Künstliche Intelligenz
Hat 2000 US-Dollar gekostet: Erstmals KI-generierter Spielfilm bei Filmfestival
Beim renommierten Tribeca Filmfestival in New York soll mit „Dreams of Violets“ der erste vollständig KI-generierte Spielfilm gezeigt werden. Er ist Teil des offiziellen Programms, wie die beiden Produzenten des Films öffentlich gemacht haben. Für die Produktion wurden angeblich gerade einmal 2000 US-Dollar (rund 1700 Euro) ausgegeben. Der Film sei eine „fiktive Dramatisierung der Ereignisse rund um das Massaker an iranischen Zivilistinnen und Zivilisten durch iranische Regierungstruppen im Januar, bei dem angeblich Tausende Iraner getötet wurden“. Damit bringe er gleich zwei große Themen der Zeitgeschichte zusammen: den KI-Hype und die Geschehnisse in der Islamischen Republik. Der Film ist 75 Minuten lang und erweckt den Eindruck, mit echten Menschen in Teheran gedreht worden zu sein.
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In „Dreams of Violets“ („Träume von Veilchen“) werden die Ereignisse im Januar anhand von fünf Personen nacherzählt, heißt es in der Zusammenfassung: „Im Morgengrauen, während iranische Streitkräfte verwundete Demonstranten hinrichten, entdeckt ein gewalttätiger Soldat die fünf, die sich in einer Sackgasse versteckt halten. Über ihnen beobachtet Amir, ein Kind im Rollstuhl, die Szene von einem Fenster aus und beschließt, zu handeln.“ Jedes einzelne Bild ist dabei KI-generiert, die Produzenten versichern aber, dass der Film auf journalistischen Berichten, Fotos und Berichten von Augenzeuginnen und Augenzeugen beruht. Das Ergebnis wirke „genauso realistisch wie Filme, die auf herkömmliche Weise von Menschenhand produziert wurden“.
Anders „unmöglich“ zu realisieren
Produziert wurde der Film von Ash und Pooya Koosha, zwei Brüdern aus Teheran. Beide haben das Land schon 2009 verlassen und in Großbritannien Asyl ersucht, nachdem Ash als Musiker in dem Film „Perserkatzen kennt doch keiner“ mitwirkte. Dafür hatte ihn das Regime ins Visier genommen. „Dreams of Violets“ ist nun ihr erster eigener Film. Die Geschichte sei für sie persönlich bedeutungsvoll, weil sie im Iran die Gewalt selbst erlebt hätten. Es handle sich nicht um eine technische Übung, versicherte Ash gegenüber dem Hollywood Reporter. Er hätte den Film lieber mit einer Crew, mit Menschen und mit der „Würde einer richtigen Produktion“ realisiert: „Das stand mir aber nicht zur Verfügung“. KI-Technik habe etwas möglich gemacht, was sonst einfach unmöglich gewesen sei. Benutzt wurden demnach unter anderem Googles Nano Banana und Kling AI für die Generierung des Videos, Claude AI für die Sprachbearbeitung und Gemini für die Recherche.
Neben seinem eigentlichen Job hat Ash den Film nachts am Computer erstellt, erklärten die Verantwortlichen. Was sonst zwei Millionen US-Dollar kosten würde, habe so nur 2000 gekostet. Dabei wurde die Arbeitszeit also wohl nicht mit eingerechnet. Mit derselben Technik könnten die Kosten für einen großen Hollywoodfilm von 200 Millionen US-Dollar fast auf 0 gesenkt werden, behaupten sie noch. Das würde einen Strom an neuen Filmen ermöglichen, wobei seine Firma helfen könne. Sie trägt den Namen „Fountain 0“. Ash unterstrich noch, dass er um die Ängste von Kreativen wisse. „Dreams of Violets“ ergänzt die Geschichte um KI-Nutzung rund um die Geschehnisse im Iran nun um ein neues Kapitel: Nach den Luftangriffen gegen das Land hatte dort geschaffene KI-Propaganda für Aufsehen gesorgt, die auf eine Lego-Ästhetik mit hohem Wiedererkennungswert setzt.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Schwerelose Teenager: Bär wirbt um Astronautennachwuchs
Einmal echte Schwerelosigkeit wie im Weltall erleben – für 30 Jugendliche in Deutschland soll das im kommenden Jahr Wirklichkeit werden. Forschungs- und Raumfahrtministerin Dorothee Bär warb bei einem Besuch von Airbus in Bremen im Rahmen ihrer Sommerreise für ein noch wenig bekanntes Programm, für das sich 15- bis 18-Jährige demnächst bewerben können: „Astronaut for a day“ (Astronaut für einen Tag) umfasst einen sogenannten Parabelflug.
