen. Gerade für Anwender, die den Farbdruck nur gelegentlich einsetzen, ist das ein wichtiges Detail.

Ein Nachteil sind nämlich die laufenden Kosten. Die CMYK-Druckpatrone kostet aktuell rund 99 Euro und reicht laut Hersteller je nach Farbkanal für 1080 bis 1280 Seiten. Die tatsächliche Reichweite hängt allerdings stark von Motivgröße, Farbdeckung und Material ab. Zum Vergleich: Bei klassischen Vollfarbdrucken mit hoher Deckung erreichen Tintenstrahldrucker, abhängig vom System und Gerät, nur etwa 100 bis 300 Seiten mit normalen Patronen – diese sind allerdings deutlich günstiger und zudem auch zu Discount-Preisen von Fremdherstellern erhältlich.

Rotationseinheit

Zum Lieferumfang der Deluxe-Version gehört der RA3-Lite-Rotationsaufsatz. Damit graviert der M2 runde Objekte mit einem Durchmesser von 0 bis 100 mm – ideal für Becher, Trinkflaschen oder runde Hölzer. Die Einrichtung machte uns vor dem Test etwas Sorgen, dank schrittweiser Erklärungen in der Software gelingt die aber völlig unkompliziert. Einfach zwei Abstandshalter am Boden einlegen, die Rotationseinheit daran ausrichten und das Kabel der Einheit am Gehäuse nach außen führen. Dort das Kabel mit dem M2 verbinden und den Laserkopf auf den mitgelieferten 90-Grad-Adapter aufstecken. Nun noch in der Software auf das Rotationsmodul wechseln und es kann losgehen.

Auch das Zubehör der Rotationseinheit wirkt nicht wie eine nachträgliche Erweiterung, sondern fügt sich nahtlos in das Gesamtsystem ein. Die verschiedenen Halterungen werden bequem magnetisch befestigt und ermöglichen einen festen Halt. Im Test funktionierte die Rundgravur auf Trinkflaschen und Dosen problemlos – leider war unser Arsenal an Testprodukten etwas eingeschränkt. Wir sind aber sehr angetan von der Rundgravur und haben schon neue Rohlinge bestellt. Wer regelmäßig personalisierte Geschenke herstellt, wird den Rotationsaufsatz zu schätzen wissen und ihn häufig nutzen. Der Umbau ist mit Übung in nur knapp zwei bis drei Minuten erledigt.

Preis & Zubehör

Den xTool M2 gibt es als 10-W- oder 20-W-Version sowie wahlweise mit optionalem CMYK-Druckmodul, 3-W-Infrarotlaser und RA3-Lite-Rotationsaufsatz. Die getestete Deluxe-Variante mit Farbdruck und Rotationsaufsatz kostet 989 Euro (10 W) oder 1389 Euro (20 W). Die Basisversion startet bei 650 Euro.

Die CMYK-Patrone schlägt aktuell mit knapp 100 Euro zu Buche. Wer regelmäßig vollfarbige Produkte herstellt, sollte die Verbrauchskosten unbedingt einkalkulieren.

Fazit

Der xTool M2 verfolgt ein anderes Konzept als die meisten Desktop-Laser. Statt maximaler Laserleistung stehen Vielseitigkeit, Sicherheit und einfache Bedienung im Mittelpunkt. Die Kombination aus Farbdruck, Lasergravur und Laserschnitt funktioniert in der Praxis besser als zunächst erwartet. Besonders der Direktdruck auf Holz mit anschließender Bearbeitung eröffnet Möglichkeiten, die klassische Diodenlaser nicht bieten.

Die Klasse-1-Zertifizierung, das geschlossene Gehäuse, der integrierte Air Assist, das Doppelkamerasystem und die automatische Versiegelung der Druckpatrone heben den M2 deutlich von vielen offenen Hobby-Lasern ab. Auch die WLAN-Anbindung und der werkzeuglose Modulwechsel überzeugen im Alltag.

Dem stehen nur wenige Schwächen gegenüber. Die Farbpatronen sind aktuell noch recht teuer, eine Honeycomb-Unterlage fehlt und LightBurn wird nicht unterstützt. Letzteres ist gut verschmerzter, da die hauseigene Software absolut überzeugt. Einziger echter Kritikpunkt ist der nicht vorhandene Not-Aus-Schalter.

Wer aber ein vielseitiges Kreativwerkzeug sucht und die Druckfunktion tatsächlich nutzt, erhält mit dem xTool M2 ein interessantes und gut funktionierendes Gesamtpaket. Die Kombination aus Drucker, Laser- und Gravursystem in einem Klasse-1-Gehäuse ist derzeit einzigartig, der Preis zudem fair. Wer sich zusätzlich noch einen Stiftehalter und einen Schneideaufsatz für Folien wünscht, kann auf den xTool M1 zurückgreifen, der ist mit fast 1200 Euro aber deutlich teurer.



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