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Künstliche Intelligenz

KI als Spiegel: Fehlende Bedeutung in Code und Architektur


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Programmieren ist längst weniger das Schreiben von Code als vielmehr das Verstehen von Systemen. Jede Codebasis wird weit öfter gelesen als erweitert. Und genau dort zeigt sich ein häufiges strukturelles Defizit: Das „Warum“ der Entscheidungen ist meist unsichtbar.

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Nicolai Wolko

Nicolai Wolko

Nicolai Wolko ist Softwarearchitekt, Consultant und Mitgründer der WBK Consulting AG. Er unterstützt Unternehmen bei komplexen Web- und Cloudprojekten und wirkt als Sparringspartner sowie Gutachter für CTOs. Fachbeiträge zur modernen Softwarearchitektur veröffentlicht er regelmäßig in Fachmedien und auf seinem Blog.

Wer ein bestehendes System analysiert – ob Mensch oder KI –, trifft zwar auf Klassen und Module, erkennt jedoch nicht unmittelbar, wie diese zusammenhängen und wofür sie stehen. KI-Modelle spiegeln dieses Problem besonders deutlich: Sie erkennen Muster, aber keine Herleitung. Eine aktuelle Übersichtsstudie aus dem Jahr 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass ein erheblicher Teil der Fehler in generiertem Code nicht syntaktischer Art ist, sondern logisch-semantischen Fehlannahmen unterliegt. Modelle folgen vorhandenen Strukturen. Wird die zugrunde liegende Bedeutung und Herleitung nicht sichtbar, dann halluzinieren sie – so wie auch Menschen raten oder recherchieren müssten.

Diese Beobachtung zeigt, dass wir Abstraktion perfektioniert, aber Verständlichkeit oft unterschätzt haben.

In der Rückschau wirkt die Geschichte der Softwareentwicklung wie ein kontinuierlicher Versuch, mentale Last zu reduzieren. Assembler verließ die Ebene direkter Maschinenbefehle, Hochsprachen entfernten Hardwaredetails, Frameworks umhüllten Komplexität mit wenigen Zeilen Code. Mit jedem Schritt rückte der Fokus weg vom „Wie“ und hin zum „Was“:


Die zunehmende Abstraktion in der Softwareentwicklung verschiebt den Fokus vom „Wie“ zum „Was“: Sie reduziert die syntaktische Last, erschwert aber den direkten Zugang zur fachlichen Bedeutung.

Die zunehmende Abstraktion in der Softwareentwicklung verschiebt den Fokus vom „Wie“ zum „Was“: Sie reduziert die syntaktische Last, erschwert aber den direkten Zugang zur fachlichen Bedeutung.

Die zunehmende Abstraktion in der Softwareentwicklung verschiebt den Fokus vom „Wie“ zum „Was“: Sie reduziert die syntaktische Last, erschwert aber den direkten Zugang zur fachlichen Bedeutung.

Doch die Entlastung ist ambivalent. Abstraktionen sparen Tipparbeit, erzeugen aber zusätzliche Interpretationsarbeit. Eine Funktion wie calculateTotal() versteckt Implementation, aber auch Bedeutung: Welches Total? Welche Regeln? Welche Domäne? Welche Ausnahmen? Eine Zeile Code wird zum mentalen Sprungbrett, das die Lesenden zwingt, das Unsichtbare zu rekonstruieren.

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Mit zunehmender Reife der Softwareentwicklung rückte eine neue Art der Schwierigkeit in den Mittelpunkt. Das Schreiben von Code wurde deutlich einfacher, doch das gemeinsame Verständnis der dahinter liegenden Bedeutung anspruchsvoller. Der entscheidende Engpass verlagerte sich von der technischen Umsetzung zur Semantik. Eric Evans beschrieb 2003 in seinem Buch „Domain-Driven Design“ erstmals konsequent, dass die eigentliche Herausforderung in der Softwareentwicklung in der vom Code repräsentierten Bedeutung liegt (vgl. Eric Evans: Domain-Driven Design: Tackling Complexity in the Heart of Software, Addison-Wesley, 2003).

Domain-driven Design (DDD) war ein Durchbruch, denn das Konzept verschob die Diskussion von implementierungsgetriebenen Strukturen hin zur fachlichen Semantik. Konzepte wie Ubiquitous Language, Bounded Contexts und Aggregates stärken das gemeinsame Verständnis über Begriffe und Abläufe. Damit macht DDD ein Problem sichtbar, das bis heute besteht: Bedeutung lässt sich modellieren, bleibt aber in vielen Systemen im fertigen Code nur indirekt erkennbar.

