Künstliche Intelligenz
Nordsee soll „größter Energie-Hub der Welt“ werden
Deutschland und andere Anrainerstaaten der Nordsee wollen den Ausbau von Windenergie-Anlagen vor den Küsten vorantreiben. In einer Hamburger Erklärung von Staats- und Regierungschefs zum Nordsee-Gipfel heißt es, die Nordsee solle „zum weltgrößten Drehkreuz“ für saubere Energie gemacht werden. Vor allem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Windparks soll gestärkt werden. Das soll den Ausbau effizienter machen und Kosten senken.
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Bundeskanzler Friedrich Merz sagte: „Die Beschlüsse, die wir heute hier in Hamburg getroffen haben, werden unsere Energieversorgung sicherer, kostengünstiger und integrierter machen.“ Unterzeichnet wurde die Erklärung von Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Dänemark, Norwegen, Frankreich, Großbritannien sowie Irland und Luxemburg.
Investitionspakt soll Europa unabhängiger machen
Der Ausbau der Windkraft in der Nordsee soll Europa auch unabhängiger von anderen Energielieferungen machen. In Hamburg schlossen die Nordsee-Anrainerländer einen Investitionspakt mit der Windindustrie und den Netzbetreibern. Bedingungen für Investitionen sollen verbessert werden. Geplant sind Windparks mit einer Stromanbindung an mehr als ein Land. Die Nordsee-Staaten einigten sich darauf, bis zu 100 Gigawatt Erzeugungsleistung grenzüberschreitend zu vernetzen. „Unser Ziel ist es, den größten Energie-Hub der Welt zu entwickeln“, sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).
In der Investitionsvereinbarung werden der Industrie Ausschreibungen für Windkraftanlagen in der Nordsee über 2030 hinaus zugesichert und damit Planungssicherheit hergestellt. Im Gegenzug verpflichtet sich die Branche, die Gesamtkosten für die Stromerzeugung bis 2040 um 30 Prozent zu senken. Zudem sollen bis 2030 in Europa 9,5 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten investiert und 91.000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden.
Anteil am Strommix soll deutlich steigen
Im vergangenen Jahr lag der Anteil der Offshore-Windparks an der Deckung des Stromverbrauchs in Deutschland nach Angaben der Energiebranche bei rund 5 Prozent. Insgesamt deckten erneuerbare Energien fast 56 Prozent des Stromverbrauchs – den höchsten Anteil hatten Windräder an Land, gefolgt von Solaranlagen. Der Anteil der Windkraft auf See am Strommix könnte bis 2045 Prognosen zufolge auf etwa 20 Prozent steigen.
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Nach Angaben des europäischen Windverbands Wind Europe können derzeit bereits 32 Millionen Haushalte aus Offshore-Windenergie mit Strom versorgt werden. Bei 300 GW im Jahr 2050 könnte die Zahl auf mehr als 330 Millionen wachsen.
Mit dem Ausbau der Windenergie-Gewinnung soll auch die Sicherheit der Energie-Infrastruktur in der Nordsee gestärkt werden. „Nicht erst seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine sehen wir zunehmende Angriffe auf unsere kritische Infrastruktur“, sagte Reiche. Stromnetze, Pipelines, wichtige Datenkabel, die für die digitale Souveränität des Kontinents von entscheidender Bedeutung seien, würden angegriffen.
Gipfel als Reaktion auf russischen Angriff auf Ukraine
Die Gipfel der Nordsee-Anrainer waren 2022 als Reaktion auf die russische Invasion in der Ukraine ins Leben gerufen worden. Beim ersten Treffen 2022 in Esbjerg in Dänemark ging es darum, Gas- und Öl-Lieferungen aus Russland so schnell wie möglich auch mit Hilfe erneuerbarer Energien zu ersetzen. „Jetzt ist der Zeitpunkt für den Aufbruch, und jetzt brechen wir auf“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) damals.
Beim Nordsee-Gipfel 2023 wurde beschlossen, die Nordsee zum „grünen Kraftwerk für Europa“ auszubauen. Ziel ist es, bis 2050 gemeinsam bis zu 300 Gigawatt (GW) Leistung in der Nordsee zu installieren. Davon ist man aber noch weit entfernt. Stand Oktober 2025 haben die Anrainerstaaten nach Angaben des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie ungefähr 35 GW Leistung installiert. Das entspricht gut einem Zehntel des Ausbauziels. Die größte Kapazität hat Großbritannien mit rund 15 GW Leistung. Auf Deutschland entfallen 7,3 GW und auf die Niederlande 4,5 GW.
