Apps & Mobile Entwicklung
Meta, Google und OpenAI: Immer mehr Spitzenkräfte gehen und gründen eigene KI-Startups
Für immer mehr KI-Spitzenkräfte wird es offenbar lukrativer, den bisherigen Arbeitgeber zu verlassen und ein eigenes Startup zu gründen. Neben den teils enormen Finanzierungsrunden spielt dabei auch die Möglichkeit eine zentrale Rolle, die strategische Ausrichtung und die Forschung eigenständig festzulegen.
Von kleinen Startups und großen Geldsummen
Laut einem Bericht von CNBC ist die Abwanderung bei Google, Meta und OpenAI besonders ausgeprägt. Dank der hohen Investitionsbereitschaft können junge Unternehmen nicht selten bereits wenige Monate nach ihrer Gründung Finanzierungen in Höhe von mehreren hundert Millionen US-Dollar oder mehr einsammeln. Der entscheidende Vorteil liegt dabei in der unternehmerischen Freiheit, den eingeschlagenen Kurs selbst zu bestimmen.
So gab der ehemalige Google-DeepMind-Forscher David Silver am Montag bekannt, für sein erst wenige Monate altes Startup Ineffable Intelligence eine Startfinanzierung in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar erhalten zu haben. Auch Tim Rocktäschel, ebenfalls zuvor bei DeepMind tätig, soll Berichten zufolge bis zu eine Milliarde US-Dollar für sein neues Unternehmen Recursive Superintelligence erhalten haben. Advanced Machine Intelligence (AMI), das neue Startup des ehemaligen Chef-KI-Entwicklers von Meta, Yann LeCun, steht diesen Summen in nichts nach: In einer Finanzierungsrunde Anfang März konnte das Unternehmen eine Milliarde US-Dollar für die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz einsammeln, die ein Verständnis der physikalischen Welt erreichen soll.
Immer mehr Experten zieht sich von großen Arbeitgebern zu kleinen Startups
Diese Entwicklung ist keineswegs neu. Bereits im vergangenen Jahr konnten junge Startups, gegründet von ehemaligen Mitarbeitern von OpenAI, DeepMind, Anthropic und xAI, innerhalb kürzester Zeit Finanzierungen in dreistelliger Millionenhöhe sichern. Gleichzeitig wechselten zahlreiche Fachkräfte aus ihren früheren Unternehmen zu den neuen Gründungen, da die umfangreichen Mittel es erlaubten, gezielt erfahrene Spezialisten einzustellen. „Der Wettlauf um die Vorherrschaft im KI-Bereich unter den größten KI-Labors hat eine Lücke für kleinere, agilere Unternehmen geschaffen“, erklärte Elise Stern, Geschäftsführerin des französischen VC-Unternehmens Eurazeo, das AMI Labs unterstützt hat, gegenüber CNBC.
An dem Forschen, was die Leidenschaft dafür ausmacht
Stern sieht einen wesentlichen Erfolgsfaktor kleiner Startups darin, dass sich die großen Marktführer zunehmend auf einen engen Wettbewerb konzentrieren und dadurch andere Forschungsfelder vernachlässigt werden. Diese würden nicht aus mangelnder Relevanz zurückgestellt, sondern weil sie im direkten Wettlauf keine kurzfristigen Vorteile bieten. Dadurch entstehe ein Vakuum, das kleinere Akteure gezielt ausfüllen können. Laut Dealroom investierten Risikokapitalgeber allein im vergangenen Jahr 18,8 Milliarden US-Dollar in KI-Startups, die erst seit Anfang 2025 gegründet wurden, während Unternehmen mit Gründungsdatum Anfang 2024 sogar 27,9 Milliarden US-Dollar einsammeln konnten.
Alexander Joël-Carbonell, Partner bei HV Capital, das ebenfalls in AMI Labs investiert hat, erklärte in dem Bericht, dass die zunehmende Fokussierung großer Unternehmen auch darauf zurückzuführen sei, ihre hohen Bewertungen rechtfertigen zu müssen und in zentralen Disziplinen nicht zurückzufallen. Dies schränke die Freiheiten von Spitzenforschern ein. „Innerhalb der großen Grundlagenforschungslabore lässt der Druck, Benchmark-Leistungen zu erbringen und schnelle Release-Zyklen aufrechtzuerhalten, nur wenig Raum für wirklich explorative Forschung, insbesondere außerhalb des vorherrschenden LLM-Paradigmas“, fügte er hinzu. Zudem mehren sich laut Einschätzung des Investors Zweifel unter KI-Forschern, ob eine weitere Skalierung großer Sprachmodelle (LLM) ausreicht, um die nächste Entwicklungsstufe der KI-Fähigkeiten zu erreichen.