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20 Sekunden echter Schwebezustand
Bei einem solchen Flug steigt ein Flugzeug steil nach oben und geht anschließend in einen steilen Sinkflug über. Während des Flugmanövers herrscht im Inneren für rund 20 Sekunden Schwerelosigkeit. Nach Angaben des früheren Astronauten und heutigen Abteilungsleiters für Raumfahrt im Bundesforschungsministerium, Thomas Reiter, entspricht das Gefühl der Schwerelosigkeit auf so einem Flug dem in einer Raumstation wie der ISS.
Jugendliche durchlaufen kleines Astronautenprogramm
Zum Auswahlprogramm sagte Bär der Deutschen Presse-Agentur: „Die Voraussetzungen sind genau die gleichen, die auch die echten Astronauten durchlaufen. Das heißt, es wird ein Gesundheitstest stattfinden, ein Fitnesstest, es werden Interviews geführt, wie bei dem Astronautenkorps auch. Ja, und dann Allgemeinwissen, also alles, was dazugehört.“
Jugendliche, die sich dafür interessieren, können nach ihren Angaben ab Herbst ein Bewerbungsvideo im Internet hochladen. Das genaue Datum und die Details stehen noch nicht fest. 30 werden schließlich für den Parabelflug ausgewählt. Organisiert wird das Programm von der Deutschen Raumfahrtagentur im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Es soll Teil des Wissenschaftsjahres 2027 zum Thema Raumfahrt sein.
Bär an Bord – „Leben am Limit“
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Bär wird nach eigenen Angaben neben den beiden deutschen Esa-Astronauten Matthias Maurer und Alexander Gerst auch selbst an dem Parabelflug teilnehmen. Auf die Frage, ob ihr davor nicht ein bisschen bange sei, antwortete sie lachend: „Nee, Leben am Limit.“
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Sie glaube, die Teilnehmer des Programms seien hinterher die besten Botschafter für die Raumfahrt und kämen von der Faszination davon nie mehr los. „Die haben die Astronauten zum Anfassen. Die können berichten, wie es ist, in der Schwerelosigkeit zu sein.“ Hintergrund für den Vorstoß ist auch ein Nachwuchsmangel in naturwissenschaftlichen Fächern – den sogenannten MINT-Fächern. Bär betonte die Bedeutung von Ingenieuren für die Raumfahrt.
„Astronaut for a Day“ gibt es bereits in anderen europäischen Ländern, etwa Österreich oder Luxemburg. Teilnehmer dort hatten hinterher begeistert von ihren Erlebnissen berichtet.
(afl)
Künstliche Intelligenz
Warum Firmen AI Coding Tools noch nicht einführen
KI-Tools wie ChatGPT, GitHub Copilot oder Claude Code sind in vielen Entwicklerteams bereits Alltag; die Softwareentwicklung zählt zu den Bereichen mit der höchsten KI-Adaption. Gleichzeitig haben zahlreiche Unternehmen den Einsatz solcher Werkzeuge noch nicht offiziell freigegeben – meist aus nachvollziehbaren Gründen rund um Vertraulichkeit, Datenschutz, Security und Compliance. Dieser Artikel ordnet die typischen Bedenken, bewertet sie nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung und zeigt einen pragmatischen Umgang samt Gegenmaßnahmen. Die Grundidee: Eine kontrollierte Einführung mit klaren Leitplanken schafft Sicherheit. Zum Schluss folgen konkrete Empfehlungen für drei Rollen: KI-Enthusiasten, Gatekeeper und Entscheider.
