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General Atomics demonstriert autonome Kampfdrohne MQ-20 Avenger im Luftkampf


General Atomics Aeronautical Systems (GA-ASI) hat eine mit autonomer Steuerungssoftware ausgestattete Kampfdrohne MQ-20 Avenger am 18. Januar in einem Luftkampf gegen einen Jet mit menschlichem Piloten erprobt. Die MQ-20 führte dabei alle Missionsphasen erfolgreich durch und berechnete etwa einen Abfangkurs des Aggressors und schoss den Jet simuliert ab.

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Die MQ-20 Avenger ist eine Kampfdrohne, die aus der Entwicklung der Predator-Drohnen der 90er-Jahre hervorgegangen ist, und basiert auf der MQ-9 Reaper. Zunächst unter der Bezeichnung Predator C entwickelt, erfolgte der Erstflug der MQ-20 im April 2009. Die etwa 13,4 m lange Drohne mit einer Spannweite von rund 20,1 m ist mit einem PW545B-Mantelstromtriebwerk von Pratt & Whitney Canada ausgestattet, das sie auf eine Geschwindigkeit von maximal 740 km/h beschleunigt. Die Dienstgipfelhöhe liegt bei 15.240 m, die maximale Flugdauer bei 18 Stunden.

Die Drohne kann eine Zuladung von bis zu 2948 kg aufnehmen. Darunter können verschiedene Waffensysteme angedockt und abgefeuert werden, wie etwa AGM-114 Hellfire Luft-Boden-Raketen sowie unterschiedliche präzisionsgelenkte Fliegerbomben (Guided Bomb Unit), die mit Laser, GPS oder internem Navigationssystem ins Ziel gelenkt werden.

GA-ASI hat eine der MQ-20-Drohne mit der neuesten Referenz-Autonomiesoftware ausgestattet, die ein autonomes Fliegen und Handeln der Maschine je nach vordefinierter Mission ermöglicht. Dazu wird eine Mission mit einer Mensch-Maschine-Schnittstelle (Human-Machine-Interface – HMI) geplant und das Missionsprofil auf die Drohne geladen, um die getrennten Systeme für Flug- und Missionsautonomie zu instruieren. Dabei werden unter anderem Keep-In- und Keep-Out-Zonen definiert, in denen sich die Drohne bewegen oder auch nicht bewegen darf. Die Mission wird dabei in der gesamten Zeit von einer Bodenstation überwacht, die im Notfall auch eingreifen kann.

Mit einem Live-IRST-Sensor (Infrared Search and Track – IRST) des Rüstungsunternehmens Anduril erfasste die Avenger-Drohne einen von Menschen gesteuerten Jet. Welcher Typ dabei zum Einsatz kam, verrät GA-ASI nicht. In ähnlichen Demonstrationen wurde jedoch ein leichtes Überschall-Mehrzweckkampfflugzeug des Typs F-5 Tiger II verwendet. Die Autonomiesoftware der MQ-20 berechnete eine Abfangflugbahn für den Jet und schoss das Ziel simuliert ab. GA-ASI schreibt, dass das Ziel bei einem realen Einsatz zerstört worden wäre.

Die Drohne erledigte autonom weitere Missionsziele, wie etwa das Abfliegen festgelegter Routen und das Kreisen in Wartestellung bis zum Weiterflug zu einem nächsten Missionsziel – eine übliche Vorgehensweise bei realen Missionen menschlich gesteuerter Kampfjets. Die MQ-20 umflog dabei erfolgreich die zuvor festgelegten Sperrzonen unter realistischen Bedingungen.

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(olb)



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Tauziehen um Behörden-Cloud: Google verzögert deutsche Souveränitätspläne


Der Plan der Bundesregierung, die digitale Infrastruktur der Verwaltung zu modernisieren und unabhängiger von US-Giganten zu gestalten, droht zu stocken. Eigentlich sollten die Größen SAP und Deutsche Telekom den Zuschlag für den Aufbau einer souveränen Cloud-Lösung nebst einer Bürger-App erhalten. Doch laut der FAZ hat ein Konsortium um den Suchmaschinenriesen Google in letzter Minute Beschwerde dagegen eingelegt.

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Damit steht ein prestigeträchtiges Projekt mit einem Gesamtvolumen von rund 250 Millionen Euro über vier Jahre vor einer juristischen Pause. Für Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) ist das ein Rückschlag. Seit seinem Amtsantritt forciert der Ex-Manager eine einheitliche Struktur für digitale Anwendungen in Bund, Ländern und Kommunen, um das staatliche Vernetzungsproblem zu lösen.

