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Google, Amazon und Co. müssen Pläne verschieben


Um die Möglichkeiten rund um künstliche Intelligenz nutzen zu können, werden immer neue Rechenzentren benötigt. Das sorgt für Probleme – und zunehmenden Widerstand. In den USA vergeben erste Bundesstaaten keine Genehmigungen mehr für Planungen und Neubauten.

Ob Speicher, Spiele oder künstliche Intelligenz: Immer mehr Angebote werden direkt aus der Cloud auf Computer und Smartphones geliefert – und das sorgt für immer mehr Probleme. Die hierfür nötigen Rechenzentren sorgen nicht nur dafür, dass die Preise für Arbeits- und Datenspeicher durch die Decke gehen und sich selbst die Prozessoren immer weiter verteuern. Auch der Energiebedarf dieser Serverfarmen ist enorm.

Eine Greenpeace-Studie schätzt, dass die KI-Rechenzentren im Jahr 2030 elfmal mehr Strom benötigen werden als noch 2023. Die ambitionierten Ziele der Europäischen Union beim KI-Wachstum drohen damit, vom weniger rasanten Ausbau der Energieinfrastruktur ausgebremst zu werden.

Zu wenig Strom treibt Preise in die Höhe

Auch in den USA stoßen die Betreiber der Anlagen zunehmend an Grenzen, wie Wired berichtet. Allein rund um New York befinden sich demnach 130 neue Rechenzentren in Planung oder bereits im Bau. Eines davon soll allein einen Strombedarf von bis zu 450 MW haben und deshalb neben einem alten Kohlekraftwerk errichtet werden. Der prognostizierte Mehrbedarf hat sich demnach innerhalb eines Jahres auf 10 GW verdreifacht.

Das sorgt für Widerstand, denn auch in den USA wächst der Stromverbrauch deutlich schneller als der Aufbau neuer Kraftwerke, sodass die Kosten nicht zuletzt für die Endverbraucher steigen. Auch wenn der Strompreis mit rund 0,18 US-Dollar pro Kilowattstunde nur etwa die Hälfte dessen beträgt, was in Europa im Durchschnitt bezahlt werden muss, lag der Anstieg für Endkunden in den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr laut CNBC bei rund 7,4 Prozent. Hinzu kommen die Umweltbelastungen, die im Rahmen der Energieerzeugung für die KI-Rechenzentren entstehen.

US-Bundesstaaten bremsen beim Neubau

Selbst die technikfreundlichen US-Amerikaner hadern angesichts der Preissteigerungen mit dem Mehrwert, den die teuren Chatbots der Tech-Konzerne liefern sollen. Bereits Ende letzten Jahres genehmigten Städte und Regionen in vierzehn Bundesstaaten keine neuen Rechenzentren mehr. In Georgia, Maryland, Oklahoma, Vermont und Virginia werden zeitweise keine neuen Genehmigungen für Planungen und Bauten erteilt. Nun hat auch New York angekündigt, dem Beispiel zu folgen. In den kommenden drei Jahren sollen keine neuen Serverfarmen mehr entstehen.

Für Amazon, Meta, Microsoft und Co. sind das alles andere als gute Nachrichten. Nach dem Prinzip „The winner takes it all“ versuchen sie mit Milliardeninvestitionen, Vorherrschaften in einem Zukunftsmarkt zu zementieren, der fantastische Gewinne verspricht. Allerdings konnten die intelligenten Assistenten die in sie gesetzten Erwartungen bisher nicht erfüllen. Und auch Geld verdienen die Anbieter bislang nicht in einem tragfähigen Ausmaß.



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Scythe Magoroku: Großer Doppelturm kühlt flach und einfach


Scythe Magoroku: Großer Doppelturm kühlt flach und einfach

Bild: Scythe

Der Scythe Magoroku ist ein relativ flacher Kühler im Doppelturm-Aufbau. Er soll im unteren Preissegment konkurrieren. Leistungsdaten versprechen ein rundes Gesamtpaket, wenn auch erwartbar wenig visuelle Extravaganzen.

