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Illegale Preisabsprachen: Kalifornien untermauert Vorwürfe gegen Amazon


Der US-Onlineversandhändler Amazon soll Levi’s und andere namhafte Marken zu Preisabsprachen gezwungen haben. Das geht aus am Montag freigegebenen Gerichtsdokumenten hervor, über die unter anderem die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Die mutmaßlichen Absprachen beeinflussten wiederum die Preise für eine Vielzahl von Waren auf den Websites von US-Einzelhändlern wie Walmart, Home Depot und anderen.

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Die nun bekannt gewordenen Dokumente sind Teil einer im Jahr 2022 eingereichten Kartellklage des US-Bundesstaats Kalifornien gegen Amazon. Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta beschuldigt in der Klage (PDFPDF) Amazon, Drittanbietern Knebelverträge aufzuzwingen, die es ihnen verbieten, ihre Waren günstiger auf anderen Handelsplattformen zu verkaufen. Amazon nutze seine Marktmacht dazu, Endkundenpreise in die Höhe zu treiben, um seine Gewinnmargen zu schützen, so der Vorwurf. Der Prozessbeginn ist für Januar 2027 geplant.

Kalifornien beantragte im Februar bei einem Gericht in San Francisco, Amazon die als Preisabsprachen bezeichneten Praktiken bis zum Prozessauftakt zu untersagen. Die nun veröffentlichte Akte ist eine Version dieses Antrags, in der die zuvor geschwärzten internen Dokumente entfernt wurden.

Das Dokument zeigt, wie Amazon Marken mutmaßlich unter Druck setzte, andere Händler zu Preiserhöhungen zu bewegen. „Die im Rahmen der Beweisaufnahme gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass Amazon, seine Lieferanten und konkurrierende Einzelhändler Preisabsprachen treffen“, heißt es da. „Immer wieder, über Jahre und Produktkategorien hinweg, kontaktiert Amazon seine Lieferanten und weist sie an, die Preise auf den Websites der Konkurrenz zu manipulieren. Sollten die Lieferanten dieser Anweisung nicht Folge leisten, drohen sie mit schwerwiegenden Konsequenzen.“ Den Gerichtsdokumenten zufolge ließen sich Händler von Amazons Verhandlungsmacht einschüchtern und stimmten aus Angst vor Strafen Preiserhöhungen auf konkurrierenden Websites zu.

„So explizit und eklatant wird Preisabsprache selten schriftlich festgehalten“, sagte der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta gegenüber der US-Tageszeitung New York Times.

Die Akte dokumentiert die Geschäftspraktiken von Amazon mehr als einem Dutzend Fälle, in denen Amazon-Mitarbeiter Lieferanten kontaktierten, nachdem sie Produkte mit niedrigeren Preisen auf konkurrierenden Websites entdeckt hatten. Amazon versuchte demnach auf diese Weise, sich die besten Preise für eine breite Palette an Produkten zu sichern, darunter Levi’s-Bekleidung, Dünger, Augentropfen, tragbare Generatoren und Audio-Equipment.

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Amazon sieht sich zudem einer Klage wegen Kartellrechtsverstößen in mehreren Fällen durch die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission (FTC) und 17 US-Bundesstaaten gegenüber. Sie beschuldigen den Online-Händler der Benachteiligung von Drittverkäufern auf seiner Plattform Amazon Marketplace und der Aufrechterhaltung eines illegalen Monopols im Online-Handel durch die Bevorzugung eigener Produkte. Laut der Klage habe dies zu „künstlich überhöhten Preisen“ geführt.

Zudem wurde Amazon vorgeworfen, Kunden unwissentlich mittels sogenannter „Dark Pattern“-Technik zum Abschluss eines Amazon Prime-Abos verleitet und die Kündigung des kostenpflichtigen Dienstes für US-Kunden erschwert zu haben. Im Fall der untergeschobenen Prime-Abos einigte sich die FTC mit Amazon im September. Der Onlinehandelsriese sowie zwei verantwortliche Amazon-Manager akzeptieren einen Vergleich, in dessen Rahmen der Konzern eine Milliarde US-Dollar Strafe zahlt. Zusätzlich muss Amazon 1,5 Milliarden US-Dollar an übervorteilte US-Kunden zurückzahlen.

Die noch offenen FTC-Klagen sollen ab März verhandelt werden. Auch deshalb werde der Fall in Kalifornien laut der Nachrichtenagentur Bloomberg mit besonderer Spannung erwartet, da er ab Januar kommenden Jahres noch vor den anderen Verfahren verhandelt wird. Jedes dieser Verfahren könnte zur Zerschlagung von Amazons Einzelhandelsgeschäft führen, so Bloomberg.


(akn)



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KI von Siemens: Eigen-Agent automatisiert Ingenieuraufgaben


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Siemens hat auf der Hannover Messe den „Eigen Engineering Agent“ vorgestellt. Er soll komplexe Aufgaben in einzelne Schritte separieren und damit Aufgaben eigenständig planen und ausführen können. Der Name leitet sich tatsächlich vom deutschen Begriff ab, sich etwas zu eigen zu machen. Auch Assoziationen mit den Begriffen Eigenwert und Eigenvektor aus der linearen Algebra sind durchaus beabsichtigt.