Künstliche Intelligenz
Software-Update Ursache von IT-Problemen der Berliner Justiz
Nach einem Totalausfall am Montag sind die Straf- und Zivilgerichte inzwischen wieder arbeitsfähig. Vereinzelt gebe es noch Probleme bei der Anmeldung und die Geschwindigkeit sei verringert, sagte ein Sprecher der Kammergerichte. „Das Gros der Beschäftigten kann aber wieder arbeiten.“
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Von der Senatsjustizverwaltung hieß es am Mittag: „In Einzelfällen kann es aufgrund einer vorübergehend höheren Systemauslastung noch zu Performanceeinschränkungen kommen.“ Aus den Gerichten war am Morgen noch zu hören, nur vereinzelt könnten sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in die Systeme einwählen und E-Mails verschicken.
Die IT-Probleme führten seit Montagmorgen zu großen Einschränkungen bei der Berliner Justiz. Betroffen waren alle Amtsgerichte, das Kriminalgericht in Moabit, die beiden Landgerichte und das Kammergericht. Wegen der Einschränkungen wurden alle Beschäftigten am Montagmittag nach Hause geschickt, wie der Sprecher des Kammergerichts sagte.
System zurückgesetzt
Nach Angaben des landeseigenen IT-Dienstleisters (ITDZ), von dem die Server betrieben werden, wurde ein Software-Update als Ursache der Störung identifiziert. „Das Update wurde in der vergangenen Woche durchgeführt. Bereits in den letzten Tagen gab es einzelne, vorübergehende Einschränkungen“, teilte eine Sprecherin des ITDZ mit.
„Durch die Rücknahme des Updates in der vergangenen Nacht konnten die Anmeldeprobleme behoben werden“, hieß es von der Justizverwaltung. In der Praxis führt dies unter anderem dazu, dass unter anderem Druckereinstellungen verloren gegangen sind, wie es aus der Richterschaft hieß. Laut ITDZ wird mit dem Hersteller an einer dauerhaften Behebung des Fehlers gearbeitet.
Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) betonte: „Die Justiz muss jederzeit arbeitsfähig sein.“ Deren Modernisierung sei eine zentrale Voraussetzung und dürfe nicht zum Hindernis werden.
Seit Wochen gravierende Probleme
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Aus Justizkreisen gibt es seit Wochen Klagen über Probleme mit dem IT-System. Erst am Freitag kam es zu stundenlangen Ausfällen, wie Richterinnen und Richter berichten.
Zu dem massiven Problem am Montag erklärte der Berliner Co-Landeschef Stefan Schifferdecker vom Deutschen Richterbund (DRB): „Wir haben einen vorübergehenden Stillstand der Rechtspflege.“ Die Richterschaft sei wütend, weil sie ihre Arbeit nicht machen könne. „Wir behelfen uns mit Stift und Papier, verhandeln ohne Akten“, schilderte Schifferdecker die Arbeitssituation.
Besonders kritisch seien die Auswirkungen in Strafverfahren, weil möglicherweise gesetzliche Haftfristen nicht eingehalten werden können, wie Schifferdecker erklärte. Schlimmstenfalls müssen dann mutmaßliche Straftäter aus der Untersuchungshaft freigelassen werden.
Der Berliner Landesverband der Neuen Richter*innenvereinigung wiederholte seine Forderung nach einer „unverzüglichen und nachhaltigen Stabilisierung der Justiz-IT“ und macht als ein Problem die Einführung der E-Akte aus. Auch die rechtspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Petra Vandrey, sieht darin eine Ursache. Seit ihrer Einführung komme es immer wieder zu Problemen. „Es ist beängstigend, dass die Berliner Justiz durch ihre eigene IT lahmgelegt wird – und das nicht zum ersten Mal“, so Vandrey.
(dmk)
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