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KI-Update Deep-Dive: Deutschlands Weg zur KI-Infrastruktur


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Rechenzentren sind der Motor der aktuellen KI-Entwicklung, doch der Wettbewerb ist hart. Während US-Konzerne wie Amazon, Google, Meta und Microsoft zusammen rund 650 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investieren wollen – eine Summe, die den deutschen Bundeshaushalt übersteigt – stellt sich die Frage, wie Deutschland in diesem Feld mithalten kann. Eine Antwort darauf soll der Bau heimischer Rechenzentren sein. Eines davon wurde in diesem Monat von der Telekom in München eröffnet. Christof Windeck, Redakteur beim c’t Magazin, war vor Ort und gibt in der neuen Folge des KI-Updates einen Einblick in die Pläne für den Standort Deutschland und die damit verbundenen Herausforderungen.

Die Telekom wirbt damit, dass Daten, die Kunden in dieser souveränen, deutschen KI-Cloud verarbeiten, vor dem Zugriff ausländischer Behörden geschützt seien. Das Rechenzentrum, das in Kooperation mit dem Chiphersteller Nvidia betrieben wird, soll im Endausbau mit rund 10.000 KI-Beschleunigern ausgestattet sein. Laut Telekom entspreche das dann „ungefähr 50 Prozent der gesamten KI-Rechenleistung, die derzeit in Deutschland verfügbar ist“, sagt Windeck. Das zeige jedoch vor allem, wie wenig öffentlich buchbare KI-Rechenleistung es in Deutschland bisher gibt.


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Eine weitere Besonderheit ist der Standort. Das Rechenzentrum wurde in nur sechs Monaten in einem bestehenden, sechsstöckigen Keller eines ehemaligen Bankgebäudes im Münchner Tucherpark errichtet. Gekühlt wird es unter anderem mit Wasser aus dem nahegelegenen Eisbach, sagt Windeck. Ein Wehr staut den Eisbach, um das Kühlwasser für das unterirdische Rechenzentrum zu entnehmen, wobei gesetzliche Vorgaben zum Schutz der Umwelt eingehalten würden.

Die Telekom und Nvidia zielen mit dem Angebot nach eigener Aussage auf „Industrial AI“. Es gehe also nicht darum, große Sprachmodelle wie die von OpenAI zu entwickeln, sondern KI-Leistung für Industriepartner bereitzustellen. „Für diese europäischen oder auch deutschen Hersteller, die das mal nutzen sollen, kann eben auch diese digitale Souveränität sehr wichtig sein“, meint der c’t-Redakteur. Als möglicher Kunde war etwa Siemens bei der Eröffnung vertreten. Ein bereits konkretes Projekt ist die Initiative Soofi, die das Rechenzentrum für die Entwicklung eines souveränen europäischen Sprachmodells nutzen will. Dieses LLM soll europäischen Unternehmen als Basis für eigene KI-Anwendungen dienen. Im Vergleich zu anderen großen Sprachmodellen wie OpenAIs GPT-4 ist es aber deutlich kleiner mit nur einem Bruchteil der Parameter.

Ein zentrales Problem, das Windeck erklärt: „Es gibt einfach die Nachfrage in Europa überhaupt nicht.“ Viele deutsche Unternehmen seien noch zurückhaltend. Der Telekom-Vorstandsvorsitzende Tim Höttges habe bei der Eröffnung betont, man gehe bewusst „in Vorleistung“, um ein souveränes Angebot zu schaffen, nachdem sich viele Kunden über die Abhängigkeit von US-Anbietern beklagt hatten.

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Laut Windecks Einschätzung verfolgt die Telekom mit dem schnellen Aufbau des Rechenzentrums auch ein strategisches Ziel: „Mit diesem Rechenzentrum bewirbt sich die Telekom natürlich“ um Fördermittel aus dem Programm der „European AI Gigafactories“, mit dem die EU den Aufbau von KI-Infrastruktur unterstützen will. „Mindestens eine muss nach Deutschland kommen“, zitiert Windeck den Telekom-Chef.

Im Vergleich zu anderen geplanten Projekten in Deutschland, wie dem der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) im brandenburgischen Lübbenau mit 200 Megawatt, oder gar in den USA, wo von mehreren Gigawatt die Rede ist, sei das Münchner Rechenzentrum mit einer geplanten Leistung von bis zu 20 Megawatt eher klein. Zudem bauen auch die großen US-Anbieter wie Microsoft und Amazon ihre Kapazitäten in Deutschland massiv aus.

Das Konzept der „Industrial AI“ für spezialisierte Anwendungen im deutschen Mittelstand klingt zwar vielversprechend. Doch ob die Investitionen in die teure Infrastruktur sich am Ende auszahlen, ist ungewiss. Das grundlegende Problem fasst Christof Windeck zusammen: „Es bleibt eigentlich so, dass man nicht genau weiß, wer wie wirklich Geld damit verdienen kann, weil man noch nicht genau weiß, wer wie was tatsächlich dafür bezahlt.“ Solange erfolgreiche Anwendungsfälle und Geschäftsmodelle im Verborgenen bleiben, wird die Zukunft der souveränen KI-Infrastruktur in Deutschland ein Wettlauf mit vielen Unbekannten bleiben.