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Der Eigen Engineering Agent erstellt laut Siemens Steuerungsprogramme, konfiguriert Anlagen und prüft Ergebnisse. Er arbeitet in bestehenden Engineering-Umgebungen und führt Aufgaben vollständig aus, statt nur Hinweise zu geben.

Laut Siemens sollen Fachkräfte mit dem Eigen-Agent Aufgaben im Ingenieursalltag zwei- bis fünfmal schneller erledigen als ohne. Auch die Qualität der Ergebnisse verbessere sich: Bevor die Ergebnisse dem Ingenieur gezeigt werden, überprüft der Eigen Engineering Agent alle Resultate.

Der Eigen Engineering Agent wurde laut Siemens mit mehr als 100 Unternehmen weltweit getestet. Dabei kam er unter anderem bei der Programmierung von Steuerungen, der Visualisierung von Bedienoberflächen und der Konfiguration von Geräten zum Einsatz.

Das System ist Teil der bestehenden Siemens-Plattform für industrielle Automatisierung, dem sogenannten TIA Portal (Totally Integrated Automation). Unternehmen sollen die neue Technik damit in ihre bestehenden Prozesse integrieren können, ohne komplett neue Systeme einführen zu müssen.

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Der Eigen Engineering Agent verbindet digitale Planung mit realer Umsetzung und kann so Prozesse in der Industrie direkt steuern und verbessern. Der Agent ist damit Teil der Siemens-Strategie, KI stärker in industrielle Anwendungen einzubinden.

Ingenieure sollen unterm Strich nicht mehr jede Aufgabe selbst ausführen müssen, sondern Ziele vorgeben, die die KI eigenständig umsetzt. Dadurch entfallen wiederkehrende Arbeiten, und die Produktivität steigt.


(akr)



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Bundeskanzler Merz: „Europäische KI-Regulierung erleichtern“


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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich zum Auftakt der Hannover Messe am Sonntagabend für eine Lockerung der europäischen Regeln für die industrielle Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) ausgesprochen. Damit kommt der Kanzler Forderungen aus der Industrie entgegen.

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„Gerade bei industriellen Anwendungen spielt KI eben eine sehr wichtige Rolle“, sagte Merz zur Eröffnung der weltgrößten Industriemesse am Sonntag in Hannover. „Ich werde mich dafür einsetzen, die europäische KI-Regulierung zu erleichtern und wenn möglich, industrielle KI aus dem gegenwärtigen, zu engen Korsett der KI-Regulierung der Europäischen Union herauszulösen.“

Erste Teile des europäischen „AI Act“ sind nach dreijährigen Verhandlungen im August 2024 in Kraft getreten. Die Verordnung setzt die Leitplanken für Risikobewertung, Sicherheit und Verbraucherschutz bei der Anwendung von KI. In Deutschland ist das Umsetzungsgesetz in der Mache, das unter anderem die Bundesnetzagentur als zuständige Aufsichtsbehörde bestimmt.

In den Jahren der Entstehung der Verordnung sei noch gar nicht abzuschätzen gewesen, wie KI heute eingesetzt wird, begründet Merz seinen Vorstoß. „So können wir es nicht machen, wie es einmal vor vielen Jahren noch nicht einmal in der Vorahnung der Dimension des Anwendungsbereichs der KI in Brüssel geplant war“, sagte der Kanzler.

„KI wird zu mehr Effizienz und Produktivität, zu optimiertem Ressourceneinsatz und vor allem zu reduzierten Kosten beitragen“, betonte Merz in Hannover. „Es wird so die Wettbewerbsfähigkeit industrieller Produktion stärken.“

Bei der Industrie rennt der Bundeskanzler damit offene Türen ein. Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) klagt nicht erst seit gestern über bürokratische Doppelregulierung und fordert eine Reform des AI Act im Hinblick auf die industrielle Anwendung von KI.

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„Die KI-Regulatorik im EU AI Act muss industrietauglicher werden“, erklärte ZVEI-Präsident Gunther Kegel im Vorfeld der Hannover Messe. „Nur so kann die hiesige Industrie ihre Stärken im globalen Wettbewerb ausspielen.“

Die Industrieverbände fordern von der Bundesregierung nun entschlossenes Handeln – auch angesichts der Folgen des Irankriegs für Energieversorgung und Lieferketten. Doch dürfe es nicht bei einem akuten Krisenmanagement bleiben, lautet der Tenor.

