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Sicherheit zuerst: Schwarz-Rot will Transparenzpflichten bei Kritis einschränken


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Nach dem folgenschweren Anschlag auf die Berliner Strominfrastruktur Anfang Januar will die Politik aufrüsten. Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD haben das neue Dachgesetz zum Schutz kritischer Infrastrukturen (Kritis) finalisiert. Der nun geleakte Änderungsantrag zum Regierungsentwurf verdeutlicht, dass die Resilienz der Bundesrepublik künftig nicht mehr nur eine Frage der IT-Sicherheit, sondern eine umfassende nationale Sicherheitsaufgabe sein soll.

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Eine der Neuheiten betrifft die Machtbefugnisse der Bundesländer. Diese erhalten künftig eine deutlich größere Flexibilität bei der Identifizierung kritischer Anlagen. Während bisher oft starre Schwellenwerte – etwa die Versorgung von mindestens 500.000 Menschen – ausschlaggebend waren, dürfen die Länder diese Grenzen jetzt eigenständig absenken. Damit könnten auch kleinere, aber regional systemrelevante Einrichtungen unter den besonderen gesetzlichen Schutz gestellt werden, wenn sie vollständig in der Zuständigkeit des jeweiligen Landes liegen. Das Bundesinnenministerium soll dazu schnell eine Rechtsverordnung erarbeiten, die die genauen Kriterien und Verfahren festlegt.

Parallel werden die Fraktionen einen Entschließungsantrag einbringen, der eine Kehrtwende in der Informationspolitik markiert. Sie fordern die Bundesregierung auf, Transparenzpflichten drastisch einzuschränken. Heikel ist die Forderung, bereits öffentlich zugängliche Infrastrukturinformationen zu überprüfen und gegebenenfalls konsequent aus dem Internet zu entfernen. Hintergrund ist der Verdacht, dass die Attentäter von Berlin öffentlich verfügbare Lagepläne für ihre Sabotageplanung nutzen konnten. Schwarz-Rot will daher sicherstellen, dass sensible Daten über Leitungsverläufe oder Kraftwerksknoten künftig Terroristen nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Vorstoß soll auch die europäische Ebene einbeziehen, um EU-weite Transparenzvorgaben, etwa im Energierecht, zu revidieren.

Die Koalition will im Gesetz verankern, dass Sicherheit Vorrang gegenüber anderen Belangen wie dem Planungs- oder Umweltrecht bekommt. Behörden und Betreiber werden dazu angehalten, bestehende Ausnahmeregelungen von Veröffentlichungspflichten konsequent zu nutzen. Um die technische Überwachung zu verbessern, müssen Betreiber dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) künftig detailliert melden, welche Typen kritischer Komponenten sie verbauen – inklusive der konkreten Versionsnummern. Diese Informationen sollen exklusiv ans BSI fließen, um bei Sicherheitslücken gezielte Warnungen aussprechen zu können.

Auch die operative Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft wird neu geregelt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) wird verpflichtet, eingegangene Vorfallsmeldungen von Betreibern unverzüglich zu bestätigen und diese mit sachdienlichen Folgeinformationen oder Leitlinien zur Resilienzstärkung zu unterstützen. Zudem soll das BBK regelmäßige Lagebilder zur Gesamtsituation der kritischen Infrastruktur erstellen und diese den Betreibern und Behörden zur Verfügung stellen. Damit reagiert die Politik auf die Kritik, dass Unternehmen im Krisenfall oft zu wenig Rückmeldung von staatlicher Seite erhielten.

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Die schwarz-rote Koalition will die Bestimmungen auch stärker sanktionieren. Der Änderungsantrag etwa sieht eine Erhöhung der Bußgelder vor. Diese können bei schweren Verstößen gegen Melde- oder Registrierungspflichten bis zu einer Million Euro betragen. Um sicherzustellen, dass die neuen Regelungen greifen, wurde die erste Evaluierung des Gesetzes von fünf auf zwei Jahre nach Inkrafttreten vorgezogen.

Manuel Atug von der AG Kritis sieht trotzdem keine wesentlichen Verbesserungen. „Transparenzpflichten sind in einer Demokratie wesentlich und schützen gegen Unfälle“, sagte er. Zudem müssten alle kritischen Infrastrukturen auch im Staat und in der Verwaltung erfasst werden. Doch die Koalition will offenbar auf das Prinzip „Sicherheit vor Sichtbarkeit“ setzen.

Der Bundestag soll den überarbeiteten Gesetzentwurf am Donnerstag beschließen. Abschmettern dürfte Schwarz-Rot dabei zugleich einen Antrag der oppositionellen Grünen. Sie plädieren darin „für einen ganzheitlichen Schutz unserer kritischen Infrastruktur“.