An dem Gipfel nahmen zehn Staaten teil – sieben Nordsee-Anrainer sowie Irland, Island und Luxemburg, das zwar keinen Meter Küste hat, sich aber an der Windkraft-Finanzierung beteiligt. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte nach Angaben aus dem Élysée-Palast aus Termingründen abgesagt und auch der britische Premierminister Keir Starmer kam nicht nach Hamburg.
Merz findet Windräder eigentlich „hässlich“
Gastgeber Merz hatte bereits vor dem Gipfel gefordert, die Nordsee solle zum „größten Reservoir für saubere Energie weltweit“ werden. Im Wahlkampf hatte sich der CDU-Chef aber noch abschätzig zur Windenergie geäußert. „Ich glaube sogar, dass wir, wenn wir was richtig machen, eines Tages die Windkrafträder wieder abbauen können, weil sie hässlich sind und weil sie nicht in die Landschaft passen“, sagte er im November 2024 im ZDF. Im Koalitionsvertrag mit der SPD wurde der Ausbau der Windkraft und auch die Kooperation mit den anderen Nordseeanrainern dann aber fest verankert.
In Hamburg sagte Merz dazu, er habe immer differenziert zwischen Wind an Land und Wind auf See. Er komme aus einem Wahlkreis, in dem der Ausbau der Windenergie sehr umstritten sei, weil er das Landschaftsbild stark verändere. Merz hat seinen Wahlkreis im Sauerland. Der Kanzler bezeichnete die Windkraft erneut als „Übergangstechnologie“: „Die wird uns 10 Jahre, 20 Jahre, vielleicht 30 Jahre begleiten.“
Merz verwies auf den Koalitionsvertrag, dass Deutschland den ersten Fusionsreaktor der Welt ans Netz nehmen wolle. „Wenn man in der Lage sei, Fusionsenergie zu erzeugen, werde Strom sehr günstig, machte Merz deutlich. „Und dann wird es in diesem Umfang andere Energieerzeugungsmethoden wahrscheinlich nicht mehr brauchen.“ Dies sei aber Zukunftsmusik.
Kritik der Umweltverbände: „Das Maß verloren“
Die Umweltverbände fordern, dass der Ausbau der Windkraft nicht zulasten der Natur gehen darf. „Einige Akteure haben beim Ausbau der Windenergie auf See das Maß verloren“, sagt der Meeresexperte des Naturschutzbundes (Nabu) Kim Detloff. „Ökologische Auswirkungen von massiven Lebensraumverlusten vieler Seevögel bis zu irreversiblen Veränderungen des Ökosystems Nordsee drohen unbeherrschbar zu werden.“ Das Narrativ des „Kraftwerks Nordsee“ sei fatal.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Furcht vor Regulierung: Apple senkt in China freiwillig die App-Store-Provision
Frohe Kunde für iOS- und iPadOS-Entwickler in China: Ab sofort müssen sie auch dann weniger Provison an Apple abgeben, wenn sie mehr als eine Million US-Dollar Umsatz mit dem App Store machen. Künftig gilt eine neue Standardrate von 25 Prozent, ein Minus von fünf Prozent. Beim sogenannten Small Business Program, für das bei weniger als einer Million Dollar bislang nur 15 Prozent anfielen, werden nun 12 Prozent fällig, ein Minus von drei Prozent. 12 Prozent zahlen zudem Anbieter sogenannter Mini-Apps, die über „Super-App“-Plattformen wie WeChat (Weixin in China) von Tencent vertrieben werden.
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Apple sprach mit dem Regulierer
Apple kommt mit der Preisreduzierung offensichtlich Regulierung durch Peking – und entsprechendem Druck seitens der chinesischen Regierung – zuvor, wie Bloomberg berichtet. Apple veröffentlichte die neuen Tarife in seinem Entwickler-Blog, sie sollen bereits ab dem 15. März, also dem kommenden Sonntag, gelten. Zum 15. März soll es zudem neue Geschäftsbedingungen geben, allerdings müssen diese zunächst nicht unterschrieben werden, um von den neuen Tarifen zu profitieren. Apple gibt explizit an, dass man zu der Provisionssenkung nach „Diskussionen mit dem chinesischen Regulierer“ gelangt sei.