„Eine gute Politik zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts muss breitenwirksam angelegt sein“, forderte Bertram Kawlath, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). „An die Stelle von kurzfristigem Krisenmanagement müssen durchdachte, strukturelle Reformen treten, die dauerhafte Wachstumsimpulse schaffen.“

Von gravierenden strukturellen Problemen spricht der Bundesverband der Industrie (BDI). „Die Kosten am Standort sind schlicht zu hoch. Wir sind als Standort nicht mehr wettbewerbsfähig“, mahnt BDI-Präsident Peter Leibinger. Die Bundesregierung müsse sich bis zum Sommer auf ein Reformpaket einigen. „Was bisher verkündet wurde, ist enttäuschend, mutlos und geht am Thema vorbei.“

„Es braucht jetzt einen großen Wurf, keine Flickschusterei“, wiederholte auch ZVEI-Chef Kegel seine Mahnung auf der Eröffnungsfeier der Messe. Nötig seien niedrigere Steuern, ein schlankerer Sozialstaat, Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt und endlich ein spürbarer Bürokratieabbau. Die Unternehmen müssten ebenfalls ihren Beitrag leisten, betonte Kegel. „Auch wir, die Unternehmen, stehen im Obligo, unsere Hausaufgaben zu machen.“


(vbr)



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Machtwechsel bei Apple: Tim Cook übergibt an John Ternus


Tim Cook gibt den Chefposten bei Apple auf und übergibt am 1. September an Hardware-Chef John Ternus. Cook wechselt dann auf den Vorsitz des Verwaltungsrats, teilte Apple am späten Montagabend in Cupertino mit. Die Entscheidung des Verwaltungsrats sei einstimmig und wohlüberlegt gefallen, hieß es.

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Cook wird seinen Job noch über den Sommer ausfüllen, um eine geregelte Übergabe sicherzustellen. Als Vorsitzender des Verwaltungsrats soll er dem Unternehmen weiter in bestimmten Funktionen dienen und etwa die Beziehungen des Unternehmens zur Politik pflegen.

Dass Tim Cook, demnächst 65, den Spitzenjob bei Apple nicht mehr ewig machen würde, war bereits klar. Auch auf seinen Nachfolger hatte sich die Gerüchteküche bereits geeinigt. Dennoch ist der Rücktritt ein Paukenschlag und stellt eine weitere Zäsur in der Unternehmensgeschichte Apples dar.

Cook ist seit 1998 bei Apple und hat 2011 den CEO-Posten vom schwerkranken Gründer Steve Jobs übernommen. In seine Amtszeit fallen zahlreiche erfolgreiche Produkteinführungen wie die eigenen ARM-Prozessoren nicht nur für iPhone und iPad, sondern auch für inzwischen alle Macs. Johny Srouji, der bisher die Chipentwicklung führte, soll Ternus als Hardware-Chef nachfolgen.

„CEO von Apple zu sein und mit der Führung eines solchen außergewöhnlichen Unternehmens betraut zu werden war das größte Privileg meines Lebens“, sagte Cook. „John Ternus hat den Verstand eines Ingenieurs, die Seele eines Innovators und das Herz, mit Integrität und Ehre zu führen.“

Unter Cooks Führung hat sich Apple zu einem Billionen-Dollar-Unternehmen entwickelt. Die Börse reagierte zunächst gefasst auf die Nachricht, die an der Wall Street kaum noch für Überraschungen gesorgt haben dürfte.

Ternus, heute 50 Jahre alt, studierte an der renommierten University of Pennsylvania (Penn) Maschinenbau, wo er 1997 mit dem Grad eines Bachelor abschloss. 2001 kam er zu Apple und arbeitete dort an neuer Hardware. 2013 wurde er zum Abteilungsleiter der Hardwareentwicklung und zuständig für Macs, iPads und die Airpods.

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„Ich bin zutiefst dankbar für die Gelegenheit, Apples Mission weiterzuführen“, sagte Ternus. „Da ich fast meine gesamte Karriere bei Apple verbracht habe, hatte ich das Glück, unter Steve Jobs zu arbeiten und Tim Cook als meinen Mentor zu haben. Es war mir eine Ehre, die Produkte und Erlebnisse mitzugestalten, die die Art und Weise, wie wir mit der Welt und miteinander interagieren, so sehr verändert haben.“

Ab 2020 war Ternus auch für Apples wichtigstes Produkt zuständig: das iPhone. Mit dann 44 Jahren war er Apples jüngster Top-Manager, was viele Beobachter auf sein ruhiges Temperament zurückführen. Bloomberg beschrieb ihn 2024 in einem Porträt wie folgt: „Sehr zurückhaltend, schreibt nie etwas Kontroverses in E-Mails und trifft Entscheidungen sehr behutsam.“

Diesen ruhigen Führungsstil hat Ternus mit Cook gemein, sodass dieser ihn schon vor einem Jahr als guten Nachfolger nannte. Ende 2025 verdichteten sich die Gerüchte, dass Ternus Apples neuer CEO werden könnte.

Emotionslos ist Ternus jedoch keineswegs. Er stellte 2020 durchaus mit Begeisterung den Apple M1 vor – das SoC, das die gesamte Prozessor-Konkurrenz mit seiner Effizienz schockte. Jüngst oblag es auch ihm, das iPhone Air erstmals im Rahmen eines Apple-Events zu zeigen. Ganz in der Tradition von Steve Jobs, auf den Tim Cook folgte, stellte Ternus bei seinen Präsentationen – obwohl Ingenieur – vor allem den Nutzen der Produkte für die Kunden, nicht nur die Technik heraus.


(vbr)



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