Mit einer Höhe von nur 155 Millimetern passt der Magoroku auch in etwas schmalere Midi-Tower-Gehäuse. In dieser Konfiguration lässt der Kühler Speichermodulen 35 Millimeter Platz in der Höhe. Wird der Lüfter nach oben geschoben, sind es maximal 57 Millimeter. Weil der Lüfter dann über den Kühler hinausragt, steigt die Gesamthöhe auf nicht mehr ganz so flache 177 Millimeter, sofern alle vier Slots belegt werden sollen.

Die mit sechs in einer Kupfer-Baseplate eingelassenen Heatpipes bestückten Lamellentürme belüftet Scythe mit zwei 120-mm-Lüftern, die laut Google-Übersetzung der japanischen Produktseite auf den Namen „Wonder Tornado“ hören. Sie sollen durch einen neu entwickelten Rahmen höheren statischen Druck erzeugen als vorherige Generationen und sind durch Gummiauflagen vom Kühlkörper selbst entkoppelt. Ihr Drehzahlbereich fällt Scythe-typisch breit aus, er liegt zwischen 300 und 2.000 U/Min.

Scythe Magoroku (Bild: Scythe)

Visuell bleibt der Magoroku dezent. Heatpipes und Baseplate sind vernickelt, die Lamellen bleiben unbehandeltes Aluminium. Sie werden lediglich durch zwei schwarze Blenden abgedeckt. Display oder eine Vollverkleidung hat Scythe nicht dazugenommen.

Montiert werden kann der Kühler auf aktuellen Mittelklasse-Sockeln von Intel und AMD. Zum Lieferumfang gehört außerdem ein drittes Set Halteklammern für Lüfter sowie ein Y-Kabel, um beide Ventilatoren an einem Anschluss bedienen zu können. Im Triple-Fan-Betrieb muss der dritte Lüfter aber mit einem zweiten Anschluss verbunden werden, für ihn ist kein Y-Adapter mehr vorhanden.

In Japan günstig

Laut Informationen von Ithome soll der Kühler Anfang April in den Handel kommen, was zunächst den japanischen Markt meinen wird. Dort soll er 4.980 Yen (ca. 27 Euro) kosten. In Europa fallen Preise von Scythe erfahrungsgemäß aufgrund von Steuern und Transport höher aus. Erwartbar ist, dass der Magoroku hierzulande um die 40 Euro kosten wird, also etwa das ursprüngliche Preisziel von 40 US-Dollar gehalten wird.



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Chatkontrolle: Anlasslose Massenüber­wachung endgültig vom Tisch


Am Ende wurde es noch einmal knapp: In einem wahren Abstimmungskrimi hat das EU-Parlament die anlasslose Massenüberwachung nun endgültig zu Grabe getragen. Konservative Parteien hatten zuletzt noch versucht, eine Wiederholungsabstimmung zu erzwingen, um das Vorhaben doch noch irgendwie auf den Weg zu bringen.

Erneute Abstimmung

In einem laut dem ehemaligen EU-Parlamentarier der Piratenpartei Patrick Breyer „demokratisch hochbedenklichen Manöver“ haben Teile des EU-Parlaments die geplanten Trilog-Verhandlungen zwischen dem Parlament, dem EU-Rat und der Europäischen Kommission platzen lassen, um den Grundsatzbeschluss des EU-Parlaments doch noch zu ihren Gunsten zu ändern und die anlasslose Chatkontrolle weiter fortsetzen zu können.

Am vergangenen Mittwoch wurde zunächst darüber abgestimmt, ob die genannte Wiederholungsabstimmung stattfinden oder von der Tagesordnung gestrichen werden soll.

Grund für die versuchte erneute Abstimmung war, dass am 3. April 2026 die befristete EU-Ausnahmeverordnung 2021/1232 ausläuft, die es US-Konzernen wie Meta erlaubt, private Nachrichten anlasslos zu durchsuchen. Dabei sind drei Formen der Überwachung möglich: Die Suche nach bereits bekannten Fotos und Videos, bei der via sogenannten Hash-Scanning nach Übereinstimmungen in den Dateien gesucht wird. Dieses Vorgehen soll laut Breyer für über 90 Prozent der Verdachtsmeldungen verantwortlich sein. Hinzu kommen die automatisierte Bewertung von bisher unbekanntem Material sowie die automatisierte Analyse von Textinhalten in privaten Chats.