„Wir streben danach, dass iOS und iPadOS das beste App-Ökosystem und eine hervorragende Geschäftsmöglichkeit für Entwickler in China darstellen. Wir setzen uns für Bedingungen ein, die für alle Entwickler fair und transparent bleiben“, so der Konzern in dem Statement. Man wolle stets „wettbewerbsfähige App-Store-Tarife“ anbieten, die nicht höher als die Gesamtraten in anderen Märkten seien. Apple hatte etwa in der EU neue, teils sehr komplexe Tarife eingeführt, um die Regulierer zu besänftigen (und keine oder eine verringerte Strafe zahlen zu müssen, die nach wie vor im Raum steht) bei denen es „neue“ und „alte“ sogenannte Terms gibt. In China bleibt es hingegen bei einer Rate, nur eben etwas günstiger.
Tencent lobt Apple, darf Mini-Apps selbst abrechnen
Tencent sagte laut Bloomberg, Apples Änderung könne eine „offenere und für alle vorteilhafte“ Plattformumgebung schaffen, die „Innovation stimuliert“. In Japan war zuletzt die Provision für bestimmte In-App-Zahlungen durch Drittanbieter auf 21 Prozent gesenkt worden, allerdings fallen dann Kosten für einen Kartenzahlungsdienstleister an.
In China hatte zuvor die State Administration for Market Regulation eine Untersuchung eingeleitet, um Apples Gebühren zu untersuchen. Seit 2024 laufen direkte Gespräche. Tencent und andere Super-App-Anbieter dürfen mittlerweile außerdem für Mini-Apps eigene Bezahlwege nutzen.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Zweiteiliges Webinar zu Datenschutz und Sicherheit für verwaltete Apple-Geräte
Um die hohen Datenschutz- und Sicherheitsstandards für Apple-Geräte im Unternehmen zu gewährleisten, müssen IT-Verantwortliche die Geräte korrekt konfigurieren und verwalten. Dieses zweiteilige Webinar vermittelt das nötige Wissen, um iPhones, iPad und Macs entsprechend den geltenden Sicherheits- und Compliance-Anforderungen für Deutschland und Europa in Ihre Infrastruktur zu integrieren.
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Teil 1: Grundlagen der Systemsicherheit für macOS und iOS
Im ersten Webinar erhalten Sie einen Überblick über essenzielle Sicherheitsfunktionen. Sie lernen integrierte Features wie System Integrity Protection, Gatekeeper und FileVault kennen. Der erfahrene Trainer Sam Jayhooni zeigt Ihnen, wie Sie Verschlüsselungstechniken implementieren und Sicherheitsrichtlinien verwalten. Sie erfahren, wie Sie Datenschutzaspekte berücksichtigen und Sicherheitsvorfälle vermeiden.
Teil 2: Security Compliance für Mac, iPhone und iPad gemäß IT-Grundschutz des BSI
Das zweite Webinar widmet sich den behördlichen Vorgaben. Lernen Sie die Strategien für den sicheren Einsatz von Apple-Geräten nach BSI-Standards kennen. Dabei geht es unter anderem um die Geräteprofile sowie den Schutz von Apple-IDs. Nicht zuletzt geht der Refernt auch auf den sicheren Austausch und die Rücknahme von Geräten am Ende ihrer Nutzungsdauer ein.
Die Webinare behandeln von der Planung über die Konfiguration bis zur sicheren Rücknahme am Ende ihres Lebenszyklus den gesamten Geräte-Lifecycle.
Zwei Termine im April
Apple Geräte im Kontext der Security Compliance für Deutschland und Europa richtet sich an IT-Administratoren und Entscheider, die für die Planung, den Rollout und die Verwaltung von Apple-Geräten verantwortlich sind. Grundlegende Apple-Kenntnisse sind empfehlenswert, aber nicht zwingend erforderlich.