(wpl)



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App Store: Apple führt Monatsabos mit Jahresbindung ein


Apple hat eine neue Abrechnungsoption für automatisch verlängerbare Abonnements im App Store eingeführt. Entwickler können ihren Nutzern künftig monatliche Zahlungen mit einer verbindlichen Laufzeit von zwölf Monaten anbieten – quasi eine Ratenzahlung für Jahresabos zu einem vergünstigten Monatspreis. Und das Herunterbrechen in Monatsraten dürfte Jahresabos insgesamt attraktiver erscheinen lassen. Entwickler erhalten indessen mehr Planungssicherheit, wenn sich Nutzer für ein Jahr binden.

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Wie Apple in seinen Developer News mitteilt, lässt sich die neue Option ab sofort in App Store Connect konfigurieren und in Xcode testen. Live geschaltet wird sie mit den kommenden Betriebssystemversionen iOS 26.5, iPadOS 26.5, macOS Tahoe 26.5, tvOS 26.5 und visionOS 26.5, die Apple für Mai 2026 angekündigt hat. Auffällig: Die USA und Singapur sind von der neuen Abo-Variante ausgenommen. Apple nennt keine Gründe für den Ausschluss – denkbar sind regulatorische Besonderheiten oder marktspezifische Erwägungen. Für Entwickler, die Abonnements anbieten, hat Apple zuletzt auch den Analytics-Bereich in App Store Connect massiv ausgebaut: Mit über 100 neuen Metriken für In-App-Käufe und Abonnements lassen sich etwa Kohorten-Analysen und Conversion-Daten auswerten.

Technisch müssen Entwickler in App Store Connect eine Subscription Group anlegen und darin ein Abo-Produkt mit der Laufzeit „1 year“ erstellen. Außerhalb der USA und Singapurs aktiviert das System dann automatisch die Option zur monatlichen Abrechnung mit Jahresbindung. Entwickler können Preise pro Land festlegen, die Verfügbarkeit steuern und über sogenannte Levels Upgrades sowie Downgrades zwischen verschiedenen Abo-Stufen ermöglichen. Apple verweist auf die ausführliche Dokumentation zu Abonnements sowie die StoreKit-APIs zur Integration in Apps.

Bestehende Jahresabonnements bleiben von der Neuerung unberührt. Die neue Option ergänzt das bisherige Angebot – Entwickler behalten die volle Kontrolle darüber, welche Abo-Varianten sie anbieten möchten.

Für Abonnenten verspricht Apple Transparenz: In den Kontoeinstellungen sollen abgeschlossene und verbleibende Zahlungen einsehbar sein. Vor einer Verlängerung nach Ablauf der zwölf Monate verschickt Apple E-Mails und Push-Benachrichtigungen. Eine Kündigung ist jederzeit möglich – das Abo verlängert sich dann nach den zwölf Monaten nicht weiter. Hinsichtlich europäischer Verbraucherrechte dürfte die Konstruktion mit der EU-Verbraucherrechterichtlinie vereinbar sein: Die Kündigung bleibt unkompliziert und das 14-tägige Widerrufsrecht gilt weiterhin.

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Für Entwickler – gerade auf preissensiblen Märkten wie Deutschland – senkt das Modell die Einstiegshürde: Statt einer großen Einmalzahlung für ein Jahresabo sehen Nutzer überschaubare Monatsbeträge. Das kann die Conversion-Rate erhöhen und die Abwanderung reduzieren. Parallel dazu weitet Apple im App Store auch die Werbemöglichkeiten aus: Ab 2026 erscheinen mehr Anzeigen in den Suchergebnissen, was Entwicklern zusätzliche Wege bietet, ihre Apps bekannt zu machen. Bei den Erlösen gilt Apples übliches Modell: 70 Prozent im ersten Jahr, danach 85 Prozent – Teilnehmer am Small Business Program erhalten von Beginn an 85 Prozent.

Google bietet im Play Store mit Zahlungsplänen ein ähnliches Konzept an, bei dem Nutzer rabattierte Monatsraten zahlen. Eine exakte Entsprechung zur 12-monatigen Bindung mit monatlicher Abrechnung gibt es dort allerdings nicht.


(mki)



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AirPods mit Android-Geräten nutzen: LibrePods-App landet im Play Store


Die Android-App LibrePods ist im Play Store gelandet. Bei dieser handelt es sich um eine Anwendung, mit der sich die meisten AirPods-Pro- und Max-Funktionen auch auf Android-Geräten nutzen lassen. Jedoch gibt es derzeit noch gewisse Einschränkungen.