Bisher gleicht die deutsche IT-Landschaft einem Flickenteppich. Viele Behörden verwalten Daten auf Servern in Kellern der Rathäuser, statt Cloud-Systeme zu nutzen. Wildberger schwebt eine professionelle und vor allem geopolitisch belastbare Infrastruktur vor, die auch bei internationalen Krisen voll funktionsfähig bleibt.

Dass Google bei dem Großauftrag zunächst leer ausgegangen ist, lag der FAZ zufolge wohl an formalen Hürden. Demnach durfte das Angebot des Konsortiums, dem auch der Dortmunder IT-Dienstleister Adesso angehört, aufgrund von Fehlern von der unabhängigen Vergabestelle nicht in die engere Auswahl genommen werden. Dies soll nun die Vergabekammer im Rahmen eines Eilverfahrens prüfen. Google selbst hält sich bedeckt und verweist auf seine Partner.

Der Vorstoß sorgt für Unruhe. Das Verfahren könnte sich durch den Streit monatelang verzögern. Im Falle weiterer Klagen droht jahrelanger Stillstand.

Die Regierung sorgt sich zunehmend wegen der Abhängigkeit von US-Riesen wie Microsoft, Amazon und Google. Der deutsche Staat könnte handlungsunfähig werden, sollten diese gezwungen sein, Dienste abzuschalten oder Daten herauszugeben. Um das Risiko zu minimieren, setzt Wildberger auf Redundanzen vor Ort. So sollen auch die Firmen SVA und Schwarz Digits zu 30 Prozent an dem Auftrag beteiligt werden.

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Dabei geht es nicht um Abschottung, sondern Kontrolle. Wie ein solcher Spagat aussehen könnte, will die Bundeswehr zeigen, die Google-Dienste unter Auflagen nutzt. In einem „Air-Gapped“-System betreibt das Militär private Cloud-Instanzen in eigenen Rechenzentren, die physisch vom offenen Internet getrennt sind.

Beim aktuellen Auftrag floss der Aspekt Souveränität erstmals stärker in die Vergabe ein, während der Preis weniger gewichtet wurde. Das erschwert es finanzstarken US-Konzernen, Konkurrenten über Kosten auszustechen.

Die neue Cloud-Struktur soll die Basis für eine Reihe von Anwendungen bilden, die den Alltag erleichtern. Ab Januar ist die Einführung einer digitalen Brieftasche auf Basis der EUDI-Wallet geplant, in der Ausweis und Führerschein auf dem Smartphone gespeichert werden können.

Deutschland ist mit dem Streben nach digitaler Eigenständigkeit nicht allein. In Frankreich existiert mit dem Siegel SecNumCloud ein Standard für sensible Daten. Er soll sicherstellen, dass Informationen nur in der EU verarbeitet werden und vor Gesetzen wie dem US Cloud Act geschützt sind. Kooperationen mit Hyperscalern sind trotzdem nicht ausgeschlossen. So betreiben SAP und der französische Konzern Thales eine von Google gestützte, aber unter europäischer Aufsicht stehende Cloud.


(wpl)



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Mehrheit will die EUDI-Wallet, kaum jemand erfüllt die Voraussetzungen


Die Mehrheit der Bundesbürger interessiert sich laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom für die geplante Identitätswallet der EU (EUDI). Demnach wollen mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) die EUDI-Wallet verwenden, sobald sie ab 2. Januar 2027 verfügbar ist. 39 Prozent hingegen zeigen sich an der digitalen Brieftasche nicht interessiert, 6 Prozent sind unentschlossen.

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Die Umfrage ergab außerdem, dass die meisten Bürger die digitale Brieftasche aber noch gar nicht verwenden könnten, weil dafür die aktivierte Online-Funktion des deutschen Personalausweises (eID) nötig ist. Laut Bitkom haben derzeit nur 18 Prozent die eID aktiviert und kennen ihre dazugehörige PIN. Weitere 21 Prozent haben zwar die Online-Funktion freischalten lassen, kennen ihre PIN aber nicht oder nicht mehr. Mit 57 Prozent hat mehr als die Hälfte die Online-Funktion noch nicht aktiviert, weitere 5 Prozent wissen es nicht oder wollen keine Angaben machen.

„Wer seine eID nicht aktiviert hat oder seine PIN nicht mehr kennt, steht am Starttag vor verschlossenen Türen. Die Bundesregierung sollte gemeinsam mit den Verwaltungen vor Ort eine breit angelegte Aktivierungs- und Informationskampagne zum elektronischen Personalausweis starten.“, kommentierte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst die Ergebnisse. Er forderte, dass die Aktivierung der eID und die PIN-Rücksetzung so einfach und so digital wie möglich sein müsse.