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Die beiden Webinare finden jeweils von 10 bis 12 Uhr an folgenden Terminen statt:
21.04.2026Sichern Sie Ihre IT: Grundlagen der Systemsicherheit für macOS und iOS
28.04.2026Security Compliance für Mac, iPhone und iPad gemäß IT-Grundschutz des BSI
Im Anschluss erhalten die Teilnehmer jeweils die Folien und Zugang zur Aufzeichnung.
Das Ticket für ein Webinar kostet 129 Euro. Bei Buchung beider Webinare reduziert sich der Gesamtpreis von 258 auf 229 Euro.
Weitere Informationen und Anmeldung: Apple Geräte im Kontext der Security Compliance für Deutschland und Europa
(ims)
Künstliche Intelligenz
Seit 3,6 Millionen Jahren beispiellos: Klimawandel verlängert unsere Tage
Der menschengemachte Klimawandel bremst die Rotation der Erde so schnell ab, wie kein anderes Ereignis in den vergangenen 3,6 Millionen Jahren. Das hat eine Forschungsgruppe aus Österreich und der Schweiz ermittelt und sieht potenzielle Beeinträchtigungen in verschiedenen Bereichen, darunter etwa die Satellitennavigation. Lediglich vor zwei Millionen Jahren war die Veränderungsrate schon einmal fast vergleichbar, aber abgesehen davon sei sie in der jüngeren Erdgeschichte nie vergleichbar gewesen. Für die Verlängerung der Tage um 1,33 Millisekunden pro Jahrhundert ist demnach die beispiellos schnelle Umverteilung der Masse zwischen den Kontinenten und den Ozeanen verantwortlich.
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Wie eine Eiskunstläuferin
Um historische und prähistorische Tageslängen zu rekonstruieren, haben Mostafa Kiani Shahvandi von der Universität Wien und Benedikt Soja von der ETH Zürich die fossilen Überreste einzelliger Meeresorganismen untersucht. Anhand der chemischen Zusammensetzung der Gehäuse der sogenannten benthischen Foraminiferen könne man die Schwankungen des Meeresspiegels nachvollziehen und über Berechnungen die Schwankungen der Tageslänge ableiten, erklärt Kiani Shahvandi. Für belastbare Schlussfolgerungen sei dann noch ein spezieller Deep-Learning-Algorithmus eingesetzt worden. Damit habe man bestätigt, dass das Anwachsen und Abschmelzen kontinentaler Eisschilde große Schwankungen der Tageslänge verursacht haben. Die Rate aus den Jahren 2000 bis 2020 sei aber beispiellos.
Den Vorgang an sich vergleichen die beiden Forscher mit einer Eiskunstläuferin, die ihre Drehgeschwindigkeit beeinflussen kann, indem sie die Arme ausstreckt – und sich dann langsamer dreht – oder nah am Körper hält. Dass die beschleunigte Schmelze der polaren Eisschilde und der Gebirgsgletscher ausreicht, um die Erdrotation genauso zu verlangsamen, hat die Forschungsgruppe in einer früheren Arbeit gezeigt. Unklar war aber noch, wie die aktuelle Rate im historischen Vergleich ausfällt und „ob es auch früher schon Phasen gab, in denen das Klima die Tageslänge ähnlich rasant erhöht hat“, ergänzt Kiani Shahvandi. Jetzt habe man einen deutlichen Hinweis darauf, „dass die Rate des modernen Klimawandels zumindest seit dem späten Pliozän vor 3,6 Millionen Jahren beispiellos ist“, ergänzt Soja.
Auch wenn es gegenwärtig nur um etwas mehr als eine Millisekunde pro Jahrhundert geht, kann die Veränderung der Tageslänge praktische Folgen haben, schreiben die Forscher. Sie verweisen dabei primär auf präzise Navigationssysteme, die auf Satelliten basieren und genaue Informationen über die Erdrotation benötigen. Ob deren Verlangsamung hier konkrete Folgen hat oder haben wird, können die Forscher aber nicht sagen. Ihre jetzt im Journal of Geophysical Research veröffentlichte Arbeit zeigt aber einmal mehr, welche unerwarteten Folgen die Klimaerwärmung hat. Bis Ende des Jahrhunderts wird sich der Klimawandel demnach sogar stärker auf die Tageslängen auswirken als der Mond. Und der hat immerhin dazu beigetragen, die Rotationsgeschwindigkeit auf die heutige Tageslänge einzupendeln.
(mho)
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