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Sicherheit im Auto: Euro NCAP verschärfte Bewertungskriterien
Neue Autos werden seit Jahrzehnten vom europäischen Verbraucherschutzprogramm für Fahrzeugtechnik (Euro NCAP) auf ihre Sicherheit hin überprüft. Dabei geht es nicht um die Folgen des Crashs, sondern auch um eine Unfallvermeidung. Die Kriterien für eine gute Bewertung wurden über die Jahre immer wieder verschärft. In diesem Jahr wurden die Anforderungen so stark verändert wie seit 2009 nicht mehr, schreibt der ADAC. Im Kern geht es dabei um vier neue Punkte:
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- eine ablenkungsarme Bedienung
- Wie Assistenten eingreifen
- Unfallschutz bei niedrigen Geschwindigkeiten
- einfache Bergung nach einem Unfallfolgen
Grundfunktionen ohne Umwege
Es gibt in modernen Autos inzwischen viel mehr zu bedienen als vor ein paar Jahrzehnten. Hersteller gehen bei der Bewältigung sehr unterschiedliche Wege, wie wir auch in Testwagen immer wieder feststellen. Will ein Hersteller die vollen fünf Sterne in der Bewertung des Euro NCAP erreichen, müssen einige Funktionen direkt, also ohne Umwege über Untermenüs, zu erreichen sein. Das gilt für Blinker, Warnblinker, Hupe, Scheibenwischer und eCall. Andere Funktionen müssen in maximal zwei Schritten im Untermenü verfügbar sein.
Assistenten unter Beobachtung
Zur Vermeidung von Unfällen schreibt der Gesetzgeber inzwischen einige Systeme vor. Dazu zählen beispielsweise der Spurhalteassistent und die automatische Notbremsung. Künftig müssen solche Systeme in zusätzlichen Szenarien funktionieren. Der ADAC nennt verschiedene Auftreffwinkel, schlechtes Wetter und unterschiedliche Geschwindigkeiten, die künftig bei Tests berücksichtigt werden. Außerdem werde mit überprüft, wie sanft etwa ein Spurhaltehelfer eingreift. In diesem Bereich gibt es tatsächlich große Unterschiede.
Crashtest mit weniger Tempo
Neu eingeführt wird auch ein zusätzlicher Crashtest mit 35 km/h. Der ADAC argumentiert, dass Hersteller Karosserie und Gurtstraffung für höhere Geschwindigkeiten auslegen. Das führe dazu, dass unter Umständen bei einem Unfall mit 35 km/h höhere Kräfte wirken könnten als bei 50 km/h. Dies habe man bei der Untersuchung mit einem MG3 (Fahrbericht) im vergangenen Jahr herausgefunden. Mit adaptiven Systemen, die sich auf Tempo und Gewicht der Personen einstellen können, sinkt die Belastung bei einem Unfall. Zusätzlich sollen Dummies, die unterschiedlich groß und schwer sind, auf verschiedenen Positionen im Fahrzeug gesetzt werden, um die Anforderungen weiter zu erhöhen. Computersimulierte Crashs mit digitalen Modellen sollen die Tests mit Dummies ergänzen.
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Türgriffe, die immer funktionieren müssen
China hat gerade bekannt gegeben, dass neu homologierte Autos ab 2027 keine motorisierten, versenkbaren Griffe mehr haben dürfen. Auch wir haben das in zahlreichen Testwagen immer wieder kritisiert. Ein Verbot ist in der EU noch nicht in Sicht, zumindest werden aber die Bewertungskriterien beim Euro NCAP auch in diesem Punkt verschärft, wobei das eigentlich selbstverständlich sein sollte: Elektrische Türgriffe und Kofferraumklappen müssen nach einem Aufprall noch funktionieren. Volvo hat im EX60 nach eigenem Bekunden für die Türöffnung mehrere voneinander unabhängige Stromkreise gelegt.
Wie ein Helfer nach einem Unfall bei manch einem Modell eine Tür über einen Griff aufbekommen soll, der schon unbeschädigt schlecht zu bedienen ist, fließt übrigens seit Jahren in die Bewertungen mit ein. Für eine volle Punktzahl, und auch das fließt erst ab sofort beim Euro NCAP mit ein, werden unter anderem die Verfügbarkeit von Rettungskarten und die Funktion des eCall-Systems mit bewertet. Elektroautos müssen zusätzlich die Traktionsbatterie isolieren und über einen Widerstand gegen eine Überhitzung des Akkus verfügen.