Finanzielle Basis wackelt immer mehr
Auch innerhalb der etablierten Unternehmen rücken finanzielle Fragen zunehmend in den Fokus. So berichtete das Wall Street Journal, dass OpenAI interne Zielmarken beim Nutzer- und Umsatzwachstum verfehlt hat. Infolgedessen wächst innerhalb des Unternehmens die Unsicherheit, ob sich die geplanten Investitionen der kommenden Jahre tatsächlich finanzieren lassen.
Apps & Mobile Entwicklung
Alarmstufe Rot: Google schließt 28 teils kritische Lücken in Chrome 149

Google hat mit Chrome 149 ein Update für seinen Browser veröffentlicht. Die Entwickler schließen darin 28 Schwachstellen, die überwiegend als hochriskant eingestuft werden, teilweise aber sogar als kritisch gelten. Angesichts des Gefährdungspotenzials wird die zeitnahe Installation der neuen Version dringend empfohlen.
Mehrere Komponenten betroffen
Die entdeckten Sicherheitslücken in der Anwendung reichen von Use-after-free-Fehlern in verschiedenen Komponenten, bei denen weiterhin auf bereits freigegebene Speicherbereiche zugegriffen wird, über eine unzureichende Validierung nicht vertrauenswürdiger Eingaben im Bereich der Barrierefreiheit bis hin zu Fällen von Insufficient Policy Enforcement, bei denen Sicherheitsrichtlinien nicht konsequent genug durchgesetzt werden.
Die meisten dieser Schwachstellen werden als hochriskant eingestuft, fünf davon gelten sogar als kritisch und damit als besonders gefährlich. Angreifer könnten einige dieser Lücken ausnutzen, um schadhaften Code einzuschleusen und darüber sensible Daten abzugreifen oder im schlimmsten Fall die vollständige Kontrolle über ein betroffenes System zu erlangen.
Weitere Informationen will Google wie üblich erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen. Dies geschieht aus Sicherheitsgründen, um Nutzern ausreichend Zeit für die Installation der neuen Version einzuräumen und Angreifern keine zusätzlichen Informationen für mögliche Angriffe bereitzustellen.
Eine detaillierte Übersicht der einzelnen Sicherheitslücken liefern die Release Notes.
Korrigierte Version ab sofort verfügbar
Aufgrund der Gefährdungslage wird die Installation des Updates dringend empfohlen. Google stellt dafür Chrome in Version 149.0.7827.114/.115 für Windows und macOS bereit, Linux-Nutzer erhalten Version 149.0.7827.114. Die meisten Nutzer dürften bereits eine entsprechende Update-Benachrichtigung erhalten haben, alternativ kann die neue Version wie gewohnt auch über den Link am Ende dieser Meldung aus dem Download-Bereich von ComputerBase bezogen werden.
Auch für Android steht mit Version 149.0.7827.114 bereits eine korrigierte Chrome-Ausgabe über den Play Store zum Download bereit. Erfahrungsgemäß dürften bereinigte Versionen für iOS sowie Chromium-basierte Browser wie Microsofts Edge in den kommenden Tagen folgen.
Downloads
-
3,0 Sterne
Google Chrome ist der meistgenutzte Browser, bietet aber keinen nennenswerten Tracking-Schutz.
- Version 149.0.7827.114/.115 Deutsch
- Version 150.0.7871.13 Beta Deutsch
- Version 109.0.5414.120 Deutsch
Apps & Mobile Entwicklung
Patent-Trolle: TSMC in den USA von zwei irischen Firmen angezählt

Patent-Trolle haben es auf TSMC in den USA abgesehen. Zwei irische Firmen nutzen dafür unter anderem Know-How von UMC, welches vor vielen Jahren einmal erworben wurde. Wie üblich sind hunderte Millionen an Forderungen oder Blockaden im Spiel, die U.S. International Trade Commission (ITC) untersucht noch, Taiwan unterstützt TSMC.
Longitude Licensing und Marlin Semiconductor haben die Untersuchungen angestrengt, die ITC geht den Anschuldigungen nun nach. Sowohl Longitude als auch Marlin operieren unter IPValue Management, im Mai dieses Jahres hat wiederum das darüberstehende Unternehmen Vector Capital IPValue an die Fortress Investment Group verkauft. Fortress wiederum ist ein richtig alter bekannter „Patent-Troll“, mit dem nahezu jede große Firma bereits zu tun hatte.
Vor allem scheint sich dabei mit den erworbenen Patenten von UMC im Jahr 2021 Geld machen zu lassen, hoffen die Firmen. Schon in den letzten Jahren verklagten Longitude Licensing und Marlin Semiconductor unzählige Firmen in loser Reihenfolge. Nun ist TSMC an der Reihe. Auch TSMC soll in modernen Fertigungsprozessen auf die Entwicklungen von UMC zurückgegriffen haben, heißt es in den Anschuldigungen.