(igr)



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Weniger zahlen bei miesem Handynetz: Staat legt Regeln fest


Bei besonders schlechtem Handynetz können Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher künftig Tests durchführen, um vorzeitig aus dem Vertrag herauszukommen oder um weniger zu zahlen. Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur gab die Bundesnetzagentur bekannt, dass sie am Mittwoch eine entsprechende Verfügung publiziert.

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Es geht um das sogenannte Minderungsrecht, das eigentlich schon seit Dezember 2021 gilt. Bislang fehlten aber die dazugehörige Verordnung, um sich auf dieses Recht berufen zu können, und rechtsverbindliche Tests. Das ändert sich nun. Von Montag an können Verbraucher Messungen über eine App durchführen, um die Defizite nachzuweisen.

Bei Mobilfunk-Verträgen steht in den dazugehörigen Produktinformationsblättern, wie hoch der geschätzte Maximalwert der Datenübertragung ist. Liegen „erhebliche, kontinuierliche und regelmäßig wiederkehrende Abweichungen bei der Geschwindigkeit“ zwischen der tatsächlichen und der vom Anbieter angegebenen Leistung vor, so greift der Rechtsanspruch. Jetzt legt die Bundesnetzagentur den Messkatalog fest.

Das sei längst überfällig, monieren Verbraucherschützer. Denn den Entwurf für die Verfügung hatte die Behörde schon im Jahr 2024 gemacht. Dem damaligen Papier zufolge soll die Schwelle auf dem Land bei 10 Prozent liegen: Wer also in einem Dorf wohnt und dort immer wieder weniger als 10 Prozent der vertraglich versprochenen Maximalleistung bekommt, hat Anspruch auf Minderung.

Wie hoch die Preisminderung genau ist, muss jeder mit seinem Provider klären und notfalls vor Gericht ziehen. In Gebieten mit mittlerer Bevölkerungsdichte liegt die Schwelle laut Vorschlag der Netzagentur von 2024 bei 15 Prozent und in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte bei 25 Prozent. Insgesamt 30 Messungen an fünf verschiedenen Tagen sind nötig, durchgeführt in der Breitbandmessung-App der Bundesnetzagentur. Laut Verfügungsentwurf von 2024 muss diese Schwelle an drei Tagen mindestens einmal erreicht werden – tut sie das nicht, greift der Rechtsanspruch. Wie hoch die finalen Vorgaben sind, klärt sich nun mit der Publikation des Regelwerks.

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Verbraucherschützer sehen das Minderungsrecht grundsätzlich positiv, die 2024 vorgeschlagenen Anforderungen halten sie aber für zu lasch. „Im schlimmsten Fall müssen Mobilfunkanbieter lediglich zehn Prozent der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit liefern, ohne dass dies Konsequenzen hat“, sagt Felix Flosbach von der Verbraucherzentrale NRW. „Das ist aus Sicht der Verbraucherzentrale NRW kein ausgeglichenes vertragliches Verhältnis mehr zwischen Anbietern und Kunden.“

Im Festnetz gibt es ebenfalls ein Minderungsrecht, die hierfür nötigen Messungen können seit 2022 durchgeführt werden. Die Erfahrungen zeigten, dass die Anbieter meistens am längeren Hebel sitzen, sagt Verbraucherschützer Flosbach. „Minderungsansprüche werden kleingerechnet und es gibt für die Betroffenen keine wirklichen Alternativen.“

Das sei im Mobilfunkbereich anders. „Nach einer aufwendigen Messung können Betroffene nun endlich mindern oder nach Ablauf einer Nachbesserungsfrist kündigen“, sagt Flosbach. „Gerade im Mobilfunkbereich gibt es Netzalternativen, die je nach Standort eine bessere Leistung versprechen.“

Flosbach wertet besonders das Sonderkündigungsrecht als hilfreich für Verbraucher. „Wenn ich einen Handyvertrag unterschreibe und dann feststelle, dass der Provider bei mir daheim auf dem Land nur sehr schlechtes Netz bietet, dann kann ich dank Minderungsrecht schnell wechseln zu einem anderen Handynetz-Anbieter.“

Vertreter der Telekommunikationsbranche bekommen bei dem Thema schlechte Laune. Der politisch beschlossene Minderungsanspruch im Mobilfunk sei „kaum praxistauglich“, moniert der Geschäftsführer des Branchenverbandes VATM, Frederic Ufer. Das Messverfahren sei kompliziert und eher abschreckend.

Es könne die vielen unterschiedlichen Mess-Situationen nie vollständig korrekt dokumentieren, zumal die Ergebnisse durch äußere Umstände verfälscht werden können, moniert Ufer. Die Branche habe erhebliche Zweifel an der Belastbarkeit der Ergebnisse. „Unter dem Strich kann ein gesetzlich verankerter Minderungsanspruch kein praxistaugliches Instrument für mehr Verbraucherschutz sein, sondern er bleibt lediglich ein weiteres bürokratisches Ungetüm.“

Eine Sprecherin der Deutschen Telekom berichtet, ihre Firma erhalte derzeit nur relativ wenige Messprotokolle zu dem bereits geltenden Festnetz-Minderungsanspruch. Jeder Fall werde sorgfältig geprüft.