Neben DDD verfolgen auch andere Architekturprinzipien wie Clean Code dieselbe Kernidee: Code verständlich machen. Sie entstanden aus der Einsicht, dass die technische Struktur nur ein Teil des Problems, die eigentliche Hürde aber das Verstehen ist.

Diese Konzepte setzen jedoch voraus, dass das erforderliche fachliche Verständnis bereits vorhanden ist. Sie schaffen eine Struktur, die dieses Wissen abbildet, machen die zugrunde liegenden Entscheidungen im Code selbst aber nur begrenzt sichtbar.

Mentale Last entsteht überall dort, wo ein System Bedeutung nicht ausdrückt, sondern das Verständnis den Leserinnen und Lesern überlässt. Dieser Effekt ist gut untersucht.

Bei Untersuchungen mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) zeigte sich, dass Codeverständnis mit messbarer kognitiver Belastung einhergeht und dass diese Belastung je nach Verständlichkeit des Codes variiert. Fehlen Orientierung und Kontext, steigt der mentale Aufwand: Das Gehirn muss mehr kognitive Arbeit investieren, um Zusammenhänge herzustellen, die im Code nicht unmittelbar ersichtlich sind.

Scheinbare Banalitäten können schon messbare Auswirkungen haben, wie eine andere Studie zeigt, in der ausgeschriebene Wort-Identifier rund 19 Prozent schneller verstanden wurden als Kürzel oder Einzelbuchstaben.

In der Programmierpraxis zeigt sich mentale Last besonders deutlich in drei Situationen:

1. Unmarkierte Bedeutungswechsel

Beispiel: Ein Vorgang wandelt sich im Code von „Order“ zu „Booking“, ohne dass der Wechsel sichtbar wird. Für das Gehirn bedeutet das einen Kontextsprung. Es fehlt die semantische Markierung, die den Übergang verständlich macht.

2. Implizite Regeln

Beispiel: Ein Parameter darf nur in bestimmten Zuständen gesetzt werden. Das System läuft, aber es drückt nicht aus, welche Annahme gilt. Leserinnen und Leser kompensieren das durch mentale Simulation.

3. Struktur ohne semantische Orientierung

Beispiel: Technische Schichten trennen Abläufe, aber nicht Begriffe. Das Gehirn folgt dem Code, aber nicht dem fachlichen Gedankengang. Orientierung entsteht erst nach mehreren inneren Rekonstruktionsschritten.


Drei Quellen mentaler Last im Code mit einem gemeinsamen Muster: Der Code zeigt Struktur, aber kaum Bedeutung – das Gehirn muss die Lücken füllen.

Drei Quellen mentaler Last im Code mit einem gemeinsamen Muster: Der Code zeigt Struktur, aber kaum Bedeutung – das Gehirn muss die Lücken füllen.

Drei Quellen mentaler Last im Code mit einem gemeinsamen Muster: Der Code zeigt Struktur, aber kaum Bedeutung – das Gehirn muss die Lücken füllen.

Die Beispiele haben ein gemeinsames Muster: Der Code trägt syntaktische Struktur, nicht semantische Bedeutung.

Wie fügt sich nun künstliche Intelligenz (KI) in diese Betrachtungen? Die Geschichte der Softwareentwicklung hat große Fortschritte vom „Wie“ zum „Was“ gemacht. KI soll diesen Weg nun abschließen, indem sie ein Code-Interface in natürlicher Sprache gestaltet. Einstweilen gibt es hier aber noch spürbare Hürden.

Eine der faszinierendsten Eigenschaften von Large Language Models (LLMs) ist, dass sie den Kontext ihres Prompts spiegeln. Eine Studie aus dem Jahr 2023 hat untersucht, welche Arten von Codefehlern LLMs machen. Dabei zeigten sich wiederkehrende Fehlerklassen: falsche Annahmen und inkorrekte logische Richtung. Sprich: keine Syntaxpatzer, sondern Hinweise auf eine fehlende Entscheidungsspur im Kontext. Modelle reproduzieren Struktur, verfehlen aber häufig Bedeutung – ganz so wie es Menschen oft tun, wenn sie ohne Vorwissen in ein System stolpern.

Noch deutlicher wird dieser Effekt, wenn die Lesbarkeit bewusst verschlechtert wird. Bei obfuskiertem Code bricht die Leistung spürbar ein. Erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler können sich in solchen Fällen teilweise mit Erfahrung und analytischem Vorgehen behelfen, arbeiten dabei jedoch langsamer, unsicherer und mit höherem Fehlerrisiko. Hier wird sehr deutlich: Nimmt die Lesbarkeit ab, sinkt die Leistungsfähigkeit – bei Menschen wie auch bei KI-Modellen. Beide sind auf explizite Hinweise angewiesen, um Bedeutung zuverlässig zu erschließen.