Häufigstes Einsatzgebiet (61 Prozent) ist für alle an der Nutzung Interessierten die Möglichkeit, Ausweis, Führerschein oder ähnliche Karten künftig digital auf dem Smartphone bei sich zu tragen. 57 Prozent der Interessierten wollen damit Verträge oder Rechnungen digital unterzeichnen und genauso viele die eigene Identität digital nachweisen, etwa bei Behördenangelegenheiten oder der Online-Eröffnung eines Bankkontos. 52 Prozent bevorzugen dabei klar Wallet-Apps von staatlichen Stellen wie dem Bund. Voraussichtlich ab 2028 sollen auch möglich sein.

Für die Umfrage wurden 1004 Personen ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch befragt, das Ergebnis ist laut Bitkomangaben repräsentativ. Erst kürzlich hatte eine andere Bitkomumfrage noch ergeben, dass mit 52 Prozent der Bevölkerung eine deutliche Mehrheit überhaupt noch nie von der digitalen Brieftasche gehört hat. Damit die Einführung in Deutschland ein Erfolg werden kann, dürfte also noch staatliche Aufklärungsarbeit nötig sein.


(axk)



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Team hinter „Magic: The Gathering Arena“ will eine Gewerkschaft gründen


Beschäftigte der Hasbro-Tochtergesellschaft Wizards of the Coast haben am Montag angekündigt, sich gewerkschaftlich organisieren zu wollen. Wizards of the Coast entwickelt und vertreibt unter anderem das Sammelkartenspiel „Magic: The Gathering“ und dessen digitalen Ableger „Magic: The Gathering Arena“ sowie das Pen-&-Paper-Rollenspiel „Dungeons & Dragons“.

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Die Gruppe nennt sich „United Wizards of the Coast“ und hat einen offenen Brief an die Geschäftsführung geschickt, in dem sie die Anerkennung ihrer Gewerkschaft fordert. Laut dem Guardian handelt es sich um mehr als hundert Beschäftigte des Teams, das „Magic: The Gathering Arena“ entwickelt. Im Brief heißt es, eine große Mehrheit des Teams stehe hinter den Gewerkschaftsbemühungen.

Die Beschäftigten wollen eine eigene Einheit unter dem Dach der Communications Workers of America (CWA) gründen, einer großen US-Gewerkschaft, die Beschäftigte aus Branchen wie Telekommunikation, Medien und zunehmend auch der Tech- und Spieleindustrie vertritt.

Die Gruppe fordert eine Anerkennung durch die Unternehmensführung bis zum 1. Mai und hat zugleich eine Wahlpetition beim National Labor Relations Board (NLRB) eingereicht, der in den USA für Gewerkschaftswahlen und die Durchsetzung von Arbeitsrechten zuständigen Bundesbehörde.

Die Petition dient als Druckmittel: Sie soll sicherstellen, dass die Anerkennung der Gewerkschaft zeitnah geklärt wird, und dient als rechtlich verbindliche Absicherung, falls das Unternehmen sie nicht anerkennt. Kommt es zu einer freiwilligen Anerkennung, will die Gruppe die Petition zurückziehen.

Die Gruppe fordert in ihrem Brief unter anderem besseren Schutz vor Entlassungen, klare Leitplanken für den Einsatz generativer KI, sowie Maßnahmen gegen verpflichtende Crunch-Phasen. Laut dem Bericht des Guardian sind die aktuellen Bestrebungen auch eine Reaktion auf eine geplante Büropflicht: Remote-Beschäftigte wurden demnach aufgefordert, zum Hauptsitz nach Washington umzuziehen, andernfalls drohe ihnen die Kündigung.

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Die Gewerkschaftsbemühungen finden vor dem Hintergrund einer angespannten Lage in der Spieleindustrie statt, die von Entlassungswellen und wachsender Unsicherheit geprägt ist. Parallel dazu ist auch die Bundesbehörde NLRB, die in den USA für Gewerkschaftswahlen und die Durchsetzung von Arbeitsrechten zuständig ist, unter der Trump-Regierung unter politischen Druck geraten. Die CWA setzt deshalb neben klassischen Betriebsgewerkschaften auf andere Organisationsformen.

Mit United Videogame Workers-CWA hat sie seit 2025 eine Struktur speziell für Videospielentwickler aufgebaut, der Beschäftigte direkt beitreten können, auch wenn ihr Arbeitgeber die Gewerkschaft nicht anerkannt hat. Sie hat inzwischen fast 600 Mitglieder in den USA und Kanada. Das Modell ersetzt kein rechtlich anerkanntes Tarifmandat, soll aber Organisationsmacht aufbauen, ohne allein von Verfahren über das NLRB abhängig zu sein.


(tobe)



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