Connect with us

Datenschutz & Sicherheit

Google warnt: Angreifer geben sich als IT-Techniker aus und betreten Büros


Die Google Threat Intelligence Group warnt aktuell davor, dass Angreifer physisch auf die Systeme ihrer Opfer zugreifen: Sie geben sich vor Ort als IT-Techniker aus und betreten dann die Büros eines betroffenen Unternehmens. Mit einem USB-Stick greifen sie anschließend sensible Daten direkt vom Endgerät ab.

Weiterlesen nach der Anzeige

Normalerweise versuchen digitale Angreifer meist aus der Ferne Daten zu stehlen oder Netzwerke zu sabotieren: Das Opfer fällt etwa auf eine Phishing-Mail herein, kontaktiert den Angreifer und der erhält remote Zugriff aufs Firmennetz – dann kopiert er sensible Daten. Kommt der Angreifer so nicht weiter, steht er in manchen Fällen direkt vorm Firmengebäude.

Bei den falschen IT-Supportern geht es laut Google um die Hackergruppe UNC3753, die auch als Luna Moth, Chatty Spider oder Silent Ransom Group bekannt ist. Sie zielen hauptsächlich auf Anwaltskanzleien in den USA ab, aber auch Versicherungs-, Finanz- oder Gesundheitsunternehmen sind betroffen. Bei den Daten geht es dann um rechtliche Vereinbarungen, personenbezogene Daten oder Finanzunterlagen, mit denen sie das Unternehmen später erpressen wollen.

Die Hackergruppe sucht auf Firmenwebsites nach Kontaktdaten, um ihre Opfer etwa per Telefon oder Mail zu erreichen. Dabei tun sie so, als würden sie zur IT- oder Sicherheitsabteilung des Unternehmens gehören. Sie machen dann das Opfer auf eine vermeintliche Sicherheitslücke aufmerksam oder wollen ihm bei einem erfundenen Projekt helfen, um Daten zu migrieren. So bauen sie Vertrauen auf und versuchen, das Opfer zu einer Fernwartungssitzung zu überzeugen.

Laut Google nutzt UNC3753 ganz normale Screen-Sharing-Software: Zoom, Microsoft Terminal Services, Microsoft Teams oder Quick Assist. In einem Beispiel hat der Angreifer etwa innerhalb von drei Tagen mit dem Opfer fünfmal per Teams gesprochen. Sie versuchen die Opfer aber auch dazu zu bewegen, spezielle Remote-Software zu installieren: wie AnyDesk, Bomgar oder Zoho Assist. In einem Fall sollte der Nutzer einen „SuperOps RMM agent“ per cURL herunterladen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Haben die Angreifer das Vertrauen des Opfers, kopieren sie sensible Daten. Sie melden sich etwa direkt im Browser des Opfers bei Dateifreigabe-Konten und laden Dateien direkt hoch – das taten sie entweder selbst oder haben ihre Opfer dazu angeleitet. Dabei imitierten sie auch das Branding des Zielunternehmens.

Unter anderem kamen dabei die Datenübertragungsprogramme WinSCP oder Rclone zum Einsatz. In einem Fall haben die Angreifer etwa 1,7 GByte an Daten aus einem lokalen OneDrive-Ordner auf ein Google-Drive-Konto übertragen. Zudem haben sie Opfer angewiesen, Dateien aus der Anwaltssoftware iManage direkt per Mail an die Hacker zu senden.

Falls die Remote-Taktiken der Angreifer fehlschlagen, versuchen sie laut Google physisch die Daten zu stehlen. Auch das FBI hat davor bereits Ende Mai gewarnt (PDF). Sie stellen sich wieder als IT-Support vor und täuschen etwa vor, dass sie ein Backup erstellen müssen. Dafür nutzen sie externe Festplatten oder einfache USB-Sticks. Haben die Hacker alle Daten, die sie brauchen, senden sie eine Erpressermail an die Firma und drohen mit der Veröffentlichung.

Das FBI empfiehlt unter anderem, die Berechtigungen aller Personen zu kontrollieren, die Unternehmensräume betreten. Außerdem sollen Unternehmen ihre Mitarbeiter schulen, Backups anlegen und etwa die Möglichkeit, externe Laufwerke anzuschließen, einschränken.

Zudem rät Google dazu, den ausgehenden Datenverkehr und das Netzwerk strikt zu überwachen – der Abfluss von mehreren GByte an Daten sollte nicht unbemerkt bleiben. Unternehmen sollen nicht autorisierte Filesharing-Dienste blockieren, die übertragenen Datenmengen in den Firewall-Protokollen erfassen und den SSH-Verkehr auf Port 22 gezielt auf massenhafte Übertragungen prüfen.