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c’t-Webinar: Photovoltaik für Einsteiger | heise online


Selbst auf teilweise verschatteten Dächern oder als platzsparende Balkonkraftwerke für Mieter lohnt sich eine Photovoltaikanlage. Alle, die mehr Platz und eine gute Lage haben, freuen sich über höhere Erträge. Doch wer sich erstmals mit dem Thema auseinandersetzt, sieht sich schnell mit Fachbegriffen, widersprüchlichen Informationen und offenen Fragen konfrontiert. Dabei gestaltet sich der Einstieg einfacher als gedacht, sofern man die Grundlagen kennt.

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Hier setzt das c’t-Webinar „Photovoltaik für Einsteiger“ an: In einem zweistündigen Vortrag vermittelt Referent Georg Schnurer fundiertes und vor allem herstellerneutrales Basiswissen zur eigenen Solaranlage. Eine 45-minütige Fragerunde bietet Gelegenheit, offene Punkte zu klären.

Der Referent erklärt die unterschiedlichen Varianten von PV-Modulen und beleuchtet die Unterschiede zwischen Mikro- und Hybrid-Wechselrichtern. Sie erfahren, welche Technik sich für welches Einsatzszenario eignet und wie Sie die passende Speichergröße für Ihr Projekt ermitteln. Auch die wichtige Frage, ob sich die Anschaffung eines Speichers finanziell lohnt, wird beantwortet.

Das Webinar behandelt zudem die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen und geht auf die sich ständig ändernden rechtlichen Rahmenbedingungen für privat betriebene PV-Anlagen ein. So erhalten Sie einen umfassenden Überblick über alle relevanten Aspekte.

Das Webinar richtet sich gezielt an Personen, die sich bisher nicht mit einer eigenen Photovoltaikanlage beschäftigt haben. Eine individuelle Beratung durch einen Energieberater ersetzt es zwar nicht, es schafft jedoch eine solide Wissensbasis für alle weiteren Schritte.

  • Datum: 12. März 2026
  • Uhrzeit: 17:00 bis 20:00 Uhr
  • Kosten: 69,00 Euro

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Für die Teilnahme am Livestream genügt ein aktueller Browser. Teilnehmer haben die Möglichkeit, Fragen über einen Chat zu stellen. Diese werden im Laufe des Webinars aufgegriffen und beantwortet. Weitere Informationen zur Veranstaltung sowie Details zur Anmeldung finden Sie auf der Seite zum c’t-Webinar.


(abr)



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Deutsche Bahn liegt weiter hinter Pünktlichkeitszielen


Die Deutsche Bahn fährt ihrem selbstgesetzten Pünktlichkeitsziel weiter hinterher. Wie der Konzern auf seiner Webseite mitteilte, wurden im Februar 59,4 Prozent aller Fernverkehrshalte pünktlich erreicht. Das waren 7,3 Prozentpunkte mehr als im Januar. Für das gesamte Jahr 2026 hat Bahnchefin Evelyn Palla eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 60 Prozent ausgegeben. Laut Bahn-Angaben sind die Februar-Zahlen vorläufige Werte.

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Als verspätet gilt ein Zug nach Bahn-Definition ab einer Verzögerung von sechs Minuten. Als Gründe für die vielen Verspätungen nennt die Bahn zumeist die vielen Baustellen im maroden Schienennetz sowie die überlasteten Fernverkehrsknoten, vor denen sich Züge immer wieder stauen.

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Schnellladesäulen an Autobahnen: Ausschreibung notwendig


Der Bau von Schnellladesäulen an Autobahnen darf nicht ohne Ausschreibung und Vergabeverfahren erfolgen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf rechtskräftig entschieden (Az.: VII Verg 29/22).

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Nach Angaben des Gerichts hatte die Autobahn GmbH des Bundes im April 2022 die bestehenden Konzessionsverträge mit der Tank & Rast GmbH sowie der Ostdeutsche Autobahntankstellen GmbH erweitert. Die Ergänzungsvereinbarung sah vor, dass die Betreiber zusätzlich Schnellladeinfrastruktur für E-Autos an Raststätten bereitstellen dürfen. Ein Vergabeverfahren hatte es dafür nicht gegeben.

Dagegen waren der Ladeinfrastruktur-Betreiber Fastned sowie zunächst auch Tesla vorgegangen. Der Vergabesenat des OLG hatte den Fall dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt. Dieser hatte entschieden, dass eine wesentliche Änderung des Konzessionsvertrags vorliege und damit ein Vergabeverfahren erforderlich sei.

Daraufhin kam das OLG Düsseldorf nun zu dem Schluss, dass das Recht, Tankstellen für Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselantrieb zu betreiben, nicht automatisch den Betrieb von Schnellladesäulen für Elektrofahrzeuge umfasst.

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