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Die Open-Source-App LibrePods für Android des Entwicklers Kavish Devar war bis vor wenigen Tagen nur über Github verfügbar und erforderte Rootrechte, um die Funktionsweise bestimmter Bluetooth-Komponenten anzupassen. Das hat sich mit dem neuesten Release und dank der Arbeit Googles am fehlerhaften Android-Bluetooth-Stack – „oder weil Apple sich nicht an die Bluetooth-Standards hält“, wie der Entwickler auf Reddit schreibt – offenbar geändert. Die App steht nun im Play Store zum Download bereit, sie erfordert jedoch mindestens die Android-Version 16 QPR3, die Anfang März 2026 von Google veröffentlicht wurde.

Das bedeutet, dass zunächst zum einen nur Googles Pixel-Geräte ab der 6. Generation die App unterstützen. Allerdings haben dem Entwickler zufolge auch schon OnePlus und Oppo ihre Android-Aufsätze OxygenOS 16 und ColorOS 16 so weit angepasst. Weitere Geräte erhalten seinen Aussagen zufolge erst mit Android 17 Unterstützung ohne Root.

Laut Devar bietet die App vollen Support der Funktionen der AirPods Pro 2 und 3, wobei bei der neuen Generation die Herzfrequenzmessung nicht unterstützt wird. Auch die AirPods Max würden unterstützt. Alle anderen AirPods-Modelle böten immerhin die Grundfunktionen wie Batteriestatus und Ohrerkennung.


Screenshots LibrePod App

Screenshots LibrePod App

Einige der LibrePods-Funktionen erfordern den einmaligen Kauf. Die Grundfunktionen sind kostenfrei nutzbar.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Zu den unterstützten Funktionen gehören etwa die Geräuschunterdrückungsmodi, adaptive Transparenz, Akkuanzeige, Gesprächserkennung, Kopfbewegungen und vieles mehr, wobei Kopfbewegungen und weitere Features kostenpflichtig sind – die Freischaltung der Funktionen kostet einmalig 5 Euro.

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Weiter sagt der Entwickler, die Genauigkeit des Akkustands sei besser als bei anderen Ohrstöpseln. Schließlich sind auch die Gesten – also was beim langen Druck auf die AirPods-Stängel passiert – konfigurierbar, wobei die Aktivierung von Sprachassistenten Teil der Premiumfunktion ist.

Für Nutzerinnen und Nutzer, die in Googles und Apples Ökosystem zu Hause sind und AirPods besitzen, klingt die App durchaus praktisch. Für Linux gibt es sie ebenfalls.


(afl)



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Zahlen, bitte! In Japan lernen Kinder 2136 Schriftzeichen in der Schule


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Hierzulande können Kinder das lateinische Alphabet in der Regel bis maximal zum Ende des zweiten Schuljahres lesen und schreiben. In Japan ist das anders: Japanische Kinder erwerben während ihrer gesamten Schulzeit neue Schriftzeichen, die sogenannten Kanji.

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Dabei gibt Japans Bildungsministerium für das Kerncurriculum der Schulen die seit 1981 eingeführten „Jōyō-Kanji“ (PDF-Datei) (常用漢字) vor, welche seit dem aktuellsten Update von 2010 aus 2136 Kanji bestehen. Diese „Schriftzeichen für den Allgemeingebrauch“ erlernen japanische Kinder in der Regel bis zum Ende der Mittelschule (Klasse 9).

Das japanische Schriftsystem ist sehr komplex. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Sprachen nutzt Japanisch nicht nur eine Schrift, sondern gleich drei verschiedene: Hiragana, Katakana und Kanji. Alles begann, als die chinesischen Schriftzeichen spätestens im fünften Jahrhundert von China über Korea nach Japan kamen. Auf diesen baut das Schriftsystem in Japan bis heute auf.


Bitte Zahlen

Bitte Zahlen

In dieser Rubrik stellen wir immer dienstags verblüffende, beeindruckende, informative und witzige Zahlen aus den Bereichen IT, Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Politik und natürlich der Mathematik vor.

Hiragana und Katakana sind Silbenschriften, die jeweils aus 46 Zeichen bestehen. Kinder beginnen zunächst, diese vergleichsweise einfachen Schriften zu erlernen, bevor die komplexeren Kanji schrittweise auf dem Lehrplan stehen. Dabei werden Hiragana in erster Linie für grammatikalische Funktionen und Katakana für Fremdwörter und nicht-japanische Namen verwendet. Kanji haben mit ihren grafischen Zeichen eine bedeutungstragende Funktion und bilden deswegen vor allem Nomen und den Wortstamm bei Verben und Adjektiven. Die Bedeutung lässt sich häufig ableiten, so stellt sich beispielsweise das japanische Wort für Wald, „mori“, aus drei Bäumen („ki“, 木) zusammen: 森. Das japanische Verb für „ausruhen“ enthält das Kanji 休, das aus einem Menschen (亻) besteht, der sich quasi gegen einen Baum (木) lehnt. Das Kanji für „lernen“ (学) stellt ein Kind (子) unter einem Dach dar.