(str)



Source link

Datenschutz & Sicherheit

Betrügerischer Ransomware-Verhandler muss 70 Monate ins Gefängnis


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Anklage gegen einen Ransomware-Verhandler vom November vergangenen Jahres endet in einer längeren Haftstrafe für den Täter. Er war als Ransomware-Verhandler bei der Firma DigitalMint angestellt, hat jedoch selbst Ransomware-Angriffe ausgeführt und dabei offenbar mehr als eine Million US-Dollar erbeutet.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit des US-amerikanischen Justizministeriums hat das Urteil nun öffentlich gemacht. Am Donnerstag vergangener Woche wurde der angeklagte 41-Jährige aus Florida zu 70 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafe ergeht für die Konspiration mit der Cybergang BlackCat/ALPHV zur Erpressung mehrerer Opfer sowie für die Verschwörung mit weiteren ehemaligen IT-Sicherheitsprofis zu weiteren Angriffen auf zusätzliche Opfer im Jahr 2023.

Eigentlich war der Verurteilte angestellt, um Opfern in Krisenzeiten beizustehen. Jedoch habe er sie betrogen und ihre vertraulichen Verhandlungspositionen an Cyberkriminelle weitergegeben und denen damit geholfen, mehr Geld aus den Opfern auszuquetschen, erklärte der US-Staatsanwalt für den Südbezirk von Florida, Jason A. Reding Quiñones.

Den Verfahrensakten zufolge habe der Täter seit April 2023 seine Rolle bei dem IT-Incident-Response-Unternehmen missbraucht, um sich mit den Betreibern der BlackCat-Ransomware zu verschwören, um fünf unterschiedliche Ransomware-Opfer um Lösegeld zu erpressen. Der Verurteilte habe Geld von BlackCat für die Preisgabe vertraulicher Informationen wie der Verhandlungsposition und -strategie der Opfer angenommen. Außerdem soll sich der Verurteilte mit einem 36-jährigen Texaner und einem 41-Jährigen aus Georgia verbündet haben, um die BlackCat-Ransomware im Zeitraum vom April bis November 2023 bei weiteren Opfern zu verteilen. Nach der erfolgreichen Erpressung eines Opfers um rund 1,2 Millionen US-Dollar in Bitcoin haben die drei sich das Lösegeld geteilt und auf diverse Arten gewaschen.

Mitte April plädierte der nun Verurteilte auf „schuldig“. Bereits im Mai wurden die beiden anderen Täter zu 48 Monaten Haft verurteilt. Die Strafverfolger konnten Gegenstände einschließlich digitaler Währungen im Wert von 10 Millionen US-Dollar sicherstellen. Dazu gehören außerdem Autos, ein Foodtruck und ein Luxus-Angelboot. Eine Anhörung zur Festsetzung der Höhe des Schadenersatzes ist für den 17. September angesetzt.

Im vergangenen November kam es zunächst zur Anklage gegen zwei Männer. Dabei wurde bekannt, dass der Täter sich nicht nur Anteile vom Lösegeld zugeschustert haben soll, sondern selbst hinter den Ransomware-Angriffen steckte.

Weiterlesen nach der Anzeige


(dmk)



Source link

Weiterlesen

Datenschutz & Sicherheit

Telegram-Messenger: Kurzdomain t.me womöglich wegen US-Sanktionen gesperrt


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Kurzdomain t.me ist derzeit nicht erreichbar. Die Adresse gehört zum Telegram-Messenger, der sie für Kurzlinks zu Kanälen oder Mitgliederprofilen verwendet. Die Ursache der Sperrung ist nicht vollends geklärt, könnte aber mit Sanktionen der USA gegen einen VPN-Anbieter zusammenhängen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die Domain ist derzeit von der Vergabestelle, dem NIC (Network Information Center) des Landes Montenegro, auf den Status „registryHold“ gesetzt. Dieser kann – so die Erklärung bei ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers), auf ein Problem mit der Domain hinweisen, das durch den Inhaber gemeinsam mit der Vergabestelle geklärt werden muss.

Der Messengerdienst verwendet t.me, um das Teilen von Links zu Kanälen zu erleichtern – diese Funktion ist daher bei vielen Telegram-Clients derzeit nicht nutzbar. Zumindest in der aktuellen Version des Telegram-Messengers unter IOS und macOS verwendet die App noch die defekte Domain. Wer einen Telegram-Kanal per Link mit Freunden teilen möchte, kann hilfsweise t.me durch telegram.me ersetzen – diese Domain funktioniert noch.

Wie Jonah Aragon, Mitarbeiter der NGO Privacy Guides, vermutet, könnte eine US-Sanktion schuld an der Sperrung sein. Die Kontrollbehörde des US-Finanzministeriums OFAC, zuständig für internationale Sanktionen, hat am 13. Juli den ukrainischen VPN-Anbieter FirstVPN auf die Sanktionsliste SDN (Specially Designated Nationals) gesetzt – und dieser Dienst verwendet neben Domains aus den Namensräumen .com, .net und .org auch den Direktlink zu seinem Telegram-Kanal als Kontaktadresse.