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(afl)



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Warnung vor Attacken auf 17 Jahre alte Excel-Lücke


Die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA warnt erneut vor derzeit beobachteten Angriffen auf Schwachstellen. Nun haben Angreifer eine offenbar seit 17 Jahren bekannte Sicherheitslücke in Excel sowie eine junge Schwachstelle in Microsofts SharePoint im Visier.

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In der Warnung nennt die CISA lediglich die angegriffenen Schwachstellen. Dass jetzt eine Sicherheitslücke in Microsoft Excel 2000 SP3, 2002 SP3, 2003 SP3 und 2007 SP1 sowie Excel-Viewern, im Kompatibilitätspack für Word-, Excel- und PowerPoint-2007-Dateiformate und in Office 2004 und 2008 für Mac angegriffen wird, überrascht. Microsoft hat sie 2009 mit Updates geschlossen. Sie erlaubt Angreifern, mit manipulierten Excel-Dokumenten Schadcode einzuschleusen – was bereits im Februar 2009 durch den Trojaner Trojan.Mdropper.AC geschah (CVE-2009-0238, CVSS2 9.3, Risiko „hoch“).

Die zweite im Internet angegriffene Sicherheitslücke betrifft Microsofts SharePoint-Server. Unzureichende Eingabeprüfungen ermöglichen unbefugten Angreifern, Spoofing-Angriffe über das Netzwerk auszuführen. Diese Schwachstelle bessert ein Softwareflicken zum April-Patchday von Microsoft aus der Nacht zum Mittwoch aus (CVE-2026-32201, CVSS 6.5, Risiko „mittel“).

Wie es möglich ist, derart alte Sicherheitslücken überhaupt anzugreifen, scheint unverständlich. Schließlich bedeutet das, dass da 17 Jahre alte Systeme laufen, die keine Sicherheitsupdates erhalten. Das scheint jedoch häufiger der Fall zu sein. Am Dienstag dieser Woche warnte die CISA bereits vor Angriffen auf Microsofts Visual Basic für Applications (VBA). Die wurde 2012 bekannt und bereits damals von Angreifern ausgenutzt und steht jetzt ebenfalls erneut auf der Liste von Cyberkriminellen.

IT-Verantwortliche sollten daher dringend sicherstellen, dass die eingesetzte Software auf aktuellem Stand ist.


(dmk)



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US-Routerverbot: Ausnahmegenehmigung für Netgear – ohne Pläne für US-Produktion


Die US-Kommunikationsaufsicht FCC hat Netgear eine Ausnahmegenehmigung vom Routerverbot erteilt, obwohl der US-Hersteller in Asien fertigen lässt und auch keine Pläne vorgelegt hat, daran etwas zu ändern. Laut der Federal Communications Commission hat das Pentagon für eine Reihe der Produkte von Netgear eine bedingte Zulassung erteilt, weshalb die Freigabe erteilt worden sei. Die gilt demnach bis zum 1. Oktober 2027. Sollten keine weiteren Ausnahmen vom eigentlich vollständigen Verkaufsverbot erteilt werden, hätte Netgear damit de facto ein Monopol auf den Verkauf von Routern und Modems in den Vereinigten Staaten.

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Für die Kehrtwende der FCC musste Netgear augenscheinlich keine der ursprünglich geforderten Zugeständnisse machen, die Hintergründe sind aktuell noch unklar. Ende März hatte die FCC völlig unerwartet erklärt, ab sofort keine neuen Router für den Verbrauchermarkt zuzulassen, sofern die nicht in den USA hergestellt sind. Solche Router gibt es aber nicht, weshalb es sich de facto um ein umfassendes Routerverbot gehandelt hat. Bereits genehmigte Routermodelle durften zwar weiterhin verkauft und vorhandene Exemplare weiter genutzt werden. Sie sollen aber nur noch bis zum 1. März 2027 Sicherheitsupdates bekommen. Als Begründung hatte die FCC behauptet, ausländische Verbraucherrouter stellten ein „inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit“ dar.

Zwar hatte die FCC eine Hintertür offengelassen, mögliche Ausnahmegenehmigungen wurden aber an so hohe Auflagen geknüpft, dass sich das nur wenige Hersteller antun dürften. So sollte für jedes Modell ein eigener Antrag erforderlich sein, in dem eine umfangreiche Dokumentierung verlangt wurde. Weder von Netgear noch von der FCC gibt es nun einen Hinweis darauf, dass der US-Hersteller diese Vorgabe erfüllt hat. Gefordert wurde zudem ein „detaillierter, zeitlich verpflichtender Plan zur Etablierung oder Erweiterung der Produktion in den USA“. Öffentlich gibt es einen solchen von Netgear aber nicht, und auch in der obligatorischen Mitteilung an die US-Börsenaufsicht ist davon keine Rede.


(mho)



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