Erhöhter Aufwand
Die vier neuen, zusätzlichen Bewertungskriterien machen es einerseits für die Hersteller deutlich schwieriger, die maximal erreichbaren fünf Sterne zu erhalten. Auf der anderen Seite erhöht das Verbraucherschutzprogramm für Fahrzeugtechnik den Aufwand beträchtlich. Ein Teil der Tests wird künftig über Simulationen abgewickelt werden, doch für vieles bleibt nur der reale Versuch am Kandidaten. Für Verbraucher ist es ein gutes Zeichen, wenn sich die Ersteller von solchen Bewertungskriterien beispielsweise darum sorgen, dass ein zu harsches Eingreifen von Spurhalteassistenten die Akzeptanz beim Fahrer senken.
Mehr zu Assistenzsystemen im Auto
(mfz)
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Dank Look von Luxusmarke: iPhone in Orange hilft Apple beim China-Comeback
Der einst schwierige chinesische Markt scheint für Apple keiner mehr zu sein – zumindest im Weihnachtsquartal 2025 konnte Apple dort dank iPhone 17 wieder ordentlich wachsen. Nur warum genau, wenn der Rest des Smartphone-Marktes schwächelt?
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Kooperation mit Hermès: Aber nur bei der Apple Watch
Einem Bericht der Financial Times zufolge hat das erstaunlich viel mit einer Designentscheidung zu tun – der Tatsache, dass Apple erstmals ein Modell in einem knalligen Orangeton anbietet. Dieser wurde in chinesischen sozialen Netzwerken als „Hermès-Orange“ tituliert und ging dort viral – verwirrenderweise ohne jegliche Kooperation mit der Pariser Luxusmarke, die Apple bislang nur – wenn auch seit Jahren – bei der Apple Watch pflegt.
Um 38 Prozent ging der Umsatz im Jahresvergleich von Oktober bis Dezember für Apple hoch, China machte dabei „nahezu ein Fünftel“ aus, so Apple-Chef Tim Cook. Das iPhone 17 Pro und 17 Pro Max soll Apples „Position als Statussymbol“ erneut angekurbelt haben, wie dies früher schon der Fall war. Apple selbst nennt den Orangeton „Cosmic Orange“, auch in westlichen Ländern soll er sich besser verkaufen als die anderen Varianten.
Orange steht für Erfolg – wortwörtlich
„Es klingt einfach, aber es sind die äußerlich offensichtlichen Änderungen am Design, darunter die Einführung einer auffälligen orangefarbenen Farbe, die frühe Upgrader angezogen haben“, so eine Senior-Research-Direktorin des Marktforschers IDC gegenüber der Financial Times. Chinesische Influencer zeigten die neue Farbe sofort in ihren Videos. Ein weiterer Vorteil für Apple: Spricht man „Orange“ mit chinesischem Akzent aus, klingt das (fast) wie das Mandarin-Wort für „Erfolg“. Jeder der die Farbe wähle, zeige wie er oder sie cool sei, so ein weiterer Influencer, der vor allem mit Luxus-Content punktet.
iPhone 17 Pro und 17 Pro Max bringen ansonsten auch Hardware-Verbesserungen mit, die die Geräte attraktiver machten. Dazu gehören schnellere Chips, verbesserte Kameras sowie ein neuer Selfie-Modus, der es ermöglicht, auch breite Selfies im Hochformat aufzunehmen, da Apple die Sensor-Ausrichtung verändert hat. Probleme mit dem Abrieb und der Haltbarkeit der knallorangen Farbe gab es in China bislang offenbar nicht.
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(bsc)
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Wissensgrundlagen zur Softwareentwicklung für Windows auf Arm64
Energieeffiziente Arm-Prozessoren gewinnen auch in Windows-Umgebungen an Bedeutung. Moderne Arm-Chips integrieren neben CPU und GPU auch neuronale Prozessoren (NPUs) für KI-Aufgaben, was auf Windows-Geräten neue Anwendungsszenarien ermöglicht. Für Entwickler ist dieser Trend mehr als eine reine Plattformfrage. Mit dem Wechsel der Prozessorarchitektur verändern sich grundlegende technische Annahmen – etwa zu Performance, Energieverbrauch und Kompatibilität bestehender Anwendungen. Um diese Auswirkungen einordnen zu können, lohnt sich ein Blick auf die architektonischen Unterschiede zwischen x64- und Arm64-Systemen.
Arm-CPUs folgen dem RISC-Prinzip (Reduced Instruction Set Computer) und sind auf Energieeffizienz ausgelegt. In der Praxis bedeutet das längere Akkulaufzeiten von 15 bis 20 Stunden Dauerbetrieb, während klassische x64-Laptops nach weniger Stunden erneut zu laden sind. Arm-Prozessoren erzeugen zudem weniger Abwärme und erlauben schlanke Lüfterdesigns.