Ausschnitt eines japanischen NHK News Artikels mit verschiedenen farblichen Markierungen für die drei Schriften Kanji, Hiragana und Katakana.

Ausschnitt eines japanischen NHK News Artikels mit verschiedenen farblichen Markierungen für die drei Schriften Kanji, Hiragana und Katakana.

Das Zusammenspiel der verschiedenen Schriften sichtbar gemacht: In diesem Ausschnitt aus einer Nachricht der japanischen öffentlich-rechtlichen Nachrichtenseite NHK hat die Redaktion Kanji in Pink, Hiragana in Blau und Katakana in Gelb markiert. Außerdem arabische Zahlen und lateinische Buchstaben in Grün, die Japaner ebenfalls nutzen. In dieser Nachricht kommen nur Kanji aus der offiziellen Jōyō-Liste vor.

(Bild: Dafina Maloku)

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Bis zum Ende der Grundschule stehen die ersten 1026 der Jōyō-Kanji auf dem Plan – das sind die sogenannten „Unterrichtskanji“, auf Japanisch „Kyōiku-Kanji“ (教育漢字). Die Liste der Kyōiku-Kanji hat das japanische Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) erstellt. Die verbleibenden 1110 Zeichen werden in den Klassen 7 bis 9 der Mittelstufe eingeführt.

Zusätzlich zu den Jōyō-Kanji existieren die „Jinmeiyō-Kanji“ (PDF-Datei) (人名用漢字), die aus 863 „Namens-Kanji“ für Familien und Personen bestehen, wovon einige nicht in der gebräuchlichen Jōyō-Kanji -Liste enthalten sind. Diese stehen häufig ergänzend auf dem Lehrplan.


Blatt Papier mit Kanji/Schriftzeichen zum Schreiben üben und verschiedene Büromaterialien drumherum.

Blatt Papier mit Kanji/Schriftzeichen zum Schreiben üben und verschiedene Büromaterialien drumherum.

Japanische Kinder üben ein neues Schriftzeichen, indem sie dieses immer wieder in der richtigen Strichreihenfolge auf Papier schreiben.

(Bild: JFontan/Shutterstock.com)

Wer jetzt denkt, mit den 2136 Jōyō-Kanji wäre das Erlernen der japanischen Schrift abgeschlossen, irrt sich: Japanische Wörterbücher wie Dai Kan-Wa Jiten listen bis zu 50.000 von ihnen auf; tatsächlich häufig genutzt wird jedoch nur ein Bruchteil davon. Denn die hohe Anzahl an Kanji war erst der Grund für die Entstehung der Jōyō-Kanji: Die Verringerung der Menge an häufig genutzten Kanji sorgt dafür, dass Lesen für die breite Masse zugänglich wird. Für das Verständnis der meisten Zeitungen und amtlichen Texte reichen die 2136 Jōyō-Kanji daher aus. Da es jedoch viel mehr Schriftzeichen als in der offiziellen Liste gibt, lernen die meisten Japaner ihr Leben lang neue Schriftzeichen, sodass sie nie richtig „fertig“ damit sind.

Noch dazu erwerben japanische Kinder in der Grundschule zusätzlich das lateinische Alphabet, das sie spätestens in der Mittelschule ab Klasse 7 für den Englischunterricht benötigen. Das lateinische Alphabet heißt auf Japanisch „Romaji“, mit dem japanische Wörter transkribiert werden können. Beispiele sind bekannte Marken wie „Toyota“, „Sony“ und „Nikon“. Für viele Lernende der japanischen Sprache bildet Romaji zu Anfang eine Brücke zur japanischen Schrift und erleichtert das Lernen.

Zwar lernen Kinder damit sogar vier verschiedene Schriften in der Schule, durch den technologischen Fortschritt schreiben Menschen im Laufe ihres Lebens jedoch immer mehr digital in Form des Tippens und weniger per Hand. Das kann einen negativen Einfluss auf die Schreibfähigkeit haben. Bereits vor 14 Jahren berichtet die Nachrichtenseite JAPANTODAY, dass laut einer staatlichen Umfrage 66,5 % der Japaner einschätzen, dass ihre Fähigkeit, Kanji per Hand zu schreiben, sich wegen der häufigen Nutzung von Handys und Computern verschlechtert hat.

Laut der Agentur Translationexcellence lege das japanische Bildungssystem aufgrund dieser Entwicklung immer mehr Wert auf das Erkennen und Lesen von Kanji und weniger auf die Schreibfähigkeit. Denn durch digitale Tools sei das Schreiben von Kanji deutlich effizienter geworden, was das Schreiben per Hand weniger nötig mache.


(mki)



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