T.me kaputt

T.me kaputt

Wie Sie sehen, seh’n Sie nichts: t.me ist dank einer Intervention des Domainregistrars derzeit außer Funktion.

Bei der Umsetzung der Sanktionen durch das montenegrinische NIC kann es sich also um „Overblocking“ handeln. Ob es sich hierbei um den tatsächlichen Grund handelt, ist unklar, doch die Erklärung scheint plausibel. Auch die .org-Domain ist vom Domainregistrar Key-Systems auf „serverHold“ gesetzt worden, die .com-Domain des VPN-Anbieters wurde offenbar von Cloudflare durch Löschen der DNS-Einträge deaktiviert.

Telegram ist immer wieder von Sperren betroffen, zuletzt in Indien während der Prüfungsphase.

Weiterlesen nach der Anzeige


(cku)



Source link

Weiterlesen

Datenschutz & Sicherheit

SAP-Patchday: Teils kritische Sicherheitslücken in mehreren Produkten gefixt


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Entwickler von SAP haben zum Patchday im Juli 16 neue Sicherheitsnotizen veröffentlicht. Davon behandeln drei als kritisches Risiko eingestufte Schwachstellen in mehreren Produkten.

Weiterlesen nach der Anzeige

In der Patchday-Übersicht listet SAP die einzelnen Meldungen säuberlich auf. Kurz vor Höchstwertung landet ein möglicher Speicherzugriffsfehler aufgrund von Logikfehlern in der Speicherverwaltung von SAP NetWeaver Application Server ABAP, durch den angemeldete Angreifer unbefugt auf Daten zugreifen und diese etwa verändern oder gar einen Denial-of-Service provozieren können (CVE-2026-44747, CVSS 9.9, Risiko „kritisch“). In SAP Approuter können hingegen bösartige Akteure HTTP-Anfragen einschleusen, durch die nicht authentifizierte Angreifer die Synchronisation von Anfragen und Antworten aus dem Tritt bringen können. Das führt zur Offenlegung von User-Antworten oder zum Lahmlegen des Systems (CVE-2026-27690, CVSS 9.1, Risiko „kritisch“). Ein voreingestelltes und öffentlich dokumentiertes Beispiel-Konto für den OAuth2-Client gefährdet zudem die Sicherheit der SAP Commerce Cloud. Angreifer können sich damit anmelden und Daten lesen und manipulieren, erklärt SAP (CVE-2026-44761, CVSS 9.1, Risiko „kritisch“).

Die Apache-Camel-Komponente der SAP Integration Suite reißt mehrere Sicherheitslücken auf (CVE-2026-40453, CVE-2026-33454; bis CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Außerdem hat der SAProuter unter Windows eine DLL-Hijacking-Schwachstelle (CVE-2026-0487, CVSS 8.4, Risiko „hoch“). In SAP NetWeaver Application Server Java(Configuration Wizard) klafft eine Cross-Site-Scripting-Lücke (CVE-2026-44752, CVSS 8.2, Risiko „hoch“), zudem agiert der SAP Approuter unter Umständen als Open Redirect (CVE-2026-44745, CVSS 8.1, Risiko „hoch“). Der Apache-Tomcat-Server der SAP Commerce Cloud reißt ebenfalls mehrere Lücken auf (CVE-2026-43512, CVE-2026-41293, CVE-2026-43515; bis CVSS 8.1, Risiko „hoch“). Das SAP Change and Transport System Attach Tool (ctsattach) enthält zudem eine Codeschmuggel-Lücke (CVE-2026-58233, CVSS 7.6, Risiko „hoch“).

Sicherheitslücken mit mittlerem Bedrohungsgrad betreffen SAP NetWeaver Enterprise Portal, ui5/webcomponents-base, SAP S/4HANA Project Management (PPM-PRO), SAP NetWeaver Application Server ABAP (applications based on Business Server Pages), SAP S/4HANA (Draft operation), S/4 HANA (Create Single Payment) sowie SAP CRM (WebClient UI). In SAP HANA Extended Application Services classic model (User Self Service) haben die Programmierer zudem eine als „niedriges“ Risiko eingestufte Lücke geschlossen.

IT-Verantwortliche sollten die bereitstehenden Updates zügig anwenden, um die Angriffsfläche in ihren Netzen zu minimieren. Der SAP-Patchday im Juni hatte einen ähnlichen Umfang. Dort hatten die Programmierer 15 Sicherheitslücken ausgebessert, wovon ebenfalls drei als kritisch eingestuft wurden.


(dmk)



Source link

Weiterlesen

Beliebt