In den USA bekommen sie dabei Unterstützung von einigen Senatoren, die eine harte Linie gegenüber TSMC fahren wollen. Sollten US-Patente verletzt worden sein, sollen Chips aus Übersee nicht mehr in die USA kommen, heißt es dort. Nur weil Firmen strategisch wichtig sind, sollen sie keine spezielle Behandlung erhalten, führen sie ihre Argumentation fort. Dass die republikanischen Senatoren gern medial wirksam harte Linien fahren ist nicht Neues, zudem stehen am 3. November die Midterms in den USA an.
TSMC hat bisher nicht offiziell auf die Anschuldigungen reagiert, Taiwans Economic Ministry hat bereits Unterstützung zugesagt. Die ITC soll noch im Juni eine erste Einschätzung abgeben, im Oktober dann ein finales Urteil fällen. Erst dann könnte es zu einer echten Klage und einem Gerichtstermin kommen.
Apps & Mobile Entwicklung
Plantation Simulator: Bundesnetzagentur ermittelt gegen Steam

Die Bundesnetzagentur hat Ermittlungen gegen Steam eingeleitet. Geprüft wird, ob die Spieleplattform Meldungen und Beschwerden zum umstrittenen „Plantation Simulator“ entsprechend den Vorgaben des Digital Services Act bearbeitet hat. Am Ende des Verfahrens könnte ein Bußgeld stehen.
Zuständig für die Untersuchung ist der bei der Bundesnetzagentur angesiedelte Digital Services Coordinator, kurz DSC. Die Behörde geht der Frage nach, ob Steam ein ausreichend zugängliches Verfahren zur Meldung möglicherweise rechtswidriger Inhalte bereitgestellt und eingegangene Hinweise unverzüglich sowie sorgfältig geprüft hat.
Den Ermittlungen vorausgegangen waren Erkenntnisse der französischen Regulierungsbehörde Arcom. Diese wurden an den deutschen DSC weitergeleitet. Deutschland ist für das Verfahren zuständig, weil Steam seinen gesetzlichen Vertreter innerhalb der Europäischen Union hierzulande benannt hat.
Spiel löste internationale Proteste aus
Auslöser des Verfahrens ist der „Plantation Simulator“. In seiner ursprünglichen Fassung simulierte das Spiel den Betrieb einer historischen Plantage. Dabei konnten Spieler die Produktivität steigern, indem sie die als Arbeitskräfte eingesetzten schwarzen Sklaven auspeitschen ließen. Nach der Veröffentlichung kam es international zu Protesten und öffentlicher Kritik.
Steam ließ nach Angaben der Bundesnetzagentur jedoch nicht erkennen, ob das Unternehmen den Inhalt des Spiels geprüft, eine Entscheidung getroffen und die Nutzer über diese Entscheidung informiert hatte. Der Entwickler veränderte das Spiel im weiteren Verlauf zunächst und ließ es später vollständig von Steam entfernen.
Damit ist das Verfahren für die Behörde allerdings nicht erledigt. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, ob ein bestimmtes Spiel weiterhin angeboten wird. Stattdessen soll geklärt werden, ob Steam grundsätzlich die im Digital Services Act festgelegten Sorgfaltspflichten erfüllt.
Ob die Inhalte des Spiels tatsächlich rechtswidrig waren, ist ebenfalls nicht Gegenstand einer abschließenden Bewertung durch die Bundesnetzagentur. Eine solche Entscheidung könnten nur die zuständigen Gerichte treffen. Plattformen müssen Meldungen über möglicherweise rechtswidrige Inhalte jedoch unabhängig davon entgegennehmen, prüfen und über das Ergebnis informieren.
Steam kann zu den Vorwürfen Stellung nehmen
Steam erhält nun Gelegenheit, auf die Vorwürfe zu reagieren. Stellt die Bundesnetzagentur Verstöße gegen den Digital Services Act fest, kann sie das Unternehmen dazu verpflichten, diese abzustellen und konkrete Maßnahmen anordnen. Daneben ist die Verhängung eines Bußgeldes möglich.
Der Digital Services Coordinator überwacht in Deutschland die Einhaltung des Digital Services Act durch Online-Plattformen und andere Vermittlungsdienste. Zugleich dient er Nutzern als zentrale Beschwerdestelle und koordiniert die Zusammenarbeit mit deutschen sowie europäischen Behörden.
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateniPhone Fold Leak: Apple spart sich wohl iPad‑Multitasking
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
JBL Bar 1300MK2 im Test: Soundbar mit Dolby Atmos, starkem Bass und Akku‑Rears
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenOscars 2026: Was die heise‑Leser anders entschieden hätten
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenEmpfehlungsalgorithmen bei TikTok erklärt: Die Maschine hinter dem Endlos‑Feed
-
Social Mediavor 3 MonatenVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenWeitere Entlassungswelle bei Disney: Bis zu 1000 Mitarbeiter betroffen
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten„Don’t Starve Elsewhere“: Survival‑Hit kehrt nach zehn Jahren zurück
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonateniX-Workshop Angriffsziel lokales AD − Schwachstellen finden und beheben