Automatisierte Analysen weisen hohe Fehlerquote auf

Kritiker führten dabei immer wieder an, dass die KI-Analyse von unbekannten Bildern und Texten extrem fehleranfällig sei. Aber auch die von der Europa-SPD befürwortete anlasslose Massendurchsuchung nach bekanntem Material ist bei Fachleuten hochumstritten: Neben der von Wissenschaftlern immer wieder genannten Unzuverlässigkeit der Algorithmen sollen diese Massen-Scans zudem auf intransparente ausländische Datenbanken statt auf europäisches Strafrecht setzen. Dabei sollen die Algorithmen blind für Kontext und fehlenden Vorsatz sein, etwa bei einvernehmlichem Sexting von Teenagern. Dies kann dazu führen, dass massenhaft private, aber strafrechtlich völlig irrelevante Chats an die Strafverfolgungsbehörden weitergegeben werden.

Lobby-Gruppen sollen massiv interveniert haben

Im Vorfeld der Abstimmung sollen laut Breyer zudem US-Techkonzerne, ausländisch finanzierte Lobbygruppen und Behörden wie das Bundeskriminalamt die Öffentlichkeit mit Warnungen vor einem angeblichen „rechtsfreien Raum“ geradezu überflutet haben. In nun veröffentlichten Ratsprotokollen soll sich zudem zeigen, dass einige Akteure aus Angst, ein Einlenken könnte einen Präzedenzfall für die dauerhafte Chatkontrolle 2.0 schaffen, keinerlei Kompromissbereitschaft an den Tag legten.

Laut BKA-Präsident Holger Münch könnten Ermittlungsbehörden ohne anlasslose Chatkontrolle künftig blind sein, dabei ist eine gezielte Telekommunikationsüberwachung bei konkretem Verdacht und mit richterlichem Beschluss auch nach dem 3. April weiterhin vollumfänglich erlaubt, gleiches gilt für das anlasslose Scannen von öffentlichen Posts und gehosteten Dateien. Zudem haben Untersuchungen gezeigt, dass rund 50 Prozent der Meldungen strafrechtlich irrelevant sind, aber massiv Ressourcen binden, die an anderen Stellen für verdeckte Ermittlungen gegen echte Missbrauchsringe dringend benötigt werden.

Manöver, wenn auch nur knapp, gescheitert

Jetzt hat das EU-Parlament mit einer hauchdünnen Mehrheit von nur einer einzigen Stimme zunächst die automatisierte Bewertung unbekannter privater Fotos und Chattexte als „verdächtig“ oder „unverdächtig“ abgelehnt. In der anschließenden Schlussabstimmung verfehlte der so geänderte Rest-Vorschlag mit 58 Prozent Gegenstimmen dann sogar deutlich die benötigte Mehrheit.

Dies hat zur Folge, dass die zuletzt immer wieder verlängerte EU-Ausnahmeverordnung ab dem 4. April 2026 nicht mehr angewendet werden darf. US-Konzerne wie Meta, Google und Microsoft müssen ab diesem Zeitpunkt das anlasslose Scannen privater Chats europäischer Bürger einstellen, das digitale Briefgeheimnis gilt somit wieder. Laut Breyer wurde damit ein „kaputtes und illegales System gestoppt“. Dadurch, dass die Ermittler nun nicht mehr in einer Flut aus falschen und längst bekannten Verdachtsmeldungen aus den USA „ersticken“, werden seiner Aussage nach wieder Kapazitäten frei, „um organisierte Missbrauchsringe gezielt und verdeckt zu jagen“.

Freiwillige Kontrolle auf der Gegenseite weiterhin ein Thema

Doch für den ehemaligen Parlamentarier ist der Kampf noch nicht zu Ende. Weitere prozedurale Schritte der EU-Regierungen sind für ihn nicht gänzlich ausgeschlossen. So beharren nicht wenige EU-Regierungen in den Trilog-Verhandlungen weiterhin auf der Forderung nach einer „freiwilligen“ Chatkontrolle. Ob sie damit Erfolg haben werden, ist angesichts der auch in der Vergangenheit vorhandenen strikten Ablehnung des EU-Parlaments fraglich – erst eine Zusage aller drei Gremien kann ein solches Vorhaben in geltendes Recht wandeln.