- Mit Windows 11 on Arm, nativer x64-Emulation und Toolsupport durch Visual Studio gewinnt Arm64-Targeting an Relevanz.
- Frameworks wie Flutter, .NET MAUI, React Native und Unity, die auf plattformübergreifende Konsistenz angewiesen sind, profitieren von der einheitlichen CPU-Basis von Android, iOS und Windows.
- Entwicklerinnen und Entwickler müssen ihre Entwicklungsstrategien, Build-Prozesse und Testumgebungen anpassen, wenn sie ihre Windows-Anwendungen Arm-tauglich machen oder neue Applikationen nativ schreiben möchten.

Dr. Veikko Krypczyk ist als Softwareentwickler und Trainer auf Blazor, WinUI 3 und .NET MAUI spezialisiert. Sein Wissen gibt er über Workshops und Seminare weiter.
Arm64 verwendet einen reduzierten, konsistenten Befehlssatz mit vielen Registern, während x64-CPUs komplexe CISC-Befehle (Complex Instruction Set Computer) und eine begrenzte Registeranzahl nutzen (weitere Unterschiede siehe Red-Hat-Seite). Für Entwickler ändert sich dadurch etwa der Umgang mit Inline-Assembler und bestimmten Compileroptimierungen: Sie müssen Portierungen speziell für Arm-Registernamen, Aufrufs- und Speicherkonventionen kompilieren. Gut geschriebener C- und C++-Code lässt sich jedoch mit einem anderen Compiler-Backend neu übersetzen, ohne die Logik anpassen zu müssen.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Wissensgrundlagen zur Softwareentwicklung für Windows auf Arm64“.
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Fritzbox 7632: Fritz‘ günstigster Router für G.fast-Anschlüsse
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Fritz (früher AVM) bringt die Fritzbox 7632 in den Handel. Sie ist der günstigste WLAN-Router des Herstellers, der die Übertragungstechnik G.fast unterstützt. Sie ist für kurze Kupferkabel innerhalb eines Hauses gedacht, wenn eine Glasfaserleitung nur bis zum Gebäude läuft (Fiber to the Building, FTTB), nicht aber bis in die eigenen vier Wände (Fiber to the Home, FTTH).
Manche Provider bauen Glasfaser bei Mehrfamilienhäusern etwa nur bis zum Keller aus. In den Wohnungen gibt es dann Internet über die Telefonleitung, im Bestfall mit G.fast-Unterstützung. Mit einem erweiterten Frequenzbereich von 212 MHz ermöglicht die Fritzbox 7632 ein Gigabit pro Sekunde im Down- und Upload. Der Router funktioniert alternativ auch an VDSL-Anschlüssen mit Supervectoring bis 300 Mbit/s.
Basis-Wi-Fi 7
Die restliche Ausstattung der Fritzbox 7632 entspricht einem Einsteiger-Router mit Wi-Fi 7. Sie funkt parallel in den 2,4- und 5-GHz-Bändern mit je zwei MIMO-Streams. Bei 5 GHz sind bis zu 2880 Mbit/s brutto möglich (bei 160 Megahertz Signalbreite); im 2,4-GHz-Band kommt der Router auf 690 Mbit/s. Auf das 6-GHz-Band verzichtet Fritz bei dem Modell.
Die Fritzbox 7632 hat vier Ethernet-Anschlüsse, einen mit 2,5 Gbit/s und drei mit je 1 Gbit/s. Der 2,5-Gbit/s-Anschluss fungiert auch als WAN-Port für ein externes Modem.
An einem USB-A-Port (bis 5 Gbit/s, USB 3.2 Gen 1, früher USB 3.0 genannt) lassen sich ein Drucker, ein Datenträger für einen eigenen Medienserver oder ein Mobilfunkstick für eine Internetabsicherung anschließen.
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Der restliche Funktionsumfang entspricht dem Fritzbox-Standard: eine DECT-Basis (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) für Telefone, DECT Ultra Low Energy (ULE) für Smart-Home-Geräte und alle Annehmlichkeiten von FritzOS.
269 Euro UVP
Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 269 Euro. Erste Händler wollen die Fritzbox 7632 ab Mitte Februar ausliefern. Die teurere Fritzbox 7682 (ab 310,98 €) hat doppelt so schnelles WLAN und mehr 2,5-Gbit/s-Ethernet, allerdings nur USB 2.0. Wer kein G.fast benötigt und mit USB 2.0 auskommt, kann zur günstigeren DSL-Fritzbox 7690 (ab 218,25 €) greifen.
(mma)
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