Nächster Halt: Flächendeckenden Alterskontrollen

Dabei steht das nächste Vorhaben bereits auf der Tagesordnung: In den laufenden Trilog-Sitzungen soll als Nächstes darüber verhandelt werden, ob Messenger- und Chatdienste sowie App-Stores gesetzlich zu flächendeckenden Alterskontrollen verpflichtet werden. Laut Breyer würde dies die Herausgabe von Ausweisdokumenten oder Gesichtsscans erfordern und damit die anonyme Kommunikation faktisch unmöglich machen – was vor allem gefährdete Gruppen wie Whistleblower oder andere Verfolgte massiv gefährden würde. Dieses Vorhaben könnte von den Befürwortern der Chatkontrolle nun als Verhandlungsmasse eingebracht werden, um doch noch irgendwie einen Kompromiss in ihrem Sinne zu erreichen und die angedachte Massenüberwachung in irgendeiner Form doch noch zu ermöglichen.



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Angebliche Patentverletzung: Globalfoundries verklagt Tower Semiconductor in den USA


Angebliche Patentverletzung: Globalfoundries verklagt Tower Semiconductor in den USA

Bild: Globalfoundries

Globalfoundries zieht die Samthandschuhe aus und will vor Gericht mehrere angebliche Patentverletzungen durch Tower Semiconductor überprüfen lassen. Laut eigenen Angaben gehe es dabei um ein breites Feld an Überschreitungen. Globalfoundries argumentiert zudem damit, dass man 16 Mal so viele Patente vorweisen kann als Tower.

Globalfoundries geht in der Pressemeldung hart ins Gericht mit Tower Semiconductor. Während man selbst über 8.000 Patente besitzt, bringt es Tower Semiconductor nicht einmal auf 500 Schutzschriften, erklärt das US-Unternehmen. Daher ist man der Überzeugung, Tower Semiconductor „has infringed GF patents by freeriding on decades of GF innovation with an intent to unlawfully take business away from the American chipmaker.

Genauer gesagt geht es um elf Patente, die ein breites Feld von Kommunikation, Automotive bis hin zu kritischer Technologie für den Weltraum und damit vermutlich auch die Verteidigung abdecken. Globalfoundries will vor Gericht erreichen, dass die betroffenen Produkte vom Markt genommen werden, Tower Semiconductor blockiert und man selbst entschädigt wird. Eine Stellungnahme von Tower Semiconductor gab es so kurzfristig nicht.

Tower Semiconductor und Globalfoundries kämpfen in einigen Märkten um die gleiche Kundschaft. Ein Zukunftsmarkt ist unter anderem Silicon Photonics, hier hat Tower Semiconductor erst gestern eine Expansion angekündigt, Globalfoundries hatte dafür im letzten Jahr zugekauft.

Patentstreitigkeiten keine Seltenheit

Patentstreitigkeiten zwischen Auftragsfertigern sind derweil nichts Neues. Im Jahr 2019 überzog Globalfoundries TSMC mit Klagen über die Verletzung von angeblich 16 Patenten und zog damit vor fünf Gerichte. TSMC ließ das aber nicht auf sich sitzen, schon fünf Wochen später kam die Gegenklage mit dem Inhalt, dass Globalfoundries 25 Patente verletzt habe.

Am Ende einigten sich beide Parteien schnell. Schon Ende Oktober 2019 wurde ein Abkommen zwischen TSMC und Globalfoundries geschlossen, das die Nutzung von Patenten der Gegenseite abdeckt. Das Cross-Lizenzabkommen schloss dabei alle weltweit nutzbaren Patente der jeweiligen Seite im Halbleiterbereich ein, also auch noch die, die in den kommenden zehn Jahren ausgestellt werden. Globalfoundries galt am Ende als stiller Sieger, hatte man dem dominanten Marktführer dieses Abkommen abgerungen.



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